#1

Coming home – Start

in coming home 24.06.2019 19:49
von Mivaka • Member | 1.116 Beiträge | 79550 Punkte
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#2

RE: Coming home – Start

in coming home 26.06.2019 10:20
von Mivaka • Member | 1.116 Beiträge | 79550 Punkte



I'm coming home, I'm coming home
Tell the world I'm coming home
Let the rain wash away
All the pain of yesterday


Eigentlich sollte den Amerikaner das Gefühl von Freude gänzlich einnehmen, wenn er daran dachte, dass er gleich wieder amerikanischen Boden unter den Füßen hatte. Das er, wenn er aus dem Flugzeug ausstieg, wieder zuhause war. Zuhause bei seiner Freundin, in der Stadt in der er sich doch eigentlich so zuhause fühlte. Nur war dem nicht mehr so. Das was er in Afghanistan erlebt hatte, würde ihn auch hier wieder einholen, würde nicht von ihm ablassen und hatte ihn geprägt. Er war sicherlich nicht mehr der junge Mann von früher. Dafür war einfach zu viel passiert. Und vielleicht war das immer die große Sorge gewesen, dass genau so etwas nach seinem Einsatz passieren könnte, doch man konnte die Zeit nicht zurückdrehen. Nolan starrte aus dem Fenster, die Lichter der Häuser seiner Heimatstadt versuchten sich einen Weg durch den leichten Nebel des Morgengrauens zu bahnen. Der Flug war früh angesetzt gewesen und so erreichte der Braunhaarige den Flughafen in aller früh. Und dennoch würde er den Weg in die Wohnung nicht alleine tätigen. Louna wollte ihn abholen, nur kurz hatten sie telefoniert. Da hatte er jedoch noch nicht die Kraft zu einem längeren Gespräch gehabt. Natürlich hatte seine Freundin von seiner OP erfahren und wusste auch von dem Tod seines besten Freundes. Und dennoch würde sie nicht verstehen, was die Erlebnisse mit ihm gemacht hatten.
Schliesslich rollte das Flugzeug auf der Landebahn, dockte an und kurz darauf stiegen die Fluggäste aus. Nolan folgte den Anderen zur Gepäckausgabe, wartete auf seine Reisetasche, hatte dabei die Hände in den Hosentaschen vergraben. Er trug nur teilweise seine Dienstkleidung, fiel dadurch natürlich etwas auf, aber es kümmerte ihn gerade recht wenig. Beinahe etwas gedankenverloren starrte er das Band an. Das Rattern der ersten Koffer ließ ihn aufschrecken, beinahe schon etwas zusammenzucken. Für einen Moment beschleunigte sich sein Herzschlag und er musste sich wieder bewusst machen, dass er eben nicht mehr in Afghanistan sondern in Amerika war. Hier wütete kein Krieg. Schliesslich bekam Nolan seine Reisetasche, schulterte diese halbwegs und machte sich auf den Weg um den Bereich zu verlassen. Gleich würde er Louna wieder sehen. Gemischte Gefühle...er wusste nicht wie er sich verhalten sollte, wusste nicht worüber er sich mit seiner Freundin unterhalten sollte. Es war beinahe so, als ob er nicht mehr wusste wie man ein normales Leben führte. Nolan erhaschte bereits einen winzigen Blick auf die Frau die er doch eigentlich so liebte, als die Türen aufgingen und einen Mann, der einige Meter vor ihm lief, durchließen. Er selbst atmete einmal tief durch, trat schliesslich durch die Türen, welche sich vor ihm öffneten und hatte die Augen auf Louna gerichtet.



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#3

RE: Coming home – Start

in coming home 26.06.2019 11:16
von Alex • Senior Member | 5.848 Beiträge | 1041324 Punkte




Nervös stand Louna, die von allen von klein auf immer nur Lou genannt wurde, am Flughafen von San Francisco. Ihren weißen 1er BMW hatte sie vorschriftsgemäß in dem viel zu überteuerten Parkhaus abgestellt, die beiden jungen Huskys warteten hoffentlich brav zuhause auf ihre Rückkehr. Die Zeit war quälend langsam vergangen und trotzdem kam es der Blondine vor wie gestern, als sie ihren geliebten Freund unter Tränen hier verabschiedet hatte. Lou war nie sonderlich begeistert von Nolan's Plan gewesen, hatte ihn aber letztendlich ziehen lassen.
Es war viel in den letzten drei (ist das okay?) Jahren passiert. Als ihr Freund seinen Dienst bei der Army angetreten hatte, war Louna gerade einmal 19 Jahre alt gewesen und hatte mitten in ihrer Ausbildung zur Tänzerin gesteckt. Inzwischen war sie 22 und hatte vor einem Jahr ihre Abschlussprüfungen mit ausgezeichneten Leistungen bestanden. Aus der kleinen Mietwohnung war ein nettes Häuschen direkt am Strand geworden, aus der tierlieben jungen Frau Besitzerin zweier junger Huskyschwestern. Natürlich war Lou glücklich gewesen, doch irgendwas hatte immer gefehlt. Als Louna vor ein paar Monaten einen Anruf erhalten hatte, dass Nolan im Einsatz schwer verletzt worden war und sein bester Freund es gar nicht erst überlebt hatte, war für sie eine Welt zusammen gebrochen. Jeden Tag hatte sie angsterfüllt auf Neuigkeiten gewartet, bis irgendwann Nolan selbst am Telefon gewesen war und von seiner baldigen Rückkehr nach Amerika erzählte.
Unsicher zupfte Lou ihr rotes Kleid zurecht, während sie einen letzten Blick auf ihr IPhone warf und dieses dann in der Handtasche versenkte. Das Flugzeug war vor einigen Minuten gelandet und Nolan sollte jeden Moment in der Halle auftauchen.
Und dann war es soweit. Die Türen öffneten sich. Louna stockte für einen kurzen Moment der Atem, genauer gesagt in dem Moment, als sie Nolan - ihren Nolan - hinter einem unwichtigen Mann entdeckte. Die Sorgen verschwanden sofort aus ihrem Gesicht und ein sanftes Lächeln, welches typisch für die fröhliche junge Frau war, erschien augenblicklich. Ihre geschwungenen Lippen formten tonlos seinen Namen, ehe sich ihr durchtrainierter Körper auch schon in Bewegung setzte und auf den jungen Mann zueilte. Am liebsten wäre sie direkt auf ihn gesprungen, doch die Erinnerung an seine Verletzung hielt sie im letzten Moment davon ab. Stattdessen legte sie nur ihre Arme um seinen Hals, stellte sich ein wenig auf Zehenspitzen und vergrub ihr Gesicht an seiner Brust. Für einige Sekunden atmete sie einfach nur diesen altbekannten Geruch ein, ehe sie sich eher widerwillig einige Zentimeter von ihrem Freund löste und ihn beinahe bewundernd ansah, bevor sie die Augen schloss und ihre Lippen liebevoll auf die seinen legte. "Ich habe dich so vermisst...", murmelte Lou leise und hätte den jungen Mann am liebsten gar nicht mehr losgelassen.



zuletzt bearbeitet 21.10.2019 14:19 | nach oben springen

#4

RE: Coming home – Start

in coming home 26.06.2019 11:29
von Mivaka • Member | 1.116 Beiträge | 79550 Punkte



In den drei Jahren hatte Louna ihr eigenes Leben weitergelebt, sie hatte nicht auf ihn warten sollen und zwischendurch hatte Nolan immer mal wieder gedacht, dass er sie einfach freilassen sollte. Das er Louna die Möglichkeit geben sollte, ihr Leben einfach weiterzuleben, ohne immer auf ihn zuwarten. Doch dafür war er damals zu egoistisch gewesen. Hatte die Blondine nicht loslassen wollen und klammerte sich beinahe daran, dass sie auf ihn warten würde, bis er wieder zurückkam. Doch das war einmal so gewesen. Jetzt war er der festen Überzeugung, dass es anders besser gewesen wäre. Louna musste viel zu viel Leid wegen ihm durchmachen und dann kam Nolan zurück, war nicht mehr derselbe wie bei seiner Abreise.
Und vielleicht ist sein Verhalten auch jetzt egoistisch, denn diese Frau hatte drei Jahre lang auf ihn gewartet, er hatte es nicht hinbekommen sie öfter anzurufen, während er im Krankenhaus lag. Und jetzt? Jetzt freute sie sich über Nolan und er selbst, er war sich unschlüssig ob er wirklich noch hierher gehörte. Der Mann vor ihm, bog nach rechts ab, sodass der Blick auf die Blondine frei wurde, welche auf den Ex Soldaten zukam und ihn in ihre schlanken Arme schloss. Nolan hatte die Reisetasche auf dem Boden platziert, schloss seine kräftigen Arme um Louna und atmete kurz ihren Duft ein, der ihm inzwischen doch schon so fremd schien. Doch was schien ihm hier in San Francisco nicht fremd? Den Kuss entgegnete er, die Worte die sie gerne hören wollte, verliessen seine Lippen jedoch nicht augenblicklich. Vielleicht konnte man es der Müdigkeit schulden, aber es steckte wohl noch mehr dahinter. "...und mir tut es leid..." gab er leise murmelnd von sich. Ihm tat der erschreckende Anruf leid, als Lou mitgeteilt wurde, dass ihr Freund angeschossen wurde und in Lebensgefahr war, dass sie sich deswegen Sorgen gemacht hatte und das sie sich die ganzen drei Jahre immer wieder Sorgen um ihn gemacht hatte. Es tat ihm leid, dass er so unglaublich egoistisch gewesen war und vielleicht spielte er auch schon darauf an, dass ihm seine Heimkehr leid tat.



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#5

RE: Coming home – Start

in coming home 26.06.2019 12:10
von Alex • Senior Member | 5.848 Beiträge | 1041324 Punkte




Es tat ihm leid. Diese Worte kamen nur verschwommen bei Louna an. Was tat ihm leid? Dass er vor drei Jahren gegangen war? Dass er und sie diese drei Jahre über beinahe keinen Kontakt gehabt hatten? Dass er angeschossen worden war? Dass er - vielleicht nur deswegen - zurück nach San Francisco gekommen war? Die junge Frau löste sich ein wenig von Nolan und blickte mit großen Augen zu ihm auf. "Dir muss nichts leid tun, Liebling.", flüsterte die Blondine mit beruhigender Stimme und strich ihrem Freund sanft mit den Fingerspitzen über die stopplige Wange. "Hauptsache du bist wieder hier bei mir und verlässt mich nie wieder für so eine lange Zeit.", murmelte Lou und lächelte den jungen Soldaten zuversichtlich an. Natürlich war es für sie eine harte Zeit gewesen und sie hatte sich nicht gerade selten bei ihren Eltern, bei ihrem Bruder, bei ihren quasi Schwiegereltern und bei ihren Freunden ausgeheult. Doch Lou hatte sich ziemlich gut ablenken können, war in ihrer Ausbildung mit Abstand die Beste gewesen. Beinahe jede freie Minute hatte die Tänzerin im Studio verbracht und teilweise auf der Bank in der Umkleide geschlafen. Man konnte fast behaupten, Louna hatte ihren Höhenflug der Abwesenheit ihrer großen Liebe zu verdanken. Es war ziemlich wahrscheinlich, dass sich die 22-Jährige niemals so angestrengt hätte, wenn Nolan die letzten Jahre bei ihr gewesen wäre. Lou hatte ihm so viel zu verdanken. Er war ihr erster Ansprechpartner hier in Amerika gewesen, als sie mit gerade einmal vier Jahren aus Monaco hierher gekommen war. Kein Wort englisch hatte die kleine Blondine damals gekonnt. Nolan war immer für sie da gewesen, vom ersten Tag an. Er hatte ihr die Sprache beigebracht, ihr die Stadt gezeigt, sie sogar zu ihrer ersten Tanzstunde begleitet. Es war kaum verwunderlich, dass aus der Freundschaft sehr schnell mehr geworden war. Louna war 13 gewesen als sie mit Nolan zusammen gekommen war. Genau an ihrem 13. Geburtstag. Alle hatten das erwartet, doch niemand hätte gedacht, dass diese Beziehung solange halten würde. Louna und Nolan. Nolan und Louna. Sie waren das Traumpaar schlechthin gewesen. Leise seufzte die junge Tänzerin auf und griff nach der Hand ihres Freundes. 9 Jahre waren die beiden nun schon ein Paar, wenn auch drei Jahre davon getrennt voneinander. Natürlich kamen da auch mal die Themen Hochzeit und Kinder auf. Doch Lou wusste, dass das jetzt noch warten müsste. Nolan ließ es sich noch nicht so anmerken, doch die 22-Jährige spürte, dass der Krieg und die Erlebnisse ihren Freund verändert hatten. "Lass uns nach Hause fahren...", beschloss Lou mit ruhiger Stimme und lief zielstrebig durch den Flughafen bis hin zu ihrem Auto. Nolan's Tasche wurde im Kofferraum verstaut und kurz darauf steuerte Louna auch schon den Westen der Stadt an. Sollte sie Nolan über den Umzug aufklären? Doch es würde ihm schon selbst auffallen, wenn seine Freundin ihren Wagen in die ganz andere Richtung lenkte. Die Fahrt dauerte nicht sonderlich lang und irgendwann tauchten am Straßenrand die hübschen amerikanischen Häuser auf. Etwas unsicher lenkte Lou das weiße Auto schließlich auf den Vorhof des gemütlichen weißen Hauses, welches sie seit etwa knapp 1,5 Jahre bewohnte. "Ich hoffe, es gefällt dir...", murmelte Lou beinahe besorgt und stieg aus dem Wagen. Natürlich hatte die 22-Jährige das Haus nicht selbst gekauft, ihre Eltern hatten es ihr mit der Begründung, dass die Stadtwohnung auf Dauer zu klein werden würde, geschenkt. Natürlich war der Hintergedanke da, dass nach Nolan's Rückkehr bald die Hochzeitsglocken läuten würden und Kinderlachen das Haus füllen würde. Langsam schlenderte Lou auf den Eingang zu, zückte den Schlüssel und wurde sofort von freudigem Bellen begrüßt. "Und das sind Shiva und Vishna. Sie sind bei 6 Monaten hier...", beichtete Louna eine weitere Veränderung und errötete leicht.
Nachdenklich schlüpfte die Blondine aus ihren weißen Sneakern und stellte diese ordentlich in das Schuhregal. "Also...willkommen zuhause. Ich hoffe, es gefällt dir.", meinte Lou mit einem leichten Grinsen. Sie hatte viel Liebe in dieses kleine Häuschen gesteckt. Direkt im Flur hing über einer Kommode eine große Collage mit Bildern von Lou und Nolan. Im Sandkasten, im Pool im Garten ihres Elternhauses, bei ihrer Einschulung, bei ihrem Schulabschluss, bei ihrem Abschlussball. Für einen kurzen Moment blieben Lou's braune Augen an der Collage hängen und ein warmes Gefühl breitete sich in ihr aus. "Willst du dich erst bisschen ausruhen?", erkundigte sie sich fürsorglich bei ihrem Freund. "Ich kann dir natürlich erst das Haus zeigen oder dir was zum essen machen.", schlug Lou alternative Beschäftigungen vor. Eigentlich hätte sich die 22-Jährige am liebsten sofort auf Nolan gestürzt, ihm die Klamotten vom Leib gerissen und das gemacht, worauf sie die letzten drei Jahre brav verzichtet hatte. Zu groß war die Sehnsucht nach ihm. Louna wollte ihn endlich wieder spüren. Doch sie musste Verständnis zeigen und geduldig sein. Es würde sicher nicht leicht für die beiden werden, doch Lou war voller Zuversicht.



zuletzt bearbeitet 26.06.2019 13:22 | nach oben springen

#6

RE: Coming home – Start

in coming home 26.06.2019 13:15
von Mivaka • Member | 1.116 Beiträge | 79550 Punkte



Ihm tat so vieles leid und dennoch würde er das Thema jetzt nicht weiter vertiefen. War vielleicht auch besser so. Denn er musste Louna ja nicht unbedingt sagen, dass er länger in Afghanistan geblieben wäre, wenn er nicht wegen seiner Schussverletzung und dem Tod seines besten Freundes, vom Dienst suspendiert worden wäre. Aber so war es nun einmal. Afghanistan war eine Art Ventil für ihn, auch wenn es ein schlechtes Ventil war. Nolan interessierte der Fakt nicht wirklich. Schliesslich verliessen sie zusammen den Flughafen. Er hatte die Reisetasche genommen, folgte der Blondine und stellte die Reisetasche schliesslich im Auto ab, ehe er sich auf den Beifahrersitz niederliess.
Natürlich fiel ihm auf, dass Louna eine andere Richtung Einschlug. Anscheinend hatte sich doch mehr geändert, als er gedacht hatte. Und hätte er öfter angerufen, dann wüsste er davon. Genau aus diesem Grund hatte er nicht nachgehakt. Nolan war zu egoistisch gewesen um anzurufen. Er hatte nicht hören wollen, dass das Leben bei ihr weiterlief, dass sie vielleicht sogar irgendwen anders kennengelernt hatte. Deswegen hatte er sie nicht angerufen. Deswegen waren die Anrufe mit der Zeit immer weniger geworden. Schliesslich kamen sie bei dem Haus an, welches direkt am Wasser lag. Für einen Moment musterte er die Fassade von außen, ehe er aus dem Wagen stieg, Sich die Reisetasche schnappte und leicht nickte. "Es sieht schön aus..." gab er also brummend von sich. Nur würde mit einem Haus auch die Ungeduld der Familie wachsen. Sie wollten eine Hochzeit und möglichst bald Enkelkinder. Das Haus bestätigte so etwas nur. Jedoch war Nolan gewiss noch nicht bereit dazu. Schnell erwartete ihn auch die nächste Überraschung. Zwei Hundewelpen. "Die Zwei sind niedlich." gab er von sich, während er in die Hocke gegangen war und die Beiden kraulte. Anschliessend trat auch er in den Flur ein, zog die Schuhe aus und betrachtete den Teil des Hauses, den er schon sehen konnte. Augenblicklich fiel ihm die Collage auf. Sie beide hatten sich seitdem verändert...
"Vielleicht zeigst du mir erst das Haus und dann können wir etwas essen?" fragte er und sah dabei Louna an. Er hatte einiges nachzuholen. Ob er es wollte war eine ganz andere Frage.



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#7

RE: Coming home – Start

in coming home 26.06.2019 13:37
von Alex • Senior Member | 5.848 Beiträge | 1041324 Punkte




Louna musste keine Gedanken lesen können, um zu wissen, was gerade im Kopf des jungen Mannes vor sich ging. In ihrer Bewegung hielt die junge Frau also inne und tapste barfuß zurück zu ihrem Freund, welcher gerade die Collage musterte. "Ich weiß, dass das gerade ziemlich viel auf einmal ist, Liebling.", murmelte Lou mit beruhigender Stimme und legte ihre kleinen Hände auf seine Brust. "Und ich...wir geben dir alle Zeit der Welt.", versicherte sie ihm mit ruhiger Stimme und lächelte ihn an. Niemand hier wollte Nolan zu irgendetwas drängen, so viel stand fest. "Ich bin einfach nur froh, dich wieder bei mir zu haben. Auch wenn die Umstände nicht gerade erfreulich sind.", gab die 22-Jährige leiste zu und legte für einen Moment ihren Kopf ebenfalls auf seiner Brust ab, um seinen Herzschlag zu lauschen. Nolan bedeutete der jungen Frau alles. Sie hatte nie den Wunsch gehabt, einen anderen Mann kennenzulernen. Es hatte für Lou immer nur ihn gegeben. Mit ihren damals zarten 13 Jahren hatte sie noch nicht viel Ahnung von Liebe und Beziehungen gehabt. Erstmals waren aus freundschaftlichen Treffen richtige Dates geworden. Die gemeinsamen Urlaube, mal mit beiden Familien, mal nur mit einem Elternpaar, hatten an Bedeutung gewonnen. Louna hatte mit Nolan alles erlebt. Mit geschlossenen Augen erinnerte sich Lou zurück an ihr erstes Mal. Sie war gerade 16 gewesen. Nur widerwillig löste sie sich von dem jungen Mann und nickte leicht. Haustour und essen. Das sollte er sofort bekommen. Louna hatte sich in den Kopf gesetzt, ihrem Freund jeden Wunsch schnellstmöglich zu erfüllen. Er sollte sich hier wohl fühlen, immerhin war das nun ihr gemeinsames Zuhause. Ihm sollte es gut gehen. Er sollte die schlimmen Ereignisse in Afghanistan verarbeiten und bestenfalls vergessen. "Also los.", beschloss die Tänzerin motiviert und zog Nolan an seiner Hand hinter sich her. "Station 1: Die Küche.", fing Lou mit der Tour an und sah sich in dem großen Raum um, in welchem auch eine großzügige Essecke ihren Platz gefunden hatte. "Von hier geht es direkt ins Wohnzimmer." Leichtfüßig führte die junge Frau ihren Freund durch das Erdgeschoss des Hauses, welches noch aus einem kleinen Bad mit Dusche, einem Büro und einem Gästezimmer bestand. "Im Keller haben wir nen Pool, nen Fitnessraum und meinen Trainingsraum.", erklärte Lou glücklich, verzichtete jedoch auf einen Besuch. Nolan konnte sich später noch ganz in Ruhe umschauen. Stattdessen lief Louna mit vielen kleinen Schritten die geschwungene Treppe nach oben in das letzte Stockwerk. Nach wie vor hielt sie Nolan's Hand fest umklammert und hatte nicht vor, diese zeitnah loszulassen. Im Flur sah sie sich kurz um, ehe sie ihrem Freund zuerst ein weiteres Bad, dieses Mal mit Dusche und Badewanne, zeigte. "Die zwei Schlafzimmer sind noch leer.", stellte sie mit einem Blick auf zwei geöffnete Türen fest und zuckte mit den Schultern. Sie waren ursprünglich als Kinderzimmer gedacht, doch aktuell dienten beide Zimmer als weitere Gästezimmer. Vor der letzten Tür blieb die Blondine schließlich stehen und blickte den jungen Mann an ihrer Seite erwartungsvoll an. "Und das ist der Master Bedroom. Unser Schlafzimmer...", erklärte sie mit gedämpfter Stimme und stieß vorsichtig die weiße Holztür auf. In diesen Raum hatte Lou am meisten Zeit investiert. Von diesem Raum gelangte man in das dazugehörige Ankleidezimmer und in das Badezimmer. "Ich habe alle deine Sachen aus der alten Wohnung schon eingeräumt...", meinte Lou und zeigte in Richtung Ankleidezimmer, welches jedoch größtenteils mit ihren Klamotten bestückt war. Erneut traf Nolan ein erwartungsvoller Blick von Louna. "Gefällt es dir..?", fragte sie schließlich etwas besorgt und bis sich auf die Unterlippe. "Wir können natürlich noch Änderungen vornehmen, wenn du willst.."



zuletzt bearbeitet 27.06.2019 10:37 | nach oben springen

#8

RE: Coming home – Start

in coming home 26.06.2019 14:04
von Mivaka • Member | 1.116 Beiträge | 79550 Punkte



Zeit...das war genau das, was er brauchte. Wovon er so viel brauchte. Mehr als er jemals haben würde. Eigentlich brauchte er eine Zeitmaschine um zurück zu reisen. Drei Jahre in die Vergangenheit und er müsste sich gegen die Army entscheiden. Vielleicht wäre dann vieles anders gewesen. Doch so etwas konnte ihm keiner geben. Und für Louna war seine Abwesenheit gut gewesen, nicht das er ihr nicht gut getan hätte, aber sie hatte beruflich einiges erreichen können. So nickte der Braunhaarige, gab ein leises "..danke." von sich. Einen Moment verweilten sie so, ehe Louna schliesslich mit der Haustour begann. Aufmerksam hörte Nolan zu, sah sich um und versuchte sich das Meiste zu merken. Louna hatte sich alle Mühe gegeben bei dem Haus das merkte er. Schliesslich kamen sie zu dem Schlafzimmer von den Beiden. Ihm war nicht entgangen, dass die zwei Gästezimmer eigentlich Kinderzimmer sein sollten. Doch darauf ging er nicht weiter ein. Schließlich kamen sie aber im eigenen Schlafzimmer zum stehen. Er sah sich um und nickte. "Sehr sogar...jetzt weiß ich warum ich dir das Einrichten immer überlassen habe." gab er also leicht schmunzelnd von sich. Seine Anziehsachen waren noch recht wenig und sicherlich müsste er demnächst mal los, jedoch hatte er dazu noch nicht die Lust.



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#9

RE: Coming home – Start

in coming home 27.06.2019 10:46
von Alex • Senior Member | 5.848 Beiträge | 1041324 Punkte





Also sich Nolan gegen Ende der Haustour zu Wort meldete, grinste Louna ihn für einen Moment an. "Danke.", gab sie dann liebevoll von sich und warf einen kurzen Blick aufs Bett. Doch ihr Freund hatte bereits entschieden, dass er nach der Haustour etwas essen wollte. Die Blondine redete sich ein, dass die beiden noch alle Zeit der Welt haben würden. Nolan würde jetzt sowieso erst einmal den Großteil seiner Zeit hier verbringen. Ob er schon einen genaueren Plan für seine Zukunft hatte? Irgendwie musste es beruflich ja für ihn weitergehen, er war noch so jung. Leise seufzte die Tänzerin auf, denn ihr Gagen würden gewiss nicht ausreichen. Manchmal hatte sie monatelang kein Einkommen, dann wieder ein Einkommen von mehreren tausend Dollar. Lediglich durch ihren Tanzunterricht verdiente sich Lou etwas dazu, doch das konnte man beinahe als Schülerjob für junge Leute nebenbei bezeichnen. Leben konnte man davon auch nicht. Zwar hatte die junge Frau wohlhabende Eltern, doch nachdem diese ihr schon das Haus gekauft hatten, wollte Lou auch endlich mal selbst etwas erreichen und nicht dauernd bei Mami und Papi um Geld betteln. "Dann lass uns mal wieder runter gehen...", beschloss die Blondine nach einigen Minuten des Schweigens und löste sich nun endlich von Nolan, um vor ihm mit schwingender Hüfte das Schlafzimmer zu verlassen und die Treppe nach unten zu joggen. In der Küche angelangt sah Lou sich etwas unschlüssig um. "Worauf hast du Lust, Schatz?", erkundigte sie sich bei ihrem Freund und öffnete in der Zwischenzeit den großen Kühlschrank, der bis zum Rand reichlich gefüllt war. Ihre Wahl fiel vorerst auf eine Flasche Mineralwasser, deren Inhalt sie in zwei Gläser füllte und auf der großen Kücheninsel abstellte. "Unsere Eltern wollen die Tage mal vorbeikommen.", erinnerte sich Louna dann und zuckte leicht mit den Schultern. "Ich habe gesagt, dass ich ihnen Bescheid gebe, sobald du dich etwas eingelebt hast.", erklärte sie zwinkernd und ging in die Hocke, um die zwei kleinen Huskys zu streicheln.



zuletzt bearbeitet 27.06.2019 12:19 | nach oben springen

#10

RE: Coming home – Start

in coming home 27.06.2019 11:25
von Mivaka • Member | 1.116 Beiträge | 79550 Punkte



Den Blick zum Bett hatte der Braunhaarige durchaus gesehen. Nur reagierte er darauf nicht. Nicht jetzt in diesem Moment. Obwohl körperliche Nähe wohl vorerst das Einzige sein würde, wobei die beiden sich näher kommen würden. Nolan hatte sich verändert und es würde gewiss nicht einfach werden mit ihm. Das er natürlich auch einen Plan nach seiner Pause haben müsste, war ihm bewusst. Ein Studium oder Sonstiges würde ihm von der Army bezahlt werden. Schliesslich war er nur deswegen arbeitsunfähig. Nur was wollte er bitte anderes machen? Die Tage würde er sich gewiss darum kümmern müssen und er hatte hier und da schon einmal ein paar Gedanken daran verschwendet. Vielleicht suchte er sich bewusst auch einen Job in den er sich stürzen konnte. Mit dem er viel zu tun hatte und kaum Zeit hatte für alles andere. Nolan brauchte diese Beschäftigung und würde die Beschäftigung auch irgendwie bekommen. Jede Minute die er nur herumsitzen würde, wäre gewiss nicht gut für ihn. Nur konnte er das Louna nicht sagen. Er konnte seiner Freundin nicht sagen, dass er es in San Francisco schrecklich fand. Nolan wollte wieder zurück, in Afghanistan hatte er keinerlei Zeit für Gedanken, hier in Amerika schon. Leicht hatte er den Kopf geschüttelt, wollte die Gedanken loswerden und verliess dann auch das Schlafzimmer. Folgte Louna nach unten in die Küche, dort lehnte er sich gegen die Kücheninsel, hatte sich das Glas geschnappt und trank etwas. Bei den Worten gab er lediglich ein brummen von sich. Der Besuch der Eltern..natürlich stand der an. Nur war Nolan davon nicht wirklich begeistert. "Irgendwas wofür wir die Sachen hier haben...ich bin nicht wählerisch." das Essen hier würde so oder so besser sein als das Army Essen.



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#11

RE: Coming home – Start

in coming home 27.06.2019 12:25
von Alex • Senior Member | 5.848 Beiträge | 1041324 Punkte




Nolan wirkte gedanklich ziemlich abwesend, was Louna nicht entgangen war. Doch die junge Blondine beschloss, einfach vorerst den Mund zu halten. Ihr Freund war erst seit kurzem wieder hier in Amerika und hatte viel zu verarbeiten. Lou war sich ziemlich sicher, dass sich das früher oder später regeln würde. Also schenkte sie ihm nur ein sanftes Lächeln, während sie seine Antwort nickend annahm. Nach kurzen Überlegungen entschied die Tänzerin sich für etwas relativ einfaches. Reis mit Hühnchen und dazu Gemüse. "Du kannst es dir gerne solange im Wohnzimmer bequem machen.", schlug sie ihrem Freund vor und schob ihn auch schon aus der Küche. Die zwei Huskydamen folgten dem ihnen noch fremden Mann aufgeregt. Vielleicht würden Shiva und Vishna Nolan ja ein wenig helfen. Wer konnte zu solchen süßen Wesen schon nein sagen? Das Essen war relativ schnell fertig und Louna verzichtete darauf, den Tisch großartig zu decken. Stattdessen stellte sie die Teller und die zwei Gläser auf ein Tablett und erschien bei Nolan im Wohnzimmer. "Heute essen wir hier.", beschloss die Blondine grinsend und stellte alles auf dem Wohnzimmertisch ab. Die neugierigen Welpen schob sie sanft aber bestimmt beiseite und ließ sich neben ihrem Freund auf der Couch nieder. "Ich hoffe, es schmeckt.", stellte Lou lächelnd fest und schob sich auch schon die erste Gabel in den Mund.



zuletzt bearbeitet 01.07.2019 11:43 | nach oben springen

#12

RE: Coming home – Start

in coming home 27.06.2019 12:41
von Mivaka • Member | 1.116 Beiträge | 79550 Punkte



Natürlich merkte er, dass er bisher recht wortkarg war, nur hatte er seiner Freundin gerade nicht so viel zu sagen. Obwohl er es eigentlich sollte. Eigentlich sollte er Louna von seinen Albträumen erzählen, von dem bedrückenden Gefühl, dass ihm manchmal den Atem raubte, wenn er an seinen besten Freund Tony dachte. Der Moment wenn er die Augen schloss und die Bilder zurückkamen. Nur wollte er darüber mit niemandem sprechen. Sah es nicht ein und war der festen Überzeugung, dass er es alleine schaffen würde. Er müsste nur seine Methoden dazu finden. Bevor er überhaupt protestieren konnte, hatte die Blonde ihn schon aus der Küchhe geschoben und Nolan liess sich also auf der Couch nieder. Hatte die Huskydamen nur kurz gestreichelt, ehe er sich sein Handy schnappte und schon einmal auf die Suche nach einem Job ging. Natürlich hatte er Vorstellungen was er machen könnte. Personenschutz, Polizei, ähnliche Dinge wie Soldat. Nur eben in Amerika. Und er hatte die besten Kontakte um genau in die Branchen zu kommen. Seine Offiziere würden ihn wärmstens empfehlen.
Schliesslich kam Louna mit einem Tablett und Essen wieder. "Danke...das riecht köstlich." gab er also von sich, bemüht etwas mehr Emotionen zeigen zu können. So tat er es ihr gleich und schob sich die erste Gabel in den Mund. Es schmeckte um Welten besser als das Essen der Army. "Kein Vergleich zum Army Essen." meinte er also, zwang sich ein kleines Lächeln auf und widmete sich dann auch schon wieder dem Essen. "Was gibt es sonst noch so neues?" eine dumme Frage, wenn man beachtete, dass Louna jetzt quasi drei Jahre zusammenfassen müsste.



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#13

RE: Coming home – Start

in coming home 01.07.2019 11:57
von Alex • Senior Member | 5.848 Beiträge | 1041324 Punkte




Louna zog etwas verkrampft ihre Mundwinkel nach oben und redete sich in Gedanken immer wieder selbst Mut zu. Natürlich hatte die junge Frau gewusst, dass nach Nolan's Rückkehr so einiges anders sein würde. Sie hatte sich schon darauf eingestellt, doch die Realität war um einiges schwerer. Ein leises Seufzen verließ ihre vollen Lippen. Lou war keine sonderlich starke Persönlichkeit. Sie war das liebe Mädchen von nebenan, welches viele Leute mit dem Wort Perfektion beschrieben. Louna hatte sich nie etwas zu Schulden kommen lassen, sich noch nie mit jemandem gestritten und selbst Feinde hatte die 22-Jährige nicht. Besonders der letzte Punkt war in ihren Kreisen ziemlich außergewöhnlich, denn unter Tänzern herrschte eigentlich immer Rivalität. Wie sollte so ein zierliches und sensibles Mädchen wie Lou die Tatsache verkraften, dass ihre große Liebe nach drei Jahren zurück in Amerika war und nichts mehr so war wie davor? Nolan's Frage riss die kleine Blondine schließlich aus ihren tristen Gedanken. "Bitte?", fragte sie etwas verwirrt nach und runzelte für einen Moment die Stirn. Was gab es denn so Neues? Das war eine gute Frage, denn in den letzten Jahren war so einiges passiert. "Ich habe seit einem Jahr meinen Abschluss und darf mich jetzt ausgebildete Tänzerin und Tanzlehrerin nennen...", fing Lou erst einmal mit sich selbst an. "Kylian steckt immer noch in seinem Jurastudium und hat ne neue Freundin...Veronica.", kam die Tänzerin auf ihren drei Jahre älteren Bruder zu sprechen. Dann berichtete Louna noch von einigen Schulfreunden, von deren beruflichen Werdegängen, Trennungen und neuen Beziehungen. "Sonderlich spannende Sachen sind aber nicht passiert. Lizzy und Jackson sind seit Silvester verlobt und werden noch dieses Jahr heiraten.", erinnerte sich die Blondine noch an ihre beste Freundin und deren Freund. Elizabeth Dawson war neben Nolan Lou's größte Bezugsperson in Amerika geworden. Seit der Grundschule waren die beiden Blondinen unzertrennlich und es war nicht verwunderlich, dass Lou auch ihre Trauzeugin werden würde. In der Zwischenzeit hatte Louna ihre Portion aufgegessen und den Teller etwas beiseite geschoben. Vorsichtig lehnte sie dann ihren Kopf an Nolan's breiter Schulter an.



zuletzt bearbeitet 01.07.2019 16:12 | nach oben springen

#14

RE: Coming home – Start

in coming home 01.07.2019 12:07
von Mivaka • Member | 1.116 Beiträge | 79550 Punkte



Natürlich machte er es seiner sensiblen Freundin nicht einfach. Aber für den Braunhaarige selbst war es natürlich auch nicht einfach. Beide hatten gewusst, dass es schwer werden würde. Doch das hatte Louna nie davon abgehalten auf Nolan zu warten. Sie hätte ihr Leben auch anders weiterleben können, hätte ihn durchaus hinter sich lassen können, nur hatte sie sich für den Weg entschieden. Und jetzt kamen die Konsequenzen dieser Entscheidung. Nolan hatte schon immer etwas daran gezweifelt ob Louna daran nicht zerbrechen würde. Hatte es aber versuchen wollen. Ihr zuliebe und vielleicht auch sich selbst. Schliesslich war Louna irgendwo mal alles für ihn gewesen und er war nicht bereit gewesen sie einfach aufzugeben. Auch wenn es besser gewesen wäre.
Während die Blondine ihm ein paar Sachen erzählte, die in der Zeit passiert waren, aß er seine Portion auf. Nickte immer mal wieder oder gab irgendwelche Kommentare von sich. Viel mehr konnte er dazu ja auch nicht wirklich sagen. Wusste nicht einmal mehr, ob sich die anderen noch alle an ihn erinnerten. Schliesslich hatte sie ihre Erzählung geendet, lehnte sich an seiner Schulter an und der Braunhaarige legte einen Arm um sie. Und dennoch...es fühlte sich fremd an. Er fühlte sich fremd in dieser Umgebung. Vielleicht weil Nolan nichtmehr derselbe war wie vorher, sein Päckchen mit den Erlebnissen zu tragen hatte und damit nicht so gut zurecht kam, wie er es immer vorgab. "Und du bist bestimmt Trauzeugin oder?" hakte er nach um die Stille etwas zu zerbrechen. Er selbst konnte nicht wirklich Erzählungen von den letzten drei Jahren hervorbringen.



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#15

RE: Coming home – Start

in coming home 01.07.2019 16:19
von Alex • Senior Member | 5.848 Beiträge | 1041324 Punkte




Nolan war ziemlich ruhig. Vielleicht zu ruhig. Allmählich wurde Louna dadurch unruhig. Sie zählte zu den Menschen, die sich immer sofort und viel zu schnell über alles Gedanken machte. So viel hätte in den letzten drei Jahren im Leben ihres Freundes passieren können. Ein ONS, eine Affäre. Vielleicht hatte Nolan sich sogar in eine andere Frau verliebt. Lou wurde ein wenig blass um die Nase und schluckte ihre Ängste runter. Nein. Nicht Nolan. Nolan liebte sie und daran würden auch die drei Jahre nichts ändern. Für Lou war von Anfang an festgestanden, dass sie an dieser Beziehung festhalten würde. Sie hatte nicht einmal die Absicht, einen anderen Mann kennenzulernen. Für die 22-Jährige gab es einfach nur Nolan. Schon wieder gedanklich ganz wo anders, zuckte Lou kaum spürbar zusammen, als sich plötzlich ein Arm um ihre Schultern legte. Oh, wie sie das vermisst hatte. Automatisch kuschelte sich die Blondine etwas mehr an den Dunkelhaarigen, ergriff seine Hand und verschränkte ihre Finger mit seinen. "Ja, klar. Wer denn sonst?", entgegnete sie dem Ex-Soldaten mit einem kleinen Grinsen auf den Lippen. "Du wärst auch sicher Jackson's Trauzeuge. Nur wusste niemand, wann du zurückkommst...", erklärte Lou und wurde immer leiser, bis sie schließlich flüsternd ein "Oder ob du überhaupt zurückkommst." über die Lippen brachte. "Aber begleiten musst du mich jetzt auf alle Fälle. Ich dulde keine Ausrede.", beschloss Louna wieder etwas besser gelaunt und stahl sich einen kleinen Kuss von ihrem Freund. Heute würden sie gewiss nicht mehr viel unternehmen. Nur kuscheln und reden. Mit ihrer freien Hand streichelte Lou abwechselnd die beiden jungen Huskymädchen, welche es sich neben ihrer Besitzerin auf der Couch bequem gemacht hatten.



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#16

RE: Coming home – Start

in coming home 01.07.2019 16:36
von Mivaka • Member | 1.116 Beiträge | 79550 Punkte



eigentlich wäre es denkbar gewesen, dass der Braunhaarige einen ONS gehabt hätte, nur war es dazu nie gekommen. Einmal weil sie dauernd beschäftigt waren und andererseits, weil um ihn herum eigentlich nur männliche Soldaten gewesen waren. Und soweit war es dann eben doch nicht gekommen. Auch wenn man es Louna nicht zutrauen würde, so hätte es Nolan nicht einmal gewundert, wenn in den drei Jahren bei ihr irgendwas gewesen wäre. Denn wäre es bei ihm nicht so gewesen, wenn die Rollen vertauscht gewesen wären? Er wusste es nicht genau, war vielleicht auch besser so.
Ob ein winziger Vorwurf in ihren Worten steckte? Er wusste es nicht. Fragte aber auch nicht nach. "Jetzt bin ich ja wieder zurück..." meinte er beinahe beruhigend. Auch wenn es nicht wirklich stimmte. Ein Teil von ihm war noch immer in Afghanistan und würde wohl für immer dort bleiben. "Natürlich begleite ich dich." wenigstens das war er ihr schuldig und das wusste er. Auch wenn Nolan sich besseres vorstellen konnte. Jedenfalls momentan. So beobachtete der Braunhaarige die beiden kleinen Huskydamen. Wusste auch nichts weiter mit sich anzufangen oder worüber er mit Louna reden könnte.



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#17

RE: Coming home – Start

in coming home 02.07.2019 22:20
von Alex • Senior Member | 5.848 Beiträge | 1041324 Punkte




Nachdenklich zog die Blondine eine Augenbraue nach oben und legte zeitgleich den Kopf ein wenig in den Nacken. "Es fühlt sich so komisch an.", stellte sie schließlich trocken fest und kuschelte sich noch ein wenig enger an Nolan. Solange hatte sie auf Nähe verzichtet und nun war ihr geliebter Freund plötzlich wieder da. Am liebsten wäre Lou über ihn hergefallen, doch sein Verhalten hielt sie davon ab. "Willst du...", fing die 22-jährige Tänzerin an und stockte kurz. "...darüber reden?" Was auch immer 'darüber' war. Über seine Zeit in Afghanistan. Über seinen Unfall. Über den Tod seines besten Freundes. Louna hatte zwar bereits erfahren, was geschehen war, doch mit Nolan hatte sie nur nach seiner Verletzung telefoniert. In diesem Telefonat war er noch schweigsamer gewesen als jetzt. Ob er in psychologischer Behandlung war? Die Tänzerin war sich sicher, dass so etwas nach diesen Erfahrungen notwendig war. Für einen Moment atmete Lou tief ein uns aus, strich immer wieder mit ihren Fingern an den seinen entlang. "Wir schaffen das, Nolan. Oder?", murmelte sie schließlich und drehte sich wieder mehr zu ihm, blickte ihn aus ihren braun-goldenen Augen an und verzichtete darauf, die beiden Welpen weiter zu streicheln. Stattdessen legte sie den rechten Arm einmal über ihren Freund und zog sich so auf seinen Schoss. Nolan selbst ließ sie dabei keine einzige Sekunde aus den Augen. "Ich habe dich so vermisst, Nolan. Jeden verdammten Tag in den letzten drei Jahren. Ich habe jeden Tag gehofft, dass du plötzlich im Türrahmen stehst. Ich hatte jeden Tag Angst, dich nie wiederzusehen. Und dann kam plötzlich dieser Anruf...Ich hatte solche Angst um dich, mein Schatz.", murmelte Lou mit brüchiger Stimme und spürte, wie ihr die Tränen in die Augen stiegen. Sie hatte ihn damals gehen lassen. Er hatte sie gefragt und wäre nicht gegangen, wenn sie es nicht zugelassen hatte. Doch inzwischen bereute Louna es. "Ich weiß, dass ich absolut kein Recht dazu habe...aber ich flehe dich an, Nolan. Verlasse mich nie wieder für so einen langen Zeitraum. Setze dich nie wieder so einer Gefahr aus...", bettelte Lou schon förmlich. Eigentlich hatte sie sich vorgenommen, stark zu bleiben. Doch gerade brach alles aus ihr heraus. Die letzten 1.000 Tage hatten ihre Spuren hinterlassen. Nicht nur bei Nolan, welcher zumindest gewusst hatte, dass seine Freundin in San Francisco in Sicherheit war. Schluchzend vergrub die Blondine ihren Kopf an seiner Schulter.



zuletzt bearbeitet 08.07.2019 11:08 | nach oben springen

#18

RE: Coming home – Start

in coming home 02.07.2019 23:03
von Mivaka • Member | 1.116 Beiträge | 79550 Punkte



'Es fühlt sich so komisch an...'
Sie sprach genau das laut aus, was er dachte. Nur fühlte es sich nicht nur komisch für ihn an, es fühlte sich fremd an. Er fühlte sich fremd in dieser Umgebung und konnte nicht erklären warum. Das Haus war perfekt, Louna war perfekt und dennoch...dennoch fühlte er sich fehl am Platz. So gab er ein Nicken von sich, bestätigte ihre Aussage, führte sie jedoch nicht weiter aus. Wollte der Blondine damit lieber nicht schmerzen. Als Louna schliesslich fragte, ob er darüber reden wollte, sah er sie beinahe überrascht an. Biss sich leicht auf die Innenseite der Wange und schüttelte den Kopf. "Lieber nicht..." gab er also von sich. Er wollte weder mit ihr, noch mit einem Therapeuten oder irgendwem anders darüber sprechen. Das würde er alleine mit sich selbst ausmachen und Nolan war fest davon überzeugt, dass er das konnte. Auch wenn er tief im innren wusste, dass es eben nicht so war. Das er daran zerbrechen könnte und Louna wahrscheinlich mit in den dunklen Abgrund ziehen würde.
Bei ihrer Fragen brach es ihm für einen kurzen Moment beinahe das Herz, aber nur beinahe. Denn gleichzeitig fühlte sich Nolan so verdammt stumpf. Konnte damit nicht umgehen, wusste nicht was er dazu sagen sollte. Er wollte keine leeren Versprechungen machen, nur konnte er ihr auch nicht versprechen, dass sie es schaffen würden. Also sah der Braunhaarige sie für einen Moment stumm an. "Ich hoffe es..." und genau das entsprach irgendwo der Wahrheit. Nolan hoffte es durchaus, nur hatte er bisher wenig Glauben daran. Einfach weil er nicht wollte, dass Louna an der ganzen Sache zerbrechen würde. Sie war für so etwas viel zu sensibel. Viel zu sensibel um mit jemandem wie Nolan zurecht zu kommen. Sie hatte so viel mehr verdient als ein Wrack wie ihn.
So zog sich die Blondine auf seinen Schoss, er legte beinahe automatisch seine Hände an ihre Taille und lauschte schweigend ihren Worten, konnte sehen wie sich die Tränen in ihren wunderschönen Augen sammelten und es zerriss ihn. Liess ihn sich selbst hassen. Nolan hatte Louna nicht verdient. Definitiv nicht. "Es tut mir so unendlich leid...." gab er von sich, strich mit seinen Fingern über ihr Gesicht und bei ihrem Flehen, schloss er kurz die Augen. Er wollte ihr nichts versprechen. Wollte nie wieder irgendwem etwas versprechen. Denn wer konnte schon garantieren, dass er ein Versprechen einhalten konnte? Bei seinem besten Freund hatte er es nicht tun können und es zerriss ihn. "Ich kann nicht..." gab er mit brüchiger Stimme von sich.



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#19

RE: Coming home – Start

in coming home 08.07.2019 11:20
von Alex • Senior Member | 5.848 Beiträge | 1041324 Punkte





Louna wusste, dass ihr emotionaler Zusammenbruch wahrscheinlich keine gute Idee war. Doch die junge Frau konnte ihre Gefühle gerade nicht mehr zurückhalten. Sie hatte die letzten drei Jahre damit verbracht, nach außen hin stark und zuversichtlich zu wirken. Irgendwann wurde es einfach zu viel und dieser Moment war nun eingetreten. Sie sollte Nolan nicht noch mit ihren Gefühlen überfordern, immerhin ging es dem jungen Mann schlecht genug und er musste erst einmal das Erlebte in Ruhe verarbeiten können. Lou wollte nicht weinen, denn Lou war kein weinerlich Mensch. Zwar war die Blondine dafür bekannt, sehr sensibel und emotional zu sein, doch Tränen gab es relativ selten. Schluchzend vergrub die Tänzerin ihr Gesicht an Nolan's Brust und nahm nur schwach seine Worte wahr. "Dir muss doch nichts leid tun...", murmelte Lou in sein Shirt hinein und seufzte auf. Was tat ihrem Freund denn überhaupt leid? Wahrscheinlich konnte der junge Ex-Soldat das selbst nicht so genau sagen. Bei seiner Antwort bezüglich des von ihr geforderten Versprechens hob Louna leicht den Kopf und blickte ihn aus ihren traurigen braunen Augen an. War er ihr es nicht schuldig? Lou hätte diese Worte niemals ausgesprochen, daher dachte sie sich nur ihren Teil. Es gab gewiss nicht viele junge Frauen, die drei Jahre lang in Abstinenz lebten und ihren Freund nicht verließen. Lou hatten sich viele Möglichkeiten geboten. Sie war eine außerordentlich schöne Frau, die Männerwelt lag ihr zu Füßen. Doch die Blondine hatte sich einfach nie für Männer interessiert. Sie wollte Nolan und würde auch weitere drei Jahre warten, wenn es denn sein musste. "Ich liebe dich so sehr, Nolan. Und ich weiß, dass es egoistisch von mir ist, aber ich bin so froh, dass du wieder hier bist.", flüsterte die 22-Jährige an sein Ohr und verteilte auf seiner stoppeligen Wange sanfte Küsse.



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#20

RE: Coming home – Start

in coming home 14.07.2019 13:12
von Mivaka • Member | 1.116 Beiträge | 79550 Punkte






Remember all the things we wanted
Now all our memories, they're haunted
[...]
I didn't want us to burn out
I didn't come here to hurt you now I can't stop


Nolan hatte sie nie zum Weinen bringen wollen. Er wollte sie nicht verletzen und dennoch tat er es, tat es immer wieder und würde es immer wieder tun. Wie sollte er es auch besser machen, wenn er noch nicht einmal mit sich selbst zurecht kam? Der Ex-Soldat war in einem Karussell gefangen von dem er nicht abspringen konnte. War gefangen zwischen seinen Albträumen, den Dingen die er nicht verarbeitet bekam und dem Wissen, dass er Louna immer und immer wieder verletzte. Das er ihr nicht mehr das geben konnte, was er wollte...was sie so sehr verdiente. Die Blonde verdiente so viel mehr als den Ex Soldaten. Ihr sollte man die Welt zu Füßen legen und Nolan konnte dies nicht.
Natürlich war der Braunhaarige ihr so ein Versprechen irgendwo schuldig. Nur wollte er ihr nichts versprechen, was er nicht unbedingt halten konnte. Das wäre unfair ihr gegenüber. So konnte er sie lediglich ansehen mit vor Reue triefenden Augen. Und auch sie war egoistisch. Sie war im selben Maße egoistisch wie er. Denn Louna wusste wie schwer es für ihn war, zurückzukehren. Und dennoch war sie froh, dass er wieder bei ihr war. Er hingegen war genauso egoistisch, denn er wäre lieber woanders als hier. Für einen Moment schloss er die Augen, spürte ihre Lippen auf seiner Wange und atmete tief Luft ein. "Ich will dir einfach nichts versprechen müssen, was ich nicht halten kann..." leise kamen die rauen Worte über seine Lippen. Vielleicht wollte er sich damit entschuldigen, dass er ihr das Versprechen nicht gab, nach dem sie sich so sehr sehnte.



zuletzt bearbeitet 14.07.2019 15:19 | nach oben springen

#21

RE: Coming home – Start

in coming home 16.07.2019 09:14
von Alex • Senior Member | 5.848 Beiträge | 1041324 Punkte

Nachdenklich lauschte Louna den Worten ihres Freundes. Er wollte ihr nichts versprechen, was er nicht halten konnte. Diese Aussage jagte ihr einen eiskalten Schauer über den Rücken. Die letzten drei Jahre hatte sie nicht nur Angst gehabt, ihren geliebten Nolan nie wieder zu sehen, sondern auch befürchtet, dass er entweder im Ausland eine andere Frau kennen und lieben lernte oder seine Liebe zu ihr in dieser Zeit verschwand. Es waren Dumme Gedanken gewesen, die Lou auch niemals ausgesprochen hatte. Doch der Satz, der gerade seine Lippen verlassen hatte, sorgte doch ein wenig dafür, dass die Tänzerin sich an ihre Bedenken erinnerte. Ein wenig frustriert biss sich die 22-Jährige auf die Unterlippe und schluckte diese Bedenken nach unten. Nolan würde sie nicht verlassen. Nolan liebte sie. Er brauchte nur etwas Zeit, sich wieder an den Alltag in Amerika zu gewöhnen. Lou würde ihn unterstützen und helfen wo sie nur konnte. Dessen war sie sich sicher. Mit den Fingern wischte sie sich also die Tränen aus dem Gesicht und lächelte ihren Freund sanftmütig an. „Ich liebe dich, Nolan. Ich liebe dich einfach so sehr.“ Der junge Ex-Soldat war das beste, was der Monegassin hätte passieren können. Ihr Blick wanderte für einen Moment auf die Uhr. „Was hälst du davon, wenn wir uns umziehen und ins Bett verkrümeln?“, schlug Lou mit liebevollem Ton in ihrer Stimme vor und hob die beiden Welpen von der Couch auf den Teppich, ehe sie Nolan einen zärtlichen Kuss auf die Wange hauchte und sich aufrichtete.



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#22

RE: Coming home – Start

in coming home 16.07.2019 20:48
von Mivaka • Member | 1.116 Beiträge | 79550 Punkte



Natürlich hatte auch sie die ganze Zeit über Bedenken gehabt und es tat dem Braunhaarigen weh, dass er ihr nicht das geben konnte, was sie so sehr wollte. Aber dazu war Nolan gerade noch nicht in der Lage. Vor nicht nicht einmal 24 Stunden war er noch in Afghanistan gewesen. Der Krieg hatte definitiv Spuren bei ihm hinterlassen und damit müsste Louna zurecht kommen, genauso wie er auch. So war er sich nicht einmal dessen bewusst, was er für die Blondine fühlte. Konnte die Gefühle nicht voneinander unterscheiden. Das Einzige was er wusste, war der Fakt, dass er das Gefühl hatte, hier nicht mehr her zu gehören. Immer und immer wieder spukten die Gedanken und Erinnerungen aus dem Kriegsgebiet in seinem Kopf umher und so schnell würde er das auch nicht los werden.
Auf ihre Worte hin, hatte er ein schwaches Lächeln von sich gegeben, ehe er auf ihre Frage hin nickte. "Das klingt gut..." gab er dann von sich, stieß sich vom Sofa ab und erhob sich schliesslich von diesem. Schlafen...eine Sache die wohl schlimmer war als der Alltag in dem er sich fremd fühlte. Oft genug wurde er von Albträumen heimgesucht, kam nicht zum schlafen und lag die ganze Nacht wach. Und er wollte Louna definitiv nicht den Stress machen, dass sie sich noch um ihn sorgte.



zuletzt bearbeitet 16.07.2019 20:48 | nach oben springen

#23

RE: Coming home – Start

in coming home 18.07.2019 09:11
von Alex • Senior Member | 5.848 Beiträge | 1041324 Punkte

Nachdem Nolan Ihrem Vorschlag zugestimmt hatte, schnappte sich Louna noch das benutzte Geschirr und räumte dieses in der Küche in die Spülmaschine. Dort fütterte sie auch noch die beiden Welpen, welche gewiss später ihren Weg ins Schlafzimmer finden würden. Die letzten Monate über hatten die Huskys bei ihrer Besitzerin im Bett geschlafen, jedoch würde sich das jetzt wohl ändern, da ja Nolan wieder da war. „Kommst du?“, rief Lou vom Treppenansatz Richtung Wohnzimmer und schlenderte in einem gemütlichen Tempo die Treppe nach oben ins Schlafzimmer, wobei sie direkt den Ankleideraum aufsuchte. Dort schälte sie sich langsam aus ihrem Kleid und der farblich passenden Unterwäsche. Nachdenklich warf die Blondine einen Blick Richtung Badezimmertür. Doch da sie vor ihrer Fahrt zum Flughafen schon geduscht hatte, verzichtete sie nun darauf. Ihre Kleidungswahl fiel auf ein marineblaues, leicht durchsichtiges Negligé. Lou war schon immer der Typ Frau gewesen, der in sexy Schlafsachen nächtigte. Übergroße Shirts oder kindliche Schlafanzüge waren eher weniger ihr Ding. Außerdem fand es Nolan auch schöner. Oder hatte es zumindest vor seiner Abreise schöner gefunden. Während seiner Abwesenheit hatte Louna jedoch fast jede Nacht eines seiner Oberteile getragen, um zumindest etwas von ihm direkt bei sich zu haben. Gedanken verloren betrachtete Lou ihren schlanken, aber dennoch kurvigen Körper im großen Spiegel und vergaß ihren zurückgekehrten Freund für einige Sekunden.



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#24

RE: Coming home – Start

in coming home 18.07.2019 09:37
von Mivaka • Member | 1.116 Beiträge | 79550 Punkte



Beim Wegräumen des benutzten Geschirrs hatte er nicht einmal helfen können, Louna war dafür doch ein wenig zu schnell gewesen. So hatte er noch kurz im Wohnzimmer verweilt, versuchte seine Gedanken zu ordnen, was ihm natürlich nicht gelang. Bis schliesslich ihre Stimme erklang. So gab er ein brummen von sich, erhob sich von der Couch und folgte der Blondine. Kam deutlich nach ihr im Ankleidezimmer an. Blieb im Türrahmen stehen und betrachtete kurz seine Freundin in ihrer Schlafenskleidung. Louna hatte schon immer eher in sexy Schlafsachen genächtigt. Er hatte natürlich nie etwas dagegen gehabt, wäre auch schlecht, wenn schon. "Immer noch genauso schön wie vorher..." gab er von sich. Das Kompliment stimmte und dennoch schien der Anblick nicht mehr ganz dasselbe in ihm hervorzurufen wie damals. Nicht das er sie nicht attraktiv fand, das gewiss nicht. Aber da Schwang diese Unsicherheit über seine Gefühle in ihm mit.



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#25

RE: Coming home – Start

in coming home 21.07.2019 13:23
von Alex • Senior Member | 5.848 Beiträge | 1041324 Punkte

Im Spiegelbild tauchte nach einer Weile eine zweite Gestalt auf, bei welcher sich Louna's Miene direkt aufhelle. "Na.", begrüßte sie ihren Freund, welcher sich wohl etwas mehr Zeit gelassen hatte. Bei seinem kleinen Kompliment drehte sich Lou elegant um und grinste den jungen Mann frech an. "Was hast du denn erwartet?", fragte die 22-Jährige amüsiert und bewegte sich mit wiegender Hüfte auf ihren Freund zu. "Dass ich mir in den drei Jahren alles reinstopfe, was ich in die Finger bekomme und mein Gewicht sich verdoppelt?", scherzte sie und legte den Kopf in den Nacken, um den deutlich größeren Mann besser anschauen zu können. Soweit würde es wohl niemals kommen. Louna war schon immer darauf bedacht gewesen, ihr Gewicht zu halten und nicht allzu viel Junkfood in sich zu stopfen. Als Tänzerin mit dem Ziel einer professionellen Karriere war dies einfach wichtig. Langsam legte die junge Frau ihre Arme um seinen Hals und stellte sich leicht auf die Zehenspitzen, um ihn liebevoll zu küssen. "Ich warte im Bett auf dich.", flüsterte die Blondine dem Dunkelhaarigen sanft ins Ohr, löste sich etwas widerwillig von ihm und eilte mit flinken Bewegungen in das große Bett, in welchem sie die vergangenen Jahre überwiegend alleine geschlafen hatte. Hin und wieder war mal eine Freundin über Nacht hier gewesen, doch zu 80% hatte Louna hier alleine gelegen und an Nolan gedacht. Seufzend zog Lou sich die Decke bis zu den Brüsten und griff nach ihrem Handy, um noch ein paar Nachrichten zu tippen. Ihre Schwiegereltern in spe, ihre Eltern, ihr Bruder, die gemeinsamen Freunde...Jeder wollte wissen, ob mit Nolan alles in Ordnung war. Kopfschüttelnd antwortete sie auf alle Nachrichten den selben Text. "Sie sind wie Geier. Am liebsten hätten dich unsere Angehörigen und Freunde direkt am Flughafen abgeholt oder eine riesige Welcome back Party geworfen.", rief Louna Richtung Ankleidezimmer und lachte auf. Wenn sie sich Nolan so ansah, war es wohl eine gute Idee gewesen, diese Vorschläge abzulehnen. "Vielleicht können wir morgen wenigstens mal zu unseren Eltern...oder sie zu uns einladen. Aber ich will nicht direkt das volle Programm starten. Ich glaube nicht, dass das so gut wäre...", überlegte Louna laut und seufzte leise.



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