#151

RE: Start

in Juli & Alex 27.03.2020 21:00
von Alex • Senior Member | 5.845 Beiträge | 1040224 Punkte





Vermutlich hätte Ivy das nicht sagen sollen. Nun würde Ben wohl jeden Tag damit rechnen, von ihr einen geblasen zu bekommen. Allein bei dem Gedanken daran wurde der 21-Jährigen schon schlecht. Nicht, weil Ben so abstoßend war. Ihre harte Vergangenheit hatte einfach dazu beigetragen, dass diese Angst da war. "Vielleicht mal als Geschenk zum Geburtstag...oder so.", kam es ihr leise über die Lippen und sie zwinkerte ihren Verlobten kurz frech an. Früher oder später würde es sich wohl nicht mehr vermeiden lassen. Ivy würde nicht um sexuellen Kontakt herum kommen. Wobei das nicht in ihrem Vertrag stand. Grübelnd fuhr sie sich durch die Haare und dachte für einen kurzen Moment über das was wäre wenn nach. Zu einer wirklichen Lösung kam sie jedoch nicht. Doch noch hatte sie ja etwas Zeit. Hoffentlich. Erst einmal wollte sie Ben näher kennenlernen. Sie würde ihn schließlich heiraten und da sollte man einfach gewisse Dinge über sich wissen. Ivy jedoch wusste nicht einmal seinen Geburtstag. Also würde es auch mit einem Geburtstagsblowjob schwierig werden. Ein leises Seufzen drang aus ihrer Kehle, während der Schauspieler sich rücklings auf das Bett fallen ließ. Vielleicht sollten die beiden mal so eine Art Wahrheit oder Pflicht spielen. Dabei lernte man die Mitspieler meistens auf eine besondere Art und Weise kennen. Stirnrunzelnd verschränkte sie ihre Beine in den Schneidersitz und stützte den Ellbogen auf dem rechten Knie ab, um mit der Hand ihren Kopf zu stützen. Den Blick hielt die Brünette auf Ben gerichtet. Dieser schien plötzlich ein ganz anderes Thema im Kopf zu haben. Bei seiner Frage zog sie kurz irritiert die Augenbrauen nach oben und beobachtete ihn dabei, wie er sich wieder aufrichtete. Erneut erklang ein Seufzen aus ihrem Mund und sie senkte für einen Moment den Blick. "Mein Leben ist ein einziger Scherbenhaufen, Ben.", fing sie irgendwann mit bedrückter Stimme an und starrte immer noch auf ihre Knie. "Meine Mama wurde mit 16 vergewaltigt und die Folge davon war ich. Sie wurde von meinen Großeltern verstoßen und stand plötzlich ohne Schulabschluss oder einem Dach über dem Kopf mit einem Baby, das sie nie gewollt hat, da. Irgendwie hat sie sich durchgeschlagen...und irgendwann Eric kennengelernt. Eric war ein netter Kerl, wirklich. Mit ihm bekam sie meine zwei Brüder, Barth und Zac. Es war fast perfekt. Zwar hatten wir kaum Geld, aber es ging irgendwie. Eric kam irgendwann auf die Idee, aus Skid Row wegzuziehen und sich am Rand von L.A. ein kleines Häuschen zu kaufen. Für die Familie. Wir hatten zu dem Zeitpunkt zwar eine ganz hübsche Wohnung, aber verdammt wenig Platz. Er wollte uns Kindern eigene Zimmer bieten. Er ist zur Bank gegangen, um einen Kredit aufzunehmen. Er war zur falschen Zeit am falschen Ort. Banküberfall. Er war einer der ersten, der erschossen wurde. Für meine Mama ging es danach bergab. Das Geld, was uns blieb, investierte sie in Alkohol und Drogen. Sie verlor ihren Job und somit quasi das letzte bisschen Einkommen, was uns noch blieb. Ich weiß nicht mehr, wie alt ich genau war. Jedenfalls habe ich angefangen, für unsere älteren Nachbarn kleinere Jobs zu erledigen, um wenigstens etwas Geld für Lebensmittel zusammen zu bekommen. Wir mussten umziehen, von einer 70qm Wohnung mit drei Zimmern ging es in eine 50qm mit zwei Zimmern. Für vier Personen zu wenig. Viel zu wenig. Meine Mutter suchte sich einen neuen Job. Doch von dem Geld sahen wir Kinder nicht viel. Sie bekam noch meine Schwestern von irgendwelchen...Typen. Naja und dann kam der Tag, an dem unser Leben endgültig den Bach runter ging. Der Tag, der ein zweijähriges Mädchen zum Pflegefall machte. Wir wurden meiner Mutter weggenommen. Ich war 16 und ein Fall für das betreute Wohnen. Die Jungs landeten bei einer anderen Familie, Serenity in einer Behinderteneinrichtung und Trinity hatte Glück und wurde adoptiert. Unsere Mutter hingegen sitzt seitdem in der Klapse. Ich habe mit 17 meinen Abschluss gemacht und eine Ausbildung zur Krankenschwester beendet. Und dann wurde ich von deinem Vater angesprochen..."
Es war ein ziemlich langer Monolog geworden und Ivy's Stimme war von Satz zu Satz leiser und brüchiger geworden. Sie fühlte die warmen Tränen auf ihrer Wange. "Ich habe teilweise tagelang nicht gegessen, damit das alte Brot des Bäckers zumindest für meine Geschwister reicht. Ich habe neben der Schule fast jede freie Minute gearbeitet. Ich hatte irgendwann sogar einige hundert Dollar zurückgelegt. Irgendwann wollte ich damit mit meinen Geschwistern ins Kino...niemand von uns war jemals dort gewesen. Doch in meinem Sparschwein hat das ganze Geld gefehlt. Sie hat es genommen, um sich davon einen Trip zu finanzieren..."
Inzwischen schluchzend vergrub Ivy das Gesicht in ihren Handflächen.



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#152

RE: Start

in Juli & Alex 27.03.2020 22:18
von Juli • Member | 1.178 Beiträge | 58900 Punkte

Bentley Cooper


Was für ein nettes Geburtstagsgeschenk. Nur durfte Ben darauf noch eine ganze Weile warten. Es war Sommer und sein Geburtstag war erst vor zwei Monaten gewesen. Aber Ivys Worte ließ er unkommentiert - grinste lediglich nochmal kurz - und überlegte, einfach zu lügen. Vielleicht verlagerte sich sein Geburtstag zufällig in die nächsten Wochen. Und solange Ivy nicht im Internet recherchierte, würde die Lüge wahrscheinlich auch gar nicht auffallen. Das Thema hatte Ben schließlich vom Blowjob auf die Vergangenheit seiner Verlobten gerichtet. Während sie zu reden begann, beobachtete Ben sie und konnte an ihrer brüchigen Stimme heraushören, dass sie wahrscheinlich bald weinen würde. Innerlich verfluchte er sich dann selbst, diese Frage gestellt zu haben. In einem Moment war noch alles gut gewesen und im nächsten Moment war die Stimmung wieder im Arsch. Der junge Schauspieler hatte einfach einen Hang dazu, unpassende Fragen zu stellen und so alles zu ruinieren. Zwar würde Ben es wahrscheinlich nicht zugeben, aber die Geschichte war echt krass und es war hart, sie so leiden zu sehen. Ihm kam es fast so vor, als würde ihm ein Regisseur ein Drehbuch für ein Drama vorstellen und dabei die eiskalte Realität mancher Menschen präsentieren und beleuchten. Ivy hatte in ihren jungen Jahren ziemlich viel durch gemacht und hatte leiden müssen, das war Ben klar. Mittlerweile weinte sie wirklich, sodass Ben sich vom Bett erhob, sich neben seine Verlobte hockte und sie in seine Arme zog. War sie vorhin für ihn da gewesen, so war er jetzt für sie da. Aber keine Worte der Welt oder Umarmungen würden der jungen Frau helfen können, ihre Trauer, ihre Wut, ihren Schmerz und ihre Erlebnisse zu vergessen. Ben hoffte, dass eine Umarmung wenigstens etwas helfen konnte. Er selbst musste sich etwas sammeln und überlegte, was er sagen sollte. Aber vielleicht brauchte dieser Moment auch keine Worte. Der junge Mann fühlte sich selbst etwas überfordert mit der Situation. Er wollte nichts falsches sagen und nichts rausbringen, was sie vielleicht in irgendeiner Art verletzen könnte. Es war schlimm, wie ihr Leben verlaufen war. Das führte dem jungen Cooper wieder einmal vor Augen, dass das Leben nicht für jeden so leicht war wie für ihn. Nicht jeder konnte sich so viel leisten, wie seine Familie. Ivy war stark gewesen. Wahrscheinlich war sie eine der stärksten Frauen, denen Ben je begegnet war. Sie hatte ihr eigenes Leben quasi aufgegeben, um für ihre Geschwister sorgen zu können. Nur, weil ihre Mutter es selbst nicht geschafft hatte. „Das alles tut mir wirklich leid. Es ist grauenvoll, dass du das durchmachen musstest. Ich weiß nicht genau, was ich sagen soll, um es besser zu machen, und Worte können das auch nicht wirklich. Nichts könnte das. Aber du sollst wissen, dass ich für dich da bin, wenn du mich brauchst und reden willst. Egal, worum es geht“, flüsterte er leise und drückte sie an sich, um ihr wenigstens ein Gefühl von Sicherheit geben zu können. „Du bist eine verdammt starke Frau, Ivory. Und ich habe größten Respekt vor dir.“ Ben nahm sich vor, in der Zukunft mehr Geld zu spenden. Vielleicht würde er auch eine Stiftung gründen, um Familien aus armen Verhältnissen zu helfen. Er hatte das Geld, was ihnen fehlte. Und so konnte man Menschen, wie Ivy, helfen und sie unterstützen. Da die beiden aber nun ein Paar waren, war es für die junge Frau hoffentlich auch klar, dass sie ihrem Verlobten ihre Probleme anvertrauen konnte und sich nicht mehr als Einzelkämpferin durch die Welt und das Leben schlagen musste. Aber plötzlich kam Ben ein anderer Gedanke. Sein Vater hatte die Brünette gerade deshalb ausgesucht. Weil sie wenig Geld gehabt hatte und es dringend brauchte. Das machte ihn noch wütender auf seinen Vater, als er eh schon war. Edward nutzte Ivys Situation schamlos aus. Und er hätte von Anfang gewusst, dass sie das viele Geld nicht ausschlagen konnte.


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#153

RE: Start

in Juli & Alex 27.03.2020 22:39
von Alex • Senior Member | 5.845 Beiträge | 1040224 Punkte

Ivy hob den Blick leicht an als sich Ben plötzlich neben sie setzte und in seine starken Arme zog. Die Nähe tat ihr ungewohnt gut. Doch die Situation war wirklich merkwürdig. Ben und sie waren aneinander quasi völlig fremd. Dennoch hatte sie ihm gerade ihre Vergangenheit offenbart, ihm ihr Herz ausgeschüttet. Noch nie hatte sie jemandem davon erzählt. Aber wem denn auch? Wirklich viele Freunde hatte die Brünette nicht. Vielleicht würde der Schauspieler ja zumindest ihr Freund werden. Es würde gewiss nicht schaden, sich freundschaftlich zu verstehen, wenn man sowieso heiraten musste. Doch an die Hochzeit wollte sie gerade nicht denken. Diese lag sowieso noch in weiter Ferne und bis dahin konnte noch viel passieren. Schluchzend vergrub Ivy also ihr Gesicht an Ben's Brust und heulte dabei sein ganzes T-Shirt voll. Wahrscheinlich wusste der arme Kerl nicht einmal, was er nun antworten sollte. Für Ben war das alles Neuland. Er hatte solche Sorgen nicht. Kam aus einer reichen Familie, war erfolgreich...Dennoch hätte Ivy nicht mit ihm getauscht. Sie liebte ihre Geschwister und auch irgendwie ihre Mutter. Vielleicht würde die Familie Grayson ja irgendwann wieder zusammen finden. Schließlich schien er doch seine Stimme wieder zu finden. Es tat gut, diese Worte aus seinem Mund zu hören. Genau darauf kam es doch in einer Beziehung und Ehe doch an, oder? Durch dick und dünn. In Guten wie in schlechten Zeiten. Die Art, wie er sie an sich drückte, fühlte sich so unglaublich vertraut an. Für einen Moment kam es ihr fast so vor, als wäre er tatsächlich ihr Verlobter. Mit echten Gefühlen füreinander. Als er sie als starke Frau bezeichnete und mit ihrem Namen ansprach, musste die 21-Jährige schmunzeln. "Ivy...einfach nur Ivy...", flüsterte sie tadelnd an seine Brust und legte dann die Arme um seinen Hals. Nach ein paar Minuten, welche sie noch vor sich hin schluchzte, löste sie sich schließlich ein wenig von dem jungen Mann und sah mit roten Augen zu ihm auf. "Danke, Ben. Das bedeutet mir wirklich viel...", murmelte sie und zwang sich zu einem Lächeln. In dem Moment fühlte sie sich ihm wirklich ganz nah. Sie konnte seinen Atem schon fast an ihren Lippen spüren. In einer anderen Situation in einem anderen Universum hätte die Brünette ihm nun vielleicht einen richtigen Kuss gegeben. Doch dafür war sie dann doch noch zu schüchtern. Stattdessen wanderte ihr Blick auf die Uhr. Diego müsste jede Minute kommen. "Ich mach mich nochmal kurz frisch...", beschloss sie nachdenklich und erhob sich. So wollte sie Diego gewiss nicht unter die Augen treten. Ben's Familie würde vermutlich auch zum Abschied da sein. Also verschwand Ivy im Bad und wischte sich einmal die restlichen Tränen aus dem Gesicht, um dann auch schon wieder mit einem halbwegs fröhlichen Lächeln im Gesicht ins Schlafzimmer zurückzukehren.



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#154

RE: Start

in Juli & Alex 28.03.2020 19:26
von Juli • Member | 1.178 Beiträge | 58900 Punkte

Bentley Cooper


Als Ivy ihn wegen ihres Namens verbesserte, bildete sich auch auf seinen Lippen ein kleines Lächeln. „Stimmt. Wie konnte ich das nur vergessen?“, erwiderte er leise und strich ihr beruhigend über den Rücken. Er selbst hörte seinen Spitznamen auch lieber, als seinen kompletten Namen. Ben war noch nie ein Fan seines Namens gewesen. Und als dann noch Mercedes in die Familie eingetreten war, hätte er ihn am liebsten für immer geändert. Selbst sein Nachname war eine Automarke. Dabei fragte sich Ben, ob Ivy denn eigentlich seinen Namen annehmen würde oder ob sie ihren behalten würde. Und irgendwie war da auch noch diese Sache, dass sie für die Öffentlichkeit 'Ivory Schmitt' war und nicht Ivory Grayson. Die Gedanken schob er beiseite. Noch stand die Hochzeit nicht kurz bevor. Wenigstens hatten die beiden ein Jahr Zeit, bis es soweit war. Ein paar Minuten herrschte Stille zwischen Ivy und ihm, aber der Moment brauchte eben keine Worte. Als die Brünette dann zu ihm aufsah und sich die beiden ziemlich nah waren, wanderte sein Blick für den Bruchteil einer Sekunde zu ihren Lippen. Es wäre die perfekte Gelegenheit für einen Kuss gewesen, aber wirklich passend war die Situation nicht. Außerdem wusste Ben nicht, wie Ivy reagieren würde. Momentan stand ihm auch nicht der Sinn danach, unbedingt eine Ohrfeige von seiner Verlobten kassieren zu wollen. Ivys Augen waren vom Weinen leicht gerötet und sie erhob sich dann relativ schnell, um sich nochmal frisch zu machen. Wie hatte die junge Frau vorhin gesagt? 'Wir schaffen das. Zusammen.' Und daran würde sich Ben halten. In den nächsten Jahren würden sie sich oft gegenseitig stützen müssen, um klarzukommen. Die Zeiten waren jetzt manchmal schon nicht ganz einfach. Mit einem leisen Seufzen rappelte sich der junge Mann dann auch auf und steuerte sein Handy an, das auf dem Nachtschrank lag und aufleuchtete. Diego hatte ihm eine Nachricht geschickt, dass er da wäre. Ben antwortete ihm knapp und sah dann zu seiner Verlobten, die wieder aus dem Bad kam. „Wir können los. Diego hat mir gerade geschrieben“, sagte er und steckte sein Handy weg. „Geht's wieder?“, fragte er die Brünette dann etwas vorsichtig und schnappte sich seine Reisetasche. Er war gespannt, wie der Abschied ausfallen würde. Sicherlich nicht besonders emotional, wenn es denn überhaupt einen richtigen Abschied geben würde. Mit etwas Glück würden Mercedes und Lillian gar nicht auftauchen. Und wenn es nach Ben ginge, brauchte auch Edward nicht erscheinen.


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#155

RE: Start

in Juli & Alex 28.03.2020 20:53
von Alex • Senior Member | 5.845 Beiträge | 1040224 Punkte

Auf seine Frage konnte Ivy nicht wirklich antworten. War alles okay? In ihrem ganzen Leben war nichts okay. Doch diesen Kommentar verkniff sie sich nun doch. Stattdessen nickte sie leicht, während sie sich ihren Koffer schnappte und ihrem Verlobten nach draußen folgte. Ob sie in seiner Wohnung auch noch in einem Bett schlafen würden? Vielleicht gab es ja mehrere Schlafzimmer. Doch für ein paar gehörte es sich doch eigentlich, sich ein Bett zu teilen. Eigentlich hatte die Brünette sich inzwischen auch daran gewöhnt, abends neben ihm einzuschlafen und morgens neben ihm aufzuwachen. Leise seufze Ivy auf und beschloss, sich einfach überraschen zu lassen. Draußen wartete bereits der Wagen und Diego nahm ihr mit einem freundlichen Lächeln den Koffer ab, um ihn im Kofferraum zu verstauen. Unschlüssig blieb die junge Frau dann stehen und verschränkte die Arme vor der Brust. An das ungewohnte Outfit musste sie sich noch gewöhnen. A propos Outfit...morgen stand doch die Party bei seinem Kumpel an, oder? Dafür brauchte sie auch noch dringend irgendwelche Klamotten. Nachdenklich senkte Ivy den Blick und sah dann zu Ben. Musste sie ihn fragen? Wohl kaum. Sie konnte einfach heute Nachmittag oder im Laufe des morgigen Tages shoppen gehen. Eine ungefähre Vorstellung hatte Ivy sowieso schon. Es würde jedoch definitiv nicht in die Richtung des Kleidungsstil von Mercedes gehen. Ivy würde von sich selbst behaupten, schon einen guten Geschmack zu haben. Nur hatte ihr bisher einfach das Geld dafür gefehlt. Wenn sie sich darüber jedoch keine Gedanken machen musste, würde es kein Problem sein, etwas zu finden. Als hätte sie es geahnt, kam dann auch schon Ben‘s Halbschwester auf sie zu. Das knappe Ding, was wohl ein Kleid sein sollte, ließ mehr Haut frei als dass es sie bedeckte. Skeptisch zog die Brünette die Augenbrauen nach oben und sah zu Ben. Warum standen so viele Männer nur auf solche Frauen? Dennoch ließ sie den Abschied freundlich über sich ergehen, stieg aber dann nach einigen Minuten erleichternd aufatmend auf der Rückbank nieder. Die Fahrt über starrte Ivy nur durch das Fenster. Zumindest bis das Wohnhaus in ihrem Blickfeld auftauchte. Da sollte sie ab jetzt wohnen? Ivy konnte nur fassungslos den Kopf schütteln nachdem sie ausgestiegen war. Diego verabschiedete sich wieder und Ivy blieb beinahe hilflos mit ihrem Koffer am Hauseingang stehen. Unsicher wanderten ihre Augen wieder zu ihrem Verlobten. Sie würde ihm einfach folgen.



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#156

RE: Start

in Juli & Alex 29.03.2020 15:28
von Juli • Member | 1.178 Beiträge | 58900 Punkte

Bentley Cooper


Zusammen mit Ivy verließ er dann das Gebäude. Diego wartete bereits am Wagen und nahm ihr ihren Koffer ab. Ben verfrachtete seine Reisetasche selbst in den Kofferraum und sprach kurz mit Diego, als dann auch schon Mercedes kam. Ben stöhnte innerlich auf und musterte seine Halbschwester kurz. Warum musste sie sich eigentlich immer so kleiden, als würde sie jeden Moment auf den Strich gehen? Der Braunhaarige hatte sich mit der Zeit zwar daran gewöhnt, dass Mercedes mit ihren Reizen spielte und gern zeigte, was sie hatte, aber dadurch wirkte sie ziemlich billig. Die Verabschiedung von allen fiel von Bens Seite eher kühl aus, aber gegenüber Ivy blieb es freundlich. Lillian konnte sich einen Kommentar an ihren Stiefsohn nicht verkneifen, aber der reagierte nicht und folgte seiner Verlobten in Richtung des Wagens. Kaum hatte er die Tür geschlossen, lehnte er sich zufrieden zurück. Endlich konnte er wieder sein eigenes Leben leben. Die Fahrt verlief schweigend. Ben hatte sein Handy in der Hand und schrieb seinem Manager eine Nachricht, da dieser ihm bereits neue Termine für Events hatte zukommen lassen. Auch die Anfrage für Interviews war gestiegen. Eigentlich hatte der junge Mann momentan keine Lust auf irgendwelche öffentlichen Veranstaltungen, geschweige denn irgendwelche Interviews und Fotoshootings für Magazine. Natürlich stand in der nächsten Woche auch die Premiere seines Filmes an. Kurz blickte der junge Mann zu Ivy, die aus dem Fenster sah. Ob sie das alles schaffen würde? Ben kam schließlich auch oft an seine Grenzen. Aber bisher hatte sie wahrscheinlich schon stressigere Sachen durchgemacht. Nach ein paar Minuten stoppte der Wagen und beide stiegen aus. Diego nahm ihren Koffer und seine Reisetasche aus dem Kofferaum und verabschiedete sich dann. Ben konnte seiner Verlobten ansehen, wie unsicher sie sich fühlte. Er selbst schulterte seine Reisetasche, nachdem er seinen Schlüssel aus der Hosentasche gefischt hatte und griff nach ihrem Koffer. „Bitte folgen Sie mir, Madame“, schmunzelte er und öffnete die Haustür. Seine Wohnung befand sich im dritten Stock. Die Nachbarn waren zum Großteil vermögende Rentner und Geschäftsmänner ohne Familie. Die meisten bekam man zum Glück selten zu sehen. Nachdem Ben die Wohnungstür geöffnet hatte und in den geräumigen Flur getreten war, stellte er Ivys Koffer und seine Tasche ab. „Mi casa es su casa“, sagte er und warf den Schlüssel auf das kleine Regal im Flur. Er durfte nicht vergessen, Ivy auch einen zu geben. „Also...ja. Das ist meine Wohnung. Klein, aber fein“, scherzte er und verstummte dann. War vielleicht nicht ganz angepasst, wenn Ivy die meiste Zeit ihres Lebens in einer ziemlich kleinen Wohnung zurechtkommen musste, weil sich die Familie nicht mehr hatte leisten können. Aber jetzt war es eh zu spät, die Worte zurückzunehmen. Und verglichen mit dem Grundstück der Coopers war das Apartment wirklich klein. Was die Einrichtung anging, war es relativ steril gehalten. Ben war nicht wirklich talentiert, wenn es um Inneneinrichtungen ging und hatte eigentlich auch kein Interesse daran, alles zu dekorieren. „Willst du erstmal deinen Koffer auspacken?“, wandte er sich dann an seine Verlobte und sah zu ihr. Zwar hatte das Apartment auch ein Gästezimmer, aber Ben dachte im ersten Moment gar nicht daran, Ivy dieses anzubieten. Schließlich hatten die beiden bisher ständig nebeneinander geschlafen.


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#157

RE: Start

in Juli & Alex 29.03.2020 17:40
von Alex • Senior Member | 5.845 Beiträge | 1040224 Punkte



Misstrauisch beobachtete Ivy ihren Verlobten dabei, wie dieser ihr den Koffer abnahm und damit das Treppenhaus des Gebäudes betrat. Schweigend folgte sie ihm dann in Richtung Aufzug und blieb auch dort wortlos stehen. Was sollte sie zu diesen Haus auch groß sagen? Es war genau so, wie sie es sich vorgestellt hatte. Modern und mit der besten Innenausstattung. Im dritten Stock hielt der Aufzug schließlich an und Ben trat an eine der weißen Wohnungstüren heran. Dort würde sie ab jetzt also wohnen? Skeptisch zog die 21-Jährige ihre Augenbrauen nach oben und trat in den Flur, welcher schon fast größer war als die Wohnung, in welcher sie zuletzt gewohnt hatte. Auf seine spanischen Worte hin musste Ivy schmunzeln und nickte nur leicht. Ob sie sich hier wohlfühlen würde? Es war immer noch seine Wohnung. Seine Möbel, sein Hab und Gut. Sie würde hier nur für eine gewisse Zeit als Gast hausen. Bei seinem Scherz musste die Brünette doch grinsen. "Klein, also?", wiederholte sie seine Worte amüsiert und schlüpfte unsicher aus ihrer Jacke, welche sie an der Garderobe aufhängte. Doch Ivy stellte auf den ersten Blick fest, dass hier definitiv ein Mann alleine wohnte. Weiße, schlichte Möbel. Keinerlei Deko und keine Liebe zum Detail. Vielleicht würde er es ihr ja erlauben, ein wenig umzugestalten. Beinahe hätte sie seine Frage überhört, nickte dann aber. Sonderlich viel besaß sie zwar nicht, aber aus dem Koffer leben war wohl für die nächsten Jahre auch keine Option.
"Ja...aber magst du mich davor kurz durch die Wohnung führen?", fragte sie vorsichtig nach und lächelte unsicher.



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#158

RE: Start

in Juli & Alex 29.03.2020 20:49
von Juli • Member | 1.178 Beiträge | 58900 Punkte

Bentley Cooper


Zu seinem Glück reagierte Ivy eher amüsiert, statt deprimiert oder verletzt über seinen Spruch. „Im Vergleich zu dem Anwesen, auf dem wir bis vor...“, er warf einen kurzen Blick auf sein Handy, „... zwanzig Minuten noch gelebt haben, würde ich die Wohnung schon als klein bezeichnen“, verteidigte er sich grinsend und beobachtete Ivy kurz. Ihre Frage beantwortete er mit einem kurzen Nicken und einem „Na klar. Aber die Führung wird nicht so krass, wie du sie dir vielleicht vorstellst.“ Er schnappte sich wieder Koffer und Reisetasche und öffnete mit dem Ellenbogen die erste Tür, die rechts vom Flur abging. „Hier ist das Badezimmer. Und da du eine Frau bist und wahrscheinlich gern baden gehst, findet meine Badewanne endlich mal Gebrauch“, sagte er und ließ Ivy eintreten. Das Bad war groß und geräumig. Für ihn eigentlich zu groß, aber er wusste, das Frauen große Badezimmer immer toll fanden. Außerdem befand sich unter dem Spiegel eine Ablage mit genug Platz für das ganze Zeug, was die Frauen immer benutzten. Wieder auf dem Flur angekommen, deutete er mit einem Kopfnicken auf die Tür gegenüber des Badezimmers. „Da ist das Gästezimmer. Mir fällt gerade auf - ich hab' dich gar nicht gefragt, ob du überhaupt bei mir schlafen willst. Also, du kannst natürlich auch das Gästezimmer nehmen, wenn du willst.“ Er rang sich ein Lächeln ab und ging dann durch die dritte Tür in Richtung Wohnzimmer. „Wie du erkennen kannst - hier ist das Wohnzimmer.“ Das Wohnzimmer war ebenfalls ein großer Raum. Die meiste Zeit verbrachte der junge Mann hier. Gammelte auf der Couch herum und zog sich irgendwelche Filme oder Serien rein. Manchmal, wenn er keine Lust dazu hatte, ins Fitnessstudio zu gehen, trainierte er einfach hier. Genug Platz war schließlich vorhanden. Ben blieb stehen und sah sich selbst nochmal um. Er war eine Weile nicht hier gewesen und trotzdem mochte er dieses vertraute Gefühl, endlich wieder seine Privatsphäre zu haben. Das Einzige, was er vermissen würde, waren die Haushaltshilfen. „Hier geht's dann auch schon in die Küche.“ Er öffnete eine Tür, die vom Wohnzimmer abging und präsentierte die Küche. Ben nutzte diese höchstens, um sich eine Pizza aufzutauen oder für's Frühstück. Meistens traf er sich zum Mittag- oder Abendessen auswärts mit Freunden oder Kollegen. Aber das würde sich in nächster Zeit wahrscheinlich ändern. Die Küche verließ Ben wieder und öffnete die Tür gleich nebenan. „Und hier ist das Schlafzimmer.“ Ebenfalls ein großer Raum, mit großem Schrank und Bett. Den Kleiderschrank hatte der junge Mann schon immer zu groß gefunden, aber da Ivy jetzt auch ihre Sachen darin verstauen konnte, würde es reichen. Koffer und Tasche stellte er nun ab und sah zu Ivy. „Es gibt auch noch den Balkon, aber den brauche ich dir ja nicht extra zeigen, oder?“, fragte er und fuhr sich kurz durch die Haare. „Wir leben jetzt offiziell zusammen... Irgendwie komisch, sowas zu sagen“, schmunzelte Ben dann.


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#159

RE: Start

in Juli & Alex 29.03.2020 21:08
von Alex • Senior Member | 5.845 Beiträge | 1040224 Punkte

Ivy lachte ein weiteres Mal amüsiert auf als Ben seine Wohnung mit dem Anwesen seines Vaters verglich. Dagegen war diese Wohnung wirklich nichts. Nachdenklich fuhr sich die Dunkelhaarige durch die Haare und zuckte dann leicht mit den Schultern. “Ich werde mich wohl erst an das ganze hier gewöhnen müssen. Dieser plötzliche Luxus ist echt...krsss.“, erklärte Ivy wahrheitsgemäß und zog die Mundwinkel leicht nach oben. Schweigend folgte sie ihrem Verlobten also durch die große Wohnung. Das Badezimmer war wirklich hübsch und die Badewanne stellte einen echten Pluspunkt dar. Seine Frage bezüglich des Gästezimmers ließ sie erst einmal unbeantwortet. Ivy wusste selbst nicht genau, was sie wollte. Auf der einen Seite würde es bestimmt besser sein, ihr eigenes Bett zu haben. Auf der anderen Seite sollten Ben und sie sich näher kommen. Und dafür sollten die beiden sich das Bett miteinander teilen. Also schüttelte sie dann doch den Kopf. “Ich denke...wir sollten nicht in getrennten Betten schlafen.“, antwortete sie ihrem Verlobten mit einem vorsichtigen Lächeln. Letztendlich kamen die beiden schließlich im Schlafzimmer an, wo Ben den Koffer abstellte. Gedanken verloren sah Ivy sich um und nickte dann. Den Balkon musste sie vorerst nicht unbedingt sehen. Erst einmal würde sie wie vorgenommen den Koffer ausräumen. Also kniete sie sich auf den Boden und öffnete den Reißverschluss, um dann nach und nach den Inhalt des Koffers sorgfältig in den noch fast leeren Schrank zu räumen. Ben besaß wohl nicht sonderlich viele Klamotten und auch mit ihren Sachen sah der Schrank noch immer sehr leer aus. Vielleicht würde sich das ja bald ändern. Nachdem Ivy fertig war, räumte sie noch den Koffer weg und machte sich dann auf die Suche nach Ben, welchen sie dann im Wohnzimmer fand. “Ich bräuchte für die Party morgen noch ein Outfit...aber ich nehme mal an, du willst mich nicht zum shoppen begleiten?“



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#160

RE: Start

in Juli & Alex 30.03.2020 11:30
von Juli • Member | 1.178 Beiträge | 58900 Punkte

Bentley Cooper


Kurz verweilte sein Blick noch auf Ivy, doch dann ließ er sie in Ruhe auspacken, verzog sich ins Wohnzimmer und überlegte für einen Moment, den Fernseher einzuschalten. Das ließ er aber sein und ließ sich auf der Couch nieder. Dort checkte er in aller Ruhe seine Social Media Plattformen und beantwortete ein paar E-Mails. Seine Gedanken wanderten aber immer wieder zu der ganzen Sache mit der Verlobung, der Hochzeit und Ivy. Ben konnte sich einfach nicht vorstellen, wie es in der Zukunft ablaufen würde. Außerdem hatte er sich über Paare aus dem Schauspielbusiness, die nur für die PR zusammen waren, immer lustig gemacht. Und jetzt war er selbst so ein Mensch. Ob Edward dabei wirklich nur das Ziel verfolgte, dass sein Sohn sich ändern sollte, bezweifelte dieser stark. Nach der ganzen Angelegenheit mit seiner Ex war die plötzliche Verlobung mit Ivory Schmitt natürlich ein riesen Aufmacher. Die Aufmerksamkeit fand Ben natürlich nicht schlimm, aber wenn die Lüge auffliegen würde, würden die Reaktionen sicher alles andere als positiv sein; so viel war sich der junge Schauspieler bewusst. Aber bisher hatten beide ihre Rollen ziemlich gut gespielt. Trotzdem würde ein Fehler das ganze Kartenhaus aus Lügen wieder zusammenfallen lassen. Bevor seine Gedanken wieder in ein typisches Gedankenkarussell abrutschen konnten, kam Ivy ins Wohnzimmer. Ihre Frage überraschte ihn etwas. Eigentlich war er nicht wirklich der Typ, der gern shoppen ging. Was Frauen daran immer so toll fanden, war ihm ein Rätsel. Aber vielleicht würde er sich dieses Mal überwinden und mitgehen. „Warum eigentlich nicht“, meinte er schließlich und erhob sich von der Couch. „Irgendjemand muss ja schließlich deine ganzen Tüten und Taschen tragen“, grinste er dann. „Wenn du nichts dagegen hast, können wir ja danach noch im Supermarkt vorbeischauen. Ich glaube nämlich, dass der Kühlschrank dringend aufgefüllt werden müsste“, fügte er hinzu und streckte sich kurz.


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#161

RE: Start

in Juli & Alex 30.03.2020 20:13
von Alex • Senior Member | 5.845 Beiträge | 1040224 Punkte

Ivy hatte eigentlich gar nicht damit gerechnet, dass Ben ihrem Vorschlag zustimmen würde. Ihr war immerhin bewusst, dass Männer nicht unbedingt gerne shoppen gingen. Doch bei der jungen Frau würde es vermutlich sowieso anders ablaufen. Sie war es nicht einmal gewöhnt, überhaupt shoppen zu gehen. Ein unsicheres Lächeln breitete sich in ihrem Gesicht aus und sie nickte leicht. Irgendwie freute es sie, dass er sie begleiten wollte. Ihretwegen konnte man danach auch gerne noch einkaufen fahren. Vermutlich war ihr Verlobter niemand, der sonderlich viel zuhause hatte oder sogar kochte. Ivy schätzte Ben eher so ein, dass er sich entweder Essen bestellte oder eben in Restaurants ging. Das Geld dafür war ja vorhanden. „Okay.“, kam es ihr schließlich doch noch über die Lippen und wenig später waren die beiden auch schon in der Innenstadt, wo sich Laden an Laden aneinander reihte. Ivy hatte zumindest so weit mitgedacht und sich für eher teurere Läden entschieden, um dem Ansturm von Fans ein wenig zu entgehen. Dennoch hatte sie dabei ein schlechtes Gewissen. „Was ist das denn für eine Party?“, erkundigte sich die Brünette und lief vor Ben in den ersten Laden. Sie wollte dort nicht anecken, sondern sich anpassen. Dafür war das richtige Outfit wirklich wichtig. Es durfte nicht zu viel sein aber auch nicht zu wenig. Eine Aufgabe, die für die junge Frau, die bisher absolut nichts auf Mode gegeben hatte, beinahe unerreichbar erschien. Doch dafür war ja Ben dabei.



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#162

RE: Start

in Juli & Alex 31.03.2020 17:38
von Juli • Member | 1.178 Beiträge | 58900 Punkte

Bentley Cooper


Es dauerte nicht lange und schon stand Ben zusammen mit Ivy vor dem ersten Laden. Er trug eine Sonnenbrille und ein schwarzes Cap. Zwar war die Gegend hier nicht voller Fans, aber er wollte sich trotzdem etwas vor der Sonne schützen. Doch kaum hatten beide den Laden betreten, hatte Ben die Sonnenbrille abgenommen. Ihre Frage überforderte ihn dann fast schon ein bisschen, daher zuckte er erst etwas unschlüssig mit den Schultern. „Eine normale Party halt. Also ich würde es gut finden, wenn du da nicht zu viel zeigen würdest. Das Schlimmste, was du tragen könntest, wäre so ein Kleid, wie Mercedes heute anhatte.“ Ben verzog kurz das Gesicht. Zwar hätte er selbst nichts dagegen, wenn Ivy mit so einem knappen Outfit herumlaufen würde, aber wenn dann nur in der Wohnung. Und bei Mercedes hatte ihm das Kleid nicht gefallen, weil sie seine Halbschwester war. Das fand er dann doch etwas zu abartig. Ben wollte einfach nicht, dass Ivy als Flittchen betitelt werden würde. Die Medien suchten schließlich nach jeder Möglichkeit, um irgendjemanden in den Dreck ziehen zu können. Und außerdem wollte Ben nicht, dass seine Verlobte auf der Party von anderen Typen angemacht werden würde. „Ich glaube, du wirst ein gutes Outfit finden. Schließlich bist du ja nicht auf diesem nuttigen und extrem freizügigen Niveau unterwegs, wie gewisse andere Leute“, sagte er noch und schob die Hände in die Hosentaschen, nachdem er seine Sonnenbrille an den leicht geöffneten Kragen seines Poloshirts gesteckt hatte. Das war eine Sache, die er an Ivy schätzte. Frauen, die sich so kleideten, als hätten sie es ziemlich nötig, wurden zwar von vielen Männern bevorzugt, aber normale Frauen waren immernoch am besten. „Tob' dich hier ruhig aus. Wir haben Zeit und Geld“, meinte er dann noch und schmunzelte etwas. Es war definitiv vorstellbar, dass die Kleine wahrscheinlich auf die Preise achten würde. Die waren hier nicht gerade billig, aber dafür hatten die Klamotten Qualität. Und der Großteil sah ganz gut aus.


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#163

RE: Start

in Juli & Alex 31.03.2020 19:46
von Alex • Senior Member | 5.845 Beiträge | 1040224 Punkte

Noch immer etwas unsicher sah sich Ivy kurz in dem Laden um, wurde jedoch direkt von einer Angestellten in Beschlag genommen. "Ich schaue erst einmal nur...danke.", presste die 21-Jährige mühsam hervor und sah beinahe hilfesuchend zu ihrem Verlobten. Jemand wie Ivy war es nicht gewohnt, so behandelt zu werden. Leise seufzte die Dunkelhaarige auf und lachte dann leicht als Ben auf Mercedes' Outfit zu sprechen kam. So würde sie gewiss niemals rumlaufen. Vielleicht mal zuhause, aber sicher nicht draußen. Also schüttelte sie sofort abwehrend den Kopf. "Keine Sorge...so bekommst nur du mich zu sehen, Schatz.", kam es ihr mit einem Schmunzeln über die Lippen. Immerhin konnten sie jederzeit entdeckt werden und sollten sich daher auch wie das frisch verlobte Paar verhalten. So ergriff Ivy kurzerhand seine Hand und verschränkte ihre Finger mit den seinen. Hin und wieder blieb sie stehen und begutachtete ein paar Teile. Bei einem Blick auf das Preisschild schnappte sie nach Luft. So viel, wie hier ein Kleid kostete, hatten sie und ihre Geschwister im Jahr zusammen zur Verfügung gehabt. Wie konnte sie guten Gewissens hier einkaufen? Doch als Verlobte von Bentley Cooper blieb ihr wohl keine Wahl.
Letztendlich erreichten die beiden jedoch tatsächlich die Umkleidekabinen und Ivy hatte drei ganze Outfits zum anprobieren zusammen gestellt. Allmählich begann ihr das ganze doch Spaß zu machen. Endlich konnte sie sich ausleben und ihrem Gespür für Mode freien Lauf lassen.
Mit einem Zwinkern verfrachtete sie Ben auf einen Hocker gegenüber der von ihr auserwählten Umkleide und zog dann auch schon den Vorhang zu, um ihrem Verlobten nacheinander die Outfits zu präsentieren. Zu dem ersten Outfit kombinierte sie schlichte schwarze Stiefeletten mit einem kleinen Blockabsatz. Bei Outfit 2 fiel ihre Wahl auf schwarze Pumps und beim dritten Outfit fanden Overknees ihren Platz an ihren Füßen. Mit jedem Outfit trat Ivy einzeln aus der Umkleide und präsentierte es ihrem Verlobten, ehe sie wieder verschwand und sich umzog. Am Ende fiel ihr Blick prüfend auf das rote Dessousset, welches sie heimlich unter den Rest geschoben hatte. Nach kurzer Überlegung zog sie dieses jedoch an, schlüpfte wieder in die Pumps und zog den Vorhang auf. Die Umkleide verlassen würde sie in diesem Aufzug sicher nicht. Stattdessen blieb sie in einer sexy Pose stehen, biss sich verführerisch auf die Unterlippe und fixierte Ben mit ihrem Blick. "Oder vielleicht doch lieber so?", fragte sie und zwinkerte ihren Verlobten frech an.



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#164

RE: Start

in Juli & Alex 31.03.2020 20:44
von Juli • Member | 1.178 Beiträge | 58900 Punkte

Bentley Cooper


Es war schon fast süß, wie hilflos Ivy in der Situation wirkte. Sie fühlte sich anscheinend etwas überfordert, was Ben dazu brachte, leicht zu schmunzeln. Das Wort Schatz ließ den jungen Mann etwas kritisch die Augenbrauen hochziehen. Es war ziemlich ungewohnt, diese Worte von ihr zu hören. Als sie auch noch nach seiner Hand griff, musste er wieder leicht Lächeln. Schweigend folgte Ben seiner Verlobten dann, während sie nach ein paar Outfits suchte. Tatsächlich warf sie mehrmals einen Blick auf das Preisschild. Er selbst tat das nie. Aber Ben war so aufgewachsen. Hatte nie auf Geld achten müssen und hatte immer das bekommen, was er wollte. Schließlich wurde der junge Mann von Ivy auf einen Hocker verwiesen und so wartete er ungeduldig, bis sich seine Verlobte umgezogen hatte. Etwas ungeduldig tippte er mit den Fingern auf seinem Knie herum und ließ den Blick kurz wandern. Zwischenzeitlich kam ihm in die Gedanken, einfach in ihre Kabine hineinzuschauen. Wäre sicher kein schlechter Anblick. Anstandshalber ließ Ben das aber sein. Endlich wurde dann der Vorhang beiseite gezogen und Ivy trat im ersten Outfit heraus. Anerkennend pfiff der junge Mann kurz. Sah ziemlich gut aus. „Wow. Steht dir echt gut“, sagte er und grinste. Und das folgende Outfit fand ebenfalls Gefallen bei ihm. Genau wie das dritte. „Ich glaube, du kannst alles tragen“, lachte Ben leise und war gespannt, ob Ivy sich für eines der Outfits entscheiden würde oder alle nahm. Er blieb noch kurz sitzen, wusste aber, dass die Brünette nur drei Outfits mit in die Kabine genommen hatte. So stand Ben auf und streckte sich. Als Ivy dann plötzlich den Vorhang aufzog und sich präsentierte, ließ Ben sich wieder auf dem Hocker nieder und starrte sie kurz mit offenem Mund an. Damit hatte er definitiv nicht gerechnet. Und wie sie das rote Dessouset mit reingeschmuggelt hatte, hatte er nicht mitbekommen. „Definitiv so. Aber ich glaube, wenn du das morgen trägst, dann bin ich nicht mehr der einzige Anwerter“, sagte er und grinste. „Das musst du unbedingt mitnehmen“, fügte er hinzu und erhob sich wieder, steuerte ihre Umkleide an und musterte sie von Nahem. „Du bist echt scharf“, meinte Ben dann leise und sah sie an. Von einem Quickie in der Umkleide wäre er definitiv nicht abgeneigt, aber der Zeitpunkt war schlecht. Und die Umkleidekabine war nicht verschließbar. Aber ein bisschen Rumgeknutschte würde sicherlich nicht schaden. Ben zog den Vorhang komplett zu und drehte sich zu Ivy. Er trat näher an sie heran, hob vorsichtig ihr Kinn an und sah ihr in die Augen. „Aber ohne sexy Unterwäsche würdest du mir noch mehr gefallen“, kam es leise über seine Lippen. Dann küsste er sie schließlich. Wenn sie ihn schon scharf machte, dann sollten wenigstens ein paar Küsse drin sein.


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#165

RE: Start

in Juli & Alex 31.03.2020 21:07
von Alex • Senior Member | 5.845 Beiträge | 1040224 Punkte

Ben war leider keine große Hilfe was die Suche nach einem richtigen Outfit anbelangte. Ihm gefiel natürlich der schwarze Lederrock mit dem Spitzenbody, die dunkelgraue Jeans mit dem hellgrünen Spaghettitop als auch das schwarze schulterfreie Kleid. Beinahe warf Ivy ihm einen genervten Blick zu, lächelte dann aber nur milde. Theoretisch konnte sie sich eigentlich alle Outfits kaufen, die Kreditkarte von Edward steckte schließlich in ihrem Geldbeutel. Kurz überschlug die junge Frau im Kopf den Gesamtpreis und schüttelte den Kopf. Ein paar tausend Dollar würde hier gewiss nicht lassen. Demnach fiel die Wahl der Dunkelhaarigen auf das erste Outfit, welches durchaus sexy, aber nicht billig war. Kurz ordnete sie die Kleidungsstücke wieder und behielt nur den Rock, den Body und die Stiefeletten auf der einen Seite der Kabine. Die drei Teile kosteten schon mehr als genug.
Ben's Reaktion auf sie in Unterwäsche war köstlich und entlockte ihr ein amüsiertes Schmunzeln. Der bisher stehende Ben ließ sich wieder auf den Hocker fallen und starrte sie an als wäre sie ein Geist. Genau darauf hatte Ivy gehofft. Doch recht schnell hatte er sich wieder erhob und war zu ihr in die Umkleide gehuscht. Was sollte das denn jetzt werden? Viel weiter hatte Ivy nämlich nicht gedacht. "Ich denke, diesen Anblick gönne ich nur dir zuhause...", kam es ihr schließlich leise über die Lippen und dann nickte sie tatsächlich. Das rote Set gefiel Ivy und demnach würde es auch in ihrer Einkaufstüte landen. Aber erst einmal musste sie mit ihrem Verlobten klar kommen, den ihr Anblick wohl ziemlich scharf gemacht hatte. Schweigend beobachtete Ivy ihn dabei, wie er den Vorhang hinter sich zu zog und noch näher an sie heran trat. Die Hand an ihrem Kinn ließ sie unsicher aufsehen. Als er ihr sagte, dass sie ihm ohne Unterwäsche noch besser gefallen würde, schnappte die Amerikanerin für einen Moment nach Luft. Das hier geriet langsam außer Kontrolle. Doch ehe sie überhaupt antworten konnte, spürte sie Ben's Lippen auch schon auf den ihren. Kurz wollte sie sich zurück ziehen, legte dann aber die Arme um seinen Hals und erwiderte den Kuss vorsichtig. Vielleicht sollte sie sich langsam wirklich daran gewöhnen, sich wie seine Verlobte zu benehmen und sich auch so zu fühlen.



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#166

RE: Start

in Juli & Alex 31.03.2020 22:41
von Juli • Member | 1.178 Beiträge | 58900 Punkte

Bentley Cooper


Dass sie das Set behalten würde, war wahrscheinlich die beste Nachricht des Tages. Wenn sie nicht sogar besser war, als der Umzug in seine Wohnung. Immerhin bedeutete ihr Kauf, dass er die sexy Unterwäsche irgendwann zu sehen bekommen würde. Ben war ziemlich leicht rumzukriegen. Aber bisher wirkte Ivy nicht unbedingt so, als wollte sie wirklich mit ihm schlafen. Und dann gab es diese Momente, wie der in der Umkleide, wo Ben sich die Frage stellte, was seine Verlobte bezwecken wollte. Er war ein Mann und sie eine äußerst attraktive Frau, die in aufreizender Wäsche vor ihm posiert hatte - da war es kein Wunder, dass er sich sexuell von ihr angezogen fühlte. Trotzdem verwirrten ihn ihre Signale immernoch. Immerhin erwiderte sie den Kuss vorsichtig und legte ihre Arme um seinen Hals. Seine Hände umfassten schließlich ihre Taille und er fuhr mit dem Daumen leicht über den zarten Stoff, der Ivys Haut bedeckte. Es wäre eine Leichtigkeit, diesen von ihrem Körper zu entfernen. Aber wollte Ben wirklich so weit gehen? Eigentlich schon, aber nicht unbedingt in der Öffentlichkeit. Dann war sein - und natürlich auch ihr Ruf - noch schneller hin, als das beide gucken konnten. Aber um ein glaubhaftes Paar abzugeben, wären Intimitäten sicher nicht ganz verkehrt in der Beziehung. „Du versprichst mir einen Blowjob UND den Anblick von dir in diesem heißen Ding? Mein Leben könnte nicht besser sein“, grinste er leicht atemlos, als er nach einer Weile seine Lippen von ihren löste und somit den leidenschaftlichen Kuss unterbrach. „Ich glaube, das sollten wir uns für später aufheben“, meinte er dann noch und musterte sie ein weiteres Mal. Eines musste man Edward lassen - er hatte Geschmack, was Frauen betraf. Ausgenommen bei Lillian. Seine Gedanken wanderten wieder zum jetzigen Ereignis. Früher oder später rechnete Ben sowieso damit, mit Ivy zu schlafen. Es gab schließlich Momente, in denen sie ihm bereits gezeigt hatte, dass sie nicht hundertprozentig abgeneigt war. Nur fehlte zwischen den beiden vielleicht noch ein bisschen mehr Vertrauen und Sicherheit. Die Ereignisse der letzten Woche hatten sich quasi überschlagen und hatten bei Ivy und auch Ben einiges durcheinander gebracht.


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#167

RE: Start

in Juli & Alex 31.03.2020 22:51
von Alex • Senior Member | 5.845 Beiträge | 1040224 Punkte

Ivy konnte über seine Worte nur den Kopf schütteln. Vielleicht hatte sie etwas zu hoch gepokert und saß nun gewaltig in der Scheiße. Eigentlich wollte sie sich weder so in Unterwäsche vor irgendeinem ihr doch eigentlich fremden Kerl präsentieren, noch wollte sie besagtem Kerl einen blasen. Allein bei dem Gedanken daran wurde ihr ganz anders. Und dennoch genoss sie die Streicheleinheiten von Ben's Fingern, die sich ihren Weg über den teuren Stoff suchten. Doch dann ließ ihr Verlobter auch schon wieder vollkommen von ihr ab. Gedanken verloren konnte Ivy nur die schmalen Schultern leicht nach oben ziehen und senkte dann beschämt den Blick. Sie war keinen Deut besser als Mercedes. "Ich...sollte...mich wieder anziehen...", presste sie also mühsam hervor und schob den jungen Mann aus der Umkleide, um wieder aus der Unterwäsche in ihre eigene zu schlüpfen. Die Sachen, für die sich Ivy nicht entschieden hatte, hängte sie dann sorgfältig auf die entsprechende Stange. Etwas, was hier in dem Laden wohl kaum jemand tat, denn die Angestellte warf der Brünetten einen irritierten Blick zu. Mit dem Partyoutfit und der Unterwäsche über dem Arm steuerte sie dann die Kasse an, zog die Kreditkarte hervor und beglich den viel zu hohen Betrag widerwillig. "So, fertig. Jetzt noch in den Supermarkt?", schlug sie ihrem Verlobten lächelnd vor. Vermutlich war Ben nicht davon ausgegangen, dass die Shoppingtour so schnell zu Ende sein würde. "Oder brauchst du noch irgendwas anderes?", fügte sie hinzu und schnappte sich die Tüte, um den Laden zu verlassen. In Gedanken war sie schon beim Mittag- und Abendessen. Vielleicht konnte sie den Schauspieler ja bekochen und abends mit einem Glas Wein einen Film schauen...oder so. Irgendwie mussten die beiden ihr Leben als Paar ja nun entsprechend gestalten. Wenn es nach ihr ging, eben ohne Sex. Denn ihre sorgsam gehütete Jungfräulichkeit wollte die Amerikanerin nicht an jemanden wie Ben verlieren. Gut, er hatte sich als überraschend nett und feinfühlig herausgestellt. Doch in ihren Augen war er nach wie vor der aufreißerische Frauenheld, der es so weit getrieben hatte, dass sein Vater ihm eine Frau gekauft hatte. Diese Tatsache belastete Ivory nach wie vor ziemlich und ließ sie täglich an dem, was sie da tat, zweifeln. Einerseits wollte sie nicht zu den billigen Frauen gehören, andererseits verkaufte sie sich an Edward Cooper. Doch sie musste ihr Ziel im Auge behalten. Die Familienzusammenführung war der einzige Grund, warum Ivy überhaupt hier war. Kopfschüttelnd wehrte sie diese Gedanken ab und stellte fest, dass sie mittlerweile den Supermarkt erreicht hatten. "Was isst du denn gerne?", fragte sie also an ihren Verlobten gewandt und schnappte sich einen Einkaufswagen.



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#168

RE: Start

in Juli & Alex 01.04.2020 15:39
von Juli • Member | 1.178 Beiträge | 58900 Punkte

Bentley Cooper


Widerstandslos ließ Ben sich aus der Umkleidekabine verbannen und wartete dann auf seine Verlobte. Tatsächlich entschied sie sich nur für ein Outfit und hängte die anderen an die Stange. Die Blicke der Verkäuferin amüsierten den jungen Mann etwas. Das Bezahlen verlief relativ schnell und schon standen die beiden wieder vor dem Laden. Ben setzte seine Sonnenbrille wieder auf und überlegte, Ivy die Tüte abzunehmen. Doch da hatte sie schon etwas gefragt und er wurde abgelenkt. „Du bist schon fertig?“, fragte er dann verdutzt. „Wow, dass es so schnell gehen würde, hätte ich nicht gedacht.“ Viel eher hatte er damit gerechnet, dass sie noch alle anderen Läden durchstöbern würde und vielleicht noch ein paar andere Sachen kaufen wollte. Aber der junge Mann konnte sich nicht beschweren, wenn die Shoppingtour so kurz bleiben würde. Das kurze Rumgeknutschte war natürlich das Beste gewesen und wenn es immer so ablaufen würde, wie heute, würde er Ivy sicherlich öfters begleiten. „Also von mir aus können wir zum Supermarkt.“ Er nickte kurz und rückte sein Cap zurecht. Relativ schnell hatten beide den Supermarkt erreicht und Ivy nahm einen Einkaufswagen. „Eigentlich esse ich alles, was ungesund ist“, scherzte er kurz und wurde dann ernst. Aber eigentlich aß er alles, auch Salat und gesundes Zeug. „Die Frage ist eher, was du gern isst“, meinte er schließlich und sah zum Einkaufswagen. Als kleines Kind hatte er sich immer in den Wagen setzen wollen, so wie es viele Kinder gemacht hatten, aber Edward hatte es ihm nie erlaubt. Sein Vater war schon immer ein Spielverderber gewesen. Trotzdem ließ ihn die Erinnerung ganz leicht schmunzeln. „Vielleicht hätte ich eine Einkaufsliste schreiben sollen“, murmelte er nachdenklich, als sie den Supermarkt betreten hatten. Wahrscheinlich würden ihm später Zuhause noch ein paar Sachen einfallen, die er vergessen hatte. Im Markt war überraschend wenig los. Aber das störte den jungen Mann nicht. „Ich bin froh, dass du nicht vegan bist“, sagte er plötzlich zu Ivy und betrachtete kritisch die Verpackung mit Tofu in seiner Hand. „Ich kann mir echt nicht vorstellen, dass das schmecken soll.“ Kopfschüttelnd stellte er die Packung wieder zurück ins Regal und drehte sich zu seiner Verlobten. Fast hätte er gefragt, ob sie soetwas schonmal probiert hatte, aber wahrscheinlich hatten sie sich soetwas nie leisten können. „Was kochst du am liebsten?“, hakte er nach und wollte so gleich herausfinden, worauf er sich in nächster Zeit einstellen konnte.


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#169

RE: Start

in Juli & Alex 01.04.2020 19:03
von Alex • Senior Member | 5.845 Beiträge | 1040224 Punkte

Anscheinend hatte Ben nicht damit gerechnet, dass die Shoppingtour so schnell zu Ende sein würde. Ivy konnte nachvollziehen, dass es für ihn ungewohnt war. Jemand wie Mercedes oder andere Frauen aus seiner Schicht waren vermutlich stundenlang unterwegs. Da konnte sie schon die Männer verstehen, die beim Thema Shopping direkt in den Sparmodus umschalteten und keine große Lust darauf hatten, Frau zu begleiten. Doch Ivy war einfach anders. Sie würde auch nie so werden. Gedanken verloren strich sich die 21-Jährige eine dunkle Haarsträhne hinters Ohr und schob den Einkaufswagen durch den Laden. Bei der Aussage ihres Verlobten musste Ivy lachen. Ungesund also. Das waren nicht unbedingt die besten Voraussetzungen. Doch er konnte es sich leisten. Sein Körper war...gut. Bei dem Gedanken daran verzog die Brünette kurz das Gesicht und seufzte auf. Eine Einkaufsliste wäre gewiss von Vorteil gewesen. Ivy hatte ein Geschick dafür, Listen so zu schreiben, dass sie möglichst kurz, aber dennoch effizient ausfielen. Jahrelang hatte sie ihre ganze Familie mit möglichst geringem Budget durchgebracht und sich Woche für Woche darüber Gedanken gemacht, wie viel sie von was mit den paar Dollar kaufen konnte. Das hier heute war für sie ein Traum. Endlich mal Lebensmittel kaufen, ohne auf den Preis achten zu müssen. Fleisch, die gute Nudelmarke...Beinahe wäre sie mit dem Wagen in Ben gestoßen, welcher irgendeine Verpackung in der Hand hielt und diese argwöhnisch musterte. Ivy warf einen kurzen Blick darauf. Tofu. Hatte sie noch nie gegessen. „Nein, vegan nicht. Nur unfreiwillig vegetarisch. Fleisch ist teuer und wir mussten immer monatelang sparen, um ein Fleischgericht kochen zu können.“, erklärte sie mit ruhiger Stimme und runzelte dann die Stirn. Ivy kochte genauso gerne wie sie den Haushalt machte. Wifey Material eben. Doch in ihrem alten Leben hatte sie nie die Mittel dazu gehabt und so waren die Gerichte immer recht eintönig und simpel gewesen. „Wie wäre es, wenn ich heute Abend leckere Steaks mache und dazu vielleicht Ofenkartoffeln mit Sour Cream?“, schlug sie dann mit einem Blick in Richtung Fleischtheke vor. Auch für die nächsten Tage hatte die Amerikanerin schon grobe Pläne.



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#170

RE: Start

in Juli & Alex 04.04.2020 23:56
von Juli • Member | 1.178 Beiträge | 58900 Punkte

Bentley Cooper


Fast schon skeptisch hob der Braunhaarige beide Augenbrauen. Er konnte sich immernoch nicht vorstellen, wie es sein musste, arm zu sein. Vielleicht sollte er mal ausprobieren, wie es war, mit wenig zurechtzukommen. Ben dachte unwillkürlich an eine Sendung, die noch vor ein paar Wochen im Fernsehen gelaufen war. Dabei war es um Menschen mit viel Geld gegangen, die ihr Leben für einen Monat aufgegeben hatten und dafür wie normale oder sogar arme Menschen gelebt hatten. Trotzdem war es für Ben unvorstellbar, sich nicht einmal Fleisch leisten zu können. So gesehen war es eine Schande, wie die Verhältnisse und Lebensbedingungen in den unteren Gesellschaftsschichten waren. Und trotzdem schaffte man es, ohne viel Geld auszukommen. Ivy und ihre Familie waren schließlich das beste Beispiel dafür. Ihr Vorschlag, was sie kochen würde, holte den jungen Mann wieder in die Gegenwart. „Hört sich gut an“, meinte er und lächelte schwach. Es war einfacher, wenn man sich um dieses Thema keine Gedanken machen musste. Und wenn man nicht selbst einkaufen gehen musste. Während Ben darüber grübelte, wurde ihm selbst bewusst, dass er ziemlich verwöhnt war. Die paar Wochen bei den Coopers hatten seine Selbstständigkeit nicht unbedingt gefördert, sondern ihn eher zurückgeworfen. Und auch, wenn die Tage nicht besonders toll gewesen waren durch Mercedes und Lillian, hatte er sich nie um etwas kümmern müssen. Ordnung. Sauberkeit. Essen. Einkauf. Ständig waren ihm die Aufgaben von den Angestellten abgenommen worden. Und ab heute begann erneut die Zeit, dass er selbst den Supermarkt aufsuchen musste. Aber immerhin hatte er jetzt Ivy. Das hieß, dass er nicht alles allein bestreiten musste. „Holst du das Fleisch und alles, was du für heute Abend brauchst? Hier findet man sich eigentlich ziemlich gut zurecht, daher wirst du bestimmt nicht lange brauchen. Ich kümmere mich in der Zwischenzeit um Obst und Gemüse.“ Doch bevor Ben die Richtung der gesunden Nahrungsmittel einschlagen konnte, drehte er sich nochmal zu seiner Verlobten. „Bist du, was das Frühstück angeht, eigentlich eher der süße oder der herzhafte Typ?“ Bei ihm war es je nach Lust und Laune unterschiedlich, aber meistens aß er Müsli. Und manchmal ließ er das Frühstück auch ganz wegfallen.


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#171

RE: Start

in Juli & Alex 05.04.2020 00:04
von Alex • Senior Member | 5.845 Beiträge | 1040224 Punkte

Ivy konnte sich vorstellen, dass es für Ben noch immer ein großes Fragezeichen war, wie man so leben konnte wie sie. Vielleicht beneidete ein Teil in ihr ihren Verlobten sogar dafür, dass er sich nie hatte Gedanken um etwas hat machen müssen. Er wirkte zumindest für einen Moment gedanklich ganz so anders und kurz fragte sie sich, woran er wohl genau dachte. Doch bevor Ivy überhaupt nachfragen konnte, trug er ihr schon auf, sich um das Fleisch zu kümmern. Die Brünette deutete ein Nicken an und wollte sich schon mit dem Wagen aus dem Staub machen, als Ben sie noch einmal aufhielt. Auf seine Frage wusste sie erst einmal keine Antwort. Frühstück war etwas, was für sie immer überflüssig gewesen war. Das Geld hatte gefehlt. „Spontan würde ich sagen, dass ich eher süß frühstücke. Aber bevor ich bei deinem Vater auf dem Anwesen war, habe ich nie wirklich gefrühstückt. Also..keine Ahnung.“, erklärte sie schulterzuckend und warf Ben noch ein unsicheres Lächeln zu, ehe sie im Richtung Fleischtheke verschwand und dort erst einmal ein paar Sekunden reglos stehen blieb. Die Preise schockierten Ivy doch ziemlich. Doch sie musste nicht mehr darauf achten. Also entschied sie sich für einige Stücke und schlenderte dann schon wieder mit dem Wagen durch den Supermarkt, um noch einige fehlende Sachen zu holen. An der Kasse traf sie schließlich wieder auf Ben. „Haben wir alles?“, erkundigte sie sich lächelnd und warf einen Blick auf den vollen Wagen. So voll waren ihre Wägen nie gewesen. Das, was hier ein Einkauf war, hatte ihre Familie vielleicht in einem Monat gehabt. Allein das Fleisch kostete mehr als wöchentliche Budget der Familie Grayson. „Ich werde mich wohl nie daran gewöhnen...“, stellte die junge Frau trocken fest und räumte die Lebensmittel auf das Fließband.



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#172

RE: Start

in Juli & Alex 05.04.2020 00:33
von Juli • Member | 1.178 Beiträge | 58900 Punkte

Bentley Cooper


Hatte sie nicht auch erst vor kurzem erwähnt, dass sie selten gefrühstückt hatte? Irgendwie kamen ihm diese Worte bekannt vor, doch diese Gedanken schob er relativ schnell beiseite und machte sich auf zum Obst und Gemüse. Umweltbewusst wie der junge Mann war, nahm er statt der Plastiktüten mehrere Mehrwegnetze, in die er die jeweiligen Sachen füllte. Danach suchte er noch ein paar Sachen für's Frühstück zusammen und blieb mit den Augen irgendwann beim Kaviar hängen. Den hatte Ivy mit Sicherheit noch nicht probiert - da war sich Ben ziemlich sicher. Aber wirklich viel verpassen tat sie damit nicht. Daher ließ er die kleine, aber dafür verdammt teure Dose liegen und wartete an der Kasse schließlich auf Ivy. „Jup, ich glaube, wir haben alles. Und wenn nicht, dann holen wir es einfach morgen oder übermorgen. Verhungern werden wir nicht“, scherzte er und hielt sich dann zurück. Zwar kannte Ben seine Verlobte mittlerweile ganz gut, konnte aber immernoch nicht einordnen, welche Sprüche sie treffen würden oder an die 'früheren' Zeiten erinnern würden. Frauen waren sowieso sensibler und interpretierten manchmal zu viel in die Sprüche der Männer hinein. Der junge Mann half ihr schließlich beim Aufräumen der Sachen auf das Fließband, legte noch einen Beutel dazu und musste bei ihren Worten grinsen. „Doch, irgendwann wirst du dich dran gewöhnen. Und auch wenn nicht - genieß' jetzt einfach die Zeit. Du hast so lange auf all das verzichten müssen. Jetzt kannst du es dir leisten, also nutz' das auch. Und das ohne schlechtes Gewissen“, sagte er leise und griff kurz nach ihrer Hand, drückte sie und übernahm dann den Wagen. Nachdem er bezahlt hatte, die Sachen aus dem Einkaufswagen genommen und diesen weggebracht hatte, machte er sich mit Ivy auf den Heimweg. „Ich bin echt froh, dass du normal bist“, begann Ben dann und lachte kurz. „Du gehst nicht stundenlang shoppen, bist keine verwöhnte Ziege und bist zum Glück weder Vegetarierin, noch Veganerin. Da habe ich echt Glück gehabt“, meinte er und verkniff sich einen Kommentar darüber, dass sie echt heiß war. Ben wurde wieder ernst und überlegte, ob er seine Verlobte fragen sollte, was sie mit dem ganzen Geld, dass sie von seinem Vater bekam, machen würde. Aber er wusste genau, dass die Frage die Stimmung ruinieren würde. Also entschied er sich dafür, über die morgige Party zu sprechen. „Freust du dich schon auf die Party?“


zuletzt bearbeitet 05.04.2020 01:09 | nach oben springen

#173

RE: Start

in Juli & Alex 05.04.2020 19:28
von Alex • Senior Member | 5.845 Beiträge | 1040224 Punkte

Ivy legte den Kopf leicht schief und musterte ihren Verlobten argwöhnisch. Er hatte wohl heute wirklich einen Clown gefrühstückt. Obwohl seine Worte vermutlich nicht allzu schlau gewählt waren, erschien ein kleines Lächeln in ihrem Gesicht. Er meinte es ja gewiss nicht böse. Manchmal hatte die junge Frau das Gefühl, dass der Schauspieler einfach viel schneller sprach als dachte. Doch sie nahm es ihm nicht übel. Es lag nicht in Ivy's Natur, etwas in den falschen Hals zu bekommen oder blöd zu reagieren. Meistens war sie doch relativ gelassen und entspannt. Ihre Zeit war ihr viel zu wertvoll dafür, um sie an solche Dinge zu verschwenden.
Ben's Worte rissen sie wieder aus den Gedanken und sie hob leicht irritiert den Kopf an, um den Größeren anzusehen. Sie würde sich daran gewöhnen. Sie sollte es genießen. Wirklich zufriedenstellend war diese Aussage für sie nicht, doch es blieb Ivy wohl keine andere Wahl, als das vorerst so hinzunehmen. Seine Hand, die für einen Moment die ihre drückte, ließ sie leicht zusammenzucken. Allmählich fühlte es sich doch vertraut und auch richtig an. Schweigend sah Ivy ihm dann dabei zu, wie er den Einkauf bezahlte und den Wagen wegbrachte. Dann befanden sie sich schon wieder auf dem Heimweg. "Normal?", wiederholte die 21-Jährige seine Worte skeptisch und lachte leise. "Ist normal nicht das andere Wort für langweilig?", ergänzte sie ihrer Frage schmunzelnd und lächelte leicht. Was hatte er denn von jemanden wie ihr erwartet? Wobei Ivy viele Frauen kannten, die den plötzlichen Reichtum gewiss ausnutzen würden. Doch nicht sie. Das verstieß einfach gegen ihre Prinzipien. Sie hatte sich das Outfit für die Party und ein Dessousset geleistet. Mehr aber auch nicht. Shoppen gehen würde sie erst, wenn sie wirklich etwas brauchte. Vorerst jedoch hatte Ivy dank Mercedes doch eine gute Auswahl was Kleidung anging. "Du bist auch ganz okay.", murmelte sie irgendwann und zwinkerte ihrem Verlobten verschwörerisch zu. Ein paar Fotografen, die wohl in der Gegend unterwegs waren, entdeckten dann das junge Pärchen und sofort wurden Ben und Ivy von ihnen belagert. Beinahe ängstlich griff die Dunkelhaarige nach seiner Hand und umklammerte diese. Noch immer fühlte sie sich extrem unwohl und wusste nicht so ganz, wie sie reagieren sollte. Doch da es sich lediglich um Fotografen und nicht um Journalisten handelte, wurden nur ein paar Bilder geknipst und das war es dann auch schon. Langsam lockerte sich Ivy wieder, behielt ihren Griff um Ben's Hand jedoch bei. Seine Frage konnte sie erst jetzt beantworten, da sie davor viel zu verwirrt gewesen war. Freute sie sich auf die Party? Unsicher zuckte die junge Frau mit den Schultern und biss sich auf die Unterlippe. "Ich weiß nicht...was, wenn deine Freunde mich nicht mögen?", fragte sie leise und hielt dann in der Bewegung inne. Freunde. "Kaufen deine Freunde uns das überhaupt ab? Ich mein, dass unsere Beziehung vor der Öffentlichkeit geheim gehalten worden ist, macht ja Sinn. Aber vor deinen Freunden? Du wirst ja in der Zeit, als wir angeblich schon zusammen gewesen sind, noch..." Ivy stoppte und spürte, wie ihr das Blut in die Wangen schoss. "Mit anderen Frauen zugange gewesen sein.", beendete sie den Satz dann und lief weiter. Was seine Freude wohl denken würden, wenn sie davon erfuhren? Ob sie ihnen glaubten. Ben und Ivy brauchten auf jeden Fall einen Notfallplan. "Vielleicht hatten wir eine...ähm...offene Beziehung?", schlug sie daher vor und war froh, als sie wieder das Wohngebäude erreichten.



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#174

RE: Start

in Juli & Alex 06.04.2020 22:34
von Juli • Member | 1.178 Beiträge | 58900 Punkte

Bentley Cooper


War 'normal' ein anderes Wort für 'langweilig'? Vielleicht. Je länger Ben darüber nachdachte, desto mehr musste er zustimmen. Und trotzdem hatte er es nicht so gemeint. Verglichen mit anderen Frauen war Ivy erwachsen und bodenständig. Hätte er es so formuliert, wäre es wahrscheinlich besser rübergekommen. „Langweilig finde ich dich nicht. Sonst hätte ich langweilig gesagt“, meinte er schlussendlich entschlossen. Ben war sich sicher, dass Ivy ein gutes Beispiel für den Spruch 'Stille Wasser sind tief' war. Er würde in den nächsten Jahren wahrscheinlich jede ihrer Macken kennen und jeden Tag eine neue Eigenschaft entdecken. Und irgendwie freute er sich schon darauf. Immerhin fand sie ihn auch ganz okay, was den jungen Mann zufrieden lächeln ließ. Die Fotografen, die plötzlich auftauchen, störten Ben überhaupt nicht. Das Cap und die Sonnenbrille machten ihn nicht zu einem anderen Menschen und die Fotografen waren schließlich nicht blöd. Als Ivy nach seiner Hand griff, verschränkte er seine Finger mit ihren und konnte sich nur allzu gut vorstellen, wie sie sich gerade fühlte. Als Bekanntheit war es schwer, unerkannt draußen herumzulaufen und trotzdem schaffte Ben es hin und wieder, unentdeckt zu irgendwelchen Partys in Clubs zu kommen, sich mit Freunden im Kino zu treffen oder am See zu zelten. Wobei letzteres nur einmal ohne Komplikationen funktioniert hatte, dabei aber verdammt lustig gewesen war. Manchmal nervte es den jungen Mann, dass ihn so viele Menschen kannten. In solchen Momenten wünschte er sich, einfach ein unbekannter Typ zu sein, der durch die Stadt schlendern konnte, ohne dass ihn jemand beachtete. Auch Ivy würde sich in Zukunft daran gewöhnen müssen, ständig in der Öffentlichkeit abgelichtet zu werden. Entweder würden die Fotos am nächsten Morgen in irgendeiner Klatsch- oder Jugendzeitung auftauchen oder noch heute im Internet zu sehen sein. Aber dem Ruf der beiden würde es wohl kaum schaden, schließlich kehrten sie Hand in Hand vom Einkaufen zurück - wer würde da schon die große Lüge wittern? Die auffallende Schlagzeile 'Bentley Cooper und seine Verlobte Ivy Schmitt zeigen uns, dass auch die Stars menschlich sind' konnte er schon vor sich sehen. Zum Glück ließen die Fotografen dann auch schon von dem jungen Paar ab und Ivy entspannte sich wieder etwas. „Meine Freunde werden dich sicherlich mögen. Und wenn nicht, dann verpassen sie etwas.“ Er warf ihr ein kurzes, aufmunterndes Lächeln zu. Sie sollte sich darüber nicht allzu viele Gedanken machen. Als sie dann plötzlich in der Bewegung inne hielt, nachdem sie seine Freunde angesprochen hatte, sah Ben überrascht zu der jungen Frau. „Shit“, entfuhr es ihm leise. „Daran hatte ich gar nicht gedacht.“ Ja, er war immer mal mit ein paar Frauen im Bett gelandet und ein paar seiner Freunde wussten auch davon - ob man denen etwas vorspielen konnte? Ivy und Ben konnten nur das Beste hoffen. Doch die Lösung, die Beziehung bisher als 'offen' angesehen zu haben, war momentan die beste Erklärung, die die beiden bringen konnten. „Offene Beziehung klingt gut. Ergibt Sinn...irgendwie“, meinte er und schon standen sie vor dem Wohnhaus. Auf dem Weg nach oben grübelte Ben immernoch etwas. Solange er sich einredete, dass Alles gutgehen würde, würde das schon klappen. Zurück in der Wohnung zog er erstmal Jacke und Schuhe aus und brachte die Einkäufe in die Küche. „Ehrlich gesagt ist meine größte Befürchtung, dass die ganze Sache auffliegen wird“, begann Ben dann nachdenklich. „Egal ob durch meine Freunde oder durch die Presse... Ich frage mich echt, was mein Vater sich dabei gedacht hat.“ Mit einem verächtlichen Schnauben schüttelte er den Kopf. Vor allem fragte sich Ben, was aus Ivy werden würde, wenn die Lüge auffliegen würde. Mittlerweile kannte man die junge Frau und wahrscheinlich würde die Presse ihren Namen ziemlich durch den Dreck ziehen. Das war das Letzte, was der junge Mann wollte.


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#175

RE: Start

in Juli & Alex 06.04.2020 22:50
von Alex • Senior Member | 5.845 Beiträge | 1040224 Punkte

Ihre Antwort schien Ben wohl zum Nachdenken angeregt zu haben, denn Recht schnell erfolgte der Widerruf seiner Aussage. Er fand sie also nicht langweilig. Das war ja schon einmal gut. Schmunzelnd legte Ivy den Kopf kurz schief und musterte ihren Verlobten Gedanken verloren. Sie hätte es wirklich schlechter treffen können. Ben sah verdammt gut aus, das musste man ihm lassen. Und je besser sie ihn kennen lernte, desto sympathischer fand sie ihn tatsächlich. Anfangs hätte die Brünette nicht einmal daran zu denken gewagt, dass hinter dem eingebildeten Schauspieler noch mehr steckte. Doch dem war offensichtlich so. Vor allem, wenn sie mit ihm alleine war. Sein Kommentar zu seinen Freunden ließ die junge Frau leicht erröten. Sie hoffte wirklich, dass seine Freunde sie nett finden würden. Wenn nicht, konnte das blöd enden. Es war doch wichtig, sich in einer Beziehung mit den Freunden vom Partner zu verstehen. Ivy hatte hier den Vorteil, selbst kaum Freunde zu haben. So musste sie niemandem erklären, warum sie plötzlich mit DEM Bentley Cooper verlobt war. Kurz dachte sie an ihre früheren Mitschülerinnen, von denen sie stets gemobbt worden war. Nicht nur aufgrund ihrer Herkunft, sondern auch aufgrund der super Noten, die sie stets ohne Anstrengung geschrieben hatte. "Wollen wir es offen...", kam es ihr schließlich leise über die Lippen. Doch ihre Worte bezüglich der plötzlichen Verlobung und den daraus entstehenden Unstimmigkeiten schien auch Ben zu schockieren. Zumindest klang sein 'Shit' genau danach. Natürlich hatte der Herr nicht daran gedacht, wie er es seinen Freunden glaubwürdig erklären sollte. Nicht, dass Ivy ihn als dumm bezeichnen würde, doch sie hatte einfach das Gefühl, dass er nicht sonderlich weit voraus dachte und mehr so im Hier und Jetzt lebte. Alles auf sich zukommen ließ. Klar, er führte ein sorgloses Leben. An seiner Stelle hätte Ivy sich gewiss auch nicht Sorgen gemacht, was morgen passieren könnte. Zurück in der Wohnung äußerte Ben seine Bedenken zu der falschen Verlobung. Nachdenklich nickte die Amerikanerin und zuckte dann mit den schmalen Schultern. Sie hatte vermutlich nicht weniger Angst als er. Würde es auffliegen, würde sie kein Geld bekommen. Würde sie kein Geld bekommen, würde die Zusammenführung ihrer Familie scheitern. Was die Presse sagen würde, war Ivy egal. Noch tiefer konnte sie sowieso nicht sinken. Nur für Ben würde es vermutlich ein ordentlicher Dämpfer seiner Karriere sein. "Ich weiß nicht genau, warum dein Vater das getan hat. Sonderlich viel hat er mir nicht erzählt...", murmelte Ivy und zog sich ebenfalls Schuhe und Jacke aus. Ihr Verlobter war mit den Einkäufen bereits in die Küche verschwunden. Ivy folgte ihm und half ihm dabei, die Sachen wegzuräumen. Dabei fiel ihr auf, das abgesehen von Geschirr kaum Lebensmittel in den Schränken waren. Hätte sie das gewusst, hätte sie direkt noch mehr gekauft. Ivy nahm sich vor, die Tage noch einmal loszuziehen und gewisse Grundnahrungsmittel zu besorgen. Wenn man schon so eine Küche hatte, musste man sie auch nutzen. Vorerst griff sie jedoch wieder das vorherige Thema auf. "Er meinte nur, dass du den Faden einfach überspannt hat und es an der Zeit wird, dass dich eine Frau zügelt. Was hast du denn angestellt?"



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