#576

RE: start

in One of us is lying 22.05.2019 15:55
von Lea • Member | 848 Beiträge | 52850 Punkte


Daheim / Trailerpark – texting Lucien

Die Zeitung wartete schon vor der Tür auf ihn, da sich ja sonst niemand dafür interessierte. Wäre seine Mutter daheim, würde sie nicht mehr auf der Fußmatte zu finden sein. Manchmal hatte er wirklich das Gefühl, sie würde morgens im Morgenmantel und einer Tasse Kaffee in der Hand auf der Treppe warten, bis der Zeitungsjunge kam. Wer seine Mutter kannte stimmte ihm auch zu, dass es ein durchaus realistisches Bild sein würde.
Connor nahm die zusammengerollte Zeitung zu sich, entrollte sie und betrachtete die Schlagzeilen. Nichts großartig, was ihn dazu bewegte, nicht weiter zu blättern. Politik, Feuilleton, Sport. Den Sport überflog er sogar, fand es aber nicht großartig interessant. Todesanzeigen, er hatte keine Ahnung wer diese Leute waren. Stellenanzeigen interessierten ihn nicht. Er betrat das Haus wieder, ging aber nicht durch zur Hintertür, sondern direkt ins Arbeitszimmer seines Stiefvaters, um die Zeitung auf den Stapel zu legen, den er in den nächsten Monaten fürs Anfeuern des Kamins gebrauchen würde. Erst dann betrat er seinen eigenen vier Wände wieder. Der Wohnwagen war sein Heiligtum, er liebte dieses fahruntüchtige Gefährt viel zu sehr, um sich in dem durchaus gemütlichen Haus wohl zu fühlen. Der Flair seines russischen Stiefvaters zog sich durch und er konnte diesen Mann nicht ausstehen, konnte er noch nie.
Der Blick ging wieder zu seinem Handy, es blinkte so wunderschön vor sich hin. Es war wieder Lucien, der einfach nur den Standort schickte. So viel zum Thema Wann soll ich da sein? Seine Antwort war der Mittelfinger Emoji. Als die App diesen eingeführt hatte, hatte er sich so gefreut, dass er seine Mutter umarmt hatte. Aber das tat nichts zur Sache, er schaute erst mal, wo sich sein Kollege aufhielt. Trailerpark. Wer wohnte schon in einem Wohnwagen? Ha. Haha. Hahaha.
Die Wahrscheinlichkeit, dass er einen guten Kaffee bekam, ging gegen Null, weshalb er eine neue Kanne aufsetzte. Was war er nur für ein guter Freund? Vielleicht war es auch ein Friedensangebot, wenn er ihm unterbreiten würde, dass er seinen Teamkollegen Silas umbringen würde. Entweder er warf die Thermoskanne nach ihm oder er ignorierte das, weil er Kaffee bekam.
Seine Tasche packte er fertig, steckte sowohl die Creme, als auch Ivies Pulli hinein, um dann in seinen Küchenschränken nach der Thermoskanne zu suchen, da seine To Go Becher alle keine Deckel mehr hatten. Falls sie überhaupt noch ganz waren. Aber im hintersten Ecken fand er das silberne Ungetüm, blies hinein und füllte den heißen Kaffee ohne zu zögern hinein. Dass jemand Milch oder Zucker, wenn nicht sogar beides, gebrauchen könnte, kam ihm nicht in den Sinn. Er bekam Kaffee frei Haus, da sollte er die Klappe halten und trinken.
Mit einem warnenden Blick zu Ares nahm er seine sieben Sachen und verließ seinen heiligen Wohnwagen, um zu seinem genauso heiligen Gefährt, seinem Truck Teresa, zu gelangen. Tasche und Kanne fanden ihren Platz auf der Sitzbank, er selbst stieg auf die Fahrerseite, um sein Handy dann als Navi einzustellen. Nachdem er den Motor zum Leben erweckt hatte, dröhnte ihm auch schon laute Musik entgegen, die er nur wenig leiser stellte. Das Handy hatte er im Blickfeld, also keine Not alles so leise zu stellen, dass man die Stimme von Google Maps hörte.

Teresa brachte ihn treu an sein Ziel, wurde dann für eine Verschnaufpause abgestellt. Der junge Mann steckte sein Handy ein und nahm die Thermoskanne mit sich, während er über den Platz lief. Von einem Kerl wurde er gefragt, wo er hin wollte und nach einer kurzen Aussage, bekam er eine gestikulierte Wegbeschreibung. Es brachte ihn an sein Ziel, kein Mensch war zu sehen, aber dafür hörte man Menschen im Inneren. Also klopfte er, trat einen Schritt zurück, damit er die Tür nicht an den Schädel bekam. Jetzt musste er nur hoffen, dass man ihn hinein ließ.


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#577

RE: start

in One of us is lying 22.05.2019 17:21
von Lea • Member | 848 Beiträge | 52850 Punkte



Schule – Jaron – mentioning Edward


Wo war eigentlich ihr liebster Halbbruder, wenn man ihn mal brauchte? Nicht, dass sie nicht alles unter Kontrolle hätte – sie hatte nicht wirklich Kontrolle – aber ein wenig Unterstützung oder so ein Gehstock wäre jetzt eine nette Abwechslung. Nur war es eher unwahrscheinlich, dass er sich nach der gestrigen Aktion noch für sie einsetzen würde. Immerhin war es leicht, sie aus dem Leben zu streichen, da sie sich so gut wie nicht kannten. Also musste sie die Situation irgendwie alleine hinbekommen. Und schon fing er an von wohl unfreundlicheren Freunden zu reden. Zumal der eine Name schon vorhin gefallen war, im Zusammenhang mit Edward. So schlimm konnte dieser Kerl nicht sein, denn ihr Bruder war kein schlechter Mensch. Pessimistisch, aber nicht schlecht. Von dem her war ihre Antwort ein schlichtes Augenverdrehen. Mehr würde sie ihm nicht sagen.
Ob seine Notenbilanz erstaunlich war? „Wieso? Die stehen nicht im Jahrbuch.“, erinnerte sie ihn ohne große Emotionen. Seinen Namen hatte sie wirklich aus dem Jahrbuch bekommen, auf seine Noten hatte sie nicht geachtet. Wirklich nicht, sie hatte sie nur einmal ein wenig überfolgen, weil man daran vorbei musste, wenn man anderes herausfinden wollte. Aber es war nicht wirklich viel interessant gewesen, also woher sollte sie wissen, welche Noten er hatte? Oder erachtete sich Jaron selbst als so interessant, dass sie sich so sehr damit befasste und alle möglichen Informationen – sogar Noten – über ihn herausfilterte? Nein, da gab es in den Untiefen des Internets noch interessantere Sachen über ihn.
Er war nicht sonderlich nett, sagte er selbst. „Oh doch, doch bist du.“, widersprach Ophelia ihm, legte ihm sanft eine Hand an die Wange. „Weil nett die kleine Schwester von Scheiße ist.“ War sie liebevoll? Natürlich, immer. Aber so nah wie er ihr war, gab es ja wenig Raum für Kreative Lösungen. Ihre Hand nahm sie von seinem Gesicht, drehte ihren Kopf kurz, um ihren Kaffeebecher zu leeren. Sie wollte ihm das nicht um die Ohren schlagen, auch wenn das folgende nicht gerade netter war. Der Becher landete in ihrer Tasche, ehe sie sich zu Jaron drehte und erst mal seine Hand aus ihren Haaren entfernte. „Ich hätte das filmen sollen… du, hilflos, hattest keine Ahnung wohin… muss schon echt scheiße sein, wenn man auf Drogen angewiesen ist, nicht?“, fragte sie nach, legte den Kopf schief, ehe sie ihn nach hinten schubste. Abstand zwischen sich und seinen Körper zu bringen war sicher die beste Idee und auch der erste Schritt in mehr Freiheit. Schritt zwei war das etwas unpassendere – zumindest für ihren Charakter – packen seines Armes und dessen drehen auf den Rücken. Die andere Hand landete in seinem Nacken, um ihn runter zu drücken. „Denk einfach nicht dran.“, riet sie ihm, ehe sie den Ellbogen auf seinen Nacken legte, die Hand unter dem Shirt über seinen Rücken streichen lies. Kratzspuren, ansonsten gab es nichts. „Du solltest vielleicht das nächste Mal Partner mit kürzeren Nägeln suchen.“ Damit ließ sie ihn los, sie musste ihn ja nicht länger festhalten als sie wollte. „Wir sind quitt. Du hast alles, worum du mich gebeten hast und ich bin raus.“ Wahrscheinlich hatte sie es sich selbst damit verscherzt, aber was sollte sie sonst tun? Hier weiter rum stehen oder sich ausnahmsweise nicht rum schubsen lassen? Damit könnte sie sich später noch beschäftigen, denn jetzt erst mal ging sie Richtung Aufenthaltsraum.


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#578

RE: start

in One of us is lying 22.05.2019 18:49
von Lea • Member | 848 Beiträge | 52850 Punkte



With Eliott – Eliott – mentioning Ivie


Mik
Ja, auf diesen Namen hatten ihn seine Eltern getauft. Mickaël Lefevre, kurz Mik. Seine Eltern waren verheiratet gewesen, aber seine Mutter hatte nie den Namen ihres Mannes angenommen – und umgekehrt. Somit war er die ersten Jahre mit dem Namen seiner Mutter aufgewachsen, ehe er von seinem Onkel adoptiert wurde. Es war eigentlich das einzige, was ihn von seiner Familie geblieben war: ein Name. Manchmal musste er sich anstrengen, damit er sich an die Namen seiner Eltern erinnerte, aber es fiel ihm immer wieder ein. Jeannette Lefevre und Forrest Kelleher. Was sie jetzt wohl zu ihm sagen würden? So wie er aussah. Machten sie sich Vorwürfe, dass sie ihn bei dem einzig lebenden Verwandten untergebracht hatten, der ihren einzigen Sohn nicht gut behandelte? Würden sie ihn überhaupt noch lieben, weil er auf Männer stand? Oder drehten sie sich deshalb im Grab um? Alles fragen die er sich nie beantworten konnte, niemals Antworten bekommen könnte. Seine Mutter war Einzelkind gewesen, ihre Eltern waren schon gestorben, als Mik auf die Welt kam. Und sein Vater hatte einen Bruder, bei welchen er lebte und niemals auch nur ansatzweise eine frage stellen könnte. Jetzt nicht und damals schon zwei mal nicht.
Eliott trat auf ihn zu, legte seine Hände an sein Gesicht. Für einen Moment kniff er die Augen zusammen, biss sich auf die Zunge, da diese Berührung schmerzhaft war, egal wie sanft sie der andere auch ausführte. Dennoch war der Schmerz gut, es lenkte ihn ein wenig von den Worten ab, die ihn ein wenig irritierten. Sie waren Freunde und er war nicht schuld. Woran? An ihrer Freundschaft? Oder hatte er einen Punkt übersehen, der für andere absolut offensichtlich war? Aber daran wollte er keine Gedanken verschwenden, wollte ihm lieber weiter zuhören, solange er nicht in Tränen ausbrach. „Putain, Eliott, du redest Schwachsinn.“, war die erste Reaktion seitens Mik. „Du wirst dich auch verlieben, wenn du es nicht schon bist. Nur ich bin die falsche Person für dich. Genau wie Zeta. Glaub mir. Und es ist ein tolles Gefühl, auch wenn es weh tut.“ Selbst jetzt war es ein schönes Gefühl, so nah bei ihm zu sein. Zwar brach er ihm gerade sein Herz, pulverisiert es, aber es änderte nichts daran, dass seine Haut unter jeder einzelnen Berührung kribbelte, er sich komisch fühlte, aber keines falls schlecht. Er war so benebelt, dass er sogar seine Hände an die Seiten seines Gegenübers gelegt hatte. Jetzt müssten sie aber ein wirklich komisches Bild für die Passanten abgeben.
Der kleine Franzose war überrascht, dass er so lange beim Thema blieb. Vielleicht lag es daran, dass er wirklich nichts in seinem Kopf auf die Reihe brachte als Komplimente für Eliott herauszusuchen oder sich selbst zurück zu halten, um ihn hier nicht anzuspringen, aber seine Gedanken blieben an einer Stelle. Im Hier und jetzt, nicht in Zukunft oder Vergangenheit. Auch wenn sich hier jemand anderes mit der Zukunft befasste und einen Mann für ihn prophezeite, der ihn glücklich machen würde. Dass er einen glücklichen Tag haben könnte. „Nennt sich Todestag.“, flüsterte er als sarkastische Antwort, glaubte aber auch daran, dass er die Wahrheit sagte. Wäre er nicht mehr am leben, wäre er sicherlich glücklicher als die meiste Zeit seines bisherigen Daseins.
Ohne es wirklich zu wollen erwiderte Mik das Lächeln, öffnete den Mund, um wieder etwas zu sagen, als er auch schon erneut Eliotts Stimme wahrnahm. Er begann was zu erzählen, als sie von einem Klingeln unterbrochen wurden. Anscheinend wollte jemand ihnen nicht diese Aussprache gönnen und störte sie dabei, weshalb er es nicht lassen konnte, ein Blick auf das Handy zu werfen. Artur. Na da hatte er doch seine eine Person, die ihm zudem auch so wichtig schien, dass er das Gespräch annahm. Augenblicklich wendete er seinen Blick ab, sah zur Seite, beobachtete die Leute, die umher liefen. Seine Hände hatte er von dem Größeren entfernt, sie sich selbst um den Oberkörper gelegt. Er wusste wo die Flecken an seinen Rippenbögen waren, er hatte seine Finger präzise drauf platziert und drückte ein wenig zu, damit er nicht vollends von seinen Gefühlen eingenommen wurde. So, wie der andere damit umging, machte es alles nur noch schwerer. Würde er ihm einfach sagen, dass er nicht auf Männer stand, wäre alles kein Problem. Nur wussten beide, dass es eine Lüge werden würde. Mik hatte seine Homosexualität nur anfangs geheim gehalten, wenn er sich Freunde gemacht hatte, hatte er es ihnen eigentlich relativ gleich gesagt. Allen, außer Ed. Irgendwie… hatte er es nie für sonderlich nötig gehalten, es war einfach so gewesen. So und nicht anders.
Seine Unterlippe zitterte leicht, seine Augen füllten sich mit Tränenflüssigkeit. Nein, er wollte hier nicht weinen; nicht hier und nicht jetzt. Er senkte seinen Blick, drückte stärker auf die Hämatome, was aber nur dazu führte, dass die erste Träne kullerte. Vor Schmerz, aber vielleicht auch vor Trauer. Es tat weh, von jemand, den man liebte, zu hören, dass dieser nicht das gleiche für ihn empfand. Vielleicht auch sogar mehr als die dunklen Flecken an seinem Körper. Augenblicklich dachte er an Ivie, wie gern er sie jetzt umarmen würde, um ihr zu erzählen wie ungerecht diese Welt war. Aber er wusste nicht, ob sein Anblick sie nicht verschrecken würde.
„Brauchst du was?“ Mit der Hand wischte er sich unter den Augen entlang, ehe er den Kopf drehte, um den Mann mit den wunderschönen, blauen Augen anzusehen. Brauchte er was? Einen Freund, Geld, ne funktionierende Familie, nen Auftragskiller, jemand der ihn vor seinen Gedanken bewahrte… So vieles brauchte er, aber er bekam kein einziges Wort über die Lippen.


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#579

RE: start

in One of us is lying 22.05.2019 19:32
von XxYoshi • Junior Member | 54 Beiträge | 2700 Punkte



>> Schule || Ophelia || <<

„Im Jahrbuch. Natürlich.“, gab ich lachend von mir. Als wenn ich ihr dies noch glauben würde. Niemand machte sich die Arbeit und sah in einem Jahrbuch nach. Vor allem nicht wenn es um mich ging. So viel Arbeit machte man sich nicht für einen bedeutungslosen Junkie. „Merkwürdig nur, dass ich eigentlich gar nicht im Jahrbuch stehe.“ Ich wusste, dass der kleine Kupferfuchs vor mir verdammt schlau war, nur allen Anschein nach beging sie einen Fehler. Sie fing an mich zu unterschätzen. Als ob ein Drogenjunkie, welcher im Grunde keiner war, mit ihr mithalten könne. Ja Kupferfuchs, kann er.
Sie legte eine Hand an meine Wange und mein lächeln versiegte ein wenig. Ihre nachfolgenden Worte trafen mich nicht im Geringsten, dennoch war ich froh als sie ihre Hand wieder weg war. Ich fixierte sie weiterhin, beobachtete sie ganz genau, denn sie versuchte nun eine Rolle einzunehmen, welcher sie nicht gewachsen war. Der Flur in dem wir uns befanden war beinahe leer. Die wenigen Mitschüler die da waren, waren bereits dabei zu gehen. Dinge, die ich immer im Blickfeld hatte. „Was bist du dann? Die große Schwester?“, fragte ich hämisch und leckte mir kurz über meine Lippen um diese zu befeuchten.
Ruhig sah ich zu wie sie ihren Kaffeebecher leerte. Ich war in keinster Weise beunruhigt. „Hm. Geht so kleines. Um ehrlich zu sein kann ich da gar nicht so mitreden.“, raunte ich ihr zu, was schon beinahe einem knurren ähnelte. Sie legte den Kopf schräg, machte unbewusst einen kleinen Schritt nach vorne und schubste mich einen Millimeter von sich. Sie war klein und zierlich, was glaubte sie, wie weit ich mich dadurch entfernen würde. Dennoch ließ ich sie gewähren.
Ich glaubte wirklich an ihren Verstand, doch dann tat sie etwas, was sie noch länger bereuen würde. Ich blieb ruhig, so ruhig, dass es einem beinahe Angst machte. Locker ließ ich die Prozedur über mich ergehen, sogar die sexuelle Belästigung die sie gerade beging, als sie einfach unter mein Shirt griff. Antworten gab ich ihr nicht, denn das laute rufen in meinem Kopf wurde unüberhörbar.
Sie ließ mich los. Das rufen verstummte. Ruhe beherrschte meinen Kopf. Als sie sich abwandte um zu gehen, war es eine Instinkthandlung, die mich zu meinem nächsten Schritt befähigte. Mit einem mehr als heftigen Ruck zog ich das kleine Wesen, an ihren Haaren zu mir. Erst als sie wieder bei mir war, war ich es nun, welcher ihre Arme nach hinten legte und sie so in die Toilette dirigierte. Es waren Bruchteile von sekunden ehe ich sie gegen eine Wand drückte. Mit dem Gesicht den kalten Fliesen entgegen. Die Ruhe selbst drückte ich meinen Ganzen Körper an sie, immer darauf bedacht ihre Hände, über kreuz, auf dem Rücken zu halten. „Ophelia Smith, was würden nur Marie und Jonathan dazu sagen, wenn sie dich so erleben würden.“, flüsterte ich in ihr Ohr, mit einem mehr als nur bedrohlichen Unterton, immer noch die Ruhe selbst. „In Zukunft solltest du überlegen wie du mit mir umgehst, denn wir Beide werden irgendwann mal sehr viel Zeit miteinander verbringen. Außerdem möchtest du doch nicht, dass deinem kleinen Edward ein weiterer Unfall passiert oder? Wer weiß wie dieser enden würde.“
Klarer und gefasster als jemals zuvor, ließ ich sie los, stieß sie gen Boden. *„Я знаю все о тебе, если я хочу этого „





*Ich weiß alles über dich, wenn ich es will


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#580

RE: start

in One of us is lying 23.05.2019 16:14
von Zonya • Junior Member | 495 Beiträge | 36150 Punkte






S I L A S
Zuhause mit Ivie





„For all of the light that I shut out, for all of the innocent things that I doubt.
For all of the bruises I've caused and the tears, for all of the things that I've done all these years.
Yeah, for all of the sparks that I stomped out, for all of the perfect things that I doubt"





Es fühlt sich an wie ein Feuer, mal klein, mal groß, dass seinen Verstand einheizt. Der Gedanke hämmert in seinem Kopf. Es ist keine Angst die ihn anbrüllt, oder die er einfach nur irgendwo in seinem Körper fühlt. Es ist keine Angst, die ihn überfällt wie eine gehörige Portion Wut. Aus der Angst wurde schon lange die Einsicht der eigenen Unzulänglichkeit. Selbst manchmal, wenn er für einen kurzen Moment glaubt, alles ist gut, überfällt es ihn mit voller Wucht; Das Wissen nicht genug zu sein. Silas kann niemals sein, was Ivie verdient.
Im Badezimmer hat der dunkelhaarige jedes Zeitgefühl verloren. In seinem Kopf dreht sich alles. Es ist, als würde er in seinem Leben zurückspulen und sich wieder die selben Fragen stellen: Erträgt er einen noch tieferen Schnitt, erträgt er noch größeren Schmerz? Für eine Sekunde erscheint das Gesicht seines Vaters vor seinem inneren Auge. Hier und jetzt droht er wieder den Sieg über ihn davonzutragen, obwohl er meilenweit weg in seiner Zelle eingesperrt ist.
Die Hand des kräftigen Jungen schließt sich um die Klinke der Haustür, den zerschlissenen Rucksack hat er über die Schulter hängen.
Ivies zarte Stimme ist alles, was ihn zurückhält, alles warum er nicht die Tür öffnet und geht, so wie er es vor hatte, so wie es richtig wäre.
Langsam dreht er sich zu ihr um, sieht ihr fest in die Augen und versucht so gefasst wie möglich zu wirken, obwohl sein Herz wie verrückt klopft.
Mühsam holt er Luft und versucht das ständige Pochen in seinem Kopf zu ignorieren, von dem er sich sicher ist, dass es sein Herzschlag ist.
"Warum?" fragt er mit rauer Stimme, die Hand weiterhin an der Türklinke, bereit jeden Moment zu gehen.
Sein Blick liegt eisern auf dem Mädchen, die einzige Person, die diesen Moment mit ihm teilen kann. Ein flaues Gefühl im Magen, Hoffnungslosigkeit die in der Kehle brennt, ein boshafter Schatten, der sich über das Herz legt. Sie sind wie müde Soldaten, die in derselben aussichtlosen Schlacht kämpfen.
Einen Moment ist es still zwischen den beiden. Silas schweigt und wappnet sich für die nun folgenden Worte, die er nur unter Qualen hervorzubringen scheint, doch als er anfängt zu reden, ist seine Stimme ganz ruhig.
"Das willst du nicht" sagt er und schüttelt kaum merklich den Kopf. "Ich bin nicht was du willst..."
Silas Finger umklammern nicht länger die Klinke der Hautür, er lockert seinen Griff und lässt die Hand langsam sinken.
Eine Stimme in ihm schreit er solle gehe, sich einfach umdrehen und all das hier vergessen - sie vergessen. Doch Silas folgt ihr nicht, auch wenn sie mit jedem Schritt, den er auf die letzte Treppenstufe zuschreitet, lauter wird.
Ivie steht noch immer oben und hält sich mit der Hand am Geländer fest.
"Gib mir nur einen Grund .. und ich bleibe".




„I'll be good'




ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʟɪᴀʀs, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʙᴇᴀᴜᴛɪғᴜʟ ᴀɴᴅ ᴘʀɪᴠɪʟᴇɢᴇᴅ, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ᴄʀᴀᴄᴋᴇᴅ ᴀɴᴅ ʙʀᴏᴋᴇɴ. ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ʟᴏᴠᴇ ᴀɴᴅ ʀᴏᴍᴀɴᴄᴇ, ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ᴛʀᴀɢᴇᴅʏ.
ᴡʜɪᴄʜ ᴀʀᴇ ʟɪᴇs? ᴡʜɪᴄʜ ɪs ᴛʀᴜᴛʜ. ʏᴏᴜ ᴅᴇᴄɪᴅᴇ


zuletzt bearbeitet 23.05.2019 16:15 | nach oben springen

#581

RE: start

in One of us is lying 25.05.2019 16:09
von Zonya • Junior Member | 495 Beiträge | 36150 Punkte





A D R I A N • M A R Q U A R D T
Trailerpark ; Lucien, Connor


Der Sex, sogar recht anständig für ein erstes Mal, erscheint so weit weg, als wäre er nicht gestern, sondern letztes Jahr gewesen. Der Rausch ist verflogen, sie sind wieder nüchtern. Und Adrian fragt sich, ob Lucien ihn wohl gleich beim Kacken nebenan hören wird. Überhaupt liegt vieles im Uneindeutigen. Während Adrian vielleicht den Spaß seines Lebens hatte, schafft der Quarterback es kaum sein Unbehangen zu verstecken.
Bevor er überhaupt das Bett verlassen kann, angelt er nach seinen Klamotten und streift sich T-shirt und Boxershorts über. Adrian beobachtet das Spektakel, denkt garnicht daran, seinem Freund Privatsphäre zu lassen. "Ich guck dir schon nichts weg" sagt der Deutsche und verzieht die Lippen zu einem schiefen, schamlosen Lächeln, "was denn auch".
Das Unbehagen ist des Franzosen wunder Punkt, in den der Ältere nur zu gerne den Finger legt. Adrian ergötzt sich daran, es macht ihm sichtlich Spaß und er versucht nicht einmal diese Tatsache zu verstecken.
Lucien holt sich das Glas Wasser, ganz so, wie Adrian ihn dazu aufgefordert hat, zieht es nicht nur einmal, sondern ganze zwei mal zurück, bevor er es dem Französen feixend übergibt.
Dass Lucien nicht anders, als mit einem bloßen Brummen, auf seinen von Adrian persönlich übergebenen Spitznamen reagiert, entlockt dem Deutschen beinahe ein entäuschtes Seufzen, dass er noch im letzten Moment unterdrücken kann. Einzig und allein das Lächeln auf seinen Lippen verrutscht nach unten, zeigt seinen Freund, dass seine Erwartungen nicht getroffen wurden.
Der Junge wartet einen Moment, beobachtet den Französen beim trinken, weiß selbst nicht so genau, was er als nächstes tun soll.
Dann erwähnt er Connor. Ein Name, mit dem der Deutsche nicht viel anzufangen weiß. Adrian hat hier und da mal einen Namen fallen gehört, sich ein Gesicht dazu, aber nur in den seltensten Fällen gemerkt. Er hält es nicht für wichtig jeden hier zu kennen und das Interesse daran, hat er schonmal gar nicht. Viel lieber konzentriert er sich auf Freunde wie Lucien, auf seinen Bruder und die Namen, die auf seinem Handybildschirm aufleuchten und ihn zum schwitzen bringen. Adrian hat sich noch nicht entschieden, was er mit dem Wissen über Elliot anstellt, wer dieser Elliot überhaupt ist und was für eine ganz besondere Rolle er in Arturs Leben spielt.
Noch so eine Geschichte ist die Schule, zu die der Französe anscheinen gehen will. Adrian wirft einen Blick auf seine Hose, die zerknüllt auf dem Boden liegt. Er weiß genau welche Wunderpillen sich in der linken Gesäßtasche befinden, würde viel lieber da weiter machen, wo sie aufgehört haben bevor sie zwischen seinen Laken gelandet sind. Der Deutsche zieht die Augenbrauen hoch, drückt sein Missfallen aus. Seine Beziehung zu der Anwesenheitspflicht in der Schule war schon immer ambivalent. Er brummt und fasst sich an den Kopf, als würde alleine der Gedanke an die Schule Kopfschmerzen bei ihm auslösen.
Dann klopft es auch schon. Adrian lässt den Blick zwischen Lucien und der Tür hin und her schweifen, noch immer hat er nur die dünne Tagesdecke um die Hüften gewickelt. Dann grinst er.
"Deine Süße ist da" schmunzelt er und geht zur Tür des Wohnwagens. Während Adrian sich an Lucien vorbeidrückt, legt er langsam, als würde er es bei jedem seiner Gäste machen, eine Hand an sein Gesäß und drückt zu. Den Blick hat er dabei direkt in Luciens Gesicht gerichtet, wartet den Richtigen Moment ab, damit der Französe auch ja sieht, wie er ihm zuzwinkert.
Süffisant lächelnd öffnet der Deutsche einen Spalt breit die Tür.
Adrian muss zugeben, dass er sich Connor anders vorgstellt hat - kleiner, netter, weniger Tattoos. Der Junge lässt seinen Augen über seine Präsenz scannen, versucht seinen Blick dabei gar nicht zu verstecken. "Connor", stellt er fest und stützt sich mit dem Arm über dem Kopf am Türramen ab, versperrt seinem Gegenüber damit den Blick ins innere seiner vier Wände.
Einen Moment verharrt er in dieser Position. Dann zieht er sich zurück und öffnet die Tür bis zum Anschlag.
"Komm rein".


ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʟɪᴀʀs, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʙᴇᴀᴜᴛɪғᴜʟ ᴀɴᴅ ᴘʀɪᴠɪʟᴇɢᴇᴅ, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ᴄʀᴀᴄᴋᴇᴅ ᴀɴᴅ ʙʀᴏᴋᴇɴ. ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ʟᴏᴠᴇ ᴀɴᴅ ʀᴏᴍᴀɴᴄᴇ, ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ᴛʀᴀɢᴇᴅʏ.
ᴡʜɪᴄʜ ᴀʀᴇ ʟɪᴇs? ᴡʜɪᴄʜ ɪs ᴛʀᴜᴛʜ. ʏᴏᴜ ᴅᴇᴄɪᴅᴇ


zuletzt bearbeitet 25.05.2019 16:10 | nach oben springen

#582

RE: start

in One of us is lying 26.05.2019 01:03
von yulssi • Junior Member | 178 Beiträge | 8900 Punkte

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𝗘𝗟𝗜𝗢𝗧𝗧 𝗗𝗔𝗩𝗘𝗡𝗣𝗢𝗥𝗧

mik - artur

Er redete anscheinend Schwachsinn, doch Eliott schüttelte nur seinen von braunen Haaren umgebenen Kopf mit kurzerhand für den anhaltenden Moment geschlossenen Augen, bereute sofort, Mik diese Information über sich erzählt zu haben. Eliott war dumm. Er war dumm. Er war mehr als dumm. Warum dachte der Neunzehnjährige nur immer wieder, dass er manchen Menschen auch nur ansatzweise vertrauen konnte, dass diese ihn eventuell nicht als vollkommenen Vollidioten abstempelten und sich im späteren Nachhinein über ihn lustig machen würden. Eliott war so gottverdammt dämlich, dass es ihm selber schon weh tat- er seinen Kopf am liebsten gegen die nächstbeste Laterne gerammt, wenn gerade niemand dabei zugesehen hätte. Er haderte kurz, atmete tief durch, um nicht wütend oder sonst was zu werden, die Nerven beibehalten und in seinem doch chaotischen Inneren sortieren konnte, musterte den vor ihm Stehenden anschließend mit gesunkenen Lidern, ehe er den Blick nach unten richtete, nicht mehr nach oben, zu dem schaute, der jeden Grund dazu besaß, ihn als vollkommen bescheuert abzustempeln. ,,Ich kann mich nicht verlieben. Liebe ist nicht real Mik. Ich tue anderen weh und mehr passiert nicht, verstehst du ?… wie sollst du das verstehen, wenn…" ,brach der Ältere beim sprechen ab, ließ die Pupillen wieder das verdroschene Gesicht seines Gegenübers nach irgendwelchen Emotionen absuchen, doch konnte keine feststellen, die irgendetwas absolut negatives über ihn aussagten. Die ihm Ekel, Hass, oder noch schlimmeres entgegenbrachten. Fand keine Worte Miks, welche ihm sagten, dass er gehen, sich endlich verpissen sollte, wenn er erneut wirres Zeug von sich gab, das man schwieriger zusammenbasteln konnte, als ein Puzzle mit hunderten von Teilen. Eliott war so frustriert, dass er erstmals keine Worte mehr herausbrschte, sich fragte, ob er überhaupt noch reden sollte, wenn es doch eh nicht gut genug für was auch immer war. Eliott log nicht. Eliott sprach die Wahrheit, wenn er wollte. Eliott wollte heulen und lachen. Beides gleichzeitig. Es war doch unfair.
Nach allem hatte er seine beiden Hände jedoch noch immer nicht von Ort und Stelle genommen, das vor ihm liegende Gesicht in eben diese gelegt, vielleicht auch einfach andersherum, konnte keinen klaren Gedanken dazu fassen, dass Mickael so negativ zu sein schien, auch, wenn dies eigentlich seine Rolle in der so oder so schon verdorbenen Gesellschaft sein sollte. Todestag. Ein Tag, an dem man ewigen Frieden finden, sich zu Ruhe betten sollte. Ein Tag, der für manche Personen der schönste Tag, die schönsten Stunden und Minuten sein sollte und für andere wiederum schrecklich war. An dem manche Menschen um den Verlorenen weinten, sich die Frage stellten, warum es so gekommen war und warum denn jemand von einem gegangen ist. Wahrscheinlich eine natürliche Reaktion. Real. Echt, und doch so unterschiedlich, sodass der Franzose es nicht gänzlich komprimieren konnte. Denn wenn es für wen einen glücklichen Tag darstellte, warum waren andere denn so traurig über den Fakt, dass es der besagten Person dabei nicht schlecht ging ? Warum konnten manche sich nicht einfach für die, die es benötigen freuen ? ,,Warum sagst du solche Sachen Mik ?" ,fragte der ein ganzes Stückchen Größere deshalb am Anfang erst ein wenig irritiert, musste am Ende noch ein wenig breiter lächeln, als auch ihm eins gezeigt wurde. ,,Ein Lächeln steht dir besser als lila Flecken." ,kam es deshalb als kleiner Kommentar, der Körper bei der plötzlichen Unterbrechung abgewandt, der grüne Hörer betätigt und die Konversation gestartet, mit einem ,,Es dauert nicht mehr lange, ja ?" beendet. Aufgelegt. Er musste sich beeilen. Artur die Medizin besorgen, die er dringend benötigte. Musste ihn bei der Schule abmelden. Musste noch so viele Dinge tun und hatte bis nun noch gar nichts geschafft, bis auf seinen Gegenüber wieder angesehen. Wenn er weiter über irgendetwas nachdachte, dann würde sein Kopf explodieren. Eliott wollte nicht mehr denken, wollte nicht an Artur denken, da sein Herz sonst einen Aussetzer machte. Weil er Angst davor hatte, zu viel zu denken und dann mit dem überreagieren anzufangen, zumal der Neunzehnjährige doch wusste, dass es nicht der Realität entsprach. Das er den Deutschen nicht auf diese Art und Weise mochte.
Er weinte. Mik weinte, was man an den bitteren Tränen auf den sonst so hellen Wangen erkennen konnte, die sich ihren Weg immer weiter nach unten, den Kiefer entlang und auf den Boden hinunter suchten. Eliott konnte nichts. Hätte nie kommen sollen. Hätte nie in diese Stadt ziehen sollen. Hätte nie Freunde finden sollen, die ihn wahrscheinlich nicht einmal als diesen betrachteten. Konnte nichts. Rein gar nichts außer immer und immer wieder alles kaputt machen. ,,Mik…" Der Dunkelhaarige fand keine passenden Worte, obwohl er so sehr danach suchte, schloss einfach seine zwei freien Arme um den zierlichen Körper vor sich, um diesen mit einer gebotenen Leichtigkeit an sich zu drücken, dabei aufzupassen, nicht noch mehr Hämatome und andere Blessuren zu verursachen. ,,Es tut mir leid, wirklich. Es tut mir leid Mik. Es tut mir leid.…" Es tat Eliott leid, dass er nicht normal war. Es tat ihm leid, dass er allen nur noch Schmerzen zufügte und es tat ihm leid, dass er nicht der war, für den man ihn hielt, ihn nicht verstehen konnte und das auch er andere einfach nicht richtig verstand. ,,Bitte erzähl' das keinem, ich weiß nicht, was ich tun soll..."


"𝙻𝚎𝚝'𝚜 𝚛𝚞𝚗 𝚊𝚠𝚊𝚢 𝚝𝚘𝚗𝚒𝚐𝚑𝚝"

zuletzt bearbeitet 26.05.2019 01:06 | nach oben springen

#583

RE: start

in One of us is lying 26.05.2019 13:01
von KimEule • Junior Member | 388 Beiträge | 21300 Punkte


Edward Düster
@ home
Texting Mik


Ich hatte die Nacht kaum geschlafen. Nachdem Ophelia gegangen war, hatte ich noch einmal versuchen wollen, Mik zu erreichen, war dann jedoch davon abgekommen. Dad hatte angerufen. Wir telefonierten viel, wenn er unterwegs war. Auch jetzt nach dem Unfall noch. Seit das wieder möglich war. Und ganz ehrlich: ich konnte ihn nicht anlügen. Als er fragte, was los war, versuchte ich zwar erst, ihn mit der Sache mit Mik zu vertrösten, aber so richtig klappen wollte das auch nicht. Schließlich erzählte ich ihm dann doch von meiner Begegnung mit Ophelia. Was am Telefon natürlich echt beschissen war. Er wollte mir auch erst nicht so richtig glauben, wurde kurz wütend und dann fürchterlich still, ehe wir auflegten. Ich machte mir einfach Sorgen. Um ihn. Um Mik, der sich bin dato immer noch nicht gemeldet hatte.
Ich stand dann viel zu früh auf und ignorierte, dass ich eigentlich gar keinen Kaffee trinken durfte. Ich packte mein Handy und nach der Uhrzeit zufolge müsste Mik schon wach sein. Allein wegen dem blöden Vieh von Hund.
‘Alter. Wenn du nicht gleich nen Lebenszeichen schickst…‘, versuchte ich ihm eine Sprachnachricht zu senden, aber mein Handy streikte. Der Ladekringel kringelte und kringelte und kringelte, bis ich eine Nachricht bekam, dass die Nachricht zurzeit nicht zugestellt werden kann. Ich holte aus und war drauf und dran, das Telefon in die nächstbeste Ecke zu feuern. Da vibrierte es erneut und ich ließ es zum Glück bleiben. Ich konnte mir kein neues Handy leisten. Gestern war ich mir noch sicher gewesen, dass Mik mir einfach nur aus dem Weg gegangen war. Aber der Arsch wohnte bei einem prügelnden Verrückten und mittlerweile hatte ich Bilder im Kopf, wie er leblos in seinem eigenem Blut lag. Oder von der Polizei seine Leiche aus der Wohnung getragen wurde. Mik war mir ja keine Rechenschaft schuldig. Er musste mir ja auch nicht immer antworten. Er durfte mir ja auch mal aus dem Weg gehen. Aber Sorgen machte ich mir eben doch. Eben wegen seiner Lebenssituation. Wenn er nicht so wohnen würde, wäre das vielleicht was anderes.
Du lebst noch, oder?, stand auf dem Display meines Handys. Eine Nachricht von Mik. [b]Wollte der Wichser mich eigentlich verarschen?![/i]
#Fahr mit Auto. Nehm dich mit. WO BIST DU?!?!#
Ich war sauer. Ich hatte schon wieder schlechte Laune. Aber wenigstens lebte der Kerl. Ich musste unbedingt mit ihm reden. Ich musste aus ihm herausquetschen, wieso der mir gestern aus dem Weg gegangen war. Und wenn das nicht ganz so schlimm war, könnte ich immer noch überlegen, ob ich ihm das mit Ophelia erzählte. Aber erst mal musste ich herausfinden. Was mit ihm los war. Konnte ja nicht angehen. Irgendwas war da doch im Busch. Ich packte das Handy wieder weg und fuhr mir durchs Gesicht. Mich beschlich das ungute Gefühl, dass irgendwas auf dieser blöden Party passiert war. So war Mik ja sonst nicht. Mir kam das einfach total komisch vor. Da war es auch total egal, was ich gestern noch so alles herausgefunden hatte. Solange ich keinen Anruf bekam, dass mein Vater den LKW in einen Graben gesetzt hatte, konnte ich eh nichts tun. Und ich wollte mit dieser Frau eh nichts zu tun haben. Sie wollte von mir schließlich auch nichts.


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#584

RE: start

in One of us is lying 26.05.2019 19:13
von Lea • Member | 848 Beiträge | 52850 Punkte



With Eliott – Eliott – texting Ed, Ivie


Liebe ist nicht real.
Liebe war ein Gefühl, deshalb sicher nicht weniger real. „Mit deiner Logik sollte Luft auch nicht real sein, man fühlt die nur. Aber was ist mit Gott? Ist der real oder nicht?“ Eigentlich stand es ihm nicht zu, so mit seinem Freund zu reden, aber was blieb ihm auch gerade anderes übrig? Das war doch zum Mäusemelken mit diesem Kerl. Liebe war nicht real. Was war das dann, was er für ihn fühlte? Blähungen? Magen-Darm? Krebs? Hunger? Bei all dem bekam man kein Kribbeln unter der Haut, sobald man von dem anderen berührt wurde. Vielleicht lebte auch nur einfach etwas unter seiner Haut, was unbedingt raus wollte und in Eliott rein. Nur war das unwahrscheinlich, zumindest konnte er sich nicht vorstellen, das etwas unter seiner Haut hauste. „Wie soll ich das verstehen wenn du mir gerade sagst, dass du mich nicht liebst?“, beendete er dann den Satz. „Oder eher, weil ich ausseh, als hätte ich noch nie Liebe erfahren?“ Zwar gab es durchaus Leute, die sehr gerne etwas härter angepackt wurden bei nächtlichen Aktivitäten, auch sicher welche, die drauf standen, grün und blau geprügelt zu werden, aber das alles war nichts für Mik. Er mochte es durchaus härter, auch mal gefesselt oder ähnliches, aber alles in dem Rahmen, bei dem am nächsten Morgen höchstens Knutschflecke und Kratzspuren an die voran gegangenen Momente erinnerten. Das war definitiv kein Liebesspiel gewesen, zumindest beinahe nicht.
Je länger er Eliott ansah – ansehen musste – desto schlimmer wurde es für ihn. Als ob er nicht schon jedes einzelne Wimpernhaar, jede einzelne noch so leichte Falte kannte. Er wusste, wo sich was in seinem Gesicht befand. Würde er jemals ein Phantombild von ihm zeichnen lassen müssen, wäre es wohl die genaueste Beschreibung die diese Person jemals erleben würde. Hätte er mehr Talent, würde er es demjenigen abnehmen und selbst zeichnen, aber er sah nicht aus wie eine unförmige Kartoffel mit Behindertenausweis. Eliott war wunderschön, mit flauschig aussehenden Haaren, welche der Schwerkraft die Stirn boten und Augen, in denen man ertrinken könnte. Wie Leute ihn nicht lieben, vielleicht sogar hassen, konnten, war ihm ein Rätsel. Ein riesiges Rätsel.
Genauso ein Rätsel musste wohl auch seine Aussage für den Franzosen sein. „Sieh mich an und beantworte dir die Frage selbst.“ War es zu viel verlangt, diese Aussage zu verstehen, wenn der andere im Verhältnis mehr lila war als Hautfarben? Es gab Leute, die es nicht mehr fragen würden. Fynn zum Beispiel würde nicht fragen. Edward auch nicht. Wahrscheinlich würde dieser erst mal einen Schock bekommen, wenn er ihn so sehen würde. Er hatte schon ein, zwei blaue Flecken mal gehabt. Am Arm oder Rücken. Aber nie so viel, schon gar nicht an hauptsächlich sichtbaren Orten wie Augen oder Hals. Er war froh das er noch lebte, eher konnte froh sein, ob er sich wirklich freute, wusste er selbst nicht. „Ta gueule.“, sagte Mickaël leise, musste aber dennoch schmunzeln. Was konnte er für die Flecken? Nichts. Er hatte sie auch nicht gern an seinem Körper, aber er konnte es schlecht ändern. Er konnte es nicht mal abdecken.
Eliott telefonierte, Mik überlegte, weinte. Tolle Sache. Hier hatte jeder eine Beschäftigung, mehr oder weniger angemessen. Auch als seine Hose vibrierte, zögerte er kurz, wollte nicht unhöflich wirken, nahm es aber dennoch an sich. Immerhin war er nicht der erste gewesen, der es aus dem Versteck genommen hatte. Edward schrieb ihm, wollte ihn abholen. #Nein.#, war die kurze Antwort, welche nicht mal das entsperren des Handys forderte. Jedoch entsperrte er es dennoch, suchte den Chat mit Ivie. #Sehen wir uns heute?# Vielleicht war es eine dumme Idee, sich ihr heute zu präsentieren. Wehleidiger, lilaner als gestern. Aber er wollte mit ihr reden, sie fragen ob sie nicht irgendwelche Geschichten hatte, die ihn auf andere Gedanken brachten. Mit ihr würde er über Eliott und Fynn reden, mit Ed nicht. Ansonsten mit niemand so wirklich, auch wenn seine kleine Freundin nicht der beste Ansprechpartner dafür war.
Sein Handy verschwand in seiner Hosentasche, die Hand wanderte wieder auf den einen Fleck auf seinen Rippen, die andere wischte sich über die Augen. Was war das hier nur. Es könnte so einfach sein, der Größere hätte nichts auf seine Nachricht antworten müssen, nachdem er gestern selbst gesagt hat, er solle es doch bitte vergessen. Da wurde er auch schon in die Arme geschlossen, hatte die Vorwarnung in vorm seines Spitznamens nicht mal gehört. Kurz verzog er das Gesicht, legte aber dann seine Arme vorsichtig um den anderen. Er mochte Umarmungen, er mochte Küsse, er mochte Nähe. Wenigstens konnte er eins mit dem Kerl haben, den er mochte. Die entschuldigenden Worte hörten sich für ihn an, als wären sie in weiter Ferne gesprochen worden. In Watte gepackt. Mik war eingelullt in Eliotts Nähe, seiner Wärme, seinem Geruch. Nicht in Trauer oder seine Traumwelt abzudriften, fiel ihm schwer, auch wenn er sich konzentrierte. Was solle er tun? Was solle Eliott machen, damit was auch immer passierte?
Langsam entfernte er die Arme seines Gegenübers von seinem Körper, schob diesen vorsichtig einen Schritt zurück. Abstand. Luft. Es war schwer, mit einem gebrochenen Herzen klar zu kommen, wenn immer wieder Stücke aufgehoben wurden, um sie erneut fallen zu lassen. „Hör auf zu lügen. Sei ehrlich zu dir selbst und zu anderen. Und wenn sie es nicht verstehen, erkläre es. Wenn du nicht mit mir reden willst, dann rede mit Artur. Ihr habt ja immerhin wohl was am laufen…“ Man munkelte und munkelte. Der Anruf und die Reaktion darauf waren Beweis genug gewesen – oder er war nur ein lausiger bester Freund. Dennoch versuchte er nicht eifersüchtig zu klingen, auch wenn es ihm schwer fiel. Er war eben auch nur ein Mensch. „Aber… ich sage niemanden was. Versprochen.“, versprach er ihm dann, hob seine Hand und streckte ihm den kleinen Finger hin. Es war kindisch, aber er konnte immerhin immer noch in der Kinderabteilung Klamotten finden. Und wenn etwas so lange sich bewahrheitet hatte, war es doch sicher nicht verkehrt, es fort zu führen.


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#585

RE: start

in One of us is lying 26.05.2019 21:04
von KimEule • Junior Member | 388 Beiträge | 21300 Punkte



Edward Düster
@ home driving to school
Texting Mik



Nein.
Ich starrte auf mein Handy. Ich stand mittlerweile draußen vor dem kleinen Auto und starrte mein Handy an mit der Nachricht von Mik. Nein. Das war das einzige? Erst ging er mir aus dem Weg. Dann konnte ich ihn nicht erreichen. Dann fragte er mich, ob ich noch leben würde und dann sagte er einfach nur nein?! Was um alles in der Welt lief denn bitte falsch bei ihm?!
Ich machte mir jetzt ehrlich Sorgen. Der doofe Kerl war ja genauso bescheuert wie ich. Der redete ja über nix. Dem musste man den ganzen beschissenen Scheiß ja auch aus der Nase ziehen. Wenn da denn dann überhaupt irgendwas herauszubekommen war. Aber ich kannte ihn doch nun wirklich lange genug, um zu wissen, dass da irgendwas im Busch war. Das war kein normales verhalten von dem Mik, wie ich ihn sonst kannte. Der fertigte mich sonst nicht so ab. Jedenfalls ging der mir sonst nicht so dermaßen aus dem Weg. Ich hatte dem doch nichts getan, verdammt noch mal! Ich wusste nicht mal was los war!
Ich öffnete die Tür des Wagens, klappte den Sitz zurück und stopfte den Rucksack und den Stock nach hinten, ehe ich den Sitz wieder zurückklappte und mich umständlich in das winzige Auto hievte. Ich schloss die Tür und starrte erneut die Nachricht an.
„Wo bist du?“, schickte ich ihm eine Sprachnachricht. Wenn man mich gut kannte, konnte man mir vielleicht ein klein wenig Verzweiflung anhören. Mik würde das sicherlich hören und das ärgerte mich. So war das eigentlich nicht gedacht gewesen.
Ich schmiss das Handy auf den Beifahrersitz, das Lenkrad bekam kurz meine Wut zu spüren, ehe ich den Wagen startete. Ich hatte bewusst nichts getan. Ich ging den Abend durch. Ich hatte ihn da im Trailerpark getroffen. Durch Zufall eigentlich. Der ging mir doch nicht wegen dem Chili-Kuss aus dem Weg?! Das konnte nicht der Grund sein. Oder? Ich mein, was anderes war doch nicht passiert?! Nicht mit mir. Danach waren wir zur Party und dann hatte ich ihn eigentlich nicht mehr großartig gesehen. Scheiße. Der konnte doch nicht wegen der Chili-Knutscherei so durchdrehen, oder?! Das hatte doch nichts bedeutet! Ach fuck man!
Ich fuhr zur Schule. Er würde ja wohl zur Schule kommen. Ansonsten müsste ich ihn suchen. Das musste geklärt werden. Das ging so nicht. Das machte mich wahnsinnig. Das ging so nicht. Ich hatte auch eigentlich ganz andere Probleme. Aber das musste warte. Scheiße man. Hausaufgaben hatte ich auch nicht. Vielleicht sollte ich einfach schwänzen heute. Ich kämpfte mich durch den Stau. Stadtverkehr am Morgen mache halt einfach immer Spaß. Nicht. Und es machte mich einfach fertig, nicht zu wissen, was mit Mik los war.
An der Schule angekommen griff ich wieder nach dem Handy.
#Du kannst mir nicht ewig aus dem Weg gehen…# Senden.
#Ich hab dir nichts getan…# Senden.
#Du weißt, dass du mir nur nen Namen geben musst *Faust-Emojy* …# Senden.
#Ich hab auch *Taschentuch-Emojy*# Senden.
#Oder *Schaufel-Emojy*# Senden.
Ich nervte ihn jetzt einfach zu Tode. Vielleicht half das ja. Ich war verzweifelt, ja?! Vielleicht wurde man ja auch so bekloppt, wenn man Kinder bekam? Keine Ahnung, was mit mir los war. Ich hatte einfach ein Ungutes Gefühl. Und es machte mich nervös, dass ich nicht wusste, was mit diesem Scheißkerl los war. Wäre ja auch okay, wenn er mir das nicht sagen will. Echt! Wär okay. Aber der musste mir ja nicht gleich aus dem Weg gehen! Ich hatte krasse Dinge erfahren! Ich hatte meine Mutter gefunden. Und die Frau war nicht tot. Nein. Die hatte eine neue Familie. Und Kinder.



‚At long last, I no longer seem to feel like a ghost.
At long last, I no longer feel I’m cursed to the cold.
And even after all the hell I’ve been through.
I still feel the tide is leading to blue, leading to blue skyes.’
-Blue Skyes, The Workday Release


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#586

RE: start

in One of us is lying 27.05.2019 19:35
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


IVIE
zuhause ; Silas




I feel like the only one who's ever been the lonely one
Trying to mend a heart that keeps breaking
With every step that you're taking




Ivies Worte veranlassen den Jungen dazu, in der Bewegung innezuhalten. Silas dreht den Oberkörper zu ihr, schafft es, seine Augen trotz der großen Distanz in Ivies zu bohren.
Auch sie hält einen Moment inne.
Rau erklingt Silas‘ Stimme in ihren Ohren und für einen Moment weiß Ivie nicht, was sie sagen soll. Sie schließt die Finger um das Geländer der Treppe und geht dem Neunzehnjährigen entgegen, während auch er die Tür hinter sich geschlossen lässt und stattdessen die Füße auf die erste Treppenstufe setzt.
„Du hast oft genug für mich entschieden, was ich will oder nicht“, behauptet sie, ihre Stimme ist dünn. Dieses Mal soll er nicht für sie bestimmen, was gut ist und was nicht und was Ivie will und was nicht. Sie möchte selbst sprechen, möchte selbst die Entscheidung treffen.
Auch, wenn Ivie nicht weiß, mit was sie argumentieren soll. „Du weißt gar nicht, was ich will.“
Ivies Stimme ist ein klein wenig trotzig, aber ein kleines bisschen auch so, als wüsste sie es selbst nicht.
Die Schritte, mit denen sie Silas entgegen geht, sind klein – seine im Gegensatz dazu aber viel größer.
Gib mir nur einen Grund und ich bleibe, murmelt der größere Junge und Ivies Herz setzt für einen Moment aus. Dem Mädchen liegt vieles auf den Lippen.
Letztes Mal bist du auch gegangen, ist sie beinahe schon versucht zu sagen, aber sie bremst sich im letzten Moment. Sie will Silas kein schlechtes Gewissen machen, das ist der falsche Ansatz.
„Ein Grund?“, fragt Ivie ihn. „Reicht dir ein Grund?“ Ihr Herz klopft. Es ist verwirrt. Schmerzt, aber schlägt gleichzeitig auch ohne Rhythmus drauf los.
Eine Stufe über Silas bleibt die Siebzehnjährige stehen. Er überragt sie trotzdem, die siebeneinhalb Zentimeter, die die Stufe hoch ist, machen nicht viel aus. Was Silas an Eindrucksstärke hat, besitzt Ivie nur an Unsichtbarkeit, an Fragilität. Nochmal stellt sie ihre Frage: „Ein Grund?“
Ivie stellt sich auf die Zehenspitzen, damit sie sich ihm entgegenrecken kann. „Ich“, ist ihr einziges Argument. Ich, sie ist der Grund.



'Cause you've been running circles 'round
My mind, turning me inside out
And I fell for you but hit the ground



So I will keep you day and night, here until the day I die
I'll be living one life for the two of us
I will be the best of me, always keep you next to me


zuletzt bearbeitet 27.05.2019 19:37 | nach oben springen

#587

RE: start

in One of us is lying 27.05.2019 21:24
von Lea • Member | 848 Beiträge | 52850 Punkte



Schule – Jaron – mentioning Edward


Stellte er sich dumm oder war er es tatsächlich? „Jeder ist im Jahrbuch zu finden. Zumindest namentlich.“ Wer dann noch 1 und 1 zusammen zählen konnte, könnte auch jede Person beim Namen kennen. Sogar ihn fand man dort, ob er es glauben wollte oder nicht. Und selbst wenn da mehrere Namen ohne Bild waren nutzte man Google oder sah sich Exemplare vorher an. Zack – schon hatte man die gesuchte Person. Ende. Sollte er doch auch drauf kommen. Oder er hatte schon zu viele Drogen in seinem Hirn, oder dem was mal Hirn dargestellt hatte, um auf so eine Lösung zu kommen.
Dennoch freute es Ophelia, dass sein Grinsen verschwand, als sie ihn berührte. Oh, mochte der Bubi dass nicht gerne? Sein Pech, wenn er sich bei ihr nicht zurück halten konnte. Musste er durch, in den sauren Apfel beißen, damit klar kommen. Vielleicht lernte er ja auch was daraus. Auf seine Aussage ging sie auch nicht ein, wieso auch? Sollte sie sich drüber aufregen und ihn gewinnen lassen? Lieber legte sie den Kopf schief und zog eine Augenbraue hoch. Wenn er sich damit besser fühlte, sein Schwanz sich damit imaginär vergrößerte, dann bitte. Machte ihn nur armseliger als er war.
Konnte nicht mitreden. Klar. Dafür müsste man was zwischen den Ohren haben und ein wenig Wahrnehmung. Allgemein konnte sie mit so Leuten wie ihm wenig anfangen. Es war mehr als nur traurig sich selbst unter Drogen zu setzen, damit man was mit sich anfangen konnte. Zeugte ja von wunderbarer Erziehung. Ach halt… da war ja was. „Wundert mich nicht.“, sagte sie also und zuckte mir den Schultern. Sollte sie Angst vor ihm haben? Versuchte er sich so Respekt zu erarbeiten? Wie erwähnt: erbärmlich.
Anscheinend wusste Jaron auch nicht, was das Wörtchen quitt bedeutete. Ehrlich gesagt hatte sie auch nichts anderes erwartet, außer vielleicht etwas mehr Niveau und weniger kindisches Verhalten. Haare ziehen? War er 3 oder so? Er verdiente sich hier mehr Mitleid als alles andere. Zog es trotzdem? Natürlich. Nur war sie es auch gewohnt, wenn sie ehrlich war. „Das ist wirklich, wirklich armselig. Hatte mehr von dir erwartet.“, kommentierte sie seine Handlungen, während er sie auf die Toilette führte. Sie konnte es nicht länger für sich behalten, sie musste es ihn einfach mitteilen. Dann drückte er sie auch an die Wand, redete was von ihren Eltern. Was sie wohl dazu sagen würden. „Ernsthaft? Sie würden sich fragen, warum ich dir nicht schon längst Pfefferspray in die Augen gesprüht hab.“ Gefolgt von einem Anruf bei der Polizei, natürlich. Aber Pfefferspray hatte sie wirklich bei sich. Früher hatte sie noch so eine Vergewaltigungspfeife gehabt, hatte diese aber weggeworfen. Als ob es jemand interessierte, wenn man ne Trillerpfeife betätigte. Und vor allem – bevor man diese zur Hand hatte, war der Kerl auch schon dabei oder hatte einen K.O gehauen. Und schon wieder fing er von Edward an. Foxy verdrehte die Augen, war dann jedoch froh, als er von ihr abließ, fing sich aber auf und drehte sich zu ihm. „Kann es sein, dass du als Kind drei mal hochgeworfen und kein Mal aufgefangen wurdest?“, fragte sie nach, es war sogar eine ehrliche Frage. „1. Drohungen machen echt nur Sinn, wenn die andere Person die Sprache auch spricht. Nur so als Info am Rande. 2. Was hast du nur mit Edward?! Läuft da was, stehst du auf ihn oder so? Du benimmst dich echt wie jemand der mega eifersüchtig ist, als würde nichts in deinem Leben wichtiger sein als er. 3. Willst du das hier wirklich? Ich hab keine Angst vor dir. Und wenn du denkst ich würde dich respektieren… hast du erfolgreich ruiniert, Liebster. Aber anscheinend willst du wirklich, dass das ein ewiger Kreislauf von Schädigungen des jeweils anderen wird. Du könntest es auch einfach sein lassen, spart uns beiden viele Nerven, viel Zeit. Aber es ist süß von dir, dass ich wohl so interessant für dich bin.“ Sein Leben war wohl wirklich traurig, wenn er sich so sehr mit ihrem befassen wollte, dass es wohl auch ihren Halbbruder treffen würde, von dem hier niemand wusste. Außer eben sie und die andere betroffene Person. Ophelia trat einen Schritt auf ihn zu. „Mir wäre das zu anstrengend. Was hältst du davon, wenn wir das also lassen, hm? Du gehst deine Wege, ich meine und jeder hat seine Ruhe vor dem anderen. Hört sich doch gut an, oder?“, fragte sie nach und hielt ihm die Hand hin. Man sollte doch immer mit einem Handschlag alles besiegeln, das war vernünftig.


But seriously, though. Some of you people need to go to church. I don't want you in hell with me.


zuletzt bearbeitet 02.06.2019 14:57 | nach oben springen

#588

RE: start

in One of us is lying 28.05.2019 22:23
von XxYoshi • Junior Member | 54 Beiträge | 2700 Punkte


>> Trautes Heim → Schule || versucht die Ruhe zu genießen <<


Es war Morgen, genau genommen der Morgen danach. Obwohl ich nicht viel getrunken hatte, steckte mir der Restalkohol noch in den Gliedern. Ich würde es wohl überleben. Bestimmt. Die Nachrichten, welche ich am Vortag noch verschickt hatte, rückten in den Hintergrund, genau genommen, hatte ich sie schlicht und ergreifend einfach nur vergessen. Sie nicht als wichtig erachtet, wie so vieles in meinem Leben nicht.
Mühselig kroch ich aus meinem viel zu warmen und kuscheligen Bett. Schule? Musste ich da wirklich hin? Ich würde ja eh irgendwann alles Erben. Aber wollte ich das? Das Leben konnte aber auch kompliziert sein. Verschlafen duschte ich mich, wusch mir den Schlaf aus den Augen und versuchte mich irgendwie ansehnlich zu machen. Katastrophe, wie ich fand, denn nicht einmal das wenige Gel in meinen Haaren, konnte sie bändigen.
Hoodie an, schwarze Jeans an, sowie Turnschuhe und eine dünne Jacke. Das wird schon irgendwie passen. Wie immer lief ich zur Schule, denn immer noch wollte ich nicht, dass man wusste aus welchem Hause ich kam. Wieso war etwas kompliziert, aber es war eben einfach besser so.
Nach einem kleinen Spaziergang am Morgen, kam ich dann auch an der Schule an. Wenigstens war ich nun halbwegs wach, was schon meistens eine Seltenheit darstellte. Im Grunde war ich ja eh nur körperlich Anwesend. Den Kopf gesenkt gen Boden, lief ich in die Richtung meines Spindes. Mich würde hoffentlich eh keiner bemerken.


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#589

RE: start

in One of us is lying 28.05.2019 22:55
von KimEule • Junior Member | 388 Beiträge | 21300 Punkte



Edward Düster
@ school
Samuel



Das Handy stopfte ich in die Tasche der schwarzen abgetragenen Lederjacke, zog den Schlüssel und ließ die Stirn auf das Lenkrad knallen, ehe ich mich doch wieder aufrichtete und die Schultern straffte. Dieser Tag würde genauso beschissen werden wie der gestern. Ich wollte einfach wieder ins Bett. Ich öffnete die Tür und hievte mich umständlich aus dem Wagen. Mit den Fingern der einen Hand fuhr ich mir durch die Haare, ehe ich den Sitz vorklappte und den Rucksack und den Stock hervorholte. Ich schloss das Auto sachgemäß ab, damit es nicht geklaut wurde und machte mich dann daran, in das Gebäude der Freude zu kommen. Vielleicht wäre der Spast ja schon irgendwo hier. Ich glaubte das zwar nicht. Aber könnte ja sein. Und dann könnte ich ihn gleich fragen, wieso zum Teufel er so scheiße zu mir war. Was das alles bitte sollte. Ehrlich mal. Vielleicht sollte ich die Zeit auch einfach nutzen und doch versuchen, noch ein paar Hausaufgaben zu machen.
Es war tatsächlich auch noch gar nicht so viel los. Mik entdeckte ich nirgends, dafür jemand anders. Ich wusste, dass heute beschissen werden würde. Ich war einen kurzen Moment stehen geblieben. Bewegte mich dann aber doch weiter durch den Flur. Sehr elegant natürlich. Mit so einem Stock. Super. Das ist doch so zum Kotzen alles.
„Zu viel gesoffen, Schneewittchen?!“, flogen die Worte schnippisch in seine Richtung. Es wäre eine Lüge, wenn ich jetzt sagen würde, dass ich nicht wüsste, woher das käme. Das wusste ich ganz genau. Aber ganz ehrlich? Ob er gesoffen hatte oder nicht, wusste ich nicht. Das war ins blaue geraten. Beziehungsweise einfach so daher gesagt. Ich bekam solche Sprüche auch gerne ab. Vielleicht deswegen. War ja auch völlig schnuppe. Er hatte mir heute einfach noch gefehlt. Ich hatte für den Mist jetzt ehrlich keinen Nerv. „Is‘ ja erbärmlich…“
Ich erreichte meinen Spint und der Kaffee machte sich dann mit den Medikamenten doch bemerkbar. Ich hatte eh schon einen Spint abbekommen, dessen Schloss ab und zu mal klemmte. Aber jetzt zitterten meine Hände und ich hatte auch die Kraft in den Fingern nicht und bekam das vermaledeite Ding einfach nicht auf.
Fuck! Man!”, damit knallte meine Faust und der Stock gegen das Schließfach. Der Lärm schallte kurz durch den Flur. Wer hier wohl von uns erbärmlich war. Ich. Ich bekam nicht mal ein dämliches Schließfach auf. Der Stock war bei der Aktion auf den Boden gefallen. Schmerz pochte in meiner Hand. Fuck. Ich traute mich nicht einmal, hinzusehen. Brauchte ich auch gar nicht. Ich fühlte auch so, dass ich blutete. Schöne scheiße.


‚At long last, I no longer seem to feel like a ghost.
At long last, I no longer feel I’m cursed to the cold.
And even after all the hell I’ve been through.
I still feel the tide is leading to blue, leading to blue skyes.’
-Blue Skyes, The Workday Release


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#590

RE: start

in One of us is lying 28.05.2019 23:17
von XxYoshi • Junior Member | 54 Beiträge | 2700 Punkte


>> Trautes Heim → Schule || versucht die Ruhe zu genießen <<


Ich hörte es. Hörte ihn schon von weitem und jeder klägliche Versuch ihm aus dem Weg zu gehen, scheiterte. So auch dieses mal. Seine Worte trafen mich, jedes mal und bis heute wusste ich nicht, wie er auf den Namen Schneewittchen kam. Ich war weder weiblich, noch hatte ich rote Lippen. Selbst einem Hohlkopf wie mir, erschloss sich da kein Zusammenhang.
Leise schloss ich meinen Spind, antwortete nicht auf seine Aussagen und versuchte ihn einfach zu ignorieren. Schlechte Kindheit, keine Erziehung oder einfach einen Vater der ihn geschlagen hatte? Wer wusste das schon. Dennoch waren es die ersten Dinge die ich dachte, als er anfing mich fertig zu machen.
Ich zuckte zusammen, als ein lautes knallen, durch die Flure hallte. Mein eben noch zu Boden gerichteter Kopf erhob sich sogar und ich erblickte das Elend. Im wahrsten Sinne des Wortes. Meinem Peiniger helfen? Es widersprach allem in mir, aber dennoch wollte ich mich auch nicht auf sein Niveau hinab lassen. Obwohl also alles in mir schrie, einfach weg zu gehen und den Idioten zu ignorieren, doch ich tat es nicht. Mit zitternden Händen hob ich den Stock auf und lehnte ihn an den Spind neben seinem, ehe ich das Schloss des Schließfaches in die Hände nahm und den jungen Mann erwartungsvoll ansah. Ich wartete auf die passende Nummer.


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#591

RE: start

in One of us is lying 29.05.2019 19:09
von KimEule • Junior Member | 388 Beiträge | 21300 Punkte



Edward Düster
@ school
Samuel



Ich verletzte mich tatsächlich recht schnell. Das lag einfach an den Medikamenten, die ich intus hatte und daran, was mein Körper schon hinter sich hatte und in gewissermaßen auch noch vor sich hatte. So versuchten es jedenfalls die Ärzte in einfach zu erklären. Auf den Punkt gebracht: Es war kein Wunder, dass die Haut an meiner Hand ein wenig aufgeplatzt war und ich nun gefühlt wie ein Schwein blutete. Die Blutverdünner würden auch dafür sorgen, dass das noch in Stunden fleißig weiter Bluten würde. Ich sollte irgendwas tun, bevor ich verblutete. Aber bevor ich zu irgendetwas kam, schob sich eine andere Person in mein Gesichtsfeld…
Nein. Nein, bitte nicht.
Ich hatte mich lange nicht so erbärmlich und hilflos gefühlt. Geschweige denn unattraktiv. Aber mal ganz ehrlich: Eigentlich sollte das wohl mein kleinstes Problem sein. War‘s aber nicht. Es bückte sich hier gerade nicht irgendwer nach meinem Stock. Nein. Hier bückte sich der Kerl nach meinem Gehstock, der in meinen Feuchtenträumen vorkam. Das war’s. Das war’s einfach. Ich hatte keinen Bock mehr. Absolut nicht. Ich konnte meinen Blick trotzdem nicht von seinem Gesicht losreißen. Fuhr die einzelnen Konturen nach und versuchte mir jedes Detail einzuprägen.
Erst als er den Blick hob, mich direkt ansah, sah ich weg. Was tat ich hier eigentlich?! Ich musste das unbedingt lassen. Das war hoffnungslos. Ich war nicht cool. Ich war nicht schön, oder klug oder sportlich oder nett. Ich war nen Krüppel ohne Perspektive und Kind. Ich fühlte wie das Blut langsam an meinem Zeigefinger hinab lief und schließlich auf den Boden tropfte. Ich sollte da vielleicht wirklich irgendwas gegen tun. Es dauert auch eine Weile, bis ich verstand, dass er mir wohl das Schloss aufmachen wollte und bis ich meine Sprache wieder gefunden hatte.
Ich reichte ihm mit der heilen Hand die Karte, die das Schloss eigentlich aufschließen sollte, es aber manchmal einfach nicht direkt wollte. Man musste etwas herum rütteln, oder wie die Tante von der Schule gesagt hatte Mit Gefühl. Ja, mach das mal als Krüppel mit Gefühl. Witzig. Ich lach mich kaputt.
„Gibt das Pfadfinderabzeichen?“, fragte ich leise. Ich wusste, dass das scheiße war. Er war nett. Er half mir und ich sollte mich eigentlich bedanken. Ich fühlte mich so beschissen gerade, das konnte sich keiner vorstellen. Ich wollte mich nicht dafür bedanken, dass er mich, mich noch beschissener fühlen ließ. „Nem Behinderten zu helfen, mein ich?“
Ich sah mir dann doch mal die blutende Hand an und hielt sie auch etwas hoch, damit ich nicht doch ausversehen ausblutete oder so. Aber tatsächlich war die Platzwunde gar nicht so schlimm. Das blutete nur so wegen den doofen Tabletten.
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#592

RE: start

in One of us is lying 29.05.2019 21:53
von XxYoshi • Junior Member | 54 Beiträge | 2700 Punkte


>> Trautes Heim → Schule || versucht die Ruhe zu genießen <<


Ob er mich ansah? Mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit, denn er hatte mich schon seit einiger Zeit auf dem Kieker. Keiner bemerkte mich, naja fast keiner, außer eben er und der Toilettenboy vor einiger Zeit. Ich schien das Pech förmlich an zu ziehen, denn nett, war bis dato eigentlich keiner zu mir.
Nichts desto trotz wollte ich ihm helfen. Unsere Blicke trafen sich für einen Augenblick ehe er weg sah, mir aber dennoch die Schlüsselkarte in die Hand drückte. Oh man wie peinlich. Ich hatte am Wochenende mal wieder zu viele Serien gesuchtet und dabei doch tatsächlich vergessen, dass man die Schlösser mit einer Karte anstatt eines Zahlencodes öffnete. Zitternd nahm ich die Karte entgegen und zog sie sachte und beinahe mit Leichtigkeit durch die, dafür vorgesehene, Öffnung. Doch trotz meiner Hilfe, durfte ich nicht auf ein nettes Wort hoffen. Wie dumm von mir. Ich hätte ihn dort einfach stehen lassen sollen. Mein Blick wanderte wieder gen Boden als ich mit den Schultern Zuckte. „Ähm.....wieso? Nur weil du leicht im gehen beeinträchtigt bist, heißt es ja nicht das du behindert bist.“, stotterte ich recht leise vor mich hin. Meine Aussage war ernst gemeint, denn trotz seiner Beeinträchtigung und seinem leicht lädierten Gesicht, war er immer noch ein sehr hübscher Mann. Ein Mann, der wohl allen Anschein nach in seinem Selbstmitleid versank. Ziemlich schade wenn man mich fragen würde. Jedoch tat dies keiner, also war meine Ansicht auch unerheblich.
Als ich nun so vor mich auf den Boden starrte, entdeckte ich auf einige Bluttropfen, welche zu Boden fielen. Ich folgte mit meinem Blick den tropfen und erspähte die Blutende Hand. Sollte ich etwas tun? Musste ich etwas tun? Während mein Kopf noch die Antwort darauf suchte, tat mein Körper jedoch das einzig richtige. Ich holte ein Tuch hervor, nahm zitternd und mehr als zaghaft seine Hand in die meine, legte das Tuch über die kleinen Wunden und Band es stramm, jedoch nicht zu stramm herum. Ob dies nun hilfreich war oder nicht, wusste ich nicht, aber ich hatte das so in meinen Serien gesehen. „Tut mir leid.“


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#593

RE: start

in One of us is lying 29.05.2019 22:26
von KimEule • Junior Member | 388 Beiträge | 21300 Punkte



Edward Düster
@ school
Samuel



Zitterte er? Ich war zwar gemein, aber gewalttätig war ich nicht. Nein im ernst jetzt, als wenn ich einfach irgendwelche Leute zusammenschlagen würde. Wie sollte ich das bitte anstellen?! Und ganz bestimmt würde ich niemanden schlagen, der schwächer war als ich. Hatte er Angst vor mir? Oder hatte er auch nur zu viel Kaffee gesoffen, so wie ich? Ich hätte überhaupt gar keinen Kaffee trinken dürfen. Jedenfalls keinen mit Koffein. Aber was sollte ich denn tun. Mein bester Freund war weg, meine Mutter tauchte auf, ich hatte eine Schwester und mit der hatte ich es mir gestern Abend dann auch schon verkackt. Lief bei mir doch richtig gut, würde ich sagen. Diese Woche war nix. Absolut nicht. Das Zittern hatte bei ihm jedoch nicht den gleichen Effekt. Bei ihm glitt die Karte durch das Schloss und der Spint war offen. Das konnte doch nicht wahr sein. Vermutlich nannte er das jetzt Karma. Konnte ich mir vorstellen.
Als er dann anfing zu reden, blinzelte ich kurz. Damit hatte ich ehrlich gesagt gar nicht mehr gerechnet. Und ich hatte nicht mit solchen diplomatischen Worten gerechnet. Diese waren leicht zu belächeln. Ich schmunzelte sogar tatsächlich kurz. Was sollte ich dazu denn bitte sagen?! Ich war behindert.
„Der Staat sieht das anders – heißt schließlich nicht Beeinträchtigtenausweis“, meinte ich und da er doch wieder wo anders hinguckte – vorzüglich gen Boden – konnte ich ja ihn auch wieder ansehen. Ich weiß nicht, was am Boden so spannend war. Der würde so noch einen Buckel bekommen. „Klingt aber auch nicht attraktiver.“
Fuck. Das hatte ich nicht laut sagen wollen. Das war nur für meine Gedanken bestimmt gewesen! Verkackte Scheiße noch mal! Ich musste hier weg. Nein, er musste hier weg. Aber nein, statt zu gehen, nahm der Kerl lieber meine verletzte Hand und verarztete mich. Wieso zum Teufel machte der das denn jetzt?! War ich um sonst scheiße zu ihm gewesen oder was?! Und dann entschuldigte der Typ sich auch noch? Was zum Teufel stimmte denn hier jetzt nicht mehr?!
„Was?“ Ja, tut mir leid! Ich bin jetzt eben verwirrt. Jetzt fällt mir eben auch nichts böses mehr ein. Der hatte sich gerade entschuldigt. Wofür denn bitte?! „Du darfst dich für so’n scheiß nicht entschuldigen. Kein Wunder, wenn andere dann auf dir rumhacken… Was tut dir überhaupt leid?“


‚At long last, I no longer seem to feel like a ghost.
At long last, I no longer feel I’m cursed to the cold.
And even after all the hell I’ve been through.
I still feel the tide is leading to blue, leading to blue skyes.’
-Blue Skyes, The Workday Release


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#594

RE: start

in One of us is lying 29.05.2019 22:45
von XxYoshi • Junior Member | 54 Beiträge | 2700 Punkte


>> Trautes Heim → Schule || versucht die Ruhe zu genießen <<


Ich konnte mir ein kleines und leises auflachen leider nicht mehr verkneifen. Denn er hatte Recht. Es unterstrich eben einfach meine Dummheit. „Ja. Schätze da habe ich mal wieder nicht so drüber nachgedacht.“ , erwähnte ich und sah nun auch wieder hoch. Mit einem kleinen lächeln auf den Lippen sah ich den jungen Mann wieder an. Er konnte ja doch ganz nett sein. Wieso also war er all die Zeit über so unfreundlich zu mir? Ich verstand die Welt nicht mehr.
Klingt nicht attraktiver? „Sollte so etwas denn attraktiv klingen?“, fragte ich verwirrt nach und legte den Kopf fragend zur Seite. Konnte ein Wort überhaupt attraktiv klingen? Wieso stellte ich mir diese Frage überhaupt. Das ergab gar keinen Sinn.
So verwirrt ich auch war, umso mehr war ich darauf fixiert ihm zu helfen. „Eigentlich bist du da der einzige.“, stotterte ich leise. Im Grunde waren diese Worte auch nur für mich und nicht für ihn. Dennoch waren sie wahr. Er war der einzige welcher auf mir herum hackte. Alle anderen bemerkten mich nicht. Sie ignorierten mich, für sie war ich einfach nicht da. Es war ja schon ein Wunder, dass ich so viele Worte hervor brachte und dennoch wollte ich richtig stellen, was ich meinte.
„Es tut mir leid, dass du dich verletzt hast.“, sprach ich also den Satz voll aus. Vielleicht kannte er es auch einfach nicht, so etwas zu hören. Er brauchte bestimmt jemanden der ihm mal ein wenig runter brachte, aber wer wollte ihn schon haben?! Die meisten Frauen standen auf ganz böse oder ganz nette Männer. Aber er war wohl weder noch. Außerdem schikanierte er andere. Das wollte doch keiner an seiner Seite haben oder?


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#595

RE: start

in One of us is lying 29.05.2019 23:20
von KimEule • Junior Member | 388 Beiträge | 21300 Punkte



Edward Düster
@ school
Samuel



Lachte er mich jetzt etwas aus?! Das wurde ja immer besser hier. Aber ich hatte ja schon festgestellt, dass ich nicht wirklich was zu bieten hätte und Intelligenz war auch nicht dabei gewesen also konnte man mich auch gut mal auslachen. Wofür auch immer. Wobei sich dann ziemlich schnell herausstellte, dass er mich gar nicht auslachte. Er lachte mich an? Ich war mir da gar nicht so sicher ehrlich gesagt. Lachte er über sich selbst? Er lächelte mich an und er musste damit sofort aufhören. Der hatte doch keine Ahnung, was der mit mir machte, oder?
Sollte so etwas denn attraktiv klingen?
Nein, er hatte wirklich keine Ahnung. Auch ein Wink mit einem Zaunpfahl brachte ihn nicht drauf und ich würde seine gerade Nase da bestimmt nicht hinein drücken. Order aber er hatte das verstanden – weil er einfach intelligent war – und das war eine Abfuhr vom feinsten. Ja, schon verstanden.
„Ne, attraktiv ist das bestimmt nicht“, grummelte ich zurück. Danke dafür. Ich hatte auch nicht gewusst, dass ich der einige war, der ihn vielleicht nicht immer ganz so nett behandelte. Entschuldigen würde ich mich jetzt nicht. Das war ja nicht unabsichtlich passiert. Ich hatte schon mitbekommen, was ich zu ihm sagte.
„Ach? Dann bist du Schuld, dass ich meinen Spint nicht aufkrieg und ausraste?“, fragte ich ihn und zog eine Augenbraue hoch. Es war Quatsch, sich für so etwas zu entschuldigen. „Das heilt wieder.“
Wenn er sich für irgendwas entschuldigen wollte, dann für die beschissene Abfuhr. Und da laberte meine neue Schwester, ich sollte das Leben rosig und toll sehen und mich freuen, dass ich lebe. Ja, wie toll. Jeden Tag gute Laune. Wie soll so was denn funktionieren?! Das konnte doch keiner. Keiner hatte jeden Tag gute Laune. Und war jeden Tag glücklich und fröhlich.
Ich nahm vorsichtig – ohne das Gleichgewicht zu verlieren und damit umzufallen – den Rucksack von den Schultern und stellte ihn am Boden ab. Ich wusste nicht mal mehr, was ich hier wollte. Super. Aber ich musste das Ding ja nicht die ganze Zeit tragen.
„Hast du Mik hier irgendwo gesehen?” Ich glaubte das nicht. Aber ein Versuch war es immerhin Wert.


‚At long last, I no longer seem to feel like a ghost.
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#596

RE: start

in One of us is lying 30.05.2019 10:21
von XxYoshi • Junior Member | 54 Beiträge | 2700 Punkte


>> Trautes Heim → Schule || versucht die Ruhe zu genießen <<


Schon wieder kam das Wort attraktiv zum vorschein. Was hatte er nur damit? Ich verstand das einfach nicht. Doch die Art und Weise wie er mir das Wort entgegen brachte machte mich stutzig. Mit einem mehr als großen Fragezeichen im Gesicht, biss ich mit leicht auf der Unterlippe herum. Es dauerte eine weile bis ich damit aufhörte und dann doch einfach fragte. „Was meinst du damit? Findest du dich etwa nicht attraktiv oder willst du mir sagen das ich hässlich bin?“ Ich stellte die Frage verdammt schnell, denn ich war es nicht gewohnt so viel zu reden, vor allem nicht mit ihm. Eigentlich war ich immer froh, wenn ich ihm aus dem Weg gehen konnte. Vor allem weil er mich immer Schneewittchen nannte.
„Nein!“, brachte ich empört entgegen. Wieso sollte ich denn Schuld sein? Was hatte ich ihm denn getan, dass er so zu mir war?! Mag sein, dass seine Wunde an der Hand heilte, aber anscheinend heilten dafür andere Wunden eher weniger. So dumm ich auch war, so empathisch war ich wohl auch. Es war mehr als offensichtlich, dass er irgendwas nicht verarbeitete. Ich ließ seine Hand langsam los, denn ich hatte sie bis jetzt immer noch gehalten. Nach diesen Sprüchen jedoch, fand ich das dann doch nicht mehr so angebracht.
Mik? Der Name sagte mir etwas, aber ich wusste ihn nicht einzuordnen, also zuckte ich mit den Schultern. „Nein, weiß nicht wen du meinst.“ Was interessierten mich irgendwelche Leute von ihm? Sollte er ihn doch selber suchen. Während ich also antwortete, beobachtete ich ihn dabei, wie er den Rucksack zu Boden gleiten ließ. Meine Pflicht und Schuldigkeit war ja nun getan. Dann konnte ich doch auch eigentlich gehen. War es unhöflich nun einfach zu gehen?


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#597

RE: start

in One of us is lying 30.05.2019 11:18
von KimEule • Junior Member | 388 Beiträge | 21300 Punkte



Edward Düster
@ school
Samuel



Auch wenn er verwirrt aussah, fiel mein Blick auf seine Lippen. Warum musste der auch auf seiner Unterlippe herumkauen, hm? Ich wüsste gerne, wie sich das anfühlte, ihn zu küssen.
Was meinst du damit?
Warte. Was?
Er war nicht hässlich. Das hatte ich auch nie gesagt. Auch nicht, wenn ich gemein war. Ich fand mich auch nicht hässlich. Aber ich konnte jetzt nicht sagen, dass ich mich großartig begehrenswert fühlen würde. Das hatte auch nichts mit Selbstmitleid zu tun. Da dürfte man auch gerne mal meine Ärzte fragen – die dann aber vermutlich an die ärztliche Schweigepflicht gebunden waren. Die sagten mir, das würde mit der Zeit wieder kommen. Ich bezweifelte das doch stark. Am schlimmsten waren die Momente, in denen ich einfach nur hilflos war. Gefangen und nicht konnte, wie ich wollte. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass das irgendjemand attraktiv finden würde.
Aber wenigstens war er jetzt auch mal sauer, sauer über meine Worte. Wurde ja doch auch mal Zeit, oder? Mik hatte er dennoch nicht gesehen, wusste nicht mal, wer das war. Super. Ich würde mir jetzt auch nicht die Mühe machen, ihn zu beschreiben. Ich glaubte nicht, dass das von Erfolg gekrönt wäre. Mik ging mir aus dem Weg und ich glaubte, dass das heute so weiter gehen würde. Ich wusste nicht mal, was ich ihm getan hatte. Wenn Schneewittchen hier neben mir, mir aus dem Weg ging, dann verstand ich, wieso. Aber bei Mik? Nö.
„Du bist alles andere als hässlich und alle, die das Gegenteil behaupten, haben einen an der Klatsche“, grummelte ich. Ich hatte schlechte Laune. Trotzdem wollte ich nicht, dass der glaubte, dass er hässlich wäre. Das stimmte nicht. „Glaubst du… beeinträchtigte Personen können nicht begehrenswert sein?“
Ich lehnte mich mit dem Rücken leicht gegen den Nachbarspint, öffnete dann meinen Rucksack und wühlte in dem einen kleineren Fach etwas mit der heilen Hand herum, ehe ich Schneewittchen ein weißes Tütchen hinhielt.
„Kannst du mir das aufmachen?”, fragte ich.
Das Tuch, welches er um meine Hand gewickelt hatte, war an einigen Stellen nun nämlich schon rot. Das würde so schnell nicht aufhören zu bluten und dagegen wollte ich jetzt doch irgendwas tun. Das sollte so nicht bleiben. Aber ich würde die Packung nicht allein aufbekommen. Und ich meine, wer wollte denn einen Kerl, der nicht mal eine mickrige Packung aufbekam? Niemand.


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#598

RE: start

in One of us is lying 30.05.2019 21:39
von yulssi • Junior Member | 178 Beiträge | 8900 Punkte

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𝗘𝗟𝗜𝗢𝗧𝗧 𝗗𝗔𝗩𝗘𝗡𝗣𝗢𝗥𝗧

mik

Eliott schluckte herunter. Dachte gleichzeitig darüber nach, ob die Worte seines Gegenübers irgendeinen tieferen Sinn ergaben, für ihn ergeben mussten, doch kam letzten Endes zum Schluss damit, dass es einfach keine passende Antwort gab. Real oder nicht real. Richtig oder falsch. Wer legte das denn fest, um zu sagen, was man durfte und was nicht ? Woran man glauben durfte. Was man sich denken durfte. Doch er tat es nicht. Glaubte nicht und hatte nie so wirklich an irgendetwas geglaubt, auch wenn er als Kind mal gedacht hatte, dass der Osterhase oder was auch immer existierte. Aber Miks Frage war anders. Ließ in seinem Inneren ein bedrückendes Gefühl aufkommen, so, als wäre er selber mal wieder der, der kein Recht auf jegliches besaß, schon wieder in die Falsche Richtung gegangen war und sich bei dieser ungewollt den Fuß verknackst hatte. Luft war real. Das war bestimmt naturwissenschaftlich bestätigt worden. Vor vielen vielen Jahren. Da gab es keine Zweifel. Aber Gott ? Eliott besaß nicht einmal mehr einen Glauben an seine eigene Person, wie sollte er denn auch noch an etwas anderes, höheres glauben ?
,,Wenn man an ihn glaubt, dann ist er real, wenn nicht, dann nicht ?… schätze ich mal." ,teilte der Franzose deshalb seine Meinung zu dem Thema mit, zog die Schultern kurzerhand für einen Moment nach oben, nur um sie nach ein paar Sekunden wieder sinken zu lassen. ,,Ich glaube, dass ist die eigene Entscheidung." Und so dachte der Neunzehnjährige selber auch. Es gab immer mehrere Wege, die man einschlagen konnte. Wege, wie links oder rechts. Wege, bei denen man sich denken konnte, welches Ergebnis dabei herauskommen würde. Man konnte den einen, oder den anderen Pfad einschlagen doch würde niemals herausfinden, ob die andere Richtung sinnvoller gewesen wär. Eliott hatte Angst vor der Liebe. Er glaubte nicht daran. Sie war in seinen Augen nicht real, niemals. Kein Mensch konnte so lange in der Nähe eines anderen sein, diesen für immer und ewig lieben, jeden einzelnen Tag sehen. Niemand wollte dadurch eingeschränkt sein. Er hatte schon jegliche Hoffnung verloren und das Mik dies bezweifelte, fand der Ältere -wenn er ehrlich mit sich war- mies. Nicht exakt mies, vielleicht eher schade. Tragisch. Unfair.
"Er hatte etwas mit Artur am laufen. Das stimmte nicht. Eine tolle Freundschaft ? Eliott fügte sich, doch hatte noch immer seinen eigenen Kopf und der Deutsche beherzigte dies, stellte keine weiteren, lästigen Nachfragen und ließ ihn einfach machen, so sein, wie sein bester Freund sein wollte. Beschwerte sich auch nicht über irgendetwas, sondern brachte ihm nur positive Sachen entgegen. Sachen, die Eliott ihm nicht geben konnte, selbst, wenn er sich manchmal danach sehnte. Wenn er wollte, dass es Artur gut ging, dass er auch mal wütend darüber wurde, dass Eliott nicht gänzlich normal war, manche Male gar unnahbar für jegliche Personen erscheinte. Er wollte eine Beziehung. Es musste nicht mit einer Frau sein, auch nicht mit einem Mann. Die Person musste ihn nur mögen, gerne bei ihm sein. Sich gefallen lassen, dass der Dunkelhaarige Zeit brauchte, um sich zu fügen, um klare Gedanken fassen und sich endlich entscheiden zu können. Doch seine Mitmenschen würden es niemals verstehen. Kamen nicht mit dem Fakt klar, dass er sich einfach nicht entscheiden konnte, keine Empathie besaß. Das er nicht einfach bei wem bleiben konnte, ohne am Ende zu rennen. ,,Das kannst du nicht sagen. Wir sind beste Freunde und Artur ist gerade krank, weshalb ich eigentlich nur in die Apotheke wollte." Das war nicht gelogen. Es entsprach der Wahrheit. Er log nicht. Eliott log nicht. Er war ehrlich und blickte den ihm plötzlich hingehaltenden, kleinen Finger interessiert an, ehe sich anschließend ein minimales Lächeln auf den Lippen des Neunzehnjährigen ausbreitete, ihn wieder zufriedener, ruhiger aussehen ließ. Finger eingehakt, sich gefreut. ,,Versprochen." ,wieder gelöst. ,,Ich muss los... kannst du in der Schule Bescheid geben, dass ich heute nicht komme ?" ,kam es noch kurz als Frage aus seinem Inneren heraus, der Blick auf den gerade angekommenden Bus gerichtet, welcher dort hielt, wo er zu halten hatte, in dem er gleich eintrat, sich jedoch noch ein einziges Mal zu dem Kleineren umdrehte, ihm mit der Linken an der Wange entlangfuhr, um somit letzte Reste zu beseitigen. ,,Danke Mik."

artur - zuhause

Vielleicht hatte Eliott im Bus für sich gelächelt, auch, wenn er den kompletten Weg hatte stehen müssen. Wahrscheinlich war es nicht allzu toll für Mik gewesen, ihm gleich am Morgen eines noch langen Tages zu sagen, dass er ihm nicht das geben konnte, was er eventuell wollte. Das er im Endeffekt doch wieder alleine bleiben musste, sich seine Hoffnungen nicht erfüllt hatten. Doch es war immerhin ehrlich verlaufen, ohne Lügen und andere Probleme. Eliott war ehrlich gewesen, hatte aus eigener Intention die Konfrontation gesucht, sich klarer als sonst ausgedrückt und sogar etwas preisgegeben, was sonst noch keiner wusste. Keiner, dem es nicht irgendwie erzählt wurde. Er vertraute dem Anderen, war im Nachhinein noch wie schon zuvor besagt bei der Apotheke gewesen, um dort ein paar Mittel zu holen, nach Hause geeilt und die Tür schon halb eingetreten, auch, wenn dies womöglich ein bisschen übertrieben war, wenn man bedachte, dass es nur in seinem Kopf so aussah, er manche Male überreagierte und sich Dinge einbildete, die so überhaupt nicht stattfanden.
Der Ältere konnte Artur im Flur und auch nicht auf sem Sofa liegen sehen, fand ihn auch nicht im großen Bett vor und auch nicht in der relativ offenen Küche sitzen, musste diversen Geräuschen folgen, die sich eher nach würgen und entkräftetem Stöhnen anhörten, als nach allem anderen, machte seinen neuen Mitbewohner schließlich über der Kloschüssel hockend ausfindig, legte diesem ohne zu zögern, Ekel davor zu haben selber "infiziert" zu werden die Hand an den Rücken, um diesen leicht reiben zu können, damit sein Gegenüber sich hoffentlich beruhigte. Sich nicht vor der plötzlich auftauchenden Person erschrak. ,,Artur." ,erklang ungewollt der Name des Anderen aus ihm heraus, sich folglich darüber wundernd, warum er diesen ausgesprochen hatte, nicht, warum der Besagte seinen Pullover anhatte, oder nasse Haare auf seinem Haupt trug, strich behutsam und mit ruhigen Fingern durch diese hindurch, alle langsam nach hinten, damit sie nicht völlig im Weg hingen, die Sicht versperrten. Benutzte dies auch als Methode, das ungewohnt feuchte Gesicht des Deutschen betrachten zu können, sich zu fragen, was passiert war, oder ob es nur am übergeben lag, doch zog den Anderen ohne großartige Überlegung nach hinten und ließ sich gleichzeitig fallen, damit er ihn besser umschließen, festhalten, umfassen konnte. Eliott hatte Angst. Fühlte sein Herz wie bescheuert hämmern, so als ob dieses jeden Moment aus seiner Brust herausspringen, explodieren würde, wenn er nicht gut genug aufpasste. All dies hatte er doch auch schon durch, nur, dass er in Arturs Schuhen gesteckt und der Jüngere in dieser Zeit noch nicht in seinem Leben existiert hatte. Artur war zwar gerade krank, aber nicht in diesem Sinne. Eliott hatte ihn aufgefunden, nicht jemand fremdes. Artur hatte sich im Gegensatz zu Eliott nicht umbringen wollen und im Nachhinein das ausgespuckt, was er zu sich genommen hatte. Artur ging es hoffentlich besser. Er war nicht so ein Typ Mensch. Er wollte nicht sterben. Sich nicht das Leben nehmen. Noch nicht. Er brauchte niemanden, der sich konstant um ihn sorgte. Der ihm sagte, was er tun und was er nicht tun sollte. Eliott wusste all diese Sachen und trotzdem hatte er wie immer Angst vor allem, fing an wie ein Irrer zu zittern, da er nicht wusste, wie er auf den erbärmlichen Anblick reagieren sollte, als seine Hände noch fester zu schließen. Das zu umfassen, was ihm letzten Endes blieb, wo der Franzose einen einzigen Halt fand.

,,Ich bin da."




Your eyes are ocean blue but I'm sea sick


"𝙻𝚎𝚝'𝚜 𝚛𝚞𝚗 𝚊𝚠𝚊𝚢 𝚝𝚘𝚗𝚒𝚐𝚑𝚝"

zuletzt bearbeitet 11.06.2019 21:52 | nach oben springen

#599

RE: start

in One of us is lying 30.05.2019 21:58
von XxYoshi • Junior Member | 54 Beiträge | 2700 Punkte


>> Schule || Edward<<


Es entstand eine längere Pause und ich versuchte heraus zu finden was er meinte. Ebenso versuchte ich aus seinem Blick zu folgen und fragte mich dann letzten Endes doch wieder, was er gerade an mir ansah. Mein Gehirn war also ein weiteres mal total überfordert was mich dazu veranlasste weiter nervös auf meiner Unterlippe herum zu beißen.
Ich wurde aus ihm einfach nicht schlau, also wartete ich auf eine Reaktion, welche seltsamer Weise, erheblich langsam zurück kam. Worüber musste er nachdenken? Wie er nun am besten verpacken konnte, wie hässlich ich doch war?
Doch es kam anders als erwartet. Er machte mir ein Kompliment. Meine Augen wurden großer und ich sah ihn erstaunt an. Hatte er gerade wirklich gesagt, dass ich nicht hässlich war?! Mit einem kleinen lächeln und immer noch weit geöffneten Augen, sah ich den Mann vor mir an. „Ach wirklich?“, kam es erstaunt über meine Lippen.
„Wieso wer sagt das?“, kam es ihm empört entgegen. „Ich glaube deine Freundin ist zu beneiden, auch wenn du meistens nicht so freundlich bist. Du bist bestimmt zu ihr ganz anders.“, ratterte ich die Antwort hinterher. Ich konnte ihm nicht einfach sagen, dass er nicht hässlich war. Wie sollte das denn rüber kommen?! Wie einer der ein Stockholmsyndrom hat, oder wie das auch noch hieß. Dennoch stimmte es, er war keines Falls hässlich, ganz im Gegenteil.
Ich war so in meinen Gedanken versunken, dass ich gar nicht bemerkte, wie er in seiner Tasche herum wühlte. Erst als er mir das Tütchen vor die Nase hielt und mich wieder ansprach, hatte er meine volle Aufmerksamkeit zurück erlangt. „Ja kann ich.“, stotterte ich leicht verunsichert. Was wohl in dem Tütchen drin sein mochte? Er war doch nicht Drogenabhängig oder? Obwohl....war das hier wirklich so eine Seltenheit? Sollte es mich noch überraschen so zittrig wie er war? Wohl kaum. Also tat ich wie angefragt und öffnete vorsichtig das Tütchen, wenn auch etwas unbeholfen, denn mein Zittern war zwar weniger geworden, aber dennoch vorhanden.



zuletzt bearbeitet 30.05.2019 21:58 | nach oben springen

#600

RE: start

in One of us is lying 30.05.2019 22:43
von KimEule • Junior Member | 388 Beiträge | 21300 Punkte



Edward Düster
@ school
Samuel



Ach wirklich? War das jetzt sein Ernst?! Oh man. Ich hatte mit zu vielen, viel zu eingebildeten und arroganten Leuten zu tun. Außerdem war niemand hässlich. Man konnte andere Menschen mehr und weniger schön finden, ja. Und ungepflegt. Aber ich find nicht, dass man andere Menschen überhaupt als hässlich bezeichnen sollte. Über sein generelles Aussehen konnte man nicht bestimmten. Das war einem in die Wiege gelegt. Meistens.
„Nö, ich verarsch dich nur“, murmelte ich und meinte das alles andere als ernst. Mir wurde nach den Worten aber klar, dass diese doch sehr trocken geklungen hatten und auf ihn wohl doch ernster wirken würden, als sie beabsichtigt waren. Also folgten eine vielsagende Geste und ein Kopfschütteln. Ach wirklich. „Ja, wirklich. Ohne Klamotten siehst du bestimmt auch richtig heiß aus, aber das kann ich nicht beurteiln.“
Keine Ahnung, was ich hier tat. Das hätte ich vielleicht nicht sagen sollen. Aber scheiß drauf. Mir war das jetzt irgendwie dann auch egal.
„Ich hab‘ keine Freundin und du hast das eben noch gesagt.“ Als er mir das Tütchen abnahm, fummelte ich mir das Tuch von der Hand. Die Schürfwunden von meinem Sturz gestern sahen auch super aus. Musste man mal so sagen. Er machte mir das Tütchen auf und ich nahm es ihm wieder ab. Der Inhalt war beige, braun und eher pulvrig. Diesen verteilte ich auf der Platzwunde und wickelte dann das Tuch wieder drum. Den Blick hatte ich im Übrigen gesehen.
„Ich bin kein Junkie”, grummelte ich. „Ich hab auch kein Problem mit Alkohol, falls das irgendwer erzählt. Sollen die mal ´n scheiß kaputtes Hirn haben… Arschlöcher!“
Was zum Teufel laberte ich hier eigentlich?! Ich musste ihm doch nicht aufs Brot schmieren, dass mein Hirn auch noch Matsch war. Wieso konnte ich meine Klappte nicht einfach halten, oder einfach wieder scheiße labern. Aber tatsächlich hatte ich auch keinen Bock, dass irgendwelche Lügen über mich verbreitet wurden. Das musste nicht sein.


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