#426

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 31.01.2019 21:01
von yulssi • Junior Member | 178 Beiträge | 8900 Punkte
















→ with Lys
→ @ home


"Das heißt, du stellst mich vor die Wahl ob ich dich zwinge, hier zu bleiben oder die Beziehung zu beenden, weil ich keine Fernbeziehung mitmachen werde." -wer sagte das denn ? Wer sagte, dass er Jeremy dazu zwingen musste, in diesem Ort wohnen zu bleiben, oder jemals mit ihm Schluss zu machen, da er keine Fernbeziehung mit ihm führen wollte ? Wer ? Letzten Endes war es Lysander selber, der sich damit selber einen Strich durch die Rechnung, es schwieriger machte, als es eigentlich war, wenn er so negativ darüber nachdachte. Es könnte alles so einfach sein. Könnte. So war es aber nach wie vor nicht, denn immer kam etwas dazwischen, ob man es nun wollte, oder auch nicht. ,,Wie kommst du darauf, dass ich dich nicht haben möchte ?" ,war also die erste schlaue Antwort, die den zu einem Strich verzogenen Munde des Dunkelhaarigen verließ, ihn älter aussehen ließ, als er eigentlich war, ehe er mit einem ,,Damit war gemeint, dass es deine Entscheidung ist, ob du mitkommen möchtest. Ich werde dich nicht dazu zwingen und dich auch nicht danach fragen. Wenn, dann musst du es wollen und dir klar darüber sein, dass wir dann echt weit weg sind... du deine Familie nicht mehr täglich sehen kannst und und und." fort fuhr, die Schultern im nächsten Augenblick für einen Moment in die Höhe steigen ließ, um damit auszudrücken, dass es ihm egal war. Okay, es war Jeremy ganz und gar nicht egal, höchstwahrscheinlich würde er den Anderen jeden Tag anrufen, sich tausende von Sorgen machen, was er denn alleine tat, ob er genug aß und ob er sein Leben einigermaßen sinnvoll gestaltete. Würde ihn vermissen. Oh Gott, und wie der neunzehn- Jährige seinen Freund vermissen würde. Allerdings fand er es noch immer nicht allzu gut, wenn Lysander das alles hier hinter sich lassen, zumal Jerry definitiv irgendwann wiederkommen würde. Er konnte Lys nicht komplett verlassen, dass wäre vollkommen unmöglich. Vielleicht wäre es das Beste, wenn sie im Verlauf der Woche mal darüber reden würden, überlegten, wie es weitergehen, falls es zu einem Ding der Unmöglichkeit werden sollte.
Unmöglich war auch der Gedanke an dem fast toten Mann. Den Erzeuger des neben ihm Weilenden, von welchem Jeremy bis nun nur schlechtes gehört hatte, sich überhaupt nicht vorstellen konnte wie Lysander, gerade der, der sonst immer vieles so negativ sah so kompromissbereit sein konnte. Er selber könnte es nicht, schüttelte langsam den Kopf, wonach der Blonde die Hände ineinander verweilen ließ. Er kannte seinen eigenen Vater. Mochte diesen nicht mehr besonders, nachdem, was er ihm und seiner Beziehung angetan, wie abfällig er über Lys gesprochen und versucht hatte, ihn von den Sachen, die ihm noch heute wichtig waren wegzubringen. Verzeihen ? Irgendwann mal, womöglich. Aber er wurde nie misshandelt. Niemand hatte jemals die Hand gegen Jeremy erhoben und wenn, dann sein eigener Freund aus vollem Versehen, wenn er ihm die Brille von der Nase geschlagen hatte. Deshalb war es für ihm auch vollkommen unverständlich, wie man noch Hoffnung haben konnte. Auch, wenn man es eventuell sollte, um damit abzuschließen. ,,Dann mach' ,was zu für richtig hälst, bevor du es wirklich bereust... Immerhin... immerhin wäre es nicht richtig, dir zu sagen, dass ich es für Ungut halte." ,erklärte er knapp, wollte nicht mehr dazu sagen, da der Andere so oder so wusste, dass er wenn, dann auf seiner Seite stand. Natürlich.
Nino also, ah okay. Bestimmt wegen der heutigen Nacht und den unschönen Folgen, die daraus entstanden sind. Und deshalb sprach Jeremy wenn, dann - meistens jedenfalls - über seine Probleme, damit so etwas gar nicht erst passieren konnte. Gut, er war jetzt nicht der Mensch, der andere für irgendetwas verurteilte, oder anfing, Gerüchte zu verbreiten, doch andere Leute taten dies nur zu gerne, sodass man ein wenig aufpassen sollte, was das alles anging. ,,Vielleicht sollte er es erst einmal mit Franklin klären, bevor sich andere einmischen." ,nichts von dem morgendlichen Geschehen wissend, aber über das Nächste nickend. ,,Klar komme ich mit. Denkst du wirklich, ich lass' dich damit alleine, Lys ?" Sicher würde er ihm niemals verraten, dass der Kanadier nicht nur deswegen, sondern auch mitkommen wollte, da er diesem Mann nicht eine Socke anvertraute, musste jedoch über das Endergebniss- nämlich den kleinen und spontanen Kuss lachen, der völlig aus dem Nichts auf ihn zukam. Wie süß. ,,Ich liebe dich Lys. Und das noch immer mehr, als du denkst. Auch morgen noch und all die Tage danach. Selbst..., egal." Selbst wenn er ihn verlassen würde, selbst dann. Doch Jeremy wusste es besser, schlang einen Arm um den Anderen herum, ehe er noch für die restliche Zeit die Augen verschloss, fast erneut ins Traumland verschwand, in welchem er eigentlich nicht hatte landen wollen. ,,Mein Onkel hatte schon nach dir gefragt, auch, wenn Arschloch Cousin strickt dagegen ist, dich jemals wiederzusehen... Ich glaube, der hat Angst vor dir, oder ist eher eifersüchtig, dass ich schon seit Jahren nichts mehr mit denen mache." Ja, Jeremy hatte ein paar Cousins und eine Cousine, die ihm allesamt ziemlich nah standen, welche er auch sonst noch jährlich besuchte, um mit ihnen Wandern zu gehen oder sonst was, auch, wenn er bis auf die Haare und Haut nicht wirklich verwandt aussah. Nur sein Onkel, dem war er selber wie aus dem Gesicht geschnitten.


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#427

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 31.01.2019 21:18
von KimEule • Junior Member | 388 Beiträge | 21300 Punkte


@ his way to school mentioning Lys, Jerry, Franklin -> Franklins door mentioning Kai

Hab ich?
Ja, hast du. Hatte er. Auf Paschtu. Allein bei dem Gedanken daran, könnte ich heulen. Aber das tat ich ja eh schon. Ich hatte gedacht, dass er das ernst meinte. Ich war der festen Überzeugung gewesen. Hatte ihm geglaubt. Wäre nie auf die Idee gekommen, etwas zu tun, dass er es wegen mir bereuen würde, das gesagt zu haben. Ich hatte ihm geglaubt. Und dann war ich mit Askari weggefahren und er schlief mit einem Kerl. Er ging einfach mit irgendwem ins Bett. Mit einem Kerl. Ich hatte das nicht Gefühl gehabt, dass er mit mir Sex gehabt haben wollte. Aber mit einem fremden Kerl stieg er ins Bett. Das tat weh. Ich fühlte mich auch betrogen. Ich fühlte mich betrogen, weil er gesagt hatte, dass er mich liebt. Er hatte mich berührt. Mich im Arm gehabt. Er hatte mir einen Knutschfleck verpasst! Und dann ging er mit nem Kerl ins Bett?! Ich verstand das einfach nicht.
Es war vielleicht dumm das zu sagen. Es war vielleicht bescheuert zu sagen, dass er das nie wieder zu mir sagen sollte. Aber ich war verletzt. Er hatte mir wehgetan. So sehr hatte mir noch nie jemand wehgetan. Das war im Affekt aus mir heraus gekommen. Ich meinte das eigentlich gar nicht so. Ich wusste das zwar in diesem Moment nicht. Aber ich meinte die Worte nicht, wie ich sie sagte. Ich wollte, dass er es wieder sagte. Ich wünschte es mir. Genauso wie ich mir wünscht, dass er rückgängig machte, dass er mit nem Kerl ins Bett gestiegen war. Aber das ging nicht. Das konnte er nicht.
Ich heulte. Er wurde nicht mal sauer, dass ich ihm das verbieten wollte. Ich klang nicht sauer gar nichts. Nichts leichter als das… Schlimmer konnte es nicht werden, oder? Er kämpfte nicht. Machte eigentlich gar nichts mehr. Ließ mich auflegen, rief nicht zurück, schrieb nicht. Ihm war’s anscheinend echt egal. Ich fühlte mich so allein. Das wurde schlimmer, als Lys mich wegdrückte und dann schrieb, dass es gerade schlecht sei. Er könnte Jerry verflucht noch mal auch wann anders vögeln! Ich scrollte hoch, mein Finger schwebte über Jerry. Da bekam ich doch noch Nachrichten von Franklin. Ich tippte drauf, öffnete sie, versuchte sie zu lesen. Das war gar nicht so leicht, wenn die Sicht so verschwommen war.
Ich rief ihn wieder an. Aber das funktionierte nicht. Hatte er ernsthaft meine Nummer gesperrt?!
Jetzt kam doch die Wut zurück. War das sein verkackter Ernst? Er schlief einfach mit irgendwem während er mir sagte, er würde mich lieben und nur weil mich das verletzte, war ich nun Schuld, dass er das bereute und nie wieder sagen wollte?! Wie konnte das denn auch zu 100% der Wahrheit entsprechen? Dann hätte er ja wohl nicht einfach jemand anderen gevögelt, oder?! Der Typ machte gar keinen Sinn! Und dann sagte er, das würde alles keinen Sinn mehr machen und sperrte meine Nummer?! Was stimmte denn nicht mit ihm?!
Ich ging wieder weiter. Bog jedoch an der nächsten Straße ab. Ich war nicht mehr auf dem Weg zu Schule. Ich steuerte Franklins Haus an. Der musste jetzt mit mir reden! Das war unfair, was er tat! Ich hatte ihm ja wohl keinen Grund gegeben, dass nie wieder auszusprechen! Ich wollte nur nicht, dass er mich anlog! Dass er mir wehtat! Verstand er das nicht?! War das so schwer zu verstehen?!
Schlimmer konnte mein Tag doch eh nicht mehr werden. Wie falsch ich damit liegen sollte, wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht. Mein Tag würde noch sehr viel schlimmer werden. Aber das lag noch in der Ferne. In diesem Moment kam er mir schon schlimm genug vor. Es war sicherlich auch keine gute Idee, ihn zu sehen, nachdem er mir gesagt hatte, dass er mit jemand anderen geschlafen hatte. Aber wie gesagt, schlimmer konnte es jetzt eh nicht mehr werden. Und ich war auch recht nah. Brauchte gar nicht mehr so lange, bis das Haus in Sicht kam. Lass es fünf Minuten gewesen sein.
Ich wischte mir grob die Tränen unter den Augen weg. Viel brachte das gar nicht. Ich sah eh fürchterlich aus. War egal. Ich würde gleich eh wieder heulen. Ich sah‘s eh schon kommen. Ich ging auf die Eingangstür zu und klingelte. Wenn der die verfluchte Tür jetzt nicht aufmachte, würde ich halt warten, bis Vogel rauskam. Der musste schließlich auch zur Schule. Ich wollte das so nicht auf mir Sitzen lassen. Das war unfair.


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#428

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 31.01.2019 22:48
von Lea • Member | 827 Beiträge | 51800 Punkte



- @ Jerrys
- Jerry

,,Wie kommst du darauf, dass ich dich nicht haben möchte ?" Genau genommen hatte das niemand gesagt oder sonst wie, aber es war halt irgendwie… die einzig logische Variante. Zumindest für Lys. Schließlich war es seinem Schatz ja wohl nicht wichtig, es in Erwägung zu ziehen, dass sein Freund niemals so mitkommen würde. Schon zwei Mal nicht, wenn er nicht mit in die Entscheidung einbezogen wurde, nicht mal dazu eingeladen wurde, mit seinem Freund in ein anderes Land zu ziehen – weit weg von einem orangefarbenen Idioten mit Hamster aufm Kopf und nem wandelnden Knochenhaufen an seiner Seite. Er ließ ihn weiter reden, überlegte ein wenig und wollte schlussendlich den Mund öffnen, um etwas zu sagen, aber dann sah er die Gestik. Diese Gestik die eigentlich nur sagte, dass es ihm egal war. Wusste er eigentlich, wie widersprüchlich er war? Sagte ihm ständig, dass er ihn liebte und alles, dann aber, dass er ihn mit einer Entscheidung allein ließ, weil es ihm egal war. „Weißt du, Jerry“, begann er deshalb. „Manchmal wäre es besser die Klappe zu halten.“
Eines der Dinge, die der andere wohl noch lernen müsste. Wäre sicher angenehmer in naher Zukunft einfach nichts zu sagen, anstatt was zu sagen, was den anderen stören konnte. Gut, man lief immer Gefahr auf sowas, aber manchmal war Schweigen eben doch Gold. „Wieso hab ich mir nur gedacht, dass du dagegen bist.“, meinte er nur und konnte es sich nicht verkneifen, die Augen zu verdrehen. „Du bist doch sonst immer der, der hier Vertrauen und Hoffnung in alle Leute hat.“ Oder hatten sie jetzt die Rollen getauscht? Freaky Friday an einem Montag? Vielleicht machte auch einfach das komische Familienverhältnis alles aus und die Tatsache, dass sein Vater mal ein wirklich herzensguter Mensch gewesen war. Bis der Alkohol und der Rest kam.
In Bezug auf Franklin und Nino sprach Jerry weise Worte aus. Besser klären lassen als dann die ganze Schule Bescheid wusste und jeder was anderes erzählte. „Oder er braucht einfach einen Rat von Leuten, die schon lange in einer Beziehung sind. Nur sind wir da glaub die falschen.“ Einfach weil sie sich so gut wie nie stritten nur genervte Diskussionen hatten. Lys hatte es mal probiert, sich mit Jerry zu streiten, aber er war einfach zu süß für alles, da konnte er nicht lange böse sein. Auch jetzt konnte er wegen Kanada und so nicht wirklich sauer sein, auch wenn es immer noch ziemlich an ihm nagte. „Bei dir weiß man nie, Schatz.“ Jetzt konnte er sich allerdings auch kein Lächeln mehr verkneifen, auch wenn es nur ein kurzes war. Aber gut, dann würde Jerry mitkommen, sicherlich auch den Chauffeur spielen, damit Lys mit seinem Auge nicht ins Auto steigen und in den nächsten Ort gurken musste. Sicher würde er das für ihn tun, wenn er ihn nur fragen würde. „Ich liebe dich auch, Jerry. Zwar würde ich dir grad immer noch gern den Hals umdrehen, aber ich liebe dich so verdammt sehr.“ Wahrscheinlich tat er es genau deshalb nicht.
In den starken, gebräunten Armen ruhend, ging Lys ein wenig in sich, dachte über die Beziehung der beiden nach. Wahrscheinlich kam jeder mal an so einen Punkt, wo er über alles Mögliche in der Vergangenen Zeit nachdachte, ob sich was lohnen würde oder nicht. Nur bekam er gar nicht so viel Zeit, da Jerry wieder redete. „Mhh… wieso ist der Kerl auch so heiß?“, murmelte er dann, grinste ein wenig. Seine Cousins waren echt alle gutaussehend, aber er würde Jerry doch nicht hergeben. Und schon gar nicht für einen seiner Cousins. Als ob er sich durch die Familie vögelte.
Lysander drehte sich in den Armen seines Freundes um und stieß mit seiner Nase direkt an das Stupsnäschen seines Freundes. „Versprich mir was.“, flüsterte er und legte seine Arme um den vor ihm liegenden Oberkörper. „Wenn du mir versprichst, dass du mich heiraten wirst, zieh ich mit dir nach Kanada fürs Studium.“ Das wären zwar Anfangs nur drei Jahre, aber hey – besser als sich trennen zu müssen. Nebenbei hatte er irgendwie das Gefühl, dass wenn er jetzt nicht zusagte, er niemals zusagen würde.


But seriously, though. Some of you people need to go to church. I don't want you in hell with me.
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#429

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 01.02.2019 18:30
von yulssi • Junior Member | 178 Beiträge | 8900 Punkte
















→ with Lys / texting Nino
→ @ home

Kurz nachdem sein Gegenüber den Mund geöffnet hatte, hatte er diesen auch schon wieder geschlossen, was Jeremy nicht komplett komprimieren, vielleicht auch einfach nachvollziehen, sich folglich jedoch vorstellen konnte, warum er dies kurzerhand getan hatte. Manchmal wäre es sicher besser, die Klappe zu halten, um sich damit unangenehme Ergebnisse zu sparen, richtig. Doch so gemeint war es ja auch gar nicht gewesen, weshalb der Kanadier für einen kurzen Moment überlegte, in sich ging, um dann ein ,,Das war nicht so gemeint." ,auszusprechen, die Hände dabei erst heben wollte, doch anschließend in einanderfaltete, damit es nicht dasselbe Ergebnis beförderte. In die Lüfte heben sah doch irgendwie immer nach einem "Ist mir egal" aus, nicht ? ,,Es ist mir nicht egal. Also du bist mir jedenfalls nicht egal, falls du das denken solltest. Wie gesagt, es ist nur deine Sache, wie genau du dich am Ende entscheidest, auch, wenn du nicht mitkommen möchtest... Das wäre... okay. Irgendwo." Nein, wäre es nicht. Es musste wenn, dann okay sein, denn noch ändern konnte man es immerhin nicht mehr, das Ganze mit Kanada stand auch schon so mehr oder weniger fest, auch, wenn Jerry vorhin das Gegenteil behauptet hatte. Kleine Notlügen waren manchmal akzeptabel, zumal er es im Fall der Fälle noch hätte absagen können. Höchstwahrscheinlich würde der neunzehn- Jährige seinen jetzigen Freund einfach nur schrecklich vermissen und wie ein Toter in den Tag starten- wobei er dies ja so oder so tat, allerdings wäre er dann noch mehr... tot. Oder so. Ohne Lebenswillen ? Trist und traurig ? Emotionslos ? Womöglich irgendetwas dazwischen, oder einfach nur ein bisschen weniger glücklich als wenn er mit Lysander zusammen ist, welcher schon angenommen hatte, dass Jeremy dagegen sein würde. Also das mit seinem Vater. ,,Dafür bin ich ja auch da und es gibt immer Dinge, die man wieder geradebiegen kann... Allerdings vertraue ich keinen Menschen, die denen, die ich mehr, als mag in welcher Art und Weise auch immer verletzen. Weißt du, für dich würde ich jemanden umbringen. Das ist jetzt echt ungelogen." ,kam es als Vertretung des eigenen Standpunktes aus dem Munde des Älteren heraus, vielleicht etwas zu ernst und dazu emotionslos, dem Anderen dabei nicht ins Gesicht geschaut, so, wie er es sonst immer tat, da es sich beim reden einfach so gehörte.
Hm, ob das so wahr war ? Konnte man als Außenstehender so oder so sehen, denn Ratschläge von Lysander und Jeremy waren bestimmt nicht ganz so sinnvoll wie die von anderen Menschen, zumal die beiden jungen Erwachsenen die meiste Zeit des Tages über keine Auseinandersetzungen und wenn, dann vielleicht mal über das Essen oder sonst was hatten- also auch nichts besonders gravierendes oder schlimmes. Also stimmte der Kleinere zu, nickte ein paar Male mit dem Kopf, sodass die dunkelblonden Haare dabei auf- und abwippten. ,,Ich vergess' das schon immer. Also die Tatsache, dass wir in einer Beziehung sind und andere uns wahrscheinlich als perfektes Pärchen sehen... Was wir auch sind, aber ja, du merkst wohl, was ich damit meine." Es war halt schon ganz normal, nichts neues mehr und immer wieder das Gleiche. An den meisten Tagen neben Lysander aufwachen, zusammen aufstehen, zusammen zur Schule gehen, gemeinsame Tätigkeiten bei ihm oder bei Jeremy Zuhause. Zusammen Essen gehen. Alles andere zusammen machen. Deshalb war es für ihn nicht mehr ganz so besonders, wie es für andere manchmal aussehen konnte. Gut, Lys liebte ihn noch immer. Wie wunderbar. Zum Glück. Das Erste, was dem Jungen in den Kopf geschossen war, wäre wohl ein "Und das auch nach der Sache mit Kanada ?" gewesen, doch die darauffolgenden Worte machten dies sofort wieder wett, sagten ihm aus, wie sehr er doch gemocht wurde, auch, wenn sein Freund ihn am liebsten in den Tod reißen würde. Herrlich. ,,Solange du mich vorher informierst, bevor du mich umbringst, gerne. Hab' ich verdient." Jetzt musste er doch wieder wie der größte Vollidiot der Menschheit grinsen, konnte es sich einfach nicht mehr verkneifen, da der Anblick des nun wieder vor ihm Liegenden wirklich nur viel zu süß war, die vielen kleinen Worte auch noch dazu. Das sein Cousin heiß war, war ihm nichts Neues mehr, war halt ein wasch-echter Knox, da hatte man leider keine andere Wahl, als wie ein vollkommener Adonis durch die Welt spazieren zu müssen. An stetiger Schönheit gebunden zu sein... Spaß. Obwohl Jeremy im Gegensatz zu seinen Verwandten (selbsternannt) wohl am wenigsten attraktiv war, den gut gebräunten, durch die Arbeit bemuskelten und großen Farmkindern nichts bieten konnte, als schlechte Sicht und ein paar Tattoos, war er dennoch zufrieden mit seinem eigenen Erscheinungsbild. Nicht nur, weil Lysander und er vom Aussehen her kein Stück zusammenpassten und er das ganz lustig fand, sondern auch, weil jeder sofort wusste, wer der kleine Lockenkopf mit der Brille auf der kurzerhand gestupsten Nase war. ,,Weil er extra Sport macht, um dich damit beeindrucken zu können... ich glaube, du bist das Weiblichste, an das die Drei im Jahr rankommen." ,grinste er, antwortete danach mit einem überraschten ,,Hm ?" ,als er Lys etwas versprechen sollte. "Wenn du mir versprichst, dass du mich heiraten wirst, zieh ich mit dir fürs Studium nach Kanada." Ihn heiraten... Lys irgendwann heiraten. ,,Wie soll ich dir etwas versprechen, wenn es so schon feststeht ?" Schleimig. Darauf konnte man bestimmt schon auszrutschen und sich dabei das Genick brechen. Oder eine Platzwunde bekommen. Oder sich in vor Schreck in die Hose machen. ,,Ach Lys. Lys Lys Lys. Lysander... Lys Lysander. Und das, obwohl du mich vorhin noch abmurksen wolltest." Nun war er doch wieder glücklicher. Viel viel glücklicher als vorher, drückte dem Anderen augenblicklich einen kleinen Kuss auf die Lippen, doch fand sich selber halb auf ihm drauf wieder, das bleiche Gesicht in seinen Händen haltend, anschließend ablassend und sich auf die Bettkante deponierend. Das war für das in der Badewanne- selbst, wenn es berechtigt gewesen war. Zückte sein Handy, welches auf dem Nachtschrank lag, um auf Ninos Kontakt halt zu machen. Es wurmte Jeremy. Es wurmte Jeremy gewaltig, dass er momentan anscheinend Hilfe brauchte, doch keine bekam, weshalb er ihm nach kurzen Überlegungen eine Nachricht mit dem Inhalt #Hallo Nino, Jeremy hier. Wenn wir dich später mitnehmen sollen, dann kannst du anrufen, ja ? Sind da, wenn etwas ist. :)# schrieb, um nicht komplett ignorant zu wirken. ,,Irgendwie tut Nino mir leid. Ich bin zwar nicht sein bester Freund, aber kann mir auch nicht vorstellen, dass er oder Franklin so verkackt haben soll... oder ? Ich meine- schau' dir beide an, zwei so fröhliche Menschen und dann das."


zuletzt bearbeitet 01.02.2019 19:04 | nach oben springen

#430

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 01.02.2019 20:41
von eisblume • Senior Member | 4.667 Beiträge | 247600 Punkte



"Mailand ist wunderschön!",schwärmte ich. Als Kind waren wir oft dort um Freunde meiner Eltern zu besuchen. Auch als Teenager reiste ich oft dorthin. Allerdings gehörte mein Herz eindeutig nach Florenz."Da hast du mir einige Jahre vorraus. Ich spreche zwar Englisch, da mein Vater Amerikaner ist, trotzdem waren wir vielleicht ein bis zwei Mal hier.Schade irgendwie."In La war Alessia also auch schon. Das war ein Kindheitstraum von mir, den ich bis jetzt noch nicht erfüllt hatte. Schade."Ich war noch nie in LA. Dafür aber schon fast überall. Ich liebe es zu reisen",erzählte ich dann und grinste, als Alessia von unserer Küche zu erzählen begann."Na da kann ich doch nicht nein sagen! Komme gerne mal vorbei. Du darfst auch zu uns zum Essen kommen. Meine Mutter kocht auch noch traditionell."Aufmerksam lauschte ich dann ihrer Antwort zu meiner Frage.Allersings verwirrte mich diese. Halb so schlimm und ein Autounfall? Das klang fast unmöglich!"Ich hoffe es für dich, dass du wieder normal gehen kannst."



zuletzt bearbeitet 01.02.2019 20:42 | nach oben springen

#431

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 01.02.2019 21:22
von Lia (gelöscht)
avatar

Alessia

"Du kommst bestimmt noch irgendwann nach LA, und wenn du dort bist sag Bescheid, dann können dein Bruder und du gern im Hotel schlafen, wenn ihr wollt." Nach allem war Nico Matteos bester Freund und auch wenn ich weder ihn noch Rose kannte, konnte ich mir gut vorstellen, dass wir vier einige Zeit miteinander verbringen würden.
"Auch das bestimmt mal gerne!" Eine Chance zum Bekochen lassen würde ich in jedem Fall nachgehen. Warum auch nicht? Erst recht nicht, da die gute Frau italienisch kochte.
"Insofern halb so wild, weil ich weder tot bin wie mein Bruder, noch im Koma liege wie mein Neffe", erklärte ich und verzog das Gesicht, "Aber danke, das hoffe ich auch. So hilfreich der Krückenbonus ist, es nervt mich mittlerweile einfach."


Happiness ist a habit =D
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#432

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 01.02.2019 21:40
von eisblume • Senior Member | 4.667 Beiträge | 247600 Punkte



"Danke das ist sehr lieb",bedankte ich mich lächelnd bei ihr. Alessia schien wirklich nett zu sein. Wir beide waren die Neuen und das schweißte doch etwas zusammen meiner Meinung nach. Nico war ja der beste Freund ihres Cousins. Also konnten wir vier ruhig mehr Zeit zusammen verbringen. Kurz sah ich mich um und entdeckte das Plakat eines Balles, was mein Herz höher schlagen liess. "Auch wenn Nico der beste Freund deines Cousins ist, solltest du vorsichtig sein. Er..ist ein Herzensbrecher."Irgendwie musste ich sie doch vor ihm warnen. Nico war sehr charmant, wenn er etwas wollte und so konnte es gut sein, dass er auch sie anmachen würde oder es schon getan hatte.Ich freute mich in Alessia eine gute Bekannte oder sogar eine Freundin gefunden zu haben und nickte dann. Sie war jederzeit bei uns willkommen"Du kannst kommen, wann immer du willst. Wir sind sechs Kinder da ist das Haus sowieso immer voll. Insbesondere, wenn jeder nocj seine Freunde heim bringt." Meine Eltern hatten da eh nichts dagegen. Sie wunderten sich sogar, wenn keines ihrer Kinder Freunde da hatte. Auch sonnst waren meine Eltern locker. Nur eben Nico nicht. Der übertrieb oft mit seiner Fürsorge."Oh..Das tut mir echt leid für dich. Sowas wünscht man echt niemanden." Da war ich wohl doch in ein Fettnäpfchen getreten mit meiner Frage. Doch ich konnte nicht ahnen, was der Grund war. Ich dachte dabei eher an einen harmlosen Unfall beim Sport. Aber doch nicht damit!" Wenn du darüber reden willst, hab ich immer ein offenes Ohr für dich ja?".


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#433

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 02.02.2019 09:21
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte

R A I N N
 Unterwegs ; mit Jake

Rainn betrachtet sein Seitenprofil. Dabei ist sie einige Augenblicke lang stumm.
Jake bestätigt ihre Vermutung und sie ist im ersten Moment überrascht. Erst hat er auch kurz geschwiegen, dann zwischen dem ersten und dem zweiten Satz eine Pause gemacht.
Verständlich. Das ist kein Thema, über das man gerne redet – Rainn würde es nicht tun, das weiß sie.
Der Neunzehnjährige spricht kein warum, kein wieso und kein weshalb aus. Das sind Fragen, die die Rothaarige ihm nicht stellt. Sie würde über die Grenzen schlagen, sie würde ihn zu sehr in die Enge treiben.
„Sie wirken wirklich nett“, spricht sie stattdessen, zieht die Lippen hoch.
Das wirken sie tatsächlich. Herzliche Menschen, gute Menschen. Sie tragen die Eigenschaften, die Rainn Jake vorhin auch zugeschrieben hat. Jake hat augenscheinlich Glück gehabt.
Glück, dass er zu diesen netten Menschen gefunden hat, Glück, dass er immerhin zu jemandem gefunden hat. Das hat nicht jeder.
Was soll sie auch sonst dazu sagen? Sie hat so dumm gefragt. Eine Handlung, die ihr tatsächlich Leid tut. Jetzt will sie nicht länger auf einer Sache herumtreten, die unangenehm ist.
Die Rothaarige lehnt sich in den Autositz, legt den Kopf zurück, während die Straßen an den beiden vorbeiziehen. Wann immer es nötig ist, gibt sie Jake die Anweisung, wohin er fahren muss.
Der heutige Morgen ist ein komischer Morgen. Eine Tatsache nimmt der anderen nichts. Nichts ist normal daran.
Der Weg von seinem Wohnhaus zu dem Apartmentkomplex, in dem Rainn zuhause ist, ist nicht allzu weit. Es lässt sich aushalten – als die beiden dann tatsächlich halten, wünscht die Rothaarige sich, die Fahrt dauerte länger.
Ihr Herz rutscht nicht in die Hose, sie bekommt kein Bauchweh, wenn sie an das Betreten der Wohnung geht. Sie will trotzdem nicht hochgehen, will nicht heimkommen.
Sie nestelt an ihrem Sicherheitsgurt herum, blickt zu Jake, sobald sie den Gurt gelöst hat: „Willst du eben mit hoch kommen?“


Oh Lord, won't you buy me a Mercedes Benz ?


- Nevermind, I bought it myself.

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#434

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 02.02.2019 10:07
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


L U C I E N D E C L E R M O N T
bei den Tribünen – mit Jason


Er lacht.
Lucien lacht erst einmal.
Oh Gott. Er dachte, er selbst wäre sozial unbeholfen. Er dachte, er selbst würde auf andere komisch wirken. Das hier ist ein Sahnehäubchen. Eine Amarena-Kirsche.
Er bringt Jason auf die Palme. So kommt es ihm vor. Ob es wirklich so ist, das weiß Lucien natürlich nicht. Es ist genug für ihn, für sein Empfinden, und es ist genug, um den Tag ein wenig schöner werden zu lassen.
Lucien mag es, anderen Nerven zu rauben, er mag es, andere auf die Palme zu bringen, andere wütend oder entnervt werden zu lassen. Das ist sein Element. Das kann er.
Wenn schon sonst nichts, dann kann er immerhin das.
Auf die Knie gehen, das würde ihm auch wirklich nicht einfallen. Er redet das zwar so dahin, aber machen, wirklich tun, das ist eine andere Sache.
Für nichts und niemanden tut Lucien de Clermont das. So schlimm steht es noch nicht um ihn, so unbedingt braucht er die Pillen nicht. So unbedingt meint er, dass er sie nicht braucht.
Dass sich das noch ändern wird, weiß er nicht. Niemand kann das wissen. Niemand weiß, wie bergab es mit ihm noch geht.
Lucien mimt die wortkarge Art von Jason.
Herrgott. Er hat nichts im Magen, hat das wenige bisschen Essen und das viele bisschen Getränke Nathans Toilette hinuntergespült. Und seine Kehle, die kratzt. Sie kratzt wirklich unangenehm.
Lucien kramt in seiner Hosentasche, zieht drei Scheine hervor.
Mama wird ihn hassen. Sie wird ihn verabscheuen, mehr, als er selbst es tut. Sie wird nicht stolz auf ihn sein, weil er das gleiche tut wie sie. Er verprasst ihr Geld, ihr geringes Geld, mitten im Monat.
Er schiebt ihm die dreißig Dollar zu. „Gibt mir einfach was ich hierfür bekomm.“
Das bedeutet Hunger. Und Glück.
Glück überwiegt Hunger, oder?


Oh Lord, won't you buy me a Mercedes Benz ?


- Nevermind, I bought it myself.

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#435

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 02.02.2019 11:08
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte

D A N I E L

Du bist da und das reicht.
Die Worte tun gut, sie sind Balsam. Das sollten sie zumindest sein.
Daniel hat nicht das Gefühl, dass das reicht. Er sieht doch, dass das nicht reicht. Er kann kein Bisschen der Situation ändern, er ist unbeholfen, hilflos.
Da kann es doch nicht reichen, dass er hier ist. Das kann doch hinten und vorne nicht genug sein.
Kann er eigentlich genug für Amelia sein? Wo er selbst nichts auf die Reihe bekommt? Das kann eigentlich nicht gut sein.
Amelia löst eine ihrer beiden Hände von ihm und er nutzt die Chance gleich, um sich verstohlen über die Augen zu streichen. Das ist lächerlich. Daniel ist lächerlich und gleichzeitig froh, so unglaublich froh, dass Amelia nicht zu merken scheint, dass ihm das wirklich nahe geht. So nahe, dass die Augen glasig sind und die Wangen glitzern.
Er hat mitgedacht, in dem er das Kinn auf ihrem Kopf abgelehnt hat. So kann sie ihn nicht ansehen, bis er sich selbst wieder im Griff hat.
„Ich werde es niemandem erzählen“, verspricht er ihr. Seine Stimme ist heiser.
Es fällt ihm tatsächlich schwer, das zu sagen. Er weiß das seit wenigen Minuten und es lastet alles auf seinen Schultern. So schnell wird sich das nicht ändern. Daniel wird lange mit diesem Wissen herumlaufen. Er wird das alles für sich behalten müssen, selbst wenn es Amelia nicht gut geht.
Das wird ihn umbringen. Wissen ist tödlich, tödlich für den eigenen Kopf.
Wenn sie das so wünscht, dann wird er es trotzdem in Kauf nehmen. Dann wird er schweigen, er wird schweigen wie ein Grab, Daniel wird schweigen wie ein Fisch.
Amelia löst den Kopf, sodass sie ihn ansehen kann.
Gut, dass der Ire sich die Tränen fortgestrichen hat. Gut, dass er die Mimik im Griff hat.
Alles ist gut. Er muss es nur entsprechend vermitteln.
Du bist der erste, der das weiß.
Daniel schluckt. Seine Lippen stehen ein Stück weit offen und im ersten Moment weiß er nicht, was er sagen soll. Deswegen schüttelt er den Kopf leicht, nimmt dann beide Hände, um sie an Amelias Gesicht zu legen. Er hält ihren Kopf fest, als könnte dieser vom Hals purzeln oder wie eine Fata Morgana verschwinden. Seine Daumen streichen über ihre geröteten Wangen, ihre nassen Wangen.
„Es wird alles gut werden. Das verspreche ich dir.“


Oh Lord, won't you buy me a Mercedes Benz ?


- Nevermind, I bought it myself.

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#436

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 02.02.2019 13:42
von Zonya • Junior Member | 489 Beiträge | 35850 Punkte



J A K E
Bei Rainn



Jake zwingt sich zu einem schwachen Lächeln, zwingt sich dazu, gelassen zu wirken – menschlich.
„Ja, dass sind sie“. Die Atwaters haben so viel für ihn getan, ohne jemals etwas dafür zurück zu bekommen. Der dunkelhaarige versteht bis heute nicht, warum sie ihm geholfen haben, die Umstände waren nicht gerade ideal, unter denen sie Jake kennengelernt haben. Nicht jeder hätte so gehandelt, in Pahokee, hätte es niemanden interessiert.
Der junge Mann hat Glück. Glück zu solch einer Familie gefunden zu haben.
Dennoch behagt es ihm nicht, darüber zu reden. Jake fühlt sich, als müsse er ihnen etwas zurück geben, etwas, dass er nicht hat.
Der Blick des neunzehnjährigen ist starr auf die Straße gerichtet, während er den Anweisungen der rothaarigen lauscht, die immer dann ertönen, wenn es Zeit wird die Richtung zu ändern.
Es ist ein merkwürdiger Morgen und mehr oder weniger still, verbringen die beiden den Rest der Fahrt. Jake ist das ganz Recht – er ist furchtbar schlecht darin, wenn es um ungezwungenen Smalltalk geht – selbst, wenn das Schweigen unangenehm bedrückend wird.
Als der Wagen vor einem Apartmentkomplex zum stehen kommt, stellt der dunkelhaarige den Motor ab.
Er bekommt einen ersten Eindruck, von der Art und Weise wie Rainn lebt, doch sich ihre Familie vorstellen, kann er nicht im geringsten.
Jake wendet den Blick von dem Gebäude erst ab, als die jüngere ihn anspricht. Er hat nicht damit gerechnet, dass Rainn ihn mit nach oben einlädt. Jake ist davon ausgegangen, dass er im Auto auf sie wartet.
„Ja, kann ich machen“ sagt er langsam und nickt, um seine Aussage zu unterstreichen. Nach einer kurzen Pause des Nachdenkens zieht der dunkelhaarige bereits den Zündschlüssel, ein wenig ist er sogar neugierig zu sehen, wo genau Rainn lebt.
Jake öffnet die Fahrertür und klettert vom Sitz, wartet bis auch Rainn den Wagen verlassen hat, um diesen anschließend abzuschließen.
„sieht nett aus“ gibt der junge Mann unbeholfen von sich, nur um kurz darauf wieder den Mund zu halten, weil er dem nichts mehr hinzuzufügen hat.
Jake wartet darauf, dass Rainn voran geht, ihm den Weg vorgibt, von alleine, macht er nicht den ersten Schritt, genauso, wie die rothaarige es auch bei ihm Zuhause gemacht hat. Nur greift er dabei nicht nach ihrer Hand, selbst wenn er es wollen würde. Die Situation erlaubt es nicht, lieber steckt der dunkelhaarige die Hände in die Hosentaschen und vergräbt diese förmlich darin.


ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʟɪᴀʀs, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʙᴇᴀᴜᴛɪғᴜʟ ᴀɴᴅ ᴘʀɪᴠɪʟᴇɢᴇᴅ, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ᴄʀᴀᴄᴋᴇᴅ ᴀɴᴅ ʙʀᴏᴋᴇɴ. ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ʟᴏᴠᴇ ᴀɴᴅ ʀᴏᴍᴀɴᴄᴇ, ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ᴛʀᴀɢᴇᴅʏ.
ᴡʜɪᴄʜ ᴀʀᴇ ʟɪᴇs? ᴡʜɪᴄʜ ɪs ᴛʀᴜᴛʜ. ʏᴏᴜ ᴅᴇᴄɪᴅᴇ
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#437

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 02.02.2019 14:14
von Zonya • Junior Member | 489 Beiträge | 35850 Punkte



M A L A K A I
Bei Franklin


Malakai wird am Waschbecken abgestellt.
Mit den Finger krallt er sich am Rand fest, versucht Halt zu finden, damit er sich nicht sofort wieder auf den Boden gleiten lässt, wagt dabei einen Blick in den Spiegel, den er sofort bereut. Ernie sieht furchtbar aus. Was allerdings noch viel schrecklicher als die blasse Haut und die Blutunterlaufenen Augen ist, ist das Wissen, dass diese Person im Spiegel, er selbst ist. Vogel will das nicht Wahr haben. Alles was er sieht, ist ein Fehler, er sieht nur das, was schief läuft in seinem Leben. Kai empfindet sich selbst gegenüber Ekel.
Er kann sein Spiegelbild nicht länger beobachten, wendet den Blick wieder ab, starrt auf das weiße Porzellan Waschbecken und kämpft dagegen an, es mit seinem Erbrochenen zu besprenkeln, sich zu übergeben, bis er das Gefühl hat, seine Spieseröhre würde mit rauskommen, warm und pulsieren vor ihm liegen bleiben.
Er bekommt das Bild nichtmehr aus seinem Kopf, bis Franklin ihm einen Becher unter die Nase hält.
Wasser. Erst jetzt bemerkt der Junge, wie quälend sein Brand ist. Seine Hand umschließt den Behälter, führt ihn gierig zu seinem Mund. Malakai ist so durstig, dass es ihn überhaupt nicht interessiert, dass die klare Flüssigkeit beim trinken über den Rand läuft, sein Kinn entlang rinnt, auf sein T-shirt tröpfelt, der Stoff zu einem Lappen fungiert und das Wasser aufsaugt.
Kai trinkt bis der Becher leer ist, bis auf den letzten Tropfen. Die Flüssigkeit liegt schwer, in dem sonst so leeren Magen, der rumort, so dass Ernie sich nicht sicher ist, ob er es bei sich behalten kann.
"Wie kannst du dir so sicher sein, dass er es niemandem sagt? Anscheinend ist er ja ziemlich sauer auf dich" ächzt Kai und schließt die Augen.
Der braune Lockenschopf vertraut Nino nicht, er vertraut auch nicht Franklin. Eigentlich vertraut er niemandem.
Vogel Atmet einmal tief ein und wieder aus. Es verlangt ihm nach frischer Luft, doch auch eine Dusche, die den Kreislauf anregt, klingt verlockend.
Franklins Worte machen ihn stutzig. Kai quittiert das mit einer hoch gezogenen Augenbraue, ungläubig, dass sein Gegenüber das Angebot tatsächlich ernst meinen kann.
"Ich werd garnichts sagen, genauso wie du". Knurrend, ja fast drohend kommen die Worte über seine Lippen. Das Thema Tod schweigen, so tun als wäre niemals etwas passiert. Nichts nada niente. Das sollte Franklin sich besser zu Herzen nehmen.
"ja kann ich" grummelt Kai und nickt, mit den Armen noch immer auf das Waschbecken gestützt. Etwas anderes, würde auch nicht passieren. Franklin sieht ihm beim duschen zu? In seinem feuchten Träumen vielleicht.
Der Junge wartet bis Franklin das Bad verlässt, sieht ihm nach, wie er es durch die Tür verlässt. Gerade als Franklin über die Schwelle treten will, macht Kai etwas, dass für ihn unüblich ist, etwas, dass man nicht von ihm erwarten würde.
"Danke, Franklin". Er hat dem Jungen den Rücken zugedreht, sieht ihn dabei nicht an, was darauf schließen lässt, dass es ihm nicht leicht über die Lippen kommt.
Dennoch ändert es nichts an der Tatsache, dass Malakai es ernst meint.


ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʟɪᴀʀs, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʙᴇᴀᴜᴛɪғᴜʟ ᴀɴᴅ ᴘʀɪᴠɪʟᴇɢᴇᴅ, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ᴄʀᴀᴄᴋᴇᴅ ᴀɴᴅ ʙʀᴏᴋᴇɴ. ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ʟᴏᴠᴇ ᴀɴᴅ ʀᴏᴍᴀɴᴄᴇ, ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ᴛʀᴀɢᴇᴅʏ.
ᴡʜɪᴄʜ ᴀʀᴇ ʟɪᴇs? ᴡʜɪᴄʜ ɪs ᴛʀᴜᴛʜ. ʏᴏᴜ ᴅᴇᴄɪᴅᴇ
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#438

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 02.02.2019 14:28
von Ponylife • Member | 2.641 Beiträge | 145250 Punkte

Jason

Der Typ fing dann erst einmal an zu lachen und ich schüttelte mit dem Kopf darüber. Hatte er es dann bald mal und bekam es hin mir zu sagen, was er wollte? Eigentlich hatte ich nicht vorgehabt hier großartig ein Kaffeekränzchen mit ihm zu veranstalten und ehrlich gesagt wollte ich das auch nicht. Umso froher war ich dann darüber, dass mir der Kerl dann 30 $ hinhielt und das Budget voll ausschöpfte. Konnte er gerne haben. Also nahm ich ihm prompt mal die Kohle ab, steckte sie mir in die Jackentasche und kramte dann in meiner Tasche herum, weil ich ein wenig umbauen musste. Aus dem einen Tütchen so viel Pillen raus bis dann noch vier drin waren, die anderen dann in eine andere Tüte und ja das war es dann auch schon. Ich sah mich dann kurz noch einmal um, aber es schien immer noch viel zu früh zu sein für andere, um zur Schule zu kommen. Umso besser. ,,So, hier.'', meinte ich und gab ihm die Tüte mit den vier Pillen. ,,Viel Spaß damit.'', fügte ich noch grinsend hinzu. Dessen konnte ich mir schon einmal sicher sein. Ein 'have a save trip' sparte ich mir. Das wünschte ich dem Typen nicht unbedingt. Eigentlich auch sonst niemandem. War mir letztendlich scheiß egal.


Jeder normale Mensch verspürt manchmal den Drang, sich in die Hände zu spucken, die schwarze Flagge zu hissen und damit zu beginnen Kehlen aufzuschlitzen. 🏴🔪💀(H. L. Mencken)
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#439

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 03.02.2019 00:50
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte

R A I N N
Zuhause ; mit Jake

Rainn klettert aus dem Wagen, landet mit beiden Füßen auf dem Asphalt.
Ihre braunen Augen richten sich auf den Wohnkomplex, auf das strahlende Weiß der Fassade und das satte Grün der kleinen Gartenanlage. Sie befinden sich mitten in der Stadt, es wurde dennoch versucht, ein bisschen Rasenfläche zu schaffen.
Es bringt Natur in die Sterilität. Ein klein wenig zumindest.
Die Rothaarige dreht das Gesicht zu Jake, der ausgestiegen und um das Auto herum zu ihr auf den Bürgersteig gekommen ist. Sie zieht die Mundwinkel hoch, ihre Augen erreicht es aber nicht so ganz.
„Lass dich von der Fassade nicht täuschen“, murmelt sie in den Boden hinein. Sie weiß gar nicht, ob das verständlich genug war, klar genug, sodass Jake die Worte hören konnte.
Das sind Worte, die der Neunzehnjährige auch nicht unbedingt hören muss.
Rainn tritt langsam auf die Eingangstür zu, gibt den Code ein, der diese aufsperrt. Mit Schlüsseln kommt man hier nicht weit – was einerseits gut ist, weil Rainn ihren nicht dabei hat. Andererseits ist es ihr fast zu modern.
Das Apartment, in dem sie mit ihrer Familie wohnt, liegt im fünften Stock.
Die Rothaarige nimmt die Treppen. Selbst, wenn sie diese mehr Zeit kosten, als der Aufzug es tut – sie fühlt sich darin nicht wohl. Sie fühlt sich eingeengt, hat Probleme, darin zu atmen. Deswegen geht sie lieber.
Rainn hofft, Jake nimmt ihr nicht übel, dass sie ihn die fünf Stöcke zu Fuß hinauf jagt.
Auch dort angekommen muss sie einen Code eingeben, der mit einem leisen Surren die Wohnungstür öffnet. Rainn dreht sich zu Jake, der dicht hinter ihr ist, legt sich einen Zeigefinger auf die Lippe.
Sie hofft, er versteht, dass er leise sein soll – nicht, dass er bisher Lärm gemacht hätte. Sämtliche Sorgen sind unbegründet, wenn es um Jake Riley geht.
Versucht, so stumm wie möglich zu gehen, tappt Rainn durch den Flur. Ihr Zimmer ist dem Eingang am Entferntesten, die beiden müssen einmal durch den kompletten Flur.
Unentdeckt klappt das Ganze nicht.
“Rainn, bist du das?! Wo zur Hölle warst du?“, donnert es aus der Küche, als die beiden zehn Schritte von ihrem Zimmer entfernt sind. Ihre braunen Augen weiten sich, Rainn blickt über die Schulter hinweg in das Gesicht ihres Stiefvaters.
Marcus funkelt sie aus seinen starren, eiskalt blauen Augen geradewegs an – die Rothaarige weiß nun, wieso sie froh ist, dass Jake mit hoch gekommen ist.


Oh Lord, won't you buy me a Mercedes Benz ?


- Nevermind, I bought it myself.

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#440

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 03.02.2019 18:16
von Zonya • Junior Member | 489 Beiträge | 35850 Punkte



J A K E
Bei Rainn



Es ist einer dieser Momente, in denen man 'wie bitte?' oder 'was?' fragen will, obwohl man die Worte seines Gegenübers verstanden hat, egal wie leise oder undeutlich sie gesprochen sind, das Gehirn braucht nur ein paar Augenblicke länger, um dem Gesagten folgen zu können.
Jake öffnet den Mund, schließt ihn nach dem Bruchteil einer Sekunde aber wieder. Er hat es sich im letzten Moment anders überlegt – weiß es besser.
Er fragt nicht was Rainn damit meint, er ist nicht in der Position das zu wissen, es geht ihn nichts an. Jake will auch nicht, dass andere ihre Nase in seine Angelegenheiten stecken.
Dennoch kann er es nicht sein lassen, sich darüber Gedanken zu machen. Bis gestern hat die rothaarige immer hochmütig auf ihn gewirkt, irgendwie auch Stolz. Dann hat er gemerkt, dass Rainn viel tiefsinniger ist, als er es sich vorgestellt hat. Und jetzt, jetzt wirkt sie paradox. Jake wird aus dem Mädchen nicht schlau.
Sie trägt einen Anschein nach außen, der im Widerspruch zu ihrer Person steht.
So erscheint es dem dunkelhaarigen, doch wahrscheinlich täuscht er sich auch in dieser Annahme, es würde ihn nicht wundern, wenn er morgen eine neue Seite an ihr kennenlernt. Neue Eigenschaften, die er ihr jetzt noch nicht zuschreiben würde.
Es ist merkwürdig, irgendwie absurd. Egal wie wenig Jake mit Ungewissheit umgehen kann, egal welche Bedenken und Unsicherheit sie auslöst, egal wie sehr der junge Mann sich vor Veränderung und unbekannten Situationen fürchtet, er will mehr über die rothaarige erfahren, er will wissen wer Rainn Ivanova wirklich ist und nicht nur die Person kennen, die sie vorgibt zu sein. Er hat nicht das Gefühl, sofort das Weite suchen zu müssen, nur weil ihm das Fremde nicht behagt.
Jake soll sich von der Fassade nicht täuschen lassen. Auch wenn Rainn den Wohnkomplex meint, der so strahlend auf ihn wirkt, der so nach intakter Familie schreit, interpretiert er viel mehr in diese Worte hinein, er bezieht sie nicht nur auf das Gebäude und ihre Wohnsituation, sondern auch auf Rainns Persönlichkeit, die so widersprüchlich auf ihn wirkt, dass Jake gar nicht weißt, was er davon glauben soll. Jede Sekunde lernt er etwas neues an ihr kennen und jedes mal, ist er aufs neue überrascht.
Der junge Mann folgt Rainn zum Eingang. Um das Gebäude betreten zu können, braucht man einen Code und keinen Schlüssel. Jake sieht das zum ersten mal, so etwas kennt er nur aus Filmen. Doch wirklich viel herum gekommen, ist der dunkelhaarige bisher nicht, da ist es nicht verwunderlich, dass es ihn überrascht. Etwas dazu sagen, tut er aber nicht. Jake saugt lieber still die ganzen Eindrücke in sich auf.
Rainn nimmt nicht den Aufzug, sie bevorzugt die Treppen. Dem neunzehnjährigen ist das ganz recht, auch wenn er bis in die letzte Etage laufen müsste. Er fühlt sich unwohl in kleinen Räumen. Außerdem mag er das Gefühl nicht, wenn der Aufzug anfährt und wieder zum halten kommt, da hat er immer das Gefühl, sein Magen dreht sich einmal.
Jake bevorzugt es, zu sehen, wohin er sich bewegt.
Das Treppen steigen macht ihm nichts aus, im Gegensatz zu manch anderen, ist er nicht außer Atem, wenn er oben ankommt.
Wieder muss die siebzehnjährige einen Code eingeben um das Apartment zu betreten. Auf Jake wirkt das alles sehr modern und vor allem viel zu teuer.
Rainn legt einen Zeigefinger auf die Lippen, bedeutet ihm damit leise zu sein. Er quittiert das mit einem Nicken.
Er wird sich Mühe geben, keinen Lärm zu verursachen.
In Pahokee hat er das oft getan, sich Heim geschlichen und versucht seine Eltern nicht zu wecken, die im Wohnzimmer ihren Rausch ausgeschlafen haben. Das war einfacher als sich mit ihnen auseinander zu setzen. Das hat nie gut geendet.
Der junge Mann folgt Rainn auf leisen Füßen und während die beiden durch das Apartment huschen, sammelt der dunkelhaarige Eindrücke, versucht dabei, nicht allzu interessiert zu wirken.
Der Plan unbemerkt ihr Zimmer zu erreichen, geht nicht auf. Eine laute Stimme donnert den beiden entgegen.
Jake kann genau sehen, wie Rainns Augen sich weiten. Was er allerdings nicht wissen kann, ist das wieso.
Der junge Mann dreht sich ebenfalls um, ein Mann steht vor den beiden, starrt die rothaarige aus kalten Augen an.
Er geht davon aus, dass der Mann ihr Vater ist, dass klingt plausibel. Jake wechselt einen Blick zwischen Rainn und dem Mann, schweigt. Er sagt nicht Hallo, das ist unpassend, immerhin hat es der andere auch nicht getan.
Das der Mann wütend wirkt, bildet der dunkelhaarige sich nicht ein. Er weiß genau, wie Zorn aussieht, damit kennt er sich aus.
Die Situation kommt ihn unbequem vertraut vor.


ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʟɪᴀʀs, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʙᴇᴀᴜᴛɪғᴜʟ ᴀɴᴅ ᴘʀɪᴠɪʟᴇɢᴇᴅ, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ᴄʀᴀᴄᴋᴇᴅ ᴀɴᴅ ʙʀᴏᴋᴇɴ. ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ʟᴏᴠᴇ ᴀɴᴅ ʀᴏᴍᴀɴᴄᴇ, ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ᴛʀᴀɢᴇᴅʏ.
ᴡʜɪᴄʜ ᴀʀᴇ ʟɪᴇs? ᴡʜɪᴄʜ ɪs ᴛʀᴜᴛʜ. ʏᴏᴜ ᴅᴇᴄɪᴅᴇ
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#441

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 03.02.2019 21:12
von Lea • Member | 827 Beiträge | 51800 Punkte



- @ Jerrys
- Jerry
- Mentioning Nino

Er hatte es Begriffen. Endlich. Er hielt die Klappe und sagte nichts. Was für eine wundervolle Ruhe – die aber nicht lange anhielt. Schon wieder öffnete Jerry den Mund, weshalb sich in Lys Kopf Mordszenarien einschlichen. Es wäre nicht so gemeint, es wäre ihm nicht egal. Ebenso wäre es okay, wenn er hier bleiben würde. Joa. Merkte er eigentlich, dass Lys genau DAS nicht hatte hören wollen? Es wäre okay, wenn sie sich nicht sehen würden, weil einer nach Kanada ziehen würde und das wäre alles völlig okay. Eine lange Beziehung auf Eis legen. Völlig okay.
Oh was würde er ihn einfach jetzt gern abstechen. Oder ersticken. Erwürgen. Durch den Fleischwolf drehen und den Hunden zum fraß vorwerfen.
Jeremy würde für seinen halbblinden Freund also zum Mörder werden. „Tu das einfach niemals.“, murmelte er nur. Wieso sollte Jerry auch jemand ermorden. Also bitte. Süß gemeint, irgendwo, aber hallo? Das war eine Spur zu weit. „Er war früher ein wirklich lieber Mensch. Wirklich.“ Gutherzig und alles. „Vielleicht hat ihn der Knast auch wieder wachgerüttelt. Er stand schließlich damals unter Alkoholeinfluss.“ Keine Ahnung ob er mittlerweile wieder trocken war oder sonst was. Aber er war draußen. Seit drei Jahren war er wieder auf freiem Fuß.
„An dem Freitag, als wir zum ersten Mal nach LA geflogen sind, hat Rob dich übrigens angelogen. Wir haben zusammen in einem Bett geschlafen, weil er dachte, ich würde mich sicherer fühlen. Neben den Schlaftabletten die mich ausknocken.“, erzählte er ihm dann einen Teil der Story, die er nicht kannte. „Am Tag davor stand mein Vater beim Abendessen im Esszimmer. Ich hatte so Angst vor ihm, ich hab die Nacht über nicht geschlafen. Ich war echt froh, dass ich das Wochenende nicht alleine war und du mich auf andere Gedanken gebracht hast. Aber ich will keine Angst mehr vor ihm haben. Immerhin hat er in den vergangenen drei Jahren auch nichts mehr gemacht oder war in meiner Nähe.“ Wieso also nicht sich dieser Angst stellen? Todkrank im Krankenhaus würde er ihm sicher nicht an die Kehle springen. Selbst wenn würde Lys sicher damit alleine fertig werden – ohne Jeremy.
Und dieser vergaß anscheinend manche Dinge. „Was vergisst du? Hoffentlich nicht, dass wir in einer Beziehung sind.“ Das wäre echt bitter, aber auch irgendwo witzig. In erster Linie aber bitter. Hach ja… „Naja, wir sind zu perfekt. Wir sollten uns eigentlich auch streiten, aber sich mit dir zu streiten ist schwerer als ner Raubkatze die Krallen zu lackieren während man Fleisch um den Hals hängen hat.“ Das war mal eine ziemlich realistische Aussage. Selbst über das Kanadathema hatten sie nicht streiten können, was irgendwo echt bitter war. Aber man konnte einem Knox eben nicht böse sein.
„Nein. Das nimmt den ganzen den Spaß.“ Lys zuckte mit den Schulter, musste aber doch kurz schmunzeln. Als ob er Jerry kalt machen würde. Wenn dann wirklich ohne ein Wort zu sagen. Wie sollte das auch sonst werden? Ihn wachrütteln, mit einem Messer in der Hand, sagen Du, ich bring dich jetzt um, ja? und dann zustechen? Klaaar.
Sein Cousin machte also extra viel Sport um ihn zu beeindrucken. Jesus, der müsste nur eine Kiste Wasser vom Keller in Erdgeschoss schleppen und er wäre beeindruckt, wenn er nicht atmen würde, als würde er verrecken. „Ja… wären wir nicht zusammen, ich würd sie alle vögeln. Ausnahmslos…“ Jerry war wirklich das einzige Hindernis. Das einzige, kleine Hindernis, was doch unüberwindbar war. Ab und an fühlte er sich eh so, als würde er einiges verpassen. Die meisten knutschten mit anderen rum, sammelten sexuelle Erfahrungen mit verschiedenen Leuten und er? Er hatte seit drei Jahren die gleichen Lippen zum küssen, den gleichen Körper zum kuscheln, den gleichen Schwanz zum… ja. Er fühlte sich, als würde er was verpassen. Aber deshalb was ändern? Könnte er nicht.
,,Wie soll ich dir etwas versprechen, wenn es so schon feststeht ?" Hieß das also…? Oh man, die beiden würden echt heiraten. Für immer zusammen und alles. Wow. Großer Schritt, große Bedeutung und sicher etwas, was viele in ihrem Alter nicht hatten. Eine aneinander Reihung seines Spitznamens, zwischendurch der volle Name. „Will ich immer noch.“, gestand er ihm und grinste ein wenig. So war das eben. Den Kuss erwiderte er glücklich, seufzte allerdings dann, als Jerry aufstand. War das die Rache? Na danke.
Lysander setzte sich ebenfalls auf, umarmte seinen Freund von hinten, das Auge auf das Display gerichtet. Ja, er las ab und an seine Nachrichten mit, aber Jerry durfte das auch bei ihm. Gab ja nichts zu verbergen. „Wenn er anruft, stell ihn auf Lautsprecher.“, meinte er nur und küsste ihn auf die Wange. „Schatz. Stell dir vor wir würden uns trennen. Vielleicht hat einfach einer der beiden genug und will einen endgültigen Schlussstrich.“ Vermutungen über Vermutungen. Aber was es wirklich war, ging beide nichts an.


But seriously, though. Some of you people need to go to church. I don't want you in hell with me.
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#442

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 03.02.2019 21:34
von Lea • Member | 827 Beiträge | 51800 Punkte


- @ Home
- Vogel/Nino

Vogel am Waschbecken stehen zu lassen war vielleicht nicht die beste Idee. Er hätte ihn auch auf die Toilette setzen können, aber wer weiß, ob der dann wieder in die Senkrechte gekommen wäre. Ganz zurechnungsfähig sah er nicht aus.
Wenigstens trank er. Und wie er trank. Wie ein halb verdurstetes Pferd schluckte er das Wasser, war dabei so ungeschickt wie ein Kleinkind, welches zum ersten Mal aus einem Becher trank. Niedlich, aber scheinbar auch bitter nötig.
„Ja, aber würdest du wirklich rum erzählen wollen, dass du mit deinem Freund Schluss machst und er betrunken mit nem anderen im Bett liegt? Hört sich schon peinlich an.“ Zumal der Hintergrund auch noch ein Ich liebe dich enthielt. Ouh einfach böse, nichts, was man nicht besser für sich behalten sollte.
Sanft, ja eigentlich schon liebevoll, strich er ihm ein paar Haarsträhnen aus dem Gesicht. Ach Malakai, was sollte man bloß mit ihm anstellen? Das war doch alles nicht richtig. Auch wenn er schon wieder mit den Drohungen anfing. Welch wunderbare Erfindung, dieses drohen, nur leider ließ es Franklin völlig kalt. „Ach mein kleines Schwuggele.“, grinste er und schüttelte den Kopf. Als ob er was sagen würde. Er war nicht so fies zu ihm, wirklich nicht.
Wenigstens konnte er alleine duschen, was Franklin mit einem Nicken kommentierte, ehe er sich daran machte, das Badezimmer zu verlassen. Die Türklinke hielt er in der Hand, um die Türe zu schließen, als seine Ohren ein Danke vernahmen. Er lächelte. Er lächelte wieder. „Immer doch, Vogel.“, meinte er leise und zog die Türe ein Stück weiter zu, ehe er inne hielt. „Draußen liegen Schmerztabletten, falls du welche brauchst.“
Dann schloss er auch die Türe, um sich selbst Unterwäsche zu holen und schnell im Badezimmer seiner Brüder zu duschen. Vorher legte er allerdings Vogels Klamotten zusammen, alles auf die Couch. Nicht, dass es verdächtig wurde. Ebenso schaffte er sich ein Alibikerl am Handy – Calvin, ein Kollege seines Vaters. War leider irgendwie auch sein Typ. Dazu noch Schwul mit Interesse an ihm. Perfekt.
Kurz drauf stand er unter der Dusche bei seinen Brüdern, wusch sich die Haare und den Körper. Fünf Minuten wenns hoch kam, länger konnte er nicht unter dem Wasser bleiben.
Er trocknete sich ab, stieg in die Boxershorts und legte sich das Handtuch um die Schultern. Jetzt hoch, was anziehen und dann könnte er auch zur Schule gehen. Er war schon an der Treppe, als es klingelte. Alessandra ging, rief dann nach Franklin. Genervt ging dieser deshalb in Unterwäsche zur Tür, sah dort einen Nino stehen. Oh man, ernsthaft?
„Was genau an ‚es ist vorbei‘ verstehst du nicht?“, fragte er ihn direkt, stellte sich zwischen Tür und Angel. Kein Herein bitten, kein nichts. Nicht mal mehr ein Lächeln, was Vogel wieder gezaubert hatte. Er war schlichtweg genervt von Nino, dass er hier aufkreuzte. Was auch immer das für Beweggründe waren.


But seriously, though. Some of you people need to go to church. I don't want you in hell with me.
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#443

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 04.02.2019 21:34
von KimEule • Junior Member | 388 Beiträge | 21300 Punkte

Nino
@ Franklins home

Handy-Post


Was genau an ‚es ist vorbei‘ verstehst du nicht
Die Wut verpuffte. Sie hatte mich angetrieben, hier her zu gehen, und nun ließ sie mich einfach im Stich. Ich hatte die Sonnenbrille abgenommen, als Franklins Schwester mir die Tür geöffnet hatte. Ich hatte im Kopf gehabt, was ich ihm hatte sagen wollen. Die Worte waren nun weg. Ich starrte ihn an, während sich schon wieder Tränen in meinen Augen sammelten, mir die Sicht verschwamm. Ich konnte einfach nicht glauben, was hier gerade passierte. Das hier war ein einziger Albtraum und ich würde jetzt gerne aufwachen! Vielleicht träumte ich das ja wirklich nur und würde gleich heulend bei Askari aufwachen. So peinlich das wäre, ich wünschte mir das gerade. Ich wollte nicht, dass das wirklich passierte. Ich hatte ihn so noch nicht erlebt. Er sah mich fast kalt an. Genervt. Und dazu seine Worte. War er jetzt sauer, dass mich das mitnahm? War er genervt, weil es mich verletzte, wenn er mit irgendwem ins Bett ging, und mir vorher noch Hoffnung machte. Ich hatte das nicht erwartet. Das alles nicht. Ich weiß gar nicht, was ich jetzt hier erwartet hatte, das jedenfalls nicht. Er sagte mir auf Paschtu, er würde mich lieben und stieg dann mit nem anderen Kerl ins Bett und dann machte er schluss mit mir?!
„Ich versteh das alles nicht“, presste ich die Worte erstickt hervor. Dass er so gut wie nichts anhatte, machte die Sache auch nicht besser. „Wieso… Warum…“
Ich konnte es nicht aussprechen. Mir wollte es einfach nicht über die Lippen kommen. Mir wurde auch schon wieder schlecht. Aber ich wollte Antworten. Also musste ich es aussprechen. Ich schluckte schwer. Versuchte die Tränen wegzublinzeln. Eigentlich sollte ich doch wütend sein und er sich entschuldigen, oder? Wieso hatte ich das Gefühl, dass es gerade anders herum war?
„Warum hast du mit jemand anderen geschlafen? Ich dachte, wie kommen wieder zusammen, Franklin! Du hast…“ Er hatte mir einen Knutschfleck verpasst, der da immer noch an meinem Hals thronte. Die Erinnerung schlug zu, ich schloss kurz die Augen und jap, ich heulte schon wieder. Ich schluckte erneut, sah ihn wieder an. Versuchte es zumindest. Wieso hatte er das getan?! „Ich habe dir keinen Grund gegeben, diese Worte nie wieder auszusprechen. Das wollte ich nie und das werde ich auch nie. Ich will nur nicht, dass du mir je wieder so weh tust… Warst du sauer? Ist das die Rache dafür, dass ich schlussgemacht habe? Wolltest du mir wehtun? Hast du geschafft. Du findest mich wirklich eklig, oder? Mit mir wolltest du ja nie…“
Mir versagte die Stimme und ich schlang die Arme um meinen Oberkörper. Vielleicht sollte ich einfach wieder gehen. Ich fühlte mich unendlich allein, benutzt und fürchterlich betrogen. Ich konnte auch nichts für meine Gefühle. Ich durfte mich jetzt so fühlen.
„Wieso hast du mich betrogen?“, flüsterte ich. Emotional hatte er es auf jedenfalls getan. War mir scheißegal, dass wie genau genommen gar nicht zusammen gewesen waren. Es fühlte sich eben so an. Ich verstand auch gar nicht, wieso er jetzt sauer oder genervt von mir war. Ich hatte nichts getan. Was hatte er denn erwartet? Dass ich das lustig finden würde? Dass es mir egal war, wenn er mit anderen Leuten vögelte? Was war sein Problem? Ich war schlafen gegangen, hatte gehofft, dass wir das wieder hinbekommen würden, während er jemand anderen gevögelt hatte. „Ich hab mir Gedanken gemacht, wie ich mich bei dir entschuldigen kann; wie ich dir meinen Körper erkläre; wie wir das wieder hinbekommen und du… du hast Sex mit dem anderen und bist jetzt sauer auf mich, weil mir das verdammt noch mal weh tut? Was stimmt bei dir eigentlich nicht?!“
Wenn er mir jetzt die Tür vor der Nase zuschlagen würde, wäre es das. Endgültig. Ich wusste nicht genau, was ich hier wollte. Vielleicht wollte ich einfach einen Grund, ihm das zu verzeihen. Einen Grund, weiter zu kämpfen. Einen Grund, das wieder hinzubekommen. Ohne einen Grund ging das nicht. Ich vertraute ihm nicht mehr. Wie könnte ich das denn jetzt noch?


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#444

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 04.02.2019 22:11
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


L U C I E N
bei den Tribünen – mit Jason

alleine


Viel Spaß.
Fast bringen die zwei Wörter Lucien zum Aufschnaufen. Fast.
Die Worte sind ein Zwiespalt – jeder, der das Rauschmittel schon einmal konsumiert hat, der weiß das. Es ist ein Spaß, ein federleichter und schöner Spaß, und es ist die Hölle, die heiße und kalte und brennende und einfrierende Hölle.
„Spars dir“, murrt Lucien, schiebt das Tütchen in seinen Rucksack. Ganz tief in das mittlere Fach. Da fällt es ihm nicht versehentlich heraus – die Gefahr, dass das passiert, ist im vorderen Fach gegeben -, weil er den Reißverschluss zu dieser Ablage ohnehin nicht öffnet. Prävention, etwas, an das er nicht immer, nicht in jeder Hinsicht denkt.
Auf die Menge gesehen haben ihm die paar Dollar nicht viel eingebracht – auf die Wirkung gesehen aber, da reicht es. Es reicht für den Monat, reicht vielleicht für den nächsten.
Je nachdem wie schlimm die Nächte sind, wie stark der Stress steigt, wann das nächste Geld in der Haushaltskasse eingeht.
Lucien zieht den Reißverschluss zu, streckt dann die Beine, um sich schließlich aufzuraffen.
Er sagt kein ‚Danke‘, sagt erst einmal gar nichts mehr. Dank ist nicht angebracht, eigentlich sogar sollte er gar nichts sagen.
Schließlich nickt er Jason knapp zu. Seine Stimme kratzt noch und Lucien weiß nicht, nach was ihm nun zuerst begehrt: Kaffee, Zigaretten, ein warmes Bett oder Drogen. Alles gleichzeitig und irgendwie auch keines von allem.
„Man sieht sich.“
Dann tragen ihn seine Bühne unter den Tribünen hervor, tragen ihn weg von Jason.
Er will nicht länger als notwendig mit ihm zu tun haben, will nicht länger als notwendig dort bleiben. Bei dem Männchen, das ihm suspekt ist, dass ihn viel zu sehr an seine potenzielle Zukunft erinnert.
Lucien will weg hier.
Am liebsten ganz.


Oh Lord, won't you buy me a Mercedes Benz ?


- Nevermind, I bought it myself.

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#445

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 04.02.2019 22:42
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


R A I N N
zuhause – mit Jake


Rainn schrumpft.
In dem Moment, in dem sie Marcus ansieht, schrumpft sie. Sie fühlt sich plötzlich klein, weiß gar nicht, was sie erwidern soll.
Für gewöhnlich ist sie nicht wortkarg. Für gewöhnlich weiß sie sich zu wehren, weiß, wie sie Blitze zurückschleudern kann.
Marcus aber, er hat etwas an sich, dem sie nicht traut. Er präsentiert sich so aalglatt, so glänzend und makellos, wie er dort im Türrahmen verweilt. Die Rothaarige weiß ganz genau, dass er in der offenen Küche gesessen hat, zu seiner zweiten Tasse Kaffee die New York Times auf dem iPad gelesen hat. Das macht er jeden Morgen so. Er thront regelrecht auf seinem Stammplatz, trägt den Anzug, den er sich für den jeweiligen Tag vorbereitet hat.
Er hat sein Leben durchgeplant, jede Minute getaktet, er weiß genau was wann passiert.
Die Mischung ist es, die Rainn ungeheuer ist. Es ist die unberechenbare Ruhe, die ihr Furcht einflößt, die Art, wie er mit seinen Marionetten zu tanzen weiß.
Marcus ist ein Mensch, mit dem sie sich nicht anlegen will.
Vielleicht der einzige Mensch auf Erden, dem gegenüber sie so denkt.
Sie öffnet den Mund, um etwas zu sagen. Mehr als ein gestammeltes „Ich…“ aber kommt nicht heraus. So, als hätte Rainn verlernt zu sprechen.
Der Blick aus ihren braunen Augen senkt sich auf den Boden, mit den Fingern der linken Hand hält sie ihr Handy fest umklammert. So stark, dass ihre Knöchel kalkweiß hervortreten.
Sei froh, dass deine Mutter nicht hier ist“, bellt ihr Stiefvater schließlich. Sein Blick gleitet ihre Kleidung auf und ab. Eigentlich ist es gar nicht ihre Kleidung – es ist Jakes. „Was würde sie nur dazu sagen, dass ihre Tochter augenscheinlich ein Flittchen ist.
Süffisant grinst der Erwachsene, bewegt sich dann mit einem Kopfschütteln aus dem Türrahmen. Marcus geht zurück in die Küche, aus welcher augenblicklich Gelächter zu hören ist. Fynnian.
Zurück lässt er Rainn, die mit jeder Millisekunde zu schrumpfen scheint, deren Geist dem Erdboden immer näher kommt. Regungslos starrt sie erst auf den Fleck, an dem der Mann gerade noch gestanden hat, verweilt so noch.
Erst als die Luft in ihren Lungen dünner wird, als sie mit bebenden Lippen einatmen muss, blinzelt sie. Rainn hat ganz vergessen, dass Jake noch hinter ihr steht, schleppt sich nur mehr monoton die Meter zu ihrem Zimmer.


Oh Lord, won't you buy me a Mercedes Benz ?


- Nevermind, I bought it myself.

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#446

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 05.02.2019 16:54
von Zonya • Junior Member | 489 Beiträge | 35850 Punkte



J A K E
Bei Rainn


Rainn gibt keinen Ton von sich. Mit geweiteten Augen fokusiert sie den Mann namens Marcus, schrumpft dabei Sekunde um Sekunde. Es fällt Jake nicht schwer zu erkennen, dass sie Respekt vor dem Mann hat. Doch Respekt ist vielleicht nicht der richtige Ausdruck, es wirkt mehr, als hätte sie Angst vor ihm, als würde seine aalglatte Fassade sie einschüchtern. Auf Jake hingegen hat sein Auftreten nicht den gewünschten Effekt, er geht ihm nicht unter die Haut, seine undurchschaubare Art macht den dunkelhaarigen nicht nervös. Noch weiß er nicht, was er von Marcus halten soll.
Als Rainn anfängt etwas zu stammeln, wendet er seinen durchbohrenden Blick von dem Mann ab, sieht zu der jüngeren, versucht zu verstehen, was hier vor sich geht.
Eigentlich weiß Jake sehr gut, was gerade passiert. Er kennt diese Situation, auch wenn das Ende in seiner Geschichte einen anderen Verlauf nimmt.
Und er merkt, wie es ihn wütend macht. Es macht ihn wütend, dass Marcus seine Position scheinbar ausnutzt, dass es ihm Freude bereitet, Rainn so schrumpfen zu sehen. Das verrät ihm das süffisante Grinsen, das der dunkelhaarige ihm am liebsten aus dem Gesicht wischen würde.
Es macht ihn wütend, dass die Situation so vertraut auf ihn wirkt. Damit weiß er nicht umzugehen.
Was ihn aber vorallem wütend macht, sind die Worte, die Marcus Rainn entgegen bringt, ihr förmlich ins Gesicht spuckt.
Unbewusst spannt Jake jeden Muskel in seinem Körper an, es ist ein eingefleischter Reflex, den der dunkelhaarige in solchen Momenten zum Vorschein bringt. Es ist eine nicht mehr änderbare Gewohnheit, die zu seiner zweiten Natur geworden ist.
Das nächste was er mitbekommt, ist das Marcus zurück in die Küche geht und Gelächter ertönt.
Rainn für ihren Teil, schiebt sich nach ein paar Sekunden monoton zu ihrem Zimmer.
Und Jake, Jake starrt auf den Eingang der Küche, lässt die Kiefermuskeln im Licht tanzen.
Der neunzehnjährige verweilt so für einige Augenblicke. Dann schüttelt er den Kopf, schlägt sich Gedanken aus seinem Kopf, die ihn nur in Schwierigkeiten bringen würden und folgt Rainn langsam in ihr Zimmer.
Nachdem er den Raum betreten hat schließt Jake die Tür und bleibt unmittelbar dahinter stehen. Er lässt seinen Blick nicht durch den Raum schweifen, dieser verweilt auf Rainn. Der junge Mann sagt nichts, hat das Gefühl, dass Worte die Situtation nur schlimmer machen.
Jetzt weiß er, warum er sich von der Fassade nicht täuschen lassen soll.
Jetzt weiß er, was er von Marcus halten soll.


ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʟɪᴀʀs, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʙᴇᴀᴜᴛɪғᴜʟ ᴀɴᴅ ᴘʀɪᴠɪʟᴇɢᴇᴅ, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ᴄʀᴀᴄᴋᴇᴅ ᴀɴᴅ ʙʀᴏᴋᴇɴ. ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ʟᴏᴠᴇ ᴀɴᴅ ʀᴏᴍᴀɴᴄᴇ, ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ᴛʀᴀɢᴇᴅʏ.
ᴡʜɪᴄʜ ᴀʀᴇ ʟɪᴇs? ᴡʜɪᴄʜ ɪs ᴛʀᴜᴛʜ. ʏᴏᴜ ᴅᴇᴄɪᴅᴇ


zuletzt bearbeitet 05.02.2019 16:56 | nach oben springen

#447

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 06.02.2019 19:06
von Lea • Member | 827 Beiträge | 51800 Punkte



- Daheim
- Nino
- Mentioning Vogel, Askari

Da stand er nun vor ihm, mit Tränen in den Augen. War ja schlimmer als jede Frau. Vielleicht sollte er doch bei diesem Geschlecht bleiben und nichts mit Kerlen anfangen, wie man am Beispiel Nino sah. Franklin war ja kein schlechter Mensch, ihm nahm das auch mit, dass da jemand mit Tränen in den Augen vor seiner Tür war - egal ob die beiden eine Vergangenheit hatten oder nicht. Aber er müsste standhaft bleiben, auch wenn es weh tat. Niemand hatte gesagt, es würde leicht werden.
Nino verstand das Ganze wohl nicht. Auch wenn sich ihm die Frage stellte, was es da nicht zu verstehen gab. Es war vorbei, Ende. Das hatte er doch so gewollt, als er das Haus und die halbe Nachbarschaft zusammen geschrien hatte in einer oscarreifen Darbietung des Schluss machens.
Am liebsten wollte er eh die Türe schließen. In Unterwäsche in der Türe stehen stand jetzt nicht auf seiner Bucket List, aber nun denn. Er hatte genug Manieren um Nino nicht die Türe vor der Nase zu zu schlagen. Wenn er ihn schon nicht hinein bat. Ein anderer Grund wäre auch Vogel, der oben in seinem Bad war und hoffentlich nicht tausende von Toden starb.
Wieso hatte er mit jemand anderem geschlafen ? Weil ich eine kleine notgeile Schlampe bin erschien jetzt nicht die richtige Antwort. Deshalb zuckte er mit den Schultern. "Keine Ahnung. Hat aber glaub Spaß gemacht. Vielleicht deshalb." Würde zumindest erklären wieso sein Arsch sich so wund anfühlte. Gut, die wenigen Erinnerungen die er hatte waren auch relativ angenehm gewesen. Allgemein hatte er wenig gegen Sex. Sex war super mit den richtigen Leuten. Aber er hatte nicht gesagt, dass er sowas nie wieder sagen sollte? Hatte er vorhin ein anderes Telefonat geführt? "Ich will nicht, dass du mir das je wieder sagst, hörst du?",zitierte er ihn mit hochgezogener Augenbraue. "Deine Worte oder irre ich mich? Ich werde es nie wieder zu irgendwem auf irgendeiner Sprache sagen. Schluss aus Ende." Erster Punkt. Zweiter Punkt: "War ich sauer, dass du Schluss gemacht hast? Ja. Irgendwo ja. Aber da schon länger nicht mehr. Rache? Nope. Wollte ich dir weh tun? Nein. Ich war betrunken, da denkt man nicht so weit. Finde ich dich eklig? Nein, hab ich auch nie gesagt. Aber dein Atem riecht nach erbrochenem und das ist eklig." Er trat zwei Schritte zurück, holte aus der Jacke, welche in der Garderobe hing, Kaugummis raus und trat wieder zur Tür, um diese Nino in die Hand zu drücken. "Wollte ich mit dir Sex? Nein gesagt hätte ich sicher nicht." Er war eben auch nur ein männliches Wesen. Da sagte man, vor allem in dem Alter doch gern mal ja zu sowas.
Klischeehaft, wusste er auch. War aber eben so.
Nino nicht in den Arm zu nehmen fiel ihm immer noch schwer, Aber da musste er durch. Nebenbei war er auch ein wenig genervt. Immer alles tausend mal durchkauen...
Wieso hast du mich betrogen? Franklin musste lachen. Wirklich. Das war ja lächerlich. "Zum betrügen muss ne Beziehung vorhanden sein und die ist nicht da. Ich kann vögeln wen ich will. Du übrigens auch. " Würde er aber sicher nicht tun, er schätzte Nino nicht wie jemand ein, der irgendwen zu sich ins Bett einlud. Das war dann doch eher war für Franklin, der damit weniger Probleme hatte. Egal ob nüchtern oder nicht.
Er redete weiter, erzählte das er alles wieder hatte hinbiegen wollen. Schön. Franklin hätte es auch toll gefunden, wenn die beiden wieder zusammen gekommen wären. Gestern zumindest. Aber irgendwie hatte der Sex mit Vogel dann doch gezeigt, dass nur Gulasch was zum aufwärmen war - eine Beziehung aber nicht. Dann kam dieser letzte Satz. Etwas, was er besser nicht gesagt hätte. Vorher war er nicht sauer gewesen, dafür aber jetzt. Und das ziemlich. "DU kommst zu MEINEM Haus, nachdem ICH alles beenden wollte und fragst MICH, was mit MIR schief läuft?! Frag dich das doch mal selbst! Ich weiß, dass Askari mich wahrscheinlich dafür verprügeln wird, aber das ist mir so scheiß egal!" Tief durchatmen. "Ich wollte auch wieder mit dir zusammen kommen. Das was ich gestern gesagt hab, also das was ich noch weiß, stimmt alles, ja. Aber es ist einfach besser wenn wir nicht zusammen sind. Deshalb wollte ich auch diesen verdammten Schlussstrich vorhin ziehen, den du ja so wunderbar mit Füßen trittst."
Er atmete erneut tief durch, seufzte leise. Man, das war echt kein schönes Ende. "Es tut mir leid Nino.", entschuldigte er sich und sah kurz auf den Boden, ehe er den Jungen vor sich wieder ansah. "Gegen eine Freundschaft würde nichts sprechen. Ich würd dich auch zum HoCo ausführen, aber ich bezweifle, dass du das willst."
Wer wollte da schon mit seinem Ex auftauchen? Nebenbei würde er sicher mit Askari gehen. Also konnte er sich denken.


But seriously, though. Some of you people need to go to church. I don't want you in hell with me.
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#448

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 06.02.2019 20:45
von KimEule • Junior Member | 388 Beiträge | 21300 Punkte


@ Dannys car

Ich hatte keine Lust jetzt noch zur Schule zu gehen. Ich wollte auch nicht wieder nach Hause. Ich wollte ganz andere Dinge. Da nagte etwas an mir, dass mich versuchte, in die Tiefe zu ziehen. In das dunkle Loch, aus dem ich gekommen war. Ich wollte da nicht wieder hin zurück. Ich fühlte mich dennoch taub. Erstarrt. Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Ich fühlte mich gleichzeitig ziemlich hilflos. Er war wieder da. Ich wusste nicht, was ich jetzt tun sollte.
Danny versprach mir, es niemanden zu sagen. Das beruhigte mich. Wobei ich sowieso nicht wirklich geglaubt hatte, dass er so etwas einfach rumerzählen würde. Aber es war etwas, das die Art und Weise, wie Leute mit mir umgingen veränderte. Ich wollte das nicht. Es reichte, wenn ich der Junkie war. Das reichte doch. Ich musste nicht auch noch die Gestörte sein. Die Hirnkranke. Die Zurückgebliebene. Oder die, mit der man Mitleid haben musste. Ich wollte kein Mitleid. Ich brauchte auch kein Mitleid. Es gab genügend Menschen auf der Welt, denen noch schlimmeres passiert war. Ich war nicht die einzige, die zu Hause geschlagen worden war oder wurde. Meine Geschwister hatten es nicht besser gehabt. Vor diesem Vorfall, hat der Kerl mich nie angefasst. Die anderen drei schon. Ich war schon verschont geblieben. Zum Teil.
Ich hatte Danny anscheinend überrascht. So sah er jedenfalls aus. Er sah auch mitgenommen aus. Was ihm nicht zu verübeln war. Und dann versprach er mir, dass alles gut werden würde. Ich war mir da nicht so sicher. Ich war mir da nie sicher. Ich traute diesen Worten nicht. Erwachsene hatten diese Worte schon oft zu mir gesagt und dann war es noch sehr viel schlimmer als gut geworden. Ich traute diesen Worten einfach nicht mehr so richtig. Ich wollte Danny glauben. Ich wollte ihm wirklich glauben, aber einfach war das nicht. Aber ich hatte mich mittlerweile wieder ganz gut im Griff. Ich funktionierte wieder einigermaßen.
„Tut mir leid, Danny“, flüsterte ich. Ich wollte ihm nicht wehtun. Ich hatte auch nicht gewollt, dass er sich noch mehr Sorgen machte. Das hatte ich wirklich nicht gewollt. Er hatte heute doch eigentlich auch schon genügend Sorgen. Ich legte eine meiner Hände sachte an sein Handgelenk. „Können wir das nicht einfach wieder vergessen?“
Das war ein irrationaler Vorschlag. Wie sollte man so was schon vergessen? Aber wir könnten uns für heute doch Mühe geben. Und dann könnte ich das immer noch irgendwie angehen. Oder? Wieso musste das jetzt sein? Ich hatte sowieso keine Lösung dafür.


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#449

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 07.02.2019 22:03
von KimEule • Junior Member | 388 Beiträge | 21300 Punkte


@ Franklins home -> his way back calling Jerry

Meine Welt stand momentan Kopf. Anders konnte man das gar nicht mehr beschreiben. Ich kann nicht genau sagen, welche Antworten ich mich erhofft hatte. Aber sein Grund, wieso er die letzte Nacht einfach mit jemand anderem im Bett war, war nichts, was ich hatte hören wollen. Vielleicht hatte ich gehofft, dass er das bereuen würde. Mir sagte, dass er das bereute. Tat er aber nicht. Er sagte, weil es Spaß gemacht hatte. Super. Ich bekam immer mehr das Gefühl, ihn überhaupt nicht mehr zu kennen. Als sei ich in eine andere Person verknallt. Den Franklin, der gerade vor mir stand, den liebte ich nicht. Ich wusste nicht, wer hier vor mir stand. Ich kannte ihn so einfach nicht. Hatte auch nie damit gerechnet, dass er so sein könnte; so etwas tun würde. Ich hatte nicht geahnt, dass er mir jemals so wehtun würde. Tat er aber. Und hörte gar nicht mehr damit auf.
Er wiederholte meine Worte. Ich wusste, dass ich das gesagt hatte. Hatte er eine Vorstellung, wieso ich das gesagt hatte? Vermutlich nicht. Sonst würde er das nicht als Grund nehmen. Und ganz ehrlich? Ich war mir gerade gar nicht mehr so sicher, ob der Typ vor mir überhaupt eine Ahnung hatte, was Liebe überhaupt war. Seine Antworten machten auch gar nichts besser. Na, vielleicht schon ein wenig. Mir wurde langsam klar, dass ich mir hätte treu bleiben sollen. Dass ich das mit der Party so niemals hätte tun sollen. Es hatte einen Grund gegeben, wieso ich schlussgemacht hatte. Diese Situation war der Grund. Ich hatte gewollt, dass so etwas mir nicht passierte. Nun nun passierte es eben doch.
Er drückte mir Kaugummis in die Hand und ich starrte ihn einfach nur weiter an. Das alles konnte so einfach nicht sein ernst sein. Aber es wurde tatsächlich noch besser. Er log. Ich wusste, dass er log. Gestern hatte er noch gesagt, dass er sich nicht sicher gewesen sei, ob er mit mir hätte Sex haben wollen, weil er mich ja eklig finden könnte. Der Vergleich mit dem Überraschungsei und der Enttäuschung war mir nicht entfallen. Er log, als er sagte, er hätte nicht nein gesagt. Das war eine Lüge. Ganz egal, ob er damit auch sich selbst belog. Aber er musste mich ja auslachen. Kleinlich werden. Nein, wir waren nicht zusammen gewesen. Ich fühlte mich trotzdem betrogen und deshalb war es für mich auch ein Betrug. Für mich war es das. Wenn er sich da rausreden wollte, bitte. Das änderte gar nichts.
Seine Entschuldigung konnte er sich auch sonst wo hinschieben. Die wollte ich nicht. Und dann kam er alles ernstes mit Freundschaft?! Jetzt war ich es, der auflachte. Das war einfach nur absurd. Dafür war ich mir jetzt ziemlich sicher, dass er keine Ahnung hatte, was Liebe war. Sonst hätte er das niemals gesagt. Und lieben tat er mich auch nicht. Sonst hätte er das noch viel weniger gesagt. Ich wischte mir die Tränen aus dem Gesicht und sah ihn an.
„Belüg dich ruhig selbst; ich erinnere mich an den Überraschungsei-Vergleich, dass du Schiss hattest, du könntest enttäuscht sein, oder mich eklig finden. Du googlest den Scheiß, anstatt mich zu fragen… Du hast keine Ahnung, was Liebe ist, oder? ‚Gegen Freundschaft würde nichts sprechen‘“, zitierte ich nun ihn und schüttelte den Kopf. Ich trat einen Schritt zurück. Ich würde gehen. Das hier war das Ende. Ich musste über ihn hinweg kommen. Ich wusste nicht, wie ich das anstellen sollte. Aber ich musste das. Denn darin hatte er leider ziemlich recht: wir sollten nicht zusammen sein. Das brachte nichts. Und so wie er jetzt war, konnte er mir sowieso gestohlen bleiben. Für meine nächsten Worte, brauchte ich ihm vermutlich auch nicht zu sagen, wie ernst mir diese waren. Er kam aus einer ziemlich gläubigen Familie. Ich auch. Ich war tatsächlich, was das anging auch sehr gläubig. Ich wusste, dass ich ihm das nicht noch erklären musste. Ich wusste, dass er verstand, wie ernst mir diese Worte waren. Ich war schon fast dabei zu gehen, als ich mich für die Worte noch einmal zu ihm drehte, ihn ansah.
„Fahr zur Hölle, Franklin.“
Und damit drehte ich mich um. Mein Handy hatte in meiner Hosentasche vibriert. Ich wollte nachsehen, wer das gewesen war. Ich meinte, diese Worte wirklich ernst. Viele sagten das einfach so daher. Ich benutzte solche Worte nicht. Ich glaubte an die Hölle und den Himmel. Ich zog das Handy im Gehen aus der Hosentasche und sah, dass Jerry mir geschrieben hatte. Ich tippte auf seinen Namen, das Telefon wählte und schließlich nahm irgendwer ab. Vermutlich Jerry. Ich im ersten Moment gar nicht was ich sagen sollte. Meine Welt war nicht mehr die gleiche.
„Ich dachte, nach gestern Abend kommen wir wieder zusammen… er hat gesagt, er liebt mich. Aber wie kann der das, wenn er dann mit irgendwem anders in die Kiste geht? Und weißt du, was er grad eben dann meinte? Es spricht ja nichts gegen eine Freundschaft?! Ist er so doof oder macht der das mit Absicht?!“


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#450

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 07.02.2019 23:42
von Lea • Member | 827 Beiträge | 51800 Punkte


- @ Home
(- Nino)

„Belüg dich ruhig selbst; ich erinnere mich an den Überraschungsei-Vergleich, dass du Schiss hattest, du könntest enttäuscht sein, oder mich eklig finden. Du googlest den Scheiß, anstatt mich zu fragen… Du hast keine Ahnung, was Liebe ist, oder? ‚Gegen Freundschaft würde nichts sprechen‘“
1. Was hatte Google damit zu tun, ob er wusste, was Liebe ist?
2. „Weißt du das überhaupt selbst?“ Eine berechtigte Frage. Wer manche Dinge so Aussprach und davor noch nie eine Beziehung gehabt hatte.
Aber was war Liebe eigentlich? Laut Wikipedia: Liebe ist eine Bezeichnung für stärkste Zuneigung und Wertschätzung.
Nach engerem und verbreitetem Verständnis ist Liebe ein starkes Gefühl, mit der Haltung inniger und tiefer Verbundenheit zu einer Person (oder Personengruppe), die den Zweck oder den Nutzen einer zwischenmenschlichen Beziehung übersteigt und sich in der Regel durch eine entgegenkommende tätige Zuwendung zum anderen ausdrückt. Das Gefühl der Liebe kann unabhängig davon entstehen, ob es erwidert wird oder nicht. Hierbei wird zunächst nicht unterschieden, ob es sich um eine tiefe Zuneigung innerhalb eines Familienverbundes (Elternliebe, Geschwisterliebe) oder um eine Geistesverwandtschaft handelt (Freundesliebe, Partnerschaft) oder aber um ein körperliches Begehren gegenüber einem anderen Menschen (Eros). Dieses Begehren ist als körperliche Liebe eng mit der Sexualität verbunden, die jedoch nicht unbedingt auch ausgelebt zu werden braucht (vgl. platonische Liebe).

Dann gab es ja noch irgendwo diese Klassifizierungen, oder? Die aus der Antike.
• Éros – der Wunsch nach Geliebt-Werden, die Leidenschaft;
• Philía – die Freundesliebe, Liebe auf Gegenseitigkeit, die gegenseitige Anerkennung und das gegenseitige Verstehen;
• Agápe –die selbstlose Liebe, Nächstenliebe oder Feindesliebe

Eigentlich alles Begriffe, die doch eng miteinander verschlungen waren. Was war es aber im Falle Nino – Franklin?
In beiden würde sich mit Sicherheit Éros wiederfinden – den Wunsch nach Geliebt werden. Jeder Mensch wollte jemand, der einen liebte. Selbst Leute, die Asexuell waren oder sonst was. An Philía könnte es mangeln – sie hatten die Gegenseitige Anerkennung, aber das Verständnis fehlte irgendwo. Einerseits konnte Franklin Nino nicht verstehen, umgekehrt sicher genauso wenig. Ein Glück – er verstand sich selbst nicht.
Etwas, was vielleicht Nino fehlte war allerdings Agápe – die selbstlose Liebe. Eigentlich verhielt sich Franklin nur so, damit Nino ihn hassen konnte und darüber hin weg kam. Das hier war nichts und würde nichts mehr werden, auf was man eine stabile Beziehung bauen könnte. Dafür war das Fundament zu mau. Natürlich würde er nicht darauf bestehen, sich als Held zu betiteln, das war er nicht, aber für ihn war es das richtige – obwohl es ihm selbst weh tat.
„Fahr zur Hölle, Franklin.“ Würde er sowieso, er mochte auch Männer. Etwas, was in so gut wie jeder Religion ein absolutes Unding war. Egal ob man homo-, bi-, pan- oder polysexuell war – es war nicht gern gesehen. Nie. Ein Platz in der Hölle war ihm sicher, falls diese überhaupt existierte.
Er wusste, dass es in Deutschland irgendwo ein Ort namens Höllental gab. Er hatte davon gelesen, dort gewesen war er natürlich nie.
Schwer schluckte er dennoch, biss die Zähne zusammen, sodass sein Kieferknochen hervor trat. Den Blick hielt er von seinem Gegenüber abgerichtet, er traute sich nicht, ihn anzuschauen. Aber er hatte bekommen, was er wollte. Er hasste ihn offensichtlich.
Franklin schloss die Türe wieder und drehte sich langsam um, wollte zurück ins Zimmer, wobei ihm eine Front von Menschen den Weg versperrte.
« Quoi ? », fragte er die anderen
« Qu’est-ce qu’il se passe ? », fragte seine Mutter, sichtlich verwirrt über den Hergang des Gesprächs.
« Rien, Maman. »
« Oh, Franklin… », begann sie, bereitete ihre Arme aus, um ihren Sohn zu umarmen.
Genervt schob er sich an ihr und den anderen vorbei, Tränen stiegen in seine Augen.« Non, laissez – moi. »
« Franklin… »
« Laissez-moi tranquille ! » , rief, was beinahe eher ein schreien war, er ihnen zu.
Damit stieg er auch schon ziemlich zügig die Treppenstufen hoch bis ins Dachgeschoss, wo er unsanft die Türe zuknallen ließ. Deprimiert stapfte er Richtung Bett und ließ sich fallen, das Gesicht in die Kissen gedrückt. Ihm war eigentlich gar nicht nach weinen zu Mute, aber ihm tränten trotzdem die Augen.
Na was für ein hammer Start ins neue Schuljahr.


But seriously, though. Some of you people need to go to church. I don't want you in hell with me.


zuletzt bearbeitet 07.02.2019 23:42 | nach oben springen



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