#551

RE: start

in One of us is lying 14.05.2019 20:51
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


IVIE
zuhause ; Silas

Absehbar war, dass Silas die Tür aufdrückt. Das Mädchen hat nicht abgesperrt, weil sie gar nicht damit gerechnet hat, dass er nach ihr sehen würde.
Deswegen guckt Ivie auch überrascht von ihrer sitzenden Position auf.
Silas‘ Statur nimmt den ganzen Türrahmen ein. Er braucht sich nicht einmal aufzubauen und braucht trotzdem viel an Platz, sowohl physisch als auch psychisch. Nicht nur er selbst nimmt Raum ein, seine Anwesenheit alleine tut es. Silas bringt immer ein bisschen Anspannung, ein bisschen Elektrizität, mit. Das zeichnet auch die Art, wie er sofort in das Zimmer kommt – Ivie nicht einen Moment gibt, seine Anwesenheit auf sich wirken zu lassen.
Silas‘ Finger sind warm, als sie ihre Haut umfassen. Es ist keine freundliche und einladende Wärme die ihn umgibt, es ist nur eine Temperatur, die merkbar höher ist als Ivies eigene. Selbst an den Armen ist ihre Haut meist kühl, die Finger oft kalt. Es liegt an den Medikamenten und auch an ihrem Stoffwechsel.
Seine Berührung lässt eine Gänsehaut auf ihrer Haut erscheinen, sorgt dafür, dass Ivies Magengegend sich zusammenzieht. Er bringt den gestrigen Tag zurück, trägt die vergangenen Stunden zurück in ihre Erinnerung und zwingt sie, darüber nachzudenken.
Darüber, dass er sie wie seine Marionette spielt und nicht akzeptiert, dass sie eine eigene Meinung hat und darüber, dass sie nicht weiß, ob sie im Moment vor ihm Angst haben soll oder nicht.
Es ist schwer, keine flache Atmung zu bekommen, wenn man in der Situation steckt – wenn jede gehobene Hand Ivie um Jahre zurückversetzen könnte. Ich will nicht geschlagen werden.
Er lässt sie noch immer nicht los. „Lass mich los!“ Du tust mir weh. Ivie will ihren Arm nochmal wegziehen, japst nach Luft. Sie will ihn anschreien, aber die Worte kommen eher gequält als laut aus ihr heraus. „Du tust mir weh.“

Alle Worte, die Silas hier und jetzt spricht, ziehen an ihr vorbei wie Schneeflocken im Sturm. Sie merkt die geballte Ladung, kann aber nicht verstehen, was sie in ihren Einzelheiten sind. Silas tritt einen Schritt näher, Ivie rutscht auf der Sitzgelegenheit weiter zurück. Viel Platz hat sie nicht, sonst liegt sie in der Badewanne.
Ihren Arm hat Silas mittlerweile ausgestreckt, er lässt den Blick darüber wandern, als könnte er es gar nicht glauben. „Du“, flüstert sie leise. Die Worte prallen, obwohl sie leise sind, an den kahlen Wänden des stummen Badezimmers ab. Du warst das, Silas, und niemand sonst.
Dass sie ihn nicht hasst, spricht Ivie nicht laut aus. Leicht schüttelt sie den Kopf, kann ihrer Silhouette aus Unbehagen in seiner Nähe und Scham über das, was auf ihrer Haut ziert, aber keinen Abbruch tun. Bilder, mit denen sie sich nicht präsentieren will, aber diese Entscheidung wurde ihr abgenommen. Die Freiheit auch.
Wie ein Fisch auf dem Trockenen versucht sie, etwas erwidern zu können, aber scheitert fürchterlich an ihrer Wortwahl. Ivie sagt nichts, sondern guckt Silas aus den blauen Augen an, guckt zu ihm hoch, als könnte man die Zeit zurückdrehen.
Das Geschehene lässt sich nicht rückgängig machen.


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#552

RE: start

in One of us is lying 14.05.2019 22:47
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte



LUCIEN
bei Adrian
antwortet Connor


Der Blonde neben ihm beginnt langsam und vor allem gemächlich sich zu regen. Die dreckig dunkelblond schimmernden Haare neben ihm bewegen sich im Kissen, solange, bis nicht mehr Adrians Rücken ihm zugedreht ist. Stattdessen liegt der Deutsche nun auch wie Lucien selbst auf dem Rücken, er fährt sich mit den Händen über das Gesicht, scheint entweder die flimmernde Helligkeit hinter den Vorhängen oder die Müdigkeit in seinem Geist vertreiben zu wollen.
Dadurch, dass der Blonde sich gedreht hat, ist sein warmer Körper nicht mehr unmittelbar neben Luciens, die Wärme, die durch die Bewegung des Deutschen nun neben Lucien fehlt, geht ihm unmittelbar ab. So, wie wenn man in einem eiskalten Zimmer in eine Decke eingemummelt ist, diese aber urplötzlich weggezogen wird.
Keiner der beiden scheint an diesem Morgen auf Anhieb schon zu wissen, wo sie sich befinden – es dauert und selbst als der Nebel sich lichtet, bleiben viel zu viele Fragen offen.
Lucien weiß nicht was er sagen soll, gerade eben kommt durch, wie er wirklich ist: nicht so taff wie jeder denkt. Ein wenig verunsichert, weil er keine Kontrolle über den Moment und über seine Erinnerungen hat.
Während dem Franzosen Dinge selten unangenehm oder peinlich sind, muss er zugeben, dass es komisch ist, splitterfasernackt neben seinem besten Freund aufzuwachen, einfach im Gefühl zu haben was hier passiert ist. Den Gedanken nachhängend, bekommt er auch im ersten Moment nicht mit, was Adrian denn genau zu ihm sagt.
„Huh?“, hakt er stirnrunzelnd nach, streicht sich die wirren Locken aus der Stirn. Luciens Haare haben entschieden, dass sie sich ungestüm preisgeben, erleichternd ist aber, dass auch Adrian nicht besser aussieht. Seine Frisur ist immer ein bisschen länger und verwegener als Luciens.
Nicht im Stande, eine Ablehnung zu formulieren, schüttelt er den leergefegten Kopf. Die trüb schimmernden Augen blinzeln zu Adrian hoch, der Franzose liegt noch immer auf der Matratze, streicht sich jetzt genauso über das Gesicht wie sein Kumpel es ihm Augenblicke zuvor vorgemacht hat. Die Müdigkeit aus den Augen streifen, so nennt seine Mutter das. „Hast du Wasser?“, hakt er nur nach. Kaffee hilft ihm schon lange nicht mehr, selbst wenn Adrian welchen hätte, und Bier kann er gerade wirklich nicht vertragen. Darauf würde ihm übel werden.
Langsam rappelt auch der Achtzehnjährige sich auf, bleibt regungslos sitzen, bis ihm einfällt, wieso er wachgeworden ist: sein Handy. Er fischt danach, ist froh, sich in etwas retten zu können. Dieser Morgen macht ihn kirre und die Tatsache, dass Connor sich selbst in die Situation einlädt, gießt Öl ins Feuer. ‚Bin bei Adrian‘, tippt er überlegt kurz, ‚aber wenn du Platz für zwei hast: gerne!?‘


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#553

RE: start

in One of us is lying 15.05.2019 15:09
von Lea • Member | 894 Beiträge | 55150 Punkte


Daheim – texting Lucien

Es hatte schon was, alleine und in Ruhe seinen Kaffee zu trinken, ohne jemand, der ihm ein Ohr abkaute. Man saß da, hatte eine Tasse in der Hand und starrte emotionslos in die Leere, auf einen bestimmten unbestimmten Punkt. Würde er im Schneidersitz auf der Bank sitzen, würd ein spiritueller Geist sagen, er hätte seine innere Mitte durch Meditation gefunden. Nur war Connor weder spirituell noch in seiner inneren Mitte. Er starrte einfach in die Leere, gefangen in seinen Gedanken.
„Casey, wo zum Teufel sind wir?!“, fragte Connor, während er versuchte weder auf dem rutschigen Matsch auszurutschen, noch von irgendwelchen Bäumen oder anderen Gestrüpp geschlagen zu werden. Sie waren irgendwo im nirgendwo, es regnete aus Eimern und es war dunkel. Das einzige Licht war die Taschenlampe, die Casey hielt.
„Vertrau mir doch!“, lachte der Lockenkopf vor ihm. „Ich kenn mich hier aus, das ist eine Abkürzung.“ Er war sich nicht so sicher. Wären sie gefahren, wären sie sicher schon da, hätten schon das erste Bier intus. Aber er hatte auf sie gehört, hatte ihr vertraut, dass sie die Abkürzung wirklich kannte und sie nicht bei strömenden Regen durch einen Wald wandern würden. Um ehrlich zu sein, er hatte jeden Orientierungssinn verloren. Hier sah alles gleich aus, die gleichen Bäume, das gleiche schwarz. Sie liefen nicht mal auf einem befestigten Weg, den hatten sie vorhin verlassen für einen nicht existenten Trampelpfad.
Sie erreichten eine Lichtung, in der Casey stehen blieb, um sich zu orientieren. Connor, der sich noch aus dem Gebüsch befreien musste, übersah dabei eine Wurzel – oder war es ein Loch? – und landete dadurch auf seiner besten Freundin. Nun lag er auf ihr, sie mit dem Rücken in der nassen Wiese. Wenigstens lachten die beiden, sie kannten immerhin die Unfähigkeit des anderen. Langsam strich der Schotte ihr eine der Locken aus dem Gesicht. „Willst du vielleicht von mir runter gehen?“, fragte sie ihn mit einer hochgezogenen Augenbraue.
„Hmmmm…“,kam es aus seinem Mund, während er so tat, als würde er überlegen. „Nein.“ Er grinste sie frech an, erhob sich dann aber doch von dem zierlichen Mädchen, hielt ihr eine Hand hin, um sie auf die Beine zu ziehen. Kurz drauf stand sie vor ihm, während er sich umsah. „Casey, wo sind wir eigentlich?“
„Wirklich? Ich hab keine Ahnung.“

Connor schüttelte den Kopf, wollte die Gedanken los werden. Automatisch ging sein Blick auf seine Tasse, die noch einen Rest kalten Kaffee beinhaltete. Er verzog das Gesicht, schüttete es in die Spüle und goss neuen Kaffee hinein. Er trank ihn schwarz, wie seine Seele, wie seine Vergangenheit. An die Küchenzeile gelehnt, starrte er auf den Tisch vor sich, sah dabei, dass sein Handy blinkte. Vielleicht war es Ivie, vielleicht war es seine Mutter. Oder Lucien. Erneut brachte er seinen Körper in Bewegung, nahm sein Handy in die Hand. Lucien.
Bin bei Adrian las er als erstes. Adrian. Adrian. Who the fuck ist Adrian?! Aber anscheinend würde er diesen wohl kennen lernen, wenn er Lucien in seinem Auto haben wollte. Hauptsächlich um ihn zu sagen, dass er aus Silas Hundefutter machen würde für die Sachen, die er Ivie angetan hatte. #Wer ist Adrian? Oder eher wo ist Adrian? Aber ja, passt.#, antwortete er ihm, trank dabei einen Schluck Kaffee. #Wann soll ich wo sein?# Damit landete sein Mobiltelefon wieder auf der Bank, während er ins Haus ging. Er musste noch Pussy füttern, bei der Gelegenheit holte er sich die Zeitung. Vielleicht würde er sie lesen, bevor er sie zum anfeuern des Kamins zur Seite legte.


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#554

RE: start

in One of us is lying 15.05.2019 18:42
von XxYoshi • Junior Member | 54 Beiträge | 2700 Punkte



>> Schule || Ophelia || <<

Nach einer geschlagenen Ewigkeit befreite sich mein Körper aus seiner Schockstarre, oder besser Gesagt die Drogen fingen endlich an zu wirken und ich konnte wieder einen klaren Gedanken fassen. Eines war nun klar, ich musste ruhe bewahren und mir nichts anmerken lassen. Sie hatte meine DNA unter den Fingernägeln. Gut das war nun ziemlich scheiße, aber im Grunde auch nicht abwegig. Um jedoch einer Befragung aus dem Weg zu gehen würde ich sicher stellen müssen, dass meine DNA nicht bei der Polizei gespeichert war. Was konnte das Leben aber auch anstrengend sein.
Rasch zog ich mein Shirt wieder über und trat aus der Toilette heraus. Nun war auch wieder mein typischer Gesichtsausdruck vorhanden. Von dem leicht verwirrten und labilen Mensch war nichts mehr zu sehen. Ein hoch auf meine Mische.
Ich sah den kleinen Kupferfuchs vor mir an und lächelte. Lächelte ehrlich. „Danke, ich weiß deine Hilfe zu schätzen. Schätze du hast was besseres zu tun als einem Junkie zu helfen, also will ich dich mal nicht weiter aufhalten.“ Ob sie diese ehrlichen Worte nun zu schätzen wusste oder nicht war ihre Sache, doch im Endeffekt war die Geste mir zu helfen, etwas, was ich so nicht kannte. Irgendwie machte es mich zwar stutzig, aber dennoch war ich irgendwo gerührt.
Zu nah an mich heran lassen durfte ich jedoch niemanden mehr. Es war schlicht und ergreifend unmöglich, außer die Person wäre genauso gestört wie ich es war. Zugegeben hier an dieser Schule gab es ganz schön merkwürdige und kranke Gestalten, ich konnte gar nicht zu den schlimmsten zählen.


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#555

RE: start

in One of us is lying 15.05.2019 20:36
von Lea • Member | 894 Beiträge | 55150 Punkte



Schule – Jaron


Wieso stand sie eigentlich noch hier? War es nicht wesentlich intelligenter einfach zu gehen, diesen drogensüchtigen Spinner einfach hier stehen zu lassen? Wahrscheinlich ging seine Dummheit auf sie über, weshalb sie so semi intelligente Entscheidungen traf. Auch am Mittwoch schon, auf der Party. Sie hätte einfach gehen, flüchten, können, aber sie war geblieben, hatte was dummes gesagt und war dann gegangen. Hatte das Weite gesucht, weil sie nicht wusste, zu was dieser Kerl fähig war.
Nur jetzt wusste sie es. Sie wusste, zu was er fähig war.
Dennoch stand sie hier und wartete.
Jaron ließ sich Zeit, hoffte wahrscheinlich, bei seiner Rückkehr niemanden mehr vor der Toilette vorzufinden. Somit entschloss sie sich ihre Spitzen mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Ophelias Haare hatten noch nie Farbe gesehen, sie mochte das rot. Ebenso nahm sie auch selten ein Glätteisen oder anderes zur Hand, es war ihr einfach viel zu Zeitaufwendig sich selbst die Haare zu glätten, creppen oder locken. Wenn es sein musste, ging sie zum Friseur, trank dort einen Kaffee und ließ sich verwöhnen, ehe sie mit einer neuen Frisur den Laden verließ. Somit war es nicht verwunderlich, dass ihre Spitzen vollkommen intakt waren, ihre Haare sich weich anfühlten.
Der hilfebedürftige Junkie verließ seinen Aufenthaltsort, richtete seine Worte direkt an sie, was sie ihren Blick heben ließ. Er sah besser aus, nicht mehr ganz so bemitleidenswert. Bei seinen Worten nickte sie kurz, dass sie so ein Danke, was sich sogar ehrlich anhörte, jemals aus seinem Mund vernehmen durfte, hätte sie niemals gedacht. Auch jetzt könnte sie gehen, er wirkte nicht mehr, als würde er zusammenbrechen und er vermutete ja, dass sie besseres zu tun hatte. Nur hatte sie das nicht.
„Du solltest mit den Drogen aufhören.“, meinte sie leise und sah den Gang entlang. Wen oder was sie erwartete wusste sie selbst nicht, aber sie konnte ihn nicht länger ansehen. Blickkontakt halten machte sie nervös, bei Leuten wie ihm sollte man keine Schwäche zeigen, aber das war nicht so leicht. Zumal sie schon genug von ihrer doch sehr eingeschüchterten Seite gezeigt hatte. „Was weißt du über William Edward Düster?“, fragte sie anschließend nach, ohne jeglichen Zusammenhang zu nennen. Es war vielleicht nicht das intelligenteste mit ihm über ihren Bruder zu reden, aber er war länger auf dieser Schule, wusste vielleicht mehr als er gestern von sich preis gegeben hatte. Also blieb sie stehen, an die Wand gelehnt, trank einen Schluck Kaffee aus dem Becher. Hier war jegliche Vernunft vertrieben worden, sie spielte wahrscheinlich schon genug mit dem Feuer. Mal sehen, wann sie sich verbrennen würde.


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zuletzt bearbeitet 22.05.2019 14:29 | nach oben springen

#556

RE: start

in One of us is lying 17.05.2019 21:15
von XxYoshi • Junior Member | 54 Beiträge | 2700 Punkte



>> Schule || Ophelia || <<

Sie war so niedlich, wie sie da saß und an ihren Haaren spielte. Das typische Mädchending. Ich lehne mich elegant aber auch lässig an eine Wand und spiele mit meinen Haarspitzen. Als wenn sie den ganzen Tag versuchten jemanden um den Finger zu wickeln. Noch nie hatte ich dieses Phänomen bei Männern mit langen Haaren beobachtet.
„Ja, vielleicht sollte ich das.“, gab ich ihr als Antwort und stieß mich von dem Türrahmen ab, nur um mich dann im selben Moment direkt vor sie zu stellen und mir auch einer ihrer Haarsträhnen zu nehmen. Ganz vorsichtig glitten sie durch meine Finger hindurch, während ich sie musterte. „Edward? Nichts was von Bedeutung wäre um ehrlich zu sein.“, Begann ich. Sie sollte ruhig weiter denken ich wäre nur ein dämlicher Junkie, der leicht vertrauen schenkte. Ein schlechter Ruf konnte ab und zu schon nicht schaden. „Er ist in meinem Forenskikurs, wirkt ab und zu so, als hätte er einen Kurzen zu viel intus. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube mal gehört zu haben, dass er einen Unfall hatte und das deswegen so wirkt. Du weißt ja wie schnell Gerüchte hier durch die Flure getragen werden.“ Nein wusste sie natürlich nicht, denn sie war ja erst hier her gekommen, aber ich wollte meine Rolle eben perfekt spielen. Ein Junkie, der sich an die Party nicht mehr richtig erinnern konnte. „Mickimaus weiß da etwas mehr, die zwei hängen recht viel ab, so wie es scheint.“
Ich ließ eine kurze Pause zwischen und entstehen und beobachtete sie weiterhin, während sie wohl immer noch versuchte, meinem Blick auszuweichen. „Wieso interessiert er dich so?“, fragte ich also schließlich doch. Sie fragte nach ihm ohne ersichtlichen Grund und ohne das wir ihn erwähnt hatten. Wer sonst würde so gezielt fragen, wenn man die Person nicht kannte?


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#557

RE: start

in One of us is lying 17.05.2019 22:25
von Lea • Member | 894 Beiträge | 55150 Punkte



Schule – Jaron – mentioning Edward


Ja vielleicht bedeutete wohl nein. Oder eher – in ferner Zukunft wenn ich zum dritten Mal in eine Entzugsklinik eingewiesen wurde. Oder aber auch erst wenn man die Radieschen von unten betrachten durfte. Sie wusste nicht, wie sie Jaron einschätzen sollte. Genauere Gedanken dazu machen wollte sie sich auch nicht, es war sein Leben und mit einer ziemlich großen Sicherheit waren die beiden nicht verwandt. Außer ihre Mutter hatte noch mehr Kinder aus früheren Ehen, die sie nicht so toll fand wie ihre Tochter.
Jaron trat auf sie zu, stellte sich vor sie und begann, an ihren Haaren zu fummeln. Instinktiv wäre sie einen Schritt zurück gewichen, nur spürte sie in ihrem Rücken immer noch die Wand, an welche sie sich vorhin gelehnt hatte. Durch Wände gehen konnte sie leider nicht, sie war auch kein Kurt Wagner, der sich irgendwo hin teleportieren würde. Solange er ihre Haare anfasste, würde er sowieso ungewollt mit ihr reisen. Alles hatte seine Vor- und Nachteile. Und da das einzig stabile an ihr gerade die Wand war, ließ sie ihn machen, schob ihn weder zurück, noch schlug sie seine Hand aus ihren roten Strähnen.
Anscheinend tat er auch Ophelia den Gefallen über ihren Halbbruder zu reden. Es war nichts präzises, anscheinend hatte er auch nicht wirklich Ahnung von ihm. Nicht mal ob das mit dem Unfall stimmte, was sie wunderte. Jedes dritte Gesprächsthema, wenn nicht sogar mehr, war der Unfall. Es war, als würde gar nichts anderes existieren, als würde er für nichts anderes Leben. Erst, als er jemand, oder etwas, erwähnte, wendete sie den Blick zu ihm und zog eine Augenbraue hoch. Mickimaus. Wer zum Teufel war das. „Will ich wissen, wer das ist?“, fragte sie einfach nach, sah dann in die andere Richtung als zuvor, da Schüler ihre Aufmerksamkeit erregt hatten.
Wieso interessierte sie sich für ihn? Gute Frage. Mit der Tatsache, dass die beiden Geschwister waren, würde sie nicht ins Haus platzen. Es würde ihr sowieso keiner glauben, da sie ihm in keinster Weise ähnelte. Nur er passte dafür besser in ihre Familie als sie es je tun würde. „Ich bin ihm gestern über den Weg gelaufen.“, antwortete sie dann, zuckte leicht mit den Schultern. „Und ich interessiere mich für meine Mitmenschen, Jaron. War da eh nicht was mit deiner Schulter?“ Hatte er sich ihr Mittwoch vorgestellt? Sicher nicht. Es würde ihm also die Möglichkeit geben, nachzudenken, ob er nicht auch in ihren Blick geraten war, oder ob sie nicht einfach seinen Namen in den Schulfluren bei Gesprächen aufgeschnappt hatte. Ebenso erinnerte sie ihn an seine vorherige Bitte, die sie immer noch nicht vergessen hatte. Eigentlich wartete sie nur, dass er ihr die Stelle zeigte, sie ihm sagte, was da war oder nicht war und das wars. Mehr gab es hier auch nicht zu klären.


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zuletzt bearbeitet 22.05.2019 14:31 | nach oben springen

#558

RE: start

in One of us is lying 18.05.2019 12:22
von XxYoshi • Junior Member | 54 Beiträge | 2700 Punkte



>> Schule || Ophelia || <<

Sie hasste es, dass ich ihre Haare berührte. Es war nur eine minimale Bewegung, das leichte anspannen ihres Körpers, welcher mir dies vermittelte. Jeder der Schüler hier verriet sich, Tag für Tag, alleine mit seiner Mimik und Gestik. Es war beinahe erschreckend wie leicht sie zu durchschauen waren. Ich merkte ihr an, dass sie eigentlich das weite suchen wollte, aber irgend etwas hielt sie ab. War es die Neugierde?
Ich hatte ihr nun also ein wenig was von Edward erzählt. Im Grunde schien sie das was sie hörte nicht zu interessieren. Als wenn sie die Geschichte genau wusste. Sie versuchte hier ein Spiel zu spielen, eines was ich sehr gut beherrschte. Während ich nun also Mick erwähnte, wurde der kleine Fuchs aufmerksam, so aufmerksam, dass sie mich sogar ansah. „Ich glaube nicht. Er gehört eher so in meine sparte Mensch. Ist wohl weniger der richtige Umgang für dich.“ Und wie sie wissen wollte wer er ist. Ihre Augen sprachen Bände, als würde sie mich sogar quälen wollen, nur um weitere Infos zu erhalten. Sie tat so lieb und süß und dabei war sie nicht gerade besser als ich. Erstaunlich.
Anders als sie ließ ich mich jedoch nicht von den Schülern, die auf die Bildfläche traten, irritieren. Ich spielte weiter mit ihren Haaren und starrte sie an.
„Und deshalb interessierst du dich so sehr für ihn? Eher unwahrscheinlich, außer er hat dich mit seiner.....Schönheit....geblendet und dir das Hirn vernebelt.“ Ja okay, dass war vielleicht etwas böse, aber eine Schönheit war der Kerl ja nun bei weitem nicht. Unfall hin oder her. Selbst meine Brandnarben waren schöner. Mit ihrer nächsten Aussage riss sie erneut meine volle Aufmerksamkeit auf sich. Interessant. Ich hatte mich ihr nie vorgestellt und für gewöhnlich unterhielt sich auch nicht jeder über mich. Eigentlich behaupteten so gut wie alle, dass man mich nicht kenne. Sie wollten schließlich nicht mit Drogen in Verbindung gebracht werden. Meine Gesichtszüge verdunkelten sich. Allen Anschein nach, war es wohl doch Zeit die spielchen des Junkies beiseite zu legen. „Genau wie ich, Ophelia. Ja du hast Recht. Aber nicht hier draußen.“ Ich sah in die Richtung der Toilette. Hatte sie wirklich gedacht ich würde hier jeden meinen Körper präsentieren? Nicht das ich damit ein Problem gehabt hätte, aber es musste ja nicht sein.


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#559

RE: start

in One of us is lying 18.05.2019 14:32
von Zonya • Junior Member | 510 Beiträge | 36900 Punkte



A D R I A N • M A R Q U A R D T

Trailerpark ; Lucien


Adrian richtet sich mit dem Oberkörper auf. Die Arme hat er nach hinten weggestreckt, um sich auf der durchgelegenen Matratze abzustützen. Unter dem beigen Laken, welches einmal weiß gewesen ist, so genau weiß der Deutsche es auch nicht mehr, schimmern vereinzelte Flecken durch. Viele Menschen würden wohl einfach auf die Idee kommen die Matratze umzudrehen, doch sieht auch die andere Seite nicht viel besser aus. Er hat sie von dem alten Besitzer des Wohnwagens übernommen und einem geschenkten Gaul schaut man nichts ins Maul. Eine Weisheit, die er bestimmt nicht von seiner Familie übernommen hat. Mama Marquardt würde den Wohnwagen nur betreten, um das Benzin zu vergießen.
Adrian hingegen fühlt sich in seinen vier Wänden pudelwohl, er ist sich sicher, dass Laken auch erst vor einem Monat gewaschen zu haben.
Lucien gibt einen verwirrten Laut von sich und legt die Stirn in Falten, was Adrian nicht zu interessieren scheint. Dieser wickelt die dünne Tagesdecke, unter der er geschlafen hat, um seine Hüfte und kraxelt aus dem Bett.
"Leitungswasser" beantwortet er seine Frage nickend und bewegt seinen lädierten Körper wenige Meter weiter in die Küche. Auf dem Weg dahin umschließen seine Finger eine braune Glasflasche. Adrian setzt das warme Bier an seine Lippen, es schmeckt abgestanden. Die Flasche ist noch vom Abend zuvor geöffnet. Der Junge verzieht das Gesicht, ein Schauder läuft ihm über den Rücken und er schüttelt sich am ganzen Körper, hält dabei die Decke, welche noch immer um seine Hüfte gewickelt ist mit einer Hand fest, damit sie nicht den Weg auf den Boden findet.
Ganz im Gegensatz zu ihm, scheint Lucien nämlich mehr Probleme zu haben die letzte Nacht zu verarbeiten, sein nackter Allerwertester, der dem Jungen entgegen blitzt, wäre in dieser Situation wohl zu viel des Guten. Doch was passiert ist, daran lässt sich nichts mehr ändern, darum muss Adrian auch keine weiteren Gedanken daran verschwenden, es gar bereuen, weil er doch auf diese Art nicht an seinem Freund interessiert ist.
Doch der Gedanken, den ach so selbstbewussten Quarterback damit dermaßen aus der Reserve zu locken, amüsiert den neunzehn jährigen. Adrian hat Lucien den Rücken zugewandt, so dass dieser, das Schmunzeln, welches sich auf dem Gesicht des Deutschen ausbreitet, nicht sehen kann.
Der dunkelblonde öffnet eins der Küchen Regale und nimmt ein Gläs, nur um es zurück zu stellen und nach einem saubereren zu greifen. Er öffnet den Hahn und befüllt es schließlich mit Wasser.
Adrian nimmt einen Schluck, dreht sich mit dem Körper frontal zu Lucien, welcher noch immer im Bett liegt und verformt seine Lippen zu einem schiefen Lächeln.
Er hebt das Glas in die Luft und lacht, "Hols dir, Lu-lu".


ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʟɪᴀʀs, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʙᴇᴀᴜᴛɪғᴜʟ ᴀɴᴅ ᴘʀɪᴠɪʟᴇɢᴇᴅ, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ᴄʀᴀᴄᴋᴇᴅ ᴀɴᴅ ʙʀᴏᴋᴇɴ. ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ʟᴏᴠᴇ ᴀɴᴅ ʀᴏᴍᴀɴᴄᴇ, ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ᴛʀᴀɢᴇᴅʏ.
ᴡʜɪᴄʜ ᴀʀᴇ ʟɪᴇs? ᴡʜɪᴄʜ ɪs ᴛʀᴜᴛʜ. ʏᴏᴜ ᴅᴇᴄɪᴅᴇ


zuletzt bearbeitet 18.05.2019 20:42 | nach oben springen

#560

RE: start

in One of us is lying 18.05.2019 15:34
von Zonya • Junior Member | 510 Beiträge | 36900 Punkte



S I L A S
Zuhause mit Ivie





I've been in hell long enough to know there is no such thing as redemption.
There is only promises and bargains and tricks we play on ourselves to make us believe we're good people




Silas starrt mit gequältem Blick direkt in Ivies Gesicht, direkt in die Dunkelheit. Sie ist ein hübsches Mädchen; ihre blond-brünetten Locken, hellblauen Augen und ihr Lächeln, welches so offenherzig sein könnte, wäre sie nicht so unsicher, hätte sie nicht so ein geringes Selbstwertgefühl. Silas sieht das Mädchen kaum Lächeln, und wenn doch, dann ist es verkrampft - nicht echt. Silas hat ihr nicht viele Gründe gegeben um glücklich zu sein. Er hat Ivies ganz besonderes Leuchten mit einer Brutalität ausgelöscht, die wenige so gut kennen, wie er.
Auf seine Frage, welche er gestellt hat, ohne jemals eine Antwort hören zu wollen, weil er genau weiß, wie sie lautet, wie sie ihn erst wütend und dann verzweifelt werden lässt, bekommt er zu hören, was schon jeder weiß. Du.
Silas war es, Silas hat Ivie das angetan.
Tief in ihm drin spürt er Widerstand aufkeimen, aber er unterdrückt ihn. Es ist es dem Mädchen schuldig, alles nicht noch schlimmer zu machen, als es bereits ist. Seine Stimme ist kaum noch ein Flüstern, "Nein". Silas schluckt, weil er weiß, dass es die Wahrheit ist, egal wie sehr er sich dagegen zu sträuben versucht. Finsternis breitet sich in ihm aus, er ist Ivie hilflos ausgeliefert.
Der dunkelhaarige spürt, wie Panik von seiner Magengrübe aus nach oben steigt, erst in den Brustkorb und dann in seinen Kopf. Ihm wird schlecht.
Verzwifelt versucht Silas ihren Gesichtsausdruck zu deuten. Er hat keine Ahnung, warum plötzlich er derjenige ist, der Angst vor ihr hat.
Ivie sagt ihm nicht, dass sie ihn nicht hasst. Sie streitet es nicht ab, überzeugt ihn nicht vom Gegenteil. Sie hasst ihn, so wie es jeder tut. Bisher hat ihn das nie interessiert, er hat sich nichts daraus gemacht, doch bei dem Mädchen ist es anders. Silas kann es sich nicht erklären, doch sie ist die erste, bei dem es ihm nicht egal ist, wie sie ihn sieht. Er will nicht dieses Monster sein, er will nicht, dass sie ihn mit dieser Angst in ihren Augen ansieht.
Silas schüttelt den Kopf, "Bitte.." haucht er und zieht sie auf beide Füße. Der dunkelhaarige lässt ihr Handgelenk los und tut etwas, dass ihn selbst überrascht. Der neunzehnjährige tritt auf die zu, legt seine Hände auf ihre Hüfte und dirigiert sie mit dem Rücken zur Wand. Silas ist selbstsüchtig genug um nicht zu wollen, dass sie die Möglichkeit hat zu gehen. Sie soll hier bei ihm sein, soll verstehen, dass sie alles ist, was er hat.
"Hass mich nicht, bitte tu es nicht" sagt er verzweifelt und eine weitere Träne löst sich aus seinem Augenwinkel.
Silas lässt den Kopf hängen, pinnt das Mädchen weiterhin an die Wand fest. Als er wieder aufblickt, hat sich eine weitere Emotion in seine Gesichtszüge gemischt. Man hört die Wut in seiner Stimme beben, auch wenn er sich beste Mühe gibt sie zu verstecken. "Bitte.."
Er kann nicht auch noch diese Schuld mit sich rumtragen, doch das ist unausweichlich. Er hat ihr das angetan.
"BITTE" brüllt er und zieht einen Arm zurück. Für einen kurzen Moment sieht es so aus, als würde seine geballte Faust, die all seinen Zorn und Frust bründelt, auf das hilflose Mädchen zwischen seinen Fängen niederstürzen. Doch Silas könnte ihr niemals absichtlich weh tun.
Seine Knöchel knacken als sie gegen die gefließte Wand direkt neben ihrem Kopf prallen. Durch die Wucht des Aufpralls ist seine Haut aufgeplatz, scharlachrotes Blut klebt an einer der Fliesen, doch der Schmerz, der durch den Ruckstoß seinen ganzen Arm entlangfließt, ist befreiend. Er hat es verdient zu bluten für das was er getan hat.
Silas angespannte Körperhaltung fällt von ihm ab. Er sackt in sich zusammen und legt die Stirn auf Ivies Schulter ab. Mit den Händen stützt er sich an der Wand ab, "Ich brauche dich doch.." sagt er und schafft es nicht länger die Tränen zurück zu halten.




But I'm not




ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʟɪᴀʀs, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʙᴇᴀᴜᴛɪғᴜʟ ᴀɴᴅ ᴘʀɪᴠɪʟᴇɢᴇᴅ, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ᴄʀᴀᴄᴋᴇᴅ ᴀɴᴅ ʙʀᴏᴋᴇɴ. ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ʟᴏᴠᴇ ᴀɴᴅ ʀᴏᴍᴀɴᴄᴇ, ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ᴛʀᴀɢᴇᴅʏ.
ᴡʜɪᴄʜ ᴀʀᴇ ʟɪᴇs? ᴡʜɪᴄʜ ɪs ᴛʀᴜᴛʜ. ʏᴏᴜ ᴅᴇᴄɪᴅᴇ


zuletzt bearbeitet 18.05.2019 15:36 | nach oben springen

#561

RE: start

in One of us is lying 18.05.2019 23:01
von Lea • Member | 894 Beiträge | 55150 Punkte



Schule – Jaron – mentioning Edward


Seine Griffel blieben in ihren Haaren, trieben dort ihr Unwesen. Solange er nicht dran zog oder ihr sogar einige Strähnen ausriss, hatte sie keine großartigen Probleme damit – würde sie ihn kennen, ihn mögen. So war es allerdings nicht gerade angenehm für sie, aber es wäre nicht Ophelia, wenn sie nicht einfach hinhalten würde. Zu groß war die Angst vor ihrem gegenüber. Wobei sie nicht mal wusste, wieso sie Angst vor ihm hatte. Es war wohl einfach die generelle Tatsache, dass manche Menschen sie einfach einschüchterten.
Mik wollte sie dann wohl nicht kennen lernen, da er wohl einer seiner Sorte war. Gut, vielleicht wohnte er in der Nachbarschaft von Ed, da wäre es logisch, wenn er mit Drogen zu tun hätte. Die ganze Gegend schrie nach Drogen, Vergewaltigung und Mord. Nichts gegen ihren Bruder, aber er war wahrscheinlich einer der wenigen, die mit nichts davon zu tun hatten. Hoffentlich. Dennoch sollte sie, allein aus Höflichkeit, Jaron eine Antwort geben. Also zuckte sie leicht mit den Schultern und nickte dann. Es war nicht ihre Art von Umgang, eigentlich das Gegenteil davon. Dennoch stand sie hier, mit ihm. Was sie nur geritten hatte.
Ihr Gegenüber redete weiter, hatte seine Finger weiter in ihren Haaren. Ob Ed sie mit seiner Schönheit geblendet hatte. Zugegeben, sie fand ihn durchaus gutaussehend, aber er war ihr Bruder. Außerdem durfte man Menschen auch gutaussehend finden, ohne direkt Interesse an ihnen zu haben. Dennoch versuchte sie nicht das zu sagen, was sie ihm jetzt so gerne sagen wollen würde: Dass selbst Ed besser aussah als Jaron. Allerdings stellte sich letzterer gerade durchaus freundlicher an, als ihr Familienmitglied. „Es schadet nie genug zu wissen, findest du nicht? Oder ist dir durch dein Drogenhirn nicht eh alles egal?“ Wäre er intelligent genug, würde er nicht damit angefangen haben. Aber so war das eben. Vielleicht würde er mal schlauer werden. Im nächsten Leben. „Hausaufgaben hast du anscheinend gemacht.“, erwiderte sie auf die Tatsache, dass er sie mit Vornamen ansprach – nicht mit dem Namen ihrer Mutter. Na da hatte sich aber auch jemand für sie interessiert. „Ich dachte, ich wär nicht dein Typ? Neben den roten Haaren.“ Er hatte ja angedeutet, dass sie für seinen Geschmack zu wenig zwischen den Beinen baumeln hatte. „Es wäre übrigens nett, wenn du deine Finger aus meinen Haaren nehmen würdest.“ Es passte gerade, es war eine Überleitung vom feinsten.
Auch wenn Ophelia nicht in seine Richtung sah, konnte sie dennoch sehen, in welche Richtung er blickte. Kurz folgte sie seinem Blick und schüttelte leicht den Kopf. „Ich geh sicher nicht mit dir aufs Klo.“ Zum einen schrie das nach Vergewaltigung und sonstigen Sachen, aber da waren auch andere männliche Wesen und sie wäre als Frau dort mehr als fehl am Platz. Umgekehrt allerdings auch. Mit ihm auf die Frauentoilette zu gehen wollte sie auch nicht.


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zuletzt bearbeitet 22.05.2019 14:31 | nach oben springen

#562

RE: start

in One of us is lying 19.05.2019 12:02
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


IVIE
zuhause ; Silas


Nicht Silas ist es, der Ivie Furcht einjagt: sein Verhalten ist es. Die Unberechenbarkeit, die ihn erfüllt, die sein Auftreten explosiv und unnahbar macht und dann auf der anderen Seite wieder die Verletzlichkeit, mit der er Ivie gerade gegenübersteht.
Die Siebzehnjährige ist wie erstarrt, das einzige das sich bewegt ist ihr Blick, der der herunterrinnenden Träne folgt. Sie kann sich nicht davon abwenden, weil es etwas ist, wo sie unbedingt hingucken muss. Sie muss es beobachten um zu sehen, dass es echt ist: Silas weint, wenn auch nicht exzessiv, selbst wenn es nur eine einzige Träne ist. Ivie muss sich die Tatsache festhalten, um sich zu merken, dass er menschlich ist. Silas hat Gefühle, die er gerade zeigt. Er ist nicht der kalte Brocken, der er vorgibt zu sein.
Er ist genauso wie sie: ein Mensch.
Trotzdem spielt er sie wie seine Marionette, wie er es oft macht.
Mit seinen rauen Händen hebt er Ivie von der Kante, auf der sie sitzt, an. Der Stoff ihres weiten T-Shirts wird dadurch verzerrt. Er hält sie genau dort fest, wo die Knochen ihrer Hüfte spitz herausstechen; wölbt die Hände um ihren Körper. Wie von selbst bewegt sie sich rückwärts auf die Wand zu, stoppt abrupt, als sie die kalten Fliesen an ihrem Rücken spürt.
Die Temperatur gräbt sich durch den dünnen Stoff, wandert ihren Körper hinauf und hinab. Es wäre einfach, würde es ihr genauso leicht fallen, einen kühlen und klaren Kopf zu bewahren. Alles rast, alles ist widersprüchlich. Ivie mag Silas. Vom ersten Tag an, auch wenn das Gefühl da noch distanzierter gewesen ist. Die Ausstrahlung, die er hat, ist ihr da noch nicht bekannt vorgekommen. Selbstbewusste Menschen kannte sie, nur keine, die so forsch und zielstrebig waren wie der Neunzehnjährige. Er ist das pure Gegenteil von ihr und wahrscheinlich ist das der Grund, wieso Ivie sich schon lange wünscht, auch nur ein kleines Bisschen mehr sein zu können wie er.
Dabei ist in dieser Zeit genau das Gegenteil passiert: während sie meint, bei Silas keine Veränderung gesehen zu haben, ist sie selbst stiller geworden, ängstlicher, blasser und kleiner. Das genaue Gegenteil von dem, wie sie werden wollte.
Ivie steckt zwischen Silas und der Wand fest. Sein wuchtiger Körper überschattet sie, pinnt sie dort fest, wo sie sich gerade befindet. Der Siebzehnjährigen bleibt wenig Platz, gerade so viel, um die Arme zu bewegen. Sie hebt sie, um die Handflächen an Silas‘ Brust zu stemmen. Ihn ein wenig von sich zu halten, damit seine Präsenz sie nicht gänzlich verschlingt und gleichzeitig auch etwas zu haben, das sie stützt, wenn ihre weichen Knie nachgeben.
Dabei entgeht ihr beinahe der Wechsel in seinem Gemüt. Dass die Verzweiflung der Wut weicht, das hat Ivie nicht mitbekommen, sie kapiert es erst, als er plötzlich den Arm nachhinten zieht.
Die kalte Panik ist wieder da und sie schmeckt widerlich. Vom einen Moment auf den anderen beginnt ihr Herz zu rasen, weil Ivie ihm zumindest zu einem kleinen Teil zutraut, was er initiiert.
Gestern hat er sie festgehalten, bis ihr die Tränen kamen, bis sie darum gebettelt hat, losgelassen zu werden. Wieso soll sie sich dann unterbewusst nicht fürchten? Ivie weiß nicht, ob sie darauf vertrauen kann, dass Silas aus Fehlern lernt. Was, wenn er blind vor Wut ist?
Der kräftige Junge zieht den Arm nach vorne, Ivies Kopf schellt zur anderen Seite. Niemals hätte sie ruhig bleiben und die Unwahrscheinlichkeit abwarten können. Die Hände hat sie wieder zu sich gezogen, hat sie über das eigene Gesicht gelegt. Um sich zu schützen.
Es knackt laut und es ist ein unangenehmes Geräusch, das ihre Ohren in dem Moment durchzuckt. Es sind Knochen, die auf die harte Wand treffen. Ein Windzug, der durch die Bewegung entstand, streift ihr Gesicht. Nichts weiter passiert. Während Ivies Körper zwar weiterhin bebt, fällt die Steife, die die Furcht verursacht hat, mit einem Atemzug ab.
Genauso, wie Silas‘ Kopf sich an ihrer Schulter gebettet wiederfindet, wie sein ganzer Körper plötzlich so furchtbar klein und elendig wirkt, als wäre alle Stärke aus ihm geflohen.
Ivies Hände sind kalt und zittrig, dennoch umfasst sie damit die Konturen seines Gesichts, während der Rest davon weiterhin auf ihrer Schulter lastet. „Ich bin da“, japst sie, unfähig sonst etwas zu Silas zu sagen.
Der Neunzehnjährige durchnässt den Stoff ihres Oberteils, wirkt so erbärmlich, dass es Ivie unglaublich Leid tut, was sie ihm nur einige Atemzüge vorher zugetraut hat. Eigentlich ist Silas auch nur so fürchterlich kaputt wie sie selbst.
Ivies Finger streifen seine Haut entlang. Sie hält den Jungen fest, obwohl es normal immer andersherum ist.


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#563

RE: start

in One of us is lying 19.05.2019 21:17
von Zonya • Junior Member | 510 Beiträge | 36900 Punkte



S I L A S
Zuhause mit Ivie


Seine Gedanken rasen, Erinnerungsfetzen und zusammenhangslose Szenen erscheinen vor seinem inneren Auge. Silas schüttelt kaum merklich den Kopf, als könnte er dadurch die Bilderflut vertreiben, die durch seine Gedanken fließt. Seine Stirn ruht schwer auf Ivies Schulter, die Augen geschlossen. Silas muss sich fest auf die Lippe beißen, um die Tränen zurück zu halten. Er muss stark sein.
Nur Bruchteile einer Sekunde, bevor seine geballte Faust auf die gefließte Wand nieder geschmettert ist, hat Ivie die Hände vor das Gesicht gezogen. Es wäre fast an ihm vorbei gegangen, er ist wie in einem Tunnelblick gefangen gewesen. Wut ist ein mächtiges Gefühl, so vertraut und doch gefährlich. Silas läuft jedes mal Gefahr den Kopf zu verlieren, wenn sie in ihm hochkocht, so wie auch jetzt. Er kann sie nicht unterdrücken, nicht ignorieren.
Ihr Kopf ist zur Seite geschnellt, sie hat versucht sich vor ihm zu schützen. Ivie glaubt, Silas könnte ihr das antun. Die Erkenntnis hat sein Herz aussetzten lassen, es ist einfach stehen geblieben, ungläubig, dass sie ihm eine solche Tat zutraut. So sieht sie ihn. In ihren Augen ist er all das, was er nicht sein möchte, denn dann wäre er wie er.
Ivies Hände sind kalt, doch die Kälte, die sich erst in seinem Gesicht ausbreitet und schließlich durch jede einzelne Vene seines Körpers fließt, fühlt sich erleichternd gut an. Sie schlägt die Flammen, welche in ihm lödeln, zurück. Einzig und allein ihre Berührung reicht, damit er sich beruhigt, damit die Gedankenflut in seinem Kopf langsam abklingt.
Silas nimmt die Schultern zurück, atmet tief durch und öffnet die Augen. Das erste, auf das sein Blick fällt, ist der Boden. Er will dem Mädchen nicht in das Gesicht gucken, will nicht sehen, was er längst glaubt. Silas ist sich sicher, in ihren Augen, auf nackte Furcht zu treffen. Furcht vor ihm.
Ich bin da.
Der dunkelhaarige schüttelt den Kopf. Obwohl es genau das ist, was er hören wollte, ist es alles andere als zufrieden stellend. Anstatt Glück, strömt Verzweiflung durch seinen Körper. Sie sollte nicht hier sein, nicht bei ihm. Sie sollte ihn hassen, sie sollte das weite suchen, sich nie wieder nach ihm umdrehen. Er wird ihr niemals das geben können, was sie verdient hat. Silas wird Ivie zerstören.
Was als nächstes passiert, scheint wie in Zeitlupe abzulaufen. Silas stößt sie nicht von sich weg, nicht wie er es für richtig hält. Der neunzehnjährige hebt den Blick und schaut Ivie direkt in die Augen. Ihre Hände liegen noch immer an seinen Kieferkonturen und vorsichtig legt er die seinen darauf.
"Es tut mir Leid" flüstert er und lässt die Augen über ihre hellblauen Iren scannen. Das Muster darin ist so individuell wie sie selbst, als wären sie das Fenster zu ihrer Seele. Mit jedem Atemzug kommt Silas ihrem Gesicht näher, bis Hitze auf Kälte trifft. Ihre Lippen sind weich und verheißungsvoll, mehr als er sich jemals hätte vorstellen können. Silas ist vorsichtig und alles andere als bestimmt, lässt ihr zum aller ersten mal die Wahl. Ivie darf selbst bestimmen ob seine Gefühle für sie flasch sind - auch, wenn er selbst schon lange eine Entscheidung getroffen hat.
Langsam lößt der Junge sich von ihr, streicht mit den Fingern ihre Wange entlang.
"Du musst vergessen, dass ich das getan habe.. weil ich es selbst nicht kann"
Silas tritt einen Schritt zurück, schaut Ivie einen weiteren Moment in die Augen bevor er sich umdreht und geht. Er schaut nicht zurück und trifft die einzig richtige Entscheidung, egal wie sehr sie ihn verletzen mag.
Silas ist nicht dass, was Ivie sich wünscht - nicht dass, was sie braucht.


ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʟɪᴀʀs, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʙᴇᴀᴜᴛɪғᴜʟ ᴀɴᴅ ᴘʀɪᴠɪʟᴇɢᴇᴅ, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ᴄʀᴀᴄᴋᴇᴅ ᴀɴᴅ ʙʀᴏᴋᴇɴ. ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ʟᴏᴠᴇ ᴀɴᴅ ʀᴏᴍᴀɴᴄᴇ, ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ᴛʀᴀɢᴇᴅʏ.
ᴡʜɪᴄʜ ᴀʀᴇ ʟɪᴇs? ᴡʜɪᴄʜ ɪs ᴛʀᴜᴛʜ. ʏᴏᴜ ᴅᴇᴄɪᴅᴇ


zuletzt bearbeitet 19.05.2019 21:18 | nach oben springen

#564

RE: start

in One of us is lying 19.05.2019 22:00
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte



Artur
bei Eliott


Eine adäquate Antwort fällt ihm nicht ein. Ein Toter, das würde passen. So fühlt er sich gerade eben.
Deshalb bleibt dem Blonden auch im Hals stecken, dass er noch keine Rolle hat, aber heute ein erstes Vorsprechen wäre. Für ein Spiel, das zwar nicht an die Spannung der Sportveranstaltungen heranreicht, aber Artur so sehr am Herzen liegt, das er sein Bestes beitragen will. Vielleicht hat Eliott deswegen nämlich recht: solange er keinen Untoten spielen soll, kann er niemanden überzeugen.
Seine angespannten Schultern lockern sich mit der Erkenntnis, aber nur solange, bis die Präsenz des anderen ihn wieder überschattet.
Eliott küsst ihn mit einer Wucht, die für Arturs fiebrigen Körper viel zu viel ist. Dazu kommt die Wärme, die der Franzose abgibt. Seine Haut glüht genauso, nur tut seine es auf eine viel gesündere Art und Weise.
Eine, die im Gegensatz zu Arturs steht.
Der Deutsche kann die Situation im ersten Moment gar nicht so sehr genießen, wie er es sollte. Dazu brummt sein Kopf zu viel mit. Am Anfang sieht er nämlich Sterne, weil er sich Eliott erst entgegen gereckt hat und von ihm dann wieder zurück in das Kissen gedrückt worden ist. Er hat mit der Bewegung nicht gerechnet und dazu war sie auch ein bisschen abrupt.
Abrupt und unberechenbar, so wie Eliott eben seit ein paar Tagen ist. Erst ist er Artur aus dem Weg gegangen, vor Halloween haben sie sich kaum gesehen. Keine gemeinsamen Stunden verbracht, weil sie meinten, dass sie es locker ohneeinander aushielten. Arturs Tage bei seinen Eltern zuhause waren lange, genauso die Stunden, die er auf eine Nachricht gewartet hat.
Jetzt ist er wieder hier in Eliotts Apartment, der Franzose genauso.
Genau jetzt ist er nicht in der Lage, Eliott etwas zurückzugeben. Kann kostbare Momente mit ihm verbringen, aber ist kaum in der Lage, die Augen offen zu halten.
Eliotts Lippen treffen hart auf die des Deutschen, lassen ihm kaum Platz für Interpretationen. So wenig, wie auch Eliotts Hand es tut. Langsam wandernd, die nackte Haut des Deutschen unter sich fühlend und eben diesen damit um den Verstand bringend.
Artur keucht leise und hat das Gefühl, unter Eliotts Berührungen zu zerfließen. Fuck murmelt der, spricht laut aus, was auch dem Blonden Moment durch den Kopf schießt. Er fühlt das Wort, weil es durch seinen Körper strömt, ihn zwingt, das Becken anzuspannen, und sich weiter Eliott entgegen zu wölben und recken zu wollen, als er es ohnehin schon tut. Arturs Augen schließen sich, seine Finger schließen sich um das Laken, während Eliotts Atem auf ihn trifft.
Was aber über seine Lippen kommt, ist einzig und allein ein undefinierbarer Laut. „Eliott…“, stöhnt der Blonde leise auf, sein Brustkorb hebt und senkt sich.
So wie er auf den Franzosen reagiert, reagiert er auf niemand anderen, vor allem auf Mädchen schon lange nicht mehr. Erkenntnisse, die im Hier und Jetzt so richtig sind, aber auch so falsch.
Am Ende aber, fühlt der Deutsche sich nur noch ausgelaugter als ohnehin schon.
Arturs Fingerspitzen streichen über Eliotts Lippen. Er lehnt die heiße Stirn an die des anderen, noch immer schneller atmend. Matt erhebt er seine Stimme, während die Lider seiner Augen flattern: “Ich liebe dich.“


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zuletzt bearbeitet 19.05.2019 22:00 | nach oben springen

#565

RE: start

in One of us is lying 20.05.2019 01:19
von yulssi • Junior Member | 178 Beiträge | 8900 Punkte

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𝗘𝗟𝗜𝗢𝗧𝗧 𝗗𝗔𝗩𝗘𝗡𝗣𝗢𝗥𝗧

mit artur → zu mik

Vielleicht waren die Aktionen des älteren Franzosen im Gegensatz zu denen seiner Mitmenschen irrelevant. Vielleicht zählte es für ihn nicht, wenn er Dinge tat, auf welche andere Personen eigentlich wütend reagieren sollten. Eliott hatte sich zum Beispiel nicht auch nur ein einziges Mal gemeldet, bis seine Mutter ihm am Tag vor der Party nahegelegt hatte, sich mal bei seinem besten Freund zu erkundigen, wie es diesem eigentlich ging. So zu tun, als wäre er ein völlig normaler Mensch, das konnte Eliott gut. Legitim war es nicht. Auch nicht nett, oder sonst etwas in der Art. Es war einfach nur lächerlich.
Zwar hatte er Artur noch vorher erzählt, dass er die nächsten Tage, wenn nicht Wochen mit seiner Familie und zudem in deren Eigenheim verbringen wollte, es da schon geplant gewesen war, mit ihnen alleine zu sein und das die Beiden es doch locker schafften, mal ein paar Stunden ohneeinander verbringen zu können. Dem war jedoch nicht so, denn die Zeit hatte sich wie eine nicht vergehende Unendlichkeit angefühlt. Sekunden wie quälende Minuten. Minuten wie Stunden und Stunden wie unvergängliche Tage. Der Neunzehnjährige war zugegeben doch ziemlich instabil gewesen. War nicht aufgestanden. Hatte nicht gegessen, sich nicht sonderlich viel bewegt. Hatte Artur nicht angerufen, ihm keine einzige SMS, gar Nachricht auf der wohl simpelsten App der Welt verfasst, wobei es ihm möglicherweise eine Genugtuung gegeben hatte, den Jüngeren nicht damit belästigt zu haben. So wie nun.
Artur ging es nicht gut, denn der Deutsche sackte regelrecht unter dem Gewicht seines Gegenübers zusammen, reagierte nur sporadisch auf dessen Eingriffe, doch diese ließen ihn beben, dem Älteren das Becken entgegenwinden und die Hände verkrampfen. Viel zu schnell Atmen. Den kompletten, noch immer unbekleideten Körper mit jedem seiner Muskeln anspannen und doch eine Gelassenheit ausstrahlen lassen, die der noch immer über ihm Verweilende so niemals zurückgeben konnte. Es war schon unglaublich hemmungslos, so, als ob es so musste, von oben vorgeschrieben war, als ob sie jeglichen Scham voneinander abgelegt, ihn durch andere, stärkere Gefühle und Triebe ersetzt hatten, welche ihnen sagten, was sie tun sollten, um es im Nachhinein bis zum Offensichtlichen zu bringen.
"Eliott. ,so hieß er. Das war sein Name. Das war Arturs Stimme. Der Größere hatte seine eigenen sechs Buchstaben schon so oft hören müssen, kannte seinen Namen auswendiger als alle anderen Lebewesen auf diesem Planeten, da er einfach zu ihm gehörte, ihm erst nach der Geburt verpasst wurde, weil er ja doch kein Mädchen geworden war. Und doch… Und doch war er nur diese eine Person, die ihn zugleich wunderschön, als auch traurig, wütend und komplett anders klingen lassen konnte, je nachdem es sich gerade anbot. Je nachdem, was Eliott dem Anderen angetan, ihn somit sagen lassen hatte. Manchmal liebte er seinen Namen.
Manchmal liebte er auch andere Sachen. Momente. Zeiten. Orte. Personen. Besonders die, die Eliott nicht haben konnte. Doch was er nicht liebte, waren die drei Worte, die man ihm manche Male doch entgegenbrachte, selbst dann, wenn er es nicht hören wollte. Normalerweise war der Franzose es, der diese Worte aussprach. Der zurückgewiesen wurde und sich darauf etwas antun wollte. Der danach wieder wochenlang im Bett blieb und all die Tage ohne aufzuwachen verschlief, sodass ihm keiner mehr wehtun konnte. Sodass er keinem etwas antun konnte. Das war es, was wirklich weh tat.
Der Dunkelhaarige sammelte die sanft über seine Lippen streichenden Fingerspitzen mit der wieder Freien ein, umfasste diese, während er ebenfalls die Stirn an die seines Gegenübers presste, die davon ausgehende, ungesunde Hitze augenblicklich durch den Körper strömen bemerkte, was ihn die kürzlich in die Eigene beförderte Hand noch weiter, fester greifen ließ. Das war nicht gesund. Artur log. Artur log ihn an und kränkelte, halluzinierte wahrscheinlich, da er definitiv nicht gesund, daraus resultierend nicht mehr gänzlich klar im Kopf war. Sein konnte. Es ließ ihn auflachen. Leise, lieb und nett. ,,Du hast Fieber Artur. Du solltest lieber ein wenig schlafen, okay ?" Zärtlich wie auch der Kuss, den der Ältere Artur anschließend auf die Stirn drückte, die Lippen für einige Sekunden dort behielt, ehe er den Jüngeren an sich drückte, seine warmen und doch zittrigen Finger durch die blonden Haare glitten, sie jeden Zentimeter, von Kopf bis Spitze erfühlten, um sie mit einer unermesslichen Sorgfalt nach hinten zu streichen, während er darauf wartete, dass sein Compagnon ins Traumland abdriftete.
Eliott wusste überhaupt nicht, mehr wie spät es mittlerweile war. Wie lange er schon mit dem nur flach atmenden Artur gelegen und darauf gewartet hatte, dass dieser zur Ruhe kam, einschlief. Er hatte sich nicht getraut, sich irgendwie zu bewegen. Den einen Arm anzuheben. Ebenfalls wieder einzuschlafen. Aufzustehen oder sonst was, doch langsam konnte auch der Franzose nicht mehr sitzen, befreite sich so langsam, dazu vorsichtig wie es ging aus den Fängen der Krake, nur um sich folglich auf der Erde davor niederzulassen, mit gefalteten Armen auf die Bettkante zu stützen und das friedliche Gesicht in Empfängnis nehmen zu können. ,,Ich liebe dich…. leider." Es schmerzte. Im Anschluss die eine, klitze kleine Strähne aus dem Gesicht des Anderen zu streichen schmerzte noch mehr als die Tatsache, dass Eliott danach das Haus verließ, sich vorher noch angezogen, geduscht und zwei Nachrichten geschrieben hatte. Einen Zettel für Artur; Bin Medizin kaufen. Werd' schnell gesund -Eliott<< und eine SMS an Mik; Ich warte gleich in der xxx-Straße auf dich. Bitte komme<<
Die schwarzen Nikes an, Hoodie über und los ging es, drehte sich doch vorher noch ein einziges Mal um, auch, wenn er niemanden sehen konnte. ,,Es tut mir leid Artur..."

Ich bringe das Ungleichgewicht.
Durch mich werden wir zu Schiffbrüchigen.



"𝙻𝚎𝚝'𝚜 𝚛𝚞𝚗 𝚊𝚠𝚊𝚢 𝚝𝚘𝚗𝚒𝚐𝚑𝚝"

zuletzt bearbeitet 20.05.2019 16:20 | nach oben springen

#566

RE: start

in One of us is lying 20.05.2019 20:45
von Lea • Member | 894 Beiträge | 55150 Punkte



@ Fynns / irgendwo – alone / Eliott – texting Ed


Es waren nur 13 Bilder von 13 unterschiedlichen Hunden. Aber jedes einzelne wurde von Mik genauestens untersucht. War er im Dezember angekommen, schlug er den Kalender erneut zu, um den Titelhund zu betrachten. Es war ein süßer kleiner Kerl, zu schade, dass er nur auf dem Cover zu sehen war und nicht mehr im Inneren. Die Verkleidung von dem Welpen im Dezember fand er am süßesten, auch wenn er nicht wirklich was davon hielt, Tieren eine Mütze anzuziehen und sie als Santa zu verkleiden. Da waren die zwei Welpen, Pudel, im Oktober zwischen den Kürbissen besser arrangiert. Früher hatte er Pudel gehasst, sie als komisch angesehen, was er bei manchen Fellfrisuren immer noch dachte, aber ansonsten mochte er sie jetzt. Vielleicht lag das daran, dass sein Teddy ein halber Pudel war.
Mik füllte seine Tasse erneut mit Kaffee, wartete an der Theke und sah auf sein Handy. Bisher hatte er niemand geschrieben, niemand hatte ihm geschrieben. Sollte er Ed mal antworten? Immerhin waren die Nachrichten von gestern doch… dringender Natur gewesen, wie es schien. Seufzend entsperrte er sein Handy, wofür es lediglich ein streichen über den Bildschirm benötigte, suchte den Chat raus #Du lebst noch oder?# tippte er, sendete und setzte sich mit seiner Tasse wieder an den Tisch, um bei dem Dalmatiner im März weiter zu machen. Er hatte gerade seinen Stuhl wieder an den Tisch gerückt, als sein Handy hinter ihm vibrierte. Hatte Ed etwa sein Handy in der Hand gehabt oder gar auf eine Nachricht gewartet? Mürrischer, als er vielleicht sollte – immerhin war aufstehen und hinsetzen, um wieder aufzustehen auch Sport und das am frühen Morgen, obwohl er sonst gerne Sport machte – begab er sich zu seinem Handy. Eliott. Den hatte er doch gestern so schön erfolgreich von seinen Gedanken verdrängt. Er bat ihn um ein Treffen. #Wieso? Damit ich mir von dir mein Herz brechen lassen kann?# Er würde ihm immerhin nichts erzählen, was er nicht schon eh wusste. Vielleicht bereute er diese Nachricht auch ein wenig, aber er konnte sie schlecht löschen, ohne wie ein Idiot auszusehen.
Apropos wie ein Idiot aussehen. Mik steckte sein Handy ein, begab sich nach vorne zum Spiegel, wo er sich im ganzen ansehen konnte. Er wusste nicht, was schlimmer war: dieses überaus grausame Outfit mit der Kette, die zu einen Glauben gehörte, mit dem er nichts anfangen konnte, oder sein geschundenes Gesicht, die lila blau gefärbten Augen, das rot auf der Wange, der dunkle Ring um seinen Hals, der ursprünglich mal lila war. Zumindest gestern. Heute war er dunkler, ein wenig ausgelaufen. Mit den Fingerspitzen strich er drüber, zuckte aber sofort zurück. Es tat weh, zu weh. Sollte er Eliott so unter die Augen treten?
Nach kurzem Abwegen entschied er sich dafür. Würde der Schmerz in seinem inneren zu schlimm sein, würde er sich einfach über den Hals reiben, an die Augen fassen. Allerdings konnte er nicht aus einem fremden Haus verschwinden, ohne Bescheid zu geben. Zumindest einer Partei. Also ging er in das Gästezimmer, schrieb Fynn einen Zettel: #Muss was klären. Hab deinen Schlüssel dabei; wenn ich noch nicht zurück bin, schreib damit ich dich zur Schule mitnehme. ♡# Er riss das Blatt aus seinem Block, ging damit die Treppe runter ins Zimmer des anderen. Wohin sollte er das am besten machen? Während er überlegte, faltete er den Zettel zusammen, steckte ihn dann in den Bund seiner Boxershorts. Fynn schlief so friedlich, er wollte ihn nicht wecken, bevor er es wirklich Zeit war.
Mickaël begab sich zur Tür, nahm seine Schlüssel und die von Fynn, ehe er in seine Schuhe schlüpfte. Den Helm setzte er probeweise auf, zog ihn wieder aus. Er lag so, dass er Schmerzen dabei hatte. Natürlich war es riskanter ohne zu fahren, aber es würde wenigstens in einem schnellen Tod enden. Eine Jacke zog er sich dennoch an, bevor er hinaus trat, zu seiner Maschine. Das er das wirklich machte… er wusste selbst nicht was ihn da ritt.

Der Ort, an dem das französische Geschöpf seiner Begierde erwähnt hatte, war schneller erreicht, als ihn lieb war. Auch wenn es vielleicht gegen die Verkehrsregeln verstieß – er hatte da nie so ganz aufgepasst – fuhr er ein Stück auf den Bordstein, stellte seine Maschine ab und stieg ab. „Salut.“, begrüßte er den Franzosen, wunderte sich eine Sekunde später selbst, warum er französisch außerhalb der Schule sprach. Es hatte gestern mit Fynn angefangen und jetzt ging es weiter. Woher der Wandel kam wusste er wirklich nicht. „Also, was willst du mit sagen?“, fragte er dann, lehnte sich an sein Gefährt. Er machte sich wirklich für alles bereit, wusste aber auch, dass es so oder so Schmerzen würde.


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#567

RE: start

in One of us is lying 20.05.2019 22:07
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte

IVIE


Es dauert lange, bis Silas sich bewegt. Zumindest kommt es der Siebzehnjährigen vor, als würde sie verflixt lange Augenblicke regungslos ausharren – tatsächlich sind es nur Sekunden, nur wenige Wimpernschläge, bis sein Gewicht nicht mehr wortwörtlich auf ihren Schultern lastet.
Den tiefen Atemzug, den Silas nimmt, kann das Mädchen regelrecht spüren. Sein Brustkorb hebt sich abrupt an, senkt sich aber genauso schnell auch wieder. Es scheint, als würde ihm das tatsächlich helfen.
Silas hebt den Kopf, um nach quälend langer Zeit Ivies Blick einzufangen, und wenige Momente später dann auch die Hände, um die ihren damit zu umschließen.
Auf ihrer fahlen Haut fühlen sie sich warm an, sie sind ein direkter Kontrast. Während Ivie dafür sorgt dass Silas‘ Gemüt abkühlt, erhitzt er sie.
Während der Neunzehnjährige Worte flüstert, die Ivie nicht von ihm erwartet hat, schleicht sich ein trauriges Lächeln auf ihre Gesichtszüge. Tut mir Leid, murmelt er und wirkt dabei gar nicht wie der selbstbewusste Silas, den sie kennt. Genauso leise antwortet sie ihm dann auch: „Ich weiß.“
Ein Seufzen lässt Ivies Lippen vibrieren, ihr Hinterkopf ist auf die Kacheln des Badezimmers gestützt.
Obwohl Silas den unsichtbaren Käfig, den er um die beiden gespannt hat, schon wieder geöffnet hat, bewegt das Mädchen sich keinen Zentimeter von der Stelle.
Die verkehrte Situation könnte sich nämlich nicht richtiger anfühlen, so verzweigt sie auch sein mag.
Ivies Brustkorb hebt und senkt sich so regelmäßig, wie Silas‘ Gesicht ihrem stetig näher kommt. Waren erst fünfzehn Zentimeter zwischen beiden, ist jetzt gar kein Abstand mehr zu erkennen. Stattdessen fühlt Ivie, wie die Lippen des Gegenübers sachte auf ihre treffen. Sie hat die Situation nicht kommen sehen, so unglaubhaft es klingen mag. Ivie hat in keiner Sekunde daran gedacht, dass Silas sie küssen würde – vor allem nicht so.
Sie spürt die Berührung kaum. Weder übt Silas auf irgendeine Art Druck auf sie aus, noch bewegen sich seine Lippen großartig gegen die ihren. Der Kuss ist in aller Hinsicht so unschuldig, wie er aussieht, fast so, als würde er von zwei Kindergartenkindern getauscht werden.
Dabei ist das alles, was Ivie gerade eben braucht. Silas bringt ihr Herz dazu, für einen Moment auszusetzen, nur um dann weiterhin Schwierigkeiten mit dem Ruhepuls zu haben.
Silas springt nicht abrupt von ihr zurück, sondern lässt sich alle Zeit der Welt. Er fängt ihren Blick ein, als er einen Schritt rückwärtsgeht, und er offenbart Ivie dabei so viel von sich. Allen voran aber den Schmerz, der ganz groß in seinen Augen steht.
Seine rauen Finger streifen ihre Wange entlang, als sei es eine letzte Entschuldigung – dafür, dass er sie gleich darauf alleine im Badezimmer stehen lässt. Du musst vergessen, dass ich das getan habe, trägt der Junge ihr auf – nur was soll sie vergessen? Ivie versteht nicht, wie sie den Satz deuten soll, versteht nicht, wieso Silas sie wieder alleine lassen muss.
Sekunden zuvor hat er sie geküsst und obwohl man es nicht einmal als richtigen Kuss sehen kann, befürchtet Ivie, dass das nur ein Kurzschluss war. Das Silas das gar nicht wollte.
Das bringt ihr Inneres nicht nur zum Glühen, sondern gar zum Verbrennen – die Ungewissheit, die Wahrscheinlichkeit, immer noch ein nichts zu sein.
Leicht erschaudert die Siebzehnjährige und sie versucht zu überlegen, ehe sie alle Gedanken beiseiteschiebt: „Silas.“
Ihre wackligen Beine tragen sie das Zimmer hinaus, aber auf keinem der Gänge sieht sie ihn. Nicht, bis sie am Treppenabsatz angekommen ist.
Ivie steht oben und blickt auf den Jungen hinab, der soeben schon die Klinke der Haustür in den Fingern hat. „Silas“, wiederholt sie, schließt die Finger fest um das Treppengeländert.
Ivie bleibt oben stehen, aus Angst, Silas wie ein wildes Tier zu verscheuchen, wenn sie zu ihm hinunter geht. „Lass mich… lass mich nicht einfach so stehen.“ Ob der Vergleich mit dem wilden Tier zu dem Jungen passt?
Sie selbst ist eher das wilde, das schüchterne und scheue Reh, als er es je sein könnte.
„Bitte… lass mich nicht allein.“


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#568

RE: start

in One of us is lying 20.05.2019 23:40
von yulssi • Junior Member | 178 Beiträge | 8900 Punkte

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𝗘𝗟𝗜𝗢𝗧𝗧 𝗗𝗔𝗩𝗘𝗡𝗣𝗢𝗥𝗧

mik

Schnelle Schritte, schneller Atem. Er hatte den Bus schon längst verpasst, musste sich deshalb beeilen, wenn er noch rechtzeitig zum vereinbarten Treffpunkt erscheinen, den Anderen nicht endgültig und vollkommen enttäuschen wollte, so, wie Eliott es auch sonst ständig bei jeglichen Personen die er kannte tat. Eigentlich hatte er ja vorgehabt, noch einen Zwischenstopp bei der gemeinsamen Schule zu machen, um seinen besten Freund und seine eigene Existenz als abwesend anmakern und erklären zu können, was mit ihm und Artur los war. Er selber musste mittlerweile ja nicht einmal mehr Bescheid geben, da die meisten Lehrer so oder so schon wussten, was gewaltig falsch bei ihm war. Warum der Neunzehnjährige manchmal so abweisend, merkwürdig oder panisch reagierte, wie er es nun mal tat und warum er die Schule hatte wechseln müssen. Wofür er jedoch dankbar war, war für die Tatsache, dass diese schwiegen. Sie alle. Ob es trotzdem im Lehrerzimmer kursierte ? Wusste der Dunkelhaarige nicht, wollte es vielleicht auch überhaupt nicht erfahren müssen, was seine sozusagen Vorgesetzten von ihm hielten, ob sie seinen Namen im Geheimen durch den Schmutz zogen oder an die Wand nagelten, damit sie sich nachträglich darüber lächerlich machen konnten. Ob sie ihm und seinen Eltern glaubten, was sein Krankheitsbild anging. Zwar war es Eliott unangenehm, wirklich, wirklich unangenehm darüber zu sprechen, es vorzuweisen, doch noch immer besser mit der Wahrheit im Gepäck, als als schon wieder als Lügner oder Schwänzer dargestellt zu werden, nicht ? Zumindest dachte er im schulischen Bereich so.
Es vibrierte in seiner Hosentasche, hastige Finger pulten das kleine Stück Metall dort heraus und blaue Augen suchten den trotz der Tageszeit ihm entgegenleuchtenden Bildschirm ab, begutachteten diesen für ein paar Sekunden mehr als wahrscheinlich nötig, doch taten dem Franzosen gleichzeitig weh. #Wieso? Damit ich mir von dir mein Herz brechen lassen kann ?# Es tat weh. Es tat zwar nicht so sehr weh wie manche andere, offensichtliche Tatsachen, doch konnte er ein kleines Stechen in seiner Brust, in seiner Magengegend und Grube verspüren, was einem automatisch mitteilte, dass dies ein negatives Zeichen sein sollte. Was hatte er denn verbrochen ? Was hatte Eliott der Welt nur getan, um immer wieder, ständig solchen Sachen entgegensehen zu müssen ? Reichte es nicht, dass er im Kopf nicht ganz richtig zu sein schien ? Reichte es nicht, dass er Artur, den er mehr als nur gerne hatte fast täglich von oben bis unten belog und so tat, als wäre alles völlig im Rahmen ? Reichte es nicht, dass er von seiner alten Schule geflogen, obwohl es nicht einmal seine eigene Schuld gewesen war ? Warum ? Warum musste sich immer alles an Unglück auf seiner Seite ansammeln und ihm in die Quere kommen ? Womöglich tat es ihm auch leid. Artur tat ihm leid und Mik im anschließenden Moment noch mehr, als zuvor schon, denn es stimmte. Eliott würde ihm so oder so, ohne Intention, gar böse Absichten das Herz brechen. Würde ihn mit bestimmt falschen Worten abweisen und ihn ohne beständige Freundschaft zurücklassen. Vielleicht war es gemein. Vielleicht aber auch einfach die harte Realität.
Eliott antwortete nicht darauf, sondern lief mit zügigen Schritten weiter geradeaus, bog hier und dort mal ab, um an der angegebenen Stelle halt zu machen, der Erste zu sein der sich dort befand und um kurzerhand daran zu zweifeln, ob Mik überhaupt kommen würde, vor allem seiner Nachricht nach zu urteilen hatte es ja nicht gerade danach geklungen, als hätte der Jüngere besonders Lust darauf gehabt, dem Anderen bei so einer Konversation unter die Augen zu treten. Doch er kam. Kam angefahren und stieg eleganter ab als eine Möwe die einem im Gleitflug die Pommes aus den Händen entriss, sah dazu auch noch extrem beschissen aus, auch, wenn Eliott dies niemals öffentlich zugeben und lieber in seinen wirren Gedanken abspeichern sollte. Darauf herumzureiten würde doch eh nichts bringen, besonders unnötige Kommentare waren komplett unangebracht. ,,Mik." ,kein Salut, kein Hallo- aber ein Name. Immerhin etwas. Ein Name, der noch des öfteren fallen konnte. ,,Was ich damit sagen möchte ? Das... ich mit Zeta Schluss machen werde, aber... ich weiß nicht. Dir danken wollte, dass du so über mich denkst und gleichzeitig nicht so denken sollst… fuck, keine Ahnung. Warum machst du dir solche Vorwürfe Mik ?" ,sprudelte es schon nahezu aus dem Munde des Größeren heraus, ließ ihn bestimmt unglaublich bekloppt aussehen, so, wie er da in seiner Jogginghose stand, einen Schritt näher machte, um nicht so laut reden zu müssen.

Vergib mir.



"𝙻𝚎𝚝'𝚜 𝚛𝚞𝚗 𝚊𝚠𝚊𝚢 𝚝𝚘𝚗𝚒𝚐𝚑𝚝"

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#569

RE: start

in One of us is lying 20.05.2019 23:50
von Sissi • Junior Member | 70 Beiträge | 4450 Punkte


Dylans Zuhause - Dylan

Ein verliebtes Lächeln schlich sich auf die Lippen des jungen Mannes, als er seinen Freund dort so unbedarft liegen sah. Einige Momente musterte er ihn einfach nur. Das verschlafene Gesicht, die verstrubbelten Haare und die unmöglich scheinende Liegeposition ließen die Situation wirklich ein Bild für die Götter werden.
Im Grunde genommen könnte er den gesamten Tag lang dastehen und den jungen Mann einfach nur beobachten. Das jedoch wäre ausnehmend komisch, das wusste er mittlerweile auch.
Stattdessen würde er sich also für die weniger seltsame Variante entscheiden und die Anwesenheit Dylans auf eine andere Weise genießen. Dies zumindest wurde gerade von ihm verlangt. Verstohlen schmunzelte er, als er murrend angewiesen wurde, zum Kuscheln ins Bett zu kommen. Das musste man ihm wahrlich nicht zweimal sagen.
Vorsichtig und möglichst lautlos setzte er das Tablett ab, ehe er sich zu seinem Freund gesellte und mit unter die Decke kroch. Sofort streckte er seine Arme nach dem Anderen aus und umschlang ihn sanft, konnte dabei ein leises, glückliches Seufzen unterdrücken. Das hier war perfekt. Es war einfach nur perfekt. Und er wusste nicht, womit er es verdient hatte. Aber vielleicht gab es ab und an auch einfach Mysterien, die keiner Erklärung bedruften. Stattdessen sollte er einfach nur genießen. Und das tat er dann auch.


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#570

RE: start

in One of us is lying 21.05.2019 02:53
von Lea • Member | 894 Beiträge | 55150 Punkte



With Eliott – Eliott


Er hatte es sich lange überlegt auf der kurzen Fahrt. Er hatte lange überlegt, ob er nicht einfach wieder umdrehen sollte, zurück fahren, sich bei Fynn ins Bett legen und ihm erzählen wie grausam Die Welt wieder zu ihm sein wollte. Er hatte überlegt, ob er nicht einfach an Eliott vorbei fahren sollte, falls er ihn entdeckte. Es wäre das klügste gewesen.
Aber auch wenn er sicherlich einige Gehirnzellen mehr hatte als manch anderer auf ihrer Schule und seine Noten gezwungenermaßen nicht im Keller waren, entschied er sich für die dumme Variante und ging tatsächlich zu dem Treffen, um das, was er wusste, aus dem Mund des anderen zu hören direkt in sein Gesicht hinein. Wie sehr es ihm weh tun würde könnten beide Parteien nicht erraten, aber sie würden es herausfinden.
Eliott sprach ihm bei seinem Spitznamen an, dem Namen, mit dem er sich ihm damals vorgestellt hatte. Erstaunlicherweise hatte er ihm auch relativ spät erst gesagt, dass Mik die Kurzform von Mickaël war, seine ganz eigene Form, da er das C einfach weg ließ. Das machte ihn ein wenig einzigartiger, unverwechselbarer. Dennoch wollte er es nicht hören, würde am liebsten seine Hände auf die Ohren legen, um das Geräusch auszublenden. Im Gegensatz zu ihm hatte der andere immer noch diesen Akzent, der ihn an seine Mutter erinnerte. Schon lange konnte er sich nicht mehr an die Stimmen seiner Eltern erinnern, zu lange war das ganze her, aber er erinnerte sich an Kleinigkeiten. Der Akzent war eine Sache und auch der Grund, warum Mik sich seinen abgewöhnt hatte und nicht drauf achtete, wenn er wütend war. Er wollte nicht an das alles erinnert werden, was er nicht hatte, was es noch schwerer machte, Eliott zuzuhören.
Er würde mit Zeta schlussmachen, wollte ihm danken für die Art wie er über ihn dachte, aber nicht denken sollte. Wollte wissen, warum er sich so Vorwürfe machte. Unbeholfen fuhr sich der Franzose durch seine Haare, wissend, dass er keine Helmfrisur haben konnte, da er bewusst keinen getragen hatte. Vielleicht auch, weil er gehofft hatte, durch einen schweren Unfall dem Gespräch hier zu entgehen. Aber er musste zugeben, er hatte keine wirkliche Antwort darauf. Auf all die Fragen, die ihm gestellt wurden. Und das sein Gesprächspartner näher trat war nicht gerade hilfreich. Noch mehr Nähe und es wäre anstrengend für ihn, cool zu bleiben. Seine Handflächen wurden schwitzig, für einen Moment verlor er sich in den blauen Augen, stellte sich vor, wie es wäre ihn zu küssen, ihn zu spüren… Alles Dinge, die er bei Fynn nicht fühlte. Vielleicht, weil die beiden sich öfter geküsst hatten, gestern zum zweiten Mal das Bett geteilt hatten. Natürlich mochte er die Küsse des anderen, aber es war mehr, weil er küsse mochte und sie so bekommen würde, aber nichts, was er großartig vermisste. Vielleicht würde er ihm was vorspielen können, ihn an sich Ketten, damit er möglichst schnell über den anderen hinwegkam.
Erneut hob Mickael die Hand um sich durch die Haare zu fahren, behielt sie am Hinterkopf, wo er eine Beule spürte. Beim erkunden ihres Ausmaßes verzog er das Gesicht zu einer Grimasse, ließ die Hand sinken. Er hatte schon bessere Ideen gehabt. „Glückwinsch.“, antwortete er schlussendlich auf die Sache mit Zeta. Sie war nicht gut genug für ihn, was nicht direkt hieß, dass Mik besser wäre. „Und Gern geschehen.“ Mehr konnte er nicht sagen, bis jetzt. Denn er hatte keine Antwort auf die eigentliche Frage. Wieso machte er sich Vorwürfe? Vorwürfe worüber überhaupt? Dass er Schwul war? Dass war einer der Gründe warum er so aussah. Wieso er schon öfter das Ziel anderer geworden war, nur weil er Penisse deutlich besser fand als Vaginen. Weil er Eliott liebte? Dass war eine Sache, die beiden Probleme bereiten würde, Eifersucht hervorrufen könnte und einfach unter Freuden inakzeptabel. Würde er Edward sowas entgegen bringen wäre die Freundschaft wohl hinüber oder zumindest nicht mehr so wie es mal war, außer sein bester Krüppel stand auf Zwerge. Wer weiß.
Seine Augen hatte er auf seine Knöchel gerichtet, die ebenfalls geschunden wirkten, was allerdings ein Nebeneffekt von gestern Abend gewesen war. Er hatte das Licht ausgemacht und war gestolpert, hatte sich dabei die Knöchel an der Wand aufgeschlagen. Kleine, lose Hautfetzen hingen dort noch, aber er machte sie nicht weg. Genau genommen waren sie das einzige Körperteil, was geschunden, aber noch human aussah. „Wir sind Freunde. Darum.“, antwortete er ihm leise. „Es ist toll zu hören, dass du deine Freundin verlässt, aber ich weiß, dass es nicht wegen mir ist. Und wenn es nicht um deiner selbst ist, dann ist jemand anderes der Grund. Es ist toll, dass du dich bedankst, weil ich dich liebe, aber am Ende ist es doch eh so, dass du es nicht erwiderst und nie erwidern wirst. Aber ich bin‘s gewöhnt. Ich bin‘s gewöhnt, dass ich die Leute, die mich lieben könnten, nicht liebe. Dass ich die Leute liebe, die mich nicht lieben und dass die, die mich lieben sollten, mich so zu richten." Für einen kurzen Moment sah er hoch, zeichnete mit dem Zeigefinger einen Kreis um sein Gesicht. Zum ersten Mal seit Jahren war es offensichtlich, dass es nicht aus Dummheit oder beim Training passiert war. „Was mach ich mir also Vorwürfe, nicht? Vielleicht sollte ich es einfach mal auf die Reihe bekommen, das richtige zu machen. Mir die richtigen Leute auszusuchen, statt die, bei denen es nichts weiter als eine Abfuhr gibt, weil das Leben irgendwie vergessen hat, dass ich auch mal gern glücklich sein würde – und Wenn’s nur für einen verdammten Tag ist. Denn, fürs Protokoll, Vorwürfe mach ich mir schon seit 10 Jahren.“
Mik hatte gar nicht bemerkt, dass er sich in Rage geredet hatte. Erst als er selbst die letzten Worte vernahm, wurde ihm klar, dass sein französischer Akzent wieder zu hören war, zusammen mit dem breiten Südstaatenakzent. Er hoffte einfach, dass Eliott ihn verstand, den nochmal wiederholen würde er es nicht. Konnte er nicht. Es war schon ein Wunder gewesen, diese Worte fehlerfrei über die Lippen zu bekommen beim ersten Versuch, obwohl sein Herz mit jeden Blick in das Gesicht des anderen Franzosen erst aussetzte, dann schneller schlug; sein Magen sich flau anfühlte und er keinen klaren Gedanken fassen konnte in seiner Gegenwart, der nichts mit dem Verlust einiger Kleider zu tun hatte, aber auch allgemeine Dinge. „Also… brings hinter uns. Ich bin sicher, irgendwer wartet auf dich.“, flüsterte er, da er nicht wusste, wie laut er reden konnte. Er hoffte einfach, er würde schnell machen, wie bei einem Pflaster. Dafür rüstete er sich jetzt schon mental, wie er das nachher den Jones' erklären sollte, wusste er noch nicht.


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#571

RE: start

in One of us is lying 21.05.2019 21:35
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte



ARTUR
bei Eliott - ruft Eliott an


Du solltest lieber noch ein wenig schlafen, okay?

Langsam streichen Finger durch seine Haare. Sie ziehen einzelne Strähnen vor oder zurück, schieben sie übereinander. Die Muster, die auf seiner Kopfhaut auftauchen, helfen ihm, sich zu entspannen. Zufrieden seufzt Artur, er hat die Decke plötzlich wieder in den Händen. Kann sich bis zum Kinn hoch darin einwickeln. Es ist schön, friedlich, leise.
Leise Stimmen kommen in seinem Kopf an. Artur singen sie, engelsgleich. Wie Chöre, nur schöner – so himmlisch, so unglaublich leichtfüßig. Ich liebe dich, hört der Blonde seine eigene Stimme sagen, fühlt regelrecht, wie das Lächeln auf seinen Lippen anschwillt.
Artur liebt Eliott, sieht er vor sich – schwarz auf weiß, Typewriter, Schriftgröße 12. Seine Finger streichen darüber, er spürt an den Kuppen, dass das Papier leicht aufgeraut ist. Es hat nicht die gewöhnlichen 1,4 Gramm, es ist schwerer.
Höhnisches Lachen und flinke Hände reißen ihm das Papier weg. Artur liebt Eliott?, wird er gefragt, aber die Stimme kann Artur nicht zuordnen. Es ist niemand den er kennt, meint er, aber ganz sicher weiß er es auch nicht. Vielleicht ist es jemand den er doch kennt. Wie süß, erklingt es weiter in seinen Ohren. Der Ton lässt ihm alle Haare zu Berge stehen, sein Arm wird von einer Gänsehaut überzogen. Artur der Schwule, huh?

Als Artur die Augen aufreißt, kann er sich an nichts erinnern. Er merkt nur, dass er patschnass geschwitzt ist. Im ersten Moment unfähig, sich zu bewegen – ganz so, als wären seine Knochen versteinert, als wäre er gelähmt.
Nur langsam lösen sich seine Finger aus der Decke, die über ihm ausgebreitet ist. Er weiß gar nicht mehr, ob er sie selbst über sich gelegt hat, ob das jemand anderes war oder war sie vielleicht schon gar die ganze Zeit lang da? „Eliott?“, krächzt seine Stimme durch den Raum, denn er realisiert, dass er alleine hier liegt. Das Gesprochene ist kaum zu vernehmen, so heiser klingt er. Arturs Hals tut weh. Nicht nur wenn er schluckt, sondern auch wenn er versucht Worte zu Formen.
Trotz alle dem versucht er es nochmal: bei ersten Mal hat er keine Antwort erhalten, die Worte kommen ihm automatisch nochmal über die Lippen. Lauter, auch wenn es dadurch weher tut. „Eliott?“
Arturs Körper zittert, als er sich aufsetzt. Seine nasse Haut trifft auf kühle Luft, weil die Decke seinen Oberkörper jetzt nicht mehr bedeckt. Er muss einen Moment innehalten, weil sein Gleichgewichtssinn nicht mitmachen will, dann erst kann er sich auf die wackeligen Beine stellen.
Der Blonde bückt sich auf den Boden, um sich einen Bruchteil der Klamotten, die er in der Nacht zuvor dort wohl vergessen hat, überzustreifen, und dann stolpert er aus dem Zimmer. Jeder Knochen in seinem Körper tut ihm weh, auf den ersten Metern, die er zurücklegt, sieht er Sterne. Danach wird es besser, wenn auch nur langsam.
Am Knauf zieht er die Zimmertür auf, stellt kurz darauf jedoch fest, dass es in der ganzen Wohnung still ist. Noch ein drittes Mal ruft er den Namen des Franzosen, dann sieht Artur erst den Zettel, den Eliott ihm geschrieben hat. Im Bett liegt dieser, fast unmittelbar an dem Fleck, an dem Artur geschlafen hat. Er hat das Stück Papier schlichtweg übersehen und stattdessen Panik bekommen, weil er alleine ist.
Das unterscheidet ihn von dem Dunkelhaarigen: Artur will nicht alleine sein.
Eliott hat ihm, in seiner typisch geschwungenen Schrift notiert, dass er eben weg ist, zur Apotheke geht.
In Arturs Bauch rumort es, bis er dann aufspringt – schneller als sein Kreislauf mitspielt – und mit Punkten im Sichtfeld zur Toilettenschüssel hechtet. Ihm ist speiübel, das Bisschen das er am Vortag gegessen hat, erbricht er. Es ist nur Liebe und da hilft keine Medizin.
Minutenlang verharrt Artur am Boden, bis er sich wieder in die Höhe kämpfen kann. Sein Magen ist leer, der Kopf dafür umso voller. Er hätte das nicht zu Eliott sagen sollen, denn was er vorhin gemurmelt hat, hat er noch vollmitbekommen. Selbst, wenn er sich in einem Delirium befunden hatte, war nicht gelogen, was er gemurmelt hat.
Nicht gelogen, aber zu einem verflixt unpassenden Moment über seine Lippen gekommen.
Langsam stemmt der Neunzehnjährige sich hoch, betrachtet, was ihm im Spiegel entgegenblickt.
Die Haut ist blass und ausgelaugt, so sehr, dass seine roten Augen und die salzigen Tränen, die vorhin begonnen haben aus seinen Augen zu fließen und seitdem nicht mehr aufgehört haben, sich wie ein Kontrast davon abheben.

„Eliott?“

„Ich wollte nur kurz fragen… ob du etwas zu essen mitbringen kannst… ich meine, ich…“


„…brauchst du noch lange? Weil…“


Am Ende bricht ihm die Stimme weg, sodass Artur den Satzteil einfach in der Luft stehen lässt.

von der Liebe haben sie alle keinen Plan – nicht ich, nicht du, nicht er, nicht sie – was Du jetzt fühlst, fühlen manche nie –
es ist nur Liebe, dafür gibt´s keine Medizin


So I will keep you day and night, here until the day I die
I'll be living one life for the two of us
I will be the best of me, always keep you next to me


zuletzt bearbeitet 21.05.2019 21:39 | nach oben springen

#572

RE: start

in One of us is lying 21.05.2019 22:13
von Lea • Member | 894 Beiträge | 55150 Punkte



Daheim – Nathaniel


Sein Bett war das, was alle Betten am Ende einer Nacht waren: warm und bequem. Somit kam es ihm gar nicht in den Sinn, das Frühstück zu begutachten. Sobald er die Augen öffnete, würde er nicht mehr einschlafen können, auch wenn er es wollte, was zur schlechten Laune führen würde. Demnach war er überaus glücklich darüber, dass sich seine bessere Hälfte ein Herz nahm und zu ihm ins Bett stieg. Dylan bewegte sich ein wenig, positionierte sich neu, bis er schlussendlich bequem den Kopf auf der Brust seines Freundes liegen hatte. Eine Hand fuhr unter das Shirt des anderen, strich über die weiche Haut darunter.
„Du hast zu viel an.“, kommentierte er, unterdrückte dabei ein Gähnen. Er selbst schlief meistens in Boxershorts, an wirklich kalten Tagen hatte er noch eine Jogginghose an. Vielleicht, wenn es wirklich kalt war und er dazu noch krank, dann gab es ein T Shirt dazu. Mehr trug er nie im Bett. Deshalb störte ihn auch die Kleidung seines Freundes so sehr. Aber er war es mittlerweile gewohnt. Nate schien sich nicht gerne mit wenig Kleidung zu zeigen, zumindest hatte er das Gefühl. Dennoch vergrub er sein Gesicht im Shirt seines Freundes. „Ich liebe dich.“, flüsterte er, streckte sich ein wenig, um ihn auf den Hals zu küssen, ehe er seinen Kopf wieder weg drehte.
Dylan erlaubte sich ein Auge zu öffnen, beobachtete seine Hand dabei, wie sie unter dem Stoff über der Haut des Anderen hin und her wanderte. Es war zu schön um real zu sein, aber er wusste, dass es kein Traum mehr war und das er sowas jeden Tag haben könnte. Erneut bewegte er sich, manövriert seinen Unterkörper etwas weiter weg von seinem Freund. „Manchmal hasse ich es, keine Frau zu sein.“ Eigentlich nur dann, wenn man sichtbar erregt war und es nicht sein wollte. Er wollte den Moment genießen, aber das war wohl nicht so machbar. Nate brachte ihn einfach um die meisten klaren Gedanken und dafür würde er ihn gerne tadeln, auch wenn er es gut fand. „Ich will nicht zur Schule.“, verkündete er, fühlte sich dabei wie ein kleines Kind, statt wie jemand, der bald die zwei im Alter vorne stehen hatte. „Wie war deine Schulzeit so? Ich mein, du hast das alles hinter dir…“ Vielleicht stellte er für diese Uhrzeit zu viele Fragen, aber er wollte seinen Freund reden hören. Vielleicht hätte er ihn einfach nur nach geschichtlichen Fakten fragen müssen, da hatte er doch gesagt, er könne ihn stundenlang die Ohren voll labern. Aber er würde das wesentlich weniger interessant finden als etwas persönliches über ihn zu erfahren.


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#573

RE: start

in One of us is lying 21.05.2019 22:13
von yulssi • Junior Member | 178 Beiträge | 8900 Punkte

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𝗘𝗟𝗜𝗢𝗧𝗧 𝗗𝗔𝗩𝗘𝗡𝗣𝗢𝗥𝗧

mik - telefon mit artur

„Glückwinsch." und dazu noch ein Gern geschehen." waren vielleicht nicht gerade die Worte, die der Ältere der beiden jungen Erwachsenen in dieser so schon eher unschönen Situation hatte hören wollen- höchstwahrscheinlich hatte er überhaupt rein gar nichts erwartet, sich schon längst damit abgefunden, dass diese Konversation aller spätestens in ein paar weiteren Minuten nicht gut verlaufen, in einem völligen Schlamassel, oder sogar noch schlimmer, in einem Bruch ihrer eigentlich sogar relativ guten, beständigen Freundschaft enden sollte. Eliott hatte Angst in seinem Inneren pochen, konnte fühlen, wie diese ihn von den Tiefsten Ecken heraus leer sog, sich wie eine Pest ausbreitete. Angst davor, dass Mickael ihn letzten Endes zurückwies, obwohl der Neunzehnjährige derjenige war, dessen Rückweisung Mik seiner Meinung nach erwartete. Er hatte verdammte Angst davor, dass seine ganzen Lügen eines Tages von wem auch immer aufgedeckt, verbreitet und dazu benutzt wurden, seine alleinige Existenz komplett zu zerstören, nur, weil er es sogar verdiente. Aus purer Boshafigkeit, oder einfach, weil die Person, die ihm dadurch Schaden einhandeln wollte komplett die Schnauze voll von ihm hatte, dazu eventuell nicht wollte, dass Eliott sein Leben in solchen Umständen verbrachte und dadurch noch unglücklicher wurde, als der Franzose ohnehin schon war. Er wollte sich ändern. Er wollte nicht mehr lügen. Er wollte real sein und selber entscheiden dürfen, was er von seiner Zukunft erwartete. Er wollte nicht immer diese vielen Worte hören, die ihm sagten, was er zu tun und zu lassen hatte. Eliott wollte doch nur er selber sein.
,,Mik..." ,doch weiter kam es einfach nicht. Zu viele Gedanken, zu viele Entscheidungen in seinem von vielen braunen Haaren umgebenen Kopf, die dem Jungen in die Quere kamen, sämtliche Wege zu all den restlichen Gedanken blockierten und den übrigen Willen auf die kurzerhand wie ein Wasserfall aus dem Munde seines Gegenübers kommenden Worte richtete, denen er versuchte, so aufmerksam wie möglich zu folgen, aber nicht mehr weiterkam als dumm herumzustehen, zu warten und die hellen Iren nicht abzuwenden. Er war müde. Wollte nach Hause. Wollte nicht, dass es Mik schlecht ging und das dieser so von sich dachte. Das dieser sich Vorwürfe machte, die Schuld an allem zu tragen und dachte, dass er nicht gut genug für irgendjemanden war. Doch er hatte -so leid, wie es dem Größeren tat- …er hatte Recht damit, dass Eliott ihm keine Liebe entgegenbringen konnte, denn dieser konnte mit dem Worten Liebe und dem Satz Ich liebe dich wohl noch weniger anfangen, als der vor ihm Stehende von den verschiedensten Frauen beeindruckt war. ,,Mik, bitte." ,fing er deshalb zu reden an, trat noch einen Schritt näher, sodass er sich anschließend direkt vor seinem Gegenüber befand, die Hände nach oben gleiten ließ und um das Gesicht des Anderen legte, damit dieser gar keine andere Wahl besaß, als ihm zuhören, dazu anschauen zu müssen, auch, wenn Eliott es für einen Moment selber nicht tat, die Umwelt absuchte, um reflektieren, die richtigen Worte finden zu können. ,,Wir sind Freunde. Egal, was du denkst. Und du Mickael, du bist daran nicht Schuld, ja ? Der Satz "es liegt nicht an dir" mag zwar immer beschissen und nach einer Ausrede klingen, doch es ist die Wahrheit und ich... ich..." ,versuchte er erneut seine Worte zu finden. Nicht abzusacken und zu stolpern. Hinzufallen. ,,Ich kann mich nicht verlieben... Das ist keine Lüge, ich lüge dich wirklich nicht an.… aber… ich kann dir auch nicht sagen warum, es tut mir leid…"
Ein Stück Wahrheit und Miks Entscheidung, ob er diese letzten Endes komplett für sich behalten, oder am nächsten Morgen nicht mehr wie sonst aufwachen wollte. Spaß. Eliott würde ihm nicht ein Haar krümmen. Würde nur denen etwas antun, die jemandem, den er mochte weh taten. Er war da egal. Er war sich egal. Hatte keine Erwartungen vom Leben. Wollte glücklich sein, auch, wenn das nicht immer so klappte, wie man es sich wahrscheinlich vorzustellen wagte. Trotz dessen hörte er weiter zu, nickte im Anschluss ein paar auf den plötzlich herausspringenden Französisch-Südstaaten-mäßigen Akzent, auch, wenn dieser bedeutete, dass sein Freund sich in Rage geredet hatte.
,,Außerdem bin ich mir sicher, dass irgendwo, auch, wenn es erst in zwanzig Jahren sein sollte irgendein Kerl da draußen ist, der auf dich wartet. Immerhin kann man nicht für immer alleine sein und ich bin mir sicher, dass du auch deinen einen, einzigen Tag bekommen wirst, an dem du glücklich sein kannst Mik." ,kam es zum nicht gänzlichen Anschluss also aus ihm hervor, den zuvor noch ausdruckslosen Mund zu einem zarten, eher sanften Lächeln verzogen, ehe Eliott sich noch ein klitze-kleines Stückchen weiter zu dem Kleineren lehnte, ihm folgende Worte entgegenbrachte; ,,Und ich denke nicht, dass irgendjemand auf einen wartet, wenn man selber nichts dafür getan hat, um das zu verdienen.….---------" Ein Klingeln. Ein obszönes, lautes Klingeln seines Telefones. Der Name Artur und das wunderbare Bild seines besten Freundes auf dem aufblitzenden Bildschirm.

,,Du bist wach ?"

"Eliott ?''


,,Alles okay bei dir ?"

„Ich wollte nur kurz fragen… ob du etwas zu essen mitbringen kannst… ich meine, ich…“


,,Ja, ich bin auf dem Weg. Bin gerade fast bei der Apotheke und kann dann noch einkaufen gehen, ja ?"

„…brauchst du noch lange ? Weil…“


,,…"

Nein, er brauchte nicht mehr lange. Nein, Eliott wollte Artur nicht mehr warten lassen, doch wollte auch diese Sache geregelt haben, da er kein schlechter Mensch sein wollte. Ja, er konnte etwas zum essen mitbringen. Ja, Eliott hörte ihm zu. Wollte wissen, was los war. Ja, Eliott log ihn schon wieder an, so sehr er dies auch vermeiden wollte, blickte Mik beim telefonieren an, als der Ältere währenddessen einen tiefen Atemzug nahm, die eine, noch immer an seinem bunten Gesicht ruhende Hand fallen ließ, um das Telefon gänzlich umschließen zu können, doch die Augen auf seinem Gegenüber ruhen ließ, damit dieser nicht ging. Nicht dachte, dass der Neunzehnjährige ihn ignorieren wollte.

,,Brauchst du etwas ?"


"𝙻𝚎𝚝'𝚜 𝚛𝚞𝚗 𝚊𝚠𝚊𝚢 𝚝𝚘𝚗𝚒𝚐𝚑𝚝"

zuletzt bearbeitet 21.05.2019 22:35 | nach oben springen

#574

RE: start

in One of us is lying 21.05.2019 22:24
von XxYoshi • Junior Member | 54 Beiträge | 2700 Punkte



>> Schule || Ophelia || <<

Mein Grinsen wurde breiter, hämischer, je unwohler sie sich in meiner Gegenwart fühlte, je mehr Angst sie vor mit bekam. Ein Anzeichen von Wahnsinn? Nein, ich war wohl einfach ein Sadist und ich war es gerne. So sehr mich auch manche Schuldgefühle plagten, so sehr liebte ich es auch. Rund um war ich wohl einfach eine wahnsinnige, gestörte und vor allem tickende Zeitbombe. Doch wer wollte mich aufhalten? Sie ? Wohl kaum.
„Wenn du denkst ich bin unfreundlich, dann lerne Mick, Silas oder Connor kennen. Erst dann weißt du was unfreundlich wirklich ist. Erst dann ist deine Angst auch wirklich berechtigt.“, gab ich ihr auf das Schulterzucken zurück. Niemals würde ich sie abhalten den Kontakt zu ihnen zu suchen, aber vorwarnen konnte ich sie schon. Zumal ich sie so einschätzte, dass sie diese drei nun auf jeden Fall aufsuchen würde.
Sie lenkte im Grunde weiterhin ab. Es gab etwas was sie mir nicht verraten wollte. Ob ich es herausfinden wollte? Vielleicht. Für einen kurzen Moment musste ich kichern, stoppte damit dann jedoch abrupt und ging einen weiteren Schritt auf das kleine und zierliche Wesen zu. „Erstaunliche Notenbilanz für einen Junkie. Nicht wahr?“ Flüsterte ich. Ich traute ihr zu das sie intelligent genug war sich mehr als nur meinen Namen zu beschaffen.
Auf ihre weitere Provokation ging ich gar nicht er weiter ein. Das war quatsch und kostete nur meine wertvolle Zeit. Eher ging ich dann doch viel lieber auf die kleine Bitte ein, endlich meine Finger aus ihren Haaren zu nehmen. Natürlich hatte ich das nicht vor und dementsprechend viel dann auch meine Antwort aus. „Ich verstehe den Wunsch natürlich vollkommen, jedoch gibt es da wohl ein sehr kleines Problem.“ Eine kleine Pause entstand, in welcher ich sie mit meinen Augen fixierte. „Ich bin nicht nett, war es nicht und ich werde es wohl auch nie sein.“ Ihre Situation besserte sich kein bisschen, im Grunde verschlechterte sie sich zunehmend. Der kleine Kupferfuchs schien es zu merken, aber wand sich aus dem Dilemma auch nicht gerade heraus. Schien so, als spiele sie gerne mit dem Feuer. Die Frage war nur, ob sie sich verbrennen würde.
Kupferfuchs folgte meinem Blick, lenkte gleich ein, doch es gab auch keine andere oder besser gesagt bessere Ausweichmöglichkeit. „Oh man. Locker mal dein Korsett kleines. Ich bin doch kein Triebtäter. Mal abgesehen davon, dass ich dir schon 50 mal was antun hätte können, wenn ich es denn wollte. Selbst auf der Party hätte ich genügend Chancen gehabt, wenn ich dir gefolgt wäre.“ Augen verdrehend sah ich mich um. „Aber hey, wenn dir die Besenkammer oder der Keller lieber ist, dann gehen wir dahin.“


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#575

RE: start

in One of us is lying 21.05.2019 23:13
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte



LUCIEN
bei Adrian
antwortet Connor


aktueller Standort: soeben an Connor O‘Connor gesendet.

Die Matratze hebt sich zu Luciens linker Seite: Adrian steht auf.
Mit sich selbst zieht der Dunkelblonde auch die dunkle Tagesdecke fort, wickelt sie sich – was irgendwie umständlich aussieht – um die Hüften, entblößt Lucien nur mehr den oben auf breitere Schultern zulaufenden Rücken.
„Ist ok“, krächzt der dunkelhaarige Franzose, räuspert sich danach gleich. Er überprüft nochmals, ob die Location an Connor zugestellt wurde, dann sperrt er sein Telefon wieder. Weitere Worte setzt er nicht dahinter: so ist Lucien eben. Wortkarg, auf das Wichtigste fokussiert.
Seine Stimme will heute nicht so wie sonst, sie ist dünner und kratziger. Dabei verspürt er aber kein Zeichen von Unwohlsein, zumindest nicht im physischen Sinne. Luciens Hemmungen sind eher in seinem Kopf vorhanden, bringen ihn dazu, zumindest mit den Fingern über die Bettkante hinab nach einem Teil seiner Klamotten zu angeln.
T-Shirt und Boxershorts helfen dem Achtzehnjährigen, sich hier im Wohnwagen wieder wohler zu fühlen, auch wenn es dazu vielleicht noch einige Minuten mehr benötigen wird. Erst einmal muss er verdauen.
Lucien ist sich ziemlich sicher, mit Adrian geschlafen zu haben – alleine jede seiner Bewegungen, die ihm ein Ächzen entlockt, hilft ihm dabei auf die Sprünge. Dabei ist Lucien nicht schwul und, was intime Sachen angeht, viel zu zart besaitet. Klopft gerne Sprüche, aber ist insgeheim gar nicht so der Aufreißertyp, wie man ihm nachsagt. Will auch nicht, dass jemand dahinter steigt, will nicht, dass ihm jemand auf die Schliche kommt. Er weiß noch dazu nicht einmal, wie die beiden hierhergekommen sind. In der Mensa, gestern Nachmittag, stoppen seine Erinnerungen. Alles Weitere ist weg.
Dabei würde er viel dafür geben, zu wissen, welche Wunderpille das war: er könnte es öfters brauchen, so aus der Realität katapultiert zu werden.
Der Junge zieht sich T-Shirt und Boxershorts über, während Adrian ihn mit einem Glas Wasser lockt.
Dem anderen macht es Spaß, meint man, den jüngeren Franzosen so zu quälen. Der Deutsche hat einfach keine Hemmungen, ihm ist es egal. Ganz so, als wache er regelmäßig zu solchen Situationen auf.
Dann erst, als zumindest ein paar Teile seines Körpers von Klamotten bedeckt sind, rappelt er sich auf. Leise stöhnt Lucien, weil die Bewegung sticht, noch dazu knacksen ein paar Knochen in seinem Rücken, irgendwo auf Höhe der Schultern. Sich das Glas zu holen, das ist kein Meisterwerk.
Lucien überragt Adrian um einige Zentimeter und auch ein wenig breiter ist der jüngere der beiden jungen Männer. Seine Muskeln sind ausgeprägter, was nicht verwundert, soviel Sport wie er macht.
Sich aber dazu überwinden, einen Arm links von Adrian ans Waschbecken zu stemmen und mit der Hand des zweiten nach dem Glas zu greifen, den vor ihm stehenden somit einzurahmen obwohl es sicher auch anders ginge, ist schwieriger für ihn. Sollte es das sein?
Nein, denkt er sich, aber merkt doch, dass sich über Nacht irgendetwas verändert haben muss.
Lucien weist den Älteren nicht zurecht, dass er ihn nicht Lu-lu nennen soll, er brummt lediglich und zeigt somit, wie wenig er sich darüber freut. Mehr überkommt seine Lippen nicht, so als werfe man ihn in einen Raubtierkäfig und sagt, wenn du etwas sagt, fängt und frisst es dich.
Ihm fällt nichts ein, lässt stattdessen den Blick schweifen und das mit Müh und Not ergatterte Glas setzt er gleichzeitig an die Lippen. Zwei Schluck, dann ist es leer – zwei Schluck, dann springen ihm seine Jeans, sowie daneben seine Sporttasche und der Schulrucksack ins Auge.
„Connor hat mir geschrieben, er holt uns ab… falls du zum Unterricht gehst.“


So I will keep you day and night, here until the day I die
I'll be living one life for the two of us
I will be the best of me, always keep you next to me

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