#526

RE: start

in One of us is lying 10.05.2019 19:28
von Lea • Member | 891 Beiträge | 55000 Punkte

Z E I T S P R U N G

Es ist Freitag Morgen, 02. November 2018. Um 8 beginnt der Unterricht, es ist allerdings vor dieser Zeit.

Wetter: leicht bewölkt, ab und an etwas Sonne. Es sieht nach Regen aus, aber Spoileralert, es bleibt trocken. Es weht ein leichtes Lüftchen aus Norden, deshalb ist es etwas frischer.
Temperaturen morgens 7°C, über den Tag höchsttemperatiren von 16°C, gefühlt aber wie 12°C.

AGs des heutigen Tages:

Wrestling [P]
Softball
Theater [P]
Big Band

Viel Spaß beim schreiben! ^-^


But seriously, though. Some of you people need to go to church. I don't want you in hell with me.
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#527

RE: start

in One of us is lying 10.05.2019 21:35
von Zonya • Junior Member | 507 Beiträge | 36750 Punkte



S I L A S
mit Ivie





I've been in hell long enough to know there is no such thing as redemption.
There is only promises and bargains and tricks we play on ourselves to make us believe we're good people




Silas hat viele Träume. In einem sieht er ein schreckliches Feuer, vor dem Menschen würgend und keuchend flüchten, um vielleicht irgendwo Luft zu finden, die noch kühl und sauber ist. In einem anderen klingelt sein Vater an seiner Haustür und übergibt ihm einen dicken Umschlag. Silas öffnet ihn und löst damit eine wahre Lawine von rosa Oxycontin-Tabletten aus, die er als Kind bei seiner Mutter gesehen hat.
Als Silas aufwacht ist es Morgen und die Träume sind vergessen. Es ist sein Wecker, der ihn zurück in die Realität befördert. Der dunkelhaarige kann sich kaum daran erinnern ihn gestellt zu haben, viel zu aufgebracht ist er am Abend zuvor gewesen. Stunden lang hat er auf Ivie gewartet, sie hätte, obwohl sie den Bus genommen hat, nicht viel später als er ankommen dürfen. Der erneute Gedanke daran, dass das Mädchen es vorgezogen hat nicht mit ihm Heim zu fahren, lässt ein altbekanntes Gefühl in ihm aufkommen. Mittlerweile findet Silas sogar ein gewisses kaltes Vergnügen daran, zu erkennen, wie der Zorn ihn kontrolliert. Wie sein Nacken steif wird oder er die Zähne zusammen beißt, ohne es zu bemerken.
Draußen fährt ein Krankenwagen vorbei, und das Heulen seiner Sirenen schwillt zu einem Knurren an.
Der junge Mann stellt beide Füße sicher auf den Boden und fährt sich mit einer Hand durch das Gesicht. Er fragt sich, ob Ivie Zuhause ist, ob sie sicher in ihrem Zimmer ist, womöglich noch im Bett liegt, oder bereits im Bad ist und sich für die Schule fertig macht. Silas fragt sich, warum sie auch heute sein erster Gedanke beim aufwachen ist. Sie ist das erste und das letzte woran er denkt. Wann ist das passiert? Wann ist ihm wichtig geworden, was sie von ihm denkt? Sein ganzes Leben ist es an ihm vorbei gegangen, was andere von ihm halten. Was andere von ihm erwarten. Silas hat immer die falschen Entscheidungen getroffen, die Menschen haben immer auf ihn herab gesehen, warum sollte sich plötzlich etwas daran ändern? Es gibt keine Erlösung.
Auch nach einer kalten Dusche und nachdem der dunkelhaarige sich für den Tag fertig gemacht hat, kann er das drängende Verlangen, mit Ivie über gestern zu reden, nicht gänzlich ignorieren. Du tust mir weh. Dabei möchte er gar nicht länger darüber nachdenken, will sich nicht dem stellen, was ihn wie Dämonen plagt, denn er weiß genau, in jeder Sekunde würde er erneut so handeln, würde nichts an all dem ändern. Das kann er gar nicht, zu lange hat er sich eingeredet, genau so zu sein.
Der Boden knarzt als Silas sein Zimmer verlässt. Im Flur lässt er den Blick von Links nach Rechts wandern. Er geht davon aus, Ivie wie jeden Tag mit zur Schule zu nehmen, er sieht keinen Grund, dass sich daran etwas geändert haben könnte und genau in diesem Moment beschließt er auch, dass es über den Vortag nicht zu bereden gibt. Er ist ihr nichts schuldig.
Er erwartet in der Küche auf jemanden zu treffen, doch sie ist leer und auch nach dem Frühstück, welches er sich provisorisch zubereitet hat, ist und bleibt er alleine. Er wartet, doch Ivie lässt sich nicht blicken. Mit einem Blick auf die Uhr kann der Junge schon jetzt erkennen, dass sie es nicht pünktlich schaffen werden.
Doch das ist ihm egal, genau so, wie der tadelnde Blick seiner Lehrer, die genau wissen, dass er es sich nicht leisten kann. Dass er es eigentlich gar nicht länger verdient hat, an dieser Schule unterrichtet zu werden.
Silas steht auf, wirft einen Blick auf seinen ausgefranzten schwarzen Rucksack, der unberührt an seinem Platz liegt und seit gestern nicht mehr bewegt wurde.
Er geht durch den Flur, bleibt vor Ivies Tür stehen und hebt die Hand. Es dauert einige Augenblicke bis er tatsächlich die Finger an das Holz legt und klopft.
Widererwarten bekommt er keine Reaktion, was ihn dazu veranlasst energischer zu Klopfen. "Ivie?"
Doch das Mädchen antwortet noch immer nicht, was einen Gedanken in ihm auslößt, der ihm völlig missfällt. Was wenn sie seit gestern nicht nach Hause gekommen ist?
Er schüttelt den Kopf und legt eine Hand an die Türklinke um sie nach unten zu drücken und das Zimmer zu betreten. "Ivie", wiederholt er sich lauter. Seine Stimme ist kalt und ernst, genau wie der Ausdruck der auf seinem Gesicht ruht.
In ihrem Badezimmer ist das Licht an.
"Ivie.. komm, wir müssen los" murrt Silas und bleibt vor der Tür, die sie voneinander trennt, stehen.



But I'm not




ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʟɪᴀʀs, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʙᴇᴀᴜᴛɪғᴜʟ ᴀɴᴅ ᴘʀɪᴠɪʟᴇɢᴇᴅ, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ᴄʀᴀᴄᴋᴇᴅ ᴀɴᴅ ʙʀᴏᴋᴇɴ. ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ʟᴏᴠᴇ ᴀɴᴅ ʀᴏᴍᴀɴᴄᴇ, ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ᴛʀᴀɢᴇᴅʏ.
ᴡʜɪᴄʜ ᴀʀᴇ ʟɪᴇs? ᴡʜɪᴄʜ ɪs ᴛʀᴜᴛʜ. ʏᴏᴜ ᴅᴇᴄɪᴅᴇ


zuletzt bearbeitet 10.05.2019 21:45 | nach oben springen

#528

RE: start

in One of us is lying 11.05.2019 12:14
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


IVIE
zuhause ; Silas


Ivies Bauchgegend wird von einem Ziehen beherrscht. Sie ist seit Stunden wach und sie meint, im ganzen Haus spüren zu können, dass sie durch den Wind ist. Die Wände reflektieren das beklemmende Gefühl der Enge, statt es zu absorbieren und von ihr fernzuhalten. Es strahlt auf sie zurück, in einer Portion, die die Ausgangssituation in einem Vielfachen übertrumpft.
Das ist Einbildung und vor allem auch lächerlich.
Ihre Pflegemutter hat in aller Frühe schon in ihr Zimmer gelinst. Sie hat am Vorabend, als Ivie viel später als man es von ihr kennt durch die Tür marschiert ist, schon gemerkt, dass sie nicht so weit auf dem Damme ist, wie sie es sein sollte. Nachgefragt hat sie, so wie Ivie es sich Jahre vorher schon gewünscht hat, aber die Dunkelhaarige hat sie mit einsilbigen Antworten abgespeist. Sie hatte keine Lust darauf, zum Reden genötigt zu werden – und sie hat sich in ihre halbherzigen Scheinwahrheiten verstrickt, wie sie es nicht tun sollte.
“Ich fühle mich nicht gut“, hat sie vorhin gemurmelt, hat ihre Eltern – Pflegeeltern – im Türrahmen aus den müden Augen angeguckt. Die beiden müssen immer früher aus dem Haus als Ivie und Silas und heute haben sie ihr auch geglaubt. Ivies Stirn war heiß, als sie ihre warmen Hände testweise darauf gelegt haben. Dabei hat die Siebzehnjährige den Kopf fast nicht vom Kissen gehoben, hat sie Decke über ihre geschundene Haut gezogen.
Die Salbe, die Connor ihr mit leichten Fingern aufgetragen hat, hat die gereizte Haut ein wenig beruhigt. Weh tut es trotzdem, wenn sie sich damit abstützt und obwohl die Creme ihren Arm grüngelblich gefärbt hat, ist ein dunkelvioletter Abdruck zu erkennen.
An Connor will sie nicht denken. Ivie hat sich den Abend selbst versaut, in dem sich ihr Kopf abrupt gedreht hat. Es kommt und geht in Wellen, sagt ihre Therapeutin immer, wenn ihre Eltern nach den Fortschritten fragen. Der Junge hat sich gestern Mühe gegeben und doch die Flut mitbekommen, während Silas das Katzengold seines nennt, vorgestern eine vermeintliche Ebbe kennengelernt hat.
Vor einer halben Stunde ist die Haustür zum zweiten Mal ins Schloss gefallen. Silas ist der einzige, der neben Ivie noch im Haus ist. Sie hat seine Schritte schon gehört.
Der Neunzehnjährige ist in seinem Zimmer umher gegangen. Wahrscheinlich vom Bett zum Schrank, dann ins Badezimmer. Er ist die Treppen hinunter und in die Küche, hat sich dort aufgehalten.
Ivie ist sich sicher, dass man ihm gesagt hat, dass er heute alleine zur Schule geht, dass sie sich nicht gut fühlt und deswegen liegen bleibt.
Sie fühlt sich sicher und steht auf. Noch ist die Tür nicht ins Schloss gefallen, noch versucht sie, leise zu sein. Ivie will nicht reden, vor allem nicht mit Silas.
Der Siebzehnjährigen reicht, dass sie sich selbst im Spiegel betrachten muss, dass ihr T-Shirt den Arm nicht vollkommen bedeckt und dass sie auch ansonsten elendig aussieht. Ich sehe aus wie damals, bevor alles passiert ist denkt sie sich, ein Schauer überkommt sie.
Solche Tage triggern sie. Dann denkt sie daran zurück, was sie gemacht hat, wie sie gedacht hat. Manchmal kann sie sich gar nicht daran erinnern, an anderen Tagen dafür umso mehr. Dann ist alles viel präsenter, als sie denkt, dass es in den Momenten selbst war.
An der Tür ertönt ein lautes Klopfen. Es klopft so laut, wie Ivies Herz rast. Das Mädchen hat sich am Badewannenrand hingesessen, betrachtet die dünnen Beine, deren helle Haut ein Kontrast zum dunklen Stoff ihrer Shorts bildet. Ivie antwortet dem Neunzehnjährigen nicht. Sie will nicht reden.
Trotzdem scheint das Licht durch einen kleinen Schlitz unter dem Türrahmen durch und Silas sieht es gut, weil es durch die Jahreszeit draußen trüb ist und es sich so besser vom Boden abhebt.
Silas murrt, Ivies Kopf brummt. „Ich bin krank“, sagt sie, weil er nochmal klopft und nicht lockerlassen will. Sie kann hören, dass seine Schritte vor der Tür stehen bleiben. Vielleicht reicht ihm aus, dass ihre Stimme nasal klingt. Das macht es authentischer. „Ich… bleibe zuhause.“


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#529

RE: start

in One of us is lying 11.05.2019 13:57
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte



ARTUR
bei Eliott


Langsam atmet Artur durch die Nase ein und dann auch wieder aus. Ein röchelndes Geräusch ertönt, seine Gliedmaßen fühlen sich seltsam schwer an. „Eliott…?“, veranlassen seine Lippen leise, er wimmert. Artur fühlt nicht nur seinen Körper mit einem seltsam bedrückenden Gefühl auf der Matratze liegen, er hat das Gefühl, sein Kopf bringt ihn um.
Dabei weiß er im ersten Moment gar nicht, was der Auslöser dafür sein könnte.
Artur reckt den Kopf, seine Nase stupst gegen den Hals der Person, die unmittelbar neben ihm liegt. Eliott. Der Franzose liegt mit leicht geöffneten Lippen neben ihm auf der Matratze und im Gegensatz zu Artur scheint er noch zu schlafen. Sein Brustkorb senkt sich langsam und regelmäßig, was Artur beobachtet. Er starrt blöd vor sich hin, blinzelt viel zu oft, um seine Augen am Tränen zu hindern.
Er will sich nicht bewegen, um dazu den Handrücken zu verwenden, weil ihn schon unter der Decke eine leichte Gänsehaut erfasst hat. Artur friert, obwohl er in nicht nur eine, sondern sogar zwei Decken gehüllt ist und obwohl er sogar einen Arm um Eliotts Oberkörper gelegt hat, die Wärme des anderen somit unmittelbar fühlt.
Der Deutsche fühlt sich gerädert.
Es kommt vom Schwimmen. Von der unfassbar dämlichen Idee, mitten in der Nacht in ein Freibad einzubrechen, bei den eisigen Temperaturen im Spätherbst. Von der unglücklichen Fügung des Schicksals, gemeinsam lachend durch das nasse Gras zu rollen, von Arturs Einfall ausgehend, sich gegenseitig zu fangen. Solange zu tollen, bis beide schließlich mit einem lauten Platsch im Wasser landeten. Hose und Jacke vom Wasser vollgesogen, mit einer Unmenge an Dreck, die das Wasser neben den beiden für einen kurzen Moment dunkel verfärbt hat.
Die Kälte hat der Deutsche in diesen Momenten gar nicht wahrgenommen, hat stattdessen gelacht und wenig später gemeinsam mit dem Franzosen die Beine in die Hand zu nehmen, um zu flüchten, bevor der Lichtkegel einer Taschenlampe sie erfasst.
Gerannt sind die beiden, solange, bis ihre Lungen fast kollabiert sind, bis Eliotts Schlüssel ein Schloss gefunden hat, in welches er passt. Die beiden haben Nässe in die Wohnung gezogen – interessiert hat es sie nicht. Wen hätte es das auch?
Artur hat Eliotts Lippen gesucht, während seine Finger gleichzeitig die tropfend nassen Haare weiter verquirlt haben. Der Deutsche hat den humid-warmen Körper des anderen an sich gespürt, während sie sich langsam von der Tür bis zum Schlafzimmer durchgearbeitet haben – schließlich nebeneinander gelegen haben, aufeinander, übereinander. Er weiß es nicht mehr genau.
Eliotts Wecker klingelt. Artur hat das Gefühl, sein Kopf bewegt sich wie eine Glocke zwischen zwei Schlägeln. Als ecke er damit überall an, was ein vibrierendes Gefühl hinterlässt.
„Wir müssen aufstehen“, krächzt er, atmet durch die Nase ein, was ein Pfeifen ertönen lässt. Seine Stimmbänder kratzen und die Gänsehaut zieht sich nach wie vor über seinen Körper, trotzdem rappelt er sich auf. Er stemmt sich auf seinen Ellbogen, um mit dem Kopf über Eliotts Gesicht zu schweben.
Artur küsst Eliotts Lippen sanft. Die Berührung hat nichts mit der aus der letzten Nacht zu tun. Sie ist viel unschuldiger, viel kindlicher. Seine Kraft reicht nicht aus, um nach dem Wecker zu langen, der irgendwo neben Eliotts Kopf auf einem Nachttisch thront.
Das Aufrichten hat ihn schon genug Kraft gekostet, veranlasst Artur dazu, sich wieder fallen zu lassen und den Kopf an Eliotts Brust zu betten. „Aufstehen, chéri.“


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zuletzt bearbeitet 11.05.2019 13:57 | nach oben springen

#530

RE: start

in One of us is lying 11.05.2019 14:13
von Lea • Member | 891 Beiträge | 55000 Punkte


Daheim - texting Lucien - mentioning Ivie


Gestern Abend war noch gut verlaufen. Also für die Umstände eben gut. Es war anders gekommen als erwartet und erforderte eine große Portion Spontanität und Einfühlungsvermögen um die Situation nicht vollständig zu zerstören und es vielleicht noch etwas positiver zu gestalten.
Seine Befürchtungen, dass essen könnte versalzen sein, bestätigte sich dann auch nicht. Man sagte zwar immer, wenn das Essen salzig ist, wäre der Koch verliebt, aber anscheinend war dem nicht so. Entweder war er nicht verliebt oder der Spruch war nur ein Märchen.
Ivie hatte er noch heim gebracht, sogar bis vor die Tür, damit ihr nichts passierte. Daheim, in seinem Wohnwagen, merkte er erst, dass ihr Pulli noch auf der Bank lag. Ihr diese Tatsache mitteilen konnte er nicht, immerhin hatte er ihre Nummer nicht; nur sie seine.
Aber gestern waren das Sorgen für den heutigen Tag gewesen, der mit dem Klingeln seines Weckers begann. Also kam Connors Morgenroutine dran: Aufstehen, Zähne putzen, anziehen, mit Ares joggen gehen und danach duschen. Mit einem Kaffee in der Tasse saß er auf seiner Bank, sah auf Ivies Pulli, der vor ihm lag. Jetzt müsste er nur dran denken, ihn ihr entweder vorbei zu bringen oder mitzunehmen. Anstatt ihn direkt einzustecken, zückte der Schotte erst sein Handy. Keine neuen Nachrichten, was ihn nicht wirklich wundern sollte. Aber vielleicht konnte er dafür sorgen, eine zu bekommen. #Brauchst ne Fahrt zur Schule?#, schrieb er Lucien und legte das elektronische Teil weg. Er musste ja nicht ständig drauf sehen, er hatte keine Social media, die ihm die Langeweile nehmen könnten. Hier waren nur er und seine Gedanken.


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#531

RE: start

in One of us is lying 11.05.2019 14:57
von Lea • Member | 891 Beiträge | 55000 Punkte



Daheim – Emma


Trotz tausender Extrasachen, die er beinahe vergessen hätte – danke an seine auf Fleisch vernichtende Kollegin – hatte er doch noch einen schönen Abend erleben dürfen, dessen Spuren sich heute morgen noch in der Küche befanden. Seufzend stand Ethan vor dem Chaos aus Töpfen, Pfannen und Schälchen, wischte sich mit dem Handtuch die Wassertropfen von der Stirn, ehe er auf dem Absatz kehrt machte. Vor seinen Problemen weglaufen war immer gut, auch wenn er eigentlich nur zurück in sein Zimmer ging, um sich mehr als nur Unterwäsche und Jogginghose anzuziehen.
Sein Kellerzimmer war groß, nett eingerichtet, ein wenig unordentlich so wie jedes Zimmer eines Teenagers, auch wenn es durchaus schon schlimmere Tage gesehen hatte. Tatsächlich bekam er immer den Bogen mit der Ordnung wenn er eine Dame an seiner Seite hatte. Oder, was bisher auch ein mal passierte, er einen Anfall bekommen hatte und sein ganzes Zimmer aufgeräumt, inklusive Klamotten aussortieren und Fensterputzen, hatte. Das hatte erstaunlich lange gehalten, bis zu den Ferien, als der Wahnsinn mit dem Packen begann. Jetzt war es immer noch aufgeräumt, das Bett war frei und es lagen nur vereinzelt Kleidungsstücke oder Zettel Rum. Und die Verpackung eines Kinder Schokoriegels. Und mitten auf seinem Bett lag Emma. Genau dort, wo er sie vor der Dusche zurück gelassen hatte.
Mit einem Schmunzeln legte er sich zu ihr ins Bett, die Arme um ihren Oberkörper gelegt. „Du weißt, dass wir zur Schule müssen.“, erinnerte er sie leise und strich über ihre Arme. „Und das du aufstehen musst… und ich dich jetzt wieder verlasse, um dir Frühstück zu machen.“ Oder zumindest einen Kaffee. Zwar achtete Ethan immer darauf, dass Emma ja genug aß, ohne sie zu nötigen, frühstückte aber selbst nie. Selten. Immer nach 9, vorher kam ihm jegliche Nahrung wieder hoch. Zumindest an Schultagen. Im Urlaub war das anders, da ging es auch früher. Man musste es nicht verstehen, Ethan hatte auch vor langer Zeit aufgegeben sich selbst zu verstehen.
Einen kurzen Moment schloss er die Augen, Betten hatten diese unglaubliche Anziehungskraft, die niemand leugnen konnte. Ansonsten könnte er Psychologen empfehlen. Seine damals, die ihn behandelt hatte, war gut gewesen. Nur hatte er sie auch seit Jahren nicht mehr gesehen, hatte sich selbst durchgeboxt. Durch alle Höhen und Tiefen, wobei letzteres noch in der Überzahl waren. Seufzend, denn es half alles nichts, drückte er Emma einen Kuss auf die Schulter, ehe er sich dazu entschloss, doch aufzustehen und sich anzuziehen. Dünner, roter Pulli, dunkle Jeans und Socken. Damit könnte man zur Schule gehen, halbwegs normal aussehen. Und seine Haare? Bei denen war jede Hoffnung verloren, die würden später gebürstet werden und dann wurde gebetet.
„Ich bin oben und mach Kaffee.“ Mit diesem Satz verabschiedete er sich wieder von Emma, lief die Treppe hoch und stand kurz drauf wieder im Flur. Die Küche war schräg vor ihm, er konnte die Töpfe schon sehen. Würde er es jetzt nicht aufräumen, würde er einen Anschiss von seinen Eltern kassieren. Den würde er allerdings auch, wenn er sie aufräumen würde. Immerhin war es nie sauber genug, obschon sie so aussah wie vorher. Trotzdem räumte er erst mal die Spülmaschine aus, während der Kaffee in die Tasse lief. Es war also nur eine Frage der Zeit, wann Emma hilfsbereit im Weg rumstehen würde.


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#532

RE: start

in One of us is lying 11.05.2019 15:50
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte



LUCIEN
bei Adrian


Was feige Menschen tun, das weiß Lucien noch immer nicht– und was solche tun die nicht als feige gelten, auch das ist ihm ein Rätsel.
Das Vibrieren seines Handys ertönt so laut, dass es den ganzen Wohnwagen mit dem Geräusch erfüllt. Es reißt Lucien zurück in die Wirklichkeit, ohne dass er sie irgendwann bewusst verlassen hat.
Nach drei gequälten Tönen bleibt das Mobiltelefon wieder ruhig, der Bildschirm, der den Wohnwagen durch die zugezogenen Vorhänge hindurch erleuchtet hat, wird wieder dunkel.
Lucien hat keine Ahnung wie viel Uhr es ist, wer ihm um diese Zeit schreiben würde – er weiß im ersten Moment auch nicht mehr, was in den Stunden vorher passiert ist.
Wenn er Drogen nimmt, passiert ihm das immer. Lucien erinnert sich morgens immer und immer wieder daran, wie er ohne Erinnerung an die vergangenen Stunden aufgewacht ist. Kann nicht zwischen Realität und Traum differenzieren.
Ist es passiert? Oder hat er geschlafen, hat sie Situationen imaginär erlebt?
Er weiß es nie, muss sich immer auf andere verlassen, deren Wahrnehmung vielleicht zuverlässiger ist als die seine. Adrian hilft ihm manchmal.
Lucien regt sich, knallt mit dem Bein gegen einen fremden Fuß, als er sich umständlich umdrehen will. Dann hält er inne, nimmt sich die Zeit, mit den Fingern seine Schläfen zu massieren und sich auf den Rücken zu drehen.
Dabei berührt er wieder jemand anderen. Dieses Mal ist es sein Ellbogen, der einen Hinterkopf streift – sanft nur, zum Glück. Lucien öffnet die Augen und empfindet, ganz im Gegenteil zu seinem Unterbewusstsein, die Situation erst nicht als befremdlich.
Die Einrichtung von Adrians Trailer blitzt ihm wie immer entgegen: provisorisch und ein bisschen unordentlich. Komisch wird es erst, sobald er den Kopf dreht, Arians blonde Haare ihm wirr und sein Rücken ihm entblößt entgegen sieht. Kleidung findet er auch nicht, je weiter er an dem Deutschen hinunter guckt – Momente später an sich hinunter sieht und sich viele Fragen gleichzeitig fragt, während Bettdecke und Klamotten irgendwo auf dem Boden verteilt liegen. „Oh fuck“, murmelt Lucien leise – ohne auch nur die geringste Ahnung zu haben.


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zuletzt bearbeitet 11.05.2019 15:51 | nach oben springen

#533

RE: start

in One of us is lying 11.05.2019 16:23
von Lea • Member | 891 Beiträge | 55000 Punkte



@ Fynns – alone


Wenn man seit mehreren Jahren einen festen Tagesablauf besaß und seit einiger Zeit auch einen Hund, gewöhnte man sich schnell dran, sehr früh wach zu werden, produktiv zu sein. Somit war Mik, der die Nacht über an Fynn gekuschelt geschlafen hatte, mit dem ersten Wecker wach. Dieser sagte ihm lediglich, dass er jetzt in sein Zimmer gehen sollte, bevor es für Herr und Frau Jones noch zu unschönen Überraschungen kam, wie die Bekanntgabe, dass der angeblich heterosexuelle Junge, dem sie Zuflucht geboten hatten, doch eher an ihrem Sohn interessiert war, als an Jesus Christus. Denn einer von beiden war real, der andere nur… ein Mythos? Zumindest wurde seine Existenz bisher nicht in dem Maße bewiesen, dass es keine Zweifel gab. Ein Buch alleine reichte nicht, es war kein Gesichtsbuch, nicht historisch belegt und wer wusste schon, was die Menschen damals alles geraucht hatten.
Mik hatte sich nach eben diesem Wecker aus dem Zimmer geschlichen und war in das ihm zugeteilten gegangen. Dort war niemand, kein Hund, kein kuscheliger Mensch. Niemand. Nur er. Seufzend sank er wieder auf die Matratze, deckte sich zu und drehte sich hin und her, fand eine angenehme Position, in der er schlafen könnte. Es war jetzt genau die Zeit, bei der sein Wecker klingelte, damit er in Ruhe mit Teddy laufen konnte. Und er war wach, hell wach. Keine Chance auf Schlaf. Seine üblichen Morgensituationen beinhalteten neben dem Spaziergang mit Teddy eine Dusche, eine Tasse Kaffee von der Tanke um die Ecke und dann dem warten im Aufenthaltsraum bis zum Unterrichtsbeginn.
Teddy musste er jetzt schon aus der Routine streichen, dass laufen sowieso, denn einfach den Schlüssel von jemand zu nehmen fand er komisch. Somit begab er sich ins Bad, duschte kurz, hoffte einfach, dass es okay war. Die Flecken an seinem Körper sahen nicht besser aus als Gestern, eher schlimmer. Sein Auge war blau, sein Hals ebenfalls und von seinen Rippen wollte er nicht anfangen. Vorsichtig fuhr er drüber, zuckte zusammen, da es schmerzte. Gestern hatte er es entweder nicht wahrgenommen oder der Schmerz kam erst jetzt. Lange konnte er sich im Spiegel nicht betrachten, weshalb er den Blick beim Zähne putzen abwendete, dem Spiegel den Rücken zudrehte. Er sah nur kurz rein, um sicher zu gehen, dass die Zahnpasta nicht am Mundwinkel klebte. Und seine Haare nicht aussahen, als hätte er die Steckdose abgeleckt. Dann ging er auch in sein Zimmer, zog sich wieder ein Poloshirt an, einen Pulli drüber. Packte seine Tasche, steckte einen Hoodie rein, ehe er sich die Kette umhängte. Das Wetter draußen spiegelte sein Gemüt wieder, es war irgendwie Trist.
Während er seine Hose fachgerecht verschloss, führte ihn sein Weg zur Garderobe, um sein Handy aus der Jackentasche zu ziehen. Tot – wie seine Eltern. Also nahm er das Ladegerät mit, machte sich in der Küche vertraut mit der Kaffeemaschine. Wunderbare Gerätschaft und er konnte sie bedienen, obwohl er seit mehreren Jahren – mindestens 2 – keine eigene mehr im Haus hatte. In einer Tasse, die die Aufschrift Jesus liebt mich trug, tröpfelte das schwarze Gold, während sein Handy die ersten Lebenszeichen von sich gab. Mik achtete nicht großartig drauf, Ed hatte zwei mal geschrieben aber sonst niemand. Mit der Tasse in der Hand klaute er sich den Hunde des Jahres Kalender von der Wand und setzte sich an den Tisch. Bilder anschauen war eine gute Beschäftigung, wenn man sonst nichts zu tun hatte.


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#534

RE: start

in One of us is lying 11.05.2019 19:11
von yulssi • Junior Member | 178 Beiträge | 8900 Punkte

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𝗘𝗟𝗜𝗢𝗧𝗧 𝗗𝗔𝗩𝗘𝗡𝗣𝗢𝗥𝗧

mit artur

Eliott hatte etwas geträumt. So viel geträumt, sich dabei unzählige Szenarien ausgemalt, dass er sich nicht einmal mehr richtig daran erinnern konnte, welche Bilder dem Dunkelhaarigen im Schlaf überhaupt erschienen waren. Hatte in dieser Nacht viele viele Stunden wachgelegen, obwohl man es wohl kaum als ein wirkliches "herumliegen" bezeichnen konnte, wenn man in Bedacht war, dass die beiden Neunzehnjährigen anderes getan hatten, als einfach nur still zu liegen und in Ruhe zu schlafen. Nein. Es war mehr. Es war viel gewesen, heiße Luft gewesen. Dynamisch, wunderschön und gleichzeitig ruhig, als wäre es das Normalste dieser weiten Welt, immer mal wieder mit seinem seit Jahren besten Freund in die Kiste zu springen, dort seine freie Zeit unbedacht zu verbringen, obwohl…. obwohl es ihn doch keineswegs störte. In keinster Weise. Das, was Eliott störte war nicht die Tatsache, dass man solche Dinge eigentlich nicht mit guten, gar engen Freunden tat. Es störte ihn auch nicht, dass es Artur war- eher im Gegenteil, denn er war schon seit längerer Zeit der einzige bewusste Seitensprung, auch, wenn schon zu mehreren Malen. Auch, wenn Zeta vielleicht davon wusste, aber nichts dazu sagte, da sie ja nicht besser war. Aber da war was. Es störte ihn, dass Artur so war, wie er war. Dinge so hinnahm, wie sie nun einmal waren und dem Anderen danach immer wieder ins lügende Gesicht blickten konnte. Dieses Gesicht, welches danach nie wieder ein Wort darüber verlor, außer, wenn es schon wieder passierte. Sein eigenes Gesicht. Er verdiente Artur nicht, weshalb es ihn auch nicht wundern würde, wenn dieser ihn irgendwann verlassen und dort stehen lassen würde, wo er zu dem ausgesuchten Zeitpunkt auch immer sein sollte. Es wäre wirklich kein Wunder…
Aber es war heiß, eine brennende Situation. Oder eher- ihm war heiß, der Wecker klingelte in schrillen Tönen, riss den Franzosen somit aus dem geliebten Traumland heraus und ließ ihn womöglich ein wenig erschrocken die Augen aufreißen, sich aber nicht unnötig viel bewegen, als mit der freien Hand nach der nächstgelenen Taste zu angeln, um das schreiende Stück weißes Plastik in anschließende Ruhe zu versetzen. Atmete im Nachhinein tief durch, ehe Eliott die undefinierbar farblichen Iren auf den unmittelbar vor ihm Liegenden und dabei auf dessen Gesicht legte, dieses ohne auch nur ein Wort dabei aus seinem Munde kommen zu lassen musterte, jeden Millimeter des hübschen Blickfangs abzuspeicherte, absuchte und ansah, als wäre es das einzige, was ihm in den letzten Minuten seines Lebens noch überzubleiben schien. Nur war es nicht so. Die letzten Minuten seines Lebens sollten erst später anschlagen, jedoch dann, wenn die Zeit dafür gekommen war, weshalb er die Augen für einen Moment wieder verschlossen hielt, versuchte, einen klaren Kopf zu bekommen, indem er sich beruhigende Vorstellungen zusammenkramte, was auch wieder nicht hinhaute, wenn man nebenbei noch tausende andere Gedanken unter der Haube schwirren hatte. Anderseits bemerkte er die kurzerhand auf den seinen liegenden Lippen sofort, verzog diese zu einem kleinen Lächeln, als der Ältere sich nach dem leicht gekränkt klingendem "Aufstehen, Chéri." aufzurappeln wagte, den Anderen mit müden Augen anblinzelte und die blonden Haare dabei durch seine schlanken Finger gleiten ließ. Er war im Kontrast zum gestrigen Tag unnormal gut gelaunt. Fühlte sich sogar gut. Warm. Fühlte sich ausgeglichen, obwohl das alles einfach nicht hätte passieren dürfen. ,,Fuck, du bist heiß." ,kam es trotz allem aus ihm heraus, Artur leicht an sich gedrückt und so gedreht, dass der ein kleines bisschen Größere besser an ihn herankam, mit suchenden Händen Halt an dem Hals des Anderen finden konnte, als er diesen mit schon fast spontanen Küssen überfiel, letzten Endes mit einem kleinen Gelächter über dem Deutschen liegen blieb, bemerkte, dass irgendetwas nicht ganz richtig war, oder zumindest nicht stimmte. ,,Artur ? Bist du erkältet ?" ,sofort eine Hand an seine Stirn legte, eine ungewöhnliche Hitze aufnahm, die definitiv nicht auf normaler Körpertemperatur beruhte. ,,Dann bleiben wir also beide Zuhause, huh ?…. Du gehst nämlich nirgendwo hin." Somit ein kleiner Kuss auf die zuvor berührte Stelle, die glühende Stirn und somit die Haut Arturs, welche der Franzose auch die nächsten zwanzig Jahre lang berühren wollte, wenn er denn durfte und nicht wieder einen Rückzieher machte. Liebe oder Lüge ?

I had a dream that when I woke up you were finally there.
That I believed that all the hours turned to minutes, it's not fair.



"𝙻𝚎𝚝'𝚜 𝚛𝚞𝚗 𝚊𝚠𝚊𝚢 𝚝𝚘𝚗𝚒𝚐𝚑𝚝"

zuletzt bearbeitet 11.05.2019 19:30 | nach oben springen

#535

RE: start

in One of us is lying 11.05.2019 22:14
von XxYoshi • Junior Member | 54 Beiträge | 2700 Punkte



>> Schule || Eingangsbereich → Hinterhof/ Schulhof || <<

Die Nacht zuvor
Langsam strich ich mit dem Zeigefinger, Ihre Wirbelsäule entlang, während ich Ihren leisen und regelmäßigen Atemzügen lauschte. Sie wirkte friedlich, als könne kein Wässerchen sie trügen. Als hätte sie gerade kein Gesetz gebrochen. Doch genau das war es, was mich immer wieder stutzig machte. Wer sagte mir, dass sie ehrlich zu mir war? Vielleicht war ich auch nur einer von vielen. Ich wandte mich von ihr ab, während sie sich im Schlaf auf den Rücken drehte.
Ich konnte nicht genau sagen, was mich zu meiner nächsten Tat bewegte, doch mein Bauchgefühl siegte und ich nahm ohne weiter darüber nach zu denken, Ihr Handy in meine Hände. Es dauerte nicht einmal wenige Sekunden, bis ich das Passwort heraus gefunden hatte. Es war das Geburtsdatum ihres Mannes. Wie süß. Beinahe schon herzzerreißend, wenn ich eines hätte. Ohne Skrupel durchforstete ich sämtliche Nachrichten. Eine davon erschien mir mehr als suspekt. Man konnte nicht genau ersehen worum es genau ging, doch ich war mir sicher, dass es sich nicht um Speisen oder Feiern handelte. Merkwürdiges Gespräch unter Freunden? Wohl kaum. Leise stand ich auf, in meinem Kopf spielten sich sämtliche Szenarien ab. Sie weiß zu viel. Definitiv zu viel. Aber sie würde mich niemals verraten. Was wenn doch? Geistesabwesend, war mein nächster Gang der in die Küche.

Schwer atmend hockte ich über dem leblosen Körper der Mathelehrerin und ließ mich neben diesem Nieder. Alles war voller Blut. Ich, das Bett, Sie. Diese Schlampe wollte mich verraten, hatte mich verraten. Die Schule war dabei mich zu verraten. Sie machten alles kaputt. Es war so perfekt.
Doch nun war es wichtiger Ihren Körper los zu werden. Ich konnte es mir nicht leisten sie hier zu lassen. Diese Sache hier, war zu gefährlich. Es brauchte nur einen Anruf, um mir einen weiteren Komplizen und einen Bulli zu Organisieren. >>“Bruder, was ist los mit dir? Erst die Kleine, nun sie. Was stimmt mit dir nicht?!“<< Fluchte er und schüttelte den Kopf. “Ich weiß es nicht. Kurzschlussreaktion.“ Reine Lüge. Ich tat es mit vollem Bewusstsein, sprach sogar noch mit ihr. Sah ihr in die Augen, als das Licht in Ihnen erlosch, doch das brauchte er nicht zu wissen. Er gab mir Handschuhe und wusch den leblosen Körper. Womit wusste ich nicht und es war mir auch egal. Als nächstes wickelten wir sie in ein Tuch und trugen sie heraus. Zu meinem Glück war das umliegende Gebiet meist sehr ruhig. Niemand verirrte sich meist zu einem alten und leer stehenden Kino. Wieso auch, hier gab es schließlich nichts zu sehen. >>“Bringen wir sie in den Wald und verbrennen sie. Schnell und einfach.“<< Schnell und einfach? Nein! Ist das denn wirklich so schwer zu verstehen?! „Fahr zum Friedhof.“, sagte ich ruhig, aber sehr bestimmt. Es war mitten in der Nacht, ca. 3 Uhr, oder war es schon 4 geworden? Fakt war, dass niemand auf diesem Friedhof sein sollte und wenn doch, würde er sich eben zu ihr gesellen. Mein Partner war zwar wenig begeistert und bestand darauf, dass wir uns vermummten, doch er sah auch ebenso ein, dass man mir derzeitig einfach nicht widersprach. Er tat was ich sagte.
Wir legten ihren Leichnam auf das Grab der Schülerin, ihre Zunge daneben und bedeckten ihre intimen Zonen mit Blumen. >>“Erklärst du mir das bitte?“<<, fragte er genervt und verdutzt. Beinahe so, als könne er sich nicht entscheiden, was gerade mehr überwiegt. „Man soll denken, dass es mir leid tut. Verstehst du?“ Er schüttelte den Kopf und ich verdrehte die Augen. Den Weg über, sprachen wir kein einziges Wort. Es war einfach besser so.

>>“Du hast ihr die Kehle aufgeschlitzt und ihr die Zunge heraus geschnitten, wieso glaubst du das sie denken, es täte dir leid? Das ist doch Schwachsinn!“<< Unentwegt sah ich in die lodernden Flammen, welche sich durch die Beweise und Kleidung fraßen. Als wäre niemals etwas passiert. „Weil niemand, dem es nicht leid tun würde, sie auf einen Friedhof bringen würde und sie mit Blumen bedeckt.“, erklärte ich kalt, zog meine Jacke zu und lief durch den Wald hindurch auf die offenen Straßen der Stadt. Ich hatte nicht länger ein zu Hause. Die Straße, war nun wieder mein zu Hause.


„Ahhh, verfluchte Scheiße!“, fluchend und um meinen Kopf umher wedelnd, wachte ich auf einer Parkbank auf, während eine Taube von mir weg flog. „Elendes Mistvieh!“, schimpfte ich vor mich her und richtete mich langsam auf. Achja, wie in alten Zeiten. kalt und hart.
Es dauerte eine ganze Weile, bis ich richtig wach wurde und mich in der Gegend umsah. Es war recht früh und nur wenige Menschen waren unterwegs. Nun jedoch stellte sich eine weitere Frage. Wohin mit all meinen Sachen? Wohin mit mir? Das Kino an sich war schon der reinste Absturz, aber das hier? Müde und kaputt drängte ich mich zur Schule. Ich brauchte unbedingt einen Joint. Mehr als alles andere, brauchte ich diesen nun. Ich trottete also an allen umstehenden Personen vorbei, bis ich bei meinem Spind ankam und meine Reisetasche verstaute. Heute Nacht würde ich mir einen Platz suchen müssen, koste es was es wolle. Doch nun bahnte ich mir meinen Weg nach draußen in den Hinterhof, ließ mich in das Gras fallen und zündete mir einen Joint an, um den Rauch genüsslich und langsam in meine Lungenflügel zu atmen. Verdammt tat das gut. Es ließ mich die anstrengende Nacht vergessen. Und mal ehrlich, was war schon besser als vergessen.


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#536

RE: start

in One of us is lying 11.05.2019 22:27
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte



ARTUR
bei Eliott


Heiß, ja. Wärme ist etwas, das ihn am heutigen Morgen konstant begleitet. Das aber nicht die ganze Zeit im guten Sinne, sondern abwechselnd: wärme und absolute Geborgenheit, dann aber wieder der Frost, der ihn durchschüttelt. Artur krächzt.
Eliotts Hände wandern an ihm umher, umschließen Artur. Sie drehen ihn, sodass sein Rücken wieder auf der Matratze liegt, sodass sein Kopf wieder auf dem weichen Kissen thront.
Langsam blinzelt der Deutsche. „Mir ist kalt“, raunt er, beinahe postwendend zur Aussage des Franzosen. Du bist heiß sagt dieser, lässt Artur mit der Frage, wie das denn zu deuten sei, zurück.
Der laut klirrende und noch dazu laute Ton des Weckers verstummt, in seinem Kopf klingt er aber noch einige Zeit nach. Gar so, als hätte sein Gedächtnis den Lärm aufgenommen, um ihn ganz zu seinem Widerwollen abzuspielen. Um Artur zu nerven, ihn um den Verstand zu bringen.
Dadurch, dass Eliott ihn geführt und um einige Grad gedreht hat, haben sich Arturs Lippen von denen des anderen gelöst. Leicht schürzt er sie, er gibt sich alle Mühe, um fit auszusehen. Dabei kann er nur mit Gedanken nicht beeinflussen, wie hoch seine Körpertemperatur ist und ob seine Haut fahl aussieht oder nicht.
Das Lachen, das über Eliotts Lippen kommt, klingt in seinen Ohren so unfassbar schön, dass Arturs Herz anschwillt. Artur liebt Eliott, denkt er sich und lässt die Augen zuflattern, weil Eliott sich über ihn biegt und ihn zu küssen versucht.
Mit leichtem Druck erwidert Artur die Zuneigung, öffnet die Augen nicht mehr. Langsam, ganz schleichend, will er eine seiner Hände mit Eliotts verschränken und sucht nach dieser.
Während Eliott viel zu schnell von seinen Lippen ablässt um besorgt die Hand auf die Stirn des Blonden zu legen. Artur bildet sich ein, dass Eliotts Finger im Gegensatz zu seiner Stirn kalt sind, dass sie nicht glühen. Du bist heiß – ob er das damit gemeint hat?
„Ich hab‘ Theater“, murmelt er, zwingt sich dazu die Augen wieder zu öffnen. So schlecht geht es ihm nicht, das will er ihm beweisen. Artur kann sich aufsetzen und die Füße über das Bett schieben, wenn er sich nur genug anstrengt. Das ist kein Problem. Der Deutsche schafft das, zumindest wenn er es versuchen würde. Gerade aber bleibt er lieber liegen. Der Kopf dreht sich schon genug.
Er liebt seine AG, liebt die Rollen, die sich so von seinem eigenen Leben differenzieren. Dafür bleibt er am Freitagnachmittag gerne länger, hält sich im Schulgebäude auf, während andere bereits das Wochenende einleiten können. „Ich kann nicht hierbleiben.“ Der Blonde schüttelt den auf weiches Polster gebetteten Kopf, um seine Aussage zu unterstreichen, bezweckt aber nur, dass die Vision sich noch weiter dreht. Trotzdem kommt kaum Momente später ein genüssliches Seufzen aus seinem Mund, er blinzelt Eliott entgegen. „So will ich jeden Morgen aufwachen“, nuschelt er, spannt die Muskulatur in seinem Oberkörper an, um sich Eliotts Gesicht entgegen zu recken.
Ob Eliott richtig liegt? Artur ist nicht fit. Vielleicht sinniert er im Fieber einfach nur. „… ich will nicht, dass ich träume.“


So I will keep you day and night, here until the day I die
I'll be living one life for the two of us
I will be the best of me, always keep you next to me

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#537

RE: start

in One of us is lying 11.05.2019 23:49
von yulssi • Junior Member | 178 Beiträge | 8900 Punkte

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𝗘𝗟𝗜𝗢𝗧𝗧 𝗗𝗔𝗩𝗘𝗡𝗣𝗢𝗥𝗧

mit artur

"Mir ist kalt. Wie konnte Artur kalt sein. Wie konnte überhaupt irgendjemandem in diesem Raum kalt sein, wenn doch die Heizung auf drei gedreht und die beiden kleiderlosen Körper in zwei -eine dünne und jeweils dicke- Decke gehüllt waren, die gegenseitige Wärme des Gegenübers mit allem was sie besaßen vernehmen mussten, da es wohl unmöglich war, in einem nicht gerade riesigen Bett nicht völlig übereinander verstreut zu liegen. Aber ja, Artur war kalt und Artur war heiß. Eliott hatte den Deutschen schon immer auf irgendeine Art und Weise heiß gefunden, egal wann, egal wie. Ob er sich mit selbstgemachter Tomatensoße bekleckerte, oberkörperfrei auf dem Balkon stand und Packungen vernichtete, oder laut schnarchend auf dem Sofa lag, obwohl er dem wenn dann neben ihm Sitzenden versprochen hatte, seine liebsten Filme mit ihm zu schauen. Filme, die ihn eigentlich nicht interessierten und für welche er nicht auch nur ein Stück an Vergnügen bereitgelegt hatte. Und doch tat er es, wobei der Ältere ihn nicht gänzlich verstand. Warum tat man manche Dinge so, wie man sie tat ? Warum tat Artur etwas, wenn er es nicht einmal wollte ? Jeder andere gesagt hätte, dass man es alleine, oder gar nicht tun sollte ? Eliott revidierte seine Aussage, kam zum eisernen Entschluss, dass er Recht damit besaß. Artur war heiß. Artur war immer heiß, auch, wenn die Beiden wohl so unterschiedlich wie Tag und Nacht waren, kaum unterschiedlicher sein konnten. Er wollte es nicht wissen.
,,Das liegt vielleicht daran, dass du hier komplett nackt herumliegst ? Klingt für mich logisch." ,kam es deshalb und im glänzenden Anschluss aus dem Munde des Dunkelhaarigen heraus, brachte diesen damit ein bisschen zum lächeln, aber nicht die Zähne zu zeigen. Er war einfach nicht das, was der Andere brauchte. Haben sollte, um ein schönes Leben genießen zu können. Eliott tat Dinge, die er nicht tun sollte, wenn man eine gewisse Klarheit im Kopf stecken hatte. Sagte manchmal etwas, was nicht ganz anständig für diverse Situationen sein sollte. Zog Artur immer wieder in jede Hinterlassenschaft mit hinein, ohne es überhaupt zu merken, wenn er zu hoch flog, oder zu tief fiel. Wenn er zu weit ging, oder ein paar Schritte rückwärts machte, um nicht über die Kante schauen zu müssen. Er liebte es. Eigentlich. Liebte es, andere zu küssen. Den Anderen und andere zu küssen. Umsorgt zu werden, auch wenn er nicht gerade danach langte. So hingenommen zu werden, wie er es manchmal war. Bedingungslosigkeit zu erfahren. Zuneigung zu bekommen, wenn er nach dieser verlangte. Sie nicht verdiente, jedoch genügend bekam, um sich danach noch die schrägsten Gedanken auszumalen. Der Größere durfte nicht, obwohl er doch so gerne wollte. Durfte sich keine Gedanken machen und sie wie die schönsten Kindermärchen bunt ausmalen, um damit eine Welt zu erschaffen, die es so nicht gab, denn das tat er einfach viel zu oft. Lernt, tut und macht, um anschließend enttäuscht zu sein.
Die folgenden Worte kommentierte er mit einem ,,Mir egal." ,ehe er mit einem ,,Wen willst du denn spielen, einen Toten ?" fortfuhr, stets über seine eigenen Worte amüsiert war, doch auf dem Boden der Tatsachen blieb. Er wusste, dass der vor ihm Liegende Theater mochte, hatte ihm dabei schon des öfteren zugeschaut und sich immer wieder gewundert, ob er die Rollen spielte, oder diese ihn einnahmen. Wusste aber auch, dass man nicht in die Schule oder gar Öffentlichkeit gehen sollte, wenn man so aussah. Nicht nur so aussah, sondern auch so glühte und sich gleichzeitig wie ein Zombie bewegte. Wenn er nicht hierbleiben wollte, dann musste er eben in sein Zuhause zurück. Doch ob Artur, nein Eliott das überhaupt wollte, sollte eine andere Sache sein.
"So will ich jeden Morgen aufwachen." ,er nicht, denn Eliott wusste, dass das hier eigentlich nicht echt war. Das es eine seiner Vorstellungen war, die sie hier spielten und das Artur das alles nur tat, weil er Mitleid oder sonst was mit ihm hatte. Vielleicht kein schlechter Freund, aber ein verdammt guter Schauspieler war. Das war es doch….oder ? Das sollte es vielleicht sein. Du wirst niemals jemanden lieben können, Eliott. Es entspricht einer deiner Vorstellungen, also sei bitte nicht enttäuscht. Verrenne dich nicht in etwas, das du später bereuhst, ja ? ,,Ich auch… Ich auch." Und mit diesen Worten das geräkelte Gesicht seines Gegenübers in die Hände genommen, dieses ohne zu zögern mit versiegelten Lippen zurück in die Kissen befördert. Das war kein Traum. Das war kein Traum. Das war kein Traum. Womöglich ein Film, dessen Skript sie nicht kannten. Ein Buch in welchem beide am Ende starben, oder einer sein Glück fand. Etwas, bei dem man nicht wusste, ob es ein Happy End geben würde. Küsse klangen immer schön. Küsse, Atem, Berührungen. Der Franzose strengte sich an, ließ die Gedanken beiseite und die schlanken Finger der Rechten ihren bestimmten Weg nach unten suchen, umfasste mit der Linken noch immer das Gesicht, ehe er die Wange des Jüngeren, an welchem er sich verausgabte, der Erkenntniss, dass dieser heiß war mit warmen Augen und bunten Bewegungen beitrug, weil er es so wollte. Hauchte ein paar französische Worte mit hinein, in denen er die verschiedensten Zuneigungen erklärte, kam jedoch nur mit einem ,,Fuck." zum Schluss. Dieser Kerl sollte die Welt bekommen... und ein bisschen Medizin dazu.

it's not fair



"𝙻𝚎𝚝'𝚜 𝚛𝚞𝚗 𝚊𝚠𝚊𝚢 𝚝𝚘𝚗𝚒𝚐𝚑𝚝"

zuletzt bearbeitet 13.05.2019 14:11 | nach oben springen

#538

RE: start

in One of us is lying 12.05.2019 01:19
von Lea • Member | 891 Beiträge | 55000 Punkte



Daheim - Schule – mentioning Ed

Ob sie gestern noch ein einziges Wort mit ihrem Halbbruder gesprochen hatte? Nein. Sie hatte ihm nichts mehr zu sagen und so war es auch geblieben. Ophelia hatte gewartet, bis er wieder auf den Beinen gewesen war, ehe sie ohne ein weiteres Wort oder gar ein Gute Nacht abgehauen war. Das Auto ihres Vaters stand noch da, genauso wie die es verlassen hatte. Keine zwei Sekunden später fuhr es auch schon mit ihr die Straße runter.
An diesem Abend hatte sie mit niemandem mehr geredet, nur kurz mit ihrer Mutter. Sogar ihr hatte sie eine gute Nacht gewünscht, obschon sie die halbe Nacht damit verbracht hatte, alles mögliche über Ed heraus zu finden. So, wie sie es schon bei Jaron getan hatte. Nur, dass es bei ihm weitaus weniger verstörende Sachen gab. Wenigstens konnte er jetzt nichts mehr dazu sagen, sie wüsste nichts. Falls er jemals mit ihr reden würde – oder sie mit ihm. Wer wusste das schon.
Beim Frühstück war sie kurz vorm einschlafen, brachte ihre Cornflakes nur zur Hälfte runter, trank allerdings drei Kaffee. Den vierten füllte sie in einen Becher, während John zurück vom Spaziergang mit den Hunden. Marie begrüßte ihn kurz, ehe sie ihre Schlüssel nahm. Sie mussten früher los, hatte noch was im Rathaus zu erledigen, was für Ophelia okay war. Sie wäre früher an der Schule, könnte vielleicht noch den Schlaf nachholen. Hausaufgaben erledigen. Die sie alle gestern getan hatte.
Der Weg zur Schule war ruhig, niemand sagte etwas, nur das Radio spielte Musik. Nicht mal irgendwas, was man kannte. Dann folgten Nachrichten, kurz drauf steuerte der Wagen auf den Parkplatz. „Viel Spaß.“, wünschte ihre Mutter ihr, als sie ausstieg.
„Danke. Ich grüß William von dir.“ Das waren die Worte, mit denen sie ihre Mutter verwundert im Wagen zurück ließ, um ins innere des Gebäudes zu gelangen. Drinnen war es warm, es war irgendwie freundlicher als draußen, da sie für einen eventuellen Regenfall geschützt wäre. Außerdem war es angenehm warm, das Bedürfnis ihre gelbe Kunstlederjacke, welche sie über einen schwarzen Shirt mit weißen Blümchen trug, auszuziehen verspürte sie allerdings nicht. Noch nicht, über den Tag hinweg würde es sich vielleicht ändern. Spätestens wenn sie im Unterricht schreiben müsste, würde sie das beengende Kleidungsstück loswerden. Bei ihrem Spind blieb sie stehen, öffnete ihn mit der Schlüsselkarte und sah einen Moment herein. Was wollte sie noch gleich?


But seriously, though. Some of you people need to go to church. I don't want you in hell with me.
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#539

RE: start

in One of us is lying 12.05.2019 16:59
von Zonya • Junior Member | 507 Beiträge | 36750 Punkte



S I L A S
Zuhause mit Ivie





I've been in hell long enough to know there is no such thing as redemption.
There is only promises and bargains and tricks we play on ourselves to make us believe we're good people




In Ivies Zimmer ist es dunkel. Eine Lampe mit trüber Glühbirne, die über seinem Kopf an der Decke hängt, erhellt das Ganze nur ungenügend und wirft unförmige Schatten. Der Schlitz unter dem Türrahmen zum Badezimmer wirft ein gebliches Licht auf den Boden. Silas schielt nach unten, ohne den Kopf zu bewegen und kann sehen, wie der Schatten ihres Körpers, wenn sie sich regt, im Licht flackert.
Silas zögert eine Sekunde, und diese Sekunde ist entscheidend, wie sich herausstellt, denn bevor er die Tür zu ihrem Badezimmer einfach öffnet, weil sie auch auf seinen zweiten Ruf nicht reagiert, dringt ihre Stimme leise zu ihm durch.
Ihre Worte klingen nasal, als wäre sie wirklich krank. Doch hat Silas früh lernen müssen, nicht alles zu glauben, was man ihm auftischt.
Hinterfragen, statt einfach schlucken.
Silas schüttelt den Kopf, reibt sich mit Daumen und Zeigefinger den Nasenrücken direkt zwischen den Augen, bevor er ein und die selbe Hand an das Holz der Tür legt, und sie, ohne weiter darüber nachzudenken, aufdrückt.
"Krank?" wiederholt er sie mit monotoner Stimme und lässt den Blick für einen kurzen Moment weiterhin auf den Boden gerichtet. Vielleicht hätte er ihn dort verweilen lassen sollen, vielleicht wäre ihm dann nicht, trotz der dunklen Lichtverhältnisse, direkt ins Auge gesprungen, was in bunten Farben auf ihrer Haut schimmert.
Silas setzt einen Fuß über die Schwelle, fokusiert für einen Moment die Stelle an ihrem Arm. Ivies Ärmel sind nicht lang genug um den Fleck vollständig zu verdecken. Der Junge schreitet auf sie zu, umschließt mit seinen Fingern ihr Handgelenk. "Wer war das?"
Silas Worte sind kaum mehr als ein murmeln, denn breitet sich die schreckliche Wahrheit und Antwort auf seine Frage langsam in seinem Verstand aus, zu fürchterlich um es laut auszusprechen. Er will die Antwort darauf nicht hören - er weiß sie bereits.
Du tust mir weh hat sie quälend über ihre Lippen gebracht. Doch Silas hat nicht darauf hören wollen, hat nach all der Zeit noch immer nicht verstanden, wozu er mit seiner Kraft in der Lage ist, was der Zorn, der seinen Verstand wie ein Virus infiziert hat, mit ihm anstellen kann - zu welchem Menschen er ihn werden lässt. Silas hatte immer Angst wie sein Vater zu werden, doch vielleicht, ist er das schon lange.
Jetzt wird wieder alles anders.
Früher hat jede Veränderung grundsätzlich Verwirrung bedeutet, Schmerz und Leiden. Silas hat ihren Arm in seine Richtung gezogen, der dunkle Fleck erstrahlt hell vor seinen Augen. Der Junge schüttelt den Kopf, "Nein" murmelt er und tritt einen Schritt weiter auf das Mädchen zu.
Es ist die Wahrheit. Genau so ist es. Und Silas kann sich nicht erklären, warum, denn das würde bedeuten, zuzugeben, was alle schon immer über ihn gedacht haben. Eine Mischung aus Furcht und Hoffnung ballen sich in seinem Magen zu einem engen Knoten zusammen. Seine Gedanken, Gefühle und Vorstellungen gehen den sprichwörtlichen Bach herunter.
Silas Stimme ist brüchig, fast verzweifelt, gefühlvoller, als man ihn hat je sprechen hören. "Es tut mir leid, Ivie. Du darfst mich nicht hassen". Seine Augen werden rot.
Er möchte etwas für sie tun, aber das hat wenig Sinn. In seinem Kopf ist der Gedanke fest verankert, dass er etwas schlimmes getan hat, und das stimmt auch. Und wenn nötig, würde er es, ohne zu zögern, sofort wieder tun.
Ihm läuft eine Träne über das Gesicht. Was wenn wir gleich sind?




But I'm not




ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʟɪᴀʀs, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʙᴇᴀᴜᴛɪғᴜʟ ᴀɴᴅ ᴘʀɪᴠɪʟᴇɢᴇᴅ, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ᴄʀᴀᴄᴋᴇᴅ ᴀɴᴅ ʙʀᴏᴋᴇɴ. ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ʟᴏᴠᴇ ᴀɴᴅ ʀᴏᴍᴀɴᴄᴇ, ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ᴛʀᴀɢᴇᴅʏ.
ᴡʜɪᴄʜ ᴀʀᴇ ʟɪᴇs? ᴡʜɪᴄʜ ɪs ᴛʀᴜᴛʜ. ʏᴏᴜ ᴅᴇᴄɪᴅᴇ


zuletzt bearbeitet 12.05.2019 17:06 | nach oben springen

#540

RE: start

in One of us is lying 12.05.2019 18:15
von XxYoshi • Junior Member | 54 Beiträge | 2700 Punkte



>> Schule || Ophelia || <<

Es war erschreckend, dass ich selbst mit einem Joint intus, Nüchterner war, als die meiste Zeit meines Lebens. Im Grunde sollte man denken, ich würde aus meiner Familie gelernt haben, doch irgendwie geschah genau das Gegenteil dessen. Als ich weg war, war die Gang meine Familie und in dieser Familie war der Missbrauch von Suchtmitteln beinahe normal. Es war Alltag.
Ein wenig holprig und mit schmerzverzerrtem Blick stand ich auf. So weit ich es sehen konnte, war niemand in meiner Umgebung. Irgend etwas stimmte dennoch nicht. Seit wann tat mir mein linker Oberarm und meine Linke Schulter so weh? Wieso wurde mir das erst jetzt bewusst? Die Luft kräftig aus meinen Lungen ausstoßend, betrat ich erneut das Gebäude. Der eigentliche Grund dafür? Ich suchte eine Toilette. Ja ich suchte sie, denn in meinem Kopf war so eine Unruhe, dass ich nicht einmal mehr diese fand, obwohl ich jeden einzelnen Gang in- und auswendig kannte. Auf meinem Weg begegnete ich irgendwann einer jungen Frau mit kupfernen Haaren. (Ophelia) „Hey. Kannst du mir helfen? Weißt du wo ich die Toiletten hier finde?“
Peinlich des Todes. Aber irgendwie wusste ich mir auch nicht mehr zu helfen. Das flüstern in meinem Kopf wurde irgendwann zu einem Rufen und ich versuchte mich an meine Umgebung zu klammern. Diese Nacht, war einfach zu viel gewesen und ein Mensch, den ich nicht einmal kannte, erwischte mich gerade in meinem schwächsten Moment.


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#541

RE: start

in One of us is lying 12.05.2019 18:57
von Zonya • Junior Member | 507 Beiträge | 36750 Punkte



A D R I A N • M A R Q U A R D T

Trailerpark ; Lucien


Ob feige Menschen warten bis sie versauern und eingehen? Adrian denkt, wenn Lucien sich diese Frage überhaupt erst stellen muss, dann ist er es bereits. Verwelkt wie eine Blume die auf dem Fenstersims vergessen wurde, zu schwach, um sich selbst am Leben zu halten. Denn genau das sind feige Menschen - abhängig von anderen. Adrian hat seine Zukunft selbst in die Hand genommen, er hat sich nicht sagen lassen, was er darf und was nicht. Er entscheidet selbst. Er entscheidet, dass es besser ist, in einer Sadinienbüchse durch das Land zu reisen, als auch nur einen Tag länger bei seiner Familie zu leben. Länger bei Artur dem schwulen, Mama und Papa, die lieber nur ein Kind gehabt hätten. Das mussten sie nie laut aussprechen, dass wusste auch so jeder. Adrian war schon immer die Schattenseite des Medaillon. In seinen eigenen vier Wänden kann er glücklich sein, unbeschwert leben. Hier rügt ihn niemanden, falls die Milch im Kühlschrank versauert, falls er das Bett nicht wie beim Millitär gefaltet hat, falls er die Hausaufgaben nicht gemacht hat und schon wieder ein blauer Brief nach Hause geschickt wird. Der Deutsche stellt sich seine Regeln selbst auf und im Grunde gibt es da nur eine; keine Regeln.
Adrian hat es nicht für klug erachtet, diese Einsicht mit Lucien zu teilen. Er weiß dass der Quaterback auch aggressiv auftreten kann, dass er um einiges mehr Muskelmasse auf die Waage bringt, als er selbst. Stattdessen, hat er das Bier erhoben und darauf getrunken - wahrscheinlich mehr, als er es gut für ihn gewesen ist.
Das nächste was er mitbekommt, ist ein stumpfer Hieb gegen den Hinterkopf, den der Deutsche mit einem brummen beantwortet. Lucien bewegt sich, bringt Adrian zum stöhnen. Er muss nicht auf die Uhr gucken um zu wissen, dass es zu früh ist um den Tag zu beginnen. Viel lieber will er sich umdrehen und weiterschlafen, doch der warme Körper neben dem seinen weiß das zu verhindern.
Lucien murmelt etwas, dass in Adrian Ohren nichts weiter als ein lautes Rauschen ist.
Wieder stöhnt Adrian, diesmal nur viel lauter. Er legt sich die Hände auf das Gesicht, doch mit dem Träumen ist es vorbei. Der Deutsche schlägt die Augen auf und weiß für den Bruchteil einer Sekunde nicht wo er sich befindet, kann den geöffneten Kleiderschrank, aus dem die Klamotten zu fallen drohen, nicht seinem eigenen Besitz zuordnen. Die Bilder vor seinem Augen beginnen sich zu drehen.
Adrian dreht den Kopf zu Lucien und mustert diesen, wie auch er es mit ihm tut. Entblößt liegen sie nebeneinander und alles was dem Deutschen über die Lippen kommt, ist ein hohes, überraschtes "mhm".
Dann zuckt er mit den Schultern und setzt sich gerade im Bett auf, "Willst du auch einen Kaffee?". Sein Blick wandert in die Küche, "vergiss es, ist schon leer.." Er macht eine kurze Pause und verzieht das Gesicht zu einer Grimasse, "Bier?".


ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʟɪᴀʀs, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʙᴇᴀᴜᴛɪғᴜʟ ᴀɴᴅ ᴘʀɪᴠɪʟᴇɢᴇᴅ, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ᴄʀᴀᴄᴋᴇᴅ ᴀɴᴅ ʙʀᴏᴋᴇɴ. ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ʟᴏᴠᴇ ᴀɴᴅ ʀᴏᴍᴀɴᴄᴇ, ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ᴛʀᴀɢᴇᴅʏ.
ᴡʜɪᴄʜ ᴀʀᴇ ʟɪᴇs? ᴡʜɪᴄʜ ɪs ᴛʀᴜᴛʜ. ʏᴏᴜ ᴅᴇᴄɪᴅᴇ

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#542

RE: start

in One of us is lying 12.05.2019 20:11
von Lea • Member | 891 Beiträge | 55000 Punkte



Schule – Jaron


Für einige Minuten, vielleicht auch nur Sekunden, war ihr Blick auf das innere ihres Spindes gerichtet. Den, den sie in Memphis besessen hatte, war voll mit Bildern beklebt gewesen, sogar ein kleines Whiteboard mit Stift hatte Platz an der Innenseite gefunden. Das hatte sie hier nicht, sie wollte keine Bilder ihrer alten Freunde aufhängen, dass würde die Umgewöhnung in diese Umgebung schwerer machen als eh schon. Vielleicht würde sie irgendwann Bilder von Cat aufhängen oder so. Oder das Whiteboard, damit sie einen Überblick über irgendwelche Daten hatte oder einfach nur diese inspirierenden Sprüche a la What doesn’t kill you makes you stronger. hinkritzeln, da sie derzeit eh nichts hatte, was man auf Facebook posten könnte. Ja, Facebook. Das hatte sie auch noch, auch wenn sie ehrlich gesagt seit Jahren nicht mehr drauf gewesen war und auch nie ein Bild von sich hochgeladen hatte. Aber dafür andere Bilder, gefunden auf tumblr und Co. Sowas eben, was Mädchen im Alter von 12 Jahren taten.
Um nicht weiter wie hypnotisiert in das innere zu starren, schüttelte sie langsam den Kopf und zog die Bücher für die ersten Stunden aus dem fein säuberlich sortierten Stapel. Etwas vom Inhalt ihrer Tasche, die Bücher von gestern zum Beispiel, schafften ihren Weg zurück zu den anderen Büchern. Die Flasche Wasser blieb in der Tasche, auch wenn sie einen Becher Kaffee in ihrer linken hielt. Langsam schloss sie die Türe, hinter der Jaron zum Vorschein kam. Augenblicklich zuckte sie zusammen, wusste nicht, ob es wegen der Überraschung oder wegen der Person an sich. Immerhin hatte sie eine Ahnung, wozu dieser Kerl fähig war und, um ehrlich zu sein, hatte er ihr schon vorher ein heiden Angst eingejagt. Nur jetzt wirkte er nicht sonderlich bedrohlich. War er auf Drogen? Oder nüchtern? Oder hatte er seinen Alkoholpegel erreicht, um nüchtern zu wirken? Seine Frage verwirrte sie ein wenig, sie brauchte einen Moment, bis sie merkte, dass er es ernst meinte. Zur weiteren Überraschung von Ophelia erkannte er sie wohl auch nicht. Na Gott sei dank. Gott sei dank. Ein wenig verwundert und um jedes Wort verlegen, deutete sie schräg den Gang runter. Hinten links waren die Toiletten. Oder war es rechts? Sie wusste es nicht. Rechts oder links… er würde es ja hoffentlich sehen und sich nicht in einem Klassenzimmer erleichtern.


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zuletzt bearbeitet 22.05.2019 14:30 | nach oben springen

#543

RE: start

in One of us is lying 12.05.2019 20:37
von XxYoshi • Junior Member | 54 Beiträge | 2700 Punkte



>> Schule || Ophelia || <<

Ob man es glauben mochte oder nicht, doch in dem Moment wo sie mich ansah, wusste ich genau wer sie war. Sie erzählten es mir, ohne das ich danach fragte. Ein wirres Gemurmel in meinem Kopf, welches mir einfach nicht weiter half. Sie zeigte irgendwo hin, doch ich konnte dem ganzen nicht folgen. Das brennen in der Schultergegend ließ einfach nicht nach und machte mich zusätzlich wahnsinnig. „Was? Was hast du gesagt?“, fragte ich also angestrengt und versuchte sie anzusehen. Sie hatte doch etwas gesagt oder? „Hör zu ich brauche wirklich deine Hilfe. Kannst du mir einfach zeigen wo ich hin muss oder mich einfach hinbringen?“ Ich hatte die Worte gerade ausgesprochen, als ich meinen Kopf, ohne auch nur abzubremsen, gegen die Spinde fallen ließ. Stille. Eine so angenehme Ruhe umgab mich, dass ich Augenblicklich seufzen musste. Ich sollte wohl doch mal eine Pille schmeißen, sonst würden sie mich den Tag nicht mehr in Ruhe lassen und das konnte ich mir nun nicht erlauben. Nicht nach dieser Nacht. Mit einem leichten lächeln auf den Lippen sah ich sie an. „Keine Angst ich muss nicht Pinkeln oder so.......aber ich wäre dir echt verbunden, wenn du mir helfen könntest. Es kostet nichts und ich will danach auch nicht mehr von dir als jetzt.“ Wieso zur Hölle erklärte ich mich überhaupt. Das half mir nun auch nicht gerade weiter.


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#544

RE: start

in One of us is lying 12.05.2019 21:09
von Lea • Member | 891 Beiträge | 55000 Punkte



Schule – Jaron


Was hatte sie gesagt? Öhm.. nichts? Oder hatten ihre Lippen sich bewegt, etwas ausgesprochen, ohne, dass sie es bemerkt hatte? Nein, sie war nicht verrückt. Sie kannte sich wohl genug, um zu wissen, dass sie in Gegenwart von Fremden keine Worte heraus brachte. Edward war gestern ein Wunder gewesen – irgendwie hatte sie von Anfang an ein gutes Gefühl bei ihm gespürt. Wurde enttäuscht, hatte wieder die Bestätigung gefunden und dann.. dann hatte es eine unschöne Wendung genommen. Aber mit Jaron? Mit dem hatte sie seit der Party kein Wort mehr gewechselt und sie hatte gehofft, dass es auf ewig so bleiben konnte.
Er brauchte ihre Hilfe. Dass sie sowas hörte grenzte an ein Wunder. Natürlich könnte sie ihn nicht persönlich einschätzen, ihr wissen beruhte auf Akten und Zeitungen, aber er konnte kein lieber Kerl sein. Auch wenn sein Schädel den Spind küsste. Toilette. Ganz klar. Ein Doktor wäre die bessere Variante. Mittlerweile war die Option mit dem nüchtern sein wohl die wahrscheinlichste. Er war nüchtern, hatte wahrscheinlich nicht mal Drogen intus. Oder er hatte gekifft, aber sie hatte von sowas keine Ahnung. Wollte sie auch nicht. Jaron versicherte ihr, dass er danach nicht mehr wollte als jetzt. Klar, Rothaarige machten Ärger. Wenn er nur wüsste. „Du… du solltest eher… zur K-Krankenschwester gehen.“, schlug sie vor und ging einen Schritt zurück. Der Kerl brachte sie um den verstand – im negativen Sinne. „Wirklich.“, schob Ophelia hinterher. Er sah nicht gut aus, vom gesundheitlichen her. Was er auf der Toilette vor hatte wusste sie nicht, vielleicht irgendwelche Pillen einwerfen, sich nen Schuss setzen. Ne Line ziehen. Sie wollte es nicht wissen, auch wenn ihre Gedanken darum kreisten.
Vorsichtig strich sie sich eine rote Strähne hinters Ohr. „I-ich bring dich a-am besten zur S-Schwester.“ Abschließender Satz, sie wusste aber, dass es Widerstand geben würde.


But seriously, though. Some of you people need to go to church. I don't want you in hell with me.


zuletzt bearbeitet 22.05.2019 14:30 | nach oben springen

#545

RE: start

in One of us is lying 12.05.2019 21:44
von XxYoshi • Junior Member | 54 Beiträge | 2700 Punkte



>> Schule || Ophelia || <<

„Nein. Das geht nicht. Dann flieg ich von der Schule.“, war meine direkte Antwort, welche schneller als wohl erwartet aus meinem Mund schoss. Irgendwann wollte ich mein Leben ändern. Ganz sicher. Auch ich würde irgendwann mein Glück finden. Wo auch immer das sein mochte. Mit wem auch immer es sein würde. „Bitte Kupferfuchs. Ich weiß ich kann manchmal echt ein Arschloch sein und ja unser erstes Gespräch war vielleicht nicht der beste Anfang, aber ich brauche echt gerade Hilfe, egal wie sehr du mich lieber verrecken sehen möchtest.“ Verstehen konnte ich sie, besser als mir wohl lieb war. Im Grunde würde ich mir wohl selber auch nicht helfen. Als sie dann ein zweites mal mit der Schwester anfing, stieß ich mich von den Spinden ab und schüttelte leicht mit dem Kopf. „Okay....hab schon verstanden. Danke für deine Hilfe.“ Irgendwann würde ich schon eine Toilette finden. Auch wenn ich dafür 30 mal durch diese Gänge laufen würde. Während ich nun also wie ein Untoter weiter lief, versuchte ich wenigstens einen Wasserspender zu erspähen. Einfach so hinunterschlucken? Nein. Nachher würde sie mir im Hals hängen bleiben. Das wäre einfach Wahnsinnig.
Wieder fingen sie an. Leise, still und heimlich. Als würden sie einen Hinterhalt planen. Wie sollte ich diesen Tag nur überstehen? Dabei musste ich halbwegs klar sein. Kühlen Kopf bewahren. Checken was mit meiner Schulter und meinem Arm war.


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#546

RE: start

in One of us is lying 12.05.2019 22:31
von Lea • Member | 891 Beiträge | 55000 Punkte



Schule – Jaron


Dann würde er von der Schule fliegen. Dinge, die ihr nie passieren würden. Aus guten Gründen. Aber bei ihm… es überraschte sie nicht. Wirklich nicht. Nachdem sie seine Noten gesehen hatte… Hatte sie nicht gerade gesagt, sie könne nicht von der Schule fliegen? Gut, könnte sie doch, falls jemand mal bemerkte, dass sie sich Zugang zu den Akten verschafft hatte. Von Zuhause aus. Allerdings hatte sie nicht alle gelesen, nur die eine, die sie interessiert hatte. Sonst nichts. Und dann weitere Ordner in anderen Einrichtungen als die Schule. Sie würde nicht nur von der Schule fliegen, sondern auch ins Gefängnis wandern. Vielleicht.
Kupferfuchs. Er erinnerte sich also doch an sie. Hatte sie also doch kein Glück gehabt. Aber immerhin sprach er sie nicht mit ihrem Vornamen an. Demnach hatte er sich nicht mit ihr beschäftigt oder nicht so intensiv wie sie sich mit ihm. Aber er brauchte ihre Hilfe und er hatte selbst erkannt, dass er ein Arschloch war. Vielleicht hätte sie ihren Bruder ausfragen sollen, was er so zu ihm wusste. Nur würde sie wahrscheinlich das hören, was sie wusste: bloß fern halten.
Dann ging er. Er ging an ihr vorbei, den Gang entlang und Ophelia sah hinterher. Sie könnte ihn jetzt gehen lassen, es wäre die klügste Entscheidung, die sie treffen könnte. Ihn gehen lassen, hoffen, dass er sich nichts antat. Oder doch hoffen, dass er sich was antat? Zwiespalt, aber sie war kein schlechter Mensch. Aus diesem Grund alleine lieg sie ihm nach. Sie war ein guter Mensch, aber keine große Hilfe. Wahrscheinlich würde sie keinen geraden Satz in seiner Gegenwart raus bringen und wenn, dann würde es so enden wie Mittwoch.
Als sie zu ihm aufschloss, hätte sie was sagen können. Sowas wie tue walking dead sucht noch Komparsen oder irgendwas cooles, aber sie sagte nichts, weil ihre Stimme versagte. Wie so häufig in der Nähe von Leuten, die ihr Angst machten. Berechtigte Angst. „W-Was wirst du d-dir einwerfen?“, fragte sie leise nach, hatte den Blick auf den Boden gerichtet. Ihn ansehen war keine Option und gerade aus sehen würde das Risiko, ihn zu sehen, maximieren. Somit sah sie auf den Boden, sah lediglich seine Füße, wie sie sich vorwärts bewegten. Kurz sah sie zu ihrer linken, blieb stehen und berührte den Mann neben sich kurz am Arm um ihn zum stehen zu bringen. Da war die Toilette, ihr Job war getan.


But seriously, though. Some of you people need to go to church. I don't want you in hell with me.


zuletzt bearbeitet 22.05.2019 14:29 | nach oben springen

#547

RE: start

in One of us is lying 12.05.2019 22:55
von XxYoshi • Junior Member | 54 Beiträge | 2700 Punkte



>> Schule || Ophelia || <<

Sie ließ mich gehen. Wohl das schlauste was sie tun konnte, denn früher oder später verletzte ich sie ja doch alle um mich herum. Doch gerade als ich innerlich ihre Intelligenz lobte, tat sie doch die nächste Dummheit. Sie lief mir allen ernstes nach. Sie sah mich nicht an. Eigentlich hatte ich das Gefühl, dass sie mich fast nie ansah. War es einfach ihre Schüchternheit oder war es Angst? Im Augenblick konnte ich nichts dergleichen sagen.
„Keine Ahnung.“ Gab ich kühl von mir, ohne die Frage zu stellen, wie sie darauf kommen würde, dass ich mir Pillen schmiss. Gut das ich rauchte war weit verbreitet aber das andere, war ne ganz neue Hausnummer. „Ich frage mich schon seit Jahren nicht mehr was ich alles einwerfe. Hauptsache es hilft.“ Ganz plötzlich zuckte ich dann jedoch zusammen. Ich war es nicht gewohnt, einfach angefasst zu werden. Zumindest nicht, ohne das ich es erlaubte oder ohne das ich es ersehen konnte.
Nichts desto trotz war ich an einer Toilette angekommen. Sie hatte mich tatsächlich dort hin gebracht. „Danke...., aber sag mal. Kannst du dir meinen Arm gleich mal ansehen? Dauert nicht lange.“, sagte ich rasch und stieß mit Wucht die Tür auf. Mit leicht zittrigen Händen durchsuchte ich meine Taschen und fand mein Zeug natürlich mal wieder in der letzten in welcher ich suchte. Was dort drin war wusste ich genau, aber es ging niemanden anderen etwas an. Ich schmiss mir also zwei Pillen in den Mund und spülte sie mit etwas Wasser aus dem Wasserhahn hinunter. Es würde einige Zeit dauern, doch die würde ich schon überbrücken können.
Nun war es jedoch an der Zeit meine schmerzen zu checken. Ich zog langsam mein Shirt aus und brauchte eine gefühlte Ewigkeit um zu wissen was ich noch einmal wollte. Man war ich am Arsch. Irgendwann dann sah ich zum Spiegel auf, während ich mich am Waschbecken abstützte. Die Wunde am Oberarm konnte ich erkennen, Kratzspuren, doch was ich an der Schulter hinten hatte, wusste ich immer noch nicht. Verdammt wieso konnte ich nicht eine Katze sein. Dann hätte ich diese Probleme nicht.
Kratzspuren?! Oh Fuck! Das konnte doch nicht sein!


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#548

RE: start

in One of us is lying 12.05.2019 23:33
von Lea • Member | 891 Beiträge | 55000 Punkte



Schule – Jaron


Keine Ahnung könnte heißen, dass er wirklich nicht wusste, was er seinem Körper alles für Müll verabreichte. Oder er tat auf unschuldig. Vielleicht war das auch so, aber er sah klischeehaft nach jemand aus, der wirklich alles mitnahm, was es an Substanzen gab. Natürlich hoffte sie, dass er sie eines besseren belehren würde, denn sie war ja ein guter Mensch. Aber darauf könnte sie lange warten, denn sie hatte recht. Er schmiss sich was ein, wusste nicht mal was. Hauptsache es verschaffte Linderung. Vielleicht sollte er mal ernsthaft über einen Entzug und Therapie nachdenken, das würde auch Linderung verschaffen, auf Dauer gesehen sicher billiger als ständig Drogen kaufen.
Ihr Blick ging kurz über sein Gesicht, als er sich bedankte. Dass er so Worte überhaupt kannte… Jedoch war ihr Job nicht erledigt, sie sollte sich noch seinen Arm ansehen. Soviel zum Thema Das ist alles. Gab man ihnen den kleinen Finger, wollten sie die ganze Hand. Vor allem was sollte Ophelia damit anstellen? Sie hatte zwar einige Erfahrungen mit bestimmten Sachen, ihre Mutter nutzte jede Gelegenheit um ihr was beizubringen, aber sie war weder Ärztin noch Krankenschwester.
Sie sah zu wie er in der Toilette verschwand, überlegte einen Moment, ob sie nicht vielleicht doch weiter gehen sollte. Es war nur abgesprochen, dass sie ihn zur Toilette brachte. Dem Zusatz hatte sie nicht zugestimmt. Dennoch blieb sie stehen, bewegte sich dann zur gegenüberliegenden Wand und lehnte sich an. Was machte sie es sich auch vor? Sie hatte doch eh nichts besseres zu tun als hier zu sitzen und zu warten, dass ein Wunder passierte. Oder der Unterricht begann.


But seriously, though. Some of you people need to go to church. I don't want you in hell with me.


zuletzt bearbeitet 22.05.2019 14:29 | nach oben springen

#549

RE: start

in One of us is lying 13.05.2019 22:39
von Sissi • Junior Member | 70 Beiträge | 4450 Punkte


Dylans Zuhause - Dylan

Der vergangene Abend war verhältnismäßig wirklich noch sehr gut gelaufen. Das Essen hatte geschmeckt und auch wenn das Thema seiner zweiten Identität letztendlich doch eher vermieden wurde, so stand es dennoch im Raum und er hatte endlich nichts mehr zu verbergen. Es war ein wirklich schönes Gefühl gewesen, einmal ins Bett zu gehen, ohne plagende Schuldgefühle zu haben oder sich überlegen zu müssen, wie er sein Schauspiel am besten auflöste. So war es wohl auch kein Wunder, dass er unheimlich früh in den Armen des Anderen eingeschlafen war.
Was dann auch dazu geführt hatte, dass er wirklich früh auf war. Also befolgte er den Ratschlag seines Freundes von gestern und schlich sich so gut er nur konnte aus dem Bett um mit Chloé rauszugehen. Anschließend machte er Frühstück und brachte dieses schließlich ebenfalls so leise wie möglich ans Bett. Und nun konnte er nur noch hoffen, dass es seinem Freund gefallen würde.
Etwas nervös sah er auf das Tablett in seiner Hand und balancierte es möglichst ohne die Tassen überlaufen zu lassen. Glücklicherweise waren die Räume hier verbunden, so musste er kaum Türen öffnen. Sein einziges Hindernis war seine eigene Tollpatschigkeit, die er mit etwas Konzentration auch überwinden konnte.
Er war also beim Schlafzimmer angekommen, war jedoch so mit dem Blick auf das Tablett fixiert, dass er gar nicht sah, ob sein Freund bereits wach war oder nicht. "Frühstück", säuselte er also sanft und umging so mögliche unangenehmen Momente, sollte er beispielsweise versuchen seinen bereits wachen Freund zu wecken. Hoffentlich gefiel es ihm. Er wollte wirklich nur, dass er es genießen konnte.


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#550

RE: start

in One of us is lying 13.05.2019 23:22
von Lea • Member | 891 Beiträge | 55000 Punkte



Daheim – Nathaniel


Einen rosa Elefanten im Raum ignorieren konnte jeder. Nur würde er die Polizistensache nicht als rosa Elefanten beschreiben, eher als unerwünschte Tatsache, über welche schon diskutiert wurde. Natürlich würde er auch weitere Fragen stellen, es hatte bei ihm immer geheißen, dass er doch so viele Fragen wie möglich stellen sollte, aber wie üblich fühlte er sich dabei entweder dämlich oder ihm fielen schlichtweg keine ein.
Somit hatte er sich nach dem Aufräumen mit seinem Freund ins Bett begeben, hatte sich sogar durchgerungen der große Löffel zu sein. Denn, ehrlich gesagt, hatte er es vermisst, ihn in den armen zu halten und einfach nur bei sich zu haben. Es war zwar nicht das gleiche, das Vertrauen war immer noch nicht da, aber es war dennoch etwas schönes, die Person die man liebte in den Armen zu haben, sie riechen zu können und einfach zu spüren. Natürlich würde er auch sein Gewicht auf der Matratze oder die Wärme seines Körpers spüren, aber so hatte er auch den Herzschlag, das Heben und Senken der Brust dabei.
Auch wenn Dylan und Charles nicht die ganze Nacht so schliefen – welches Paar schlief schon ständig aneinander gekuschelt? – merkte er nicht, dass sein Freund sich auf eine einsame Mission gab und ihn zurück in den Federn ließ. Er träumte weiterhin selig vor sich hin, auch wenn sein Traum überhaupt keinen Sinn ergab. Es war die Art Traum, die surreal und unterhaltsam zugleich war, aber man niemand dran Teil haben lassen konnte, da man eh alles vergaß. Leider. Nur wurde es ihm irgendwann auch zu bunt, langsam wurde er wach, sogar vor dem Wecker.
Charles, der wohl das Zimmer betrat (anders könnte es sich Dylan immerhin nicht erklären), sagte irgendwas in weiter Ferne von Frühstück. Murrend vergrub er sich wieder in sein Kissen, zog die Decke etwas höher. „Komm kuscheln.“, murmelte er die Anweisung, die ihn glücklicher machen würde als Frühstück. Natürlich würde er die wichtigste Mahlzeit am Tage nicht verschmähen, aber ihm war gerade eher danach, seinen Kopf auf der Brust seines Freundes abzulegen, einfach wieder die Augen zu schließen, damit er noch fünf Minuten schlafen konnte. Oder zehn. Oder sie würden den ganzen Tag im Bett verbringen. Aber er musste noch duschen, er duschte immer morgens. Meistens zumindest. Nur hatte er heute noch Wrestling… und Dylan hasste es, zwei mal zu duschen. Allerdings wollte er auch nicht so in die Schule gehen. Oh, dieses Dilemma war zu viel am frühen Morgen!


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