#451

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 08.02.2019 14:03
von Zonya • Junior Member | 503 Beiträge | 36550 Punkte



M A L A K A I
Bei Franklin


Schwuggele? Das kann nicht Franklins verschissener Ernst sein.
Für solche Sticheleien ist Ernie einfach nicht zu haben, wird er auch nie. Ein flasches Wort und Vogel fühlt sich sofort bedroht, sogar angegriffen.
Würde er nicht am Waschbecken stehen, sich mit den Händen am Rand festkrallen, als wäre es sein Rettungsanker, der ihm in dieser Notlage Halt gibt, dann würde Malakai Franklin zeigen, dass er solche Sprüche das nächste mal besser runterschlucken sollte. Einfach für sich behalten, für den Fall, dass er nicht weiß, wie man mit einem manischen Ernie umgeht. Mit Manikern ist in extremen Zuständen oft eine „ganz normale“ Kommunikation überhaupt nicht mehr möglich. Gegen die Heftigkeit, die ein Maniker im Zorn entwickeln kann, gegen seinen teilweise unbändigen Willen und sein übersteigertes Selbstbewusstsein hat ein psychisch gesunder keine Chance. Es ist einfach kein ehrlicher Kampf, Vogel ist durch die fehlende Kritikfähigkeit und das krankhaft erhöhte Selbstbewusstsein bei Aufregung und Streit oft sehr stark im Vorteil.
Doch noch bevor Ernie sich weiter darüber aufregen kann, noch bevor er Franklin Worte zurück schmettert, die alles andere als auf ein freundliches Gespräch abzielen, verlässt der braunhaarige das Bad. Das ist gut so, Kai muss sich nicht weiter aufregen, er kann das einfach vergessen, wenn er diesen Jungen nicht länger vor Augen hat. In seinem jetzigen Zustand, hätte er sich gar nicht wehren können, es wäre alles nur schlimmer geworden, nur ist der Lockenschopf sich dessen nicht bewusst. Malakai hat Störungen in der Wahrnehmung, im Denken - es fällt ihm schwer, die Realität zu sehen.
Nun ist der Junge alleine im Bad, bleibt für einige Augenblicke noch am Waschbecken stehen, hat den Blick dabei stur auf den Boden gerichtet. Er will nicht in den Spiegel gucken.
Dann schlurft er zur Dusche und stellt das Wasser an. Seine Klamotten landen wieder auf dem Boden - seit dem letzten Abend, dass dritte mal. Ernie hatte nicht vor mit jemandem ins Bett zu steigen, oder es sich im Badezimmer von Nathan Abercrombie besorgen zu lassen. Dennoch hat er es getan, hat direkt zwei mal gegen seine Regel verstoßen, hat genau das bestätigt, was er sich seit Monaten versucht auszureden. Ernie ist nicht schwul.
Kai weiß nicht, was er noch glauben soll. Das Gedankenkarussell hält nicht an.
Das warme Nass, dass auf ihn herab regnet, tut gut. Es kurbelt den Kreislauf an, sorgt dafür, dass die Kopfschmerzen sich zurück ziehen, bis er nicht mehr das Gefühl hat, dass sich so ein großer Druck aufbaut, dass alles oberhalb seines Halses in die Luft fliegt.
Nur die Übelkeit bleit, sorgt dafür, dass Kai sich mit den Händen gegen die Wand stützt, das Wasser in seinen nacken prasseln lässt, versucht, seinen Mageninhalt nur dieses eine mal für sich zu behalten.

Schule


Nach der Dusche verlässt Kai das Bad, kleidet sich mit Franklins Sachen ein und packt seine sieben Sachen.
Der Bewohner dieses Zimmers ist weit und breit nicht zusehen, hat sich wie in Luft aufgelöst, was Ernie als Chance nutzt, um unauffällig zu verschwinden. Er will keine Minute mehr länger hier verweilen, alles erinnert ihn daran, dass sein Leben in wenigen Tagen vorbei sein wird. Oder sogar Stunden. Er weiß nicht wie schnell es die Runde machen wird, doch Ernie ist sich sicher, dass weder Nino, noch Franklin den Mund halten wird.
Er wird im Munde all seiner Mitschüler sein, egal ob es der Wahrheit entspricht oder nicht. Niemand wird ihm glauben, wenn er etwas anderes behauptet.
Der Gedanke daran löst nackte Panik aus.
Mit seinen Sachen im Schlepptau verzieht er sich, lässt Franklins Haus so schnell es geht zurück und würdigt es keines Blickes mehr.

Malakai steuert die Schule an, nach Hause will er noch viel weniger. Heute Abend steht das Tennis Turnier an, welches er in seinem jetzigen Zustand knicken kann. Vogel würde nicht mal den Aufschlag meistern. Seine Eltern müssen das noch nicht erfahren, sie werden bereits Krank vor Sorge sein, da schadet es nicht, sie noch etwas länger warten zu lassen. Allerdings schreibt er ihnen eine Nachricht, mit dem letzten Rest Saft, den sein Akku noch hergibt. Ernie schreibt, er sei bereits in der Schule und besonders früh los, weil er noch Hausaufgaben erledigen müsse. Wers glaubt wird seelig.
Es dauert eine Weile, bis Ernie an der Schule ankommt, er kann nicht einschätzen, ob es daran liegt, dass Franklin etwas weiter weg wohnt, oder er einfach zu langsam ist, noch nicht auf der Höhe um in einem anständigen Tempo zu laufen. Darüber will er sich auch nicht länger Gedanken machen.
Vogel hat keine Schulsachen dabei, kann sich glücklich schätzen, dass er in seinem Spind einen Kugelschreiber findet. Blätter wird er sich einfach leihen.
Seine Klamotten finden den Weg in die letzte Ecke des Spindes, werden dort wohl solange versauern, bis das Schuljahr zuende ist, doch auch das interessiert ihn gerade nicht. Vogel ist viel mehr damit beschäftigt, paranoide Blicke durch die Gegen zu werfen, alle paar Sekunden über seine Schulter zu blicken. Bildet er es sich ein, dass die Mädchen hinter vor den Mund gehaltenen Händen tuscheln? Reden sie über ihn? Wer weiß es schon? Warum starrt ihn dieser Typ so an? Warum zeigen nicht direkt alle mit dem Finger auf ihn?


ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʟɪᴀʀs, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʙᴇᴀᴜᴛɪғᴜʟ ᴀɴᴅ ᴘʀɪᴠɪʟᴇɢᴇᴅ, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ᴄʀᴀᴄᴋᴇᴅ ᴀɴᴅ ʙʀᴏᴋᴇɴ. ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ʟᴏᴠᴇ ᴀɴᴅ ʀᴏᴍᴀɴᴄᴇ, ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ᴛʀᴀɢᴇᴅʏ.
ᴡʜɪᴄʜ ᴀʀᴇ ʟɪᴇs? ᴡʜɪᴄʜ ɪs ᴛʀᴜᴛʜ. ʏᴏᴜ ᴅᴇᴄɪᴅᴇ
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#452

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 08.02.2019 15:22
von yulssi • Junior Member | 178 Beiträge | 8900 Punkte
















→ @ home / school
→ vogel

Ouch. Aua. Fuck. Oder was auch immer man benutzen wollte, wenn man Schmerzen hatte. Überall. Kelly fühlte sich wie Scheiße, genauer gesagt wie die frisch gepresste Scheiße eines Schafes, die nicht richtig herauskommen wollte und diesem dabei das gesamte Puploch in verschiedene Stücke zerriss, sodass es Wochen lang nicht mehr ordentlich auf die Wiese gehen konnte, ohne dabei heulen... konnten Schafe überhaupt heulen ? - zu können. Genau so, nur noch viel viel schlimmer und menschlicher. Was hatte er gestern bitte wieder angestellt, dass es nun so war, wie es zu sein schien ? Das von einem Adidas- Schriftzug überzogene Oberteil besaß hier und da ein paar getrocknete Flecken, seine sowieso schon zum freshen Aussehen und so gemusste, gelöchterte Hose war am Knie noch ein Stückchen weiter aufgerissen und seine Mittelpunkte der Beine waren generell irgendwie gerötet, taten weh, als hätte er eine Weile lang darauf gehockt und... ach ja, da war ja was gewesen. Mehr, als eine Sache und das mit so einem Typen, der sich so nannte wie ein Tier, vielleicht auch wirklich so hieß... Strauß ? Storch ? ...Nein, Vogel. Kelly war sich dann doch ziemlich sicher, dass dies seinen komischen Namen darstellte, Vogel wie vögeln, genau. Er hatte ihn Kai genannt. Malakai, Kai. Irgendwie in diese Richtung. Ein komischer Kerl mit einem Muttermal unter dem einem Auge und einer extrahierten Vorliebe für diverse Beleidigungen, plus einen Verstand, den der Amerikaner selber nicht so ganz nachvollziehen konnte. Das war gestern, beziehungsweise heute gewesen. Ihm war schlecht, seine Augen schrien förmlich nach Tod und seine Gliedmaßen starben ebenfalls so langsam ab, was womöglich auch daran liegen konnte, dass Soda - das fette Katzending - es sich auf seinem Besitzer bequem gemacht hatte, dort so laut schlief, dass Kelly davon wach geworfen war. Wer hatte dieses Viech heute Nacht überhaupt reingelassen ? Der stank regelrecht nach Dreck, denn die dicke Katze hatte echt ein Talent dafür, die versifftesten Ecken zu finden. Kelly wollte heute echt nicht auf diese neue Schule gehen, hatte jegliche Lust daran wohl auf dem luxuriösen Klo des ihm Unbekannten liegen gelassen und konnte sich gerade einmal aufraffen, als auch schon wieder etwas ganz anderes in seinem Körper schmerzte und er das Gefühl hatte, sich übergeben zu müssen. Die Sache von gestern war geklärt, er würde Vogel, Malakai, oder Ernie und Kai nie wieder begegnen, würde nun auf eine total bekloppte Schule für reiche Pappnasen gehen und seine Vergangenheit in Florida begraben lassen. Und das Beste ? Er war nicht schwul. Herr Mistery für immer verschwunden, also konnte es ihm keiner nachweisen. Der Gute hatte nicht einmal in seinem Bett geschlafen, nachdem er den einen seiner Brüder mit verbundener Hand darin schnarchen gesehen und somit einen Umzug aufs Sofa gemacht hatte. Was eine Scheiße. Ob eine Dusche dies wohl wieder retten konnte ?

Nein. Okay, vielleicht doch ein kleines - wenn auch nur ein gaaanz kleines - bisschen, mehr auch nicht. Ein zu kleines bisschen, um dem Blonden wieder gute Laune machen zu können, der mit dem bestimmt gelangweiltesten Gesichtsausdruck am Tisch saß, sein Brot so merkwürdig aß, als könnte dieses ihn jeden Moment anspringen und erwürgen, was dem neunzehn- Jährigen einige Blicke des Rests seiner Familie einhandelte. "Geht es... dir gut ?.... Kelly ? Kelly. Kelly !" ,,Was !?" Es ging ihm NICHT gut, konnte das denn keiner sehen ? Doch er würde ja wohl kaum seinen jüngeren Geschwistern mit einem Lächeln ins Gesicht blicken und ihnen freudig mitteilen, dass er nun dezent schlechte Laune hatte, da er die Nacht lang bekifft und besoffen auf nem fremden Klo mit einem Typen, den er dazu überhaupt nicht mal gekannt gevögelt hatte. Nun mit Schmerzen im Arsch und anderen Stellen durch die Welt ziehen durfte, von den vielen roten Flecken kaum zu schweigen, die einem natürlich sofort ins Auge sprangen, wenn man sich den Amerikaner ein wenig näher ansah. Gott, sein Kopf brummte wie der Motor eines alten Autos, weshalb er diesen kurzerhand mit der freien Hand anpackte und die schweren Augenlider für ein paar Sekunden schloss.


Schule


,,Kann ich da ma' ran ?" ,waren also die ersten einigermaßen normalen Wörter, die den Mund des neunzehn- Jährigen in der Schule verließen, da er sich noch am Anfang gleich Schlüssel für einen Spind geholt und somit Platz für die ganzen Schulsachen gemacht hatte, aber nicht richtig herankam, da jemand so ausgebreitet davor stand, das eigene Schließfach daneben geöffnet hatte... dieses Haus war echt eine Zumutung für jede Menschenseele. Eine riesigengroße Zumutung. Und nun wurde es ihm doch zu bunt. Hörte dieser Kerl schlecht ? Hatte der was mit, oder in seinen Ohren ? Erde an Braunschopf ? Erde an... Ach du Scheiße. Ach du fucking Scheiße, dass konnte doch nicht wirklich wahr sein... oder etwa doch ? Kelly wollte einfach nur noch kotzen, sich im nächstgelegenen Fluss ertränken, oder von der höchsten Brücke der Welt springen gehen, um diesem Typen nie wieder in irgendeiner Art und Weise begegnen zu müssen. Das war Horror. Der pure Horror, Mord, Tortur, komplett unfair, dass sein Leben ihm so eine Kacke vorspielen musste. Hatte er danach gefragt, täglich von den dümmsten Sachen gefickt zu werden- und das nicht nur mental ? Wer hatte beschlossen, dem Amerikaner immer wieder einen Strich durch die Rechnung zu machen ? Würde es in Zukunft etwa immer so aussehen ? Aufstehen und vom einen in das andere Fettnäpfchen zu treten ? ...Nein, schon zu fallen, denn das war doch echt nicht mehr normal. Normal waren auch nicht die Reaktionen, die der ihm noch immer ziemlich Unbekannte dem Blonden mit seiner alleinigen Existenz einhandelte, ihn gleichzeitig nervös und gelassen werden ließ, heiß, kalt, heiß, kalt, als ob es so völlig normal war. Dauernd so sein musste. Kelly war sich ab dem Zeitpunkt nicht einmal mehr so wirklich sicher, was er überhaupt wollte- in den nächsten paar Stunden einen saftigen Selbstmord, oder Mord an anderen Menschen begehen, die auf einmal wie aus dem Nichts auftauchten und ihm das Leben schwierig machen mussten. Vielleicht war es auch einfach nur er, der das Ganze hier so ansah, überreagierte. So hatte Kelly sich das nicht vorgestellt, wollte doch einfach nur wie jeder normale Mensch auch auf eine langweilige, von irgendwelchen Spießern besiedelte Schule gehen. Nicht den Typen als aller erstes treffen, mit dem er sich gegenseitig da und dort ein paar Dinge hereingeschoben hat. ,,Mala... kai ?" ....... ,,Fuck." War es ein Flüstern ? Na wohl kaum mehr als das, womöglich auch ein leicht erstickt klingendes Krächzen, da sich das Geräusch, welches der Hellhaarige im Nachhinein machte wohl eher weniger human angehört hatte. So hatte Kelly sich den Tag hier nicht vorgestellt. Vielleicht sollte er auch nicht so auf die Erscheinung des Anderen starten, sich gleichzeitig nicht dafür bereit fühlen, ordentlich hinzuschauen, sodass es leicht psychisch kranke Ergebnisse gab. Und Schließfach wechseln. Definitiv das Schließfach wechseln. Oder die Schule. Oder das Land.


zuletzt bearbeitet 08.02.2019 16:35 | nach oben springen

#453

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 09.02.2019 20:26
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


R A I N N
Zuhause – mit Jake


Vor ihrem Bett bleibt die Rothaarige stehen. Sie starrt darauf, blinzelt nur, ohne weiteres zu tun. Ihren Rücken hat sie zur Tür gedreht.
Rainn rauft sich die Haare, versucht, Worte zu finden.
Sie versucht, die Situation zu verarbeiten.
Die Tür fällt ins Schloss. Damit verstummen auch die Schritte, die ihr gefolgt sind.
Nicht, dass Rainn diese wahrgenommen hätte. Sie hat nicht mehr daran gedacht, dass auch Jake in der Wohnung ist, dass sie nicht alleine ist. Bis jetzt. Die sich schließende Tür hat sie daran erinnert.
Rainn hebt den Kopf, dreht sich um, sodass sie Jake ansieht.
Äußerlich wirkt sie wieder gefasst. Rainn kann die Masken schnell wechseln. Sie hat Übung darin. Der Sturm tobt innerlich – den weiß sie zu ersticken. Rainn trägt die Emotionen nicht nach außen.
„Tut mir Leid“, murmelt sie. Sie sieht Jake ins Gesicht, weicht seinen Augen dabei aber aus. Ihr Blick wirkt ohnehin eher gezwungen, genauso wie die Worte surreal sind.
Sie entschuldigt sich für ihren Stiefvater.
Rainn hat das Gefühl, das tun zu müssen, irgendetwas sagen zu müssen. Sonst würde sie die Stille hier umbringen.
Die Rothaarige nimmt die Hände aus den Haaren, denkt so viel nach – sie weiß gar nicht, was sie mit ihren Armen machen soll, zum Beispiel. Am liebsten würde sie sich jetzt in ihrem Bett verkriechen, einen Haken hinter den Tag setzen.
Blöd nur, dass es erst Morgen ist, dass noch so viele Stunden vergehen müssen, bis sie den Kopf ins Kissen betten und sich die Decke überziehen kann.
Rainn lässt die Arme einfach gerade ihre Seiten hinunter hängen und dann wendet sie die Augen von Jake ab. Rainn sieht auf den Boden, wendet sich dann ab, um zu ihrem Schrank zu gehen.
Sie muss sie daran erinnern, was sie hier zuerst wollte. Sonst kommt sie nicht weiter, sonst überrollen sie ihre Gedanken.


Oh Lord, won't you buy me a Mercedes Benz ?


- Nevermind, I bought it myself.

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#454

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 10.02.2019 11:19
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte

D A N I E L

„Ist schon gut.“ Das ist es wirklich. Irgendwie.
Die Situation selbst ist alles andere als gut, alles andere als etwas, das Daniel abwinken kann.
Nur will er wirklich nicht, dass Amelia sich für etwas entschuldigt, dass gar nicht in ihrer Macht liegt.
Sie kann andere Menschen nicht ändern. Sie kann auch ihre eigene Vergangenheit nicht ändern – und daher kann sie gegen Dinge, die ihr Angst einjagen, nicht vorgehen.
Amelia reagiert einfach instinktiv und ihr erster Instinkt ist Verzweiflung.
Verzweiflung und Rückzug.
Das kennt Daniel. Er kennt es von sich selbst viel zu gut – das macht ihm Angst. Ihm macht es Angst, dass sie sich so ähnlich sind. Er will nämlich nicht, dass Amelia durch die gleichen Ängste durchleben muss wie er. Das ist unfair.
Die Brünette umfasst sein Handgelenk sachte. Sie will, dass die beiden das vergessen.
Amelia muss selbst merken, wie lächerlich der Vorschlag ist. Als ginge das so einfach.
Daniel schüttelt den Kopf, aber nickt auch. Er macht beides gleichzeitig, weiß gar nicht, was er ursprünglich machen wollte. Er kann ihr nicht seine Zustimmung geben – aber er will sich nicht weiter im Kreis drehen. Das tun sie nämlich, wenn er jetzt verneint, wenn er das Thema wieder darauf lenkt.
„Was hältst du davon, wenn wir uns irgendwo noch Frühstück holen?“, schlägt er dann vor, lässt die Antwort auf ihre Frage damit aus.
Seine Stimme klingt ganz normal, worüber Daniel froh ist. Er selbst hat schon gegessen, Amelia wahrscheinlich auch. Deswegen ist der Vorschlag nicht der beste. Er will aber nicht einfach zur Schule fahren und Amelia gleich in die Horde Menschen werfen, ohne ihr eine Chance zu geben, ein wenig runter zu kommen. „Wir haben nämlich noch genug Zeit.“


Oh Lord, won't you buy me a Mercedes Benz ?


- Nevermind, I bought it myself.

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#455

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 10.02.2019 15:53
von Mivaka • Member | 1.116 Beiträge | 79550 Punkte



at home – school ; mentioning Lucien ; texting Rainn

Wieder einmal hatte sich ihre Abneigung gegen Partys bewahrheitet. Im Endeffekt hatte sie nicht einmal Rainn gehabt, diese war nach dem kleinen Zusammentreffen nicht mehr auffindbar gewesen. Lucien hatte einen Becher nach dem anderen geleert und sie? Sie stand daneben. Hatte sich umgesehen, nur in das Gespräch mit eingebracht, wenn es wirklich von Nöten gewesen war und hätte genauso gut im Erdboden versinken können – aufgefallen wäre es sicher keinem. Zwar hatte sie sich dennoch an der Coladose bedient, auch wenn sie dieses Getränk wirklich nicht gerne mochte, hatte dies vielleicht als einzigen Ausweg gesehen um nicht vollkommen fehl am Platz zu sein. Geholfen hatte es nicht wirklich. Es hatte lediglich ihre Blase gefüllt und den bekannten und nicht wirklich willkommenen Nachgeschmack von Cola hinterlassen. Irgendwann hatte Lucien schliesslich genug von der Runde, hatte sie mit sich gezogen, beinahe so als wäre sie irgendeine Puppe, und gemeinsam kamen sie in der Küche an. Was danach passierte...es führte dazu, dass sie alleine den Weg nach Hause eingeschlagen hatte und Lucien auf der Party zurückgelassen hatte. Ob sie auf dem Weg vielleicht auch schon eine Träne verdrückt hatte?
Und wieder einmal wurde ihr klar, warum der Braunhaarige und sie sich so sehr unterscheiden. Sie kamen beinahe aus anderen Welten, lebten in anderen Welten und es war der Rothaarigen mal wieder bewusst geworden. Ein Fakt, den sie kannte, aber über die Ferien verdrängt hatte. Lucien wollte mehr von dem zwischen ihnen, nur war sie eben nicht bereit dazu gewesen. Alkohol hin oder her, den er intus gehabt hatte, gestern war er in der Küche doch ein wenig aufdringlich geworden und damit konnte sie nicht umgehen. Hatte gleichzeitig Angst davor Lucien wieder zu sehen, doch genauso hatte sie Angst davor, dass er die Schnauze voll hatte von ihr. Sie war hin und her gerissen, hatte lange nicht schlafen können und so hatte Lucien ihr beinahe den kompletten Schlaf genommen. Auch wenn er das nicht einmal wusste.

Am nächsten Morgen war sie vollkommen übermüdet von ihrem Wecker aus ihren Träumen gerissen worden. Hatte bestimmt dreimal auf Schlummern gedrückt, ehe sie sich aus dem Bett schälte. Nur kurz die Zeit hatte unter die Dusche zu springen, die Haare hatte sie dabei zum Dutt gemacht, damit diese nicht nass wurden. Anschliessend schlüpfte sie schnell in die sommerliche Kleidung. Es war Mitte August und die Sonne würde sie auch an einem Schultag nicht verschonen. Die Rothaarige widmete sich danach also ihren Schminksachen. Beth griff nach dem weißen iPhone, sah auf dem Display einen verpassten Anruf von Lucien. Kurz schwebten ihre zierlichen Finger über der Push-Up Benachrichtigung, ehe sie den Kopf schüttelte, dass Handy entsperrte und sich die morgendliche Playlist anmachte. Dann begann sie die Sommersprossen etwas überzuschminken. Noch immer so, dass ihr Gesicht natürlich aussah, nur fielen die Sommersprossen eben nicht mehr so direkt auf. Leise seufzend packte sie die letzten Sachen in ihre Schultasche. Schulterte diese, schnappte sich ihr Handy, machte die Musik aus und kurz darauf nahm sie in Windeseile die Treppenstufen nach unten. "Ganz ruhig Fine." leise lachend kamen die Worte über ihre rosigen Lippen, als die Labradoodle Hündin sie schwanzwedelnd begrüsste. Die zierlichen Finger fuhren durch das schwarze, gelockte Fell und kurz hatte sie sich zu der Hündin nach unten gekniet. Ihr Vater und ihre Stiefmutter schliefen entweder noch, oder waren schon im Laden. So hatte sie lediglich noch Zeit der Hündin etwas zu Fressen zu geben, ehe sie auch schon in ihre Vans schlüpfte und das Haus verließ.
Sollte sie Lucien zurückrufen oder ihm schreiben? Vielleicht...nur wusste sie nicht was. Wenn sie wüsste, wo er oder viel eher das er mit irgendwem anders die Nacht verbracht hatte, dann würde es ihr sicherlich das eh schon angeknackste Herz in Zwei reißen. Darüber wollte sie aber nicht weiter nachdenken. So holte sie ihr Handy nur hervor um ihrer besten Freundin eine Nachricht zu tippen. 'Ich will bitte noch alle Details von deinem Abend hören ;D' Bei dem Tippen der Nachricht hat sich ein winziges Lächeln auf ihren Lippen ausgebreitet, ehe sie den Kopf leicht schüttelt. Bei Rainn war der Abend hoffentlich erfolgreicher oder besser als bei ihr selbst. Jedenfalls würde sie es ihrer besten Freundin wirklich gönnen. So macht sich Beth auf den Weg zu dem Schulbus. Ihr Fußweg zur Schule wäre zu lang und so findet sie sich weniger später im Bus wieder, ehe sie sich dann kurze Zeit später auch schon auf dem Schulhof wiederfindet. Dort schlägt sie den Weg in das Hauptgebäude ein um zu ihrem Schließfach zu gehen. Vielleicht hofft sie, dass sie Lucien nicht trifft, oder aber will sie ihn treffen? Beth weiß es nicht.
Dieser Kerl stellt ihre sonst so geordnete Welt auf den Kopf..mehr als er es jemals zu wissen vermag



zuletzt bearbeitet 10.02.2019 15:53 | nach oben springen

#456

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 10.02.2019 16:08
von Zonya • Junior Member | 503 Beiträge | 36550 Punkte



M A L A K A I
In der Schule mit Kelly



,,Kann ich da ma' ran ?" - "Was?!".
Eine Spur zu genervt presst Malakai das Wort über seine Lippen. Eine Hand an der Schließfachtür, das Gesicht auf das Chaos im inneren gerichtet, kann der braune Lockenschopf nicht sehen, wer in angesprochen hat, kann die Stimme niemanden zuordnen.
Irgendeiner dieser Lackaffen, die durch die Schule spazieren, als wäre es ihre, quatscht ihn von hinten an, verlangt doch allen ernstes, dass Ernie Platz macht.
"Kannste nicht warten?". Malakai braucht nicht mehr lange, nutzt den Spind im Grunde auch nur dafür, dass es so aussieht als hätte er etwas zu tun, dann ist es nicht so unangenehm, wenn alle über ihn reden, sich über ihn lustig machen und er nur daneben steht und nicht weiß was er tun soll.
Er kann die Blicke förmlich in seinem Rücken brennen spüren, sie brennen sich wie Brandzeichen auf seine Haut, als wäre er ein scheiß Tier. Doch jedes mal, wenn er sich umdreht, einen Blick über seine Schulter wirft, ist dort niemand. Niemand der ihn anstarrt, niemand tuschelt hinter erhobenen Händen, niemand zeigt mit dem Finger auf ihn. Malakai werden keine abwertenden Sprüche zugeworfen. Niemand beachtet ihn. Doch sobald er den Blick abwendet, fühlt es sich wieder so real an, dass er es kaum aushält, dass er das Bedürfnis hat um sich zu schlagen, jeden der an ihm vorbei geht anzuschreien, sie sollen nicht so gaffen. Ernie ist doch kein Tier in einem Zoo, dass von jedem betrachtet wird, sich vor den neugierigen Blicken nicht schützen kann und durch die Gitterstäbe keinen Ausweg findet.
Der Lackaffe hinter ihm, scheint das scheinbar nicht zu verstehen. Er verzieht sich einfach nicht, bleibt doch allen ernstes hinter ihm stehen und wartet, wartet bis es leise Klick macht und er zu einem gestotterten Redeversuch ansetzt. Das wird Ernie zu viel.
Vogel dreht sich um, nutzt den Schwung der Bewegung, um seiner Schließfachtür einen ordentlich Schub zu verpassen, die darauf hin, mit einem lauten Knall ins Schloss fällt und starrt mit zusammen gekniffenen Augen, in das Gesicht eines blonden Jungens.
Vogel hätte lieber, dass alle mit dem Finger auf ihn zeigen, über ihn reden, feindseelige Sprüche durch die Gegend rufen, als zu sehen, was sich ihm gerade offenbart. Vogel will nicht erkennen, wer da vor ihm steht, will es nicht wahrhaben, doch seine Augen spielen ihm, wie im ersten Moment angenommen, keinen Streich. Kelly steht in voller Montur vor ihm, diesmal mit Klamotten und nicht ohne. Er ächtzt seinen Namen, obwohl Vogel diesen nicht aus seinem Mund hören will. Da bekommt dieser eine ganz neue Bedeutung, irgendwie schmutzig, als würde er etwas unanständiges bedeuten. Das Geräusch, dass er dabei von sich gibt, hört sich an wie ein sterbenes Tier. Wilkommen bei der Raubtierfütterung. Doch fühlt Vogel sich in diesem Moment nicht wie ein stolzer Löwe, oder ein anderes majestätisches Tier. Nein, viel mehr stellt er das Fressen in dieser Situtation da. Kai ist der Vogel, der von Kelly aus der Luft geholt wird, ihn zu seinem zweiten und endgültigen Absturz für diesen Tag bringt.
Ernie presst sich gegen die Spinde hinter ihm, würde gerade am liebsten darin verschmelzen, seinen Kopf zwischen die Tür klemmen und diese fest zuschlagen, mit noch viel mehr Schwung, als er es eben bereits getan hat. Alles wäre besser, als das hier, als Kelly gegenüber zu stehen und die Minuten bis zu seinem Tod zu zählen.
Der blonde flüstert ein Fuck, das kann Malakai nur erwidern.
Verdammt, "Fuck".


ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʟɪᴀʀs, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʙᴇᴀᴜᴛɪғᴜʟ ᴀɴᴅ ᴘʀɪᴠɪʟᴇɢᴇᴅ, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ᴄʀᴀᴄᴋᴇᴅ ᴀɴᴅ ʙʀᴏᴋᴇɴ. ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ʟᴏᴠᴇ ᴀɴᴅ ʀᴏᴍᴀɴᴄᴇ, ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ᴛʀᴀɢᴇᴅʏ.
ᴡʜɪᴄʜ ᴀʀᴇ ʟɪᴇs? ᴡʜɪᴄʜ ɪs ᴛʀᴜᴛʜ. ʏᴏᴜ ᴅᴇᴄɪᴅᴇ
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#457

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 10.02.2019 16:59
von yulssi • Junior Member | 178 Beiträge | 8900 Punkte
















→ school
→ vogel

Nein, er konnte nicht warten. Wollte Kelly auch überhaupt nicht, denn wenn er schon einmal hier war und seinen Weg durch dieses enorm beschissene Schulgebäude gefunden hatte, dann konnte er auch gleich die viel zu schwere Tasche entleeren. Nun ja, schwer war auch wieder relativ, wenn man beachtete, dass der Amerikaner wenn, dann nur die nötigsten Sachen mit sich herumschleppte, der Meinung war, es würde völlig ausreichend sein, von ein paar Stiften, einem karierten und einem linierten Block zu leben. Taschenrechner waren auch ganz praktisch, doch die Bücher momentan zu unnötig und zu viel an Gewicht, um sie den ganzen Tag lang bei sich zu behalten. Deswegen noch einmal; nein, konnte er nicht. Durfte ja nicht zu viel verlangt sein, dass dieses Blockflötengesicht, dessen frontale Ansicht er selber nicht einmal gesehen hatte einen einzigen, ganz kleinen Schritt zur Seite machte, oder gleich seinen verdammten Arsch nahm und sich komplett verzog. Schlechte Laune ? Kelly ? Nein, niemals.
Doch das hätte er niemals erwartet. Den Kerl, mit welchem er in der heutigen Nacht solch obszöne Sachen angestellt hatte wiederzutreffen. Gleich am ersten Tag, am ersten Morgen und sofort dann, wenn er es sich am wenigsten ausgemalt hatte. Der Andere war nüchtern noch hübscher- so weit ein ihm unbekannter Typ überhaupt gutaussehend sein konnte, doch die dunklen Haare mit den nach Mord schreienden Augen hatten einfach irgendetwas. Irgendetwas unerwartetes, anziehendes. Fesselndes und geheimnisvolles, dass Kelly in Welten zog, die er so noch nicht erlebt hatte. Dazu nicht erleben wollte, denn die verschiedensten Drogen waren ihm da weitaus lieber, als hier so herumzustehen und nichts tun zu können, als zu starren, sich dabei zu erwischen, sodass der neunzehn- Jährige seinen mehr oder weniger geschockten Blick für einen Moment abwandte, die Hand seitlich gegen die Lippen presste, um nicht Dinge so herausrutschen zu lassen, wie sie nachts hineingerutscht waren. "Fuck" Ja, fuck. Mehr als das. Ein riesiges Fuck, tausend Tode. Raubtiere, die einen nach und nach verzehrten, einem die Haut streifenweise wie Kaugummi abzogen, um den Spaß am der Sache nicht zu vergessen. Das konnte nicht real sein- nein, das durfte nicht real sein ! Kelly öffnete erst seinen Mund, schloss diesen wieder, denn mehr als ein Seufzen wagte sich nicht, über die anschließend zusammengepressten Lippen zu kommen, den vor ihm Stehenden dabei beobachtend, wie er sich immer weiter in das eigene Schließfach sinken ließ. Es lagen Augen auf ihnen. Alle starrten sie förmlich an. Die sich auf den Fluren bewegenden Menschen machten halt um zu lachen. Um mit ihren dreckigen Fingern auf sie zu zeigen. Sie wussten es. Sie wussten es alle. Sie wussten... gar nichts. Niemand schaute hoch. Niemand stand hinter ihnen. Niemand lachte und wenn, dann nicht über sie. Oder doch ? Oder auch nicht. Die eigenen, schwarzen Springerstiefel, auf die der Amerikaner starrte, sagten ihm auch nicht die Antworten, die er wollte. Sie brachten ihm nicht ein Wort entgegen. Keine Hilfe. Nur er, Vogel und ein paar andere Menschen, die viel zu früh in dieser Schule waren. ,,Kai..." ,kam es plötzlich erneut, jedoch nachdenklicher aus dem Munde des Älteren heraus, welcher folglich einen kleinen Schritt nach vorne meisterte, um sich zu vergewissern, dass es auch wirklich eine Person vor ihm war. Eine Person, die verklemmt und verkümmert vor ihm stand. Fast schon hilflos, ängstlich. Er wollte heulen, war aber zu dumm, um die richtigen Worte zu finden, um sich irgendwie zu rechtfertigen und diese Situation zu verbessern. Das war real. ,,Wir sind nicht schwul. Das gestern war unter Drogen." Wen sollte das beruhigen ? Wahrscheinlich eher ihn selber, als Malakai. Zu real und sein Schritt zu groß, die Angst, jemand könnte etwas herausfinden noch schlimmer, weshalb Kelly den Abstand zwischen den Beiden augenblicklich vergrößertere, nach links und dann nach rechts blickte, um Gewissheit zu bekommen. Griff im Anschluss nach der Hand des Anderen, um diese mit zwei seiner eignen zu umschließen. ,,Kelly Coda, Cummings-Cunningham, aber Kelly reicht, freut mich." Von neuem anfangen. So tun, als wäre es nie passiert. Er wollte sich entschuldigen. Dem Gegenüber versichern, dass er sich wenn, dann nicht um das Baby kümmern, aber zahlen würde, da sie am gestrigen Tag nichts zum vermeiden benutzt hatten. Wäre da nicht die Sache, dass es ein Mann war, der dort vor ihm verweilte. Durch und durch. Da waren keine, wenn auch extrem kleine Brüste. Keine Figur einer Frau. Kein weibliches Gesicht und keine glatte Stelle zwischen den Beinen, doch ein Kelly, der sich nach einem Moment des Schweigens wieder gerade hinstellte, Kais Hand mit der Einen losließ, doch ihn mit der Anderen aus seinem Spind....herauszog, oder wie man es nennen wollte, damit er wenigstens etwas an Halt hatte und normaler aussah. Sonst merkte das doch sofort jeder.


zuletzt bearbeitet 10.02.2019 16:59 | nach oben springen

#458

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 10.02.2019 17:42
von Zonya • Junior Member | 503 Beiträge | 36550 Punkte



J A K E
Bei Rainn


Für einen Augenblick, kann Jake nur Rainns Rücken beobachten. Sie hat sich von ihm abgewandt, rauft sich die Haare, vermittelt dem jungen Mann damit das Gefühl, völlig fehl am Platz zu sein. Das ist er wahrscheinlich auch, Rainn würde sich sicherlich besser fühlen, würde er sie jetzt nicht mit seiner Anwesenheit belasten, müsste sie nicht versuchen, die Situation einem Fremden zu erklären, den das überhaupt nichts angeht.
"du musst nicht.." fängt der dunkelhaarige an und setzt einen Schritt nach vorne, beansprucht damit ein wenig mehr der Raumes für sich, "du musst dich nicht entschuldigen". Rainn muss nicht nur, sie soll es nicht. Es ist nicht ihre Schuld, Rainn ist ihm keine Entschuldigung schuldig. Er will das nicht hören.
Viel mehr hat er das Gefühl, dass er erst der Auslöser dafür war, dass es an seiner Anwesenheit lag, dass der Mann so gehandelt hat. Vielleicht wäre das nicht passiert, wäre Jake einfach im Auto geblieben, hätte er sich nicht darauf eingelassen, mit nach oben zu kommen. Hätte er einfach unten gewartet.
"Vielleicht hätte ich lieber im Auto warten sollen" teilt der neunzehnjährige seine Gedanken und vergräbt die Hände auf ein neues in den Hosentaschen.
Es überrascht Jake, wie gefasst das Mädchen plötzlich wirkt, als sie sich ihm wieder zudreht. Wie er in ihrem Gesicht keine Unsicherheit finden kann, wie sie wirkt, als wäre alles in bester Ordnung. An Rainns Stelle, wäre Jake das nicht. Auch wenn er versucht, den anderen nicht zu viel Einblick in seine Gefühlswelt zu geben, so ist es ist nicht schwer zu erkennen, wenn Jake sich aufregt, wenn er wütend wird - und das wäre er an diesem Punkt.
Dabei muss Jake nicht mal an Rainns Stelle stehen, um sich daran zu stören. Der dunkelhaarige spürt bereits wie es ihn aufregt, dass der Mann so mit der rothaarigen geredet hat, er hat das bedrückende Gefühl, dagegen etwas unternehmen zu müssen, sich schützend vor sie zu stellen, sollte es erneut dazu kommen.
Obwohl Rainn so gefasst wirkt, kann sie ihm nicht in die Augen blicken. Ihr Blick weicht dem seinen, der so durchdringend auf sie gerichtet ist, aus.
Dann wendet sie sich auch schon wieder ab, dreht sich weg bevor Jake Rainn mit seinen Augen einfangen kann. Denn das würde er am liebsten, es stört ihn, dass Rainn seinem Blick ausweicht. Es gibt keinen Grund, warum sie das tun sollte. Es passt nicht zu der gefassten Art, die sie wie eine Maske aufgesetzt hat.
Jake tritt noch einen Schritt auf sie zu, beobachtet wachsam und mit ernster Miene, wie Rainn sich an ihrem Kleiderschrank zu schaffen macht.
Er will etwas sagen, weiß jedoch nicht was.


ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʟɪᴀʀs, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʙᴇᴀᴜᴛɪғᴜʟ ᴀɴᴅ ᴘʀɪᴠɪʟᴇɢᴇᴅ, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ᴄʀᴀᴄᴋᴇᴅ ᴀɴᴅ ʙʀᴏᴋᴇɴ. ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ʟᴏᴠᴇ ᴀɴᴅ ʀᴏᴍᴀɴᴄᴇ, ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ᴛʀᴀɢᴇᴅʏ.
ᴡʜɪᴄʜ ᴀʀᴇ ʟɪᴇs, ᴡʜɪᴄʜ ɪs ᴛʀᴜᴛʜ? ʏᴏᴜ ᴅᴇᴄɪᴅᴇ


zuletzt bearbeitet 11.02.2019 16:00 | nach oben springen

#459

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 10.02.2019 18:39
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


L U C I E N
in der Schule – mit Beth


Lucien betritt das Schulgebäude.
Er betritt es mit einer Menge anderer, schnatternder Schüler.
Schrecklich, wie diese am Morgen schon gut gelaunt sein können.
Schrecklich, dass überhaupt Morgen ist.
Schrecklich, dass er diesen in der Schule verbringen muss.
Lucien sieht, und das kann man nicht leugnen, fertig aus. Die Haare stehen ihm vom Kopf, was man von ihm gewohnt ist, aber sie sehen stumpf aus. Eher glanzlos. Genauso wie seine Haut, die fahl und blässlich ist. Man sieht ihm an, dass er die letzte Nacht wenig geschlafen hat, dass er vermutlich getrunken hat. Man kann es nicht leugnen.
Das sind Dinge, die man an jedem Menschen – es sei denn, derjenige versteckt es unter Schichten und abermals Schichten von Make-Up.
Solches benutzt Lucien nicht. Nur über seine Leiche würde er das tun.
Drinnen angekommen hofft er, das Gedränge würde sich verlaufen. Er hofft, die Gänge wären leerer. Jeder aber scheint sich hier vorne zu tummeln, scheint andere wiedersehen zu wollen, das Schwarze Brett zu studieren. Lächerlich, findet Lucien.
Genau das sieht man seiner Miene an. Er ist genervt, hat keine Lust.
Lucien hat auf nichts und niemanden hier Lust.
Niemanden?
Er biegt links ab, entkommt so ein paar Schülern, aber wird dafür mit einem allzu bekannten Hinterkopf konfrontiert. Elisabeth.
Zu sagen, dass Luciens Herz einen Schlag aussetzt, ist untertrieben. Seiner kränklichen Mine tut die Begegnung nicht unbedingt gut. Sein Gesicht wird, sollte das überhaupt möglich sein, noch weißer, noch kalkiger, und er schluckt schwer.
Vorhin hat er versucht, sie anzurufen, hat sich Sorgen gemacht, weil sie nicht ans Telefon ging. Jetzt ist er fast froh darüber – jetzt will er ihr auch nicht unbedingt gegenüber stehen. Lucien muss erst verarbeiten, was er in den letzten Stunden getan hat. Er muss erst selbst wissen, wie und wo er all das einordnen kann. Seine Freundin zu treffen, das passt ihm dazu nicht in den Kram.
Er kann ihr aber nicht aus dem Weg gehen. Er kann nicht an ihr vorbei gehen und so tun, als würde er sie nicht kennen – das ist unfair Elisabeth gegenüber. Sein Herz, das ach so kalt und niederträchtig ist, macht das nicht mit.
Lucien würde sich damit nur selbst wehtun. Genau deswegen auch tut er sich so schwer dabei, die Beziehung zu führen.
Er liebt Elisabeth. Das sind große Worte für Gefühle, die er nicht zu kennen mag – anders würde er das nicht beschreiben können. Das muss Liebe sein, alle anderen Worte wären zu lasch für das, was er empfindet, wenn er sie nur sieht. Wenn er ihr Lachen nur hört.
Gerade aber deswegen, weil er sie liebt, sollte er unter das Ganze endlich einen Schlussstrich setzen. Lucien trampelt immer auf anderen Menschen herum. Er würde sie kaputt machen, das eher früher als später. Mit blöden und kaum durchdachten Aktionen, mit Worten, mit allem.
Beth ist gut und Lucien ist schlecht. Das passt nicht zusammen.
Genau deswegen will er aber an ihr festhalten. Sie ist erfrischend in seinem Leben. Sie ist die Sonne, die er sonst nirgends sieht. Lucien ist selbstsüchtig, er ist egoistisch, er will sie behalten.
Selbst, wenn er nicht sollte.
Er hat in der Bewegung inne gehalten, zwingt sich nun aber, auf sie zuzugehen.
Lucien lehnt sich mit der Schulter an das Schließfach neben ihrem. „Beth… hey“, beginnt er leise. Man sieht ihm deutlich an, dass er mit sich selbst hadert, dass er nicht weiß, was er sagen soll. Was er sagen kann, um irgendetwas besser zu machen. „Ich habe mir Sorgen gemacht.“
Lucien knetet seine Hände ineinander, sieht bedrückt auf den gefliesten Boden unter den beiden.
„Es tut mir Leid. Alles.“


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zuletzt bearbeitet 10.02.2019 21:25 | nach oben springen

#460

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 10.02.2019 19:03
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


R AI N N
Zuhause – mit Jake
textet Beth


Jakes raue Stimme durchschneidet sie Stille, die sich nach ihrer Entschuldigung wieder über beide gelegt hat. Du musst dich nicht entschuldigen. Das ist lustig. Rainn denkt darüber nämlich genau anders, denkt, dass die Worte nur angebracht sind.
Es tut ihr Leid, dass sie ihn mit diesem ekelhaften Menschen konfrontiert hat, es tut ihr Leid, dass sie Jake hierher mitgenommen hat. Den Morgen hat er sich so sicherlich nicht vorgestellt. Erst muss er sie nachhause fahren, muss ihr seine Kleidung leihen, sie bei sich duschen lassen – dann muss er die Situation noch über sich ergehen lassen.
So sehr es ihr auf der einen Seite Leid tut, so froh ist sie auf der anderen, dass er mitgekommen ist.
Die Gefühle, wie sie darüber denkt, sind verwirrend. Verwirrend und verquer. Anders lässt es sich nicht beschreiben.
„Das hätte nichts geändert“, murmelt sie in den Schrank hinein. Es hätte nichts geändert.
Er hätte genauso mit ihr geredet, hätte vielleicht ein anderes Thema aufgegriffen. Eines, das ihr ähnlich wehgetan hätte.
Dass alles spurlos an ihr vorbeigeht, kann Rainn nämlich nicht behaupten. Innen bröckelt die Fassade mehr als außen. Sie steht mit gestrafften Schultern da, obwohl sie sie am liebsten einziehen würde. Das ist schwer. Aber machbar.
Eigentlich sollte Marcus sie gar nicht mehr tangieren. Rainn ist an seine Art gewöhnt, sie weiß mittlerweile nur zu gut, wer er ist – und wer er vorgibt zu sein. Dass er es immer wieder schafft, sie zu verletzen, macht sie im Nachhinein eher wütend. Wütend, traurig, verzweifelt, hilflos – alles zugleich. Vor allem aber fühlt sie sich verloren.
Jake bewegt sich einen Schritt näher, Rainn veranlasst das aber nicht dazu, sich nochmals umzudrehen. „Ich bin froh, dass du mit hochgekommen bist.“
Sie nimmt sich frische Unterwäsche, blaue Jeans und eine schwarze Bluse aus dem Schrank. Sie ist nicht in der Stimmung für ein sommerlicheres Outfit.
Zum Umziehen verlässt sie dann das Zimmer, ist froh, dass ihr eigenes Bad unmittelbar angrenzt.
Lange braucht sie nicht unbedingt. Rainn ist schnell angezogen, föhnt nur die noch feuchten Haare fertig und trägt ein wenig Make-Up auf. Mascara und den dunkelroten Lippenstift. Mit den Haaren, die sie zu einem Pferdeschwanz hochgebunden hat, sieht sie gleich viel frischer aus.
Nicht so gerädert, so mitgenommen.
Bevor sie das Badezimmer verlässt, nimmt sie sich eine Minute, um durchzuschnaufen, um genug Kraft für den Tag zu sammeln. Rainn lehnt sich gegen die Tür, nimmt ihr Handy vom Waschbecken, um darauf eine Nachricht von Elisabeth zu finden. Wir sehen uns spätestens zum Lunch! ;) x, antwortet sie, geht der Frage geschickt aus dem Weg.
Was soll sie denn erzählen?
Das ist etwas, über das Rainn sich noch etwas länger Gedanken machen muss, bevor sie die mit Beth teilen kann.
Dann kann sie es, mit Blick auf die Uhr, nicht länger hinauszögern.
Rainn tritt zurück in ihr Zimmer, in dem Jake noch immer wartet – er hätte genauso gut weglaufen können. Einfach gehen können. Das hat er nicht getan.
Die Rothaarige bückt sich nach ihrem Rucksack, schiebt ihr Portemonnaie hinein und schließt den Reißverschluss dann. „Wir können los“, zwingt sie sich schließlich zu einem Lächeln und guter Laune.


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#461

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 10.02.2019 19:33
von Mivaka • Member | 1.116 Beiträge | 79550 Punkte



school – Schließfach ; Lucien

Das letzte Jahr...
Das letzte Jahr in dieser Schule.
Wie lange hat sie darauf gewartet?
Viel zu lange. Auch wenn sie Angst vor der Zukunft hat, so hat sie ihre gesamte Schulzeit damit verbracht, nicht aufzufallen. Die Schulzeit ohne große Besonderheiten hinter sich zu bringen. Es würde nicht ihre beste Zeit des Lebens werden, sollte es auch gar nicht. Und dann tauchte plötzlich dieser braunhaarige Kerl in ihrem Leben auf. Footballer, gutaussehend und irgendwo doch auch ein Arschloch. Genau das was sie nicht gebrauchen konnte. Wie er auf sie aufmerksam geworden ist, war ihr schon immer ein Rätsel, genauso der Fakt, wie lange er inzwischen bei ihr blieb. Was hat die Rothaarige einem Kerl wie Lucien schon zu bieten? Beth ist in jeglicher Hinsicht das Gegenteil von ihm. Und auch wenn man oft sagt: Gegensätze ziehen sich an, so entspricht sie nicht dem Typ Mädchen, mit dem Lucien sonst etwas am Hut hat. Die ganze Beziehung zwischen ihnen wirft also viele Fragen auf. Fragen über die sich Beth immer wieder den Kopf zerbricht, nicht schlau daraus wird und anschliessend aufgibt. Die Sache so hinnimmt und ihr Leben einfach weiterlebt. Mit dem einzigen Unterschied, dass Lucien inzwischen eine große Rolle darin spielt.
Beth hatte sich fest vorgenommen, dass sie ihr Herz nicht an den Footballer verlieren würde. Zu gefährlich war das Ganze. Ihr Verstand hatte ihr von Anfang an gesagt, dass es keine gute Idee war, dass er nur mit ihr spielen würde. Und trotz ihrer Vernunft, war es genau dazu gekommen. Und genau das wurde ihr mal wieder bewusst. Sie hat Angst davor wie es nach den Ferien in der Schule sein würde. Und der letzte Abend hatte ihr doch mehr zugesetzt als sie wollte. Lucien wollte gewiss schon seit längerem mit ihr das Bett teilen, vielleicht war es ja auch der ursprüngliche Gedanke von ihm gewesen, nur war Beth dazu nicht bereit. Vielleicht war es die einzige Sache in der sie ihm die Stirn bot, sich nicht dazu überreden ließ und auf ihre Entscheidung beharrte. Die Gedanken rasten und für einen Moment schloss sie die Augen. Versuchte tief durchzuatmen und Lucien für einen Moment zu vergessen.
Für einen Moment zu vergessen, wie ihr Herz höher schlug, wenn er sie ansah.
wenn er sie in die Arme schloss.
wenn sie seinen Duft einatmete.

Die raue Stimme ließ sie beinahe etwas erschrocken zusammenzucken. Rehbraune Augen richten sich auf den Braunhaarigen. Er sieht schrecklich aus. So schrecklich wie Lucien eben aussehen kann. Die Party hat ihm wohl doch etwas zugesetzt. Vielleicht auch die Tatsache, dass Beth die Party mit einem nicht wirklich harmonischem Abschluss verlassen hatte. Aber die Rothaarige wollte nicht zu viel darin hinein interpretieren. Vielleicht wusste er nicht einmal mehr etwas davon. Oder aber es war ihm egal. Sie konnte es nicht wissen. Er war kein offenes Buch, nicht so wie sie. Und dennoch konnte Beth ihm ansehen wie sehr er mit sich haderte. Über ihre Lippen kommt ein mehr lautloses, als wirklich hörbares:"Hey..." Sie kann ihn nicht weiter ansehen, zu groß ist der Drang die zierlichen Arme einfach um seinen Oberkörper zu schließen. Sich danach zu erkundigen warum er so aussieht, wie er eben aussieht. So starrt sie auf ihre Hände, betrachtet den Nagellack und schaut nur flüchtig bei seinen Worten auf. Lucien hat sich Sorgen gemacht...wieder lassen seine Worte ihr Herz etwas höher schlagen. Beth würde ihm einfach immer wieder verzeihen, egal was er machen würde. Sie war zu widerstandslos. Und dennoch war es diesmal etwas anders. Beinahe so als ob sie ihre wenig vorhandene Willenskraft gebündelt hätte. "Ich bin gut zuhause angekommen...war nur müde." stumpf kommen die Worte über ihre Lippen. Ein leichtes Beben zu Anfang und würde er in ihre Augen sehen können, dann wüsste er, dass natürlich mehr dahinter steckte, als nur 'war nur müde'. Genauso wenig war sie direkt einfach eingeschlafen. Beth hatte viel zu lange wach gelegen. Für einen Moment wagt sie einen Blick auf ihn. Er sieht auf den Boden, knetet seine Hände und sieht wirklich bedrückt aus. Der Anblick lässt sie schlucken, genauso wie seine Worte.
Was soll sie darauf bitte erwidern? 'Ach schon gut' Das wäre eine Lüge, eine Lüge die sie nur in sich hinein fressen würde. So herrscht für einen Moment Stille zwischen ihnen. "Du siehst nicht gut aus..." einem unangenehmen Thema ausweichen? Check. Beth wusste nicht was sie zu ihm sagen sollte. Wusste nicht was sie wollte und wonach sie sich sehnte. Im Grund wäre es besser, wenn sie sich von Lucien fernhielt. Wenn es zwischen ihnen vorbei wäre. Er tat ihr doch nicht gut. Tat ihr weh und oftmals war es ihm nicht einmal bewusst. Und dennoch. Lucien holte sie aus ihrem Schneckenhaus hervor. Machte ihr Leben lebenswerter, brachte sie an ihre Grenzen, zeigte ihr was es bedeutete, jemanden zu lieben.
Doch manchmal konnten Schmetterlinge im Bauch zu Messern werden.
Vielleicht sollte sie anfangen das zu akzeptieren.



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#462

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 10.02.2019 21:49
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


L U C I E N
in der Schule – mit Beth


Lucien sollte keinen Menschen brauchen, der ihn festhält. Er sollte seine gute Laune nicht an jemand anderem festmachen, sollte keinen besseren Tag haben, nur weil Beth mit ihm redet.
Er darf sich nicht auf sie als seinen Ruhepol, als sein Gegenstück, einschießen.
Sowas geht immer verkehrt. Würde Lucien Liebesdramen und Teen-Hollywoodfilme gucken, würde er aufpassen, was immer so über Elisabeths Laptopbildschirm flimmert, dann wüsste er das.
Insgeheim weiß er es auch.
Lucien ist nicht blöd, noch lange nicht dumm, nur weil er nicht der Beste in der Schule ist. Logisches Denken, Stoff aus dem Lehrplan verstehen, das mag ihm nicht liegen. Dazu mag er auch zu faul sein, weil es ohnehin nichts bringt.
Dreck bleibt Dreck.
Aber er hat Vorahnungen, er hat Ideale, wie etwas ablaufen soll.
Wirklich leise begrüßt sie ihn. Er hat Mühe, ihr ‚Hey‘ überhaupt zu verstehen, Lucien spitzt angestrengt die Ohren.
Dass seine Freundin distanziert klingt, das kapiert er. Der Rest aber überfordert den Franzosen.
War das hier ein Streit? Niemand hat dem anderen böse Sachen an den Kopf geworfen, also fällt die Option eigentlich raus.
Als was er es, auf der anderen Seite, aber sonst einstufen soll ist ihm nicht ganz klar.
Solche Situationen sind fremd für ihn. Elisabeth ist seine erste Beziehung, zumindest die erste, wenn man diese Sandkastenbeziehungen in Kindergarten und Grundschule weglässt. Anbrennen lassen hat er schon damals nichts, merkt aber erst jetzt, wie schön es ist, jemanden wirklich zu mögen.
Umso mehr tut es dann weh, denjenigen zu hintergehen, Mist zu bauen, etwas mühevoll aufgebautes niederzutrampeln.
„Ich hätte dich nicht alleine gehen lassen dürfen.“ Das macht man nicht. Das macht man nicht, wenn man jemanden gerne hat. Wenn man nicht will, dass demjenigen etwas passiert.
Das hätte es nämlich. Sie ist alleine durch dunkle Straßen gewandert. Nicht arg weit, aber dennoch mehr als nur fünf Schritte.
Lucien hebt den Kopf erst, als er in ihren Augen schon nicht mehr erkennen kann, dass die Müdigkeit nicht alles ist.
Natürlich ahnt er mehr. Er kennt die Rothaarige – nicht in- und auswendig, aber gut genug, um über ihre Gefühle ein wenig Bescheid zu wissen.
Darf er sie in den Arm nehmen? Darf er sie für den Moment bei sich halten? Oder ist das zu viel des Guten? Möglicherweise will Beth das nicht. Vielleicht will sie ihn gar nicht sehen, will, dass Lucien sich zum Teufel schert.
Dann wechselt sie das Thema. Sie nimmt den Fokus von sich selbst, so wie sie es immer tut, und spricht ihn stattdessen auf sich selbst an. Von Luciens Seite kommt daraufhin ein kurzes Kopfschütteln.
Ihm geht es auch nicht gut. Er hat ein Versprechen gebrochen, hat ihr Vertrauen in ihn missbraucht, er hat sie wahrscheinlich um ihren Schlaf gebracht und er hat beinahe das komplette Haushaltsgeld für den restlichen Monat für Drogen ausgegeben, mit dem Wissen, dass seine Mutter ihm die Hölle heiß macht, sobald sie es merkt.
All das ist los und nichts von all dem kann er ihr sagen.
„Es wird wieder werden“, sagt er tonlos, aber er glaubt seine Worte nicht so ganz. Er will nicht über sich reden. Er will nur, dass es ihr gut geht.
„Dafür siehst du müde aus.“ Am liebsten möchte er sich gleich nochmal entschuldigen, wissend, dass Worte nichts ausradieren können.
Dafür stößt Lucien sich vom Spind ab und tritt näher an Beth. „Komm her“, breitet er die Arme leicht aus, sie in seine Fänge einladend. Er lässt ihr die Entscheidung, ob sie ihm näher sein will, offen.
Lucien will sie nicht dazu zwingen, nicht nachdem er das größte Arschloch ist, das man als Freund haben kann. „Bitte.“


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#463

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 10.02.2019 22:17
von Mivaka • Member | 1.116 Beiträge | 79550 Punkte



school – Schließfach ; Lucien

Niemals hätte sie sich auf Jemanden wie Lucien einlassen sollen. Hat sie nicht irgendwas aus den ganzen kitschigen Teenie- und Highschool Filmen gelernt? Anscheinend nicht. Denn ansonsten hätte sie sich erst gar nicht auf die ganze verrückte Sache mit dem Footballer eingelassen. Jetzt war es zu spät. ZU spät um die Dinge ungeschehen zu machen, zu spät um Lucien aus ihrem Kopf zu verbannen. Zu spät um die Schmetterlinge in ihrem Bauch zu vergessen, die hin und her flattern. Und gerade fällt ihnen das Fliegen schwer. Beinahe so, als ob eine Last auf ihren Flügeln ist. Zwar ist es am Abend nicht weiter ausgeartet. Sie hat ihn zwar an sich ran gelassen, aber auch nicht weiter als sonst. Hat ihm klar gemacht, dass sie noch nicht dazu bereit ist, wozu er schon längst bereit wäre. Und danach war sie gegangen. Nicht direkt im Streit. Aber die Situation war eigenartig gewesen.
Genauso eigenartig wie jetzt. Beth wusste selbst nicht, was sie tat, was sie sagte und wie sie es sagte. Es passierte einfach und es verunsicherte die Rothaarige. Manchmal würde sie sich durchaus als sozial Inkompetent bezeichnen. Ist schnell überfordert in ihr unbekannten Situationen und gerade mit Kerlen hat sie keinerlei Erfahrungen. So gesehen ist sie auf diesem Gebiet genauso neu wie Lucien. Seine Worte dringen an ihre Ohren. Und auf einmal kommt ihr das ganze Geschehen um sie Zwei herum so leise vor. So unwichtig. Es ist ihr in diesem Moment egal ob sie wieder schiefe Blicke von irgendwelchen Mitschülern ertragen müsste, denn gerade ist sie einfach zu verwirrt von dieser Situation. Leicht schüttelt sie den Kopf auf seine Worte hin. Vielleicht hätte er nicht, aber sie hatte es am Abend auch so gewollt. "Es ist ja nichts passiert...und du musst ja nicht früher gehen, nur weil ich nach Hause will.." gab sie von sich. Spielte dabei nicht in geringster Weise die Situation in der Küche an. Die Situation die immer etwas zwischen ihnen stehen würde. Lucien war kein Unschuldslamm. Er war natürlich keine Jungfrau mehr, hatte genug Erfahrung im Bett und wahrscheinlich gehörte Sex bei ihm einfach dazu. Bei ihr eben nicht.
Das kurze Kopfschütteln erblick sie bei einem kurzen Aufschauen, ehe sie die rehbraunen Augen wieder auf die Fingernägel senkt, nur um sich dann auf die Unterlippe zu beißen. Seine tonlosen Worte, lassen sie aufsehen. Die Augen über seine Erscheinung wandern und am liebsten würde sie ihre zierliche Hand an seine Wange legen, diese dann durch seine Haare gleiten lassen. Was würde sie dafür geben, dass Lucien wieder Farbe ins Gesicht bekommen würde, das sich ein Lächeln auf seinen Lippen ausbreitet und somit ihr Herz höher schlagen lässt. Nur kann sie es in diesem Augenblick nicht. Sie selbst glaubt seinen Worten jedoch nicht. Eines hat sie gelernt: Lucien redet Dinge klein, gerade wenn es um ihn und seine Gefühle geht.
Auch Lucien kann das Spiel perfekt spielen, so lenkt er von sich ab. So wie sie es zuvor getan hat. Ein eicht unbeholfenes Schulterzucken ihrerseits auf seine Worte. Da hat der Concealer wohl nicht ganz seine Aufgabe erfüllt. Aber Beth kann ihm ja schlecht sagen, dass der Gedanke an ihn sie wach gehalten hat. Das sie mal wieder ihre Zweifel an der ganzen Sache zwischen ihnen bekommen hat. Für den Bruchteil einer Sekunde öffnet sie ganz leicht die rosigen Lippen. Will ihm genau davon erzählen. Presst dann jedoch die Lippen einfach wieder aufeinander, kein Ton hat sie verlassen und vielleicht ist das für den Moment auch besser so.
Er stößt sich vom Spind ab, tritt näher an sie heran, zieht sie jedoch nicht in eine Umarmung, sondern lässt ihr die Wahl. Und vielleicht ist es genau das, was sie gerade braucht. Die Wahl zu haben. Sich nicht zu irgendwas gedrängt fühlen. Und Beth sehnt sich nach seiner Nähe, nach dem Gefühl von Sicherheit in seinen Armen. Zögert noch einen Moment, doch bei seinem "Bitte" ist sie diejenige die den winzigen Schritt auf ihn zumacht, die schlanken Arme um seinen Oberkörper schlingt und ihr Gesicht an seiner Brust vergräbt. Augenblicklich kann sie seinen Herzschlag spüren, wie sich seine Brust hebt und senkt. Und es beruhigt sie. Mehr als es sollte. Für einen kurzen Moment sind all die Zweifel wieder dahin und sie will den Moment einfrieren.
Einfrieren und aufbewahren.
"Du musst mehr schlafen...Müdigkeit steht dir nicht so.." nuschelnd gibt sie die Worte von sich. Früher oder später wird sie sich mit Lucien über ihre Zweifel unterhalten müssen. Aber vielleicht ist hier auf dem Flur nicht der beste Zeitpunkt dafür. Sicherlich kann man in ihren Augen dennoch lesen, dass sie etwas bedrückt. Etwas was sie ihm noch nicht gesagt hat. Und so richtet sie die rehbraunen Augen erst gar nicht auf ihn.



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#464

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 11.02.2019 17:36
von Zonya • Junior Member | 503 Beiträge | 36550 Punkte





J A K E
Bei Rainn


Bis auf Jakes Herzschlag ist es still in dem Raum.
Das Blut, welches in seinen Ohren rauscht, ist das einzige, dass er vernehmen kann. Rainn steht noch immer vor ihrem Schrank, hat dem dunkelhaarigen den Rücken zugewandt und sucht sich Klamotten raus, die sie endlich gegen die von Jake tauschen kann. Es ist nur verständlich, wenn sie seine Sachen nicht länger tragen will, wenn der Spruch des Mannes dafür gesorgt hat, dass sie sich unwohl darin fühlt.
Bei dem erneuten Gedanken an Marcus Worte, kann Jake die Rage in sich wachsen spüren. Sie pocht spürbar in seinem Kopf, produziert genug Lärm, um die unangenehme Stille im Raum zu überdecken. Jake weiß selbst nicht, wo das so plötzlich herkommt. Es kann ihm egal sein, wie der Mann sich Rainn gegenüber aufführt. Nur ist es das nicht.
Genau so ist es. Er kann nicht erklären, warum, denn das würde bedeuten, zuzugeben, in was er dabei ist sich zu verennen. Das kann er einfach nicht.
Das hätte nichts geändert.
Jake weiß nicht, was er darauf erwidern soll, versteht aber, was Rainn damit ausdrückt. Er kennt den Mann aus dem Flur nicht, aber es scheint, als wäre die Situation keine Ausnahme, kein Einzelfall. Auch wenn Jake vielleicht nicht der Auslöser war, so hat er Angriffsfläche geboten, Marcus einen neuen Vorwand gegen, auf Rainn rumzuhacken. Jake weiß nicht, ob er sich deswegen Schuldig fühlen soll, er kann das Gefühl einfach nicht definieren.
Rainn ist froh, dass er mit hoch gekommen ist.
Auch wenn die rothaarige sich nicht nach ihm umgedreht hat, bewegt der dunkelhaarigen sich einen weiteren Schritt auf sie zu, will sich nach kurzem Zögern - Jake weiß nicht ob es unangebracht ist, ob Rainn das womöglich gar nicht will - dicht hinter sie stellen, sie berühren, ihr zeigen, dass sie nicht alleine ist. Das es Jake egal ist, was andere von ihr denken. Rainn ist nichts von dem, was Marcus behauptet hat. Jake macht sich sein eigenes Bild von ihr.
Doch bevor der junge Mann tun kann, wo zu ihn jede Zelle seines Körpers drängt, tritt das Mädchen beiseite.
Rainn verlässt das Zimmer und lässt Jake zurück.
Er wartete, wartet solange, bis sie zurück kehrt, hat es in der Zeit kaum gewagt, sich von der Stelle zu bewegen, oder seinen Blick durch den Raum schweifen zu lassen.
Rainn sieht anders aus. Das hat der dunkelhaarige in der Sekunde gemerkt, als sie ihm wieder ins Auge gefallen ist.
Sie hat sich die Haare gemacht und Schminke aufgetragen, dabei ist Jake der Meinung, das sie das gar nicht nötig hat. Rainn braucht kein Make-up um schön auszusehen. Das Lächeln auf ihren Lippen, passt nicht zur Situation, es ist dem dunkelhaarigen fast gruselig. Auf der einen Seite, sieht es zum verwechseln Echt aus, auf der anderen, als würde sie gleich in Tränen ausbrechen.
Jake nickt wortlos, er ist bereit los zu gehen, dass dachte er zumindest, bis zu dem Moment, als Rainn an ihm vorbei geht und er sie mit einer Hand am Arm fasst - nicht brutal, wie man es sonst von ihm erwartet, sondern ganz sanft. Ihre Haut fühlt sich kalt an, dennoch behaglich und schön.
Jake blickt Rainn direkt in die Augen, muss dafür den Kopf etwas nach unten neigen.
"Ist mit dir alles okay? .. Du musst nicht so tun" Jake macht eine kurze Pause und schüttelt den Kopf, "so tun als wäre es das".


ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʟɪᴀʀs, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʙᴇᴀᴜᴛɪғᴜʟ ᴀɴᴅ ᴘʀɪᴠɪʟᴇɢᴇᴅ, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ᴄʀᴀᴄᴋᴇᴅ ᴀɴᴅ ʙʀᴏᴋᴇɴ. ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ʟᴏᴠᴇ ᴀɴᴅ ʀᴏᴍᴀɴᴄᴇ, ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ᴛʀᴀɢᴇᴅʏ.
ᴡʜɪᴄʜ ᴀʀᴇ ʟɪᴇs? ᴡʜɪᴄʜ ɪs ᴛʀᴜᴛʜ. ʏᴏᴜ ᴅᴇᴄɪᴅᴇ


zuletzt bearbeitet 11.02.2019 17:44 | nach oben springen

#465

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 11.02.2019 18:24
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


L U C I E N
in der Schule – mit Beth


Einen Moment zögert Elisabeth. Sie sieht zwischen den beiden her, scheint nicht zu wissen, was sie tun soll. Dann geht sie einen Schritt vorwärts, überbrückt die Distanz zwischen den seinen.
Ein Stein, ein Stein der von der Größe her auch ein Brocken sein könnte, fällt Lucien vom Herzen.
Der Dunkelhaarige schließt Arme fest um das viel zierlichere und kleinere Mädchen. Um sein Mädchen.
Elisabeth bettet den Kopf an seine Brust, schließt die Arme um seinen Oberkörper und schustert ihm für den Moment einen Haufen Glück in die Arme. Wortwörtlich tut sie das.
Eine Hand hebt er, um ihren Hinterkopf zu halten, um diesen dort zu fixieren, wo er ist. Er will nicht, dass sie sich von ihm wegbewegt. Lucien will hier so stehen bleiben.
Dann braucht er sich nämlich keine Gedanken um seine Zukunft machen, braucht keine Drogen und braucht keine Lügen. Dann lebt er immer in diesem Moment und muss an nichts Böses mehr denken.
Dann muss Lucien nicht daran denken, dass er sehr wohl früher gehen muss, wenn Elisabeth heim will. Das ist seine Aufgabe. Ihm muss die Rothaarige wichtiger sein als jede Party. Daran sollte es keinerlei Diskussionsbedarf geben, sie sollte auch gar nicht damit anfangen, ihm das einzureden.
Lucien vergräbt das Gesicht in ihren schönen, so einzigartig schimmernden Haaren und atmet den vermischten Geruch von ihrem Shampoo und ihrem Parfum ein.
Sie riecht gut. Wie Sommer. So lässt sie ihn auch fühlen.
Beth lässt ihn fühlen, als wäre jede Minute Sommer.
„Ich arbeite daran“, nuschelt er zurück.
Lucien hat die Augen geschlossen und blendet die Welt um die beiden herum für einen Moment aus. Es ist ekelhaft, wenn man verliebt ist – das findet er schon immer. Damals, als es ihm nicht so erging, und auch jetzt, als er es selbst ist. Er hasst verliebte Idioten, ist selbst aber der größte unter ihnen.
Das muss ihm nur bewusst werden. Er muss lernen, dass dieses Gefühl alle anderen Meinungen, alle anderen Menschen zu übertönen hat.
Und Lucien muss lernen, ehrlich zu Beth zu sein.
Lucien hebt den Kopf wieder aus ihren Haaren, nähert die Lippen ihrem Ohr. „Ich liebe dich, Elisabeth.“
Er lässt die Worte erst so stehen, lässt sie auf Beth wirken. Das ist wahrscheinlich das Falscheste, das er in diesem Moment sagen kann.
„Fühl dich nicht gezwungen, etwas erwidern zu müssen. Es ist okay, wenn du nichts sagst – du sollst nur wissen, dass es so ist.“


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#466

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 11.02.2019 19:00
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M A L A K A I
In der Schule mit Kelly


Malakai schmort quasi im eigenen Saft; die letzte Hitzewallung hat seinen Schädel mit Schweiß überzogen und die ohnehin schon versaute Frisur noch mehr ruiniert. Bei dem Versuch etwas zu sagen, bleibt seine Oberlippe an den Zähnen kleben.
Na, ganz toll. Jetzt sieht er auch noch aus, als hätte er sie nicht mehr alle und wenn man es genau betrachtet, stimmt das ja auch. In seinem Kopf ist nichts so, wie es sein sollte.
Sie starren sich an, einer fassungsloser als der andere. Es ist unmöglich zu erkennen, wem das unerhoffte, viel zu früh gekommene Widersehen, am meisten unter die Haut geht. Kai für seinen Teil, würde sich am liebsten aus genau dieser schälen, sich in Luft auflösen, im Erdboden versinken oder mit dem Spind verschmelzen, gegen den er noch immer gepresst steht. Das kalte Metall ist eine Wohltat für seine brennende Haut. Ist es hier drinne so warm? Oder liegt das nur an dem Kater. Oder an seiner Fassungslosigkeit, die sich sehr schnell in Nervösität umwandelt. Vielleicht ist es auch einfach dieser unverschämt gut aussehende Typ, der ihn anstarrt, der so heiß ist, dass Ernie dahin zu schmelzen droht.
Er hat nicht damit gerechnet Kelly wieder zu sehen, hat nicht damit gerechnet, dass er auch nüchtern - zumindest halbwegs, immerhin dreht sich noch alles in einem gefährlichen Tempo - so eine Wirkung auf ihn hat. Diese Wirkung, ihm nicht direkt eine kleben zu wollen. Er will sich viel lieber auf ihn stürzen, ihm Küsse verpassen, die jedoch nicht von seiner Faust ausgehen.
Verdammt.
All das sorgt nur noch mehr dafür, das Kai sich dünn macht, versucht Abstand zu gewinnen, obwohl er nicht noch weiter zurück weichen kann.
Das was gerade passiert, ist vollkommen falsch.
Kelly sollte nicht hier sein. Was macht er hier, was, was, was. "du.. hier?".
Ja. Kai. Das ist sein Name. Gut erkannt Sherlock. Nur wäre es ihm lieber, tritt dieser nicht noch einen Schritt auf ihn zu. Die Luft zum Atmen wird plötzlich ganz dünn.
,,Wir sind nicht schwul. Das gestern war unter Drogen." - "Ich weiß". Es kommt wie aus der Pistole geschossen, erst im Nachhinein wundert es Ernie, dass er nicht der erste war, dem diese Worte über die Lippen kamen. Franklin war nicht so klug. Ein weiterer Stern für Kellys Gute-Nudel-Brett.
"Niemand muss das wissen". Begossen wie ein Pudel und mit den roten Augen sieht er aus wie ein Irrer.
Die Braunen Locken kleben an Ernies Stirn, ihm ist heiß, dann wieder kalt, heiß, kalt, heiß, schlecht, kalt, verdammt schlecht, heiß.
Und er dachte wirklich, die frische Luft und Bewegung hat dafür gesorgt, dass er seine Körperflüssigkeiten bis zum nächsten Besäufnis bei sich behalten kann.
Kelly tritt wieder zurück, wurde auch höchste Eisenbahn. Vogel braucht seinen Raum, er braucht Platz um die Schutzwände wieder errichten zu können, das kann er nicht, wenn der blonde so nah bei ihm steht. Außerdem ist die Nähe auffällig, es veranlasst Kai dazu, den Blick nach links und rechts zu werfen, er erwartet spitze Feigefinger, die auf sie zeigen, doch da ist nichts. Rein gar nichts.
Dem braunen Lockenschopf ist furchtbar schwindelig. Er wagt es nicht, sich von von den Spinden abzustoßen, er verweilt weiterhin angelehnt an diesen und versucht durch häufiges Blinzeln, ein klares Bild zu bekommen, in dem oben, unten, links und rechts nicht vertauscht wirken.
Da spürt er auch schon zwei Hände an der seinen, die.., die sie schütteln? Was passiert hier? Ernie versteht nicht.
Er starrt auf die Hände, dann in Kellys Gesicht, sprachlos. Will er wirklich dieses Spielchen spielen?
Aus dem Spind gezogen, was vielleicht nicht die beste Idee war, nickt er misstrauisch. Okay, dass kann er auch, "Hey, Kelly.. ich bin... Mala-".
Die Worte kommen schleichend über seine Lippen, dann bricht er letztendlich vollends ab. Die Backen aufgeplustert, als würde er noch etwas sagen wollen, oder aber auch, als würde gleich etwas ganz anderes aus seinem Mund das Tageslicht erblicken, schiebt er Kelly mit aller Kraft die er aufbringen kann beiseite, rennt Schlangenlinien zu dem nächst besten Mülleimer und übergibt sich auf ein neues. Ist es das dritte mal, oder vierte? Ernie weiß es nichtmehr, er hat aufgehört zu zählen.
Mit dem Handrücken wischt er sich über den Mundwinkel.
"Was soll die scheiße, ich bin Malakai.." soll er es wirklich sagen? "Berthold Vogel.. und ich brauche jetzt verdammt nochmal ne Zigarette"


ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʟɪᴀʀs, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʙᴇᴀᴜᴛɪғᴜʟ ᴀɴᴅ ᴘʀɪᴠɪʟᴇɢᴇᴅ, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ᴄʀᴀᴄᴋᴇᴅ ᴀɴᴅ ʙʀᴏᴋᴇɴ. ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ʟᴏᴠᴇ ᴀɴᴅ ʀᴏᴍᴀɴᴄᴇ, ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ᴛʀᴀɢᴇᴅʏ.
ᴡʜɪᴄʜ ᴀʀᴇ ʟɪᴇs? ᴡʜɪᴄʜ ɪs ᴛʀᴜᴛʜ. ʏᴏᴜ ᴅᴇᴄɪᴅᴇ

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#467

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 11.02.2019 19:43
von Mivaka • Member | 1.116 Beiträge | 79550 Punkte



school – Schließfach ; Lucien

Wie viel es ihm bedeutet sie in den Armen zu halten, kann sie sich nicht vorstellen. Dafür ist sie sich einfach nicht bewusst genug, dass er tatsächlich mehr für sie empfinden könnte. Es ist schon unverständlich für die kleine Rothaarige, dass er überhaupt so viel Zeit mit ihr verbringt und sie als seine Freundin hat. Für Beth leben sie noch immer in zwei verschiedenen Welten. Zwei Welten die nicht zusammenpassen können und dennoch, obwohl sie das weiß, so hofft ihr Herz immer wieder darauf, genau solche Momente einfrieren zu können.
Die rehbraunen Augen schließt sie für einen Moment, atmet seinen Duft ein und lässt ihn ihren Kopf an seine Brust drücken. Fühlt sich für den Moment wohl, vergisst die Sorgen und Zweifel. Vergisst den Fakt, dass sie eigentlich mit ihm über die Sache zwischen ihnen reden muss. Nur will sie es nicht. Will dem Gespräch aus dem Weg gehen und gleichzeitig bedrückt es sie so sehr. So sehr das es ihr Nachts den Platz zum Atmen nimmt, lediglich wenn er bei ihr ist, kann sie schlafen. Fühlt sich in seinen Armen sicher vor den Problemen der Welt. Und macht sie sich damit nicht abhängig von Lucien? Etwas was sie definitiv niemals wollte, etwas was nicht geschehen sollte. Nicht bei Jemandem wie ihm. Jeder aussenstehende kann sehen, dass er einmal ihr Verderben sein könnte. Aber manchmal wollte man eben genau das, was nicht einfach war. Mit dem es kompliziert sein würde und was einem vielleicht auch nicht unbedingt gut tut. Beth hatte sich nicht dazu entschieden, dass sie sich in den Footballer verliebte. Es war einfach passiert.
Und es war die Rothaarige die sich Sorgen um ihn machte. Vielleicht hätte sie länger bleiben sollen, hätte dann verhindern können, dass der Braunhaarige so schlimm aussah. Denn da steckte weitaus mehr als nur Müdigkeit dahinter. Nur konnte sie nicht erahnen, was noch passiert war. Vielleicht war es auch besser so. Er würde jedenfalls am Schlaf arbeiten, ob es nur so daher gesagt war oder nicht, spielte gerade nicht zur Rolle. So erwiderte sie nichts darauf. Lehnte sich einfach an den Kerl, der Kerl der ihr Freund ist. Und das schon seit einiger Zeit. So wie Lucien die Liebe ekelhaft fand, so hatte Beth nie verstehen können, wie sich die Mädels in den Filmen, oder auch auf den Fluren der Highschool, hoffnungslos in Kerle wie Lucien verlieben konnten. Und jetzt zählte sie selbst zu diesen Mädchen.
„Ich liebe dich, Elisabeth.“
Für einen Moment setzt ihr Herz einen Schlag aus.
Stille in ihrem Kopf.
Beth vergisst zu atmen.
Hat er so etwas jemals so ernsthaft zu ihr gesagt? Sie mag sich nicht daran erinnern und es ist genau das, was sie in dieser Situation nicht gebrauchen konnte. Wäre niemals auf die Idee gekommen, so etwas aus seinem Mund zu hören. Perplex verharrte sie in ihrer Haltung, spürte ihr Herz unkontrolliert in ihrer Brust schlagen und gleichzeitig fühlte sich jeder Herzschlag so unendlich schwer an. Auch seine folgenden Worte machen es nicht besser. Wie soll sie da noch ihre Zweifel ansprechen? Es wirkt für sie wie ein Verrat. Ein Verrat an ihn und an sich selbst. Denn ist es nicht genau das, was sie sich immer erhofft hatte? Beziehungsweise was sich ihr Herz erhofft hatte. Ihr Verstand schrie ihr zu, dass sie ihre Beine in die Hand nehmen sollte und sich auf die andere Seite der Welt verdrücken sollte. Beth hatte keinerlei Erfahrung mit so etwas und wusste doch eigentlich, dass es mit ihnen nicht funktionieren konnte.
Ein leises Räuspern ihrerseits.
Wie sollte sie darauf bitte reagieren?
Unsicher beißt sie sich auf die Unterlippe – noch immer kein einziges Wort von ihr.
"Ich...ähm....also...." stammelnde, zusammenhangslose Worte. Mehr brachte sie nicht zustande, fühlte sich wieder wie das unsichere, schüchterne Mauerblümchen. Und genau das war sie doch. Lucien war nicht ihre Welt, sie war nicht das, was er brauchte. Was konnte sie ihm schon bieten? Es war eine Tatsache, dass sie nicht der Typ Mädchen war, in den sich Jungs verliebten. Tatsachen sind Tatsachen und daran kann man nichts verändern. Man kann sie nicht widerlegen oder verändern. Und wieder machte sich die Frage in ihr breit, warum? Warum zur Hölle gerade sie?
"Warum...?"
Ohne es zu wollen, war die simple und zugleich schwierige Frage über ihre rosigen Lippen gekommen.



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#468

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 11.02.2019 20:38
von yulssi • Junior Member | 178 Beiträge | 8900 Punkte
















→ school
→ vogel

Vielleicht wusste der blond-gefärbte Amerikaner auch einfach gar nicht mehr, wo oben oder unten, rechts oder links sein sollte, durfte es als Strafe für seine täglichen Untaten nicht mehr wissen- wer wusste das denn ? Wer wusste denn überhaupt irgendetwas, irgendeine Sache ? Wer konnte ihm die Antworten entgegenpfeffern, nach denen er sich so sehnte- die Antworten, die Kelly niemals vom irgendwem bekommen würde. War es falsch, so zu denken ? Sich sicher zu sein, dass man selber nicht ein einziges Sandkorn verdient und dazu das alleinige Schicksal im Rucksack hatte, mit Scheiße gesegnet worden zu sein ? Jeden verdammten Tag seines Lebens von dem einen zum anderen Napf rennen zu müssen, um noch etwas abbekommen zu können, oder kläglich zu scheitern, was der neunzehn- Jährige mittlerweile als sein Brot am Morgen ansah. Es war gemein. Menschen waren gemein. Seine Familie war gemein. Das Leben war gemein und dieser mit der Zeit immer merkwürdiger wirkende Kerl vom ihm auch, auch, wenn dieser ihm seinen Tag mit alleingem erscheinen versüßen konnte, denn.... sein Aussehen, seine Präsenz hatte irgendetwas. Ein Ding, ein Etwas das Kelly fühlen ließ, obwohl er nicht fühlen wollte, sich entschuldigen wollte, obwohl er keine Schuld auf seinem Rücken trug. Er wurde langsam rot und das nicht, weil er sich geschmeichelt oder sonst was fühlte- nein, sondern weil ihm so verdammt heiß war. Unbeschreiblich heiß, er seinen Gegenüber nicht länger so anstarren und so tun konnte, als würden sie sich noch nie begegnet haben, denn das haben sie und die Beiden kannten sich vielleicht nicht In- und auswendig, doch erstes wohl eher. Zu gut.
"du.. hier ?" ....konnte man das als richtigen Satz betiteln ? Als Frage ? Als erste Worte, die ihm selber einen eiskalten Schauer über den mittlerweile schweißgebadeten Rücken brachten ? Erwidern tat er nichts. Jetzt jedoch noch nicht, versuchte eher, seine immer wieder auftretenden, teilweise viel zu verrückten Gedanken in eine passende Schublade zu schieben, die ihm nicht sagte, dass er alles vergessen und sich von der nächsten, am besten auch höchsten Brücke schmeißen sollte. Verdammt es war real. Es war zum fick noch einmal so real, dass es weh tat. Niemand muss das wissen, genau- genau ! Mal einer, der es gecheckt hatte, welch ein seltenes Wunder ! Zehn goldene Pünktchen für unseren entzückenden Kanditaten mit den stechenden Augen, den dunklen, braunen Haaren, dem kleinen Muttermal unter dem Auge, dem- .... oh Gott. Konnte ein Nicken das Alles bestätigten, ohne, dass Kelly etwas dazu erwidern musste ? Denn das, was folglich aus seinem zusammemgepressten Mund kommen würde, wäre wenn, dann wahrscheinlich hirnlose Scheiße. Er war nicht schlau und war auch noch nie die hellste Glühbirne im Laden gewesen. Interessierte sich nicht für andere Menschen, deren Meinungen zu den kleinsten Dingen und auch nicht für sich selber. Jedenfalls nicht bis zum jetzigen Zeitpunkt.
War er etwa schon irre ? Hatte noch alle Tassen im Schrank ? An wen genau diese Gedanken gerichtet waren, konnte der Ältere schon wieder nicht genauestens zuordnen, war damit beschäftigt, Malakai noch immer bis in die letzte Rinne seines Schließfaches niederzustarren, bis er ihm die Antworten geben konnte, welche er brauchte. Haben wollte. Unbedingt. Nötig. Hände auf Hand, Worte aus seinem Mund, für die er sich augenblicklich hätte schlagen wollen. Wie konnte man nur so unfassbar hirnlos sein ? Womöglich war der vor ihm Stehende auch nicht heller als er. Spielte dieses Spielchen mit, auch, wenn es zögerlicher als alles andere klang, nur schwer über die zum küssen gemachten Lippen kam.
Es beenden ? Fehlanzeige. Weggeschubst werden und zum kotzen rennen.... mein Gott, war Kelly etwa so verboten hässlich ? Stank seine Fahne so schlimm, dass er andere damit ausknocken konnte ?... Zähne waren geputzt. Kaugummi im Mund. Dusche gemacht. Dann konnte er wohl nur der hässliche Blaubarsch sein. Hässlich und nicht stolz.
"Was soll die Scheiße, ich bin Malakai... Berthold Vogel.. und ich brauche jetzt verdammt nochmal ne Zigarette" -War das nun ernst ? Die Wahrheit ? Eine Antwort und Teilnahme ? Wie simpel, obwohl er wie ein Häufchen Elend dort stand, hilflos und den über dem Mülleimer Hockenden ungläubig anstarrte. Die blauen Augen sagten vielleicht "Mord" ,doch der kurzerhand zu einem schiefen Lächeln verzogene Mund sprach damit ein "Willst du mich eigentlich vollkommen verarschen" aus. ,,Entweder bist du hart im nehmen, oder komplett bescheuert." ,kam es letzten Endes doch über seine Lippen, verunsichert, doch nicht genug, um nicht wieder auf Kai zuzugehen, um erneut eine Hand- doch dieses Mal an seine Stirn zu legen, denn diese war heißer, als alles andere. ,,Was du brauchst, ist ein Bett, Scheiße, was stimmt bei dir nicht ?" Was stimmte bei dir nicht, Kelly ? Hm ? Was nun ? Hier so stehen bleiben ? Ein Ärztezimmer aufsuchen, welcher er niemals finden würde, da der Amerikaner sich hier nicht auskannte ? Nach draußen ? Nach draußen, gute Idee. Nur wohin genau ? Er tat dies nicht für sich, für keine Person. War mehr, als nur unsozial und dann das. Konnte nicht anders, als seinen Compagnon nach einer weiteren und kurzen Überlegung halb unter den Arm zu greifen und ihm nach draußen zu zerren- da, wo er sein sollte. Denn er wollte nicht der Kerl, der Neuankömmling sein, der um einen später vielleicht halbtoten Körper herumlungerte und Aufmerksamkeit damit erlangte. Nicht so. Als ob ein "draußen" die Welt verändern könnte.
Und anstatt, dass der Blonde die Ziegarettenbüchse teilte, schob er sich mit zittrigen Händen selber erst einmal eine zur Beruhigung in den Rachen, ließ sich mit dem Rücken an einer Hinterwand - weise gewählter Platz, muss er selber zugeben - zu Boden sinken, um von da aus sein "Ich starre dich an, als wärst du hässlich" Spiel weiter ausführen zu können. ,,Weißt du, ich kenne dich nicht. Malakai, Kai, Berthold, Vogel, oder was auch immer und ich hatte auch nicht vor, dich irgendwie kennenzulernen... oder überhaupt wiederzusehen (-was als ein Murmeln aus ihm herauskam). Hätte jeden liegengelassen und wäre drübergelatscht, aber... fuck, ich weiß nicht, wie... was... Sagen wir so, würdest du danach fragen, dann würde ich dir nicht nur meine Zunge in den Hals schieben... freiwillig.... oder so." ,erklärte Kelly mit herumwedeln seiner Linken, sodass die Asche hier und da mal ein wenig herunterfiel, ehe er nach einem Zucken seiner Schultern das weitere Problem erkannte und dem Anderen ebenfalls einen der zweifarbigen Glimmstängel anzündete, um sie ihm von unten aus entgegenzuhalten. ,,No homo ?"


zuletzt bearbeitet 11.02.2019 20:39 | nach oben springen

#469

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 12.02.2019 00:27
von yulssi • Junior Member | 178 Beiträge | 8900 Punkte
















→ with Lys / talking to Nino
→ @ home

,,Wenn es um die Menschen geht, die ich mag, dann gibt es keine Gnade. Für irgendwen." ,kam es fast schon von einem hauchzarten, womöglich düsteren Ton aus dem leicht zusammengepressten Munde des Kleineren heraus, welcher für einen minimalen Moment in die Richtung des Anderen blickte, auch die nächsten Sätze seines Freundes für nichtig hielt, ihm dabei am liebsten die Lippen mit den eigenen Händen versiegeln wollte, da er es sich nicht anhören konnte. Lysander war mal wieder viel zu lieb für diese Welt, konnte mehr oder weniger Dinge verzeihen, die man anderen Menschen nicht verzeihen konnte, wenn sogar durfte. Alkohol und Drogen waren keine Rechtfertigung, niemals. Nicht, wenn man sie aus eigenem Willen eingenommen hatte. Nicht, wenn man sie nahm, um anderen damit Leid zuzufügen. Das war assig. Hochgradig asozial. Verdammt nochmal, es war beschissen asozial und man sollte so etwas nicht tun ! Jetzt war Jeremy schon wieder wütend. Irgendwie und ungewollt, das sonst immer auf seinen zarten Lippen trohnende Lächeln verschwunden und die Hand in eine Faust geballt, ehe er mit dieser nach der seines Gegenübers griff, sie ein paar Male zur eigenen Beruhigung zusammendrückte, aber nicht so, dass es nun weh tat oder sonst etwas. ,,Lys.... versprich mir was' ,ja ? Wenn dein Vater, oder irgendwer, es ist mir egal, irgendjemand dir etwas antut, dann komm' zu mir. Nimm' das alles nicht so... leicht. Oder so." Es machte ihn traurig, wütend und mehr, solche Sachen hören zu müssen. Das der Andere Angst vor seinem Vater haben musste, jemals Angst vor ihm hatte, sodass er zu härteren Mitteln greifen musste. Das war doch abnormal, ein regelrechter Scherz. Manchmal hasste auch der neunzehn- Jährige verschiedene Menschen, konnte einfach nicht anders, als Lys zu sich zu ziehen und diesen für einen kurzen Moment zu umarmen, dabei durch die hellblonden Haare zu fahren, als wäre es das Einzige, was an seinen restlichen Tagen noch zählen würde. Liebe. Mehr Wörter gab es da nicht, um das zu beschreiben. Warum er den Anderen vor den unschönen Dingen bewahren wollte, da er von diesen schon viel zu vielen erlebt hat.
,,Nein, natürlich nicht." ,stieß er mit einem kleinen Auflacher in der Kehle aus, ehe der Kanadier fortfuhr. ,,Also manchmal ja, es ist halt zur Gewohnheit geworden und gibt nur noch ein... wir. Aber wenn du denkst, dass man sich nicht mit mir streiten kann, dann bitte. Freut mich, mein Pappnasenbärchen. Und muss ich mir Sorgen machen, dass du nachts vor meinem Bett stehst ? So ganz spontan, angezogen und mit einem scharfen Gegenstand ?" Ja, lustig war es schon. Also die Vorstellung, nicht, wenn Lysander vorhatte, seinen Partner mal eben abstechen zu gehen. Er zumindest hatte nicht vor, jetzt schon den Löffel abgeben zu müssen.
Wow, das verletzte ihn nun... ein wenig. Klar, sie waren irgendwo auch wieder jung, wollten vielleicht Spaß haben, den sie hier und da bekommen konnten und alles, aber so viel Ehrlichkeit war dann doch nicht ganz so erwartet gewesen. Liebe hin oder her, es war ein wenig... nun ja. Nicht das, was Jeremy sich erhofft hatte. Oder eine Maßnahme von dem Jüngeren, um ihn bei sich zu behalten. Hier in dieser relativ öden Stadt, weshalb er nichts dazu sagte. Seinen Mund wieder für ein kleines Stückchen öffnete, ihn anschließend wieder schloss, da er nicht wusste, was er sagen sollte. Blieb dieses Thema lieber an der Seite liegen, denn er, ja wenigstens er war so glücklich, wie es nun einmal war.
Okay, er wollte ihn anscheinend wirklich heiraten, obwohl es gerade noch anders geklungen hatte. Ziemlich anders. Ein Seufzen, friedlich, zufrieden, glücklich ? ,,Ich will auch vieles haben. Die Berge mit vielen Wanderwegen für mich alleine. Ein ruhiges Leben. Nachholbedarf von heute morgen... Vielleicht auch beides kombiniert ? Spaß. Nur bezweifle ich, dass meine Eltern kommen werden. Oder uns beglückwünschen werden. Oder sonst etwas." Das es wenn, dann genau so sein und seine Eltern da anders im Glauben waren, wusste Jeremy. Sie hatten Lys auch schon Geld und andere Dinge angeboten, waren schon des Öfteren mit Sprüchen wie "Such' dir bitte jemanden, der deine Sexualität teilt" angekommen, oder versucht, ihren Sohn mit irgendwelchen Weibern zu verkuppeln. Zum Glück noch nie vor dem Jüngeren. Zum Glück.
Er hatte nicht zugehört. Lautsprecher, ja. Rest, nein. Mit den Gedanken woanders gewesen, irgendwo im Nirgendwo, weshalb der Kanadier kurz zur Kenntnisnahme nickte, die um ihn geschlungenen Arme leicht mit der freien Hand tätschelte und gerade wieder etwas von sich geben wollte, als auch schon ein Anruf einging. Nino. Ein Anruf von Nino- natürlich sofort angenommen. "Ja, Jerry hier." -hatte er sagen wollen, wurde jedoch sofort mit herauspurzelnden Worten überrumpelt, sodass er gar nicht so schnell auf laut stellen konnte. War aber auch laut genug, dass man die Stimme klar hören konnte, auch, wenn Jeremy dann doch die Taste des Mikrofons betätigte, kurz in Überlegungen verfiel. ,,Hallo Nino... ganz ruhig bleiben, ja ? Wenn man wütend ist, kann man schnell Sachen sagen, die man nicht so meint, vielleicht war Franklin einfach überfordert. Und du auch." ,versuchte er irgendwie, die passenden Worte zu finden, war sich dabei aber nicht sicher, ob man das übers Telefon so machen konnte. ,,Uhm, Nino, wo bist du denn gerade ? Wenn du in der Nähe bist, dann komm' einfach durch die Hintertür rein, oder wir holen dich eben ab. Also wenn du möchtest. Lys ist auch hier. Womöglich ist das der leichtere Weg, hm ?"


zuletzt bearbeitet 12.02.2019 00:38 | nach oben springen

#470

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 12.02.2019 13:08
von Lea • Member | 890 Beiträge | 54950 Punkte


∙•∙∙•∙


- @Jerrys
- Jerry, Nino

"Du wirst dennoch niemanden umbringen, sonst hast du lange Zeit einen Freund gehabt." Nicht, dass es nicht sicherlich genügend Leute gab, die so was verdient hatten, aber Jerry sollte nicht zum Mörder werden. Notwehr wäre was anderes, vollkommen anders, aber dann müsste er angegriffen werden und nicht Lys. Oder seine Oma. Und da hätte er auch keine Skrupel diese Beziehung zu beenden. Niemand sollte wegen sowas dummen sterben, niemand. Die Folgen waren weder ehrenhaft noch schön. Und ja, Lys würde ihn auch verpfeifen gehen. In sowas war er einfach ziemlich moralisch erzogen. Wer was falsches getan hatte, musste dafür auch gerade stehen. Ende der Diskussion.
Er sollte ihm was versprechen. Er sollte ihm versprechen, dass er zu ihm kommen würde, wenn ihm jemand was antat. "In Anbetracht der Tatsache, dass wir heiraten wollen, ist das ziemlich logisch.",meinte er nur und drückte die Hand, die seine hielt, kurz zurück. "Aber ich mach das nur, wenn du aufhörst, dich zu einem Lächeln zu zwingen, wenn dir nicht danach ist."
Was hasste er diese Eigenschaft an seinem Freund. Nicht alles war Friede, Freude, Eierkuchen oder ein Grund zum fröhlich sein. Nein, Jerry durfte auch mal schlechte Laune haben, in Tränen ausbrechen und sonst was. Das war menschlich. Das war okay. Er musste nicht immer seinen Captain Sunshine Ruf bewahren, er konnte auch mal anders sein. Jeder würde das verstehen. Brav ließ er sich auch umarmen, kuschelte sich direkt an seinen Freund. Ja, das war schön. Vielleicht hatte eine höhere Macht beschlossen, ihn mit Jerry zusammen zu stecken, weil dieser einfach nur Liebe und Sicherheit verkörperte und er das nicht wirklich von einem männlichen Wesen kannte.
Also hatte er die Beziehung, die echt schon so natürlich war wie Atmen, nicht vergessen. Auch wenn es nichts neues war. "Pappnasenbärchen?", wiederholte Lys mit hochgezogener Augenbraue, war aber sichtlich amüsiert. "Und man kann sich nicht mit dir streiten! Du bist zu klein und süß. Gut, hindert nichts daran, dass ich dir für Kanada und dein immer schnatterndes Mundwerk den Kopf abreissen wollte... weil du nie die Klappe hältst wenn man es dir sagt, aber gut. Sonst geht das echt nicht. Vielleicht steh ich deshalb mal mit nem Messer vor dir und hau es in deine Brust, ohne jegliche Vorwarnung." Die Vorwarnung würde alles zur Nichte machen. Er war lieber direkt, ohne sonstige Sachen. Zack, rein, fertig. Ende der Durchsage.
Jeremy sagte nichts, öffnete zwar den Mund, bleib aber sprachlos. Das war eine neue Stufe in dem ganzen hier. Dennoch, Lysander beugte sich zu ihm und küsste ihn sanft, baute diesen Kuss sogar noch aus. "Jerry...",flüsterte er an seinen Lippen und lächelte. "Ich liebe dich über alles. Ich zieh für dich nach Kanada. Denkst du ernsthaft, ich würde was mit deinen Cousins anfangen? Die sind zwar durch die Bank weg gutaussehend, aber den einzig interessanten Kerl nenn ich schon seit drei Jahren meinen Freund und irgendwann meinen Ehemann." Also bitte. Klar, sicherlich verpasste er was, aber wer hatte heutzutage schon das Glück, dass er jemanden auf Anhieb fand, mit dem man den Rest seines Lebens verbringen wollte? Jerry würde er nie wieder hergeben. Nie wieder.
"Die Berge kannst für dich alleine haben. Als ob ich freiwillig wandern gehe." Augen verdrehen. Also wirklich Jerry. Niemals würde er freiwillig wandern gehen, außer er müsste von sich heim zu ihm laufen. Das glich einer halben Wanderung. "Und den Sex von heute morgen bekommst du spätestens morgen. Je nach dem wie es mir nach dem Gespräch mit meinem Dad geht, auch schon heute Abend. Die halbe Nacht durch wenn du willst." Und er die Schmerzen ertragen konnte. Erneut ein Kuss auf die Weichen Lippen, einfach, weil es sich anbot und diese so zum küssen einluden. Davon würde er einfach nie genug bekommen. "Wenn du willst, dass deine Eltern kommen, dann bitte sie darum. Es sind deine Eltern. Ansonsten... zieh ich nen weißes Kleid an und ne Perrücke. Dann geb ich mich als Braut aus." Egal, Hauptsache Jerry wäre Happy. Seine Mom würde auf jeden Fall kommen, mit Jakub und Rob im Schlepptau. Wahrscheinlich würde Rob die ganze Zeit in Tränen ausbrechen, weil ihn das ganze so rührte. Konnte man ihm das übel nehmen?
Als hätte er es geahnt, rief Nino an, legte direkt ohne großartigen Pausen los. Okay. Atmen? Wie wäre es mit Atmen?
Jerry übernahm das reden, Lys kratzte sich an der Nase. Hatte der Ideen wie man so eine Krise in den Griff bekam? Ohne selbsz mal so eine Situation gehabt zu haben? "Lys Ist auch hier" - "Hey", kam es aus seinem Mund ehe er Aufstand. Er musste sein Piercing in die Nase friemeln, welches er vorher zum duschen raus genommen hatte. "Vielleicht meint er das auch nicht böse? Vielleicht ist er nur kein Mensch, der mit wem ewig auf Kriegsfuss stehen kann." Würde sicher bei Lys und Jerry auch nicht anders enden, auch wenn da niemand jemals Schluss machen würde. Hatte er das Gefühl. Der Blonde fand sein weg ins Bad, packte den Ring in die Nase und setzte sich dann wieder zu seinem Freund aufs Bett. "Durch die Hintertür kommst du auch immer.", meinte er leise, grinste aber. So wundervoll zweideutig. Aber stimmte - je nach dem ob Lys sich gerade am Klavier verausgabte, hörte er die Klingel nicht. Da verschaffte sich Jerry gern Zugang zum Haus durch die meist offene Hintertüre.


But seriously, though. Some of you people need to go to church. I don't want you in hell with me.
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#471

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 12.02.2019 20:37
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


R A I N N
zuhause – mit Jake


Ist mit dir alles okay?
Die Frage lässt Rainn in der Bewegung inne halten.
Die Frage und Jakes Hand, die sie festhält. Er hält sie am Arm fest, hindert sie daran, das Zimmer zu verlassen – und doch, wenn sie wollte, dann könnte sie gehen. Dann könnte sie sich einfach von ihm lösen, ihm den Rücken zudrehen und gehen.
Dann könnte sie ganz weit weg gehen und müsste ihm nicht Antwort stehen.
Rainn weiß zu schätzen, dass sie die Wahl hat. Genauso sehr überfordert sie das aber.
Die Rothaarige weiß im ersten Moment gar nicht, was sie erwidern soll. Sie weiß nicht, wie viel Wahrheit sie mit dem Neunzehnjährigen teilen kann oder auch teilen will.
Eigentlich sollte sie ehrlich sein. Sie selbst hat Jake vorhin auch Fragen über Fragen gestellt und er hat geantwortet. Der Dunkelhaarige hat sich die Informationen aus der Nase ziehen lassen, aber er hat sie ihr gegeben. Dabei hatte Rainn nicht ein einziges Mal das Gefühl, er würde flunkern oder etwas zum Guten drehen.
Genauso sollte sie auch mit ihm umgehen. Rainn sollte es machen wie Jake.
Nicht alles von sich heraus ausplaudern, aber ihm doch mit Ehrlichkeit gegenüber stehen. Das hat Jake verdient.
„Nein“, schüttelt sie deswegen den Kopf. Mit ihr ist nicht alles okay. „Eigentlich ist ganz wenig okay.“
Die Aussage laut auszusprechen tut gut. Passend dazu hört sie auch auf, gezwungen zu lächeln, sondern lässt die Mundwinkel sinken. Sie muss nicht so tun, als wäre es das, wenn es nicht so ist.
Jake nimmt ihr mit seinen Worten einen Stein vom Herzen. Er spricht die Wahrheit aus und bringt sie damit dazu, der Wahrheit auch kundzutun.
Seine Augen wollen die ihren einfangen und nach kurzem Hadern von Rainns Seite kann er das auch tun. Jake kann ihr in die Augen sehen, sehen, dass die Rothaarige alles andere als glücklich oder in Ordnung ist.
Sie verweilt mit Jakes Hand an ihrem Arm und seinen Augen, die sich in die ihren bohren.
Das Make-Up bringt nichts, wenn jemand durch die Fassade hindurchblicken kann. Und Jake scheint genau das zu tun.


Oh Lord, won't you buy me a Mercedes Benz ?


- Nevermind, I bought it myself.

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#472

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 12.02.2019 20:59
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


L U C I E N
in der Schule – mit Beth


Ich liebe dich. Ich liebe dich. Ich liebe dich.
Die drei Worte, die er gerade ausgesprochen hat, hämmern in seinem Kopf. Er hat die Kontrolle über seinen Mund und schafft es, sich selbst damit dermaßen aus dem Konzept zu bringen – wie vermag es da der Rothaarigen zu gehen?
Lucien kann ihr nicht in das Gesicht sehen. Aus dem Grund, dass ihr Kopf ja noch an seiner Brust haftet.
Vielleicht ist das so auch besser. Besser, wenn er ihre Reaktion nicht anhand der Mimik ausmachen kann. Ihre Worte, die Stille und das Gestammel reichen ihm aus. Die Rothaarige räuspert sich.
„Du…ähm… also…“, wiederholt der Junge ihre Worte, aber bei weitem nicht so zusammenhanglos wie sie. Er will sich nicht über sie lustig machen – er greift einfach ihre Wortwahl auf.
Lucien löst die Arme langsam von ihr und tritt einen Schritt zurück.
Er will sie ansehen können. Eine Entscheidung, die er schnell bereut.
Zweifel stehen überall in ihrem Gesicht. Zweifel und eine riesige Unentschlossenheit.
„Sag nichts“, bittet er sie nochmal. „Du musst nichts sagen.“ Er will sie zu keiner Erwiderung zwingen, will keine Worte aus ihr herauspressen.
Ihm ist nur wichtig, dass sie geliebt wird. Dass Elisabeth das Gefühl erfährt. Das tut er nämlich. Trotz all seiner Ecken, Kanten und Macken, trotz all seiner Fehler und unbedachten Entscheidungen. Er selbst braucht die Liebe nicht. Zwar sehnt er sich danach, aber er braucht sie nicht. Er ist ihr gar nicht würdig.
Er ist fast zwei Jahrzehnte ohne aufgewachsen.
Ihre Frage, das leise Warum?, das reißt sogar ihn kurz aus dem Konzept.
„Warum?“, hakt er nach, zieht die Stirn in Falten und muss eine Gegenfrage stellen: „Warum sollte ich nicht?“
Warum sollte er das nicht tun?
Aus seinen Augen gesehen, kann man der Rothaarigen nur verfallen. Einzig ihre Optik schon ist zum Verlieben, sie ist nicht nur schön, sie ist wunderschön. Und dann ist sie auch noch so wahrlich und von innen heraus gut.
Lucien liebt es, wenn sie in seinen Armen Schutz sucht und wenn sie ihn als Kissen benutzt, wenn sie von selbst nach seiner Hand angelt – wenn sie allgemein seine Nähe sucht. Es sind die kleinen Dinge, die ein so schönes großes Ganzes ergeben.
„Ich kann mir keinen Menschen vorstellen, der dir ansatzweise das Wasser reichen könnt. Weil du eben du bist. Vielleicht deswegen.“


Oh Lord, won't you buy me a Mercedes Benz ?


- Nevermind, I bought it myself.

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#473

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 12.02.2019 22:50
von Mivaka • Member | 1.116 Beiträge | 79550 Punkte



school – Schließfach ; Lucien

Genau einordnen konnte sie es nicht. Machte er sich über sie lustig? Beth wusste es nicht, wollte es vielleicht auch gar nicht so genau wissen. Ob sie Lucien jemals irgendwas vor sich her stammeln gehört hatte? Wahrscheinlich nicht. Sie hingegen verbrachte damit einen Großteil ihrer Schulzeit. Er brachte sie in eine Situation, mit der sie nicht umzugehen wusste. Verunsicherte sie und selbst wenn das nicht seine Intention war, so hatte es eben genau diese Wirkung auf sie. Beth wusste nicht was sie sagen sollte, wusste nicht wie sie reagieren sollte und alles erschien ihr falsch. Falsch mit dem Hintergrund, dass sie die Nacht damit verbracht hatte, an der Sache zwischen ihnen zu zweifeln.
Augenblicklich fehlte ihr das Gefühl seiner Nähe, so verwirrend die Situation auch war. Lucien hatte sie von sich geschoben, sah sie an und Beth hatte die rehbraunen Augen auf ihn gerichtet. Vielleicht sogar etwas hilfesuchend, hilfesuchend nach einer Antwort. Irgendwas was er eben hören wollte. Nur wollte Lucien nichts hören. Oder aber er wollte gerne eine Erwiderung hören, nur könnte Beth das gerade nicht über die Lippen bekommen. Nicht weil, sie es nicht tat. Sondern viel eher, weil es die Sache nur noch komplizierter machte. Es war immer gefährlich mit offenen Karten zu spielen.
Die Art und Weise wie er auf ihre leise, kaum hörbare Frage reagiert, lässt sie beinahe etwas überrascht aussehen. Für ihn scheint die Frage unsinnig zu sein. Nur ist sie es nicht für Beth. Die Rothaarige macht sich immer wieder Gedanken darüber. Auf seine Gegenfrage hin, kann sie vorerst nur mit einem beinahe verzweifelten Schulterzucken antworten. Ja warum nicht? So vieles war für sie nicht einleuchtend. So zweifelt sie nicht nur an ihrer Erscheinung sondern auch an ihrem Wesen. Im Grunde kann sie nicht mit einem Fünkchen verstehen, was er an ihr finden könnte. Fehlendes Selbstbewusstsein...es würde sie irgendwann noch einmal in's Verderben spüren. Vielleicht hatte sie sich auch noch nie so eingehend damit beschäftigt wer sie war und wer sie sein wollte.
Seine Worte dringen zu ihr durch. Beth wird warm um's Herz und für einen Moment vergisst sie die Zweifel. Und genau jetzt, jetzt nach diesen Worten wäre der Zeitpunkt an dem sie seine Worte erwidern würde. Es wahrscheinlich auch getan hätte, wäre da nicht diese Unsicherheit dieser Zweifel der sich immer und immer wieder aus jeder noch so dunklen Ecke, den Weg zurück suchte. Beth konnte nicht damit aufhören Gründe zu suchen, weshalb es mit ihnen nicht klappen konnte. Und auch wenn sie die Worte nicht über die Lippen bringen kann, so breitet sich auf ihren Lippen ein sachtes Lächeln aus, ehe sie einen Schritt auf ihn zu geht, die zierlichen Hände in sein T-Shirt vergräbt, sich auf die Zehenspitzen stellt und ihre Lippen auf die Seinen drückt.



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#474

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 13.02.2019 19:45
von Zonya • Junior Member | 503 Beiträge | 36550 Punkte




J A K E
Bei Rainn


Jake merkt, dass Rainn mit sich hadert, dass sie nicht sicher ist, ob sie ihm die Wahrheit sagen soll. Dabei wünscht er sich, dass sie ehrlich ist, dass sie nicht weiter so tut, als sei alles in Ordnung, wenn es das nicht ist. Rainn muss Jake nicht anlügen, sie muss ihm nichts vorspielen.
Nicht alle sind glücklich, die glücklich scheinen. Manche Lachen nur, um nicht zu weinen. Rainn muss das vor ihm nicht, sie muss es nicht verheimlichen und es scheint, als würde sie das auch nicht länger.
"Nein ... Eigentlich ist ganz wenig okay".
Der dunkelhaarige nickt verständnissvoll. "Es ist okay, nicht okay zu sein", sagt er leise mit bewegter Stimme, und auch wenn Jake nicht weiß, was in Rainn vorgeht, so weiß er, dass sie ihm Einblicke in die dunkelste Ecken ihrer Seele gewährt.
Das würde nicht jeder tun. Der junge Mann ist nicht sicher, ob er es selber tun würde.
Er verbirgt auch jede Menge Dinge vor anderen. So läuft das eben.
"möchtest du darüber reden?" fragt er vorsichtig, die Augen noch immer auf die ihren gelegt. Erst scheint es, als könne die rothaarige seinen Blick nicht erwidern, als suche sie einen Weg, ihm auszuweichen, doch nach ein paar Augenblicke, lässt sie sich von ihm einfangen.
Rainns Augen wirken trüb, überhaupt nicht mehr so glänzend wie die Stunden zuvor. Es sind nicht die selben bernsteinfarbenden Augen, die Jake nicht zu verstehen weiß, ihn gleichzeitig aber faszinieren, mit ihn Welten nehmen, die er so nicht kennt. Das Mädchen wirkt unglücklich.
Das versetzt ihm ein dumpfes Gefühl. Sein Magen droht sich zu verknoten.
Jakes Hand wandert vorsichtig Rainns Arm entlang, rutscht an ihm herunter, bis er ihre kalte Hand in der seinen fühlt.
Er umschließt sie in einem Herzschlag, wie als hätte sie eine magnetische Anziehungskraft auf ihn.
"Ich kann verstehen, wenn du nicht darüber reden willst.. nicht mit mir"


ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʟɪᴀʀs, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʙᴇᴀᴜᴛɪғᴜʟ ᴀɴᴅ ᴘʀɪᴠɪʟᴇɢᴇᴅ, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ᴄʀᴀᴄᴋᴇᴅ ᴀɴᴅ ʙʀᴏᴋᴇɴ. ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ʟᴏᴠᴇ ᴀɴᴅ ʀᴏᴍᴀɴᴄᴇ, ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ᴛʀᴀɢᴇᴅʏ.
ᴡʜɪᴄʜ ᴀʀᴇ ʟɪᴇs? ᴡʜɪᴄʜ ɪs ᴛʀᴜᴛʜ. ʏᴏᴜ ᴅᴇᴄɪᴅᴇ


zuletzt bearbeitet 13.02.2019 19:45 | nach oben springen

#475

RE: Spindale Let's go gurls

in Spindale Highschool 13.02.2019 21:09
von Zonya • Junior Member | 503 Beiträge | 36550 Punkte




M A L A K A I
In der Schule mit Kelly


Gibt es solche Geheimnisse, Sachen die man erlebt oder erzählt bekommen hat, die niemals an die Öffentlichkeit gelangen sollten? Geheimnisse die man am besten mit ins Grab nimmt?
In Malakais Augen ja, ja die gibt es - und diese Sache zwischen im und Kelly, die ist ein solches Geheimniss.
Es ist erfrischend, dass der blonde genau so denkt. Ernie muss nicht wütend werden, Ernie muss seinen Gegenüber nicht anschreien, sich keine Scherben in seiner Halsschlagader vorstellen, ihn auch nicht bedrohen. Ernie kann sich zurückhalten, auch wenn das misstrauen, nicht sofort verfliegt.
Er kann sich niemals auf die Worte eines wildfremden verlassen, Menschen sind gemein, doch dieser Typ vor ihm, der mit den dunkelblauen Augen, geheimnissvoll wie der Ozean, die ihn anfunkeln, kaum zu glauben sind, genau dieser Typ lässt die Sicherungen in seinem Kopf durchbrennen. Kai weiß nicht, was er glauben soll, was die Wahrheit ist, was Kelly ernst meint. Wird er es wirklich niemandem erzählen?
Kai hat keine andere Wahl, als es zu glauben. Er will es glauben, will, dass es die Wahrheit ist.
Ernie macht sich schreckliche Sorgen darüber, was passieren wird, wenn die Wahrheit über ihn rauskommt. Wird er alles verlieren?
Er ist felsenfest davon überzeugt, dass er den Verlust niemand überwinden könnte. Doch kommt die Wahrheit bekanntlich nicht immer ans Licht? sagt zumindest seine Ma. Es ist nur eine Frage der Zeit, und die Angst frisst ihn auf.
Malakais Gedanken, Gefühle, Vorstellungen und Sätze gehen oft plötzlich den sprichwörtlichen Bach herunter, genau wie auch in diesem Moment. Seine Eltern hat das am Anfang in den Wahnsinn getrieben, aber inzwischen haben sie sich daran gewöhnt. Sie bleiben still, versuchen gar nicht erst, ihn zu verstehen. Manchmal ist das auch gut so.
Der braune Lockenschopf hat versucht sich neu vorzustellen, hat versucht das Spiel mit zu spielen, doch die Worte, welche zuerst so stockend über seine Lippen gekommen sind, sind nur Augenblicke später, wortwörtlich in dem Wasserfall, der aus seinem Mund kam, untergegangen.
Es war eine Menge Wasser die er vorhin getrunken hat, eine Menge auf nüchternen Magen, der noch immer rebelliert, weil der Kopf und das Blut noch alles andere als nüchtern ist. Der hässliche Captain Blaubarsch, hat sich in diesem Fall nichts zu verschulden. Ob das Wasser, welches sich gerade den Weg an die Oberfläche gekämpft hat, noch immer nur Wasser ist, kann Ernie hingegen nicht sagen. Analysieren will er das auch überhaupt nicht, alles was er dazu sagen kann; geschmeckt hat es nicht so.
Das göttliche Lächeln, welches sich über das kantige Gesicht des blonden zieht, war es vielleicht wert. Bei der Vorstellung rollen sich ihm die Zehnägel auf. Aber: Er hat ein wunderbares Lächeln, ein Lächeln, das er einfach erwidern muss, auch wenn ihm gar nicht danach ist, auch, wenn Ernie sich dafür am liebsten selbst eine Scherbe in die Halsschlagader rammen möchte. Vorher noch die Arme aufschlitzen, aber senkrecht, nicht waagerecht. Für den Gedanken will er sich umbringen, nicht nur leiden. Wenn er so denkt, kommt jede Hilfe für ihn zuspät.
,,Entweder bist du hart im nehmen, oder komplett bescheuert." - "Ein wenig von beidem wird's sein". Zweiteres vielleicht mehr als ersteres, doch dafür kann er nichts. Es ist nicht seine schuld, dass er so ist.. oder?
Kelly bewegt sich einen Schritt auf ihn zu, Vogel einen zurück. Er weiß nicht mehr viel, doch der Satz 'Fass mich nicht an' schwebt noch immer als zusammenhangsloser Fetzen in seinem Gehirn, kommt ihm in genau diesem Moment vor Augen und er würde ihn am liebsten auf ein neues vor die Füße des Ältern spucken. Hat er sich da nicht deutlich genug ausgedrückt, hat seine Haltung am Spind nicht gezeigt, was er davon hält?
Doch entgegen aller Erwartungen, überrascht er sich sogar selbst und bleibt nach dem zurückgewichenen Schritt stehen, lässt sich mit nach Mord schreienden Augen, eine Hand auf die Stirn legen. Misstrauisch, als würde diese ihm gleich das Gesicht zerkratzen.
Was bei ihm nicht stimmt? Die Liste ist länger als der ihm bevorstehende Tag und so wie es scheint, ist auch bei diesem, kein Ende in Sicht. Nicht wenn er sich so schleppend zieht wie bisher. Das beste was ihm an diesem Morgen passiert ist, ist wohl, dass er noch nicht gestorben ist, den Alkohol und die Drogen überlebt hat, auch wenn er sich nicht so fühlt und wenn er genauer darüber nachdenkt, ist er nichtmal mehr sicher, ob er froh darüber seien sollte. Der Tod klingt gerade nach einer sehr verlockenden Option.
"Mir fehlt nichts" knurrt der braunhaarige also, hat die Augen noch immer misstrauisch auf Kelly gelegt, denkt nichtmal darüber nach, diese von ihm zu nehmen.
Doch dieser, lässt sich nicht beirren, zerrt einen mehr oder weniger freiwillig mitkommenden Malakai nach draußen. Die frische Luft, welche seine Lungen füllt, lässt ihn sich augenblicklich, wenn auch nicht ausschlaggebend, lebendiger fühlen.
Kelly lässt sich an der Hauswand zu Boden gleiten, währen Kai nervös und zugleich leblos von einem auf den anderen Fuß tritt, beobachtete mit schmalen Augen, wie der Typ sich eine Zigarette in den Rachen schiebt, aber seinem Begleiter keine anbietet. Malakai weiß nicht, wo seine Packung hin verschwunden ist, was ihn nicht um die Zigaretten, sondern viel mehr das grüne Kraut, welches er bereits gedreht darin aufbewahrt hat, stört.
Falls überhaupt möglich, werden die Augen welche zu Schlitzen geformt sind, noch schmaler.
Weißt du, ich kenne dich nicht Kelly Coda Cummings Cummingham, oder was auch immer und ich hatte auch nicht vor, dich kennenzulernen... oder überhaupt wiederzusehen. Hätte jeden liegengelassen und wäre drübergelatscht, aber fuck, ich weiß nicht, wie... was.. Sagen wir so, würdest du danach fragen, dann würde ich dir ebenfalls nicht nur meine Zunge in den Hals schieben.. freiwillig.. oder so. - "Halt die Fresse...du redest zu viel".
Nicht reden, machen. Kai beugt sich vor und lässt sich eine Zigarette reichen, sowie anzünden. Und obwohl ihn das zu seiner Nutte macht, welche er gerne sein würde und sich für diesen Gedanken auch am liebsten vor ein Auto schmeißen würde nickt er, "no homo".


ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʟɪᴀʀs, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʙᴇᴀᴜᴛɪғᴜʟ ᴀɴᴅ ᴘʀɪᴠɪʟᴇɢᴇᴅ, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ᴄʀᴀᴄᴋᴇᴅ ᴀɴᴅ ʙʀᴏᴋᴇɴ. ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ʟᴏᴠᴇ ᴀɴᴅ ʀᴏᴍᴀɴᴄᴇ, ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ᴛʀᴀɢᴇᴅʏ.
ᴡʜɪᴄʜ ᴀʀᴇ ʟɪᴇs? ᴡʜɪᴄʜ ɪs ᴛʀᴜᴛʜ. ʏᴏᴜ ᴅᴇᴄɪᴅᴇ

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