#51

RE: Start

in Lights, Camera, Action | Dodo & Alex 24.11.2019 20:43
von Alex • Senior Member | 5.831 Beiträge | 1037624 Punkte

Helena wurde aus dieser Situation wirklich nicht schlau. Erst schlugen sich die beiden Männer noch die Köpfe ein und nur wenige Sekunden später saßen sie beinahe kleinlaut im Wohnzimmer und ihre Prioritäten lagen ganz klar bei der jungen Frau. Insgeheim fragte sie sich ja, ob der Streit nicht auch mit ihr zu tun gehabt hatte. Immerhin war es eigentlich darum gegangen, ob die 18-Jährige bei Josh bleiben oder Shane begleiten würde. Jetzt gerade wollte Helena eigentlich bei keinem der beiden Schauspieler sein. Am liebsten hätte sie die Flucht ergriffen, sich in ein Taxi und dann in ein Flugzeug gesetzt. Sie wollte einfach nur noch nach Hause, weg von der Großstadt, den merkwürdigen Menschen und den Männern. Jemand wie Helena brauchte nun wirklich keinen Mann in ihrem Leben. Leise seufzte die Dunkelhaarige auf und fragte sich ein weiteres Mal, warum Shane plötzlich so nett war. Hatte Scarlet ihn so eingeschüchtert? Oder machte er sich vielleicht wirklich Sorgen? Ihr trüber Blick traf den des jungen Mannes und unsicher zog Helena die Mundwinkel zu einem schiefen Lächeln nach oben, formte dann mit ihren Lippen ein „Danke“ und lehnte sich erschöpft an ihm an. Der Ton seiner Stimme als sie ihre Wunde ertasten wollte, ließ die junge Frau leicht zusammen zucken. Shane war wirklich ein seltsamer Mensch. Seine dominante Art war auch Helena bereits aufgefallen. Ob das daran lag, dass er einfach immer der Boss war und alle herum kommandierte? Eigentlich war sie ja der Meinung, dass jeder Mensch eine gute Seite hatte. Doch bei Shane tat sich Helena wirklich schwer, an das Gute in ihm zu glauben. Zumindest bis zu diesem Tag. Nachdenklich ruhte ihr Blick auf seinen Händen, während er ihre dünnen Finger vom Blut befreite. Er hatte schöne Hände. Hände, die zwar gewiss gut anpacken konnten, es aber noch nie gemusst hatten. Allerdings stand Helena auf diese Art von Männerhänden. Auch ihr Hinterkopf wurde sorgfältig mit dem Lappen bearbeitet, ehe sie auch schon das Glas erblickte. Zögernd griff die junge Frau danach und setzte es an ihre Lippen an. Dieser Tonfall jagte ihr immer und immer wieder einen Schauer über den Rücken. Doch gerade war es irgendwie anders als die Male davor. Schüchtern hob sie den Blick ihrer blauen Augen und musterte den Schauspieler unschuldig. Josh hielt sich nun dezent im Hintergrund, beobachtete seinen Konkurrenten aber mit Adleraugen. „Wer hätte gedacht, dass ich mal zwischen zwei Männern stehe. Ausgerechnet ein Pferdemädchen wie ich...“, murmelte Helena ein wenig amüsiert und lachte auf. Josh zuckte grinsend mit den Schultern, ging aber nicht weiter darauf ein. Helena seufzte auf und senkte den Blick wieder. Eigentlich hatte sie die Situation ja nur auflockern wollen, aber das war ihr allen Anschein nach nicht gelungen. Wie sollte es jetzt weitergehen? Die 18-Jährige wollte nicht weiter bei Josh bleiben, der sich viel zu große Hoffnungen machte. Shane machte ihr jedoch Angst und Helena konnte es sich nicht vorstellen, auch nur eine weitere Nacht in dessen Villa zu verbringen.



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#52

RE: Start

in Lights, Camera, Action | Dodo & Alex 25.11.2019 18:30
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Wie sollte man denn so eine Situation beschreiben oder erklären für Außenstehende, wenn man es sich nicht einmal selbst erklären konnte? Shane war kein schlechter Mensch, nicht tief im Inneren. Aber das ließ er eben sonst nicht durchblicken. Sicher würde sein Zustand der Sorge auch nur so lange bleiben, wie er sich nicht sicher war, ob Helena nicht lieber dringend in ein Krankenhaus musste. Er kannte nur die Horrorgeschichten über Gehirnerschütterungen, bei denen man alle paar Stunden denjenigen wecken musste, weil er sonst vielleicht nicht wieder aufwachte oder man bleibende Schäden nicht abschätzen konnte. Er wusste aber weder, ob das der Wahrheit entsprach oder ob er nur die bösen Ammenmärchen kannte. Auf jeden Fall wollte er nicht riskieren, dass sie hier zusammenbrach, während er sich weiter mit Josh prügelte. Er wollte sie nicht auf dem Gewissen haben, wenn er es nicht durch ein wenig Fürsorge vermeiden konnte. Danach konnte er sich immer noch weiter mit dem anderen Schauspieler streiten. Denn nur weil sie gerade einen Waffen- oder wohl eher Fauststillstand hatten, hieß es nicht, dass er den Kerl auf einmal mochte. Nur weil er sich auch Sorgen machte. So weit würde es sicher nicht kommen.
Kurz zogen sich die Augenbrauen des jungen Mannes zusammen, als die Kleine an seiner Seite zusammenzuckte. Machte er ihr wirklich solche Angst. Missmut nagte an ihm. Er wollte sie nicht unbedingt permanent um sich haben und sie sollte ihn nicht anhimmeln oder so tun, als wären sie gute Freunde, die zusammen nur cooles und spannendes Zeug machten. Für ihn war das einfach Arbeit. Sie war Arbeit. Nicht mehr. Aber das bedeutete nicht, dass sie ihn fürchten sollte. Respektvolle Distanz, das war es, was er sich wünschte. Von allen Leuten, von denen er es aber nie bekam. Dass er nun sie eben auch noch in seinem Leben rumpfuschen lassen sollte, daran musste er sich gewöhnen und das brauchte Zeit. Er wollte sich nun einmal wehren und aufbäumen, ehe er vielleicht irgendwann dem Druck nachgab und einfach resignierte. Wie es jetzt aussah, war er ihr auch noch schuldig, sich jetzt gut zu benehmen.
Aufmerksam betrachtete Shane, wie Helena das Glas ergriff und an ihre Lippen hob. Einen Moment überlegte er, wie sie sich wohl an den seinen anfühlen würden, ehe er schnell den Gedanken beiseite schob. Scarlet würde ihm höchstpersönlich den Hals umdrehen, wenn er es wagen würde, ihr neues hübsches Accessoire zu verderben. Und er wollte sie nicht an sich heranlassen, bezweifelte aber stark, dass sie eine Frau war, die er ohne eine Vertrauensbasis dazu bekommen würde, mit ihm zu schlafen - und ganz sicher dann auch nicht mit ein wenig lustvollem Schmerz dabei. Passender Weise musste er sich dann auch einen Kommentar zu ihren Worten verbeißen. Er presste nur die Lippen zusammen, um nicht zu sagen, dass sie ja sicher gut reiten konnte und das durchaus eine Qualität war, die ein Mann zu schätzen wusste. Wären sie nur zu zweit, hätte er sich das vermutlich nicht nehmen lassen. Aber er wollte nicht wieder von Josh unangekündigt einen Schlag bekommen. Der letzte hatte ihm immerhin die Nase in einen blutigen Wasserfall verwandelt. Und außerdem war er auch ein wenig irritiert von ihrem plötzlichen Stimmungswandel. Was, wenn das ein Symptom für eine schwere Verletzung war. "Vielleicht gerade weil du ein 'einfaches Pferdemädchen bist'. In unserer Branche gibt es selten Frauen, um die es sich zu streiten lohnt", sagte er in die unangenehme Stille, die sich gerade wieder breit machte. Kurz glitt sein Blick zu Josh. "Weißt du, die meisten sind eher wie Scarlet. Und Verhandlungen starten dann eher mit zwei Extremen und dann sucht man sich ein Kompromiss, das gerade so erträglich für beide Seiten ist. So hab ich aber nicht mit dir umspringen dürfen", sagte er, sah dabei eher an ihr vorbei, weil er ihren urteilenden Blick gerade nicht auch noch sehen wollte. Wieder sprang sein Blick kurz zu Josh, den er für so ein Gespräch wirklich nicht dabei haben wollte. Vor allem weil der auch so neugierig abwartend aussah. Er würde es Shane doch nur gönnen, wenn Helena ihn gleich wieder abwehrte und nichts annahm. Dann sah er sie doch direkt an. "Es tut mir leid. Ich wollte nicht, dass es so weit kommt. Du hattest vermutlich Recht mit allem was du gesagt hast"; gestand er ihr zu. Und er betete - schon fast bedrückt und extrem angespannt - dass sie nicht wiederholte, was sie alles gesagt hatte. Es fiel ihm schwer genug dieses bisschen Nähe, dieses bisschen Abweichen vom eigenen harten Standpunkt auszuhalten, dann auch noch in Gegenwart eines Rivalen. Und man konnte es ihm ansehen, dass er sich unwohl fühlte. "Ich kann verstehen, wenn du gehen möchtest und meinetwegen rede ich dann mit Scarlet und erstatte dir deinen Weg nach Hause oder so. Aber bitte bleib zumindest, bis du wirklich wieder fit bist. Entweder hier oder bei mir", stellte er sie schließlich irgendwie vor die Wahl. Er hatte die Karten jetzt also auf den Tisch gelegt und er wollte gehen. Regelrecht fliehen wollte er. Also würde er entweder mit ihr oder ohne sie gehen.


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#53

RE: Start

in Lights, Camera, Action | Dodo & Alex 27.11.2019 13:29
von Alex • Senior Member | 5.831 Beiträge | 1037624 Punkte

Helena konnte die Situation wirklich nicht einordnen. Es war merkwürdig. Total merkwürdig. Vor einigen Wochen hätte sie nur gelacht, wenn ihr jemand erzählt hätte, dass sie mal in der Villa eines Stars von zwei berühmten Schauspielern umsorgt werden würde. Doch nun saß sie hier, zuhause bei Josh Hutcherson und verpflegt von Shane Orville. Leicht schüttelte die 18-Jährige den Kopf und rechnete damit, jede Sekunde aufzuwachen. Irgendwo im Heu bei ihren Pferden oder zumindest in ihrem eigenen Bett auf der Ranch. Doch dem war nicht so. Sie, Helena Amaya Davis, lebte nun wirklich in Los Angeles und zwei Männer stritten sich um sie. Wobei zumindest Shane kein Interesse an ihr hatte. Doch warum kümmerte er sich dann so gut um sie? Es machte einfach keinen Sinn. Ihr Kopf schmerzte mittlerweile auch ziemlich, weswegen die Brünette sich keine Gedanken mehr über solche Dinge machen wollte. Shane's Worte sorgten dann aber doch wieder dafür, dass Helena die Stirn runzelte. Es lohnte sich also, sich um sie zu streiten, weil sie anders war als die Frauen, mit welchen die beiden Schauspieler sonst so verkehrten? Interessant. Bisher hatte sie nicht das Gefühl gehabt, das Shane sie gerade deswegen gut leiden konnte. Ganz im Gegenteil. Ihr Blick wanderte kurz zu Josh, der sie besorgt schweigend anstarrte. Als sich Shane auch noch bei ihr entschuldigte und zugab, dass sie vielleicht sogar Recht gehabt hatte, konnte die Reiterin ihren Ohren nicht trauen. "Kann das bitte irgendjemand filmen?", murmelte sie leise und fasste sich an die Stirn. "Vielleicht träume ich ja doch...", fügte sie noch hinzu und seufzte auf. Damit hatte sie im Leben nicht gerechnet. Demnach rechnete es Helena Shane auch groß an, dass er sich entschuldigt hatte und sogar einsah, dass ihre Worte der Wahrheit entsprochen hatten. Doch vielleicht schauspielerte er auch nur, als Schauspieler konnte er das sicher gut genug, um seine Worte glaubhaft wirken zu lassen. Leicht überfordert sah Helena wieder von ihm zu Josh und zuckte dann mit den Schultern. Hier bleiben wollte sie eigentlich nicht, denn Josh würde sich nur noch mehr Hoffnungen machen und früher oder später aufdringlich werden. Dann war sie schon lieber bei Shane in der Villa, wo er sie eh kaum beachtete und sie vermutlich einfach in ihr Schlafzimmer sperren würde, damit sie nicht wieder selbstständig im Haus herum geisterte. Die junge Frau biss sich nachdenklich auf die Unterlippe. Eigentlich waren beide Optionen nicht optimal, aber eine andere Wahl hatte sie auch nicht. "Nachdem der Großteil meiner Sachen noch bei dir ist...muss ich so oder so zu dir.", stellte sie irgendwann fest und sah, wie sich Josh augenblicklich anspannte und nur ein "Ich hole deine Tasche" hervor presste. Traurig sah Helena dem Schauspieler nach, welcher nach oben verschwand. "Hier in LA kann man es auch niemandem recht machen, hm?", gab sie von sich und richtete sich etwas auf. "Ich hoffe, du bist jetzt zufrieden...ich bin dir wohl hoffnungslos verfallen.", meinte sie brummelnd und tapste vorsichtig in Richtung Flur, um ihre Schuhe anzuziehen. In dem Moment tauchte Josh auch schon auf und drückte die Sporttasche Shane in die Hand."Gute Besserung, Elly. Kannst dich ja mal melden. Ich bin immer für dich da." Mit diesen Worten drückte er ihr einen Kuss auf die Stirn, öffnete die Haustür und nickte seinem Konkurrenten knapp zu.



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#54

RE: Start

in Lights, Camera, Action | Dodo & Alex 28.11.2019 01:01
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Shane war es gewohnt, dass das Leben einen überfiel und sich stetig gegen einen richtete. Sicher konnte er sich nicht in die Lage eines kleinen Bauernmädchens hineinversetzen, das hier in LA auf einmal zwischen Stars und Sternchen versuchte einen Platz zu finden, ein Leben aufzubauen und zu arbeiten. Und dann auch noch von einem scheinbar heilen Familienleben reinzustolpern in ein vor Konkurrenz, Missgunst und Hass triefendes Metier. Mit einem angeschlagenen Kopf würde er an ihrer Stelle auch nicht verstehen, wie er denken sollte oder was er denken sollte. Er war ja nicht völlig frei von Empathie, weshalb er nicht weiter darauf rumritt und einen freundlicheren Ton anschlug. Er wusste ja, dass er die Fehler gemacht hatte. Der war aber eigentlich vermutlich nicht mal, sie anzuschreien, sondern zuzulassen, wie seine Eltern und Scarlett mit ihm umsprangen. Das hatte ja erst dazu geführt, dass er so unzufrieden war, dass er überhaupt so mit ihr umsprang. Ein kleiner innerer Konflikt nagte an ihm, als er die magischen Worte einer Entschuldigung aussprach. Er meinte die Worte durchaus ernst, aber gleichzeitig sah er es nicht ein, sie mit Samthandschuhen zu streicheln und ihr wie einem Kleinkind zu erklären, wie das Leben hier funktionierte. Bei ihrer Frage, ob das jemand filmen könnte, schnaubte Shane mit einem kleinen Kopfschütteln. "Hätte ich man bloß nichts gesagt", brummte er. "Sowas wird es niemals geben. Einen Beweis für eine Entschuldigung... Das gibt es nur einmalig und live", ergänzte er und schenkte ihr ein Schmunzeln um seinen vorigen Ton etwas aufzulockern.
Er war wirklich erleichtert, als sie schließlich endlich eine Entscheidung gefällt hatte und das zu seinen Gunsten. Er entspannte etwas seine Schultern, ehe er Josh ansah. Es lag ein Funke Genugtuung in seinem Blick und ein leicht überlegenes Lächeln lag auf seinen Lippen. Für Helena war es gerade nicht sichtbar, aber Josh nahm es wahr. Shane konnte es in seinem Blick sehen, in der Anspannung. War er etwa ein bisschen eifersüchtig. Ein klein wenig Häme erfüllte ihn, als er dem angefressenen Rivalen nachsah. Eindeutig ein Punkt für Shane. "Korrekt. Aber geht das denn wirklich auf anderen Teilen der Welt?", überlegte Shane, beobachtete dann mit Skepsis wie sie sich aufrichtete. "Ich bin zufrieden, wenn du mir gleich nicht ins Auto kotzt. Geht es?", meinte er, als sie aufstand. Er blieb nah an ihrer Seite, falls sie erneut so straucheln sollte, wie vorhin. Shane nahm die Tasche an, die Josh ihm stärker in die Hand drückte als nötig. Er war vermutlich wirklich eifersüchtig oder zumindest ein wenig enttäuscht. Alle beteiligten wussten, dass Josh die bessere Partie für Helena wäre. Aber Shane wollte eh nichts von ihr. Klar, sie war hübsch und heiß, aber er bezweifelte, dass sie - selbst wenn nur beziehungsweise gerade im Bett - zusammenpassen würden. "Ich pass auf sie auf", versprach Shane noch mit einem kleinen süffisanten Grinsen, ehe er die Tasche schulterte und Helena nach draußen begleitete. Er blickte zum Einfahrtstor. Hinter dem wartete sein Wagen und ein paar neugierige Blicke. "Oh verdammt..", brummte er leise, hob kurz seine freie Hand an sein Gesicht. Er hatte immer noch einige Blutspuren unter der Nase. Und auf seinem Shirt. Die Presse würde sich freuen. "Wir sprechen kein Wort mit den Leuten. Sieh sie am besten noch nicht einmal an..", sagte er ein wenig angespannt. Dann öffnete er das Tor. Sofort hagelte es Fragen, Fotos wurden gemacht. Unnachgiebig schob er sich durch die paar Leute, einen Arm um Helenas Schultern gelegt, damit sie nicht verschreckt aufgehalten wurde. Er öffnete ihr die Beifahrertür des Cabrios, warf die Tasche auf den Rücksitz des Mustangs, ehe er sich auf den Fahrersitz fallen ließ. Seine Stimmungslage war inzwischen schon wieder auf sehr genervt umgeschlagen und er schlug deshalb schon förmlich einmal auf die Hupe, damit die Reporter endlich Abstand hielten und er niemanden überfahren musste beim Ausparken. Er atmete einmal tief durch, als er endlich wieder auf der Straße war. Ein paar Minuten, dann waren sie zuhause. Scarlet war sicher inzwischen im Büro und würde sich erst abends wieder melden. Und dann online sicher auch darüber informiert, wie er ihre Assistentin blutverschmiert abgeholt hatte. Sie würde sicher keine Party drüber feiern.


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#55

RE: Start

in Lights, Camera, Action | Dodo & Alex 01.12.2019 23:14
von Alex • Senior Member | 5.831 Beiträge | 1037624 Punkte

Shane’s Reaktion auf ihre Worte sorgte dafür, dass Helena leicht schmunzelte. Bereute er etwa schon, sich bei ihr entschuldigt zu haben? Amüsiert zog die junge Frau die Augenbrauen nach oben und lauschte dem Brummen, welches nun seinen Mund verließ. Es würde also niemals ein Beweis dafür geben? Interessiert legte sie den Kopf leicht schief und zog die Mundwinkel nach oben. Der Superstar wollte wohl auf jeden Fall sein Bad Boy Image aufrecht erhalten. Aber warum nur? Helena seufzte leise auf und zuckte nur mit den schmalen Schultern. Eigentlich war es auch egal, denn es würde sicher nicht zu einer zweiten Entschuldigung kommen. Noch immer war sich die 18-Jährige ziemlich sicher, einfach zurück auf die Ranch zu gehen und dort ihr Leben so zu leben, wie sie es sowieso wollte. Jemand wie sie gehörte nicht in die Welt der Schönen und Reichen. Helena hatte es von Anfang an gewusst, doch man hatte sie dennoch hier her fliegen lassen. Sie war immer glücklich in Tennessee gewesen. Es störte sie nicht, täglich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang draußen zu arbeiten. Es störte sie nicht, kaum menschliche Freunde zu haben. Es störte sie nicht, keine Erfahrungen mit Männern zu machen. Doch nun war Helena in Los Angeles, hatte nicht nur nette Leute kennengelernt, sondern stand auch so irgendwie zwischen zwei Kerlen. Stirnrunzelnd sah die junge Reiterin zwischen den Schauspielern hin und her und war froh, dass durch ihren kleinen Unfall der Streit beendet worden war. Doch war es das wert? Shane‘s Stimme riss sie irgendwann wieder aus den Gedanken und ihre grau blauen Augen fixierten ihn für einige Sekunden stärker als sie es vielleicht hätten dürfen. Zwar war ihr schwindlig und auch schlecht, doch ins Auto kotzen würde Helena ihm sicher nicht. Zumindest hoffte sie das. Im Flur wurde die Gesamtsituation nicht besser. Ganz im Gegenteil. Josh schien es gar nicht zu passen, dass der Rivale mit dem Mädchen abhaute. Shane hingegen schien es als Triumph zu sehen, dass Helena sich dazu entschieden hatte, ihn vorerst zurück in seine Villa zu begleiten. „Auf mich muss man nicht aufpassen.“, gab die 18-Jährige beinahe genervt von sich und schüttelte den Kopf. Bereits mit fünf Jahren war sie alleine auf der Ranch unterwegs gewesen oder hatte auf ihrem Pony die Herden von den hektargroßen Weiden zurück auf die Ranch getrieben. Sie hatte schon gegen giftige Schlangen, Bären und sonstige gefährliche Tiere gekämpft. Jemand wie Shane oder Josh hätte in ihrer Heimat in der Wildnis sicher keine Stunde überlebt. Doch hier in LA war jemand wie sie aufgeschmissen. Vielleicht würde es also doch nicht schaden, wenn jemand auf sie aufpasste. Schweigend lief sie also zum Tor in Richtung Straße. Die interessierten Paparazzi zückten sofort ihre Kameras, weswegen es Helena Shane gleich tat und ihre Hand vor ihr Gesicht hielt. Sein Arm legte sich um ihre Schultern. Kurz hob die Brünette den Blick, senkte diesen jedoch wieder. Hastig stieg sie in das Cabrio und starrte einfach nur auf das Armaturenbrett. Morgen würde sie wohl auf allen Klatschzeitschriften dieser Welt sein. Vielleicht sollte sie ihre Schwester vorwarnen, bevor diese am nächsten Tag komplett ausrastete. Die Fahrt über sagte Helena kein Wort und hob den Blick auch erst wieder an, als Shane den Wagen auf seinem Grundriss geparkt hatte. Noch immer schweigend schnappte sie sich die Tasche und steuerte mehr oder weniger die Eingangstür an. Im Flur blieb sie unschlüssig stehen. Gab es einen Plan? Stirnrunzelnd starrte die 18-Jährige auf den Boden und dachte nach. Nach wie vor wollte sie einfach nur hier weg. Ein leises Seufzen entwich ihr, ehe sich Helena doch wieder in Bewegung setzte und die Treppe nach oben ansteuerte. Sie brauchte erst einmal eine Dusche, um das ganze Blut abzuwaschen. Auf halbem Weg blieb sie jedoch stehen und wandte sich noch einmal um. „Du solltest deine Nase vielleicht kühlen.“, gab sie Shane einen ernstgemeinten Hinweis und lächelte ihn für einen Moment beinahe liebevoll an, ehe sie die weiteren Stufen nach oben lief. Auf der letzten geriet sie jedoch ins Schwanken und konnte sich gerade noch so am Geländer festhalten. Ob duschen eine gute Idee war, wenn sie so unsicher auf den Beinen war? Vielleicht sollte sie sich vorsichtshalber in die Badewanne setzen. In ihrem Zimmer sah alles so aus wie an dem Morgen, an dem sie überstürzt abgehauen war. Langsam wanderten ihre Augen durch den Raum, ehe sie die Sporttasche auf dem Bett ablegte und langsam aus dem blutigen Kleidungsstücken schlüpfte. Josh‘s Shirt war wohl nun ein Fall für die Mülltonne. Grummelnd musterte die 18-Jährige das Schildchen mit dem Markennamen und der Größe, denn sie würde dem Schauspieler auf jeden Fall ein neues Oberteil kaufen. Die Unterwäsche landete im Wäschekorb. Wenige Minuten später saß Helena auch schon in der großen Badewanne und schloss für einige Sekunden die Augen. Das warme Wasser tat unheimlich gut und entspannte sie. Dennoch wurden die Schmerzen immer schlimmer, weswegen sich Helena vornahm, doch zeitnah einen Arzt aufzusuchen. Gequält rieb sie sich leicht den noch immer blutenden Hinterkopf. War das normal? Wohl kaum. Doch das würde schon irgendwann aufhören. Shane würde Helena gewiss nicht darüber informieren, dafür war sie dann doch zu stolz.



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#56

RE: Start

in Lights, Camera, Action | Dodo & Alex 03.12.2019 01:20
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Vielleicht wollte Shane wirklich einfach sein Image schützen. Es war das, was ihn irgendwie ausmachte und etwas, was er beeinflussen konnte. Scarlett ließ ihm kaum Luft zum Atmen, die Presse war gefühlt wirklich immer in Hör- und Fotografiereichweite. Er konnte nicht er selbst sein. Nicht wirklich. Das einzige, was ihm blieb, war die Musik. Da pfuschte Scarlett ihm zum Glück wenig drin rum und das Plattenlabel war auch entspannt. Da hatte er keinen Druck, was er wann produzieren sollte. Aber da er momentan zu wenig Zeit dafür hatte, sich kreativ auszuleben - vor allem mit seinen Bandkollegen zusammen, fiel auch das kaum ins Gewicht. Er war also das, was die Welt von ihm sah. Und dann hielt er das Bild lieber so, dass niemand zu hohe Erwartungen an ihn stellte. Er durfte mal aufbrausend sein, er durfte mal ausrasten und mal ignorant sein. Wenn er wirklich der perfekte Presseliebling wäre, könnte er sich nichts erlauben ohne direkt einen Skandal damit auszulösen. Dann war er wirklich lieber einfach gleich der Arsch. Manchmal hielt ihm das auch die Leute dann vom Hals. Sie wollten ihn lieber nicht direkt konfrontieren. Hatte aber auch nur 8 zerstörte Kameras, 5 Diktiergeräte und die daraus resultierendes Schadensersatzzahlungen gedauert, dass sie schnallten, ihm manchmal einfach mal nicht auf die Pelle zu rücken. Vermutlich würde Scarlett für Helena ein ganzes Handbuch zusammen stellen mit Dingen, die sie sagen durfte, wie sie sich zu kleiden hatte und was Shane machen durfte und was er sagen durfte, ohne dass es zu große Probleme gab. Ansonsten war sie sicher erstmal dafür bei ihm einquartiert, dass sie ihn davon abhielt, zu viele Partys zu schmeißen, zu saufen oder Drogen zu nehmen. Wobei er wirklich noch nicht wusste, ob es ihn wirklich juckte. Sie würden sicher noch ein paar Mal streiten - es sei denn sie haute wirklich ab, wenn es ihr besser ging.
"Doch Süße, dich muss man beschützen. Die Welt ist groß und gefährlich", meinte Shane trocken. Klar wusste er nicht, dass sie mit wilden Tieren zu tun gehabt hatte, aber selbst wenn. In LA gab es wirklich unschöne Ecken. Die waren vielleicht weit weg, aber dennoch waren sie da. Da gab es Drogengangs, Polizeigewalt, Obdachlose, Kleinkriminelle. Für Stars und Sternchen waren Kameras die größte Gefahr, Staker oder sehr mutige Einbrecher, die glaubten, in die Villen rein und wieder raus zu kommen ohne in Handschellen zu enden. Und scheinbar musste man Miss Landmädchen auch davor schützen, zwischen eine Schlägerei zu gehen. Er versuchte auch, sie sicher durch die Paparazzi zu bringen und rangierte den Wagen dann schnell raus aus der Situation. Verbissen sah er kurz in den Rückspiegel, dann auf die Straße. "Scarlett wird uns köpfen", stellte er fest und hoffte nur, dass Josh es nicht auch noch schlimmer machte. Wenn er sich mit seinen treuen Augen irgendwohin stellte und sagte, dass Shane die Schlägerei verursacht hatte, würden ihm alle glauben. Niemand würde denken, dass er derjenige war, der zuerst zuschlug oder der, der eine Frau dabei so stark wegstieß, dass sie vermutlich noch zum Arzt musste. Ein leises Seufzen kam ihm über die Lippen, als er den schnurrenden Motor abstellte. Er hoffte, den Rest des Tages Ruhe zu bekommen. Dann könnte er schon einmal weiter das Skript durchgehen für den Film. Und er brauchte ein wenig Zeit um sich einfach an die Tatsache zu gewöhnen, dass er jetzt jemanden in seinem Haus hatte. Permanent und nicht zum Vögeln. Wäre ja was anderes, wenn sie ein Groupie wäre, die den ganzen Tag nackt sein würde und bei der er die ganze Zeit nackt sein könnte.
Als sie im Flur standen, musterte er sie kurz bei ihrem Rat und unterdrückte mit zusammengepressten Lippen seinen typischen ersten Impuls, patzig zu antworten. Sein Trotz verflog aber eh, wich einer leichten Verwunderung. Der Ausdruck in ihren Augen war so sanft, dass der Blick eigentlich kaum ihm gegolten haben könnte. "Hast recht", stimmte er ihr leise zu, blickte ihr mit zusammengezogenen Augenbrauen nach. Teils aus der eigenen Verwunderung, teils aus der Sorge. Sie war nach der Autofahrt zwar nicht noch einmal gestolpert, aber dennoch würde er sie noch ab und an im Auge behalten. Sein Weg führte ihn also in die Küche, wo er sich aus dem Gefrierfach ein Kühlpack holte. Dann wusch er sich erst einmal das Gesicht um die Blutspuren loszuwerden, trocknete es dann mit seinem eh verhunzten Shirt, ehe er das einfach in die Spüle fallen ließ. Es war warm genug um ohne Shirt rumzulaufen und er war faul, nach oben ins Schlafzimmer zu laufen. Lieber warf er sich mit dem Kühlpack auf seine Sofalandschaft, blätterte durch das Skript, das er seit Tagen überall in der Villa herumschleppte.


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#57

RE: Start

in Lights, Camera, Action | Dodo & Alex 03.03.2020 13:08
von Alex • Senior Member | 5.831 Beiträge | 1037624 Punkte

Helena konnte nicht genau sagen, wie lange sie in der Badewanne gelegen hatte. Doch als die junge Frau irgendwann die Augen aufschlug, war das ehemals heiße Wasser bereits recht kühl. Leise grummelnd strich sie sich die nassen Haare aus dem Gesicht und stellte dabei fest, dass das Blut mittlerweile angetrocknet war. "Geh in die Großstadt, Helena. Dort wird es dir gut gehen. Du musst mal von hier weg kommen.", äffte sie genervt die Worte ihrer Eltern nach und richtete sich langsam auf, wobei sie ins stolpern geriet und sich gerade noch so am Rand der Badewanne festhalten konnte.
Noch immer verstand Helena nicht, wie ihre Eltern ihr das hatten antun können. Diese Stadt war nichts für ein Mädchen wie sie. Sie wollte doch einfach nur nach Hause. Zurück auf die Ranch, zu ihrer Familie und zu ihren Pferden. Früh morgens noch vor Sonnenaufgang aufstehen, in ihr Stalloutfit schlüpfen und dann Karre für Karre aus den Boxen zum Misthaufen schieben. Das Futter der Tiere anmischen und sie auf die Weide bringen. Sich ein Pferd schnappen und den Wind in den langen Haaren spüren. Bei dem Gedanken an ihre Heimat nahmen ihre blassen Wangen einen leicht rosigen Ton an. Kopfschüttelnd betrachtete sich die Reiterin im Spiegel über dem Waschbecken. Vielleicht, aber auch nur vielleicht, wäre ja alles anders, wäre sie nicht in der Einöde aufgewachsen. Immerhin war sie von klein auf ein hübsches Mädchen gewesen. Inzwischen mehr Frau als Mädchen, aber letztendlich war es doch noch irgendein Zwischending. Vielleicht wäre sie für das Leben in der Stadt gemacht gewesen, hätte sie es nicht erst vor kurzem kennengelernt. Doch dies war nicht der Fall. Gedanken verloren griff sie also nach einem nachtblauen Morgenmantel aus Seide und zog ihn sich über. Die nassen Haare fielen ihr in Locken über die Schultern. Viel hatte Helena heute nicht mehr vor, doch eine kleine Mahlzeit würde gewiss nicht schaden. Shane hatte sich hoffentlich bereits in sein Reich zurückgezogen, denn die Dunkelhaarige konnte gut darauf verzichten, ihrem aufgezwungenen Mitbewohner heute noch einmal über den Weg zu laufen.
Also stöpselte sie sich die Kopfhörer in die Ohren, öffnete Spotify auf ihrem Handy und drehte die Musik laut auf, um dann zu der Melodie summend die Treppe ins Erdgeschoss nach unten zu laufen. Ohne Umwege suchte Helena die Küche auf, öffnete den Kühlschrank und starrte nachdenklich auf dessen Inhalt.
Nach kurzer Überlegung entschied sie sich dazu, ein einfaches Nudelgericht mit Pesto zu machen. Mittlerweile lief eines ihrer Lieblingslieder und Helena sang mit gedämpfter Stimme mit, während sie die Nudeln in das sprudelnde Wasser kippte und in einem Mixer die Zutaten für das Basilikumpesto zusammenmischte.



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