#251

RE: start

in One of us is lying 25.03.2019 19:31
von Zonya • Junior Member | 495 Beiträge | 36150 Punkte



A D R I A N ■ M A R Q U A R D T

Cafeteria - Artur and Eliott


An diesem Morgen erwacht Adrian um fünf nach zehn aus einem komatösen Schlaf. Sein Nacken ist steif, der Rücken tut ihm weh, und obwohl er vollkommen benommen ist, spürte er einen Anflug von Kopfschmerzen. Als er die Augen aufmacht, blickt er Lucien unmittelbar in das lädierte Gesicht.
Adrian dreht sich um, macht für weitere zehn Minuten die Augen zu und als er sich schließlich doch noch aus dem Bett schälen kann, hat er das Gefühl, sich durch Sirup zu bewegen.
Das Frühstück fällt mau aus. Der Kühlschrank ist seit Tagen leer und hat sich über Nacht, nicht wie durch Zauberhand, gefüllt. Doch da keiner der beiden jungen Männer bereit ist, den Fußmarsch zum nächsten Bäcker, oder Supermarkt, auf sich zu nehmen, wird sich brüderlich drei Scheiben Toast und eine bereits recht weiche Banane geteilt.
Andere Menschen mögen Adrians Lebenstil wie ein halb leeres Glas betrachten. Er ist schon immer dem Untergang geweiht gewesen.
Doch Adrian nimmt sein Leben selbst in die Hand, will auf der Siegerseite stehen. Er ist ein Loser, mit der Einstellung eines Gewinners.
"Ich liebe es, frei zu sein, frei wie ein Vogel!".


"Ich schwör's, meine Ma hätte fast die Bude abgefackelt. Wir mussten raus, so sehr hat das gequalmt. Unsere Katze hat jetzt noch ein schwarzes Gesicht - sie sieht aus wie der Scheißkaminkehrer aus Mary Poppins" witzelt der braunhaarige, verdreht die Geschichte so, dass es nicht seine Schuld war. Die Katze hat er seit zwei Jahren nicht gesehen, ob sie überhaupt noch lebt?
Adrian verschränkt die Arme vor der Brust, trägt das selbe süffisante Lächeln auf den Lippen, wie auch sonst.
Die Gruppe, in der er steht, dient dem reinen Zeitvertreib, der Junge findet Anschluss wo er ihn sucht. Adrian kann sich mit jedem unterhalten.
Es ist der erste Tag für ihn an der Allen Candler. Bekannten Gesichter, sieht er nicht. Weder Edward, noch Mik oder Lucien. Auch nicht Artur, den er bereits im Clockwork gesucht und nicht gefunden hat. Dabei ist er nur wegen ihm hier. Adrian sollte ihn suchen.
Kaum passiert der Gedanke seinen Kopf, trennt Adrian sich von der Gruppe, hat beim umdrehen bereits jegliche Namen vergessen und schlendert mit einem Selbstbewusstsein durch den Flur, als würde ihm das Gebäude gehören. Einen Spind nach dem anderen klappert er ab, verirrt sich, trotz der gleich aussehenden Flure, bis zum Ende nicht. Bis zum Ende, als er in der Cafeteria landet.
Adrian bleibt unmittelbar hinter der Tür stehen, lässt die Augen durch den Raum scannen, sucht - und wird fündig.
Artur Marquardt, sein Bruder, ältester Vertrauter, Leidensgenosse und Gefährte. Sein nicht so gleich aussehendes Spiegelbild, welches nie dem Untergang geweiht war. Artur Marquardt, ein Name der die Apoptose in jeder Zelle seines Körpers zugleich auslößt.
Nachgedacht, was er ihm nach all der Zeit sagt, hat er nicht. Das musste er gar nicht. Adrian setzt einen Fuß vor den anderen, nähert sich Zielstrebig seinem Zwilling. Das Lächeln hat er sich nicht aus dem Gesicht gewischt.
Adrian legt einen Arm um die Schultern des braunhaarigen, hängt sich mit seinem Gewicht an ihn. Der Gesprächspartner seines Bruders, wird nicht wahrgenommen, keines Blickes gewürdigt. Es hat nicht die Intention hier neue Freunde zu finden.
Er dreht das Gesicht zur Seite, wartet bis auch Artur ihn direkt anblickt.
Adrian hat früh gelernt, Augenkontakt zu halten. Er weiß selbst nicht, warum, aber je durchdringender er seine Gegenüber ansieht, desto eher wenden sie den Blick ab. Das verschafft ihm ein Gefühl der Kontrolle.
Adrian hat seine Zukunft selbst in die Hand genommen, und während er jetzt neben Artur steht, spürt er, wie gut sich das anfühlt.
"hast du mich vermisst, Bruderherz?".


ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʟɪᴀʀs, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʙᴇᴀᴜᴛɪғᴜʟ ᴀɴᴅ ᴘʀɪᴠɪʟᴇɢᴇᴅ, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ᴄʀᴀᴄᴋᴇᴅ ᴀɴᴅ ʙʀᴏᴋᴇɴ. ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ʟᴏᴠᴇ ᴀɴᴅ ʀᴏᴍᴀɴᴄᴇ, ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ᴛʀᴀɢᴇᴅʏ.
ᴡʜɪᴄʜ ᴀʀᴇ ʟɪᴇs? ᴡʜɪᴄʜ ɪs ᴛʀᴜᴛʜ. ʏᴏᴜ ᴅᴇᴄɪᴅᴇ


zuletzt bearbeitet 25.03.2019 19:34 | nach oben springen

#252

RE: start

in One of us is lying 25.03.2019 21:03
von Lea • Member | 849 Beiträge | 52900 Punkte



Schule - talking to Fynn - mentioning Jonah, Eddy, Ivie


Von jetzt auf gleich wurden aus quasi Fremden Vertraute. Zumindest fühlte es sich für Mik gut an, als er von Fynn umarmt wurde, als er spürte, dass da jemand war, mit dem er reden konnte. Oder eher könnte, denn er wollte ihn nicht belästigen. Ihm nicht seine ganze Geschichte erzählen, von der weniger Leute wussten, als er Finger an einer Hand hatte. Eddy wusste es. Seine Sozialarbeiterin wusste es. Jonah wusste es auch. Und ivie wusste den Teil, dass seine Eltern nicht mehr lebten. Wieso oder warum nicht, das hatte er ihr nicht erzählt. Ebenso wie er bei dem Unfall zugesehen hatte.
Fynn wusste es auch nicht, war aber für ihn da. Das war ein wirklich schönes bersprechen.
"Danke.", sagte er deshalb leise und strich ihm über den Rücken. "Ich weiß das zu schätzen."
Egal wie dumm sich das anhörte, so wie er es sagte, wusste er, dass es ernst gemeint war. Mik schätzte den Größeren nicht so ein, als würde er sowas auf die leichte Schulter nehmen. Allein schon deshalb, weil er geheult hatte bei dem Gedanken, er hätte Hand an ihn gelegt.
Von weitem sah er seinen Coach den Gang entlang laufen, weshalb er sich aus den Armen löste, um dem Lehrer zu signalisieren, dass er kommen würde. Oder so. "Verdammt Kelleher. Wie siehst du denn aus? Geh zur Krankenschwester und lass das mal anschauen.", meinte dieser, als er neben den beiden Jungs zum stehen gekommen war, mit einem kritischen Blick auf sein Teammitglied. "Nächste Woche bist du wieder fit. Verstanden?!"
Dann ging er auch schon und Mik pfefferte die Tasche mit den Sportklamotten zurück in den Spind. Er hatte keine AG, hieß also, er könnte heim. Bei dem Wetter. Mit dem Motorrad.
Sein Blick ruhte im inneren des Schranks, als würde sich gleich ein Portal öffnen und ihn in eine schönere Welt katapultieren. Narnia oder so. Von ihm aus auch Panem. Nur nicht hier.
Gedankenverloren zog er sein Handy aus der Hosentasche und tippte vorhin Angerufenen Chat wieder an. #Eliott, écoute-moi. Je t'aime. Je t'aime et je ne sais pas pourquoi. Oui, je sais que tu n' aimerais jamais parce qu'il y a ta meuf et les autres qui sont meilleurs que moi ou plus grand que moi. Je ne sais pas si il y a un chance pour moi ou pas, si vous ne séparez jamais... T'es mon ami et, pour être honnête, je ne veux pas t'aimer. Peut-être pour ces raisons ou peut-être parce que je sais que tu m'aimes pas. Je ne sais pas aussi pourquoi je te dis ça, mais je le fait. Aussi, je fais t'aimer. Je déteste ça. Je suis désolé.#
Seine Finger flogen über die Tasten, es war ihm sogar egal, dass es französisch war. Wahrscheinlich würde der andere es nur besser verstehen. Im Grunde tat er eigentlich das, was er sonst nie machte: außerhalb der Französischklasse seine Muttersprache nutzen. Fynn hatte er komplett ausgeblendet.
Das Handy glitt wieder in seine Hosentasche und er schloss den Spind, wobei er wieder den Kerl sah und sich erschrak. Da war ja was. Da war ja wer. Sein Blick ging kurz auf den Boden, während er überlegte, was der letzte Funken Konversation war, den die beiden gehabt hatten.
Irgendwas von gestern Nacht. Was passiert war? "Ich kann bei dem Regen nicht heim fahren. Willst du dich mit mir in den Aufenthaltsraum setzen zum reden?", fragte er dann nach und sah ihn wieder an. Vielleicht würde sich dann ja alles klären, die ganzen Lücken füllen. "Was ist das letzte, an das du dich erinnern kannst?"


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#253

RE: start

in One of us is lying 25.03.2019 21:33
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte

I V I E
in der Cafeteria – Connor
antwortet Mik


Der einzige Grund, wieso Ivie sagt, was sie sagt, ist dieser: Sie weiß nicht, ob das so eine gute Idee ist.
Die Siebzehnjährige weiß nicht über Connors Vergangenheit bescheid, hat von den Gerüchten keines aufgeschnappt. Sie lebt in ihrer eigenen Welt. Die Geschichten und Wahrheiten der anderen – sie erreichen Ivie immer als letztes. Was für sie Neuigkeiten sind, ist altes Brot für andere.
Connor murmelt etwas, nimmt dann die Hand aus ihren Haaren. Wirkt er etwa gekränkt? Für einen Moment scheint es so, aber Ivie kann es sich genauso gut auch nur einbilden.
Immerhin ist im nächsten Momente jeder Spur dieser Emotion verschwunden, Connor guckt gleichgültig, wenn auch mit einem schwachen Lächeln auf den Lippen zu ihr herüber.
Ihm scheint eine plötzliche Idee zu kommen und dann beginnt der Ältere, in seinen Sachen herumzukramen. Ich will nicht viel, nur eine Chance.
Connor zieht seinen Block und einen Stift hervor, kritzelt etwas hinauf.
Was es ist, kann Ivie nicht ausmachen. Connor hat den Arm so drüber gebeugt, dass sie nicht spicken kann. Die Siebzehnjährige wird es früh genug erfahren.
Mit klammen Fingern nimmt sie den Zettel entgegen, ringt sich dazu durch, die Lippen zu einem Lächeln zu verziehen. Lachen, das tut nicht weh, meint man. Das junge Mädchen ist überrumpelt und wünscht sich zum ersten Mal in ihrem Leben, sie hätte eine beste Freundin mit der sie gleich darüber tratschen kann.
Macht man das in ihrem Alter nicht so? Es sofort der besten Freundin sagen, wenn einen jemand zum Essen einlädt, sie um Rat fragen? Ivie bräuchte jemanden, der ihr sagt, wie sie am besten zu reagieren hat, was sie mit den Worten und dem Verhalten von Connor anfangen soll.
Das Mädchen nickt – nur man weiß nicht, woraufhin sie nickt. Die Kopfbewegung scheint alles zu kompensieren, was er ihr gerade gesagt hat. „Ich… lass es mir durch den Kopf gehen.“
Ja, sie denkt darüber nach. Ja, vielleicht ist es besser, wenn sie sich zuerst schreiben. Ja, sie würde sich das mit dem Abendessen überlegen.
Ivie legt den Zettel vor sich auf den Tisch, dreht ihn unter ihren Fingern auf der Tischplatte.
Bis 18 Uhr würde sie wissen, was sie mit dem Gekritzel auf dem Blatt Papier anfangen kann, für welche Option sie sich entscheidet.
Mik rettet sie schließlich. Seine Nachricht lässt das Handy vor ihr aufleuchten, das Mädchen aus Hudson Bay die Stirn runzeln. 'Wieso sollte ich das nicht wollen?'


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#254

RE: start

in One of us is lying 25.03.2019 21:53
von Peanuts • Junior Member | 61 Beiträge | 3050 Punkte

Fynn Jones
Schule
Talking to Mik, Mentioning Elliot


Es war, als hätte Mik ihn von der einen zur anderen Sekunde vergessen. Er löste sich aus der Umarmung, sprach mit seinem Trainer und schien dann eine gefühlte Ewigkeit auf seinem Smartphone zu tippen.
Fynn war sich nicht sicher, ob er etwas sagen sollte. Vielleicht versuchte Mik seine Frage nach den Geschehnissen der letzten Nacht mit Absicht auszuweichen. Fynn wollte Miks Reaktion ja ignorieren, aber sofort glommen seine Zweifel wieder auf. Möglicherweise war es ganz gut, das er sich nicht mehr an die letzte Nacht erinnerte, das Einzige, was er mit Gewissheit sagen konnte, war, dass er immerhin nicht zugeschlagen hatte. Immerhin.
Er wünschte er hätte keine blöden Fragen gestellt. Niemand kehrte nach einem One Nicht Stand zum Partner zurück und fragte, was denn so geschehen war. Fynn war selbst Schuld daran, dass sein Gedächtnis nicht mitspielte - hätte er nicht so viel getrunken, hätte er sich noch erinnern können.
Fynn war kurz davor einfach zu gehen, als Mik sich wieder umdrehte und ihn ansprach, als wäre da keine komische Pause in ihrer Konversation gewesen. Doch Fynn war keiner dieser Menschen, die sofort beleidigt waren und es nicht ausstehen konnte, wenn man ihn warten ließ. Er genoss es zu warten, dabei kamen ihn die besten Gedanken. Nur nicht jetzt, jetzt war er ernsthaft besorgt.
Mik schlug vor in den Gemeinschaftsraum zu gehen und Fynn stimmte ihm zu, jede Sekunde, die er nicht Zuhause verbrachte, war eine gut genutzte Sekunde.
Schweigend folgte er Mik in den Pausenraum, hatte die ganze Zeit das Gefühl etwas sagen zu müssen, um die komische Kluft zwischen ihnen zu überbrücken, aber da war nichts. Über was sollte er auch mit Mik reden? Er kannte den Ruf, der Mik vorauseilte, es schien ihm als wäre dieser aus einer ganz anderen Welt als er.
Alles was ihm einfiel waren Fragen über das Wetter, Autos, über Lehrer herzuziehen.
Sie kamen endlich an und Fynn genehmigte es sich ein wenig neben Mik zu entspannen.
"Also .. Hmm. Ich war an der Bar", begann er stockend zu erzählen, das Gesicht verzogen, als würde er sich wahnsinnig konzentrieren: "Und dann bist du dazugekommen und ich bin mir ziemlich sicher, dass wir geredet haben."
Er hatte nicht den Hauch einer Ahnung, worüber sie geredet hatten.
"Ich mach ja sowas normalerweise nicht", platzte es aus ihm raus: "Es wär nett von dir, wenn du es nicht an die große Glocke hängst."
Fynn wusste nicht so genau, warum er sich so vor seiner Sexualität versteckte, nicht wollte, dass Leute erfuhren, dass auch er mal zum Zuge kam. Bis heute lief er rot an, wenn Elliot ihn mit ihrem Kuss aufzog. Es war nur ein vollkommen platonischen Kuss gewesen, verdammt, wieso war es ihm so unangenehm, wenn Elliot damit anfing?
Apropos .. "Wir haben aber schon verhütet, oder?", fragte er und sah Mik sorgenvoll an.


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#255

RE: start

in One of us is lying 25.03.2019 21:55
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte



LUCIEN NOEL DE CLERMONT
Sporthalle ; Footballtraining - Silas
erwähnt Adrian, Ivie


Dass Lucien früh dran ist, ist keine Seltenheit. Er ist oft vor den anderen im Team am Feld, ist manchmal sogar schon warm, bevor der Coach vorbeikommt.
Das hat verschiedene Gründe.
Manchmal schwänzt der Franzose die knappe Mittagspause, die den Sportlern zwischen der letzten Stunde und dem Training bleibt. Er hat nicht immer Geld für das Essen – das sind die Tage, an denen er keine Bestleistung zeigt. Er hat dann keine Nahrung im Körper, kann sich nicht lange genug konzentrieren. Seine Gedanken schweifen ab, manchmal wird ihm schummrig vor Augen.
Er ist Quarterback. Das darf nicht sein.
Andere Male schwänzt er die Unterrichtsstunde vorher, weil er den Stoff sowieso nicht versteht. Football ist das einzige Fach, das er nie verpasst. Lucien ist immer da – und andere könnten sich eine Scheibe von ihm abschneiden. Der Sport gibt ihm das Bisschen Freiheit und Leben, das er sonst im Alltag nirgends findet. Er lebt für das Team.
Er ist Quarterback. Die Einstellung ist lobenswert, würde er nicht seine Noten stark vernachlässigen.
Wieso er heute früh dran ist, kann Lucien nicht klar definieren. Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus beidem. Mit dem Unterschied, dass er nicht die letzte Stunde geschwänzt hat, sondern den kompletten ersten und den halben zweiten Block. Adrian, dem schiebt er die Schuld in die Schuhe. Der Junge hat keinen Wecker, verleitet Lucien immer dazu, auf die Verpflichtungen zu pfeifen und stattdessen den Morgen schlafend zu verbringen. Lustigerweise vertraut er dem Deutschen sogar noch am meisten.
Ist das die Deutsch-Französische Freundschaft, an die alle so appellieren?
Schon wieder nüchtern?, reißt man ihn aus den Gedanken.
Lucien sitzt auf der Bank, starrt in die Halle. Durch den Regen müssen sie heute drinnen trainieren, was lächerlich ist. Der Platz reicht doch höchstens aus, um mit den Teamkameraden zu kuscheln – nichts, das er tun will.
Der dunkelhaarige Lockenkopf schnaubt. „Keine Ahnung“, murrt er, weiß es wirklich nicht. „Fühlt sich zumindest so an.“ Das beschreibt es am besten. Getrunken hat er viel, aber seine Mathematikkenntnisse sind zu schlecht, als dass er sich ausrechnen könnte ob er das in den letzten Stunden schon vollständig abgebaut hat.
Lucien dreht den Kopf zur Seite, guckt Silas mit hochgezogener Augenbraue an.
„Ausnahmsweise mal von deiner Prinzessin losgekommen?“

Take me from the city, let's go for a drive
Take me, take me anywhere, just make me feel alive
Make me feel this fire, higher than the sun
Things could be so easy but we're always on the run


So I will keep you day and night, here until the day I die
I'll be living one life for the two of us
I will be the best of me, always keep you next to me


zuletzt bearbeitet 25.03.2019 21:57 | nach oben springen

#256

RE: start

in One of us is lying 25.03.2019 21:58
von Sissi • Junior Member | 70 Beiträge | 4450 Punkte


Basketball - alone

Mit leicht geweiteten Augen blickte er aus dem schmalen Fenster der Umkleide nach draußen und versuchte sich daran zu erinnern, wann genau es so sehr angefangen hatte zu gewittern, wieso er es nicht vorher bemerkt hatte und wo genau seine Beruhigungsmittel waren. Problematischerweise hatte er auf keine der drängenden Fragen eine Antwort und kam nach einigem hin und her zu dem Schluss, dass er wohl das Rumoren des Wetters draußen aushalten müsste. Auch wenn ihm das nicht so leicht fallen würde.
Eigentlich hätte er sich für seine Unachtsamkeit rügen müssen, so etwas existenzielles hätte ihm nicht entgehen dürfen, gleichzeitig wusste er jedoch auch, dass er gar keine Chance hatte gegen sein aufgewühltes Gehirn, dessen ganzer Fokus so oder so nur noch allein auf Dylan lag. Welcher Nates Meinung den ganze Beziehungskram übrigens wunderbar meisterte. Den Abend hatten sie mit wundersamen Kuscheln ausklingen lassen, hatten dann heute Morgen in aller Ruhe gefrühstückt und waren am Ende noch zusammen zu Nate gefahren, wo dieser sich schnell umgezogen hatte - in den Klamotten des Jüngeren sah er dann doch etwas zu sehr aus wie ein Zwerg, als dass er sich in diesen zur Schule getraut hätte. Anschließend waren sie zusammen in die Schule gegangen und hatten auch dort den Hauptteil der Zeit miteinander verbracht, was wirklich sehr praktisch war für den jungen Mann, da er so den ein oder anderen kennengelernt hatte. Unpraktischerweise war seine Aufmerksamkeit nur eben durchgehend auf seinen Freund gerichtet gewesen und so hatte er weder das beginnende Gewitter noch irgendwelche Anzeichen des Mörders bemerken können. Wenn er das seinen Vorgesetzten erzählen würde -
Das laute Krachen eines Donners riss Nate aus seinen unschönen Gedanken und er sprang unwillkürlich auf, stand auf einmal zwei Meter weiter im Raum und hatte ganz andere Sorgen im Kopf. Das war nicht gut. Absolut gar nicht gut. Hastig bemühte er sich darum, normal zu wirken, ignorierte die teils fragenden, teils belustigten Blicke seiner Teamkollegen und zog sich stattdessen schnell an, wischte dabei möglichst unauffällig seine leicht schwitzigen Hände an seinem Shirt ab. Er spürte ein leichtes Beben in sich aufkommen und fluchte innerlich, kramte dann einmal mehr in seiner Tasche rum, nur um wieder zum gleichen Schluss zu kommen: Er hatte seine Tabletten Zuhause vergessen. Klar, gestern Abend hatte er sie gar nicht erst mit und heute morgen war er eben einfach anderweitig beschäftigt gewesen.
Nervös fuhr er sich übers Gesicht, bemerkte erst dabei das minimale Zittern seiner Finger. Nicht gut. Gar nicht gut. Mit vielleicht etwas zu schnellen Schritten ging er nochmals ins Bad und wusch sich dort das Gesicht mehrmals mit eiskaltem Wasser, wodurch er hoffte, sein Gemüt etwas runterkühlen zu können. Rational gesehen bestand keine Gefahr. Das Gebäude müsste rechtlich gesehen einen Blitzableiter haben. Er war also in Sicherheit. Eigentlich zumindest. Leise seufzte er und schüttelte dann den Kopf, wieso hörte sein Körper bloß nie auf das, was sein Gehirn ihm sagte? Dämlicher Überlebensinstinkt. Aber mit etwas Glück würde ihm das Adrenalin helfen, dass ihn gleich überschwemmen würde, er schaffte es also schließlich sich in die Halle zu begen und sich dort zumindest einigermaßen normal zu verhalten.


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#257

RE: start

in One of us is lying 25.03.2019 22:27
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte



Klassenzimmer ; Schulflur - alleine
schreibe eine Nachricht an Sadie


Gähnend hält der Achtzehnjährige sich die Hand vor den Mund.
Es ist unhöflich, das nicht zu tun – haben ihm die Briten gelernt.
Es ist sinnvoller, in den Ellbogen zu gähnen, wie beim Niesen, haben sie ihm auch gesagt.
Wenn Jonah sich so durch den Unterricht kämpft, meint er, das ist das Einzige, das sie ihm dort drüben gelernt haben. Die Europäer ziehen am Stundenplan viel mehr an, er sollte das alles schon einmal behandelt haben, grob zumindest. Trotzdem tut der Amerikaner sich noch immer schwer, hier, zuhause, wieder mit dem Unterricht klarzukommen.
Seine Gedanken hängen wo anders.
Manchmal schweben sie in einem fremden Land oder bei der Musik, überlegen ganz ohne sein Bewusstsein, an welchem Artisten oder Song er sich als nächstes versuchen könnte. Andere Male ertappt er sich dabei, wie er über bestimmte Personen, eine von ihnen zumindest, nachdenkt.
Jonah versucht immer und immer wieder sich einen Reim aus allem zu machen und driftet dabei im Unterricht ab.
Er kann es nicht erwarten, das Jahr abzuschließen – es kann ihm aber auch nicht lange genug dauern. Danach muss er sich durch das College kämpfen, weil sein Traum nicht in greifbarer Nähe, sondern absoluter Ferne ist.
Die Glocke reißt ihn aus den Gedanken und alle um ihn herum erheben sich ruckartig. Der Tag ist überstanden.
Jonah klappt den Collegeblock, der über und über voll mit kleinen Kritzeleien ist, zu und schiebt ihn, genauso wie Kugelschreiber und Bleistift, in seinen Rucksack. Als einer der letzten verlässt er dann das Zimmer, schultert die Tasche und tritt in den Gang hinaus. Von überall her strömen die Schüler wie draußen der Regen vom Himmel. Horden sind es und einige scheinen so planlos zu sein wie er.
Seufzend stiefelt Jonah zu seinem Spind und öffnet ihn. Er zieht das Chemiebuch heraus, vor dem er sich seit Tagen drückt. Sie haben nächste Woche eine Klausur, die er nicht versemmeln darf – nach aktuellem Stand wird er das aber tun. Immer und immer wieder schweift er ab, wenn er sich vornimmt, zu lernen. Jonah seufzt, zieht dann sein Handy hervor.
‘Heyy‘, tippt er und schickt es ab, bevor er seine Meinung ändern kann. Er fühlt sich so unbeholfen, dass es fast lächerlich ist.
Früher konnte er das.
‘Hast du heute Training? Und vielleicht Lust auf eine Pizza danach? Ich wollte mit dir reden.‘ Jonah will nicht schreiben, dass er mit ihr reden muss – sein Stil war das noch nie. Sadie hat die Wahl, ob sie auch mit ihm reden will. So, wie er ihr immer die Wahl gelassen hat.
Bis zum Schluss.


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zuletzt bearbeitet 25.03.2019 22:28 | nach oben springen

#258

RE: start

in One of us is lying 25.03.2019 22:45
von Lea • Member | 849 Beiträge | 52900 Punkte



Schule; Aufenthaltsraum- talking to Fynn - texting Ivie - mentioning Ivie, Eliott


Sicher war es nicht die feine englische Art ihn so stehen zu lassen. Ein Glück war er Franzose und kein Engländer. Das wäre auch ein Vorteil bei Eliott, dem er gerade diese wundervolle Hiobsbotschaft geschrieben hatte. Ob es wirklich eine war konnte er nicht sagen, für ihn wäre es eine. Irgendwie. Er wusste selbst nicht, warum er ihm das gesagt hatte, er würde es ja auch löschen können. Nur auch das tat er nicht. Die Nachricht ruhte im Chat, hatte beim Sperren des Bildschirimes eine Haken gehabt.
Im Aufenthaltsraum ließ er sich auf eines der Sofas fallen, was am wenigsten nach Geschlechtskrankheit aussah. Als Fynn neben ihm saß, legte er seine Beine auf dessen Schoß, angelte nach seiner Hand als Beschäftigung. Nicht, weil ihm langweilig war, sondern weil er so sicher gehen konnte, dass er ihn nicht wieder ausblendete.
Dann erzählte er, was er noch wusste. War nicht wirklich viel. "Ich bin enttäuscht. Du weißt nichts mehr? Mensch, schäm dich. ",grinste er dann nur und schüttelte den Kopf. Dabei war gestern so schön gewesen. Eigentlich hätte er es filmen müssen. Also das Vorspiel und so. Das war wirklich witzig gewesen. Oder den Rest.
Nur erfuhr Mik dann, dass Fynn nicht so einer war. "Du warst aber keine Jungfrau mehr, oder?",fragte er nach und sah zu ihm hoch. Wenn ja; würde ihm das unendlich leid tun. Daran hatte er auch gestern nicht mehr gefragt. "Aber gut, dass ich für die große Glocke zu klein bin. Nur, wieso willst du nicht, dass andere wissen, dass wir Sex hatten? Ich mein, wir sind zwei schwule Kerle, Schande über unsere Häupter. Aber Naja, du solltest es nicht bereuen. Ich bereue es auch nicht, im Gegenteil, ich würds sogar wieder machen. Nüchtern zur Abwechslung. Ich würd dich auch jetzt küssen, einfach, weil es Spaß macht. Wenn Heterosexuelle das können, wieso wir nicht?"
Er wusste nicht wieso er das ganze jetzt da so sagte, aber es stimmte immerhin. Er würde ihn jetzt küssen, weil es Spaß machte, andere zu küssen. Er würde auch noch mal mit ihm schlafen, weil der Akt an sich eigentlich echt nett gewesen war. Nüchtern würde sich daran wenig ändern.
Ob sie verhütet hatten? Einen Moment lang öffnete Mik den Mund, schloss ihn wieder und schüttelte den Kopf. "Wollt ich heute morgen noch auf den Zettel schreiben, dass du die Bettwäsche wechseln solltest... also sagen wir es so, du wolltest verhüten. Nur hast du das Gummi nicht drauf bekommen und ich war zu sehr mit lachen beschäftigt. Tut mir leid, wenn dir das wichtig gewesen ist. Aber ich hab keine Krankheiten und wenn du mir jetzt sagst, dass du welche hattest, dann jo. Ist das so."
Sein Handy gab einen Laut von sich und einen Moment überlegte er, ob er es nicht an die Wand werfen sollte. Was ist, wenn es Eliott war? Was dann?
Langsam zog er es aus der Tasche und sah mit Überraschung Ivies Namen auf dem Display. Warum sie ihn nicht sehen wollte. Was wäre eine adäquate Antwort ohne das Mädchen zu verstören? #Wurde übel zugerichtet... es ist nicht gerade hübsch.#, schrieb er der Prinzessin also und nahm dann wieder Fynns Hand. "Das ist eigentlich nur, damit ich dich nicht wieder ausblende... bin sehr nachdenklich.",erklärte er leise und lehnte seine Schulter an die Rücklehne. Hoffentlich störte ihn das nicht zu sehr.


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#259

RE: start

in One of us is lying 25.03.2019 23:12
von Lea • Member | 849 Beiträge | 52900 Punkte


Cafeteria/Baskettball - talking to Ivie, Nate


Sein Blick lag auf diesem hübschen Mädchen, während sie einfach eins zu sein schien: Überfordert.
Vierundzwanzig Stunden, Sieben Tage die Woche.
Wurde ihr etwa selten diese Art von Aufmerksamkeit zu Teil? Wurde ihr selten gesagt, dass sie wirklich hübsch war, begehrenswert? Dass ihre Stimme einen netten Klang hatte und ihre Haare zum Spielen einluden? Vielleicht. Von diesem Kerl, der gestern bei ihr gewesen war, konnte man das sicher nicht erwarten. Außer er wäre Kaliber Harte Schale weicher Kern.
Connor konnte nicht in ihn hinein schauen, wollte er auch nicht. Somit blieb ihm auch keine andere Chance als sich nicht drum zu kümmern und seine Aufmerksamkeit bei Ivie zu lassen.
Diese nahm den Zettel und sagte, sie würde es sich überlegen. Fand er nett. Seine Sachen stopfte er zurück in die Tasche, erhob sich dann vom Stuhl. Dass sein blick kurz auf ihrem Handy ruht und er die Nachrichten überflog, erwähnte er genauso wenig wie die Tatsache, dass dieser Mickaël eine widerliche Schwuchtel war. Die beiden schienen befreundet zu sein, es wäre also nicht klug, dass zu sagen.
"Danke, Ivie.", sagte er stattdessen und rang sich ein Lächeln ab. "Bis hoffentlich heute Abend."
Anstatt länger bei ihr zu bleiben, bewegte er sich dann doch mal Richtung Basketball. Er durfte nicht zu spät kommen, was er eh schon tat, dafür einen Anschiss kassierte. Deshalb sollte er den Neuen holen, nachdem er sich umgezogen hatte. Dieser befand sich wohl im Bad.
Genervt klopfte er mit der flachen Hand gegen die Türe. "Hey, Schwuchtel. Beweg deinen Arsch, Training fängt an.",rief er durch die geschlossene Türe, befand seine Pflicht damit für erledigt. Länger als nötig wollte er sich eh nicht mit dem abgeben. Zum einen war er neu, zum anderen war er mit nem Kerl zusammen.
Widerlich.
Ekelhaft.
Beneidenswert.


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zuletzt bearbeitet 25.03.2019 23:12 | nach oben springen

#260

RE: start

in One of us is lying 25.03.2019 23:16
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


ARTUR MARQUARDT
Cafeteria - Eliott ; Adrian


Schwamm drüber.Remember, no hard feelings, huh?. No hard feelings.
Nicht forget it, nicht it’s okay. No hard feelings. Nicht mehr, nicht weniger.
Artur beißt sich auf die Zunge und lächelt. Gott, das muss dumm aussehen.
Der Blonde streckt die Finger aus und nimmt das Handy entgegen, aber steckt es gleich ein. Er würde es erst anschalten, wenn er im Auto sitzt, weil er jetzt gar keinen Gedanken daran verschwenden kann. Stattdessen will Artur mit Eliott reden, will wissen, was ihn bedrückt.
Ist doch offensichtlich, findet er. Nicht was ich bedrückt, das nicht. Das ihn aber etwas bedrückt, das sieht man. Artur zumindest, der tut es. Sieht es ihn an, ohne dass Eliott die Kapuze vom Schopfe nehmen muss, ohne dass er die Haare aus der Stirn streichen muss. Er kennt ihn. Hasst sich dafür, dass er das merkt und nachfragen muss, aber kann gar nicht anders.
Er könnte nicht hiersitzen und hochgucken, den Größeren mit seinen wachsamen blauen Augen mustern, und keine Worte verlieren.
„Ebenso“, flüstert er. Artur redet das Wort auf Deutsch und merkt es selbst gar nicht. Er hat auch schlecht geschlafen, aber ansonsten ist alles okay.
Was sagt das Schlafverhalten schon aus? Dass er die halbe Nacht wach war und nachgedacht hat, dass muss er nicht erwähnen. Schlecht geschlafen oder wenig geschlafen. Die Erklärung reicht, er muss keinen Grund angeben. Danach fragt nie jemand, weil sie nie auf die Idee kommen.
Schlecht schlafen tun sie alle und am Grund will man nicht differenzieren. Schlecht schlafen. Das ist alles.
Kakao?, will Artur fragen. Er ist sogar schon im Begriff, aufzustehen und die vergangenen Stunden über Bord zu werfen. Eliott mag Kakao, vor allem wenn er heiß ist. Artur weiß das und er weiß, dass warme Milch hilft, einschlafen zu können. Kakao ist auch warme Milch, nur eben mit Schokolade.
Sie hilft sicher. Eine Decke hilft und ein Film tut es und Arme die einen umschlingen und festhalten tun es auch. Artur würde das alles für ihn tun. Will dabei nur, dass Eliott gut schläft, dass es ihm gut geht. Er will keinen Abstand bewahren, wenn er ihm so helfen kann, und ist drauf und dran das alles über Bord zu werfen. Komm mit, will er sagen. Ich fahr uns zu dir.
Eine Wand tut sich vor Artur auf. Er prallt in vollem Tempo dagegen.
Kannst du beginnt es in seinem Kopf und er heißt sich auf die Unterlippe, deine Sachen abholen kommen?. Der Deutsche will die Pasta, die er so sporadisch gegessen hat, erbrechen. Die Aussage, sie schlägt ihm mit voller Wucht in die Magengrube. „Oh.“
Er fährt sich durch die wirren Haare und erwidert Eliotts Blick, bis er ihm nicht mehr standhalten kann. Er kratzt sich im Nacken, so wie immer, wenn er nicht weiß wie er reagieren soll. „Ja, äh, klar. Das… kann ich machen.“
Artur lächelt tapfer und lässt sich nicht anmerken, dass sein Herz schon wieder sinkt. Eliott meint es ernst. Du musst gehen, er hat es wortwörtlich aufgefasst. Und jetzt, jetzt verwendet er es gegen Artur.
Artur will nicht gehen. Er will nicht zu Eliott fahren, will seine Sachen nicht abholen kommen.

Blinzelnd guckt er Eliott hinterher. Er hat sich umgedreht. Geht hinfort und nimmt mit, was Artur ihm gerade entgegengeben wollte. Das bisschen Mut und das bisschen Verliebtheit. Der Franzose schlängelt sich durch die Reihen der Mensa und lässt Artur zurück. Mit einem großen bisschen Nichts im Herzen.
Es dauert, bis er die hell leuchtenden Augen von seiner Silhouette abwendet.
Artur will Eliott hinterherschreien, will die Pasta nach ihm werfen und fragen was das soll. Wieso er ihn zurücklässt, wenn Artur ihm geben will, was er nur geben kann. Aber er wird zurückgehalten.
Bärenpranken und schmuddelige Augen nehmen ihn gefangen – nicht auf die gute Art und Weise. Keine Art, die Stockholmsyndrom und Schmetterlinge im Bauch auslöst.
Hast du mich vermisst, Bruderherz?, ertönt an seinem Ohr. Das ist Deutsch und es lässt die Übelkeit, den Druck auf seinem Magen, größer werden, weil es nur einen gibt der so mit ihm redet.
Das ist Adrian.
Artur schüttelt seinen Griff ab, versucht es zumindest, weil Adrian schon immer grob sein konnte wenn er wollte. Will er Artur nicht loslassen, dann kann dieser sich in den Griffeln seines Zwillings winden wie er will. Adrian bestimmt, nicht Artur.
Der Jüngere der beiden Brüder kneift die Augen zusammen. „Abgründig tief“, spuckt er ihm sarkastisch die Antwort hin, lässt es zu, dass sein Blick einen Moment lang Eliott folgt.
Er müsste ihm hinterhergehen. Nicht hierbleiben, nein.
„Scher dich dahin zurück, wo du herkommst.“


So I will keep you day and night, here until the day I die
I'll be living one life for the two of us
I will be the best of me, always keep you next to me

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#261

RE: start

in One of us is lying 26.03.2019 00:28
von yulssi • Junior Member | 178 Beiträge | 8900 Punkte

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ELIOTT • • F L O R E N C E
DAVENPORT



school - talking to artur - seeing mik & fynn

ᴡᴇ ᴀʀᴇ ᴅʏɪɴɢ ꜰʀᴏᴍ ᴏᴠᴇʀᴛʜɪɴᴋɪɴɢ.

ᴛʜɪɴᴋ. ᴛʜɪɴᴋ. ᴛʜɪɴᴋ.



Eliott wollte ja gerne mit Artur reden, wollte wissen, wie seine gestrige Nacht verlaufen war und was gerade durch seine Gedanken lief. Wer durch seine Gedanken lief und warum dieser jemand durch seine Gedanken lief. "Ebenso" ,doch im Gegensatz zu seiner Wenigkeit hatte der Deutsche vielleicht sogar echt wenig geschlafen. Schlecht geschlafen und war in der heutigen Nacht nicht komplett überfordert weggekippt, hatte nicht bis zum Mittag geschlafen- so viel geschlafen, dass es schon als relativ ungesund abgestempelt werden konnte. Das wusste er nicht. Niemand konnte in die Köpfe anderer Menschen schauen, auch, wenn es manchmal wahrscheinlich ganz nützlich gewesen wäre, um somit Dinge zu erfahren, auf die man selber nicht kommen konnte. Zumal er das Wort, welches nur kurz zuvor auf deutsch herausgekommen war nicht verstanden hatte. Ebenso. Ging es ihm ebenso ?...
Sie hatten schon wieder so eine unglaublich bescheuerte Konversation. So verdammt dämlich, da es nicht einmal eine richtige Konversation darstellte, die beiden Schüler einzelne Wörter und knappe Sätze formulierten, sich diese wie gammeliges Fleisch vor die Füße warfen, um den jeweils anderen damit zufriedenzustellen. Oder sogar sich selber. Er wollte diese Worte nicht ausgesprochen haben. Wollte Artur auf keinen Fall in auch nur der kleinsten Weise weh tun, ihn nicht wie einen alten Sack Kartoffeln von sich stoßen und ihn gegen die nächste Wand setzen müssen. Das war wirklich nicht gewollt. Alles nur für einen Sinn und Zweck, den der Größere noch immer nicht realisieren durfte. Es war noch immer sein bester Freund, der dort vor ihm saß. Ihm einen Blick zuwarf, der mehr als tausende von Worten sprach. Ihm selber weh tat. Artur konnte es machen. Konnte seine Sachen abholen kommen. Können und wollen war nicht das Gleiche. War noch nie das Gleiche gewesen. ,,Artur." ,kam es deshalb kurzerhand aus dem Franzosen hinaus, die Hand anschließend zu einer Faust gefaltet und die Pupillen nicht abgewandt. Das war kein hübsches Lächeln. Hübsch schon, aber nicht glücklich. ,,Das... ist nicht das Problem." ,ein Schlucken. Kaum hörbar, doch sichtlich.
Doch kaum konnte der Franzose seine Lippen erneut für auch nur einen minimalen Spalt bewegen- einen klitze kleinen um nur ein einziges Wort herauskommen zu lassen, da vibrierte auch schon das eigene Handy in der hinteren Hosentasche, gab anfänglich überhaupt keine Ruhe mehr, bis es endlich das Metall hielt, ein weiteres Mal in Folge einen minimalen, leisen Ton von sich gab, Eliott für einen Moment leicht zusammenzucken, doch es einfach da ließ, wo es war. Hatte gerade wichtigeres zu tun, als sich Gedanken darum zu machen, wer wann was von ihm wollte, auch, wenn es vielleicht sogar dringender war, als er es sich momentan im wirren Inneren seines von braunen Locken umgebenen Kopfes ausmalte. Wer wusste das denn schon ? Womöglich war es seine Mutter, Hannah, deren neue Ultraschallbilder angekommen waren. Er nannte sie eigentlich gar nicht Mutter, Mom, oder Mommy. Hannah reichte. Vielleicht war es aber auch seine echte Mutter, die ihm gemeinsam mit seinem echten "Erzeuger" die monatliche Miete zukommen lassen wollte, damit sie sich Eliott gegenüber nicht mehr ganz so schuldig fühlen. Sich fühlen konnten, als wäre somit alles gut, denn mit Geld konnte man in ihrer engstirnigen Welt natürlich alles lösen, oder es zumindest damit versuchen, wenn es nicht klappte noch ein paar Scheine mit drauflegen. Der Neunzehnjährige hatte es satt. Wollte nicht von den Beiden mit Geld und teilweise den bescheuertsten Geschenken bombardiert werden, die man nur machen konnte, denn jetzt war es schließlich auch nicht mehr zu retten. Sowohl all seine verpassten Geburtstage, die Tage, an denen ihr leibeigener Sohn auch nur die simpelste Sache erreicht und einen einfachen Lob erwartet hatte, als auch sonstige Angelegenheiten. Sie hatten sich nie gekümmert- kümmern wollen, also brauchten die an diesem Zeitpunkt auch nicht mehr anzukommen und so tun, als würden sie sich auch nur eine Bohne um ihr Kind scheren. Lächerlich.
Lächerlich, weshalb der Ältere das noch vor kurzem vibrierende Telefon gänzlich ignorierte, den noch immer vor ihm verweilenden unter dichten Locken beobachtete, nicht wusste, was er folglich tun sollte, als stehen zu bleiben, die Klappe zu halten, obwohl er Artur so vieles mitteilen wollte. Wollte, jedoch nicht konnte, da es einfach nicht die Zeit dafür war. Nicht die richtige Stunde und auch nicht der richtige Ort. Zumal Eliott sich ja nicht einmal mehr sooo grottig fühlte. Klar, schlimme Gedanken hatte doch jeder mal, doch wenn man nicht gänzlich wahrnahm, wie man wirklich aussah, die dunklen Augenringe, zerzauste Haarpracht, den unzufriedenen Blick und die merkwürdige Stimmung komplett ignorierte, dann kam man bestimmt nicht auf einen Nenner. Er bemerkte es nicht. Tat es einfach nicht mehr, da es sich schon zu einer Gewohnheit gebildet, den Neunzehnjährigen, schon zu lange begleitete, ihn nicht mehr in Frieden leben ließ.
Ließ die schwarzen Pupillen nach Hilfe suchen. Wandte diese ab, um nicht in das entgegengesetzte Gesicht schauen und sich schuldig fühlen zu müssen. Das war nicht der Grund, warum Artur seine Sachen abholen sollte. Es gab keinen optimalen Grund um das alles mal eben erklären zu können. ,,Ich ruf' dich später an..." ,sprach der Dunkelhaarige, nicht in der Lage, sich irgendwie anders zu erklären, um die Wahrheit nicht länger zu vertuschen. ,,...okay ? Bis... dann." Und wenn du mich suchst, dann bin ich noch in der Schule. Unnötig lange und drauf' wartend, dass du hinterherkommst, mich suchst. Wann sollte dann denn sein, stattfinden ? Dann konnte in einer Minute, in hundert Jahren oder in der Unendlichkeit liegen. Dann war dann, wenn man es brauchte. Dann war dann, wenn man es wollte. Dann war eben dann. Heute, morgen und wann auch immer. Er wollte kein dann. Wollte nicht gehen und Artur alleine dort sitzen lassen. Das tat man einfach nicht und doch drehte er sich um, wollte zurückblicken, sich bei ihm entschuldigen und ihm Sachen sagen, die er selber nicht hören wollte, presste vorher die Lippen aufeinander, damit er die Klappe hielt, denn Eliott war nicht dumm. Wusste, wann er den Mund zu halten hatte und wann besser nicht. Wollte sich am liebsten auflösen, um gänzlich zu verschwinden. Nicht mehr existieren, doch musste gleichzeitig Dinge erledigen, für welche er noch immer keine Zeit gefunden hatte. Hatte als Letztes die Hand angehoben, um nach Artur zu greifen, doch diese wieder sinken lassen.

Stand letzten Endes mit dem Handy in der Rechten im Flur, tat so, als hätte er Miks Nachricht nie gesehen, nie gelesen. Blendete diese gekonnt aus, weil der Franzose nicht darüber nachdenken wollte. Nicht konnte. Nicht jetzt und auch nicht heute. Hatte die Worte aus schlechtem Gefühl nur halbherzig überflogen, das Handy am liebsten gegen die Wand gepfeffert, doch es im Anschluss lieber so tief wie möglich in der Jackentasche verschwinden lassen, sodass man es nicht sah. Ihm nicht nachweisen konnte, dass er jemals an seinem Handy gewesen war. Die Haken leuchteten nicht, er hatte die Statusleiste heruntergezogen, drei vergangene Nachrichten erhalten. Einen Videoanruf, ein "sorry" und einen viel zu langen Text, welcher im späteren Verlauf nicht ungeachtet bleiben sollte. Eliott würde sich noch melden. Irgendwann. Mik hatte es nicht verdient, ignoriert zu werden, machte so schon viel zu viel durch, auch, wenn es niemand so wirklich wusste.
Vielleicht war es einfach nur reiner Zufall, oder auch der eigene Wille, der Eliott durch die breiten Flure trug, ihn automatisch in die verschiedensten Klassenräume und Zimmer schielen ließen, um ja nicht von irgendwem entdeckt zu werden. Lehrer. Personen. Menschen. Machte am Pausenraum halt. Hier hatte er vor den Ferien ein Schulbuch liegen lassen, wollte dieses gerne wieder in seinen Besitz bringen, da er es natürlich für den Unterricht benötigte, zu welchem er so oder so nicht regelmäßig hinging. Sah beim eintreten direkt in die Gesichter von Fynn und Mik, wollte sich augenblicklich umdrehen, doch nicht wie ein Arschloch herüberkommen. Hob den Kopf, sprach ein zähes ,,Hallo." aus, ehe er das Gewollte vergaß, wieder endgültig verschwand. So schnell lief, wie er nur konnte. Immer schneller und schneller, aber noch human genug um dabei nicht wie ein vollkommen Bekloppter auszusehen. Machte am Ende im Innenhof Halt.
Blieb stehen. Atmete. Wurde klitsch-nass. Telefonierte; ,,Artur..." ,doch drückte das Gespräch wieder weg, da er im Gewitter sowieso nichts verstand.


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"𝙻𝚎𝚝'𝚜 𝚛𝚞𝚗 𝚊𝚠𝚊𝚢 𝚝𝚘𝚗𝚒𝚐𝚑𝚝"

zuletzt bearbeitet 26.03.2019 17:45 | nach oben springen

#262

RE: start

in One of us is lying 26.03.2019 09:45
von Zonya • Junior Member | 495 Beiträge | 36150 Punkte



A D R I A N ■ M A R Q U A R D T

Cafeteria - Artur


Artur versucht sich aus seinen Pranken zu winden, dreht sich nach links und rechts, um das Gewicht, mit dem der braunhaarige sich auf seinen Bruder legt, von seinen Schultern zu schütteln. Es ist einzig und allein Adrians Entscheidung, ihn aus seiner Misere zu entlassen. Die älteren haben immer das sagen, sie sind der Sportwagen unter den Geschwistern; mächtig cool - in der Handhabung allerdings kompliziert und gefährlich. Die Rede ist von älteren Brüdern.
Schon früh lehren sie einen, wie ein Furz aus nächster Nähe riecht, wie es sich anfühlt, Knete im Ohr zu haben, oder eine einseitige Glatze zu tragen.
Die wichtigen Dinge im Leben lernt der Mensch von seinen älteren Geschwistern.
Schalter sind grundsätzlich tabu gewesen. Fernsehschalter, Radioschalter, Lichtschalter – all das hat Adrian geregelt. Ein Durchbrechen dieser Ordnung ist sofort in eine endlose Diskussion ausgeartet – mit hohem Gewaltanteil.
Adrian hat solange gewonnen, bis das Spiel nicht mehr nur zwei Spieler, sondern vier und somit seine Eltern beinhaltete. Dann war Adrian der Loser, und Artur der Gewinner - immer.
Doch auch heute noch, lange nachdem der letzte Furzgeruch Arturs Nase verlassen hat, ist es so, als ob er den Schwitzkasten nie verlassen hat. Adrian ist immer präsent. Grund genug, ihm die Ehre zu erweisen, die er schon immer von seinem Bruder erwartet hat.
"Du kannst gerne auf mich runtersehen, Artur - aber das Einzige, was wirklich zählt, ist meinen Bruder wieder bei mir zu haben, und dafür setze ich mit Freude die verfickte Hölle und sämtliche Gezeiten in Bewegung" spricht Adrian in einem akzentfreien Deutsch.
Der braunhaarige zieht seinen Arm zurück zu sich, lässt sich auf den Platz fallen, auf dem vor kurzen, noch eine ganz andere Person saß. Adrian stützt die Arme auf dem Tisch ab. Mit einem süffisanten Lächeln, trägt er auf spöttische Weise das Gefühl der Überlegenheit zur Schau.
"Ich hab ganz vergessen, wie sehr du einem auf die Nerven gehen kannst, Artur" ... "Das hab ich vermisst".


ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʟɪᴀʀs, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʙᴇᴀᴜᴛɪғᴜʟ ᴀɴᴅ ᴘʀɪᴠɪʟᴇɢᴇᴅ, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ᴄʀᴀᴄᴋᴇᴅ ᴀɴᴅ ʙʀᴏᴋᴇɴ. ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ʟᴏᴠᴇ ᴀɴᴅ ʀᴏᴍᴀɴᴄᴇ, ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ᴛʀᴀɢᴇᴅʏ.
ᴡʜɪᴄʜ ᴀʀᴇ ʟɪᴇs? ᴡʜɪᴄʜ ɪs ᴛʀᴜᴛʜ. ʏᴏᴜ ᴅᴇᴄɪᴅᴇ


zuletzt bearbeitet 26.03.2019 09:45 | nach oben springen

#263

RE: start

in One of us is lying 26.03.2019 10:19
von Peanuts • Junior Member | 61 Beiträge | 3050 Punkte

Fynn Jones
Schule
Talking to Mik [Elliot]

Fynn wusste nicht, wie er reagieren sollte, als Mik erst die Beine auf seinen Schoß legte und dann nach seiner Hand griff. Für Fynn waren das eher vertraute Gesten, Berührungen, die man für besondere Menschen aufhob, doch Mik schien eine andere Einstellung zu teilen.
Fynn ließ ihn gewähren, vermutlich würde er ihm so ziemlich alles durchgehen lassen, was weniger an seinem guten Herzen, sondern allein an der Tatsache lag, dass er es fast nicht ertrug Miks Leiden mitanzusehen. Wie heuchlerisch. Mik wollte bestimmt vieles, aber nicht bemitleidet werden. Fynn hasste es ja auch, wenn ihn irgendwer bedauerte, weil seine Eltern ihn eingetauscht hatte. Er wollte es einfach nicht mehr hören, es würde jedem einigermaßen empathischen Menschen mit Sicherheit leidtun, aber er war es leid, hohle Beleidsformeln an die Stirn geklatscht zu bekommen.
Das hieß also, dass Mik sich noch erinnerte, wusste, was letzte Nacht geschehen war. Fand Fynn das jetzt gut oder schlecht? Er versuchte nicht allzu besorgt auszusehen, sondern tat so, als würde er sich wahnsinnig konzentrieren, um ein zwei Erinnerungsfetzen wieder aufleben lassen.
Just in diesem Moment betrat Elliot den Raum, der genauso aussah, wie Fynn sich fühlte. Er schaffte es gerade noch im zuzunicken, bevor dieser sich wieder umdrehte und verschwand. Schien so, als wäre die letzte Nacht auch bei ihm nicht spurenlos vorüber gegangen.
Er wandte sich wieder Mik zu, dessen Gedanken scheinbar die ganze Zeit in eine andere Welt wanderten, bis er wieder urplötzlich in ihrer Realität landete.
"An was denkst du?", fragte er offen, interessiert. Fynn kannte das von sich selbst, wenn er sich in seine eigene Utopie zurück zog. Aber das kam immer seltener vor, wenn er mit Menschen zusammen war, gar nicht.
"Was? Nein", erwiderte er, als Mik ihn fragte, ob er noch eine Jungfrau gewesen war. Ziemlich eingerostet und verstaubt vielleicht, aber keine Jungfrau mehr.
Fynn dachte häufiger an sein erstes Mal zurück als ihm lieb war. Es war wunderschön gewesen, er hatte Tom das ganze Wochenende für sich gehabt. Sie waren vierzehn gewesen, hatten heimlich den Sekt seiner Eltern getrunken, Tom hatte Kerzen gekauft, ihm einen Blumenstrauß geschenkt .. Himmel, Fynn musste aufhören zu sehr in der Vergangenheit zu schwelgen, die alten Zeiten zu vermissen. Aber so war er nun mal - es fiel ihm schwer Menschen, die er liebte loszulassen, weiterzumachen. Das Vergangene zu akzeptieren und vorbehaltslos nach vorne zu sehen.
"Ich finde nur ..", Fynn wusste nicht, wie er es formulieren, seine Gedanken in Worte fassen sollte. "Ist es nicht merkwürdig mit einer Person zu schlafen, die du gar nicht kennst? Ich meine, du musst so viel Kontrolle abgeben und ein unglaubliches Grundvertrauen haben, dich darauf verlassen, dass die Person dich nicht verletzt, die gleichen Intentionen hat wie du." Fynn stoppte, machte eine Pause, atmete durch: "Es ist so nichtssagend im Vergleich, wenn du mit einer Person schläfst, die du liebst."
Fynn selbst hatte bisher nur mit zwei Personen geschlafen. Tom, weil er ihn liebte und Jackson, weil er verzweifelt war. Es war furchtbar mit Jackson gewesen, anstrengend, untentspannt. Fynn hatte sich angezogen und war gegangen. Bis heute tat es ihm ein bisschen leid, dass er Jackson einfach so zurück gelassen hatte, aber es ging einfach nicht. Wenn sein Geist nicht wollte, dann konnte auch sein Körper nichts daran ändern.
"Ich weiß nicht", sagte er, als Mik fragte wieso Fynn nicht wollte, dass man es erfuhr. Er wusste es ja selbst nicht, wieso er so verklemmt war, seine Sexualität so in den Hintergrund rückte. "Ich weiß nicht, ob man auf einen betrunkenen One Night Stand so stolz sein wollte."
Miks folgende Worte, dass er ihn noch einmal küssen würde, ließen ihn zweifeln, aufblicken, Mik ihn die Augen sehen. Er ging nicht darauf ein, wusste nichts zu erwidern. Der nüchterne Fynn würde Mik nicht noch einmal küssen, er kannte ihn nicht einmal und wollte keine fremde Zunge in seinem Hals stecken haben.
Dachte er vielleicht zu romantisch, suchte nach etwas, das es nur in Filmen und Büchern zu finden gab? Vielleicht. Vielleichtvielleichtvielleicht.
"Dann mach doch", sagte er ohne Selbstgefälligkeit, Erwartung oder Hoffnung in der Stimme. Fynn wusste nicht warum er es sagte, wollte er Mik herausfordern, herausfinden ob dieser nur blöd daherschwatzte? Oder war er es selbst, der es wissen wollte wie es war jemanden ohne Liebe zu küssen? Sein verklemmtes Dasein auf die Probe zu stellen, herausfinden, ob seine heutige Realität sich noch mit den Ansichten seines fünfzehnjährigen Ichs decken ließ. Er wusste es nicht.
Fynn war regelrecht schockiert, dass sie nicht verhütet hatten. Mik schien es auf die leichte Schultern zu nehmen, scherzte darüber, dass er das Kondom nicht drüber bekommen hatte. Fynn kannte ihn nicht, musste ihm wohl vertrauen, später wohl einen Test machen. Das war ihm wichtig, er wollte nicht krank werden.
"Dir wäre es so egal, wenn man dich ansteckt? Ich meine, ich habe nichts. Aber du konntest das nicht wissen."


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#264

RE: start

in One of us is lying 26.03.2019 11:16
von Zonya • Junior Member | 495 Beiträge | 36150 Punkte


Footballtraining mit Lucien


Lucien begegnet ihm mit der selben Euphorie, die auch Silas an den Tag legt. Seine Stimme ist kaum mehr als ein Murren, begleitet von einem Schnauben, dass den dunkelhaarigen schweigen lässt. Silas kann nicht deuten, ob Lucien's Erscheinung von Kopfschmerzen und einem flauen Magen geprägt ist. Vorstellbar ist es für den dunkelhaarigen, Lucien belässt es nie bei nur einem Drink. Der Franzose weiß nicht, wann er genug hat.
Doch im Grunde ist es Silas egal, für ihn zählt nur, dass der Quarterback beim Training ist. Lucien ist der Spielemacher, ohne ihn läuft nichts, auch wenn sich immer eine Reserve findet. Es ist nicht das selbe, mit einem ungeübteren Spieler zu spielen. Dann braucht er nicht auf dieser Bank sitzen, muss nicht auf das Team warten, kann auf das restliche Lauf und Krafttraining verzichten. Das Runden drehen gehört dazu, doch Silas will spielen.
Lucien wendet den Kopf zu ihm, sieht ihn mit hochgezogener Augenbraue an, während der neunzehnjährige den Blick weiter in die Halle gerichtet hat. Es ist lächerlich, sie haben kaum Platz um hier zu trainieren. Da ist es auch egal, ob der Quarterback anwesend ist. Hier wird kein Spiel zustande kommen.
Sie werden sich aufwärmen, das Training damit verbringen Kraft und Ausdauer zu stärken.
Lucien öffnet den Mund, ausnahmsweise mal von deiner Prinzessin losgekommen?
Silas Kieferpartie spannt sich an, es gefällt ihm nicht, wie er sie betittelt. Ihm gefällt es nicht, wenn überhaupt jemand ihren Namen in den Mund nimmt. Über Ivie redet man nicht mit ihm, niemals.
Für andere muss es merkwürdig wirken, dass Silas wie ein Schatten an dem Mädchen hängt, jede ihrer Bewegungen und Schritte, mit Fuß und Auge verfolgt. Sie wissen nicht, warum er das tut. Sie schätzen seine Intention falsch ein und er hat im Grunde kein Recht, es ihnen Übel zu nehmen.
Doch Silas nimmt es falsch auf, so wie er es immer tut - und es macht ihn wütend.
"du hast doch keine Ahnung" murrt er zurück und schüttelt den Kopf.


ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʟɪᴀʀs, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʙᴇᴀᴜᴛɪғᴜʟ ᴀɴᴅ ᴘʀɪᴠɪʟᴇɢᴇᴅ, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ᴄʀᴀᴄᴋᴇᴅ ᴀɴᴅ ʙʀᴏᴋᴇɴ. ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ʟᴏᴠᴇ ᴀɴᴅ ʀᴏᴍᴀɴᴄᴇ, ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ᴛʀᴀɢᴇᴅʏ.
ᴡʜɪᴄʜ ᴀʀᴇ ʟɪᴇs? ᴡʜɪᴄʜ ɪs ᴛʀᴜᴛʜ. ʏᴏᴜ ᴅᴇᴄɪᴅᴇ

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#265

RE: start

in One of us is lying 26.03.2019 12:53
von Lea • Member | 849 Beiträge | 52900 Punkte



Aufenthaltsraum - talking to Fynn - mentioning Eliott, Jonah, Artur


Thema Nummer Eins heute in seinen Gedanken: Wie er das verprügelt werden hätte verhindern können.
Thema Nummer Zwei: Wo er heute Nacht schlafen könnte
Thema Nummer Drei: Fynn.
Dieser ließ ihn einfach machen, sagte nichts. Wenn es ihm unangenehm war, ließ er es sich nicht anmerken. Vielleicht störte ihn das ein wenig, immerhin sollte auch er eine eigene Meinung haben, was sagen können. Aber nein, dem war nicht so. Vielleicht hatte er ja auch Mitleid mit ihm, ließ ihn deshalb machen. Normalerweise würde ihn das stören, aber dieses mal nicht. Dieses Mal war es okay, er brauchte wohl Nähe von jemand, bei dem er sich sicher fühlte. Und das tat er bei Fynn komischerweise.
Aber auch bei Eliott, der die Szene betrat. Für einen Moment sah er hoch, senkre aber dann den Kopf und kaute auf seiner Unterlippe rum.
Änderung:
Thema Nummer Drei: Eliott und Fynn.
Eliott schlich sich einfach so langsam in den Vordergrund seines Hirns, dass es so schwer war, ihn auszublenden. Er war einfach immer aktiv da, belästigte aktiv seine Gedanken. Verdammt man, wieso musste er sich auch in diesen Kerl verlieben? Wieso konnte er sich nicht wen anders aussuchen, Jonah oder eben Fynn? Wieso musste er auch noch Artur heiß finden? Wieso. Wieso. Wieso.
Mik wurde schwer ums Herz, wurde traurig. Da half auch die Frage von Fynn nicht, die ihn wieder aufsehen ließ. Er antwortete nicht, schüttelte einfach den Kopf. Es war nicht der Rede wert, über seine Probleme zu reden, den anderen darüber zu informieren. Egal wie sehr es den anderen interessierte. Deshalb fuhr er sich auch übers Gesicht, um die Tränen los zu werden.
Fynn war also keine Jungfrau mehr gewesen, das beruhigte ihn ungemein. Ansonsten hätte er sich jetzt Vorwürfe gemacht, dass sowas besonders sein sollte. Auch wenn er wusste, dass seins nicht wirklich besonders gewesen war. Er hatte nicht mal ne Ahnung, wie der Kerl hieß. Zeugte davon, dass es nichts weiter war, als das, was die beiden hier verband: ein einfacher One night stand.
Schien ihn allerdings zu stören. Man musste die Kontrolle abgeben, vertrauen haben. "Das fällt einem natürlich mit Alkohol leichter. Aber woher willst du wissen, dass die Person, die du liebst, dich nicht verletzt? Ich dachte auch, wir hätten die gleichen Intentionen. Aber dann standest du vor meinem Spind und ehrlich gesagt, bin ich froh drum. Vor allem nach dem heute morgen." Er hatte jetzt jemand, bei dem er sich sicher fühlte, der ihn nicht verletzte. Nicht verarschen würde. Und garantiert nicht Hand an ihn legen würde. Nicht wie sein Onkel. Nicht wie so viele andere Leute. Fynn war gut, Herzensgut.
"Es muss niemand wissen, dass du total betrunken warst.",erinnerte er ihn dann leise. "Ich will nur nicht, dass du es bereust. Für mich war es der schönste One night stand den ich hatte. Nicht so hektisch und schnell fertig wie man denkt. Viel liebevoller, langsamer. Wenn man mal von Dingen absieht, wie manchen Aussagen..." die wirklich komisch waren und ihn sicher zur Tomate mutieren lassen würden, wenn er das jetzt wiederholen würde. Aber Mik tat es nicht. Deshalb strich er ihm sanft durch sein Haar. "Und wenn du nicht willst, dass es ein besoffener One Night Stand bleibt, an den du dich eh nicht erinnern kannst, würde ich mich freuen, wenn wir es wiederholen würden. Wenn nicht, ist auch nicht schlimm, aber es wäre schade für dein Gedächtnis." Dann hätte er was zu erzählen, vielleicht sogar einen Selbstbewusstseins-Booster, da er es geschafft hatte, dass er sich wunderbar fühlte, wert geschätzt.
Dass er ihn allerdings küssen durfte, verunsicherte Mik kurz. Dennoch nahm er seine Beine von seinem Schoß, um sich kurzerhand rittlings auf ihn zu setzen. Die Hände legte er in seinen Nacken, strich sanft mit den Fingern drüber. "Entspann dich einfach. Es ist nichts schlimmes, jemand einfach aus Lust und Laune zu küssen.",ermutigte er ihn, bevor er eben genau das tat. Sanft, liebevoll. Genau wie gestern, nur ohne Zunge. Er gab ihm einen zweiten Kuss, leicht fordernder, eher mit seiner Nase an die des anderen stupste. "Schlimm oder schön?"
Wenn jetzt ein schlimm kommen würde, würde er das persönlich nehmen. Vielleicht auch abhauen. Wer weiß. Aber vielleicht war der Kerl unter ihm einfach nur prüde, war ja irgendwie auch okay.
"Fynn, mein Leben ist beschissen genug. Ich brauch keine Krankheiten, aber wenn sie mein Leben verkürzen, wäre ich ihnen dankbar.", knallte er ihm ungefiltert entgegen und schüttelte leicht den Kopf. Er hatte doch allen Grund, sowas zu sagen. Man musste nur sein Gesicht ansehen, dann war alles klar. "Aber ich hab nichts. Ich hab mich erst vor zwei Monaten testen lassen und ab da nur zwei mal Sex gehabt. Ein mal mit Verhütung und dann mit dir. Ich kann dir sogar alles schriftlich geben, okay?"


But seriously, though. Some of you people need to go to church. I don't want you in hell with me.
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#266

RE: start

in One of us is lying 26.03.2019 18:16
von Peanuts • Junior Member | 61 Beiträge | 3050 Punkte

Fynn Jones
Talking to Mik
Pausenraum


Fynn akzeptierte ohne ein weiteres Wort oder einen drängenden Blick Miks Entscheidung seine Gedanken für sich zu behalten. Sie saßen einfach nur da, beide in Gedanken versunken, irgendwo anders, nur nicht hier.
Fynn fiel es schwer einen vernünftigen Gedanken zu fassen, immerhin hielt Mik Kelleher seine Hand, aber dennoch dachte er darüber nach, was ihn Zuhause erwartete. Seine Mutter hatte Mik morgens gehen sehen und wenn er sich recht erinnerte, dann hatte Mik sich als .. als .. als Peter Pan verkleidet. Fynn erinnerte sich wieder daran, dass sie über ihre hautenge Kleider gescherzt hatten. Er trug die viel zu enge Jeans und Mik quetschte sich alles in dieser furchtbaren Strumpfhose ab.
Bei dem Gedanken, wie Mik so aus dem Pfarrhaus gegangen war und dabei vom strengen Blick seiner Mutter durchbohrt wurde, zauberte ihm ein kleines Lächeln auf das Gesicht. Er sollte es nicht genießen, dass seine Sexualität seine Eltern aufs äußerte provozierte, aber irgendwie fühlte es sich gut an, dass das erste was sie an diesem Tag gesehen hatten, ein schwuler Peter Pan war, der aus ihrem Haus floh.
"Das kannst du nicht wissen", erwiderte Fynn: "Wahrscheinlich verletzt sie dich mehr als jeder andere", fügte er nach einer kurzen Pause hinzu, versuchte die Worte nicht allzu gewichtig klingen zu lassen. Er war ein Träumer, ein Romantiker, natürlich glaubte er an die große Liebe, an ein ewiges Beisammensein, ein Leben zu zweit. Vielleicht vergrub er sich zu oft in seinen Gedanken, seinen blöden Fantasien, die die Realität noch grauer erscheinen ließ, als sie eigentlich war.
Dieser Tag brauchte zu viele Vielleichts.
"Ich meine - hast du jemals mit jemanden geschlafen, den du vom tiefsten Herzen geliebt hast? Es ist so anders."
Oder Fynn hatte einfach Pech gehabt. Das Leben falsch angepackt, sich von ein paar einzelnen Erfahrungen prägen lassen.
"Na ja", druckste er herum, hatte keine wirkliche Begründung, warum er vor Miks Spind aufgetaucht war: "Du hast einen Zettel geschrieben."
Fynn hatte keinen Grund gehabt es zu tun, aber auch keinen es nicht zu tun. Zudem musste er noch einige Zeit mit Mik in seiner unmittelbarer Nähe verbringen, Kurse und Prüfungen überstehen und da war es ihm lieber, das die Sache auch wirklich hundertprozentig aus der Welt war.
Dann aber sagte Mik etwas über ihre Nacht, sagte, dass es der schönste One Night Stand seines Lebens war, was Fynn eine zarte Röte auf die Wangen trieb. Er wusste, dass er kein Tier im Bett war, hatte nie das Bedürfnis verspürt voll aufzudrehen, aber war froh, dass es Mik gefallen hatte.
"Was für Aussagen?", fragte er zweifelnd, wusste nicht, ob er es tatsächlich hören wollte. Vermutlich hatte er absoluten Nonsense geredet, schlechte Witze gemacht oder irgendetwas erzählt, was Mik nicht hören sollte.
Er wollte es wiederholen? Zweifelnd sah Fynn Mik in die Augen, suchte etwas in seinem Gesicht, das ihm verriet, das er scherzte.
"Ich weiß nicht", setzte er an: "Du meinst so etwas wie ein Two Night Stand?"
Fynn wusste nicht einmal, ob diese Bezeichnung überhaupt existiere, aber es war das Einzige was ihm in der Situation einfiel.
Er würde natürlich nicht ein zweites Mal mit Mik schlafen. Das wäre gegen seine Prinzipien, seine Grundsätze, seine Überzeugungen ABER - und es war genau dieses Aber, das sich rot in seinem Kopf abzeichnete, fett und unterstrichen, es gab etwas in ihm das ihn an der Idee reizte. Wieso sollte es ihn auch nicht reizen, er war ein schwuler Teenager, der die Gelegenheit auf dem Silbertablett serviert bekam mit einem seiner heißen Mitschüler zu schlafen.
Aber seine Prinzipien. Aber, aber, aber. Fynn hätte dieses Für und Wider noch ewig abwägen können, doch eigentlich hatte er nichts zu verlieren, kein Risiko bei der Sache. Er hatte schon einmal mit Mik geschlafen, ein zweites Mal würde nichts ändern. Oder? Oder??
"Wir ..", er stockte, sein Kopf sagte nein, sein Schwanz ja. "Können es ja versuchen. Und wenn es scheiße läuft, hören wir auf."
Das hatte er nicht wirklich gesagt. Er war ein solcher Idiot, seit wann traf er so leichtsinnige Entscheidungen?
Dasselbe galt auch für die Entscheidung, dass Mik ihn küssen durfte. Als Mik sich rittlings auf ihn setzte, wusste er erst nicht wohin mit seinen Händen, legte sie vorsichtig auf seiner Hüfte ab, damit er ihm nicht wehtat. Beim ersten Kuss ließ er noch Mik machen, beim zweiten ergriff er eine aktivere Rolle.
Miks Lippen fühlten sich fremd, aber seltsam vertraut an. Mikbrachte seine Zunge nicht ins Spiel, ging vorsichtig, neugierig vor, ließ dann von Fynn ab.
"Es war .. okay, schätze ich", sagte Fynn: "Ganz schön schüchtern." Er wusste nicht, wieso er Mik so neckte, provozierte, aber es war gut gewesen. Irgendwie.
Miks folgende Worte stimmten ihn nachdenklich, traurig. Er wollte nicht wissen, wie scheiße Miks Leben war.
"Ich glaube dir", sagte Fynn ehrlich und sah ihm in die Augen, unsicher, wie er zu reagieren hatte. "Also ich fände es schade, wenn du stirbst."


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#267

RE: start

in One of us is lying 26.03.2019 18:37
von Sissi • Junior Member | 70 Beiträge | 4450 Punkte


Basketball - with Connor

Zum wiederholten Male an diesem Tag zuckte er nahezu panisch zusammen. Mit aufgerissenen Augen starrte er auf die verschlossene Türe. Versuchte zu verarbeiten, was er da gehört hatte.
Schwuchtel.
Etwas nervös fuhr er sich übers Gesicht. Na ganz toll. Er musste jetzt also nicht nur sein Training während eines Gewitters aushalten, sondern wurde jetzt anscheinend auch noch von einem Homophoben belästigt, den er im Übrigen auch gar nicht kannte. Zu seinem Unglück wusste er nichteinmal, wie der Typ aussah und könnte ihm daher auch nicht aus dem Weg gehen.
Seine gerade halbwegs still gewordenen Hände gingen wieder zu ihrem üblichen Zittern über und in diesem einen, kurzen Moment hätte Nate wirklich ganz gern einfach geweint, doch dann besann er sich eines besseren. Er hatte homophobe Attacken überlebt. Hatte Gewitter überlebt. Wie viel schlimmer könnte beides kombiniert sein?
Tief im Inneren schrie ihn etwas an, dass es tausendmal schlimmer sein könnte, doch diese kleine Stimme der Vernunft verdrängte er ganz gekonnt. "Komme", brachte er mit verräterisch flacher Stimme raus, verließ dann das Bad und versuchte möglichst unbeteiligt zu wirken. Ob ihm das gelang könnte man durchaus diskutieren. Sein Gesichtsausdruck war etwas zu hart, seine Fäuste etwas zu fest zusammengeballt und sein Blick etwas zu stur auf den Boden gerichtet, als dass man ihm abnehmen könnte, dass wirklich alles okay war. Dennoch war es wohl die beste und auch einzige Option, die ihm gerade blieb.
Er betrat die Halle und sah sich um, musterte die anderen Spieler und versuchte festzustellen, wer zu solchen Worten wie vorhin fähig wäre. Ein kurzer Blick verriet ihm, dass sicher die Hälfte der Leute unter diese Kategorie fiel. Einige sahen ihn komisch an. Andere abwertend. Wieder andere interessierten sich nicht für ihn, was dann wohl auch seine bevorzugte Gruppe war. Dennoch war es komisch. Das hier war sein erstes Training und Freunde hatte er sich nicht wirklich gemacht, schien auch nicht die Chance dazu zu bekommen. Aber das war okay. Er konnte allein sein. Jedenfalls dann, wenn es nicht gerade gewitterte. Das war absolut nicht gut.


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#268

RE: start

in One of us is lying 26.03.2019 19:10
von Lea • Member | 849 Beiträge | 52900 Punkte



Aufenthaltsraum - talking to Fynn


Klar. Niemand konnte sowas wissen, aber das, was Fynn sagte, klang logisch. Mehr oder weniger.
Vielleicht war er auch ein verträumte Romantiker, der in einer rosa Welt steckte. Da wäre es besser gewesen, hätte er Peter Pan dargestellt. Wobei Mik sich auch gern in genau diese Welt flüchten würde. "Nein, hab ich nie. Es hat mir auch noch nie jemand gesagt, dass er mich liebt. Abgesehen von meinen Eltern, aber das ist mehr als 10 Jahre her." Niemand hatte ihm seitdem ein ich liebe dich entgegen gebracht, war für ihn da gewesen oder hatte ihm gezeigt, dass er geliebt wurde. Bis auf Teddy. Nur den würde er nicht zur Sprache bringen.
Er war gekommen, weil er einen Zettel hinterlassen hatte. Interessant. Sehr interessant. "Normalerweise bring ich ja die Leute zur Tür und sie bekommen einen Kuss. Aber du hast so schön geschlafen..." Vielleicht war es auch seine Art, die Leute wert zu schätzen. Nicht nur ihre Körper missbrauchte für das eine.
Fynn wurde rot, was Mik direkt zum Lächeln brachte. Die Hand, die er hielt, wurde sanft gedrückt. War doch nichts schlimmes. Mensch, Kind.
"Och... zum einen fandest du mein Tattoo echt toll und bist die ganze Zeit mit der Hand drüber, als wir ne Pause eingelegt haben, weil du außer Atem warst nach nem Blowjob. Den du sogar bekommen hast." Er lachte kurz und legte den Kopf schief. "Aber das witzigste war bei weitem, dass du mich nackt gesehen hast, dir die Kinnlade runter klappfs und du nur gefragt hast, ob mein Schwanz in dich rein passt."
Dabei sei gesagt: Nichts an Mik war überdurchschnittlich groß. Was sollte auch ein 1,65 großer Kerl mit nem 20 cm Schwengel? Die Proportionen mussten passen.
Fynn war sich nicht sicher. Wen wunderte das auch? "Hey... du bist wie alt? 19? Gönn dir ein wenig Spaß." Versuchte er ihn zu ermutigen. Hätte er sich nicht gestern selbst überzeugt, würde er sagen, da steckte ein Baum in seinem süßen Hintern. Wer weiß, vielleicht war da ja auch was drin stecken, was imaginär war.
Wenigstens lenkte er ein, sagte, man könne es versuchen und dann abbrechen, wenn es schief ging. "Fynn. Hier wird nichts abgebrochen. Wir gehen das ganz langsam an, entspannt. Genieß es einfach." Keine Drohung, sondern ein Versprechen.
Die Küsse waren schön, für ihn sicher vertrauter als für den anderen. Aber machte es nicht weniger besser.
War wohl auch okay gewesen. "Dann ergreif die Initiative. Ich beiß nicht.", lächelte er, beugte sich vor und schnappte die Unterlippe des anderen zwischen den Zähnen und saugte leicht dran, bevor er los ließ. "Bis auf sowas. Das schlimmste was sein kann, ist, dass es dir gefällt und das ist nicht schlimm." Also setzte er erneut zu sanften Küssen an, ein wenig neckender, aber immer noch ohne Zunge. Wenn Fynn mehr wollte, durfte er das machen. Solange er sich jetzt entspannte war ja alles passend.
Wenigstens fand einer es schade, wenn er ins Gras beißen würde. "Hast du eigentlich Ärger bekommen von deinen Eltern? Wenn du willst rede ich mit ihnen. So wie ich ausseh, würden die wohl eher denken, dass du mich gepflegt hast." Lächelnd strich er durch seine Haare. Er mochte das echt gern. "Ich bin froh, grad nicht allein zu sein."


But seriously, though. Some of you people need to go to church. I don't want you in hell with me.
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#269

RE: start

in One of us is lying 26.03.2019 19:20
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte

I V I E
in der Cafeteria – Connor
an der Sporthalle - alleine
erwähnt Mik


Bis hoffentlich heute Abend, verabschiedet Connor sie – er schafft es damit ein letztes Mal, dass Ivie Blick sich seinem entgegen hebt. Die Siebzehnjährige betrachtet, wie er sich schließlich vom Platz neben ihr erhebt und die Cafeteria verlässt.
Connor bewegt sich, als würde ihm der Raum gehören. Tut er das?
Ivie seufzt und nimmt dann den zusammengefalteten Zettel an sich. Sie faltet ihn kleiner, stopft ihn dann in ihre Jackentasche.
Mickaël lenkt sie ab, indem seine Antwort nur Augenblicke verzögert eintrifft und Ivie ratlos lässt. Sie weiß darauf nichts zu erwidern und liest die Nachrichten nur, sodass ihm zwei blaue Haken angezeigt werden sollten.
Ivie kann gegen das Gefühl, dass Mik sie einfach nicht sehen will, nichts tun. Unbewusst nimmt sie das Ganze so viel persönlicher, als es eigentlich ist. Er will dich einfach nicht sehen, Ivie. Hat keine Lust auf dich. Die Erkenntnis lässt ein flaues Gefühl in ihrem Bauch aufkommen und bringt Ivie dazu, den Teller mit dem Salat vollends von sich zu schieben.
Viel zu schnell beschließt ihr Bauch die Entschlüsse, überlistet ihren Kopf. Würde die Siebzehnjährige länger darüber nachdenken, merke sie, dass das gar nicht stimmt. Tut sie aber nicht. Ivie denkt nicht genauer darüber nach und lässt stattdessen zu, dass sie in diese innere Leere gezogen wird.
Sie hat kein bisschen Hunger mehr.
Mit motorischen Bewegungen sammelt sie ihre Sachen zusammen, trägt den vollen Teller weg und lässt ihn im Geschirrwagen mit den eigentlich leergegessenen Tabletten verschwinden.
Ivie geht durch die Tür, durch die auch Connor gegangen ist, und versucht im Gang zwischen den Schülern unterzugehen. Was soll sie denn jetzt machen?
Sie seufzt leise auf und findet sich bei ihrem Spind wieder. Ivie öffnet ihn, packt ein paar Bücher, die sie nicht mehr braucht, hinein und schließt ihn dann wieder. Das Gewicht ihres Rucksacks ist geringer, aber die Last auf ihren Schultern unverändert schwer.
Sie knallt die Spindtür zu, sieht sich um. Niemand bekanntes, keine Idee, wo sie sich jetzt weiter aufhalten kann. Sie will nicht wieder in der Mensa sitzen, wo sie den Donnern beim Grölen zuhören und zusehen kann. Das Wetter behagt ihr einfach nicht. Sie will sich auch nicht in den Pausenraum verkrümeln, weil sie nicht weiß, wer sie dort erwartet. Oder was.
Letztendlich landet sie an der Sporthalle. Mit Kopfhörern im Ohr und leiser Musik, die von besseren Tagen singt, dreht sie Connors Zettel in den Fingern. Ivie hadert mit sich selbst, ihre Augen landen immer und immer wieder auf seinem PS.


So I will keep you day and night, here until the day I die
I'll be living one life for the two of us
I will be the best of me, always keep you next to me


zuletzt bearbeitet 26.03.2019 19:21 | nach oben springen

#270

RE: start

in One of us is lying 26.03.2019 19:23
von Alice • Junior Member | 100 Beiträge | 6900 Punkte


Sadie Gizedh | 19 y/o → Schule; allein | texting Jonah

Der Schultag schien endlos lang, verging in Zeitlupe und war auch jetzt, nachdem die letzte Unterrichtsstunde endlich ein Ende gefunden hatte, zu ihrem Bedauern noch nicht vorbei. Nur zu gerne wäre die Brünette geradewegs zu ihrem Auto gelaufen und nach Hause gefahren, hätte sich mit etwas essbaren in ihr Bett verkrümmelt und den restlichen Tag vorzugsweise mit ihrem Kater, sowie irgendeiner trashigen TV Show verbracht; bei dem Wetter draußen ohnehin das einzig sinnvolle. Doch dies blieb vorerst Wunschdenken, stand zunächst erst einmal Volleyball auf dem Plan. Eigentlich liebte Sadie das Training, doch heute konnte sie absolut keine Motivation aufbringen. Dementsprechend lustlos schlenderte sie die Flure entlang, bahnte sich ihren Weg zwischen all den anderen Schülern hindurch und ärgerte sich innerlich über den mangelhaften Schlaf der letzten Nacht. Sie hätte wahrlich nicht so lange auf der Party bleiben sollen, auch wenn sie einen wunderbar netten Abend mit ihrer jüngeren Schwester verbracht hatte, so bereute sie das lange aufbleiben mitten in der Woche doch ein wenig. Es war nie eine gute Idee feiern zu gehen, wenn am nächsten Tag Unterricht stattfand, selbst wenn Sadie keinen Alkohol getrunken hatte; zum Glück wohlbemerkt, sonst wäre sie heute Morgen wohl gar nicht aufgestanden! Jedoch zeigte sich der Schlafmangel deutlich anhand ihrer eher bescheidenen Laune und dem nicht vorhanden sein ihrer Motivation.
Hinzu kam die heutige Wetterlage. Himmel nochmal sie verabscheute Gewitter zutiefst! Schien die Sonne mal nicht, konnte sich die Brünette am liebsten den gesamten Tag darüber aufregen. Es war zum Haareraufen!
Bevor sie sich allerdings weiter über die ohnehin nicht änderbare Tatsache ärgern konnte, riss sie das leise Summen ihres Handys aus den Gedanken. Schnell kramte sie das Gerät aus ihrer Tasche, warf einen Blick auf den hellen Bildschirm und runzelte die Stirn. Jonah schrieb ihr. Damit hatte sie nun nicht wirklich gerechnet. Seit ihrer Trennung, hatten sie kaum ein Wort gewechselt. Und nun? Sadie war überfordert, aber vorallem jedoch überrascht.
Sollte sie ihm antworten?
Hin und her überlegend starrte sie auf die Nachricht, fing an zu tippen und löschte den Text wieder. Worüber wollte er reden? Warum jetzt? Fragen auf die sie natürlich keine Antworten hatte. Aber wollte sie überhaupt eine Antworte auf diese? Unschlüssig kaute sie auf iher Unterlippe, beobachtete wie der Bildschirm des Handys dunkler wurde und schließlich gänzlich ausging. Tastensperre. Schnell entsperrte sie das Teil wieder und tippte. 'Pizza ist immer gut! Holst du mich nach meinem Training ab?' Und abgeschickt.
Noch mehr als zuvor, hätte sie Volleyball nun gern ausfallen lassen. Sie war neugierig was Jonah wollte, freute sich von ihm zu hören und fühlte sich gleichermaßen etwas überrumpelt.
Nun doch zügigen Schrittes lief die Neunzehnjährige zum Training.


easy peasy lemon squeezy
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#271

RE: start

in One of us is lying 26.03.2019 19:38
von Peanuts • Junior Member | 61 Beiträge | 3050 Punkte

Petunia Sanchez
Talking to Reign
Reigns Schließfach



Petunia Sanchez hatte sich noch nie sonderlich viele Gedanken darüber gemacht, was sie anzog. Sie angelte stets nach den buntesten Farben in ihrem Kleiderschrank, fast, als würde sie es darauf anlegen, dass nichts zusammen passte und sie sämtliche Aufmerksamkeit auf sich zog. Aber jetzt hatte sie eine Mission - eine Wette - es war unmoralisch, bösartig und würde vielleicht, die ein oder andere Freundschaft zerstören. Umso besser. Sie verzog das Gesicht, als sie zum wiederholten Male nach einer einfarbigen Bluse griff und sie unwillig über den Kopf zog.
Den Morgen hatte sie damit verbracht über Reign zu recherchieren, hatte praktisch jeden Kontakt in ihrer Kontaktliste um exklusive Informationen angehauen. Drei Dinge waren ihr besonders im Gedächtnis geblieben:
1.Reign war unbeliebt und unscheinbar. Das hieß, wenn sie wie ein Regenborgen auftauchte und ihr gesamten Witz auf einmal auf Reign abließ, würde sie das süße Ding verscheuchen.
2.Reign war ganz okay in der Schule und das bot Tunia den perfekten Angriffspunkt.
3.Reign sah eigentlich verdammt gut aus und das machte die Sache so viel besser.
Zufrieden betrachtete Tunia ihren prüden Britney Look, bestehend aus einer zugeknöpften weißen Bluse, einem Schottenrock und Kniestrümpfen, den Reign hoffentlich genauso würdigen würde, wie Tunia es sich erhoffte.
Bis sie letztlich in der Schule ankam, war sie viel zu spät, aber das war okay. Offiziell sollte sie erst nächste Woche mit dem regulären Unterricht anfangen, aber jetzt hatte sie eine Mission. Zeta hatte sie geködert. Und dafür ging sie sogar freiwillig in die Schule.
In den Pausen suchte sie vergebens nach dem Objekt ihrer Begierde, fand sie aber erst nach Ende der Schule. Sie schlich von hinten an, rutschte ihre Fensterglas-Brille, die sie hoffentlich schlau erschienen ließ ihre Nase hoch und räusperte sich dann leise.
"Hi Reign", sagte sie und lächelte: "Hör mal, nicht falsch verstehen. Wir haben vor Kurzem geschrieben, weil mein Handy sich irgendwie geweigert hat Nachrichten an deine Schwester zu senden und deshalb kennen und mögen wir uns."
Tunia schenkte ihr eins ihrer strahlenden Lächeln. Sie konnte auch nett gucken, wenn sie wollte.
"Ich bin der Meinung, dass deine Schwester mir irgendwann mal erzählt hat, dass du ganz gut in Englisch bist. Ich würde dich echt nicht belästigen, wenn es nicht so wichtig wäre. Ich muss diesen doofen Aufsatz über Jane Eyre schreiben und hab das Buch noch nicht mal gelesen. Wir haben in Houston andere Bücher gelesen und wenn ich diesen Aufsatz nicht bis Ende der Woche fertig bekomme, killt mich Ms Hudson." Tunia war immer schneller geworden, als sie ihr Anliegen vorbrachte und faltete die Hände vor ihrer Brust, als wäre sie tatsächlich nur ein braves Schulmädchen, das Hilfe benötigte.
"Ich bezahle dich auch", schob sie hinterher: "Nicht mit Geld. Was Besserem. Zirkusehrenwort."


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#272

RE: start

in One of us is lying 26.03.2019 19:53
von heda • Junior Member | 747 Beiträge | 44000 Punkte


School - talking to Emma - mentioning Finn

Sie hatte mit Finn, am gestrigen abend noch ein klein wenig geredet gehabr, ehe sie letztlich aus langeweile gegangen war, sie war ins krankenhaus, hatte sich die schnittwunde professionell versorgen lassen um am schulalltag nicht mit einem albernen druckverband rumzulaufen.
Sie hatte sich mittlerweile ein wenig eingefunden, dafür das es ihr erster schultag war. Sie stand gerade an ihrem spind, verstaute ihre tasche darin und räumte alles sorgfälltig ein, als in dem moment Emma durch den flur lief, sie anscheinend nicht entdeckt hatte und dadurch einfach weiterlief, Rowan räumte den rest noch in den spind, ehe sid die "Verfolgung" aufnahm und schnell zu ihrem one night stand aufholte, sie lief nun hinter ihr, legte ihr die bandagierte hand auf die schulter umaufsich aufmerksam zu machen. »Hey Emma.« begrüßte sie die jüngere freundlich. Sie wusste nicht, ob sie noch was sagen sollte, wollte nicht aufdringlich sein. »Wie geht es dir?« fragte sie allerdings, nicht das die jüngere gleich abhaute. Seit dem tag, an dem sie Emma kennengelernt hatte, hatte sie sie nicht mehr gesehen oder gesprochen, was echt schade gewesen war.



zuletzt bearbeitet 26.03.2019 20:19 | nach oben springen

#273

RE: start

in One of us is lying 26.03.2019 20:15
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte




ARTUR MARQUARDT
Cafeteria - Adrian


Adrian. Hier. Hass.
Artur hasst seinen Bruder nicht. Hass ist ein großes Wort und er traut sich nicht, es zu benutzen. Er wünscht sich aber, dass er es benutzen kann – dass er etwas solches wirklich tun kann.
Adrian und Artur. Artur und Adrian.
Optik, die ihn an ihn selbst erinnert, nur viel verwegener, sitzt ihm gegenüber. Man erkennt auf den ersten Blick nicht, dass sie verwandt sind, aber auf den zweiten ist es unmissverständlich.
Sie reden mit dem gleichen Akzent, wenn sie Englisch sprechen, und sie betonen Dinge gleich. Artur und Adrian, Adrian und Artur, sie benutzen zum Teil die gleichen Gesten und die gleiche Mimik. Sie sind sich ähnlich, auch wenn sie es nicht sein wollen. Nie sein wollten.
Unglaublich ist, dass die beiden sich vor fünfzehn Jahren nicht von der Seite gewichen sind. Vor zehn Jahren abends im Zimmer getuschelt haben, obwohl doch schon lange Schlafenszeit war und die Eltern es gehasst haben, wenn sie dem nicht Folge geleistet haben. Es hat sie nicht interessiert.
Sie hatten den jeweils anderen und eine verdammt große Portion Spaß.
Wann sind sie sich selbst so fremd geworden?
Adrian vertreibt alle Gedanken an den Franzosen aus Arturs Kopf. Flach atmend sieht er zu, wie sein Bruder sich neben ihm niederlässt. Er hatte schon immer eines an sich: he acts like he owns this place. Wo Artur erst denkt, handelt Adrian schon. Er hört auf seinen Bauch und er setzt dann durch, zu was dieser ihn drängen will. Ist das der Unterschied, der die beiden auseinander treiben hat lassen?
Artur will gefallen und tut, was man von ihm erwartet. Er schreibt die guten Noten, er bewirbt sich an den Unis, die seine Eltern für ihn aussuchen. Adrian hat das nicht gemacht. Er ist von Verabredungen zum Spielen immer mindestens eine Stunde später heim gekommen, als versprochen, ihn hat die Schule damals nicht interessiert und Artur verwettet sein Auto darauf, dass sie es jetzt auch nicht tut.
Dann ist Adrian abgehauen. Artur will ihn dafür hassen.
Er kann es nicht.
„Das ich nicht lache“, gibt er trocken von sich. Arturs Augen bohren sich in Adrians, aber er schafft es nicht, sie wirken zu lassen wie er beabsichtigt. Seine blauen Iren sind ein bisschen trüb und viel tiefsinniger, als sie sein sollen. Adrian kann sofort sehen, dass er ihm im Hier und Jetzt nicht gewachsen ist. Artur ist immer der kleinere, der schwächere.
„Haben Mama und Papa dir den Geldhahn zugedreht, huh?“, schießt die nächste Frage aus ihm heraus. Das süffisante Lächeln, der Spott darin. „Oder seit wann erinnerst du dich an mich?“
Na Adrian, seit wann erinnerst du dich an deinen Bruder? Den, den du einfach zurückgelassen hast?


So I will keep you day and night, here until the day I die
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zuletzt bearbeitet 26.03.2019 20:16 | nach oben springen

#274

RE: start

in One of us is lying 26.03.2019 20:18
von heda • Junior Member | 747 Beiträge | 44000 Punkte


School - talking to Tunia - mentioning Sadie, Emma

Sie hatte einen schönen abend mit ihrer schwester verbracht, keiner ihrer freunde war bei der party aufgetaucht und sie hatte Sadie mehrmals gefragt, ob es für sie auch wirklich okay war, das die beiden dort so gut wie allein gewesen waren und die ältere von beiden nicht zu ihren freunden konnte. Letztlich hatte Reign über die strenge geschlagen und mussten nachhause, da sie sonst die bar vollgekotzt hätte.
Früh am morgen hatte sie starke schwierigkeiten aus dem bett zu kommen, kopfschmerzen und übelkeit plagten sie noch vom gestrigen abend, doch nachdem sie geduscht hatte und sich diverse tabletten eingeschmissen hatte, ging es wieder. Sie hatte sich annehmbare anziehsachen aus ihrem schrank genommen, eine simple schwarze enge jeans und einen cremeweiß farbenen strickpulli ehe sie vor ihrer schwester das hays verlassen hatte, sie wollte noch in die bibliothek was nachholen. Sie hatte nicht gefrühstück, demnach war sie nach dem schulende ziemlich hungrig, doch hatte sie dann erstmal noch ihre AG zu bewältigen, ehe sie auf dem klappergestell von motorrad wieder nachhause fahren könnte. Sie stand gerade an ihrem spind, hatte sin buch in der hand und las gerade etwas nach, was sie im unttericht nicht so verstanden hatte, alsTunia sie ansprach. Im ersten moment erschrack sie, siezuckte leicht zusammen, war zu sehr in ihrem buch vertieft geweden, doch sah sie dann zur seite, erblickte Tunia. »Hallo..« begrüßte sie sie freundlich aber unsicher zurück, suewusste ja nicht, wie sie so tickte. »Tunia, richtig?« fragte sie nach, als diese ihr erzählte, woher sich beide "kannten". »Sadie müsste hier irgendwo sein. Vielleicht schon auf dem weg zu ihrer Ag« meinte siegleich darauf, ehe Tunia ihr allerdingseinen ganz anderen grund mitteilte, warum sie Reign, statt Sadie ansprach. »Du musst einen aufsatz schreiben? Kein problem, ich heke dir dabei« meinte sie zuversichtlich und freundlich. »Ich brauche keine bezahlung, egal ob geld oder was auch immer du meinst, ich mach das gern..« stritt sue dann allerdings ab, was von ihr zu bekommen, reign war nicht so jemand. »Du hast die wahl, entweder hier in der Bibliothek oder wenn es geht bei dir oder in einen leisen café.. Musst mir nur sagen wann du kannst, habe jetzt noch Forensik, dannach wäre ich fertig« fügte sie dann dazu und lächelte sie wieder an.



zuletzt bearbeitet 26.03.2019 20:19 | nach oben springen

#275

RE: start

in One of us is lying 26.03.2019 20:28
von Peanuts • Junior Member | 61 Beiträge | 3050 Punkte

Fynn Jones
Talking to Mik
Pausenraum


Es stimmte Fynn traurig, dass Mik sagte, niemand hätte ihm je gesagt, dass er ihn liebte.
Fynn war sich sicher, dass es einige Menschen gab, die Mik wirklich innig liebten – nicht unbedingt im herkömmlichen Sinne, doch auch die platonische Liebe zwischen Freunden, die Vertrautheit zwischen Eltern und Kind und letztlich die Selbstliebe wirkten auf den Menschen, sorgten dafür, dass er sich geliebt fühlte.
Ob Mik wohl sich selbst liebte? Fynn dachte an seine Worte, dass er kein Problem damit hatte krank zu werden, früher zu sterben, es regelrecht provozierte. Es klang fast so, als hätte er schon fast aufgegeben, sich mit seinem Schicksal abgefunden und würde nur noch warten, das etwas geschah.
Doch andererseits wirkte Mik auf ihn nicht wie der Typ Mensch, der einfach so aufgab, sich vom Strom mitreißen ließ. Er hoffte es für ihn. Sehr.
„Früher oder später wird jemand kommen. Das ist unausweichlich“, sagte Fynn: „Gerade, wenn du es am Wenigsten erwartest.“
Das klang doof, aber Fynn glaubte tatsächlich daran, war davon überzeugt, dass ein jeder Mensch früher oder später die Liebe fand. Es galt dann sie festzuhalten, Kompromisse einzugehen, sich darauf einzulassen.
Und Mik würde sie auch finden. Mit Sicherheit. Das hatte er verdient.
„Du wolltest mich zu meiner Tür bringen?“, fragte er grinsend, froh, dass sich endlich ein Teil seiner Anspannung löste und er sich endlich etwas entspannen konnte. Er fühlte sich wieder wie der echte Fynn, nicht so .. eingeschüchtert? Vielleicht lag es an Mik, vielleicht an der Tatsache, dass er den ersten One Night Stands seines Lebens hinter sich hatte … vielleicht, weil er sich gerade weit außerhalb seiner Komfortzone befand. Aber es war gut so. Schön. Anders.
„Oh nein“, stieß Fynn aus, als Mik ihn von den Erlebnissen der letzten Nacht berichtete. „Du hättest mir das nicht erzählen dürfen.“ Seine Haut wurde rot und fleckig und wenn Mik seine Hand nicht in Besitz genommen hätte, hätte er wahrscheinlich sein Gesicht in seinen Händen verborgen und gehofft, dass er sich in Luft auflöste. „Hey, das, oh man“. Er schüttelte einfach nur den Kopf, war um jedes Wort verlegen und entschloss sich es einfach wieder zu vergessen. Andererseits fragte er wie automatisch, wie groß Miks Penis war, wenn er so besorgt gewesen war. Und diese Gedanken waren gerade mehr als unangebracht, verdammt, konnte er sich nicht benehmen?
Es machte Fynn nervös, das Mik die Abbruch-Option ablehnte, ihm versprach, dass es langsam und vorsichtig sein würde. Notfalls konnte Fynn immer noch fliehen, er war bestimmt stärker als Mik. Fynn hatte nicht unbedingt vor, schreiend aus dem Bett zu rennen, aber falls Grund bestand, würde er trotzdem abhauen können. Das war gut. Gab ihm ein Gefühl von Sicherheit.
„Okay“, sagte er langsam: „Wann?“ Fragte er tatsächlich nach einem wann? Als würden sie gleich ihre Terminkalender zücken und abgleichen an welchem Tag sie einen freien Termin hatten. Aber andererseits – die Situation, ja, die ganze Unterhaltung war kurios genug, als dass Fynn auch nach einem Wann fragen konnte.
Mik knabberte an Fynns Unterlippe, forderte ihn auf die Initative zu ergreifen. Fynn war sich so unsicher, aber hatte sowieso nichts mehr zu verlieren. Er hatte sich letzte Nacht schon genügend blamiert, wenn er jetzt auch noch den Kuss verkackte, hatte Mik zumindest eine gute Story zu erzählen.
Entschlossen legte er seine Hand an Miks Rücken und zog ihn etwas näher zu sich heran, zwang Mik den Kopf leicht nach hinten zu beugen und senkte dann in quälender Langsamkeit seinen Kopf um Mik erst leicht, dann intensiv zu küssen. Er kam sich nicht so blöd vor, wie er es angenommen hatte, irgendwie gefiel ihm das Zungenspiel. Es war gut, Mik war auch gut, keine Frage. Fynn genoss es sogar ein bisschen. Er war noch immer angespannt, keine Frage, würde trotz alldem kein großer Partyknutscher werden, aber war doch am meisten davon fasziniert, wie viel Mik ihn den letzten Minuten geöffnet hatte.
Fynn küsste gerade einen wildfremden Typen.
Wobei, er hatte nicht das Gefühl, das Mik ihm noch fremd war. Immerhin klebte gerade dessen Zunge in seinem Hals. Er zog sich zurück und sah Mik an, wusste nicht, wohin mit seinen Händen.
Hatte er Ärger mit seinen Eltern bekommen? „Ärger würde ich es nicht nennen … eher eine Moralpredigt oder so. Dass Jesus mich hasst und so, aber ich schätze, damit kann ich leben.“ Er zuckte mit den Schultern und grinste: „Ich glaube, meine Mutter hat deinen Aufzug für einen schlechten Traum gehalten.“ Dann wurde er ernst. „Ich weiß nicht, sie würden wahrscheinlich sofort die Polizei oder so verständigen und ich weiß nicht, ob du das willst.“
Fynns Eltern liebten es sich in das Leben Anderer einzumischen.
Er wusste nicht, wie er auf Miks letzten Kommentar reagieren sollte, vielleicht gar nicht. Stattdessen lehnte er einfach seine Stirn gegen die des Kleineren und atmete tief durch.


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