#401

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 27.01.2019 19:14
von KimEule • Junior Member | 388 Beiträge | 21300 Punkte


@ his way to school calling Franklin and try to call Lys

Seine Worte drangen durch das Telefon in meiner Hand. Erst mein abgekürzter Name; dann der Rest. Der Rest, der mir schier den Boden unter den Füßen wegriss. Mich nicht nur ins Straucheln brachte. Ich fiel. Dieses fallende Gefühl setzte ein und stoppte nicht. Er hatte mit einem Kerl geschlafen… Ich durfte ja nicht mal sauer sein, weil wir nicht zusammen waren. Er konnte tun und lassen was er wollte. Aber ich war sauer. Scheiße bauen traf es nicht mal im geringsten. Das war nicht nur scheiße bauen. Ich schnappte nach Luft. Hatte nicht mehr das Gefühl noch Luft zubekommen.
Er war mit Kai im Bett?! Tränen sammelten sich in meinen Augen, rannen mir dann die Wangen hinunter. Er redete und redete und ich wusste überhaupt nicht, wieso ich mir das anhörte. Wusste nicht, wieso ich mir das weiter antat. Das tat weh. Das tat so weh. Da hätte er auch herkommen und mir das Herz einfach aus der Brust reißen und auf dem Boden zertreten können. Wieso hatte er das getan? Wollte er mir wehtun? Das hatte er geschafft. War das Rache, weil ich Schluss gemacht hatte?! Wieso sagte er mir das eigentlich am Telefon? Das war alles so unfair. Ich heulte. Ich wollte mir das überhaupt nicht vorstellen. Bei der Vorstellung wurde mir irrsinnig schlecht.
Er sagte, er würde mich auch vermissen. Er entschuldigte sich, nannte sich selbst einen Vollidiot. Er stammelte, sagte, er könnte das nicht. Jetzt wusste ich was er meinte. Er konnte mir nicht sagen, dass er mich liebt, weil diese Schnepfe ihn so fertig gemacht hatte. Er hatte mir das gestern Abend doch erzählt. Ich wusste, was er versucht hatte gerade zu sagen. Ich war froh, dass er es nicht rausgebracht hatte. Ich war wirklich froh. Das klang vielleicht komisch. Aber ich wollte das jetzt nicht hören. Nicht so. Das hätte nur noch mehr wehgetan.
„Du hast es gestern gesagt“, schluchzte ich, hielt mir dann die andere, freie Hand über den Mund. Kniff die Augen zu und konnte nicht mehr stehen. Ich ging in die Knie. Nicht richtig auf die Knie. Ich hockte eher. Hatte das Gefühl, mich so besser zusammenhalten zu können. Ich verstand einfach nicht, wie er es gestern sagen konnte und dann mit einem anderen Kerl ins Bett stieg. Mir wurde kotzübel. Ich nahm das Telefon vom Ohr, und sprang dann doch auf, nur um mich in dem nächsten Busch zu übergeben.
Ich wischte mir mit einem Taschentuch über den Mund. Nahm das Telefon wieder hoch. Vielleicht war es doch gut, dass er mir das am Telefon gesagt hatte. So hatte er das wenigstens nicht gesehen.
„Ich will nicht, dass du mir das je wieder sagst, hörst du?“ Ich wimmerte leise. Mir fiel das unheimlich schwer. Ich weiß nicht, ob sich überhaupt jemand vorstellen konnte, wie schwer. Ich war ja naiv. Aber ich musste jetzt auch ein bisschen an mich denken. Ich wollte nicht, dass er mir wieder falsche Hoffnung machte. Ich wollte nicht, dass mir je wieder jemand diese Worte in so einer unpassenden Situation sagte. Das erste mal, dass mir einer sagte, dass er mich liebe, war der stock besoffen gewesen, erinnerte sich nicht mehr dran und vögelte dann mit irgendjemand anderen. Ich wusste, dass ich eigentlich kein Recht dazu hatte. Aber ich fühlte mich betrogen. „Ich meine, du kannst schlafen mit wem du willst. Wir sind nicht zusammen. Aber ich verzeih dir bestimmt nicht, dass du der erste bist, der das zu mir sagt und so besoffen ist, dass er sich nicht mehr daran erinnert und dann…“
Vielleicht würde ich einfach nie wieder aufhören zu heulen. Ich sollte heute einfach nicht zur Schule gehen. Wer brauchte schon Schule?!
„**“, schluchzte ich noch in das Handy, ehe ich dann einfach auflegte. Ich tippte auf meine Kontakte, scrollte ein kleines Stück und tippte dann auf Lys und dann auf den grünen Hörer, ehe ich mir das Handy wieder ans Ohr drückte.


** Er sagt auf Paschtu:
Ich liebe dich! Wieso tust du mir das an?!


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#402

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 27.01.2019 20:17
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte

D A N I E L
 Auf dem Weg zur Schule – mit Amelia

Sie legt die Arme um ihn, lehnt sich an ihn.
Erst jetzt kann Daniel wieder ausatmen, selbst ruhiger werden. Damit hatte er noch abgewartet. Gewartet, ob sie sich nicht gegen ihn wehrt. Amelia tut es nicht, sondern nimmt die Schulter, die er ihr nicht nur sprichwörtlich zum Anlehnen bietet, an.
Mit einer Hand streicht er ihren Rücken sanft auf und ab. So versucht er zumindest, ihr Schutz und Trost zu bieten.
Von den Worten, die Amelia spricht, versteht er nur die Hälfte. Akustisch tut er sich teils schon schwer, die Bedeutung dahinter ist das noch viel größere Rätsel.
Kann er da einfach geradeheraus nachfragen? Daniel ist sich unsicher. Er würde es gerne tun, aber er will die Brünette nicht überfordern. Er will sie nicht zum Reden zwingen, wenn sie sich ihrer noch gar nicht sicher ist.
„Ich glaube, du musst mir ein bisschen was erklären“, bittet er um den heißen Brei herum. Er fragt nicht direkt nach, wer was schon einmal getan hat. „Du musst das nicht jetzt tun, aber zumindest irgendwann.“
Sanft drückt er Amelia weiter an sich, hebt die Hand, um mit dieser über ihren Hinterkopf, über ihre Haare, zu streichen. Er lässt sie schluchzen, lässt sie weinen. Er lässt sie das tun, so viel sie will.
Daniel drückt die Lippen flüchtig auf ihre Stirn, auf ihren Haaransatz. „Ich weiß, dass du das nicht wolltest. Ich bin dir auch nicht böse, wirklich nicht.“
Er sieht den Minuten auf der Uhr im Armaturenbrett zu, wie sie immer mehr werden. Das sollte ihn beunruhigen, nicht, dass sie noch zu spät zu Schule kommen – das tut es aber nicht. In der Situation kann ihn die Zeit nicht beunruhigen, weil Amelia es um ein Vielfaches mehr tut.


Oh Lord, won't you buy me a Mercedes Benz ?


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#403

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 27.01.2019 21:05
von Lea • Member | 879 Beiträge | 54400 Punkte




- @ Jerrys
- Jerry
- Texting Nino

,,Was soll ich sonst tun ?"
Da gab es sehr viele Optionen:
1- Einfach Auswandern ohne ein weiteres Wort zu sagen, womöglich noch ohne einen Brief zu hinterlassen
2- Option 1, aber mit Brief
3- Sterben
4- Eine Maschine erfinden, mit der er die Zeit zurück drehen könnte, um alles irgendwie anders zu machen
5- Einfach nicht nach Kanada gehen
6- Einfach Lys mitnehmen
7- Einfach andere Träume finden, die mehr Kompromissbereitschaft gaben
Waren doch genügend Optionen, wobei er vier und sieben doch am besten fand. Vielleicht sogar in Kombination möglich, wer weiß? Es gab so viele Dinge, das wäre alles nur in Jerrys Hand. Jede einzelne Entscheidung.
„Du bist mein Leben.“, sagte Lys deshalb leise, traute sich auch nicht ihn anzusehen. Seine Familie zu verlassen wäre natürlich hart, sehr hart sogar, aber vielleicht wäre es auch gut so. Wenn er sich ein Leben mit ihm woanders aufbaute, wo sie zusammen leben konnten, vielleicht auch dann heirateten. Kanada soll da ja doch schöne Fleckchen haben. Oder sie machten eine Reise dahin, Flitterwochen. Am besten an abgelegenen Orten, damit niemand die beiden beim Sex hören konnte. Wie viele Leute schon da das Vergnügen gehabt hatten… Nebenbei auch zwei positive Effekte am Schwul sein – man musste nicht schauen, dass man keine Kinder zeugte und man musste auch keine Woche in den Kalender einkreisen, an dem man kein Sex haben könnte, weil sonst alles voller Blut wäre.
Dann wiederholt Jerry dieses eine Wort, welches Lysander zur Bestätigung nicken lässt. Er hatte richtig gehört. Woher er das wusste? „Er hat mich vorhin angerufen und gefragt, ob ich nicht ins Krankenhaus kommen will. Mich verabschieden. Dinge klären. Frieden schaffen.“, erklärte er leise, legte seine Hand auf die des Anderen, ehe er ihn hinter sich zog. Er wollte jetzt mal der kleine Löffel sein, die Art von Nähe wäre okay. Sogar gewünscht. „Mum wusste es anscheinend schon länger, aber sie meinte, es wäre seine Aufgabe es mir zu sagen.“ Deshalb hatte er das zweite Telefonat auf Niederländisch geführt, damit Jerry nichts mitbekam. Falls er was mitbekommen hatte außer vielleicht Lys anfänglicher Verwunderung, woher sein Vater seine Nummer hatte.
Sein Handy klingelte erneut, weshalb er drauf sah und Ninos Namen auf dem Display las. Nein, dafür hatte er keinen Nerv, weshalb er ihn wegdrückte. Er könnte ihm jetzt nicht zuhören, wenn er selbst einfach nicht mal die Kraft hatte, was zu tun. #Sorry, aber grad… ist echt schlecht.#, tippte er ihm aus Höflichkeit in eine Nachricht, ehe er sein Handy weglegte. „Ich bin übrigens immer noch sauer wegen dem Kanada Ding. Aber das steht hinten an.“, murmelte er nur und kuschelte ich ins Kissen.


But seriously, though. Some of you people need to go to church. I don't want you in hell with me.
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#404

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 27.01.2019 21:16
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


R A I N N
bei Jake


Sie muss nicht, sagt er ihr. Leicht schüttelt Rainn den Kopf. Es macht ihr nichts aus, nicht im Moment.
Die Rothaarige kann nicht für immer sprechen, will das gar nicht. Für immer kann man nicht vorhersehen. Man kann es nicht definieren. Sie weiß ja nicht, was ihr das alles noch bringt.
Momentan, gerade aber, ist das vollkommen in Ordnung so.
Deswegen macht es ihr nichts aus.
Sie lässt sich von den starken Armen umschließen und an die trainierte Brust drücken. Jake legt das Kinn auf ihrem Kopf ab. Das kann er tun, weil er so groß ist.
Die ganze Situation bringt sie zum Lächeln – und dieses Lächeln wird größer, als er sich auch noch bedankt.
Sie will abwinken und sagen, dass es nicht der Rede wert ist. Sie will ihm sagen, dass er sich nicht dafür bedanken muss. Das lässt sie im letzten Moment dann sein. Rainn hat den Mund schon geöffnet und schließt ihn daher einfach wieder. Irgendwas lässt sie erahnen, dass er es nicht gutheißen würde, wenn sie seinen Dank einfach abwinkt. Quasi abweist.
Ein klein wenig krallt die Rothaarige die Finger in sein T-Shirt. Sie lässt sich darin gar nicht beirren.
„Eigentlich nicht“, gibt sie zu. Sie hat es sich vorhin schon ein paar Male gedacht: hier bleiben wäre nicht schlecht. Jakes Bett ist vielleicht kein übergroßes kalifornisches Königsbett, aber es ist bequem.
„Ich weiß nur nicht, ob wir am ersten Schultag schon mit einem Fehltag anfangen sollten.“


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#405

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 27.01.2019 21:35
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


L U C I E N D E C L E R M O N T
auf dem Schulweg – textet Jason


Jason lässt mit seiner Antwort auf sich warten.
Lucien sollte sich währenddessen eigentlich Gedanken darüber machen, ob das die beste Entscheidung ist. Drogen kaufen, Drogen konsumieren, sich dabei nicht nur an gerolltem Gras erfreuen. Man sollte meinen, er wüsste es besser. Immerhin geht sein Geld dafür drauf. Das Geld, das ohnehin schon knapp ist.
Er sollte es besser investieren, sollte sich um offene Rechnungen kümmern, sollte zusehen, dass er etwas zu essen heimbringt.
Wahrscheinlich ist es dieses eine bestimmte Vorurteil, das auf ihn zutrifft.
Wie die Eltern, so die Kinder. Man lebt so, wie es einem die Gegend in der man aufwächst, vormacht.
Lucien klemmt eine Zigarette zwischen seine blassen Lippen und zündet diese im Gehen an. Er könnte auch mit dem Bus fahren, aber das will er nicht. Er mag den Fußweg. Das macht den Kopf frei. Es macht ihn so leer, wie auch sein Magen ist.
Das Mobiltelefon in seiner Hand vibriert und sofort legen sich seine dunklen Augen auf das Display.
“Ja hab ich“, zeigt es ihm in dunklen Buchstaben auf schwarz-weißem Hintergrund.
Das Bild ist ein Selfie mit Beth. Anfangs hat er sich geziert, es als seinen Hintergrund einzustellen. Mittlerweile aber muss Lucien zugeben, dass er es mag. Es bringt ihn immer ein klein wenig zum Lächeln – heute lässt es schlechtes Gewissen aufkommen. Sie hat ihn immer noch nicht angerufen.
Heute ist Schule, Elisabeth sollte langsam wach werden.
„Wo kann ich dich treffen?“, schickt er die prompte Antwort an Jason, atmet trüben Rauch aus. Er braucht das jetzt. So dringend wie schon länger nicht mehr.


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zuletzt bearbeitet 28.01.2019 21:08 | nach oben springen

#406

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 27.01.2019 21:40
von KimEule • Junior Member | 388 Beiträge | 21300 Punkte


@ Dannys car

Seine Hand an meinem Rücken war beruhigend. Ich wollte auch eigentlich gar nicht daran denken, was passiert war, wie ich mich gefühlt hatte, welche Angst ich hatte, was passieren könnte, wie ich mich fühlen könnte. Ich wollte daran nicht denken. Wollte das nicht, wenn er bei mir war. Wollte auch eigentlich gar nicht, dass er mich so erlebte. Aber das konnte ich jetzt nicht mehr ändern. Wollte ich dann auch irgendwie gar nicht mehr. Er sagte, ich müsse ihm da wohl was erklären. Sagte, dass ich das nicht jetzt tun müsste. Ich wollte nicht daran denken. Ich wollte nicht, dass er mich für geistig zurückgeblieben hielt. Ich wollte nicht, dass er mich für dumm hielt. Seine Lippen berühren meine Stirn. Er ist mir nicht böse, dass ich ihn gehauen habe. Ich war es ihm einfach schuldig. Dass er die Wahrheit kannte. Warum ich so kaputt bin.
„Mein Erzeuger“, bringe ich leise hervor. Sehe ihn nicht an. Das ganze fällt mir schwer. Mir macht diese ganze Situation Angst. Was er von mir halten wird, ist da tatsächlich nur das Sichtbare des Eisbergs. Ich habe mich ewig nicht damit auseinander gesetzt. Verdrängung funktionierte doch ganz gut. Bis man eingeholt wurde. Aber ich hatte damit auch nicht gerechnet. „Er war im Gefängnis, weil er mir den Kopf eingeschlagen hat, als ich noch klein war… Ich wäre schon zwei Mal fast gestorben, Danny. Meine Schwestern halten mich manchmal immer noch für geistig zurückgeblieben. Ich hatte auch mal einen Behindertenausweis… Ich bin nicht behindert. Ich bin nicht zurückgeblieben. Ich bin nicht dumm! Ich kann doch nichts dafür… Er kommt mich holen, und bringt mich um.“
Ich kneife die Augen zu. Die Erinnerung daran ist zurück. Wie der Schmerz durch meinen Kopf schlägt. Der beißende Geruch von Desinfektionsmittel. Das hilflose Gefühl, sich nicht ausdrücken zu können. Wenn man da liegt und nicht sprechen kann, weil das einfach nicht geht. Die Gesichtsausdrücke der anderen Personen nicht mehr zu verstehen. Wenn deine Mutter weint und du das nicht verstehst. Nicht verstehst, was Traurigkeit ist. Wie das aussieht. Nicht verstehst, was Sorge ist. Ich hatte die Gefühle. Die Zuordnung war weg. Alles war weg. So allein wollte ich nie wieder sein. Die Drogen hatten schließlich alles besser gemacht. Vielleicht würden sie auch jetzt alles besser machen. Bestimmt würden sie das. Aber gerade kam ich nicht dran. Danny war hier. Ich hatte auch nichts.
„Ich bin nicht dumm…“, flüstere ich.


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#407

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 27.01.2019 21:49
von yulssi • Junior Member | 178 Beiträge | 8900 Punkte
















→ with Lys
→ @ home


Da gab es doch ein Paar Optionen, die so mancher Mensch vielleicht in Betracht ziehen, doch die Jeremy mit einer Schnelligkeit ablehnen konnte, die nicht zu übertreffen war.
1- Einfach Auswandern ohne ein weiteres Wort zu sagen, womöglich noch ohne einen Brief zu hinterlassen
2- Option 1, nur mit Brief
3- Sterben gehen
4- Eine Maschine erfinden, mit der er die Zeit zurück drehen könnte, um alles irgendwie anders zu machen
5- Einfach nicht nach Kanada gehen
6- Einfach Lys mitnehmen
7- Einfach andere Träume finden, die mehr Kompromissbereitschaft gaben
...Wenn er sich gezwungenermaßen entscheiden hätte müssen, dann hätte der Kanadier womöglich am liebsten Nummer drei, oder sechs genommen. Das Erste, da er sich so geine Gedanken mehr darum machen müsste, was wenn war und was wenn passieren konnte, Letzteres, weil er Lysander liebte, ihn natürlich nicht einfach links liegen lassen, aber irgendwie auch nicht mitnehmen wollte, da er nicht in dieses Land gehörte und der Ältere dazu nicht das Verlangen danach verspürte, ihn von seiner Familie, von seinem hier aufgebauten und existierenden Leben zu trennen, ihn dazu zu bringen, alles hinter sich zu lassen, denn das wäre alles andere als in irgendeiner Art und Weise richtig. Das konnte man sich dann schön reden, wie man wollte und es würde im Endeffekt nur noch bescheuerter klingen, als ohnehin schon. "Du bist mein Leben." ,klang gleichzeitig mehr, als einfach nur wunderschön und tat dazu unglaublich weh. Lysander sollte sich nicht auf Jerry beschränken, obwohl dieser wohl genau das Gleiche tat, sich nicht mehr herausreden konnte, was das anging. Trotzdem. Er hatte ein Leben und das sollte er auch Leben. ,,....Ich werde dich nicht fragen, ob du mitkommen möchtest, dich nicht zu Entscheidungen zwingen, die du im Nachhinein bereuen wirst, Lys. Das ist... falsch. Nicht richtig." ,meinte er mit einem tiefen Seufzer, sah den neben ihm Liegenden dabei nicht an, ehe der Dunkelblonde sich erneut zu einem minimalen Lächeln brachte. So lange man mit einem Lächeln auf den Lippen durch die Welt trat, war doch alles okay, oder nicht ? Zumindest für Jerry, der die Quelle der Glücklichkeit auf für seine Mitmenschen darstellen wollte. Darstellen musste, denn sonst wäre er nicht er selber. Glücklich war Lysander eher weniger. Dinge klären und Frieden schaffen... Er wusste nun nicht, ob es Verarsche war. Ob alles engagiert war, um seinen Sohn mit dem noch letzten Atemzug ins Gesicht zu sagen, was für ein miserables Leben er ihm doch bereitet hatte. Wie gerne er ihm nicht nur ein Auge aus dem Kopf gedellt und ihn im nächsten Grab gesehen hätte. Dieser Mann, nein, Mensch war eine Zumutung. Eine der Wenigen, die das Blut des neunzehn- Jährigen zum kochen bringen und ihn aus der gebräunten Haut fahren lassen konnte. Jeremy antwortete nicht, ließ sich anfangs erst hinter seinen Gegenüber ziehen, um diesen im Anschluss an sich herandrücken zu können. Die verlorene Nähe aufzuholen. ,,Achso.... Entschuldigung Lys, doch ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Ob man deinem Vater jemals vergeben kann, für das, was er dir früher angetan hat, oder ob man es noch versuchen sollte. Besonders jetzt." ,kam es ein wenig vorsichtiger gesprochen heraus, dazwischen einige Pausen, um die richtigen Worte zu finden. ,,Egal was passiert, wir werden da sein, für dich natürlich. Immer und immer." Und immer und ewig.... Klingeln. Handyklingeln. Erneut. Was war das heute mit diesen nervigen Geräten, konnten die nicht einfach mal leise sein und sich durch Selbstzerstörung in die Luft jagen !? ,,Wer war das ?" Pure Neugier, keine Kontrolle. Musste Lys ihm ja nicht sagen, wenn ers nicht wollte. Und ja, die Sache mit Kanada war fair. Irgendwie und irgendwie auch nicht. ,,Wir setzten uns heute Mittag oder Abend deswegen hin, okay ? Es bringt ja nichts, dass jetzt zu ignorieren." Mit den Worten und einem vielleicht ein bisschen ehrlicheren Lächeln drehte er Lys um, strich ihm erst sanft durch die hellen Haare, ehe er seine eine Wange in Angriff nahm, um die restlichen Tränen zu beseitigen, anschließend flüsterte. ,,Es tut mir leid... wirklich leid."


zuletzt bearbeitet 27.01.2019 21:54 | nach oben springen

#408

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 27.01.2019 22:22
von Ponylife • Member | 2.667 Beiträge | 146550 Punkte

Jason

Bei der nächsten Nachricht, die ich bekam, sah ich auf den Bildschirm und seufzte angestrengt. Keine Ahnung?! Was wusste ich denn wo? Und vor allem wie schnell ich dann dorthin fand und wann der Typ überhaupt ankam! Ich bezweifelte, dass der heute einen auf frühen Vogel machte. Andererseits... wenn er schon wach war? Gut, wahrscheinlich hatte er auch nicht sonderlich geschlafen, oder? War ja auch scheiß egal. >>beim Footballfeld unter der Tribüne<<, schrieb ich dem Kerl dann einfach zurück. Da fand ich schon hin und meistens verkaufte ich da immer Drogen. Es sei denn ein Lehrer meinte dort herum schleichen zu müssen. Dann war das eher ungünstig, aber meistens war da absolut nichts los. Wer vermutete auch schon jemanden unter dieser fucking Tribüne?! Keiner. Deswegen wurde man da auch eigentlich recht super Drogen los. Auch während Footballspielen! Das war auch der einzige Grund, weshalb ich zu solchen Spielen ging oder eher gesagt dort anwesend war. Für Sport interessierte ich mich ja nämlich eher weniger, genauer gesagt kein bisschen. Weder Sport machen noch ansehen. Das war alles nicht so meins. ,,Sie haben Ihren Zielort erreicht.'', ertönte dann nach einer Weile die elektronische Stimme meines Handys und damit war ich vor der Schule angekommen und natürlich war dort NICHTS los. *Ich hasse sie.*, dachte ich mir sauer, knurrte unzufrieden und hielt Ausschau nach den Flutlichtern des Footballfeldes um so zu besagtem Treffpunkt zu kommen. Dort ließ ich mich auf einen der Betonklötze nieder und vertrieb mir die Zeit damit ein paar Joints zu drehen. Dafür hatte ich ja jetzt mehr als genug Zeit!


Jeder normale Mensch verspürt manchmal den Drang, sich in die Hände zu spucken, die schwarze Flagge zu hissen und damit zu beginnen Kehlen aufzuschlitzen. 🏴🔪💀(H. L. Mencken)
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#409

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 27.01.2019 22:26
von Lea • Member | 879 Beiträge | 54400 Punkte



- @ Jerrys
- Jerry
- Mentioning Nino

Er würde ihn nie fragen, nie zu irgendwelchen Entscheidungen zwingen. Letzteres hieß er sehr willkommen, ersteres war eine Qual. Wieso fragte er einfach nicht, ob er mit ihm nach Kanada zog? Wieso ließ er ihm nicht die Wahl zwischen dem Land und hier, wo er jetzt lebte. Eigentlich sagte er ihm indirekt, dass er ihn nach dem Abschluss gehen lassen musste, dass er alleine zurück blieb. „Das heißt, du stellst mich vor die Wahl ob ich dich zwinge, hier zu bleiben oder die Beziehung zu beenden, weil ich keine Fernbeziehung mitmachen werde.“ Kurz schluchzte er, ein Leben ohne Jerry war für ihn unmöglich. „Denn anscheinend willst du mich ja nicht dabei haben.“ Man konnte immer über alles reden, man würde eine Lösung finden. Vielleicht würde er mit seiner Mum reden, sich einen Job suchen und Geld sparen, damit er mit Jerry nach Kanada konnte. Sowas machte man doch, oder? Er würde es ja überleben, zwischen all den Elchen. Er könnte sicher da auch studieren gehen, wenn er wüsste, was er denn studieren wollen würde. Irgendwas mit Musik oder so.
„Er ist immer noch ein Teil von mir und ob du’s glauben willst oder nicht, ich komm ziemlich nach ihm.“ Jerry hatte Noah schließlich nie kennen gelernt, nur Geschichten von ihm gehört. Und da auch nur die Schlechten. „Ich hab die Wahl, entweder ich versuch es oder ich werde es vielleicht mein Leben lang bereuen.“ Wie würde sich Jerry in dieser Situation fühlen? Wenn es sein Vater wäre? Würde er dann nicht auch versuchen, seinen Frieden mit ihm zu machen? Oder ihm vielleicht zu zeigen, wie falsch sein Handeln gewesen war? Nebenbei hatte er kein Recht so negativ vom Vater seines Freundes zu reden, aber er sagte dennoch nichts anderes. Das würde sonst nur im Streit enden.
Wer das war? „Nino.“, antwortete er schlichtweg und seufzte. Wäre was wegen Franklin, kein Nerv dafür. Würde er Jerry anrufen, würde er ihm auch die Erlaubnis geben ran zu gehen. Aber er persönlich konnte einfach grad nicht noch mehr gebrauchen. „Ich wollt heute Mittag ins Krankenhaus, einen Ort weiter. Du kannst auch mitkommen, dann lernst du meinen Dad mal kennen.“, sagte er leise, ließ sich widerwillig umdrehen, gab Jerry sogar einen Kuss auf die Lippen, ehe er sich wieder zurück drehte. Mehr Nähe bekam er nicht und hatte er auch noch nicht verdient. „Können wir einfach irgendwann drüber reden?“


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#410

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 28.01.2019 12:13
von Lia (gelöscht)
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Alessia

"Mailand. Also rein faktisch betrachtet." Ich grinste Rose an und merkte selbst, wie ich langsam auftaute und ihre Gesellschaft vielleicht sogar zu schätzen begann. "Allerdings bin ich mit vier Jahren in die USA gezogen, also nach LA und von da aus immer wieder für ein paar Monate in andere Städte - je nachdem, wo meine Familie ein Hotel eröffnet hat. Meistens war ich aber in LA und in den Ferien ab und an in Italien", erzählte ich munter drauf los und lehnte mich gegen die Schließfächerwand. "Oh ja, die Küche! Amis können sagen was sie wollen, aber in Italien schmeckt es einfach besser! Aber du kannst gern mal zum Essen zu uns kommen, ich koche noch typisch italienisch - wenn du magst natürlich!" Immerhin waren wir beide neu und eine Verbündete oder Freundin konnten wir beide brauchen.
Ich sah auf mein Bein. "Das? Natürlich kannst du fragen, das ist nur noch halb so wild. Autounfall, wenn alles ideal läuft, kann ich irgendwann wieder ordentlich drauf laufen, wenn nicht bleibt mir ein schicker Gehstock. Wobei ich froh bin, dass der Trümmerbruch generell wieder irgendwas beinartiges geworden ist." Ich lachte. "Aber Schulsport wäre eh die Hölle gewesen."


Happiness ist a habit =D
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#411

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 28.01.2019 16:11
von Zonya • Junior Member | 502 Beiträge | 36500 Punkte



J A K E

Zuhause mit Rainn


Rainn schüttelt den Kopf.
Es macht ihr nichts aus hier bei ihm zu bleiben, ihn nicht alleine zu lassen und genau in diesem Moment, hat Jake das Gefühl, dass alles in Ordnung ist. Er spürt, wie sich seine Schultern vor Erleichterung entspannen.
Der junge Mann dachte immer, dass er alleine glücklicher ist. Menschen lernen aus ihren Erfahrungen. Wenn man Fehler macht, dann will man diese - in den meisten Fälllen - nicht noch einmal erleben. Wenn man verletzt wurde, dann will man eine erneute Verletzung vermeiden. Eine Seite an ihm, will sich einfach nicht mehr mit den Reaktionen der anderen auseinandersetzen müssen. Konfliktvermeidung aus Furcht.
Das diese Grenzen in Rainns Gegenwart zu verschwimmen scheinen, fühlt sich merkwürdig an, aber auch aufregend wenn er näher darüber nachdenkt.
Sogar irgendwie schön.
Jake kann nicht sehen, dass Rainn den Mund öffnet um etwas zu sagen, es sich schließlich aber anders überlegt und ihn wieder schließt, nichts weiter zu seinem Dank sagt, sondern einfach schweigt.
Er will auch gar nicht, dass Rainn etwas darauf erwidert, sie kann damit anfangen was sie möchte. Es annehmen oder nicht. Jake wollte das nur ausgeprochen haben.
Der dunkelhaarige kann spüren, wie die siebzehnjährige ihre Finger in den Stoff seines T-shirts krallt, sich praktisch an ihm festhält.
Der Moment kommt ihm so unwirklich vor, dass er sich für eine Sekunde fragt, ob er tatsächlich wach ist, oder noch immer schläft.
"ich auch nicht" sagt Jake leise, wohlwissend, dass Owen und Miranda das überhaupt nicht lustig finden würden. Als er herkam, war eines der ersten Dinge, die sie ihm klar gemacht haben, dass er zur Schule gehen muss. Daran hat er sich bisher immer gehalten, es fiel ihm auch nicht besonders schwer.
Sanft drückt Jake die jüngere von sich weg, "wir sollten fahren.." sagt er vorsichtig und schaut Rainn in die Augen. Der Trübe Schleier aus den seinen ist verschwunden.
Alles in ihm schreit nach dem exakten Gegenteil vom dem, was er gesagt hat. Jake will nicht gehen, er will länger hier bleiben, mit Rainn in seinen Armen.
Dennoch tritt er einen Schritt zurück, ist bereit zu gehen. Er wartet nurnoch auf Rainn.


ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʟɪᴀʀs, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʙᴇᴀᴜᴛɪғᴜʟ ᴀɴᴅ ᴘʀɪᴠɪʟᴇɢᴇᴅ, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ᴄʀᴀᴄᴋᴇᴅ ᴀɴᴅ ʙʀᴏᴋᴇɴ. ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ʟᴏᴠᴇ ᴀɴᴅ ʀᴏᴍᴀɴᴄᴇ, ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ᴛʀᴀɢᴇᴅʏ.
ᴡʜɪᴄʜ ᴀʀᴇ ʟɪᴇs? ᴡʜɪᴄʜ ɪs ᴛʀᴜᴛʜ. ʏᴏᴜ ᴅᴇᴄɪᴅᴇ
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#412

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 28.01.2019 21:01
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte

D A N I E L
 Auf dem Schulweg – mit Amelia

Ein kalter Schauer läuft über Daniels Rücken.
Er wünscht niemanden, in seiner jetzigen Situation zu sein. Die Worte, die Amelia aus sich heraus presst, brennen sich in seine Knochen ein. Es ist vergangen, ist schon länger her, ist nicht mehr beinflussbar. Trotzdem tut es ihm weh.
Daniel dachte immer, er hat viel erlebt, hat viel mitgemacht. Was die Brünette hier auspackt, ist ein Vielfaches prägender.
Ihr Vater hat ihr den Kopf eingeschlagen. Er hat sie fast umgebracht.
Könnte Daniel, hätte er die Arme nicht um Amelia geschlungen, würde er sich die Hände geschockt vor den Mund pressen. Das macht er nicht. Er kann sie doch nicht loslassen.
Stattdessen legt er das Kinn nun auf ihrem Kinn ab, starrt zur Fronscheibe hinaus. Amelia hat bis gerade noch geschluchzt, lautstark geweint. Ihm rinnen die Tränen stumm hinab.
Er kann es nicht verhindern.
Ihr Geständnis tut ihm weh. Nicht weil es ihn anekelt oder weil es ihn abschreckt – sie verdient das einfach nicht. Sie verdient besseres, als ihr wiederfahren ist.
Amelia Hunter verdient die Welt - und nicht ein einziges Pfund weniger.
Der Ire schüttelt den Kopf. Auch er flüstert „Du bist nicht dumm.“ Er wiederholt die Worte noch ein zweites Mal.
Sie ist nicht dumm. Sie ist nicht behindert. Sie ist nichts von all dem.
Nochmal schüttelt er den Kopf. Es tut ihm so leid, Daniel fühlt sich, als wäre er gerade so nutzlos. Er findet keine Worte, die ansatzweise das ausdrücken, was er ihr erzählen will. Er weiß auch keine Gesten die das tun könnten. Das ist alles so viel – und zum ersten Mal seit langem wünscht er sich, zuhause geblieben zu sein. Dann wäre das alles nicht passiert.
„Kann ich irgendwas für dich tun?“, fragt er sie schließlich leise. „Irgendwas, das dir hilft, damit es dir jetzt besser geht?“


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#413

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 28.01.2019 21:21
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


L U C I E N D E C L E R M O N T
am Schulweg – bei den Tribünen


Beim Footballfeld. Na wenn das keine Ironie ist, dass der Sportler sich seine Rauschmittel, sein Nervengift, dort holt, wo er nüchtern Höchstleistung bringen soll.
Die Höchstleistung, das Spiel, das ist seine einzige Chance. Dann bekommt er ein Stipendium. Dann kann er aus dieser vermaledeiten Stadt heraus. Dann kommt er weg.
Dann wird aus Lucien de Clermont einmal mehr, als ein Häufchen Elend.
Mehr als ein mageres, blasses Kerlchen mit zittrigen Händen, das sich in der Dunkelheit versteckt und den Mond anbetet. Mehr als das, von dem er abstammt.
Lucien nickt, als er die Nachricht liest – Jason kann das nicht sehen, niemand kann das sehen. Er nimmt es zur Kenntnis, antwortet gar nicht darauf, sondern stiefelt seinen Weg einfach schneller.
Es ist ohnehin viel zu früh. Ob Lucien noch ein paar Minuten früher ankommt, das ist jetzt auch schon egal.
„Du hast eine komische Definition von ‚unter der Tribüne‘“, stellt der mit hochgezogener Augenbraue fest, als er schließlich dort ankommt. Jason sitzt schon da, wo sie es abgemacht haben und abgesehen von den beiden ist noch keiner in Sicht. Weit und breit nicht.
Er scheint dort schon länger zu thronen, dreht an einem Joint herum. Ganz so, als wäre es das Normalste auf dieser Welt.
Man könnte den Morgen glatt genießen, würden die beiden nicht aussehen wie Schnapsleichen, würden sich beide nicht genauso fühlen. Die frühen Sonnenstrahlen sind nämlich angenehm, wärmen die fahle Haut.
Lucien pfeffert den Rucksack auf den Boden, lässt sich neben Jason fallen.
Nicht unmittelbar neben ihm. Er hält genug Abstand. Ganz koscher ist ihm der Kerl nicht – aber er hat, was Lucien will und das ist Kompromiss genug.
Von der Seite mustert er ihn, schnaubt amüsiert. „Und ich dachte schon, ich sehe heute Morgen scheiße aus.“


Oh Lord, won't you buy me a Mercedes Benz ?


- Nevermind, I bought it myself.

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#414

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 28.01.2019 21:53
von Ponylife • Member | 2.667 Beiträge | 146550 Punkte

Jason

Ein mickriger beschissener Joint. Nur EINEN! Wenigstens einen einzigen! Das konnte doch nicht so schwer sein! Und zu viel verlangt war das ja jetzt wohl auch nicht! Ich bekam es doch sonst auch hin mir so eine blöde Tüte zu drehen! Aber nein. Heute wollte es einfach nicht klappen. Ich hatte es noch nicht einmal geschafft einen Joint zu drehen ohne dabei die Nerven oder eher gesagt die Konzentration zu verlieren. Das reizte mich schon wieder unheimlich! Das würde nachher im Unterricht ja mal wieder heiter werden! Da konnten sich die Lehrer auf was gefasst machen, denn meine Frustrationsgrenze befand sich mal wieder auf dem untersten Niveau, weshalb ich schon wieder vor mich hin grummelte, brummte und knurrte und fluchte, teilweise Selbstgespräche mit mir selbst führte, was denn daran so schwer sein konnte! ,,Genau, nichts!'', beantwortete ich mir die Frage gerade selbst, ehe ich Schritte hörte und dann auch schon eine männliche Stimme ertönte. Weil ich so sehr damit beschäftigt war mit mir zu diskutieren und diesen Mist irgendwie gebacken zu kriegen, hatte ich die Person nicht eher bemerkt. Nun sah ich zu dem Kerl auf, der auch alles andere als fit aussah und wohl der sein musste, der ein paar Pillen wollte. Oder wer anders. War ja auch möglich. Wobei man normalerweise morgens um kurz nach sieben hier vergeblich auf mich wartete und wahrlich verrotten konnte!
,,Wieso?'', fragte ich ihn auf seine Worte hin, runzelte die Stirn, schüttelte leicht mit dem Kopf und hatte absolut keinen Plan, was er jetzt genau meinte. ,,Soll ich mich unter der Erde vergraben, oder was?'', maulte ich dann vor Sarkasmus triefend. Na, wenigstens der funktionierte!
Aber Moment mal. Was zur Hölle hatte der Typ vor?! Der pflanzte sich nämlich erst einmal neben mich und das gefiel mir so gar nicht! Der hatte doch nicht ernsthaft vor hier jetzt zu sitzen, oder?! Der bekam seine Pillen und auf nimmer Wiedersehen! Okay, auf nimmer wiedersehen wäre schlecht. Wohl eher bis zum nächsten Mal. Instinktiv neigte ich mich auch gleich mal von ihm weg und durfte mir zusätzlich anhören, dass ich scheiße aussah. War ja nichts neues! ,,Mh hm, wer am Montag scheiße aussieht, hatte aber bekanntlich ein geiles Wochenende.'', konterte ich auf seine Aussage hin und musste dann erst einmal überlegen.War das so gewesen? Die Party bei diesem Bonzentypen war langweilig gewesen... bis auf... ,,Was?'', zischte ich leise zu mir selbst und runzelte die Stirn. Ich erinnerte mich an den One Night Stand mit Sab letzte Nacht, aber... ich konnte ruhig bleiben. *Pool, Dusche... heute Morgen Dusche...*, zählte ich mir alles drei auf und zählte das sogar der Reihe nach mit den Fingern ab. Die drei Finger betrachtete ich dann und nickte schließlich. Das sollte ja wohl reichen, um die Berührungen von ihr wieder losgeworden zu sein! Doppelt hielt besser, aber alle guten Dinge waren drei. Alles war im Lot und es bestand ausnahmsweise mal kein Grund zur Panik! Das ließ mich zufrieden grinsen.
Aber zurück zum Thema. ,,Also, was willst du jetzt?'', fragte ich den anderen und sah ihn ungeduldig an, während ich mit meinem linken Bein nervös auf und ab wippte. Ich war nun einmal angespannt ab einer gewissen Nähe zu anderen.


Jeder normale Mensch verspürt manchmal den Drang, sich in die Hände zu spucken, die schwarze Flagge zu hissen und damit zu beginnen Kehlen aufzuschlitzen. 🏴🔪💀(H. L. Mencken)
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#415

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 28.01.2019 22:26
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


R A I N N
bei Jake


Beide wollen nicht gehen, aber teilen die Meinung, teilen die gleiche Ansicht, dass sie es sollten.
Jake ist es, der schließlich den ersten Schritt nach hinten macht, gleichzeitig Rainn von sich wegdrückt. Er veranlasst sie, die Hände aus seinem Shirt zu lösen und den Kopf wieder selbst zu halten. Das macht er jetzt nicht mehr für sie.
„Ja…“, nickt sie. Rainn will wirklich nicht. Aber sie muss.
Die Rothaarige bückt sich, um das Handtuch, das ihr vorhin hinuntergefallen ist, vom Boden aufzuheben. Ihre Haare sind nicht komplett trocken, aber zumindest nicht patschnass. Sie kann sie zuhause schnell fertigföhnen und durchkämmen. Das muss sie nicht mehr hier machen.
Das Handtuch legt sie zusammen, platziert es dann auf Jakes Bett. Genauso nimmt sie dann das graue Kleid zwischen die Finger, bedenkt kurz – dann landet es im Mülleimer, auf den Scherben, die Jake vorhin ebenso hineingeworfen hat.
Sonst hat sie hier nichts – nichts außer ihr Handy, das sie sich noch vom Nachttisch schnappt. Der Akku hat gestern irgendwann schlappgemacht, seitdem ist der Bildschirm schwarz. Das muss sie zuhause unbedingt zum Laden anstecken. Dann kann sie es zumindest mit ihn die Schule nehmen.
Ihr Blick landet wieder auf Jake: „Ich bin fertig.“
Das ist die Aufforderung an ihn, sie hier rauszuführen. Rainn empfindet es als gruselig, durch ein fremdes Haus zu irren. Vor allem dann, wenn man auf jemanden trifft, den man nicht kennt. Als sie zum Duschen gegangen ist, hat sie von unten Stimmen gehört.
Jake wohnt hier. Somit ist es auch seine Aufgabe, sie hier raus zu lotsen.
Um das zu verdeutlichen lässt Rainn es sich nicht nehmen, ihre Finger wieder mit seinen zu verschränken.


Oh Lord, won't you buy me a Mercedes Benz ?


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#416

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 29.01.2019 12:48
von Zonya • Junior Member | 502 Beiträge | 36500 Punkte



J A K E

Zuhause mit Rainn


Jake beobachtet wie Rainn sich bückt, das Handtuch aufhebt und ordentlich gefaltet auf seinem Bett ablegt.
Er nutzt die Zeit um nach seinem Rucksack zu greifen, der an seinen Schreibtisch gelehnt liegt und wieder fragt der junge Mann sich, wie lange der dünne schwarze Stoff noch hält, ehe er nachgibt und reißen wird.
Aus den Augenwinkeln kann der dunkelhaarige beobachten, wie Rainn ihr graues Kleid in den Mülleimer wirft. "Du wirfst es weg?", fragt er und zieht kaum merklich die Augenbrauen hoch. Fragend schaut er sie an, für Jake wäre es mindestens einen Versuch wert gewesen, den Fleck raus zu waschen und sollte das nicht klappen, dann konnte man es noch immer entsorgen.
Der junge Mann findet das irgendwie schade, er mochte das Kleid an der rothaarigen. Sie sah sehr hübsch darin aus.
Sein Handy wandert von der Hosentasche in den schwarzen Rucksack, dort stört es ihn nicht so sehr. Außerdem glaubt er bei seinem Glück, dass er es dort nicht so schnell verliert, ein neues leisten, kann er sich nämlich nicht.
In den Ferien hat er ein paar Jobs angenommen und damit ein wenig Geld verdient, dass er allerdings sparen will, um sich davon irgendwann mal ein Auto leisten zu können. Dann müssen die Atwaters ihm nicht länger ihres anbieten, damit er sich und Sam zur Schule fahren kann.
Jake ist sehr froh, dass sein Adoptivbruder heute eine andere Mitfahrgelegenheit hat, andernfalls wäre, mit Rainn im Auto, die Luft wohl zum schneiden dick.
Der junge Mann lässt seinen Blick noch einmal durch den Raum schweifen, fragt sich in Gedanken selbst, ob er alles hat, ehe er zu Rainn blickt und nickt, "ich auch".
Die rothaarige verschränkt ihre Finger auf ein neues mit den seinen, auf die er seine Augen für den Bruchteil einer Sekunde richtet. Er empfindet das Gefühl noch immer als gewöhnungsbedürftig, Jake ist niemand, dem solche Berührungen so leicht fallen. Für ihn bedeuten sie immer mehr, als andere sich vorstellen können. Und dennoch empfindet er es als angenehm, die rothaarige so nah bei sich zu haben. Er kann das Gefühl überhaupt nicht zuordnen.
"komm" sagt er sanft und dirigiert Rainn aus dem Zimmer. Aus dem Erdgeschoss dringen noch immer leise Stimmen nach oben.
Jake führt Rainn den Flur entlang und die Treppe hinunter. Er macht sich nicht viele Gedanken darum, dass sie nicht drumherum kommen, von seiner Familie gesehen zu werden, die Schuhe im Flur, müssen sie schon längst entdeckt haben. Dennoch lässt er Rainns Hand instinktiv los, sobald sie das Erdgeschoss erreichen, erwartet ab jetzt, dass sie ihm von alleine folgt.
Jake geht in die offene Küche, wünscht den Atwaters, die noch am Frühstücken sind, einen Guten Morgen und wirft einen Blick zu der rothaarigen, "das sind Owen und Miranda Atwater" stellt er die beiden Erwachsenen knapp vor und fängt bereits an, seine Tasche zu packen. Jake reicht Rainn eine Flasche Wasser, sie soll nicht den ganzen Tag ohne etwas zutrinken herumlaufen, das will er nicht. Etwas zuessen können sie sich unterwegs holen, er will auch nicht unbedingt länger als notwendig in dieser durchaus merkwüridgen Sitaution verweilen.
Ihm ist garnicht bewusst, dass die Jüngere nicht wissen kann, dass er adoptiert ist. Vielleicht hat es im ersten Moment etwas merkwürdig gewirkt, dass er die beiden mit ihren Vornamen vorgestellt hat, doch so nennt er sie immer. Das er sich nicht den selben Nachnamen mit ihnen teilt, muss es dann verraten haben.
Jake lässt sich von Owen den Autoschlüssel geben, bevor seine Adoptiveltern den beiden einen schönen Tag wünschen und der dunkelhaarige Rainn wieder aus der Küche dirigiert.
Sie schlüpfen in ihre Schuhe und verlassen das Haus. In der Garage wartet der alte Range Rover, der die beiden zur Schule bringen soll, hinter dessen Steuer sich der junge Mann setzt.
Jake dreht den Kopf zur Seite und fokusiert Rainn mit seinen Augen, "du musst mir sagen, wo ich hinfahren soll".


ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʟɪᴀʀs, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʙᴇᴀᴜᴛɪғᴜʟ ᴀɴᴅ ᴘʀɪᴠɪʟᴇɢᴇᴅ, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ᴄʀᴀᴄᴋᴇᴅ ᴀɴᴅ ʙʀᴏᴋᴇɴ. ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ʟᴏᴠᴇ ᴀɴᴅ ʀᴏᴍᴀɴᴄᴇ, ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ᴛʀᴀɢᴇᴅʏ.
ᴡʜɪᴄʜ ᴀʀᴇ ʟɪᴇs? ᴡʜɪᴄʜ ɪs ᴛʀᴜᴛʜ. ʏᴏᴜ ᴅᴇᴄɪᴅᴇ
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#417

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 29.01.2019 13:43
von Zonya • Junior Member | 502 Beiträge | 36500 Punkte



Bei Franklin


Franklin sollte einfach aufhören, zu behaupten, .... na was auch immer die beiden da angeblich gemacht haben. Das stimmt nicht, es ist eine Lüge. Malakai traut sich nichtmal darüber nachzudenken, geschweige denn die Worte auszusprechen. Es stimmt schlichtweg nicht.
Der braunhaarige willl sich zwar nicht den Mund verbieten lassen, doch solange er nicht mehr über diese Abscheulichkeit redet, kann er ihm seinetwegen die Ohren vollheulen, mit was auch immer, egal ob es ihn interessiert oder nicht. Das bringt Ernie wenigstens auf andere Gedanken.
"trotzdem bist du irgendwo schwul wenn du Nino liebst". Immer dieses hin und her. Mag ja sein, dass er auch auf Frauen steht, doch dieses Gelaber gerade, dass ist schwul. Punkt.
"Ich kann dir komplett ehrlich sagen, dass ich kein verkackter Schwanzlutscher bin!". Nur das ergibt Sinn, zumindest will er, dass es so ist. Zählt doch auch irgendwo. Ernie ist wütend, wütend das Franklin das in Frage stellt. Denn dies bezüglich sollte es keine Fragen geben, dafür hat er gesorgt, wann immer er ein Paar gesehen hat, dass nicht seiner Philosophie entspricht. Es dürfte keine Zweifel geben.
„Du bist zwar ein Arsch, Vogel, aber wir sind jetzt Freunde – ob du willst oder nicht. Falls du jemals Hilfe brauchst, ich helf dir sogar Leichen verschwinden zu lassen.“. Vogel ist so irritiert, dass er keine Worte zustande bringt. Egal wie sehr er sich bemüht, egal wie Scheiße er die Menschen behandelt, Franklin scheint sich davon nicht provozieren zu lassen. Irgendwie stört ihn das nur noch mehr, irgendwo ist das aber auch erfrischend.
Ein wenig bewundert er Franklin sogar dafür, Vogel selbst, wäre schon längst an die Decke gegangen.
Er weiß darauf nichts zu erwidern, er nickt einfach nur, gibt zu verstehen, dass die Worte bei ihm angekommen sind, unsicher, ob er sie annehmen soll, oder nicht. Das kann er jetzt noch nicht entscheiden. Er kann nicht entscheiden, ob ihm Franklin sympatisch ist oder nicht, die Angst, dass er etwas über ihn behaupten könnte, bezüglich dieser Nacht, etwas das überhaupt nicht stimmt, die anderen aber glauben werden, überschattet das Freundschaftangebot enorm.
Ernie ist sich nicht mal sicher, ob er den Jungen je wieder sehen will. Unter anderen Umständen, hätte er sich besser vorstellen können, dass die beiden Freunde werden. Noch kann er das also nicht entscheiden.
Malaki hat Zeit darüber nachzudenken, während Franklin mit Nino telefoniert. Doch er findet es interessanter, das Gespräch der beiden mit beiden Ohren zu verfolgen, ihm egal, ob es ihn etwas angeht oder nicht.
Dann, zu Vogels Schock, erzählt der Typ seinem Vielleicht-Freund, er habe mit einem Kerl geschlafen, was ihm gewaltig gegen den Strich geht. Die Leute werden Fragen stellen. Kann er nicht einfach die Klappe halten? Wie er ihn mehr oder weniger darum gebeten hat?
Was das Fass jedoch zum überlaufen bringt, ist sein Name, den der braunhaarige Schamlos am Telefon nennt.
Die Vernunft wird über Bord geworfen, alles was erhalten bleibt, ist der animalische Selbsterhaltungstrieb. Ernie springt auf, hält sich an einem Schrank fest, damit es ihn nicht sofort wieder zu Boden reißt. Alles dreht sich, das Herz schlägt ihm bis zum Hals, doch alles was zählt, ist Franklin für sein gebrochenes Versprechen zu bestrafen. Er will schon auf den braunhaarigen los stiefeln, als er eine unbekannte dritte Person ins Spiel bringt.
Ernie weiß nicht was er tun soll, das macht die Sache nur geringfügig besser.
Er klammert sich an den Schrank und starrt seinen Gastgeber aus hassenden Augen an. Panik steigt auf, jeder wird denken, dass er schwul ist. Worte lassen sich leicht verdrehen, jeder wird es wissen.
Malakais Atmung geht schwer, die schwarzen Ränder in seinem Sichtfeld werden wieder breiter. Er kann garnicht auf Franklin losgehen, seine Beine bewegen sich nicht mehr. Er fühlt nur noch Schmerz überall, so als ob ihn etwas in einen winzigen Ball pressen würde. Es fühlt sich an, als würden alle Wände auf ihn zukommen, als könnte er nicht mehr richtig sehen und es flimmert vor seinen Augen.
Kai fängt an zu hyperventilieren. Im letzen Moment kann er nach dem Eimer greifen, in den er sich ein drittes mal übergibt.


ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʟɪᴀʀs, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʙᴇᴀᴜᴛɪғᴜʟ ᴀɴᴅ ᴘʀɪᴠɪʟᴇɢᴇᴅ, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ᴄʀᴀᴄᴋᴇᴅ ᴀɴᴅ ʙʀᴏᴋᴇɴ. ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ʟᴏᴠᴇ ᴀɴᴅ ʀᴏᴍᴀɴᴄᴇ, ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ᴛʀᴀɢᴇᴅʏ.
ᴡʜɪᴄʜ ᴀʀᴇ ʟɪᴇs? ᴡʜɪᴄʜ ɪs ᴛʀᴜᴛʜ. ʏᴏᴜ ᴅᴇᴄɪᴅᴇ


zuletzt bearbeitet 29.01.2019 13:51 | nach oben springen

#418

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 29.01.2019 16:46
von Lea • Member | 879 Beiträge | 54400 Punkte


- @ home
- Vogel, Nino
- Texting Nino
- Mentioning Askari

Franklin zuckte mit den Schultern. Mag sein, dass es schwul war. Aber war ja auch okay. Er tat ja niemand weh – zumindest nicht wenn man genügend Gleitgel verwendete. Ansonsten war ja alles in bester Ordnung. Gab nix zu meckern, außer man besaß nur 3 Gehirnzellen und fühlte sich von gleichgeschlechtlicher Liebe angegriffen.
"Ich kann dir komplett ehrlich sagen, dass ich kein verkackter Schwanzlutscher bin!" Oh, da hatte Franklin aber anderes in Erinnerung. Also die wenige Erinnerung war anders, wenn er mal ehrlich war. Nur würde er das nicht sagen, stattdessen würde er ihn einfach weiter nerven: „Ich würd weniger Beleidigungen verwenden. Derzeit hörst du dich an wie ein Möchtegern hetero, der mit sich selbst nicht im reinen ist. Nur ein kleiner Tipp am Rande.“ Sollte er nicht eigentlich auch so reagieren? Sich einreden, dass er nicht auf Kerle stand, da er immer in dem Glauben erzogen worden war, dass es falsch war, jemand mit dem gleichen Geschlecht zu lieben? Sicherlich. Nur irgendwie hatte die Religion nie bei ihm was bewirkt, war nur ein nerviger Bestandteil seines Lebens. Sonntags hatte er sie förmlich gehasst, denn man konnte nicht ausschlafen, musste in die Kirche gehen, zwei Stunden und stehen, knien, stehen, sitzen, knien…
Vogel nickte. Also alles okay. Alles war paletti und super. Er hatte einen neuen Freund – ob der andere eben wollte oder nicht. War doch wie im Kindergarten, oder? Da brauchte es kein ewig langes Kennenlernen, man spielte zusammen und war befreundet. Oder man ging einfach hin und fragte nach, ob die Person mit einem befreundet sein wollte. Hach ja, Kind sein war so leicht! So unbeschwert!
Und am Telefon hatte er die harte Realität. Auch bekannt als Nino, der heulte. Wow. Dabei waren die beiden nicht mal zusammen. Gut, würde er ihm erzählen, er hätte mit Askari oder sonst wem geschlafen, würde ihn das auch treffen – aber er würde nicht heulen. Sein Leben, sein Sexleben, nichts worauf er als Ex ein Anrecht hatte. Dann kam für ihn allerdings ein Schock. Hatte er es ihm gestern wirklich gesagt? „Hab ich?“, fragte er nach, runzelte die Stirn. Super. Ganz große Klasse und mega Lob an den besoffenen Franklin.
Rascheln, komische Geräusche. Öhm… okay? Es dauerte eine Weile, er sagte aber auch nichts, damit er das, was er gehört hatte, verarbeiten konnte. Er hatte ihm also gestern ins Gesicht gesagt, dass er ihn liebte und damit seinen Schwur gebrochen – nüchtern brachte er das immer noch nicht fertig.
„Ich will nicht, dass du mir das je wieder sagst, hörst du?“ – „Nichts leichter als das.“ Ouh, wieso konnte er nicht einfach die Klappe halten?! Das war doch gerade echt nicht nötig – oder? Aber gut, er hatte ihm ja gesagt, dass er ihm das nicht sagen könnte, also war es ja auch die Wahrheit. Dass sie gestern dieses Gespräch gehabt hatten wusste er noch. Aber wie es sich anhörte, hatte der Herr ja mehr Probleme mit der Tatsache, dass sich Franklin nicht an diese Aussage erinnern konnte als an den Sex mit Vogel, der für Nino eine unbeteiligte Dritte Komponente war. Dann schluchzte er was auf Paschtu, den ersten Teil verstand er sogar. Warum? Hatte er mal gelernt, für den Fall der Fälle. Weihnachten oder so.
Nino hatte aufgelegt und Franklin sah einige Sekunden regungslos auf das Display. Gut, war also alles geklärt. Vielleicht machte er dann auch das einzig Richtige: Er blockierte die Nummer, damit er ihn nicht mehr anrufen oder eine SMS schreiben konnte. #Weißt du, eigentlich hätte ich das nicht bereut, weil es 100% der Wahrheit entsprach. Aber ich tu’s dennoch, weil du mir wieder einen Grund gegeben hast, es nie wieder auszusprechen.# Senden #Ich glaub, dass hier hat einfach keinen Sinn mehr mit uns. Tut mir leid, Ninoslav.# Er zögerte einen Moment, drückte aber dann wieder auf Senden.
Eigentlich sollte er hier sitzen, heulen wie ein Schlosshund. Aber das tat er nicht. Genau genommen fühlte er sich innerlich tot, ihm war weder nach lachen noch nach weinen zu mute. Das ganze passierte wie in einem Film, in welchem er ferngesteuert wurde. Automatisch stand er auch auf, lief zum Schrank und holte Klamotten, inklusive Unterwäsche, für Vogel raus, legte sie dann im Bad aufs Waschbecken. Dort kramte er noch eine neue Zahnbürste raus und holte noch ein sauberes Handtuch aus einem Schrank, damit das ganze hier mal in die Gänge kam.
Roboterartig lief er zu Vogel zurück, der noch beschissener Aussah als vorher. Gut, er hängt mal wieder überm Eimer. Klar, dass er da nicht wie ein Model aussieht. Es überraschte ihn eigentlich auch, dass er bei dem Geräusch oder dem Gestank nicht mit kotzen musste. Hatte ihn sein Magen-Darm-Trauma von vor 12 Jahren doch was gebracht. Alle am kotzen, außer Franklin. Super Zeit. Deshalb wartete er auch ruhig, bis er fertig gekotzt hatte, hob dann seinen Kopf an. „Ruhig atmen, Vogel. Durch die Nase ein, durch den Mund wieder raus. Okay? Es ist alles in Ordnung, es denkt niemand, dass du schwul bist.“ – Mit Ausnahme von Franklin selbst.
Dennoch versucht er seinen Kollegen zu beruhigen, wissend, dass diese Aktion auch nach hinten los gehen würde. Aber sicherlich wäre Vogel dazu nicht wirklich in der Lage, der würde eher umkippen als ihn zu schlagen. Anstatt weiter vor ihm zu stehen, stellte er sich neben ihn, hielt ihn am Oberkörper fest. „Komm, gehen wir ins Bad.“, meinte er leise, emotionslos. Wie ein Roboter. Vorsichtig lief er auch dann los, achtete darauf, dass sein Vögelchen keinen Absturz wagte.


But seriously, though. Some of you people need to go to church. I don't want you in hell with me.


zuletzt bearbeitet 29.01.2019 17:27 | nach oben springen

#419

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 29.01.2019 20:32
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


L U C I E N D E C L E RM O N T
bei den Tribünen – mit Jason


Lucien schüttelt den Kopf, richtet die Augen auf das Spielfeld vor den beiden.
Jason ist ein komischer Vogel. Die Tatsache schießt ihm gleich nochmal durch den Kopf – er muss ihn sich aber warmhalten. Keine Sympathie, keine Drogen. Die beiden müssen nicht die besten Freunde sein, solange Lucien zahlt würde er etwas bekommen. Würde Jason ihn aber hassen, würde das Ganze anders aussehen. Dann kann Lucien sich nicht vorstellen, dass er hier Glück hätte.
Glück will er aber haben.
Deswegen quittiert er seine Rückfrage mit einem Augenverdrehen.
„Man sieht dich hier ziemlich gut“, murrt er nur. Mehr sagt er dazu nicht. Lucien hängt genug an seiner Freiheit, als dass er das irgendwo macht, wo man ihn von der Weite sieht. Oder ist das das ausgeklügelte daran? Im Grunde widerspricht er seinem Prinzip ja gerade – er kauft das Zeug hier, wo man ihn sehen könnte.
Dass Jason sich von ihm weg neigt kapiert sogar Lucien. Erneut der Gedanke: komischer Vogel. „Beruhig dich mal. Soll ich hier wie der auffälligste Vogel vor dir auf und ab laufen? Oder auf die Knie gehen und dich anbetteln? Ich sitze nur.“ Hoffentlich ist er hier auch schnell wieder weg.
Das Wort Vogel schleicht sich ganz schön oft in seinen Gedanken- und Wortschatz. Wo ist die Person, auf die sich das referiert? Wo ist Malakai? Den hat er gestern schon vermisst, meint er, sich zu erinnern. Vogel war von der Party verschwunden, bevor Lucien richtig da war.
Ob Jason tatsächlich ein geiles Wochenende hatte – oder das einfach nur als Ausrede nahm?
Der Franzose zieht die Augenbrauen hoch. Er sagt nichts darauf. Was soll er auch sagen?
„Ecstasy“, murrt er. Das wird der Vogel hoffentlich haben. Das Zeug ist keine gute Entscheidung, aber die Entscheidung, die er gerade trifft.
Er soll ihm gestohlen bleiben mit Gras oder Pilzen.


Oh Lord, won't you buy me a Mercedes Benz ?


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zuletzt bearbeitet 29.01.2019 20:56 | nach oben springen

#420

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 29.01.2019 20:56
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte

R A I N N
bei Jake


Sie nickt nur, sagt nichts weiter dazu.
Das Kleid bringt Glück und Unglück zugleich.
Stattdessen presst Rainn die Lippen aufeinander, folgt Jake. Hinter sich zieht sie seine Zimmertür zu, dann machen die beiden sich auch schon auf den Weg nach unten.
An deren Fuße lässt Jake ihre Hand los. Hängt das mit den Stimmen zusammen, denen sie immer näher kommen? Rainn vermutet es – und sie versteht es, hakt der ganzen Sache nicht länger nach. Sie folgt ihm, weil ihr sowieso nichts anderes übrig bleibt, und pflastert sich ein Lächeln auf die Gesichtszüge.
Das ist ein wenig gezwungener als sonst. Und wenn nicht gezwungen, dann auf jeden Fall angestrengt. Sie ist bemüht, nicht hilflos auszusehen. Rainn ist nicht oft in solchen Situationen. Sie fühlt sich in ihrer eigenen Haut durchaus wohl und kann damit umgehen, nach einer verschwommenen Nacht neben jemandem aufzuwachen. Auch wenn es komisch ist, fällt ihr ein Weg ein, es passabel über die Bühne zu bringen.
Dann aber auf Eltern zu treffen ist unangenehm.
Zumal sie gerade das erste Mal in dieser Situation ist.
Deswegen lächelt Rainn den beiden zwar zu und grüßt, wie man es erwartet, aber ist froh, dass Jake keine lange Szene aus dieser Situation macht. Sie will sich keinen neugierigen Blicken ausgesetzt wissen. Dankend nimmt sie das Wasser entgegen, kreidet Jake positiv an, dass er an sie denkt.
Er hätte sie auch ignorieren können - oder vergessen.
Sie umklammert Handy und Wasserflasche, schlüpft ein wenig umständlich in die Sneakers. Der Knöchel, dessen Zwischenfall sie beinahe verdrängt hat, meldet sich dabei. Da er aber nur kurz sticht und das Ganze schnell wieder abebbt, denkt Rainn sich dabei nichts. Sie watschelt hinter Jake nach draußen, betritt die Garage und setzt sich wie auch er ins Auto.
Mit dem Unterschied, dass er hinter dem Steuer Platz nimmt und sie nicht.
Erst dann, als sie sich langsam anschnallt, redet sie wieder. Ihre Zunge ist schneller als der Kopf. Das passiert ihr manchmal und nicht immer ist es angebracht, nicht immer ist es ein Thema, über das jemand reden will. „Die beiden sind nicht deine Eltern, oder?“, hakt sie nach. Dass sie dabei interessiert klingt, kann sie nicht vermeiden, schiebt aber – sobald er ausgeparkt hat – auch schon die erste Richtungsanweisung hinterher.
Ein Versuch, ihre übereilte Nachfrage mit Gras überwachsen zu lassen.


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#421

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 29.01.2019 21:14
von Ponylife • Member | 2.667 Beiträge | 146550 Punkte

Jason

Ehrlich gesagt verstand ich immer noch nicht so ganz, was er damit meinte, dass man mich hier gut sah und entweder war ich zu blöd, um das zu kapieren oder meine Wahrnehmung für meine Umgebung war eine komplett andere als die von dem Kerl, was mich nicht wundern würde, denn das Gefühl hatte ich erstaunlich oft! Aber nicht nur was meine Umwelt anging. Auch mich nahm ich anders war, als das, was mir zum Beispiel ein Spiegel oder irgendein Bild zeigte. Deswegen konnte ich es auch absolut nicht ausstehen mich auf Fotos zu sehen. Fototermine der Schule schwänzte ich daher aus Prinzip und sämtliche Bilder, die man von mir machte, eliminierte ich persönlich und wenn ich dafür das Smartphone von jemandem zerschlagen musste! Selbst, wenn ich nur ,,versehentlich'' auf dem Bild drauf war, war das schon ein Grund für mich dieses zu beseitigen. Das war wirklich ein richtiger Drang, der da in mir aufkam. Das hatte zudem auch etwas mit meiner Vorstellung von ,,Ewigkeit'' zu tun. Das gab es für mich nicht und ein Bild, das wahrscheinlich auf immer und ewig existierte, solange man es nicht zerstörte, störte meinen Glauben echt gewaltig! ,,Whatever. Ist nicht dein Problem.'', knurrte ich nur zurück. Oder ich schlafwandelte gerade und nahm es deshalb nicht so wahr, als könnte man mich hier gut sehen. Das gab mir schon ein wenig zu bedenken, aber konnte nicht sein. Dafür war der Kater zu real und zu präsent.
Beruhig dich mal. Beruhig dich mal?! Der hatte gut reden! ,,Wie wäre es, wenn du einfach sagst, was du willst und mich mit halbherzigem Smalltalk verschonst?'', machte ich ihm einen Gegenvorschlag und nein, ich wollte ganz sicher nicht, dass er mir hier einen Regentanz oder sonst was aufführte. Am wenigsten einen Kniefall. Wobei... wäre sicherlich ziemlich erniedrigend. ,,Wobei, beim nächsten Mal kannst du auch gerne vor mir auf die Knie fallen. Dann hab ich wenigstens auch was von dem Ganzen hier.'', fügte ich dann noch schulterzuckend und grinsend hinzu. Dabei war es doch wirklich etwas schönes, wenn gewisse Leute vor einem knieten und um Gnade winselten. Meine verdammte Mutter zum Beispiel. Oh wie gerne würde ich mal so richtig wahnsinnige Angst in ihren Augen sehen! ZU gerne! Während ich daran dachte, grinste ich diabolisch vor mich hin und leckte mir sogar sehnsüchtig über die Lippen. Das juckte mir ja schon lange mal in den Fingern!
Doch leider war gerade wirklich der falsche Zeitpunkt, um sich solch schönen Fantasien hinzugeben, denn ich erfuhr nun, was der Typ wollte und ich nickte. Dann legte ich auch gleich schon mein Drehzeug weg und nahm meinen Rucksack, um darin nach den bunten Pillen zu suchen. Ich fand auch nach einigem Suchen das richtige Tütchen und mir fiel auf, dass man dem Kerl ja wirklich alles aus der Nase ziehen musste! Das war echt ätzend und ich hasste das. ,,Und wie viel?'', fragte ich dann nach und gab mir Mühe nicht allzu genervt klingen. Ein wenig ,,kundenfreundlich'' musste man ja schließlich auch irgendwo sein. Auch, wenn ich darin wohl schon längst eiskalt durchgefallen war.


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#422

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 30.01.2019 11:16
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J A K E
Unterwegs mit Rainn



Rainn geht nicht weiter auf seine Frage bezüglich des Kleides ein, ebenfalls reagiert sie nicht darauf, dass er ihre Hand los lässt, als sie das Erdgeschoss erreichen und den Stimmen nahe genug gekommen sind, um diese auch tatsächlich verstehen zu können.
Jake ist sogar dankbar, dass die rothaarige das nicht kommentiert, ihn nicht fragt, warum er so plötzlich nicht länger ihre Hand halten mag, die sich durchaus angenehm, in der seinen angefühlt hat. Der dunkelhaarige möchte nicht, dass jemand diesbezüglich Fragen stellt, um die er wahrscheinlich, so oder so nicht drumherum kommt. Auch die Atwaters werden wissen wollen, wen ihr Adoptivsohn da nach Hause gebracht hat.
Das das Lächeln auf Rainns Gesicht, nicht unbedingt ehrlich und leicht über ihre Lippen kommt, kann der dunkelhaarige sofort erkennen. Immerhin hat die Jüngere ihm bereits welche geschenkt, die ganz anders aussahen, viel leichter und glücklicher. Nur kann er es ihr auch nicht verübeln, der junge Mann würde selber nicht wissen, wie er an ihrer Stelle reagieren sollte. Jake kennt die Menschen in diesem Haus und selbst für ihn, ist die Situation durchaus befremdlich und unangenehm. Owen und Miranda, haben sich davon hingegen gar nicht beeinflussen lassen und das rothaarige Mädchen genauso herzlich empfangen, wie auch ihn damals.
Zum Glück muss der neunzehnjährige sich nicht länger Gedanken darüber machen, denn so schnell wie sie gekommen sind, verschwinden sie auch wieder.
Das Rainn noch Probleme mit ihrem Knöcheln hat, bemerkt Jake nicht, er ist selber damit beschäftigt in seine Schuhe zu kommen und würde andernfalls, die rothaarige mit seiner übertriebenen Sorge, nur belästigen.
Auf dem Weg zum Auto schweigen sie und die Stille empfindet Jake fast als bedrückend, doch kaum, dass die beiden im Auto sitzen, ungestört für sich alleine sind, wo niemand ihren Worten lauschen kann, platzt es auch schon aus Rainn heraus.
„Nein, dass sind nicht meine leiblichen Eltern“ sagt der junge Mann und macht eine kurze Pause, unschlüssig, wie weit er bei diesem Thema ausschwenken soll. Familie ist nicht unbedingt etwas, womit er sich gerne auseinander setzt.
Doch das warme Gefühl in seiner Brust, dass er empfindet, seit er in Rainns Gegenwart ist, ist noch nicht verschwunden, weshalb er auch jetzt etwas tut, dass er so normalerweise niemals einer fremden Person erzählen würde. Doch ob er Rainn noch als fremd betiteln kann, auch dass weiß Jake nicht.
„Ich wurde mit 17 von ihnen adoptiert nachdem ich von Zuhause rausgeschmissen wurde“.
Das warum, lässt Jake dabei jedoch unausgesprochen.


ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʟɪᴀʀs, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʙᴇᴀᴜᴛɪғᴜʟ ᴀɴᴅ ᴘʀɪᴠɪʟᴇɢᴇᴅ, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ᴄʀᴀᴄᴋᴇᴅ ᴀɴᴅ ʙʀᴏᴋᴇɴ. ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ʟᴏᴠᴇ ᴀɴᴅ ʀᴏᴍᴀɴᴄᴇ, ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ᴛʀᴀɢᴇᴅʏ.
ᴡʜɪᴄʜ ᴀʀᴇ ʟɪᴇs? ᴡʜɪᴄʜ ɪs ᴛʀᴜᴛʜ. ʏᴏᴜ ᴅᴇᴄɪᴅᴇ


zuletzt bearbeitet 30.01.2019 11:36 | nach oben springen

#423

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 30.01.2019 14:44
von Zonya • Junior Member | 502 Beiträge | 36500 Punkte



M A L A K A I
Bei Franklin


Nicht alle Homophoben Menschen sind automatisch schwul, nur weil sie Beleidigungen benutzen, um ihren Ekel und Hass auszudrücken. Das was Franklin sagt, ergibt gar keinen Sinn, dass versteht sogar Ernie, der sich dennoch von seinen Worten angegriffen fühlt.
"und du solltest besser die Fresse halten, nur so ein kleiner Tipp am Rande".
Malakai muss sich von jemandem wie Franklin nichts vorwerfen lassen. Er ist nicht schwul und er will es auch nicht sein.
Nachdem sein Name genannt wurde, bekommt er von dem Telefonat nicht mehr viel mit.
Sein Körper fängt an zu kribbeln und ihm wird schwindlig. Es fühlt sich an, als würde Eis durch seine Adern fließen. Er möchte vor seinem Körper weglaufen, aber natürlich kann er das nicht. Flacher Atem. Herzrasen. Totale Panik.
Alles um Kai herum starrt ihn an, begrabscht ihn, saugt ihm die Luft ab und zieht ihm den Boden unter den Füßen weg. Er will nicht wieder auf dem Boden sitzen, doch stehen kann er auch nicht.
Dann übergibt er sich in den Eimer. Und Franklin? Der sucht ihm Klamotten raus, geht ins Bad, legt eine neue Zahnbürste zurecht und kommt dann zu ihm.
Vogel hat nicht genug Kraft übrig um zu bemerken, oder sich dafür zu interessieren, dass Franklin alles andere als lebendig aussieht. Nicht so fröhlich wie sonst. In der Schule läuft der braunhaarige breit strahlend über die Flure, als hätte ihm jemand die Sonne in den Arsch gesteckt. Ekelhaft.
Dauerglückliche Menschen sind Ernie suspekt, niemand kann durchgehend so gut gelaunt sein.
Nur ist davon gerade nicht mehr viel zu sehen und Kai nicht aufmerksam genug, um das zu realisieren.
Franklin hebt seinen Kopf ein Stück an, redet mit ihm. Doch in Kai's Kopf kommen nur dumpfe Töne an, nicht klar genug, damit er etwas verstehen kann.
Jeder wird es wissen, dass ist alles woran er denken kann. Dir Worte hallen so laut in seinem Kopf, dass er sich die Hände an die Ohren schlägt.
Dann legt Franklin seine Hände auf seinen Oberkörper und hält ihn fest, sorgt dafür, dass er nicht noch tiefer unter die Wasseroberfläche absinkt.
Nein, er sorgt für das genaue Gegenteil, Ernie hat das Gefühl, dass er endlich wieder atmen kann, als hätte die Berührung ihn ein Stück weit zurück in die Realität geholt.
Die Augen weit aufgerissen, blickt er Franklin an. "Warum hast du das getan, sie werden es alle wissen.. alle werden es wissen".
Malakai ist so neben der Spur, dass er gar nicht auf seine Wortwahl achtet. Alle werden wissen, dass Franklin von Anfang an Recht hatte.
Der braune Lockenschopf will sich nicht bewegen, er hat kein Gefühl in seinen Beinen. Dennoch bewegen sie sich wie von Geisterhand, angewiesen auf Franklins stützende Präsenz.


ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʟɪᴀʀs, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʙᴇᴀᴜᴛɪғᴜʟ ᴀɴᴅ ᴘʀɪᴠɪʟᴇɢᴇᴅ, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ᴄʀᴀᴄᴋᴇᴅ ᴀɴᴅ ʙʀᴏᴋᴇɴ. ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ʟᴏᴠᴇ ᴀɴᴅ ʀᴏᴍᴀɴᴄᴇ, ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ᴛʀᴀɢᴇᴅʏ.
ᴡʜɪᴄʜ ᴀʀᴇ ʟɪᴇs? ᴡʜɪᴄʜ ɪs ᴛʀᴜᴛʜ. ʏᴏᴜ ᴅᴇᴄɪᴅᴇ
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#424

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 30.01.2019 17:21
von Lea • Member | 879 Beiträge | 54400 Punkte


- @ Home
- Vogel
- Mentioning Nino

Vielleicht, aber auch nur vielleicht, würde er ein guter Vater werden. Oder ein guter Freund für Leute, die gerne komplett abstürzten. Wie Vogel gerade. Sein Anblick erweichte sein Herz weitestehend, so hilflos und verletzt. Als hätte man Bambi vor sich. Niemand konnte Bambi hassen – außer man war ein absolutes Arschloch.
Bambi, pardon, Vogel sagte irgendwas, was Franklin erst verknüpfen musste. Es werden alle wissen. Klar, weil jeder auch Nino kennt, jeder auf den hört und es ja auch in seinem Interesse ist, zu erzählen, dass sein Ex mit einem anderen Kerl ins Bett gesprungen ist, während Vogel auf der Couch seinen Rausch ausgeschlafen hat. Zumindest sind das die Infos, die Nino hat. Die wahre Geschichte, dass es diese dritte Person nie gab, wissen nur zwei Leute: Vogel und Franklin.
Genau diese zwei Personen bewegten sich jetzt auch ins Bad, wo er den Verwirrten am Waschbecken abstellte. Sein erster Griff ging an den Becher, in dem seine Zahnbürste wartete, füllte diesen mit Wasser und hielt ihm Vogel an die Lippen. „Trink erst mal was…“ Franklin war so ruhig, ging so gefasst mit allem um, als würde er sich keine Sorgen machen und hätte so eine Situation stündlich. „Nino wird das schon niemand sagen. Er fand es wahrscheinlich schlimmer, dass ich ihm wohl gestern gesagt hab, dass ich ihn liebe und es nicht mehr weiß. Das andere interessiert ihn nicht.“ Sie waren nicht zusammen, er durfte vögeln wen er wollte. Würde er sicherlich auch in nächster Zeit machen. Einfach um Frust abzulassen und sonstigen Scheiß. Missbrauchte er dann die Personen, vorzugsweise wohl Frauen? Vielleicht. Aber er war immerhin netter als die sonstigen Kerle, mit denen sie sich abgaben oder abgeben würden.
Er musterte Vogel und seufzte. „Wenn du willst, kannst du mir auch ein blaues Auge schlagen. Dann kannst du allen erzählen, ich hätte dich angegrabscht oder sonst was.“ Würde dann allerdings nicht erklären, warum er seine Klamotten trug. Oder warum die beiden zusammen zur Schule kamen. Oder warum Franklin sagen würde, sie wären Freunde. Denn das waren sie jetzt wirklich, ohne wenn und aber. „Schaffst du es alleine zu duschen?“, fragte er ihn dann, deutete mit einem nicken auf die Kabine in der Ecke. Na hoffentlich, ansonsten sollte er echt überlegen, dafür Geld zu verlangen.


But seriously, though. Some of you people need to go to church. I don't want you in hell with me.
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#425

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 30.01.2019 22:33
von KimEule • Junior Member | 388 Beiträge | 21300 Punkte


@ Dannys car

Ich war nicht dumm. Mich hatte die Vergangenheit eingeholt und kurzzeitig überfahren; lahmgelegt. Denn eigentlich war ich die ganze Zeit über der Meinung gewesen, drüber hinweg zu sein. Ich hatte wirklich gedacht, dass ich damit abgeschlossen hatte. Das Thema war beendet gewesen. Es lag alles in der Vergangenheit und da hatte es auch bleiben sollen. Ich hatte Danny noch nicht davon erzählen wollen. Er hatte schon genug Steine zu tragen und ich ehrlich gesagt auch. Da brauchten wir beide uns nicht auch noch mit so was rumschlagen, was eigentlich in die Vergangenheit gehörte. Bloß war es das jetzt eben nicht mehr. Jedenfalls nicht mehr so ganz. Es war wieder da. Die Angst vor diesem Menschen war wieder da, aber die Angst, dass es mir noch mal so ergehen würde, die war neu. Das war neu und damit konnte ich kein bisschen umgehen. Und so heulte ich jetzt Danny voll, überforderte ihn bestimmt völlig. So hatte ich mir das heute nicht vorgestellt. Wirklich nicht.
Ich ließ ihn mit einer Hand los, um mir mit dieser über die Augen zu wischen. Er fragte, ob er etwas tun könnte. Er hatte schon gesagt, dass er mich auch nicht für dumm hielt. Ich glaubte ihm das. Er würde mich nicht anlügen. Er hielt mich nicht für dumm. Auch jetzt nicht. Das war eine Erleichterung. Ich schüttelte dann leicht den Kopf, auch wenn es mir eine Menge Überwindung kostete. Was mir helfen würde? Drogen. Aber das wäre nicht richtig. Ich war clean. So groß das Verlangen auch war, ich musste clean bleiben. Ich wollte das eigentlich auch. Ich war ja auch nicht allein. Deswegen hielt ich das überhaupt aus.
„Du bist da, das reicht“, meinte ich leise und die Hand legte sich zurück an ihren nun angetrauten Platz. Ich hatte gar keine Lust ihn loszulassen. Aber ich wollte hier weg. Und das ging nur, wenn ich ihn los ließ und zurück auf meinen Platz kletterte. „Danny, tut mir leid. Ich hab mir das heute nicht so vorgestellt. Können wir hier gleich weg. Ich habe echt Angst vor ihm. Und du darfst das niemandem sagen, okay? Die würden mich… das darf einfach keiner wissen, okay?“
Das war mir wichtig. Ich hatte das nie jemanden erzählt. Noch nie. Dass mein Vater gewalttätig gewesen war, das wussten einige Personen. Aber ich hatte noch nie jemanden gesagt, was damals wirklich passiert war. Wieso ich emotional so instabil war. Langsam löste ich doch meinen Kopf von ihm und sah ihn an. Traute mich gar nicht, nach draußen zu sehen, weil ich Angst hatte, dass dieser Mann dort stehen würde.
„Du bist der erste, der das weiß…“ Ich vertraute ihm. Und Vertrauen war etwas, was mir auch gar nicht so leicht viel. In die meisten Dinge hatte ich nicht wirklich Vertrauen, genauso wenig wie in Menschen. Aber es gab welche und zu denen gehörte Danny auch.


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