#401

RE: start

in One of us is lying 10.04.2019 23:02
von Peanuts • Junior Member | 61 Beiträge | 3050 Punkte

Fynn Jones
Talking to Mik
Bei Mik - bei Fynn



Die sanften Küsse, das Nasereiben, das Händchenhalten ... Fynn fühlte sich so, als hätte irgendwer sein Tagebuch mit seinen intimsten Gedanken gefunden und daraus ein Traumszenario gefunden, in das man ihn nun hineingeworfen hatte. Vielleicht würde er gleich aufwachen, Miks Zettel finden, in die Schule gehen und die kalte Schulter gezeigt bekommen. Es war so unwirklich, unreal.
Und dann dieses Motorradfahren. Es war Fynn nicht wirklich geheuer, vermutlich zog er vor jeder Kurve kurz einmal scharf die Luft an. Ja, er war ein kleiner Feigling, aber Fynn war es gewohnt, dass bei jeder waghalsigen Aktion, die er sich erlaubte irgendetwas schief ging. Also klammerte er sich nur an Miks Körper, hatte fast Angst den Kleineren dabei zu zerquetschen und versuchte das Gleichgewicht zu halten.
Aber Mik fuhr sicher, vorbildlich. Dennoch war Fynn mehr als erleichtert, als er endlich wieder festen Boden unter den Füßen hatte.
"Ich war kurz davor zu beten", sagte er, grinste scheu, weil er nicht wusste, ob er Mik einfach so küssen konnte. Hätte er aber gerne getan.
Stattdessen fiel sein Blick auf dieses ... Zuhause. Fynn wusste nicht, was er erwartet hatte, aber nach dem was Mik von seinem Onkel erzählt hatte, hätte er wohl genau auf so eine Behausung getippt.
Er schenkte Mik ein aufmunterndes Lächeln, dann folgte er ihm nach drinnen. Es war alles recht alt und karg, die Luft irgendwie alkoholgeschwängert. Irgendwie bedrohlich.
Fynn wurde bewusst, wie gut er es hatte. Auch wenn er für seine Familie der Dämon im Haus war, immerhin waren sie so etwas wie eine Familie. Er musste keine Angst haben nach Hause zu kommen, kannte keine Geldsorgen, auch wenn sie sich nichts größeres leisten konnten. Seine Probleme kamen ihm so unbedeutend vor, so klein, wenn er in Miks Zuhause war. War es überhaupt ein Zuhause? Es war gut, dass Mik endlich mal rauskam, dass Fynn ihm helfen konnte.
Fynn zuckte ein wenig zusammen, als ein lautes Schnarchen durch den Raum hallte, griff ein wenig fester nach Miks Hand.
Man, er war älter und größer er sollte sich nicht so anstellen.
Fynn sah sich gerade in Miks Zimmer um, als dieser fragte, ob er ein trockenes T-Shirt wollte. Er nickte, zog sich dann nach kurzem Zögern um. Warum stellte er sich auch an, sie würden später immerhin miteinander schlafen. Fynn konnte es immer noch nicht wirklich glauben.
In diesem Moment brüllte es von unten hoch, offenbar war Miks Onkel wachgeworden.
Mik beschwor Fynn oben zu bleiben, ging allein. Natürlich blieb Fynn oben, natürlich, weil er eine Memme war.
Nein, nicht deshalb. Eigentlich wäre Fynn sofort runtergegangen, er war recht stark und es war zwei gegen einen, aber er fand es nicht gerechtfertigt sich so in Miks Leben einzumischen. Er konnte nicht einfach runtergehen und Miks Onkel die Meinung geigen, das wäre nicht fair.
Stattdessen entschloss er draußen auf Mik zu warten, immerhin lichtete sich das Wetter wieder.
Todesmutig wie er war, kletterte er aus dem Fenster, verlor den Halt, knallte auf den Boden.
"Ach man", murmelte er, wunderte sich aber nicht sonderlich drüber. Ihm war nichts großes passiert, vermutlich hatte er einen blauen Fleck mehr, im Gegensatz zu Mik, der jetzt gerade ebenfalls das Haus verließ.
Fynn schloss zu ihm auf, sah das rote Glühen seiner Wangen. "Es tut mir so leid", flüsterte er: "Das wird nie wieder passieren."
Würde es auch nicht. Weil Fynn dafür sorgen würde, dass Mik in Sicherheit war.

Sie kamen kurz nach achtzehn Uhr bei Fynn an.
Er schenkte Mik ein Lächeln, drückte ihm die Hand, sorgte dann aber für einen Sicherheitsabstand.
Fynn schloss die Türe auf und ließ Mik hinein. Es war ein krasser Gegensatz zu Miks Zuhause, so spießig irgendwie.
Das Haus stand voll hässlicher Figuren oder Kreuzen, die Fynns Mutter jeden Tag penibel putzte und reinigte. Fotos klebten die Wände voll, Blumen verdeckten die Fenster. Andere Leute würden es vielleicht als hübsch eingerichtet beschreiben, aber Fynn fand es beengend.
"Wir machen einen kurzen Abstecher bei meinen Eltern", sagte er: "Darauf bestehen sie."
Wollten ja auch sichergehen, dass sie sich nicht noch einen Sünder ins Haus holten.
Als hätten sie darauf gewartet, saßen Fynns Eltern wie festgewachsen auf ihren Plätzen in der Küche und setzten ihr schönstes Lächeln auf, als Mik die Küche begann.
"Und das Theater beginnt", murmelte Fynn und stellte sich einige Schritte von Mik entfernt hin, bis die Zeremonie beendet war.
Es tat ihm ein bisschen leid, dass er Mik so alleine lassen musste, aber es war besser so. Seine Eltern sollten nicht ahnen, dass Fynn Mik sehr mochte.
"Hallo, mein Lieber", sagte seine Mutter in ihrer hohen, künstlichen Stimme: "Huch, was ist denn mit dir passiert?" Sie grabschte Mik ins Gesicht, sah ihn von allen Seiten an: "Er hat sich doch nicht etwa geprügelt?"
Jetzt sah sie Fynn scharf an.
"Ähm naja." Fynn tauschte einen schnellen Blick mit Mik, erinnerte sich an die Abmachung, die sie hatten: "Er hat nicht angefangen."
Seine Mutter zog die Augenbrauen zusammen, doch schien ihm zu glauben. Mik sah nun mal nicht wie ein Schläger aus.
"Wir begrüßen dich herzlich im Hause Gottes. Wir haben dir das Gästezimmer hergerichtet, Fynn wird es dir zeigen. Und -", jetzt senkte sie ihre Stimme, doch Fynn konnte sie dennoch gut verstehen: "Wenn Fynn dich belästigt, dann gib Bescheid. Er ist .. nun ja .. quer. Homosexuell." Sie betonte jede Silbe extra.
Fynn hoffte nur, dass Mik mitspielte.
Seine Mutter ließ Mik wieder los, schien scheinbar zu überlegen, ob sie ihn irgendwo her kannte. Bevor es ihr einfiel, griff Fynn kurz nach Miks Schulter und machte ihm deutlich, dass sie gehen würden. Am Besten so schnell wie möglich.
"Das war unangenehm", sagte er, als er Mik die Treppen hochführte. Er war wieder rot geworden, natürlich. Fynn schämte sich für seine Eltern, das sie so intolerant waren, so spießig. Aber er sollte wahrscheinlich froh sein sie zu haben, es war ungerechtfertigt vor Mik zu jammern.
"Das hier ist dein Zimmer", sagte er und öffnete die Türe, nur um schnell hindurchzugehen und sie hinter ihnen zu schließen. Das Zimmer war nicht besonders, ein Einzelbett mit Rosenbettwäsche, ein Kurzifix über dem Bett, ein einfacher Schrank.
"Wie geht es dir?", fragte er dann ernst, sah vorsichtig Miks Gesicht an.


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#402

RE: start

in One of us is lying 10.04.2019 23:26
von Lea • Member | 895 Beiträge | 55200 Punkte


Daheim - Ivie



Ihre Stimme wieder zu hören war angenehm, zumal sie lauter wirkte als heute Mittag. Vielleicht lag es daran, dass es hier ruhiger war, nicht mal Musik im Hintergrund lief. Keine störenden Gespräche da waren. Oder vielleicht, weil sie sich sicherer geworden war. Dann trat sie ein, zog Jacke und Schuhe aus, stellte auch ihre Tasche daneben. "Warst du nicht daheim?", fragte Connor nach. Vielleicht war sie ja in der Bibliothek gewesen, hatte bei irgendwelchen Freunden Hausaufgaben gemacht und dann direkt gekommen. Die Wahrheit, dass sie Die Zeit über in der Stadt verbracht hatte, kam ihm nicht in den Sinn. Zumal sie auch früher hätte her kommen können, man hätte sicher Beschäftigung für sie gefunden. Und wenn es nur Tiere streicheln war. Denn anscheinend mochte sie nicht nur Ares, sondern Ares auch sie. Trotzdem wirkte sie verloren, wie immer. Als wäre sie ein scheues Reh, was zurück zur Mutter gebracht werden müsste. Verloren und unsicher. Eine falsche Bewegung und sie wäre über alle Berge. Deshalb hielt sich Connor auch zurück, sie in eine wärmende Umarmung zu ziehen oder sich den Pulli über den Kopf zu ziehen, unter welchem er noch ein einfaches Shirt trug, und ihr zu reichen.
All das tat er nicht, überlegte stattdessen ob er Kräutertee im Haus hatte. Er blies die Backen auf und entließ geräuschvoll die Luft. "Da fragst du mich jetzt was.", meinte er nur und zuckte mit den Schultern. "Bin auch seit fast drei Monaten zum ersten Mal wieder in diesem Haus. Aber ich schau mal nach." Im hintersten Ecken der Küche müsste sicher irgendwie sowas sein. Vielleicht hatten sie noch griechischen Pfefferminztee, der irgendwie dem Nahe kam, da er doch intensiver war, als den Pfefferminztee den man im Laden bekam.
Somit setzte er sich in Bewegung, allerdings nur zwei Schritte, ehe er sich Richtung Ivie drehte. "Du kannst entweder mitkommen oder dich ins Wohnzimmer setzen, Ares kuscheln. Auf der Couch liegt auch eine Katze, die dich eventuell als Schlafkissen missbrauchen könnte.",erklärte er ihr und deutete erst Richtung Küche und dann Richtung Wohnzimmer. "Fühl dich einfach wie zuhause, falls das hier überhaupt möglich ist." Er für seinen Teil hatte sich nie wie daheim gefühlt, dank seinem Stiefvater. Das beste was ihm je passiert war, war der Rauswurf, auch wenn er nur im Wohnwagen hinterm Haus wohnte. Es war sein eigenes Reich und er wusste, dass der Kerl keinen Fuß in die Nähe setzen würde.
Ohne jedoch einen weiteren Gedanken an diesen Stimmungskiller zu vergeuden, ging er in die Küche. Ivie hatte zum Glück ein wenig Hunger mitgebracht, also würde nicht alles an ihm hängen bleiben.
Würde das alte System seiner Mutter noch stimmen, wäre der Tee schnell gefunden. Allerdings hatte er vorhin schon bemerkt das hier keine Ordnung herrschte, als ihm aus drei Schränken mindestens fünf angefangene Pack Kamillentee entgegen gekommen waren. Wer brauchte bitte so viel Kamillentee. Also durchsuchte er jeden einzelnen Schrank, zog alles an Tee raus, was er nur finden konnte, packte dann wieder alles zurück, was nicht nach Kräutertee aussah. "Ich hab hier einen normalen Kräutertee oder so nen griechischen Pfefferminztee, der mit anderen Kräutern gemischt ist. Was ist dir lieber?", rief er dann ins Wohnzimmer, ehe er Wasser in den Wasserkocher füllte. Immerhin könnte man das Wasser schon mal aufsetzen, damit sie nicht zig Stunden warten müsste.


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#403

RE: start

in One of us is lying 10.04.2019 23:51
von Lea • Member | 895 Beiträge | 55200 Punkte



Daheim - Edward


Ja, sie hieß Cat. Catherine von und zu irgendwas hochrangiges. Aber eigentlich nannte sie jeder nur Cat. Passte auch zu der Colliedame neben sich. Natürlich könnte man seinen Hund immer umbenennen, Jester hatte früher auch den Namen Maxwell getragen, bevor man auf die Idee gekommen war, das Jester einer besserer Name für den damals aufgeweckten jungen Hund war. Selbst John war glücklich.

Zuhause war außer ihr und John niemand, ihr Vater würde demnächst auch heim kommen. Dann könnte sie Ed auch heim fahren, wenn er es wünschen würde. Und ihre Mutter würde später noch kommen, aber erst gegen 22 Uhr. Dennoch war sie froh, dass er direkt das tat, was sie ihm sagte. Wohnzimmer und sitzen. Ihr Bruder verschwand auch, wahrscheinlich wieder ins Gartenhäuschen und sie stand da, im Wohnzimmer mit der Kollektion an Pflastern.
Nach Goofy wurde verlangt, denn ein Tom wäre dann neidisch. Musste wohl ein Kind sein, denn wer wurde bei Goofy neidisch? Oder er stand auf Kerle, was bei seinem grad der Attraktivität sein könnte, und sein Freund würde sich über Goofy freuen. Fragen über Fragen. Genauso wie die Frage kam, was ihr Bruder den hatte. "Er ist Autist. Nimm es nicht persönlich, er kommt nur nicht mit fremden Leuten klar. Schon gar nicht unangekündigt.", erklärte sie ihm leise und stellte ihm die kleine rote Tasche auf den Tisch, das Spray fürs desinfizieren daneben.
Was sie nehmen würde? Da müsste sie nicht lange überlegen. Ihr Zeigefinger tippte auf Hello Kitty. Ophelia war eben Mädchen durch und durch.
Dann verließ sie ihn auch schon, um warmes Wasser zum säubern zu holen, ebenso wie eine Flasche Wasser und zwei Gläser, womit sie wieder zu ihm trat. "Wer... wer ist Tom?", fragte sie leise nach, zog ein Päckchen Tempos aus ihrer Hosentasche. "Du musst das machen, ich kann kein Blut sehen." Die Erklärung des Jahrhunderts. Deshalb nahm sie auch auf dem Sessel Platz, in sicherer Entfernung zu jeglichen Wunden und Kratzern. Sollte sich Ed mal um seine Wunden kümmern, er hatte alles da, was er brauchen würde.


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#404

RE: start

in One of us is lying 10.04.2019 23:55
von Sissi • Junior Member | 70 Beiträge | 4450 Punkte


Dylans Zuhause - Dylan

Der junge Mann war mittlerweile wirklich tief in seinen Gedanken versunken. Tatsächlich sogar so tief, dass er kaum noch mitbekam, als sein Freund das Bad betrat. Erst durch seine Stimme wurde er langsam wieder in die Realität zurückgeholt, verstand dennoch am Anfang noch nicht, was genau die Worte, meinten, die er sagte. War vielleicht auch besser so, mit Komplimenten konnte er schließlich noch nie umgehen.
Dafür verstand er die folgenden Sätze umso besser. Und filterte die Besorgnis darin ohne große Probleme raus. Dennoch ließ er es nicht so sehr nach außen vordringen, was er ihm hoch anzurechnen wusste. Nur ungern würde er sich jetzt erklären, noch viel weniger wollte er als schwach oder hilflos dastehen. Denn das war er nicht. Er könnte Connor ohne Probleme ins Koma prügeln, wenn das denn sein Ziel wäre, was es nicht war. Es wäre nur eben nicht gerade einfach, dass in Dylans Kopf zu bekommen. Er war also wirklich sehr dankbar dafür, nicht in diese Position gebracht zu werden.
Stattdessen zeigte sein liebreizender Freund seine Sorge auf eine ganz andere Art. Mit einem sanften Schmunzeln auf den Lippen drehte er sich zu ihm um und sah ihn durch halbgeschlossene Augen an, genoss dieses Bild vor sich einen Moment einfach nur. Bee und Dylan schienen sich schnell aneinander zu gewöhnen. "Entgegen meiner Prinzipien würde ich mich wohl für den Tee entscheiden." Lüge. Er würde Tee immer und überal jeglichen Arten des Alkohols vorziehen, aber irgendwie erschien es ihm ein wenig unvorteilhaft, das jetzt zu erklären. Das würde ihn nur noch mehr wie einen Schwächling wirken lassen und so gern er sich auch verletzlich zeigte, irgendwo hatte das seine Grenzen. Dennoch änderte es nichts daran, dass er gerade Komfort brauchte, statt purer Ablenkung. Also Tee. Kein Rotwein.
Wobei beides nicht so wichtig war. Auf ihn wartete wichtigeres. Sein kuschelbereiter Freund, um genau zu sein. "Oh bei diesen Aussichten brauche ich nicht mehr viel Zeit", meinte er also schmunzelnd aber dennoch ehrlich. So schön wie der warme Wasserstrahl auf war, nichts war besser als sich an Dylan zu kuscheln und einfach alle Sorgen zu vergessen. Was bei ihm erstaunlicherweise wirklich gut ging. So genau wusste er nicht wieso, aber bei seinem frisch gebackenen Freund konnte er sich einfach schneller vergessen, als bei allen anderen. Förderlich war es sicherlich nicht, dafür aber ein großes Zeichen seines Vertrauens. Das sich Dylan ja auch redlich verdient hatte. Durch Aktionen wie diese. Verliebt musterte er ihn noch einmal. "Du bist der Beste", erklärte er einfach nur noch. Mehr musste gerade nicht gesagt werden.
Auch wenn er stark befürchtete, dass noch ein weiteres, durchaus unangenehmeres Gespräch folgen würde. Um es nicht weiter aufzuschieben verließ er die Dusche recht bald und trocknete sich ab, zog sich dann die frischen Sachen an und verließ dann das Bad, um sich zu seinem großen Kuschelbär zu begeben, den er jetzt wirklich ganz arg nötig hatte.


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#405

RE: start

in One of us is lying 11.04.2019 00:25
von Lea • Member | 895 Beiträge | 55200 Punkte



@ Fynns - Fynn


Nicht, dass es öfter anders im Haus abgehen würde, aber dieses Mal bekam er eine gewischt, weil sein Onkel ihn ja ohnehin vorhin verprügelt hatte. Und die zweite kam, weil er bei einem Jungen übernachten würde, also den Abend nicht daheim war.
Dennoch holte Mik, der sich ein weißes Poloshirt und drüber einen dunkelblauen Pulli mit V-Ausschnitt angezogen hatte, seinem Onkel ein Bier, ging dann noch mal hoch um eine gescheite Hose und das wichtigste Accessoire anzuziehen - eine silberne Kette mit doch auffälligem Kreuz. Sogar mit Jesus dran. Seine Haare wirkten einigermaßen ordentlich, seine Sachen stopfte er in eine Tasche, verschwand dann auch aus diesem Irrenhaus, suchte seinen Schutz bei Fynn.

Mik wusste nicht, wer den größeren Kulturschock erlitten hatte. Fynn mit seiner Bruchbude oder er selbst mit diesem grausam eingerichteten Haus. Heute Morgen hatte er das gar nicht so wahrgenommen, was sicher gut gewesen war. Somit sah er sich wunderlich um, wurde derweil zu den gastgebenden Eltern geführt. Dann sah er auch schon das Ehepaar Jones. Das würde ein Spaß werden. Wie gab man sich nochmal als Heterosexuell aus?
"Vielen Dank, dass Sie mich so kurzfristig aufnehmen.", bedankte er sich dann, ließ sich im Gesicht befummeln, auch wenn es ein wenig weh tat. Ob er sich geprügelt hatte. Klar. 165 cm die nur so von Aggressivität trotzdem standen hier direkt vor ihrer Nase. "Gestern Abend haben mich drei Kerle angefallen. Alle größer und breiter als Fynn. Ich hatte keine Chance.",erzählte er leise. "Ich hab Angst, allein daheim zu sein, weil ich nicht weiß, ob sie wieder kommen. Ob sie mich nochmal verprügeln oder schlimmeres." Nicht ganz die Wahrheit, aber auch nicht ganz gelogen. Ja, sogar ein paar einzelne Tränen kullerten über seine Wangen, die er sich wegwischte.
Das hier war das Haus Gottes also. Wohl eher die Tore zur Hölle. Aber besser als nichts. Dann wurde noch von Belästigung gesprochen. Oh, wenn sie wüsste, wie sehr sich die beiden nachher belästigen würden... "Fynn ist eines der herzlichsten und selbstlosesten Geschöpfe die Gott geschaffen hat. Ihre Erziehung und der Herr haben wunderbare Arbeit geleistet, so einen vorbildlichen, jungen Mann hervorzubringen. Sie können wahrlich stolz auf ihn sein, denn so wie er ist und vor allem aus Nächstenliebe handelt, kann ich über den sündhaften Pfad, auf dem er wandelt, hinweg sehen. Vielleicht wird er irgendwann den richtigen Weg, dafür werde ich heute Abend vor dem Schlafengehen beten."
Glaubte er selbst nicht. Also bitte. Sicher würde er einige Male das Wort Gott in den Mund nehmen, aber da würden sicherlich auch unchristlichere Teile landen. Dann wurde er entführt, wahrscheinlich galt das als Belästigung, damit er sein Zimmer sah. Auch hier spiegelte sich das Motto Tore zur Hölle wieder, aber es war besser als nichts.
Dann fragte Fynn wie es ihm ging. Mik stellte seine Tasche ab, legte sich aufs Bett. Bequem, definitiv bequem. "Naja, da hier mehr Jesus kram ist als in meiner Erinnerung hab ich nur noch mehr das Bedürfnis, mit dir zu schlafen. Und das nicht direkt in deinem Bett.",antwortete er ihm leise, musste aber grinsen. So eine kleine Nummer im Wohnzimmer... unter Jesus Augen. Klang verlockend und sündhaft. "Ansonsten würde es mir wesentlich besser gehen, wenn du die Türe abschließt und mich genauso küsst wie vorhin." Das würde seine Laune erheblich bessern. Zumal diese Distanz von vorhin ihm überhaupt nicht gepasst hat. Er vermisste Fynn schon nach einigen Minuten, da sollte diese Nähe jetzt besser wieder aufgeholt werden.


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zuletzt bearbeitet 11.04.2019 00:28 | nach oben springen

#406

RE: start

in One of us is lying 11.04.2019 01:21
von Peanuts • Junior Member | 61 Beiträge | 3050 Punkte

Fynn Jones
Talking to Mik
Zuhause


Fynns Eltern liebten Mik. Das sah er an ihren Augen, dem Leuchten als sie seine Kette sahen, seinen Worten.
Fynn musste sich ein Lachen verkneifen, wirklich. Niemand wäre wohl blöd genug Mik seine Nummer wirklich abzukaufen, aber es schien so als würden Fynns Eltern dem Kerl jetzt schon aus den Händen fressen. Es war unglaublich. Wenn Fynn nur ansatzweise so gut lügen konnte wie Mik, dann hätte er wohl ein schöneres Leben gehabt.
Fynns Mutter schloss ihn sogar in die Arme, als er weinte, wiegte ihn sanft hin und her. Sie hatte Fynn noch nie umarmt. Noch nicht einmal in der Zeit, bevor er sich vor ihnen geoutet hatte. Was zweiundvierzig Minuten nach ihrem Kennenlernen geschehen war, aber dennoch - Fynn wäre fast ein wenig eifersüchtig gewesen, wenn er nicht die Gefahr spürte, dass seine Eltern in Mik den perfekten Schwiegersohn für Victoria witterten.
Aber davor würde er ihm erst später warnen, hörte er sich doch lieber die hochgestochene Lobrede über sich selbst an. Er musste aufpassen, dass er nicht plötzlich anfing zu lachen.
Besonders schwierig wurde es als seine Mutter ihm einen bösen Blick zuwarf, als Mik von guter Erziehung redete. Sie waren ja der Meinung, dass seine Homosexualität großteils an der schlechten Erziehung seiner alten Eltern war. Vermutlich war es ihr größter Alptraum, dass Victoria sich als lesbisch outete.
Fynn riss sich zusammen, als Mik vom sündhaften Pfad und Gebeten sprach, behielt sein ernstes Gesicht bei.
Erst im Gästezimmer atmete er wieder aus.
"Nur deswegen willst du mit mir schlafen?", schmollte Fynn und horchte auf, als seine Eltern das Haus verließen. Es war nur eine Frage der Zeit gewesen, sie waren beide schon spät dran gewesen, weil sie auf die Jungs warteten.
Aber im Gegensatz zu Mik reizte es Fynn nicht so sehr es unter Jesus zu treiben, dafür war er mittlerweile viel zu traumatisiert.
Doch wenn Mik es gut fand, würde er sich nicht beschweren.
"Hier kann man nicht abschließen", murmelte Fynn und trat so nah an Mik heran, dass ihre Lippen kurz voneinander schwebten. Er hatte keine Lust mehr zu warten, musste er schon den ganzen Tag. Und Mik sorgte dafür, dass Fynn immer ungeduldiger wurde.
Auch wenn er sich immer noch nicht sicher war, ob er es durchziehen konnte. Oder ob er sich zu viel Druck machen würde. Fynn hasste es nackt zu sein, entblößt.
Er atmete tief durch, rief sich zur Ruhe, dann konzentrierte er sich voll und ganz auf Mik. Wenn das hier tatsächlich ein Traum war, dann würde er ihn jetzt ganz genau auskosten.
"Sowas kann ich nicht doch nicht machen", flüsterte er grinsend, weil laute Worte sich irgendwie nicht richtig anfühlten.
"Ich bin doch so wohlerzogen", er küsste Mik kurz, sanft, lockte ihn Richtung Bett: "Und vorbildlich." Wieder ein Kuss. "Und will nicht sündigen." Er sah Mik intensiv in die Augen, bevor er sich auf das Bett setzte und den Kleineren auf seinen Schoß zog.


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#407

RE: start

in One of us is lying 11.04.2019 17:21
von Lea • Member | 895 Beiträge | 55200 Punkte



@ Fynns - Fynn


Es war komisch, die Wärme einer erwachsenen Frau so zu spüren. So selbstlos und tröstend, mütterlich. Er hatte dieses Gefühl schon länger als lang nicht mehr gehabt. Von dem her war es ungewohnt, da es eine fremde Frau war, aber nicht weniger besser. Mütterliche Nähe zu spüren war eine schöne Abwechslung, auch wenn die Frau echt zum Seelendok musste. Aber gut, sie sagte nichts weiter.
Fynn fragte ihn ernsthaft, ob er nur deshalb mit ihm schlafen wollen würde. "Zum einen, weil ich dich attraktiv finde, zum anderen weil ich dir zumindest eine nüchterne Erinnerung an gestern geben möchte.", erklärte er ihm lächelnd, zwinkerte ein mal. "Und vielleicht auch weil ichs nen bissi nötig hab." Ja, er hatte die Nacht mit Fynn verbracht. Aber er hatte eben auch Bedürfnisse, war eben such nur ein Kerl. Wenn auch im Kleinformat. Und er konnte immer und fast überall. Außerdem war es bei Fynn auch eine Sache des Wollens. Er wusste, was er bekommen würde und das es gut war. Selbst wenn der Junge noch weniger Erfahrung hatte. Aber er freute sich darauf, sehr sogar.
Dann wurde Mik aber eröffnet, dass man hier nicht abschließen konnte. Klar, vollkommen logisch. Wirklich. Wieso war we auch so dumm uns fragte danach. "Klar, sonst fühl sich der heilige Geist ja ausgeschlossen.", meinte er augenverdrehend. Haus Gottes. Ja, man sollte es niederbrennen aber ganz im Ernst? Es war besser als daheim, viel besser. Da sollte man ihnen dieses Gespinst auch lassen. Drüber stehen und mitspielen.
Dennoch spielte er mit, lächelte bei den folgenden Worten, erwiderte die Küsse. Folgte ihm und setzte sich dann auf seinen Schoß, die Arme um den Hals gelegt, die Hände in den Haaren. "Wir sollten vielleich in dein Zimmer gehen. Hier brichst du dir nur wieder den Arm.",flüsterte er und küsste ihn liebevoll. "Oder du lässt mich hier noch ein Gebet sprechen." Hatte er ja gesagt, er würde für ihn beten. Um allerdings deutlich zu machen, was er meinte, küsste er ihn, lustvoll, aber dennoch mit Beherrschung. Seine Hände wanderten seinen Oberkörper runter, seine Lippen wanderten an seinen Hals. Nein, er machte da keinen unbeliebten Fleck. Den würde er anders setzen. Lendengegend. Da, wo man es nicht merken würde. Niemand sehen würde. Seine Hände gingen weiter runter, legten sich um seinen Hosenbund, öffneten sie, machten aber nichts weiter. Lagen einfach nur da, warteten auf eine Antwort, während er weiter seinen Hals liebkoste. Gut, ein wenig langweilig wurde es schon, weshalb er dann sich doch lieber mit den Lippen des anderen beschäftigte.


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#408

RE: start

in One of us is lying 11.04.2019 18:12
von Lea • Member | 895 Beiträge | 55200 Punkte



Daheim - Nate


Nate, nass, ohne Klamotten. Durfte er das fotografieren? Sich ausdrucken und an die Wand hängen, damit er es immer anschauen konnte? Falls er nicht ohnehin öfter ohne Klamotten rum lief oder laufen würde.
Allerdings bestellte er Tee, was zur Folge hätte, dass er sich wohl oder übel was anziehen würde. Einen Tod musste Dylan sterben und wenn es nur die Bekleidung war, die man leicht wieder entfernen könnte, dann würde er damit klar kommen. Ganz ohne seinen Freund wäre es schlimmer. "In diesem Haus werden in letzter Zeit viel zu viele Prinzipien über Bord geworfen.", stellte er dann fest. Erst gestern seine softe Art, das kuscheln, ja sogar das verlieben hatte er einfach über Bord geworfen für Nate - welcher jetzt wohl Tee bevorzugte. Noch waren alle dieser Experimente, wenn man es so nennen würde, gut gegangen. Hoffentlich würde es auch weiter so gehen.
Bei diesen Aussichten brauchte er nicht mehr lang? "Bei diesen Aussichten brauch ich auch nicht lang, aber das ist was anderes." Er fand ihn so attraktiv und wenn er schon so vor ihm stand, dann war es klar, dass er sich ein wenig in Zurückhaltung und Beherrschung üben müsste. Ansonsten würde das Kopfkino los gehen, entweder zu heute morgen oder zu der Nacht und beides würde doch beengende Folgen mit sich bringen. Zumindest für ihn.
"Nur das Beste für den Besten.",lächelte er und verschwand runter. Tee kochen, wenn er noch welchen hatte. Im hintersten Ecken seines Schrankes, wo er die Beutel vermutete, befand sich tatsächlich noch Earl Grey. Wenn er sich recht erinnerte, wurde das Zeug ja nicht schlecht, denn er wusste nicht, wann die Packung geöffnet worden war. Allerdings befand sich auch nur noch ein Beutel drin, den er in die Tasse machte, ehe er Wasser kochte. Wasserkocher brauchten ja bekanntlich immer Zeit, weshalb er auf seinem Handy Rum daddelte. Instagram, seinen Blog mal aktualisieren, Nachrichten beantworten, auch wenn nichts wichtiges dabei war. Außer eben seine Großeltern.
Das Wasser meldete sich zur Wort, weshalb er es in die Tasse goss, Honig und einen Löffel mitnahm, um damit zur Couch zu gehen. Just in diesem Moment kam Nate auch die Treppe runter und das bekleidet. Ohne zu zögern kam er auf ihn zu und schloss ihn erst Mal in die Arme. Er roch so gut, so schön frisch geduscht. Vielleicht war er auch einfach nur verliebt. "Hatte nur noch ein Beutel. Ich hoffe es ist okay.",nuschelte er in seinen Hals und küsste diesen sanft. Dylan hatte irgendwie nicht vor ihn wieder loszulassen. Ansonsten hätte er das schon längst getan. "Ich bring den Kerl um. Niemand hat meinem Freund irgendwie weh zu tun. Ich weiß, du kannst auf dich aufpassen, aber ich bin immer noch größer, breiter, schwerer, stärker und wahrscheinlich noch dominanter als du. Ich will dich nur vor allem beschützen, weil du mir so viel bedeutest. Du bist mein kleiner, großer Junge und ich will dir auch nichts verbieten, aber ich werde es nicht wirklich begrüßen, wenn du weiterhin Baskettball spielst." Zumindest in dieser Mannschaft. Langsam löste er sich aus der Umarmung, behielt ihn aber immer noch im Arm, dicht an sich gedrückt. "Tut mir leid, Nate. Wenn du weiter spielen willst, unterstütze ich dich natürlich auch. Ich hab nur Angst um dich. Vor allem weiß ich nicht, wie ich dich vor ihm schützen soll." Sanft schob er seine Hände unter den Pulli und strich über seinen Rücken. Das war deutlich angenehmer als der Stoff. "Bekomm ich trotzdem einen Kuss?"


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#409

RE: start

in One of us is lying 11.04.2019 18:34
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


IVIE
bei Connor
erwähnt Eliott, Mik, Silas


Leicht schüttelt sie den Kopf. „Nein…“
Ihre Antwort ist vage und lässt auf nicht viel schließen, ganz so, wie es der Siebzehnjährigen am liebsten ist. Als Gesprächspartnerin muss sie daher schrecklich sein. Sie redet nicht viel und auf ihren Antworten kann man nicht aufbauen. Connor gibt sich dabei aber tatsächlich Mühe, das merkt sie. Er will Worte aus ihr herauskitzeln. Sie tut ihm den Gefallen und die Tatsache, dass sie hier mit ihm alleine ist, macht es besser. „Ich war noch ein wenig in der Stadt.“ Wenn mehrere Menschen um sie herum sind, hat sie immer einen Kloß im Hals. Selbst, wenn es sich dabei um Leute handelt, die sie näher kennt. Wenn es nur Eliott und Mik sind, oder Silas und ihre Eltern.
„Sonst reicht auch Wasser“, wirft sie hastig ein. „Du musst den Tee nicht extra wegen mir suchen.“
Es klingt nicht, als wüsste er auf Anhieb, wo die Kräutermischungen sind und das letzte das Ivie will ist, dass sich jemand einen Umstand macht. Ivie hält es auch aus, wenn sie keinen Tee hat, der ihr die Finger wärmt. Sie ist genügsam, wenn es um Speis und Trank geht. Etwas ist besser als nichts, nicht wahr?
Der hochgewachsene Junge stellt ihr frei, ob sie ihm in der Küche Gesellschaft leistet, oder ob sie es sich im Wohnzimmer bequem machen will. Sie weiß es nicht, um ehrlich zu sein.
In der Küche stünde sie wahrscheinlich im Weg herum – wenn sie aber ins Wohnzimmer geht, ist das dann nicht unhöflich?
Die Option, Connors Katze kennenzulernen, überwiegt letztendlich. Ivie liebt diese Tiere und hat viel zu selten die Gelegenheit, eine in der Nähe zu haben. Eigentlich immer nur bei Eliott zuhause. Dort ist sie so gut wie nie. Einmal erst, wenn sie sich richtig erinnert. Und auch dann war da Artur.
Artur, der immer bei Eliott ist.
Während Connor leise aus der Küche zu hören ist, lässt Ivie sich im Wohnzimmer auf die Couch nieder. Ihre beiden dünnen Beinchen zieht sie zu sich hoch und dann kommt tatsächlich schon die Katze zu ihr her. Nicht auf ihren Schoß, aber neben sie. Ob das Mädchen die Aussage, sie solle sich wie zuhause fühlen, zu wortwörtlich genommen hat?
Das Tierchen schmiegt sich an ihren Oberschenkel und rollt sich dann wieder so zusammen, wie sie war, während Ivie den Blick durch das Zimmer schweifen lässt. Das Häuschen ist schön eingerichtet, soweit sie das bisher gesehen hat, und sie denkt für einen Moment darüber nach, was Connor mit seiner vorherigen Aussage meint. Bin auch seit fast drei Monaten zum ersten Mal wieder in diesem Haus. Fühl dich einfach wie zuhause, falls das hier überhaupt möglich ist. Nachfragen wird sie nie.
Connors Stimme lässt sie den Kopf drehen. „Ich probiere die Pfefferminze“, gibt ihre helle Stimme zurück. Griechischen Pfefferminztee kennt sie nicht – wenn ihre Experimentierfreude sonst eingeschränkt ist, gilt das nicht für Tee. Hier schadet es nicht, sich durchzuprobieren.
Ivie hört, wie der Wasserhahn aufgedreht wird – die Katze neben ihr zuckt nicht einmal zusammen, beginnt nur zu schnurren, als ihre Hände durch deren Fell streichen.
Tiere nehmen einem die Sorgen, wenn auch nur für einen Moment. Ivie merkt, dass das tatsächlich stimmt.


So I will keep you day and night, here until the day I die
I'll be living one life for the two of us
I will be the best of me, always keep you next to me

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#410

RE: start

in One of us is lying 11.04.2019 19:14
von Lea • Member | 895 Beiträge | 55200 Punkte


Daheim - Ivie



Sie war nicht daheim. Gut, das hatte er sehen können, rhetorische Fragen waren irgendwie immer so seine Sache. Meistens stellte er sie unabsichtlich, wollte sie aber eher für sich behalten. Dann kam die Erklärung, dass sie in der Stadt gewesen war. Wann war er das letzte mal dort gewesen? Eigentlich bewegte er sich immer in selben Dreieck: Schule, Daheim, Psychologe. Vielleicht mal noch Gym oder eine größere Runde mit Ares. Aber das war es. Mehr sah er selten. "Vielleicht kannst du mir die Stadt mal zeigen. Wenn es nicht den ganzen Tag regnet.", sagte er also, vorsichtig, hoffte, sie nicht zu überfordern. Er sagte nichts von morgen oder übermorgen - nicht mal irgendwann. Es war eine einfache Ja Nein Frage, wann und ob sie es machen würde, lag ganz allein bei ihr. Unter Druck setzen würde er sie garantiert nicht, damit kam man nie weit.
"Ivie, jetzt lass doch mal jemand etwas nur für dich machen." Connor lächelte weiterhin, versuchte ihr Wärme zu vermitteln. Er würde gern für sie nachsehen, ob sich in den Schränken Tee befand. Immerhin könnte er immer noch nein sagen, aber er würde es nicht unversucht lassen. Damit verlangte sie auch kein achtes Weltwunder von ihm, nicht mal großartige Mühe. Im Gegenteil. Er sollte auf das Haus aufpassen, was er kurzfristig erfahren hatte, und da musste er sich zurecht finden. Sie half ihm eigentlich nur dabei.
Ivie ging ins Wohnzimmer, sein Hund wackelte hinter ihr her. Und Connor, der stand mit zwei Teesorten in der Hand da, wartete auf ihre Entscheidung. Sie entschied sich für Pfefferminz. Gute Wahl. Sehr gut.
Dennoch suchte er erst ein Teeei raus, füllte eine angemessene Portion der Mischung hinein und legte es in die Tasse, die er mit trinkwarmen Wasser auffüllte. Ob er sich auch einen machen sollte? Kurz zögerte er, nahm aber dann noch eine Tasse und wiederholte das Ganze. So lange hatte er keinen Tee mehr getrunken, aber sonst dachte Ivie vielleicht, sie wäre ihm zur Last gefallen.
Mit Zucker in der einen und zwei Tassen in der anderen Hand kam er dann ins Wohnzimmer, wo ihm ein schönes Bild entgegen sprang. Ivie, auf seiner Couch, Pussy daneben und Ares mit dem Kopf auf der Seite, ziemlich traurig, da ihm keine Beachtung zu Teil wurde. "Tja, mein Junge, bist wohl nicht ihr Typ.", scherzte er leise und stellte die beiden Tassen auf den Tisch, platzierte sich dann gegenüber von ihr auf dem Boden. "Das ist Olympia. Wir haben sie schon... sicher 15 Jahre. Ich bin mit ihr aufgewachsen. Alte Dame, aber kann sich benehmen wie ein kleines Kätzchen.", erzählte er Ivie dann und sah zu der Katze. Ja, die beiden waren zusammen aufgewachsen. Sie hatte ihm einige Kratzer beschert, aber auch viele, glückliche Momente.


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#411

RE: start

in One of us is lying 11.04.2019 20:13
von KimEule • Junior Member | 388 Beiträge | 21300 Punkte


Edward Düster
Unterwegs
Ophelia



Autist. Ich nickte langsam. Keine Ahnung, was das für die Familie bedeutete. Oder für den Jungen. Klar, hatte auch ich davon gehört, aber wann wurde man denn mal tatsächlich mit Autismus konfrontiert? Aber persönlich nahm ich das sicherlich nicht.
„Mich sollte man auch nicht zu persönlich nehmen“, meinte ich schlicht und zuckte mit den Schultern. Mik konnte davon vermutlich auch ein Liedchen singen. Bisher benahm ich mich ja ganz gut, würde ich mal so behaupten. Aber wieso sollte ich es persönlich nehmen, wenn ihr Bruder keinen Bock hatte, mit Fremden zu sprechen. Ich hatte damit kein Problem. Mit mir musste man auch nicht sprechen. Kam es nie viel bei rum.
Sie hatte die Utensilien abgestellt und deutete dann auf HelloKitty. Hätte ich mir eigentlich schon fast denken können. Ich war aber dennoch ganz zufrieden mit meiner Auswahl. Nachdem sie uns dann noch was zu trinken geholt hatte, kam dann doch die Frage. Tom Hatte sie nicht vergessen. Schade aber auch. Ein Schmunzeln schlich sich auf meine Lippen. War ja nicht so, dass ich mich für ihn schämte. Ganz und gar nicht. Ich war schon stolz auf den Kleinen. Als sie dann aber meinte, sie könne kein Blut sehen, lachte ich nun doch und schob die Antwort zu Tom einen Moment auf.
„Deshalb warst du vorhin so blass!“, ich grinste, begann dann aber mal mit einem Taschentuch und dem Wasser den Deck ein bisschen von meinen Händen zu bekommen. Mein Knie würde später folgen.
„Tom ist mein Sohn“, erklärte ich schließlich. „Er ist jetzt zwei und steht total auf Goofy und Micky Maus und Donald Duck. Dem werden vor Neid die Augen rausploppen.“
Ich grinste sie kurz an. Das war mehr oder minder ein Scherz. Niemanden konnten vor Neid die Augen rausploppen. Das ging nicht. Das war mir auch klar. Ganz bescheuert war ich jetzt nicht.
„Nicht, dass wir uns falsch verstehen, geplant war er sicher nicht… seine Mutter und ich waren nur sehr, sehr dumm gewesen. Kann ich niemanden empfehlen. Aber ich würde ihn niemals einen Fehler nennen… Willst du ein Bild sehen?“
Keine Ahnung, wieso ich ihr das alles einfach so erzählte. Ehrlich. Aber doof rumsitzen war auch blöd. Ich legte für einen Moment alles beiseite und fummelte mein Handy hervor, öffnete die Bibliothek und suchte ein paar Bilder raus, ehe ich ihr das Telefon reichte, um mich dann mal meinem Knie zu widmen. Da war aber doch mehr Dreck drin, als gedacht.
„Wenn du kein Blut sehen kannst, kannst du das jetzt gleich erst recht nicht sehen… ich sag Bescheid, wenn du wieder gucken kannst…“, murmelte ich, ehe ich in der Stellte herummachte, um die kleinen Steinchen dort herauszufischen. Ich spürte da keinen Schmerz. Das war beschissener, als es sich jetzt gerade anhörte. Ich verletzte mich des öfteren an dem Bein, ohne es großartig zu merken. Ich hatte mir vor einem halben Jahr den Fuß gebrochen und das nicht gemerkt. Das war einfach schlecht.
Hinterher kam ein wenig Desinfektion drauf, Pflaster dran und fertig. An den Händen würde das eh nicht halten und das heilte hoffentlich auch so schnell genug. War ja auch eigentlich nicht doll. Ich war ja jetzt auch nicht das erste mal hingefallen. Laufen lernen war eben mit Hinfallen verbunden. Leider.
„Kannst wieder gucken…“, meinte ich zu ihr und räumte die Sachen wieder ordentlich zusammen. „Und danke noch mal…“


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#412

RE: start

in One of us is lying 11.04.2019 20:40
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


IVIE
bei Connor
erwähnt Silas


Vielleicht, vielleicht würde sie das tatsächlich tun.
„Ich kenn mich selbst nicht wirklich aus hier“, gibt sie kund, zwirbelt eine Haarsträhne zwischen ihren Fingern. Die Locken sind vom Wind zerzaust und ein wenig nerven sie die Blondbrünette auch. So lange, bis sie sich den Haargummi vom Handgelenk schüttelt, die Haare zu einem unordentlichen Dutt zusammenbindet. Wirklich schön sieht die Frisur nicht aus, eher noch zerzauster als vorher, aber sie fliegen ihr immerhin nicht mehr im Gesicht herum.
Sie ist es, nach Connors Wortwahl, nicht gewöhnt dass jemand etwas nur für sie machte. Wer sollte das denn sein?
Ungewollt und eigentlich ganz ohne Zusammenhang lenkt er ihre Gedanken zurück zu Silas. Dem hätte sie das mehr zugetraut als Connor. Berechtigterweise, denn letzterer war bis heute Mittag nur ein Gesicht in der Menge. Jetzt sitzt sie in seinem Wohnzimmer.
Mit dem Gedanken an Silas kommt auch die Übelkeit zurück, die er heute Nachmittag in ihr ausgelöst hat und das Pochen in ihrem Oberarm wird wieder real. So, als würde er sie noch immer in seinem stählernen Griff halten. Ivie hat es ihm nicht final zugetraut, bis es dann tatsächlich passiert ist. Und je öfter sie es in ihrem Kopf wiederholt, desto echter ist es. Silas hat ihr gegenüber Gewalt angewendet.
Ivie gräbt die Fingernägel ihrer freien Hand direkt in ihre Handfläche, um sich davon abzulenken. Sie bekämpft Schmerz mit Schmerz. Solange, bis Connor sich zu ihr ins Wohnzimmer gesellt.
Dann muss sie so tun, als wäre alles okay.
Der Junge stellt zwei Tassen Tee vor ihr ab, genauso wie ein wenig Zucker. Den wird Ivie nicht brauchen. Ihren Tee trinkt sie genau so, wie er aufgebrüht schmeckt. Herb oder fruchtig, je nach Sorte und wenn sie ihn süßt, dann nur mit Honig. Sie nimmt den Geschmack, wie er ist.
Connor setzt sich nicht neben sie auf die Couch, sondern lässt genug Abstand zwischen den beiden und setzt sich zu Ares auf den Boden. Er lässt ihr genug Freiraum und Platz, um zu atmen, was Ivie einen Stein vom Herzen nimmt. Abrupte Nähe ist nichts für sie. Es verängstigt sie eher, als dass es sie auftauen lässt. Und so wie es jetzt ist, ist es gut.
Die Katze neben ihr dreht sich auf den Rücken, damit sie ihren Bauch kraulen kann. Ivie guckt auf Olympia, während Connor von ihr erzählt. Das Alter sieht man der Katze nur ein wenig an, findet sie – oder sie hat einfach kein Auge dafür. Dessen kann natürlich auch der Fall sein.
Ivie schmunzelt, in ihren Augenwinkeln bilden sich dabei kleine Lachfalten, und sie guckt dabei automatisch zu Connor. „Ich mag Katzen“, erzählt sie dann, aber lässt schließlich von dem Tier ab.
Stattdessen beugt sie sich vor, umschließt ihre Tasse mit beiden Händen und lehnt sich wieder zurück in das weiche Polster. Ivie könnte darin versinken, wäre da nicht ihr blöder Arm, der sie das Gesicht verziehen lässt, als sie damit an einem Kissen ankommt.
Sie zuckt mit den Schultern, will ihre Gesichtsregung überspielen. „Ich wollte immer ein Haustier, aber ich hatte nie eines…“


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#413

RE: start

in One of us is lying 11.04.2019 21:58
von Lea • Member | 895 Beiträge | 55200 Punkte



Daheim - Edward


"Er ist ab und an anstrengend. Autist eben. Aber recht cool." Auch wenn sie absolut neidisch darauf war, dass er so aussah, als würde er in die Familie gehören. Er hatte die schwarzen Haare seiner Mutter und die grünen Augen von ihrem Vater. Was hatte Ophelia? Rote Haare, braune Augen... nichts, was in ihrer Familie so vertreten war. Ein wenig erinnerte ihr Gesicht an ihre Mutter, aber das war es dann auch. Mehr gab es nicht. Es war, als wäre sie adoptiert worden. Oder es würde erst mit dem Alter kommen. Was sie allerdings zu ihm sagen sollte, wusste sie nicht. Sie wusste viel, aber nicht das. Somit lächelte sie schüchtern, schwieg aber.
Erst, als er bemerkte, dass sie wegen dem Blut eine blassere Gesichtsfarbe gehabt hatte, wurde sie rot. Jetzt konnte sie auch nicht einschätzen, was eher rot war - ihre Haare oder ihr Gesicht. Ed hätte sicher eine bessere Beurteilung dazu, sie vermied allerdings jeglichen Blickkontakt, zog einfach nur die Beine auf den Sessel.
Tom war also sein Sohn, zwei Jahre alt und totaler Micky & Co Fan. Das ließ sie wieder schmunzeln, es war süß, wie er von ihm redete. Auch wenn er wohl nicht gewollt war. Gut, war Ophelia auch nicht, sie war alles andere als geplant gewesen zu dem Zeitpunkt, aber dennoch erwünscht. Aber sie nickte, Fotos waren immer gut. "Mein Ex Freund hat auch Kinder. Zwillinge. Die sind oder werden jetzt vier. Oder fünf? " So ganz sicher war sie nicht mehr, der Kontakt war von einem auf dem anderen Tag abgebrochen, nachdem er sie von jetzt auf gleich verlassen hatte. Mit den Zwillingen hatte sie sich aber blendend verstanden.
Vorsichtig nahm sie das Handy, sah sich die Bilder an. Dass Ed Vater war, konnte man bei seiner Vorsicht ihr gegenüber nicht abstreiten. Wirklich nicht. Er würde ihr sogar Bescheid sagen, wenn sie wieder schauen könnte. Also konzentrierte sie sich auf die Bilder, analysierte teilweise auch den Hintergrund genau, ehe sie wieder schauen durfte.
"Er ist wirklich süß.",sagte sie dann, als sie ihm das Handy zurück gab. Tom war herzallerliebst. Da würde sie ja direkt wieder mit Babysitten anfangen. "Du kannst ihm die Pflaster auch mitbringen. Mein Bruder hasst Goofy." Er war mehr der Donald Duck Fan. Als ihre Mutter auf die Idee kam, es mir Goofy zu versuchen, war die halbe Welt unter gegangen. Star Wars war aber okay. Seitdem lagen Die Blauen und Grünen Streifen mit dem Hund in dem Teil Rum, warteten auf eine Gelegenheit, gebraucht zu werden. Ebenso wie Hello Kitty.


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#414

RE: start

in One of us is lying 11.04.2019 22:41
von Lea • Member | 895 Beiträge | 55200 Punkte


Daheim - Ivie



Amüsiert und vielleicht auch ein wenig verträumt, sah Connor dabei zu, wie sein Gast sich die Haarsträhne um den Finger wickelte, anschließend die krausen Locken zu einem Dutt formte. Am liebsten würde er sich neben sie setzen, ihr zeigen, wie das auch ohne Haargummi funktionierte. Er, der kurze Haare hatte, aber immerhin Locken, auch wenn sie bei weitem nicht so ausgeprägt waren, wie bei Ivie. Dennoch hatte er einer besonderen Person damals stundenlang dabei zusehen können, hatte immer so die Haarsträhnen raus gezupft, dass die Frisur wieder aufgegangen war, nur um erneut zuzusehen. Dabei war dann doch einiges hängen geblieben.
Vor lauter Nostalgie sagte er deshalb auch nichts, fühlte sich aber wie ein Stalker, der ihre Bewegungen genau beobachtete. Helfen konnte er sich allerdings nicht. Ihr hübsches Gesicht, die wundervollen Augen und die dazu ungebändigten Locken veranlassten ihn immer wieder dazu, neue Kleinigkeiten in ihrem Gesicht zu finden. Es war wie ein Gemälde, bei dem man auch erst bei mehrfachen Hinsehen immer mehr versteckte Details erkennen konnte.
Selbst jetzt, wo das Licht anders ist, schien es ihm, als würde vor ihm eine andere Person sitzen. Nicht weniger hübsch.
Olympia schien auch gefallen an Ivie gefunden zu haben. Zumindest sah es für ihn so aus, als würde sie sich wohl fühlen. Allerdings möchte die alte Dame auch jeden. Was Connor dennoch besonders mochte, war dieses leichte Schmunzeln, was sich bei seinem Gast bildete. Bitte, man solle ihm mehr davon zeigen. Oder sie einfach in einen Raum stecken mit vielen tapsigen Babykatzen, damit sie viel zu tun hatte. Kuscheln, Spielen und lieb haben.
Bei dem Gedanken zuckt sein Mundwinkel nach oben, der Blick blieb aber immer noch auf ihr. Als wäre sie unfähig sich gefahrlos zu bewegen. Somit nimmt sie die Tasse in ihre zierlichen Hände, verzieht beim zurücklehnen das Gesicht, da sie mit dem Arm an irgendwas kam. "Nachdem mein Stiefvater mich aus dem Haus geworfen hat, hab ich mir Ares geholt. Ich wollte immer einen Hund, von dem her war der Rauswurf das Beste was mir passiert ist.",erzählte er ihr, versuchte so seine Gedanken von ihrem Arm abzulenken. Hatte sie etwa Schmerzen? War sie einfach nur unglücklich wo dran gekommen? Das gab es auch, irgendwie verschätzt, komische Bewegung und schon tat es weh.
Dennoch ließ ihm das keine Ruhe, weshalb er etwas an den Tisch rutschte, einen Ellbogen auf der Platte aufsetzte. "Zeig mir deinen Arm.", bat er sie, vielleicht etwas zu fordernd. Es dauerte einen Augenblick, bis er sich besinnen konnte, ehe er ein sanftes Bitte hinterher schickte. Sie brauchte keine Angst vor ihm zu haben. Er wollte es nur ansehen, sich vergewissern, dass es alles okay war und seine Vermutung, dass sie einfach nur eine blöde Bewegung gemacht hatte, bestätigt wurde.


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#415

RE: start

in One of us is lying 11.04.2019 23:03
von KimEule • Junior Member | 388 Beiträge | 21300 Punkte


Edward Düster
@ Ophelia


„Mhm…“ Konnte ich mir vorstellen. Irgendwie. Neuerdings war ich derjenige in der Familie über den so geredet wurde. Der der manchmal anstrengend war, aber hoffentlich auch recht cool. Mit einem Goofy Pflaster. Es war noch lange nicht das gleiche, das will ich nicht behaupten. Es war komplett was anderes. Würde ich mal behaupten. Ich kannte mich da nun auch nicht so wirklich aus. Und dann wurde sie auch schon wirklich rot. Das war irgendwie niedlich. Manche Menschen konnten eben kein Blut sehen, da war ja eigentlich nichts schlimmes bei. Das brauchte hier auch niemandem peinlich sein. Ich war da noch nie sehr zimperlich gewesen und seit dem Unfall noch viel weniger. Gerüche konnten mich schnell mal auf die Palme bringen. Ich konnte nicht tanken fahren, weil ich den Benzingeruch nicht aushielt. Und so krass roch es nun wirklich nicht an Tankstellen. Scheiß Krankenhaus. Scheiß Koma.
Ich stutzte dann aber schon, als sie meinte, die Kinder ihres Ex-Freundes wären schon vier oder fünf. Das war jetzt schon irgendwie krass. Ich dachte, ich wäre früh dran. Also entweder hatte sie nen üblen Männergeschmack, oder aber der Kerl war noch sehr viel dümmer gewesen als ich.
„Krass… ist der sehr viel älter oder sehr viel dümmer als ich?“, fragte ich nach, weil… wer würde das denn jetzt bitte nicht wissen wollen?!
Sie gab mir das Handy zurück und ich nickte. Lächelte kurz. Klar, war er süß. Kam ja auch ziemlich nach seiner Mutter. Noch. Die war auch süß.
„Oh, ne… er wohnt nicht bei mir, sondern bei seiner Mutter und ihren Eltern und die bringen mich noch um, wenn ich ständig Zeug anschleppe. Aber danke“, erklärte ich, steckte das Handy weg und griff nach dem Wasserglas. „Ich wohn selbst noch nicht so lang wieder zu Hause… und ich wohn in ´ner Assigegend. Das ist nix für ein Kind. Bist du neu auf der Schule?“
Vermutlich war ich mit der letzten Frage ins Fettnäpfchen getreten, aber das wäre dann so. So lange ging ich ja nun auch nicht wieder zur Schule. Da durfte man so was schon mal fragen, fand ich. Ich hatte genügend verpasst.


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#416

RE: start

in One of us is lying 12.04.2019 00:42
von Peanuts • Junior Member | 61 Beiträge | 3050 Punkte

Fynn Jones
Talking to Mik
Zuhause


"Das war ein Witz", grinste er, wurde aber abermals ein wenig rot, als Mik ihn als attraktiv bezeichnete. Er war es einfach nicht gewohnt, dass man ihn so beschrieb, aber wer wusste schon, ob Mik auch tatsächlich die Wahrheit sagte. Vielleicht gehörte das alles nur zu seiner Taktik und er wollte ihn so verführen. Aber es funktionierte verdammt gut. Unwillkommene Erinnerungen an Tom traten wieder auf, er hatte ihm auch immer unzählige Komplimente gemacht, wenn er mehr wollte. Doch jetzt war Tom unrelevant, er wollte sich wirklich, wirklich nur auf Mik konzentrieren.
Ausgerechnet der sprach gerade davon, wie nötig er es hatte. Wahrscheinlich hätte Fynn ihn schon längst wie ein ralliges Kaninchen angesprungen, wenn er nicht letzte Nacht schon ein bisschen Druck abgelassen hatte.
Wieder einmal verfluchte er sich, dass ihm die Erinnerungen an die vergangene Nacht fehlten. Er hätte sich so gern erinnert. Immerhin war es der erste One Night Stand seines Lebens gewesen, scheinbar war es zudem auch noch echt gut gelaufen.
Fynn lächelte zufrieden, als sich Mik auf seinen Schoss setzte, legte seine Hände um die Hüfte des Jüngeren und zog ihn noch ein bisschen näher zu sich.
"Hey", protestierte er grinsend: "Das war nur einmal und aus Versehen und ja, das Risiko besteht." Aber er dachte gar nicht daran jetzt den Raum zu verlassen. In seinem Zimmer hatten sie vielleicht etwas mehr Platz und es sah ein bisschen einladender aus, aber er hatte so gar keine Lust Mik wieder von seinem Schoß zu lassen. Und wenn er ihn trug, würden sie am Ende noch die Treppe herunterfallen. Er kannte sich dazu gut genug.
Nun aber gingen Fynn die Worte aus, es war auch gar nicht mehr nötig seine Gedanken in Worte zu fassen. Stattdessen ließ er es einfach geschehen, ließ sich auf Mik ein, versuchte die Stimmen der Vernunft im seinen Kopf abzuschalten.
Er erwiderte die Küsse mit Leidenschaft und Intensität, aber so wirklich abschalten konnte er nicht. Da war noch immer dieses komische beklemmende Gefühl, das Fremde, das von Mik ausging.
Dann aber legten Miks Hände auf seinen Hosenbund, warteten fragend. Fynn wurde nervös, Anspannung saß in all seinen Gliedern. Er kannte Mik kaum. Mik war nicht Tom. Ahhh, er war kurz davor durchzudrehen. Das war doch nicht er. Die Küsse fühlten sich gut an, das stimmte ja auch. Aber Sex war etwas so intimes, man gab so viel von sich preis.
"Ich weiß nicht ob ich das kann, Mik", sagte er, sah dem anderen nicht in die Augen. Er war ein Schisser, ein gottverdammter Schisser.


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#417

RE: start

in One of us is lying 12.04.2019 04:47
von Alice • Junior Member | 100 Beiträge | 6900 Punkte


Sadie Gizedh | 19 y/o → Pizza essen; mit Jonah

Den Smaltalk vorerst hinter sich gebracht; wobei Sadie den Worten Jonahs voller Interesse und mit einem leichten Grinsen, welches partout nicht hatte weichen wollen, gelauscht und anschließend ebenfalls knapp über ihr eigenes Leben berichtet hatte, war die Dunkelhaarige beinahe zum von Jonah erwähnten Parkplatz und somit dessen Auto gestürzt, denn selbstverständlich hatte sie Lust auf Pizza, was für eine Frage!
Die Freude über das Wiedersehen war ihr deutlich anzumerken, sie konnte sie nicht zügeln und auch merkte sie, wie wohl sie sich auf Anhieb in seiner Gegenwart fühlte, hatte sie seine ruhige und irgendwie drollige Art doch wahrlich vermisst und dennoch blieb eine gewisse Anspannung, ja wenn nicht sogar Unsicherheit.
Sie wusste schlicht nicht wie sie mit ihm umgehen, geschweige denn reden sollte, weshalb sie eher wenige Worte wechselten nachdem sie die Schule verlassen hatten und im Auto saßen. Eine seltsame Situation. Aber worüber unterhielt man sich mit dem Ex-Freund, zu dem man gut ein Jahr kaum bis gar keinen wirklichen Kontakt hatte?
Sadie hatte darauf keine Antwort.
Und so blieb es, zumindest die Fahrt über, wieder bei eher schwerfälligen Smaltalk; Fragen wie der Schultag war und das Auslassen über das heutige Wetter. Nicht unbedingt einfallsreich, aber allemal besser als unangenehmes Schweigen.
Die Pizza, wohlbemerkt inzwischen halb aufgegessen, sorgte dann glücklicherweise für Ablenkung, schließlich konzentrierte man sich mehr auf das essen, als auf eine Unterhaltung.
Gänzlich ohne Konversation harrten die beiden aber gewiss nicht aus.
"Wie war es in England?" Den Blick von dem mit Ananas belegten Gericht hebend und Jonah ansehend, neigte sie den Kopf etwas zur Seite, musterte ihn neugierig.
Sobald sie die Highschool beendet und genügend Geld zusammen hatte, wollte sie unter anderem unbedingt mal nach Großbritannien, doch dies würde wohl noch ein Weilchen dauern und so wartete sie daher gespannt auf eine Antwort von Jonah, wollte von seinen Eindrücken und Erlebnissen während seiner Zeit dort hören.
Ein wenig in Gedanken verloren, biss Sadie in ihre Pizza, kaute und musterte den Brünetten abermals, etwas eindringlicher als zuvor.
Denn eine ganz andere Frage lag ihr auf der Zunge und dies schon seit dem erhalt seiner Nachricht. Sie schluckte runter, runzelte die Stirn. "Wieso hast du mir geschrieben Jonah? Ich mein, versteh mich bitte nicht falsch, ich habe mich gefreut von dir zu hören, sehr sogar! Es kam nur so überraschung und ich frage mich, wieso jetzt?"


easy peasy lemon squeezy
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#418

RE: start

in One of us is lying 12.04.2019 10:06
von Lea • Member | 895 Beiträge | 55200 Punkte



Daheim - Edward


Sie war ihm dankbar, dass er nichts weiter auf ihre rote Gesichtsfarbe sagte. Andernfalls wäre es nur noch schlimmer geworden und ihr war es ohnehin schon peinlich. Andere hatten Gesichtsentgleisungen, sie hatte Gesichtsfarbentgleisung. Solange nicht noch andere Farben mit rein kamen war sie dann allerdings doch ziemlich glücklich.
Dann kam zur Frage, ob ihr Ex sehr viel älter oder sehr viel Dümmer war als er. Wie das mit dem Alter aussah, konnte er schlecht sagen. "Dümmer.",antwortete sie leise. Sie wollte nicht viel über ihn reden, das nahm sie immer noch ein wenig mit. "Sie ist mit 14 Mutter geworden, er ist 18 gewesen. Jetzt wird er 22 und sie ist 18. Mittlerweile sind sie auch wieder zusammen und verlobt." War alles schnell gegangen. Ein Jahr Beziehung mit Ophelia, passend zum Tod ihres Pferdes per WhatsApp Schluss gemacht und überall blockiert. Drei Monate später Verlobung bekannt gegeben. Es war kein Wunder, dass das Mädchen so bedrückt war. Aber hätte ihr ja klar sein sollen, wirklich. Irgendwie war es wohl nicht für sie bestimmt mit einem anderen Wesen glücklich zu werden. Das sie bei Ed so viele Worte raus brachte, unfallfrei, war schon ein Wunder. Nicht, dass er jetzt hässlich war oder ihr Angst machte, eher das Gegenteil, aber gut... es gab wohl immer was neues.
"Naja, kannst dir dann auf die Wunden Pflaster kleben.", versuchte sie einen Witz, wenn auch einen grottigen. Pflaster auf solche Wunden zu kleben war so sinnvoll wie ne Herzmassage bei einem Skelett. Aber nun denn, vielleicht würde er es ja witzig finden.
Ed lebte also erst seit kurzem wieder daheim. Wo war er denn vorher gewesen? Mit seiner Freundin zusammen gezogen? Vielleicht im Ausland? Sowas wurde ja auch gesponsort, aber sicher war sie sich nicht. Sie würde nicht nachfragen. Stattdessen nickte sie leicht. "Ja, seit gestern." In der Nacht angekommen, am morgen den ersten Schultag erlebt. Stress pur aber besser als ewig lang warten.


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#419

RE: start

in One of us is lying 12.04.2019 10:47
von Lea • Member | 895 Beiträge | 55200 Punkte



@ Fynns - Fynn


Fynn wurde rot, was wieder so unglaublich süß aussah. "Wer weiß, vielleicht war es ja auch ein Witz.",meinte er, versuchte das ganze so ernst wie möglich zu sagen. Es war kein Witz, er fand den anderen wirklich toll, mochte ihn gerne. Vielleicht auch bald mehr als nur gerne. Ein positiver Teil in seinem Leben war ja sicher auch mal möglich, ohne das die Person starb. Oder ?
Wenigstens hatte er jetzt ein wenig körperliche Nähe, genoss das ganze. Auch wenn es anders war als im Aufenthalsraum. War er angespannter, weil es hier die Räume seiner Eltern waren oder bildete Mik sich das alles ein? Sicher, nervös dürfte er sein, aber es war doch alles okay. Fynn konnte mit stolz behaupten, ihn besser zu kennen als 90% seiner Freunde. "Wollen wir dann direkt auf dem Boden weiter machen?", fragte er nach, legte den Kopf leicht schief. "Nebenbei, nicht, dass ich es unbedingt haben will, aber du stehst ja so auf Verhütung. Und ein wenig Gleitmittel wäre vielleicht nicht falsch." Er überlebte es auch ohne, aber mit war dann doch um einiges glatter. Gut, er sagte am besten nicht, dass er vorhin noch beides in seine Tasche gesteckt hatte. Fynn zu liebe. Er wollte einfach nicht, dass er wieder vom Bett fiel. Das seinen Eltern zu erklären, wenn er sich den Arm brach, würde nicht gut enden. Wahrscheinlich eher mit einer Einweisung in so ein Camp für Schwule, damit man sie umdrehte.
Fynn machte mit, küsste ihn und ließ sich alles gefallen, was er vor hatte. Wenn auch mit einer gewissen Anspannung. Dann öffnete er auch den Mund, eröffnete ihm seine Unsicherheit. Am liebsten würde er ihm widersprechen, ihm sagen, dass er das sehr wohl konnte. Stattdessen legte er seine Finger an sein Kinn und bewegte es so, dass Fynn gezwungen war, ihn anzusehen. "Hey. An dir ist nichts was ich nicht schon gesehen oder geküsst hab.",sagte er leise und küsste ihn sanft. "Ich bin nur für dich hier, du musst ins kalte Wasser springen. Mir vertrauen. Bereuen wirst du es sicher nicht." Wieder sanfte Küsse auf die Lippen, während seine Hände unter sein Shirt wanderten, es vorsichtig hochschoben. "Komm, zieh es aus.",flüsterte er und schob es noch ein Stück höher. "Langes Vorspiel, okay? Gegenseitig ausziehen, streicheln, küssen... du musst nichts tun, wenn du es nicht willst. Und wenn du was probieren willst, sag es mir. Du brauchst vor nichts Angst zu haben, alles bleibt unter uns." Mik würde nichts über diese Nacht verlieren. Gut, vielleicht Eddy in Kenntnis darüber setzen. Immerhin sollte er mit dem mal reden, so über alles. Auch über das mit Eliott. Aber das hätte Zeit, viel Zeit. Jetzt war er erst mal hier, voll und ganz bei Fynn, den er zur Entspannung bringen musste.


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#420

RE: start

in One of us is lying 12.04.2019 11:53
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte

IVIE
bei Connor
erwähnt Silas


Mit einem Nippen an ihrer Tasse versucht Ivie, ein wenig Zeit zu schinden.
Der Schluck, den sie nimmt, ist klein, weil das Wasser noch heiß ist. Ivie will sich die Zunge nicht verbrennen und ist deshalb so vorsichtig wie eh und je.
Die griechische Teemischung ist gut. Die Pefferminze hat einen intensiven Geschmack, dominiert natürlich, aber nicht so monoton wie sie es von der Teesorte sonst kennt. Der Beigeschmack ist herb, aber keineswegs unangenehm. Sie mag den Tee.
Weniger mag sie Connors harsche, harte Worte.
Für einen Moment erinnert er sie an Silas. Er hat mit ihr vorhin im gleichen Tonfall mit ihr gesprochen. So bestimmt, als wäre es gar nicht Ivies Entscheidung, was sie zu tun hat und was nicht. Leicht zuckt sie zusammen. Sie hat es nicht erwartet, Connors Aufforderung kam wie aus dem Nichts.
Gerade noch hat sie sich auf seine Worte konzentriert und wollte vorsichtig nachfragen, wieso er denn aus dem Haus geworfen wurde. Das hätte von ihr abgelenkt.
Connor ist nicht dumm. Er hat sie beobachtet. Das hat Ivie ganz genau mitbekommen, weil sein Blick auf ihr gelegen hat. Jeden vergangenen Moment der letzten Sekunden lang hatte er sie im Visier.
Bitte, schiebt er dann hinterher, fast schon reuig. Der Junge scheint bemerkt zu haben, dass sein Tonfall falsch war. Ivies Herzschlag beruhigt sich dadurch nicht sofort, aber sie kann atmen.
Die typische Panikattacke bleibt aus.
Connor ist nicht Silas.
Connor und Silas sind nicht ihre damaligen Pflegeeltern.
Langsam stellt Ivie die Tasse vor sich auf dem Tisch ab. Das ist das einzige Geräusch, so empfindet sie, das im ganzen Raum ertönt.
Schweifend wendet die Siebzehnjährige den Blick von Connor ab, guckt stattdessen auf das Polster der Couch. Sie schafft es nicht, die Augen wieder zu heben.
Quälend langsam zieht sie die Ärmel des kühlen Kleidungsstücks über ihre Finger, zieht es sich schließlich über den Kopf.
Ivie macht, was Connor von ihr will, weil sie Angst vor dem hat, was passiert, wenn sie es nicht tut. Er gibt ihr keinen Grund so zu denken, was für ihn spricht, nur kann sie es nicht abstellen. Das ist in ihrem Kopf so stark verankert, dass es keine andere Option gibt.
Bei Silas hätte sie sich so lange geweigert, bis er sie dazu bringt, hätte den ganzen Kreis wieder von vorne beginnen lassen. Es wäre nicht anders geendet.
Unter dem Pullover trägt Ivie noch ein dünnes Top. In dem sitzt sie nun auf der Couch, zeigt Connor den Arm, auf dem Silas‘ Handabdruck in Nuancen von rot, blau und lila erscheint.
Er hat mit aller Kraft zugedrückt.
Ivie selbst blickt nicht darauf. Sie kann sich nicht überwinden. Ihr Blick verweilt auf dem monotonen Polster, bis sie ihn dann intuitiv hebt, Connor ansieht. Jemanden, den sie so gut wie nicht kennt, Wahrheiten zu präsentieren, ist einfacher als man zu glauben vermag.
Die tiefen, blauen Augen des Mädchens sagen viel mehr aus, als ihr Mund je könnte.


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zuletzt bearbeitet 12.04.2019 21:29 | nach oben springen

#421

RE: start

in One of us is lying 12.04.2019 15:18
von Alice • Junior Member | 100 Beiträge | 6900 Punkte


Emmaline Rose Lahey | 'Emma' | 17 y/o → bei Ethan Zuhause; Ethan und Nari

Mit den Gedanken ganz woanders, hatte sie das Cheerleadertraining hinter sich gebracht. Es war anstrengender gewesen als erwartet, nicht körperlich, viel mehr gedanklich, denn konzentrieren konnte Emma sich nicht wirklich und sie hatte große Mühe sich nicht anmerken zu lassen, wie durcheinander sie war.
Schuld an allem; das Gespräch mit Rowan.
Die ganze Sache ging ihr nicht aus dem Köpfchen, wobei es weniger direkt die Neue war, um die ihre Gedanken kreisten, sondern viel mehr ihre eigene Unsicherheit und die Sorge, eigentlich schon pure Angst nicht nur das männliche Geschlecht attraktiv zu finden. Ein Thema womit sie sich am liebsten gar nicht auseinandersetzen wollte und doch konnte sie die lästigen Gedanken nicht verscheuchen. Nicht gänzlich jedenfalls.
Für ein wenig Abhilfe sorgte zumindest der bevorstehende Abend mit Freunden, dem Emmaline mit Freude entgegen sah.
Und anders als eigentlich geplant, schwang die Brünette sich nach dem Training auf ihr Fahrrad und fuhr anstatt nach Hause, direkt zu Ethan. Ein Glück regnete es nicht mehr, dies hätte ihrer Laune gewiss nicht gut getan. Ihrer Mutter schickte sie nur eine knappe Nachricht, dass sie den restlichen Tag mit Freunden verbrachte, die darauf folgenden Anrufe ignorierte sie gekonnt. Auf eine weitere Predigt ihrer Eltern konnte sie nun wirklich gut und gerne verzichten. Stattdessen verbrachte sie den Nachmittag mit und bei Ethan, was wie Balsam für die Seele war. Auch wenn ihre gute Laune teilweise nur Fassade war und ihre Gedanken nach wie vor hin und wieder abschweiften, so genoss sie die Zeit mit dem knuddeligen Kerlchen sehr. Und dies tatsächlich mal ohne zusammen ins Bettchen zu steigen. Sie unterhielten sich und kochten gemeinsam, nicht unbedingt Emmas Lieblingsbeschäftigung und großes Können bewies sie ebenso wenig, aber es machte doch irgendwo Spaß. Auf jeden Fall mal eine tolle Alternative zu dem Bettsport den sie sonst so gern betrieben. Könnten sie durchaus öfter tun. Nicht unbedingt das Kochen, denn auf Dauer fand sie daran keinen Spaß, zudem stellte sie sich auch unglaublich ungeschickt dabei an und es gab dank ihrer Allergien, sowie der Tatsache das sie kein Fleisch und Fisch aß, so viel zu beachten, aber das Zeit miteinander verbringen ohne Intimitäten. Taten sie viel zu selten. Was aber selbstverständlich nicht hieß, dass sie gänzlich auf den Sex mit Ethan verzichten wollte!
Das Klingeln riss Emma dann schlagartig aus ihren Gedanken und sie brauchte einen winzigen Moment um sich zu erinnern, dass sie Nari noch erwarteten. Die Siebzehnjährige ging davon aus, dass es ihre Freundin war, die klingelte, denn das Ethan noch jemanden eingeladen hatte, davon ging sie nicht aus.
Abwartend sah sie den werten Gastgeber an, war schließlich sein Zuhause und somit auch seine Aufgabe Nari, deren vermutete Ankunft sogleich die Laune der Brünetten hob, reinzulassen. Emma jedenfalls machte keine anstalten sich zu bewegen und die Tür öffnen zu gehen.


easy peasy lemon squeezy
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#422

RE: start

in One of us is lying 12.04.2019 16:05
von Lea • Member | 895 Beiträge | 55200 Punkte


Daheim - Ivie



Ivie versuchte sich am Tee, den er bewusst vor sich ließ. Er hatte das Wasser bis zum Schluss kochen lassen, jetzt zu trinken wäre sicher Selbstmord. Aber er bewunderte ihren Mut, wenigstens zu nippen. Bei seinem Talent wenn es um Tee ging, würde er sich alles verbrennen. Alles an Organen, die er trug. Vielleicht würden ihm irgendwann die Haare abfackeln.
Dass sie den Tee abstellte, überraschte ihn demnach nicht. Auch nicht, dass sie den Blick abwendete. Erst, als sie begann ihren Pulli auszuziehen, zog er überrascht eine Augenbraue hoch. Er hatte mit wirklich allem gerechnet. Allem. Nur nicht, dass sie ihm den Arm zeigte.
Connor wusste nicht wieso er so überrascht war. Er hatte eher das Gefühl, Ivie würde lieber den Kopf schütteln, nichts tun, als sich hier auszuziehen. Dennoch ist er dankbar für ihr vertrauen, auch wenn er lieber nicht danach gefordert hätte.
Ihr Arm war in Farben getaucht, die er eigentlich relativ schön fand. Nur nicht auf der Haut, als Bluterguss. Hätte derjenige noch fester durchgedrückt, könnte man sicher aus seiner Hand lesen.
Sein Unterkiefer spannt sich an, als er sanft nach ihrer Hand greift. Nicht fest, sie könnte sie jeder Zeit wieder zu sich ziehen. Die andere Hand streicht um den Bereich rum, als wäre er ein Arzt, der genau wusste, was da wäre und wie man es behandelte.
"Wer war das?", fragte er wütend, bemühte sich aber, dass seine Stimme sanft klang. Ob das gelang konnte er nicht beurteilen, aber Ivie könnte es. Leise seufzte er, sah zu ihr hoch. Wäre er nicht vorher schon soweit gewesen, dass er sie um jeden Preis beschützen wollte, wäre er es spätestens jetzt soweit. Am liebsten würde er sie in die Arme nehmen, ihr erklären, dass alles okay werden würde, aber er wusste nicht, wie sie so auf die Körpernähe reagierte.
Stattdessen ließ er sie los und stand auf. "Komm, ich hab ne Salbe bei mir, die den Schmerz nimmt. Riecht zwar beschissen, aber es hilft.", fordertr er die leise auf, hielt ihr die Hand hin. Er mochte diese Salbe sehr, auch wenn sie wirklich streng roch. Aber es würde ihr den Schmerz nehmen, vielleicht auch ein wenig das blau und rot. Er benutzte sie selbst meistens wenn er Muskelkater hatte oder blaue Flecken, wenn irgendwas zog und unangenehm wurde. Zwei mal damit einreiben und weg war es, auch wenn seine Haut dann noch diesen gelbgrünen Stich hätte. Wenigstens wurde er nicht so schnell blau oder lila.


But seriously, though. Some of you people need to go to church. I don't want you in hell with me.
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#423

RE: start

in One of us is lying 12.04.2019 18:03
von Lea • Member | 895 Beiträge | 55200 Punkte




Daheim - Emma, Nari


Bei dem Regen war er natürlich direkt nach der Schule einkaufen gegangen. So musste er später nicht erneut raus und könnte in Ruhe eine heisse Dusche nehmen.
Somit räumte er die Einkäufe ein, hatte gerade alles leer, als es klingelte und Emma vor der Tür stand. Somit fiel die Dusche flach.
Es war ein wenig ungewohnt Zeit mit ihr zu verbringen, wenn sie nicht im Bett landeten. Davor und danach war okay, aber so war es komisch.
Zumal er zum essen Hähnchen gekauft hatte und ihm kurz vor der Kasse eingefallen war, dass Emma weder Fisch noch Fleisch aß. Allgemein hätte er sie dafür am liebsten umgebracht, aber er hatte eine extra Runde gedreht, hatte alles für einen tollen Salat gekauft, den sie essen konnte. Allgemein kochte er eher normal oder asiatisch, selten walisisch. So gut wie nie eigentlich, weil das immer in die Hose ging.
Genauso wie mit anderen Kochen. Emma hätte er am liebsten mehrfach aus seiner Küche verwiesen, hatte sie dann irgendwann damit beauftragt, den Tisch schön zu decken, um nicht mit dem Messer auf sie los zu gehen.
Die Klingel verkündete die Ankunft des letzten Gastes. Gerade dann, als die Schokomousse ihren Weg in den Kühlschrank fand. Emma sah ihn an, bewegte sich nicht weiter. Augenverdrehend umarmte er sie von hinten, legte den Kopf auf ihre Schulter. "Weißt du, mit dir zu kochen ist nervenaufreibender als mit dir zu schlafen. Aber dennoch danke für die Hilfe." Lächelnd drückte Ethan ihr einen Kuss auf die Wange, bevor er sich zur Tür machte. Seine Aussage war richtig, er hatte mehrere Nervenzusammenbrüche erlitten, als sie ein Messer in der Hand hatte als wenn sie im Bett lagen. Und dort haderte er schon mit sich, weil er sich in seinem Körper absolut nicht wohl fühlte, es aber dennoch versuchte zu verstecken. Es war ein riesiges Durcheinander, dennoch schien Emma weiter machen zu wollen, was er überraschend gut fand.
Er wollte sich nicht weiter Gedanken darüber machen, weshalb er Nari die Tür öffnete. Durch die Wohnsituation trat er hinter der Treppe hervor, die in die andere Wohnung führte. Nicht, dass sie hoch lief, obwohl die Klingel die untere war. Man konnte sich nicht vorstellen, wie oft das passierte. "Hey.",begrüßte er Nari und umarmte sie vorsichtig, als sie bei ihm war. "Komm rein, Emma ist auch schon da."


But seriously, though. Some of you people need to go to church. I don't want you in hell with me.
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#424

RE: start

in One of us is lying 12.04.2019 21:12
von XxYoshi • Junior Member | 54 Beiträge | 2700 Punkte


>> Trautes Heim || schreibt dem Toilettenboy <<


Nach meiner wirklich eher merkwürdigen Begegnung auf dem Schulklo, war ich heil froh wieder zu Hause angekommen zu sein. Immer noch hatte ich Beine wie aus Gummi und sackte erfolgreich auf meinem Bett zusammen, während Butch mir freudig das Gesicht ab schlabberte. Während ich also meinen, mehr oder weniger, kleinen Hund begrüßte, bemerkte ich erst wieder, dass ich ja immer noch die Nummer dieses Kerls auf meinem Arm stehen hatte.
Nach einiger Überlegungszeit, entschloss ich mich dazu zumindest seine Nummer in meinem Handy einzuspeichern. Einfach weil ja keiner etwas wissen durfte und um ehrlich zu sein auch nur, weil ich den Namen mal wieder vergessen hatte, speicherte ich die Nummer unter den Namen „Fremder“ ein. Ja so war ich nun mal. Nun lag es jedoch wieder einmal an mir, denn ich musste mich bei ihm melden, da er ja nicht meine Nummer hatte. Gleichzeitig war jedoch klar, dass ich Interesse hatte, wenn ich mich melden würde und er eventuell zu viel in allem hinein interpretieren könnte. Welch eine verzwickte Situation.

Es war schon gen Abend, als ich mit Butch von einem kleinen Spatziergang wieder heim kam. Es war recht frisch draußen geworden, also sprang ich unter die heiße dusche und kuschelte mich später unter meine Bettdecke in mein Bett hinein. Ich zockte einige kleine Spiele auf meinem Handy, ehe mir wieder einmal die Nummer durch den Kopf ging, welche nun komplett abgewaschen war. Ich trank ein Bier, sogar recht zügig auf, ehe ich die folgende Nachricht an den Fremden schrieb.
>>Hallo Fremder. Was....was machst du gerade so?<<


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#425

RE: start

in One of us is lying 12.04.2019 21:29
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte

IVIE
bei Connor
erwähnt Silas

Connors Kiefer malmt nahezu. Man sieht ihm an, dass er nicht erwartet hat, was unter dem Stoff zum Vorschein kommt und Ivie würde sich den Pullover am liebsten sofort wieder über den Kopf ziehen.
Sie will die Stelle verstecken und das rückgängig machen.
Wieso hat sie das getan? Wieso hat sie sich vor Connor ausgezogen, wenn es auch nur ein Pullover war, ohne lange zu zögern?
Seine Hand greift nach ihrer, die andere nach ihrem Arm.
Für einen Moment befürchtet Ivie, dass sein Griff sich schwer anfühlen würde. Sie wird eines anderen belehrt. Connor streift lediglich sachte über die Stelle an ihrem Oberarm und umschließt gleichzeitig ihre Finger mit den seinen ganz sachte. Ganz so, als wolle er die Brünette festhalten, damit sie nicht davonfliegt – oder, als wolle er ihr Halt geben, weil sie wie eine Fahne im Wind weht.
Wer war das? Connor klingt sauer. Ivies Hand in seiner zieht sie ein bisschen zusammen, auch ein bisschen zurück. Nicht gänzlich, aber fast.
Die Kanadierin reagiert empfindlich auf Aggressionen und Gewalt, auf wütende Stimmen und aufgestauten Frust. Connor schafft es nicht, seine Stimme gefasst klingen zu lassen. Er klingt eher außer sich. Wenig sanftes springt mit seinen Worten.
Ginge es Ivie an seiner Stelle anders? Sie kann sich nicht hineinversetzen und sie wüsste auch nicht, wie sie reagieren würde. Eigentlich weiß sie gar nichts. Nur, dass sie antworten muss.
„Ist doch egal…“, druckst sie leise herum. Silas. Sie will den Namen nicht aussprechen. Wenn sie das nicht tut, dann kann sie es verdrängen. Dann kann sie so tun, als wäre das nicht passiert.
Vielleicht kann sie es nicht gleich überspielen, aber in ein paar Tagen dann. Sperrt das Geschehene in ihren Kopf, sagt niemandem etwas. Ihre Pflegeeltern wären nicht begeistert. Ivie will nicht, dass sie Silas letztendlich noch rauswerfen. Das hat er nicht verdient.
Wenn sie dafür schweigen muss, dann ist das okay. Schon so vieles lastet auf ihr, dass es darauf nicht mehr ankommt.
Sie könnte sich auch eine Lüge einfallen lassen, doch dafür ist sie zu erschöpft. Das könnte sie nicht aufrechterhalten.
Connor rappelt sich vor ihr auf die Füße, streckt ihr aber sogleich seine Hand entgegen. Ivie soll ihm folgen, er hätte etwas, das hilft. Sie glaubt es nicht. Oberflächlich kann es helfen, aber innen drinnen ist schon zu viel kaputt.
Ivie schiebt die Beine, die sie vorhin auf die Couch gezogen hatte, auf den Boden und legt ihre Hand dann zögerlich in Connors. Die Siebzehnjährige rappelt sich auf die Beine, hangelt auch nach ihrem Pullover. „Du musst nicht…“, beginnt sie, bricht dann mitten in ihrem Satz ab.
Das Mädchen zuckt mit den Schultern. Was muss er nicht? Tee machen muss er nicht und ihre Hand auch nicht halten, muss auch nicht nach der Salbe sehen oder sich sorgen. Er soll das nicht. Trotzdem tut Connor es.


So I will keep you day and night, here until the day I die
I'll be living one life for the two of us
I will be the best of me, always keep you next to me


zuletzt bearbeitet 12.04.2019 21:29 | nach oben springen



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