#176

RE: Start

in Juli & Alex 09.04.2020 00:19
von Juli • Member | 1.178 Beiträge | 58900 Punkte

Bentley Cooper


Eigentlich mochte Ben seinen Vater; auch, wenn er es ungern zugab. Nur hatte der sich in all den vergangenen Jahren ziemlich geändert. Der Einfluss von Lillian hatte ihn verändert. Natürlich war Ben insgeheim immer froh gewesen, dass sein Vater meistens zu ihm gehalten und ihm den Rücken gestärkt hatte, aber mittlerweile war dieser Rückhalt immer weniger geworden. Konnte man es Edward verübeln, wenn sich der eigene Sohn einfach nicht richtig benehmen wollte und in der Öffentlichkeit oft negativ auffiel? Die Frage von Ivy, was genau Ben denn angestellt hatte, überraschte ihn nicht. Es war klar gewesen, dass diese Frage irgendwann gekommen wäre. Zugegeben waren die meisten Sachen nicht überdramatisch. Es war zum Großteil die Presse, die alles aufbauschte oder ins falsche Licht stellte. Und gerade als Schauspieler war man seinen guten Ruf schneller los, als das man 'Piep' sagen konnte. Ben konnte davon ein Lied singen. Vielleicht sollte er wirklich mal versuchen, einen Song zu schreiben und diesen aufzunehmen. Schauspieler, die nebenbei auch noch Sänger waren, fand doch jeder toll. Schlussendlich widmete er sich aber wieder Ivy und schenkte ihr seine volle Aufmerksamkeit. „Naja, hier und da mal ein paar kleine Aussetzer...“, begann Ben zu erzählen und musste erstmal überlegen, ob er ihr alles erzählen sollte oder nicht. Aber die Wahrheit wäre vorerst am besten. Und Lügen würden sowieso auffliegen. Außerdem waren es gar nicht so viele Vorfälle. Hochgerechnet vielleicht 10 oder ein paar mehr. „Meistens war ich betrunken unterwegs, habe mich mit irgendwelchen Typen geprügelt oder andere Leute angepöbelt. Vor einem Jahr habe ich einen Fotografen krankenhausreif geschlagen, habe den Mercedes von meinem Dad bei einem Unfall geschrottet, wurde mit Drogen erwischt und vor gar nicht allzulanger Zeit habe ich...in einem McDonald's randaliert, während ich high war. Und eventuell habe ich vor ein paar Monaten eine Frau auf offener Straße beleidigt und bin sie vielleicht ein bisschen angegangen, weil sie mich provoziert hat und so. Davon gibt's sogar ein Video. Viele Leute behaupten, darauf erkennen zu können, wie ich die Frau schlage - aber ich schwöre bei Gott, dass ich sie nicht geschlagen habe“, erzählte er und zuckte anschließend mit den Schultern. „Ich glaube, das war's.“ Während des Erzählens war ihm selbst aufgefallen, wie unstrukturiert sein Leben bisher eigentlich gewesen war. Und vielleicht hatte er auch eindeutig zu viel Langeweile gehabt. Was den Streit mit der Frau anging, konnte Ben sich allerdings gar nicht mehr erinnern, warum es eigentlich soweit gekommen war. Wenn er sich nicht irrte, war die Frau eine Reporterin gewesen, die ihn ziemlich provoziert hatte. Oder hatte sie ihn erpressen wollen? Der junge Mann wusste es einfach nicht. In der Zwischenzeit war so viel passiert und er hatte Erinnerungen an die Vergangenheit zum Großteil verdrängt. „Im Nachhinein weiß ich ehrlich gesagt nicht, warum ich das Alles gemacht habe. Vielleicht um die Aufmerksamkeit von meinem Vater zu bekommen, vielleicht aber auch deswegen, weil ich Langeweile hatte. Keine Ahnung“, fügte er hinzu. Einerseits konnte Ben verstehen, was Edward bezwecken wollte, andererseits war er aber überhaupt nicht optimistisch, ob das Ganze überhaupt klappen würde. Vielleicht in der Anfangsphase, aber später...? Die Zeit würde es schon zeigen. Trotzdem war Ben überrascht, dass sein Vater ziemlich viel Geld in die Angelegenheit gesteckt hatte. Zu hören, dass er seinem Sohn eine Frau gekauft hatte, klang ziemlich abwertend und irgendwie auch wie Menschenhandel. Und natürlich hatte sich der alte Cooper die kleine Ivy ausgesucht, deren Familie kaputt und arm war. Er hatte gewusst, dass sie das Geld nicht ausschlagen würde. Zwar kannte Ben nicht den genauen Betrag, aber es musste schon eine ganze Menge sein, wenn Ivy sich bereiterklärte, die nächsten drei bis vier Jahre mit ihm zu verbringen. „Ich find's richtig scheiße von meinem Dad, dass er deine finanzielle Notlage so ausnutzt. Er wusste genau, dass du nicht 'Nein' sagen würdest und außerdem kennt er deine Familiensituation. Der Typ ist echt ein gerissenes Arschloch.“ Ben schüttelte ungläubig den Kopf. Seine Familie war sowieso nicht gerade normal, aber das, was Edward getan hatte, toppte wahrscheinlich alles.


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#177

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in Juli & Alex 10.04.2020 19:56
von Alex • Senior Member | 5.845 Beiträge | 1040224 Punkte

Ivy hatte schon damit gerechnet, dass Ben wohl einiges angestellt haben musste, damit sein Vater so eine drastische Entscheidung getroffen hatte. Welcher Vater besorgte seinem Sohn denn auch einfach mal so eine Frau? Wohl keiner. Zumindest nicht in Europa oder Amerika. Vielleicht sah es bei den islamischen Völkern anders aus. Doch hier war das nicht üblich. Als kleine Aussetzter hätte sie die Dinge, die ihr Verlobter dann aufzählte, jedoch nicht bezeichnet. Betrunken sein war an sich keine Sünde, auch wenn sie selbst bisher nicht einmal wirklich Alkohol konsumiert hatte. Die Frage war nur, was man dann in diesem Zustand anstellte und ob man es nüchtern auch getan hätte. Und Prügeleien mit irgendwelchen Typen oder anderen Leuten waren doch schon eine Nummer für sich. Als er ihr erzählte, mal einen Fotografen ins Krankenhaus geschlagen zu haben, musste sie ihr Entsetzen doch stark zurückhalten. Dennoch starrte Ivy den jungen Mann mit großen Augen an und schüttelte fassungslos den Kopf. Mercedes geschrottet, im McDonalds randaliert. High. Eine Frau auf offener Straße beleidigt. Der 21-Jährigen wurde sogar leicht schwindlig bei den Aufzählungen. Jeder normale Mensch wäre wohl früher oder später hinter schwedischen Gardinen gelandet, aber nicht Bentley Cooper. Der saß hier einfach in seiner schicken Wohnung und sorgte sich um nichts. Ivy konnte nur den Kopf schütteln und begriff einfach nicht, wieso man sowas tat. Für die Aufmerksamkeit seines Vaters? Aus Langeweile? Beide Begründungen klangen für sie mehr nach Ausreden. "Ben...", stieß sie irgendwann doch mühsam hervor und schluckte. Klar, sie hatte geahnt, dass er Dreck am stecken hatte. Doch diese Art von Dreck war für einen friedlichen Menschen wie Ivy doch etwas zu viel. Drogen, Alkohol, Körperverletzung. Es fehlte eigentlich nur noch Mord. Kurz zog sie eine Augenbrauen fragend nach oben, hielt dann jedoch den Mund. Es wäre wohl für die falsche Beziehung weniger fördernd, den Verlobten zu fragen, ob er auch einen Menschen auf dem Gewissen hatte. Leise seufzte Ivy stattdessen auf und fuhr sich durch die dunklen Haare. Diese Beichte musste sie wohl erst einmal verarbeiten. Auch wenn in Skid Row die Kerle noch deutlich schlimmer waren, hätte Ivy nie gedacht, mal mit genau so einem Kerl zusammen zu sein. Dafür hätte sie auch in ihrem Viertel bleiben können. Schweigend steuerte sie also den Esstisch an, zog den Stuhl etwas weg und ließ sich darauf nieder. "Das ist...krass.", kommentierte sie seine Erzählungen dann und sah ihn kopfschüttelnd an. Jetzt konnte Ivy nachvollziehen, warum Edward sich ausgerechnet für sie entschieden hatte. Doch war Ivy wirklich die richtige Person für diesen Job? Wie sollte ausgerechnet sie aus dem Bad Boy einen guten Mann machen? Als der Schauspieler auf seinen Vater zu sprechen kam, zuckte die junge Amerikanerin ahnungslos mit den Schultern. Nutzte Edward Cooper ihre Lage aus? Fast jede andere Frau, egal ob arm oder reich, hätte das Angebot wohl auch angenommen. "Naja, die Entscheidung lag ganz bei mir. Ich habe mich dafür entschieden, dich zu heiraten. Wenn man hier jemandem Vorwürfe machen sollte, dann mir.", gab sie nachdenklich von sich und vergrub den Kopf in ihren Handflächen. Ein weiteres Mal wurde ihr klar, was für eine Scheiße sie hier eigentlich abzog. Ihrer Mutter hatte Ivy jahrelang Vorwürfe gemacht, sich für Geld an Männer zu verkaufen. Und nun tat sie genau das. Es war zwar deutlich mehr Geld und nur ein Mann, doch das machte die ganze Angelegenheit nicht besser. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Doch nun befand sie sich schon mittendrin und konnte keinen Rückzieher machen. "Die vereinbarte Abschlusszahlung bekomme ich aber auch nur, wenn ich mich an alle Regeln halte und es schaffe, dich auf den richtigen Weg zu bringen...", murmelte sie leise und hob verzweifelt den Blick. Ben musste nur ein einziges Mal wieder abrutschen und sie konnte die gemeinsame Zukunft mit ihrer Familie vergessen.



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#178

RE: Start

in Juli & Alex 10.04.2020 23:26
von Juli • Member | 1.178 Beiträge | 58900 Punkte

Bentley Cooper


Im Analysieren von Mimik und Gestik war der junge Schauspieler eigentlich ziemlich gut. Irgendwie gehörte es schließlich zu seinem Job, diese genau zu beobachten und anschließend zu imitieren oder darauf zu reagieren. Gerade bei seinem letzten Film hatte er noch mehr Erfahrungen gesammelt, da er sich tiefgehend mit seinem Charakter beschäftigt hatte und sich auch mit betroffenen Personen unterhalten hatte. Definitiv ein einschneidendes Erlebnis in seinem Leben. Und dadurch konnte Ben an Ivys Gesichtsausdruck förmlich alles ablesen, was ihr gerade durch den Kopf ging. Und als sie diesen auch noch fassungslos schüttelte, zweifelte Ben die Entscheidung, ihr die Wahrheit gesagt zu haben, an. Sein Blick folgte ihr und nachdenklich knabberte er an seiner Unterlippe. Vielleicht war er auch etwas nervös. Ihre Reaktion überraschte ihn irgendwie. Seines Erachtens gab es schlimmeres. Mord. Erpressung. Edward würde wahrscheinlich noch Steuerhinterziehung erwähnen, weil es ihm immer ums Geld ging und der Verlust von diesem ihn wahrscheinlich mehr treffen würde als irgendein anderes Verbrechen. Natürlich klangen die Delikte nicht unbedingt toll, aber Ben hatte ihre Reaktion wirklich nicht erwartet. Irgendwie war es komisch für ihn, weil es ihn verunsicherte. Plötzlich war es ihm doch wichtig, was seine Verlobte von ihm dachte. Ivy schien wirklich erschüttert zu sein und hatte nicht mit soetwas gerechnet. Ob sich das auf die unechte Beziehung auswirken würde? Schlussendlich ließ sich der junge Mann ebenfalls auf einem der Stühle nieder und sah Ivy an. Sie fand es also krass. „Aber hey - ich habe immerhin niemanden umgebracht“, sagte er trocken, versuchte sich an einem unschuldigen Lächeln und fuhr sich anschließend seufzend durchs Gesicht. War schon ziemlich scheiße, aber was sollte Ben machen? Es war geschehen und konnte nicht rückgängig gemacht werden. Natürlich hätte man sich ein paar der Vorfälle sparen können - weniger Alkohol, weniger Drogen und Selbstbeherrschung wären die perfekten Lösungsansätze gewesen. Aber der Stress spielte dem Braunhaarigen nicht unbedingt in die Karten. Und wie konnte man besser abschalten als mit Alkohol und Drogen? Immerhin hatte Ben jetzt Ivy, mit der er reden konnte. Ob das wirklich viel bringen würde? Irgendwie zweifelte er daran.
Es war interessant zu erfahren, wie die ganze Sache geregelt war. Ben hatte überhaupt keinen Plan, wie der Vertrag zwischen Edward und Ivy aussah. „An was für Regeln musst du dich halten?“, hakte der junge Mann nach und zog neugierig die Augenbrauen nach oben. Das interessierte ihn definitiv. Aber dass sie das Geld nur bekam, wenn er weiterhin auf dem richtigen Weg blieb, ließ ihn aufseufzen. Das hieß, er musste für Ivy und für sich selbst clean und nüchtern bleiben und durfte sich nicht provozieren lassen. Automatisch dachte er an die Party am nächsten Tag. Was, wenn er ein Mädel kennenlernen würde und sich hinreißen ließ, mit dieser die Nacht zu verbringen? Allerdings durfte das nicht passieren. Ben hätte am liebsten aufgestöhnt. Wie sollte er seine Bedürfnisse befriedigen, wenn er sich nicht mit anderen Frauen treffen konnte, ohne, dass es aufflog? Ivy schien noch nicht bereit zu sein, mit ihm zu schlafen. Verübeln tat Ben es ihr noch nicht, schließlich kannten sich beide nicht wirklich lange. Und trotzdem regte ihn das jetzt schon auf. „Man, ich will nicht dafür verantwortlich sein, ob du das Geld bekommst oder nicht“, murmelte er leicht angesäuert und klopfte mit den Fingerknöcheln auf dem Tisch herum. Kurz darauf hörte er auf und sah Ivy an. „Wo haben wir uns da nur reingeritten?“ Ben fand die Situation immernoch komisch und momentan auch ziemlich scheiße. Über seinen Vater hätte er sich sicherlich noch mehrere Stunden aufregen können, aber Ben konnte seinen Frust nicht immer nur an Edward auslassen. „Was wirst du eigentlich mit dem Geld machen, wenn sich unsere Wege wieder trennen?“, fragte Ben die junge Frau und versuchte, seine Wut über die Situation und über Edward zu verdrängen.


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#179

RE: Start

in Juli & Alex 10.04.2020 23:43
von Alex • Senior Member | 5.845 Beiträge | 1040224 Punkte

Ivy ahnte nicht, dass Ben sie wirklich so gut lesen konnte. Klar, er war Schauspieler und wusste gewiss, dass vieles nicht echt oder aufgesetzt war. Doch konnte er auch beurteilen, was gerade wirklich in ihr vorging? Leise seufzte die junge Frau auf und sah in Richtung Fenster. Es sollte sie nicht so schockieren. Es gab schlimmeres. Das, was ihrem Stiefvater zugestoßen war, war schlimm. Der Unfall ihrer Schwester in der Badewanne war schlimm. Was waren da schon ein paar Schlägereien? Doch jemand wie Ben musste wohl auch vorsichtig sein. Solche Schlagzeilen verbreiteten sich schnell und das war wohl auch nicht seine Intention. Als er sich gegenüber von ihr niederließ und trocken von sich gab, niemanden umgebracht zu haben, atmete Ivy deutlich hörbar aus. Das erleichterte sie doch ein wenig. "Immerhin.", wiederholte sie und lächelte leicht. Um sowas künftig zu vermeiden, war sie ja jetzt da. "Ab jetzt hast du ein Frauchen, was dich an der kurzen Leine hält.", stellte sie also mit einem Zwinkern fest und die angespannte Laune war ihrerseits wieder verschwunden.
Ihr Hinweis auf den Vertrag schien Ben jedoch neugierig gemacht zu haben, denn er stellte sofort einige Fragen dazu. Doch Ivy war nicht gesagt worden, dass sie nicht mit ihrem Verlobten darüber reden durfte. Also erhob sie sich mit einem vielsagenden Lächeln, umrundete den Tisch und legte von hinten die Arme um seinen Hals, um sich dann zu ihm nach unten zu beugen. "Regel 1: Überzeuge alle davon, eine glaubhafte Beziehung mit Ben zu führen. Dazu gehören Händchen halten und küssen in der Öffentlichkeit, liebevolle Blicke und entsprechende Postings in den Social Medias.", fing sie flüsternd an. "Regel 2: Verhalte dich wie seine echte Verlobte. Auch privat. Das macht es vor Publikum glaubhafter. Geschlechtsverkehr ist erlaubt. Sollte jedoch ein Kind aus der Ehe hervorgehen, verlierst du jeglichen Anspruch auf Bezahlung oder Kontakt zu diesem Kind.", fuhr sie fort und ließ ihre Hände dabei langsam an seinem Hals in Richtung Brust nach unten wandern. "Regel 3: Mach Ben glücklich. Egal wie. Wenn er glücklich ist, baut er keine Scheiße."
Das sollte vorerst reichen. Der mehrseitige Vertrag umfasste zwar noch einiges mehr, aber alles wollte die Brünette ihm doch nicht verraten. Dass er nicht dafür verantwortlich sein wollte, ob sie ihr Geld bekam oder nicht, war nachvollziehbar. Wer wollte das schon? "Wir schaffen das schon irgendwie. Ich werde mein bestes Geben, dir eine gute Frau zu sein.", versicherte Ivy ihrem Verlobten und drückte ihm einen Kuss auf den Haaransatz. Seine nächste Frage ließ sie innehalten. "Meine Geschwister zu mir holen. Wir sind momentan überall verstreut. So sollte das nicht sein. Ich will genug Geld haben, um irgendwo ein kleines Häuschen zu kaufen. Mit der Möglichkeit, meine schwer behinderte Schwester dort zu pflegen. Ich möchte meinen Geschwistern all das möglich machen, was für mich nie möglich war. Schwimmbadbesuche, Filmabend im Kino, Ausflüge in den Zoo und vielleicht sogar Urlaub. Sie sollen es einfach etwas leichter im Leben haben.", erklärte die 21-Jährige und nun war es Ben's Wange, die einen sanften Kuss abbekam. Vielleicht würde sie ja früher oder später mit ihm schlafen. Oder ihn zumindest anderweitig beglücken. Automatisch dachte Ivy an die neue Unterwäsche und in ihr entstand eine kleine Idee, um dem Schauspieler zumindest eine kleine Freude zu machen. "Hast du schon Hunger, Schatz?", fragte sie stattdessen und löste sich wieder von ihm. Vielleicht half es wirklich, sich auch in der Wohnung wie ein richtiges Paar zu verhalten.



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#180

RE: Start

in Juli & Alex 13.04.2020 00:52
von Juli • Member | 1.178 Beiträge | 58900 Punkte

Bentley Cooper


Bei Mord war Ben tatsächlich noch nicht angekommen. Und er hatte auch nicht vor, irgendwann jemanden zu töten. Bisher war soetwas nur in seinen Filmen geschehen. Es war leicht, mit einer Filmwaffe auf eine Person zu zielen und abzudrücken oder mit einem manipulierten Messer jemanden zu erstechen. Ben erinnerte sich trotzdem an das erste Mal, als er eine echte Waffe benutzt hatte. Es hatte sich komisch und befremdlich angefühlt. Doch kaum hatte er das zweite Mal abgedrückt gehabt, war es kinderleicht gewesen. Mittlerweile war es an Bens Drehtagen aber fast schon normal geworden, mit Waffen herumzuhantieren und Kollegen in den Scheintod zu schicken. Welcher Bösewicht tötete schließlich keine Leute? Aber im realen Leben hielt er vom Thema Mord und Waffen dann doch eher Abstand. Auch wenn der junge Mann schnell wütend werden konnte und es auch viele Personen gab, die er nicht leiden konnte - jemanden umbringen würde er nie. Das war Ivy hoffentlich bewusst. Das mit dem Fotografen war damals eine Handlung aus dem Affekt gewesen. Der Typ war extrem aufdringlich geworden und hatte Ben provoziert, in dem er doch tatsächlich angefangen hatte, von Bens Mutter zu sprechen und sie dabei nicht gerade gut dargestellt hatte. Da waren bei dem Braunhaarigen einfach alle Sicherungen durchgebrannt und er hatte zugeschlagen. Wieder. Wieder. Und wieder. Der Alkohol hatte es zu diesem Zeitpunkt nicht besser gemacht. Vielleicht hatte er auch Drogen konsumiert gehabt. So genau wusste Ben es nicht mehr. Er hatte einfach nur zugeschlagen. Immer weiter, bis ihn jemand von dem Fotografen weggezerrt hatte, was diesem wahrscheinlich das Leben gerettet hatte. Ein paar weitere starke Schläge und er wäre vielleicht gestorben. Und Bentley Cooper wäre zum Mörder geworden. Diesen Gedanken schob er beiseite. Drogen und Alkohol waren gute Ausreden für sein Verhalten. Und Geld machte die Sache einigermaßen wett. Schließlich war jeder Mensch käuflich; es kam nur auf den Betrag an.
„Du willst mich an der kurzen Leine halten? Dann sind meine Tage als Partyking also gezählt...“, seufzte er dramatisch und war froh, dass die Stimmung wieder normal war. Die Situation vor ein paar Minuten war ziemlich komisch gewesen. Schweigend wartete Ben dann darauf, dass Ivy ihm ein paar Details aus dem Vertrag verriet. Sie umrundete vorher allerdings noch den Tisch und legte dann ihre Arme um seinen Hals. Es fühlte sich wie immer ungewohnt vertraut an. Die Regeln waren simpel und brachten ihn dennoch zum Grinsen. War gut zu wissen, dass Geschlechtsverkehr erlaubt war. Das wichtigste Thema im Vertrag. Die Sache mit dem Kind verdrängte der Braunhaarige. Beide würden - falls sie irgendwann miteinander schlafen würden - definitiv auf Nummer sicher gehen. „Ich muss sagen - mir gefallen die Regeln irgendwie“, meinte Ben schließlich und lachte leise. „Ich weiß, dass du eine hervorragende Frau abgeben wirst. Im Gegensatz zu mir, denn ich weiß jetzt schon, dass ich mit meiner Rolle Schwierigkeiten haben werde.“ Irgendwie ließen ihn die Worte daran denke, dass Ivy jemand anderen verdient hatte. Einen Mann, den sie wirklich liebte und der sie liebte. Und nicht diese komische, gezwungene Konstellation, die im Moment zwischen Ivy und ihm herrschte.
Ein sanftes Lächeln umspielte die Lippen des jungen Mannes dann, als seine Verlobte davon sprach, was sie mit dem Geld anfangen würde. Ihre Pläne hörten sich gut an. Aber wenn diese Zeit eintreten würde, waren Ivy und er längst geschiedene Leute. Wahrscheinlich würde Ben ihre Familie nie kennenlernen. Warum auch? Beide liebten - und kannten - sich nicht wirklich, sondern waren einfach zum Heiraten gezwungen worden. Und außerdem war die Beziehung eine Lüge, also warum ihre Familie mit in diese Lüge ziehen? „Das hört sich gut an.“ Der junge Mann wusste nicht wirklich, was er sagen sollte. „Tut mir echt leid, dass du dich erst mit mir rumschlagen musst, bis du das Geld siehst“, seufzte er schließlich. Und wieder konnte er sich nicht vorstellen, wie es ging, dass man sich nicht einmal einen Kino- oder Schwimmbadbesuch leisten konnte.
Nachdem sie dem jungen Schauspieler einen Wangenkuss gegeben hatte, fragte Ivy ihn, ob er bereit Hunger hätte. Der Kosename am Ende veranlasste Ben dazu, beide Augenbrauen hochzuziehen. Hoffentlich würde er sich in naher Zukunft wieder an dieses Wort gewöhnen. „Jap. Soll ich dir irgendwie helfen?“, bot er sich dann für's Kochen an. Taten das nicht auch viele Paare?


zuletzt bearbeitet 13.04.2020 00:54 | nach oben springen

#181

RE: Start

in Juli & Alex 13.04.2020 01:03
von Alex • Senior Member | 5.845 Beiträge | 1040224 Punkte

Vermutlich war es ein hoffnungsvolles Unterfangen, Bentley Cooper wie einen Hund anzuleinen und bei sich zu behalten. Doch genau dafür war Ivy schließlich da. Edward war der Meinung gewesen, dass ausgerechnet sie, ein Mädchen ohne Perspektive, seinen Sohn im Zaum halten konnte. Warum, wusste sie selbst nicht? Wer kam denn schon auf die Idee, sich ausgerechnet in Skid Row nach einer Frau für seinen Sohnemann umzusehen? Es war absurd. Vollkommen verrückt und nicht nachvollziehbar. Ivy erinnerte sich an jedes der Worte, welches er zu ihr gesagt hatte. Sie war etwas besonderes. Das hatte er sofort bemerkt. Sie war die Richtige. Sie würde Bentley Cooper zu einem guten Mann ohne Probleme machen. Darüber konnte die Brünette nur den Kopf schütteln. Es war hirnrissig, so von ihr zu denken. Es gab allein in diesem Haus vermutlich mehr Frauen, die hierfür geeigneter Waren als Ivory Grayson. Frauen, die entweder ein Leben im Rampenlicht kannten oder es führen wollten. Frauen, die sich gerne hübsch anzogen und als Accessoires neben den erfolgreichen Männern herstolzierten. Aber Ivy? Sie war nichts von alledem. Sie war nur ein stinknormales, langweiliges Mädchen. Nicht mehr. Und dennoch stand sie hier hinter dem Schauspieler, führte mit ihm ein Gespräch über seine Jugendsünden und würde von nun an das Bett mit ihm teilen. Manchmal dachte Ivy, sie würde nur träumen und jede Sekunde aufwachen. Doch das hier war die Realität. Die kleine Ivy G. würde den großen Ben C. heiraten. In nicht allzu ferner Zeit. Doch bedeutete das auch, dass seine Tage als Partyking gezählt waren? Ivy wusste auf diese Feststellung keine Antwort. Eigentlich war es ihr egal, was er machte. Solange es sich eben im Rahmen hielt und nicht auffällig wurde. Denn dann würde Edward entsprechend reagieren und Ivy konnte ihrem Traum ein für alle Mal lebewohl sagen. Die aufgesetzten Regeln schienen Ben nicht zu beunruhigen. Ganz im Gegenteil. Er war der Meinung, dass sie eine hervorragende Frau für ihn sein würde. Schmunzelnd zog die Amerikanerin die Augenbrauen nach oben und schüttelte leicht mit dem Kopf. Bisher meisterten beide ihre Rollen doch ganz gut. Für ihn war es gewiss kein Problem, den liebenden Gatten zu spielen. Er hatte die Erfahrung. Doch für Ivy war das ganz neu. Bis vor ein paar Wochen hatte sie nicht einmal einen Gedanken an das männliche Geschlecht verschwendet und nun stand sie hier mit dem teuren Verlobungsring an ihrem Finger. Automatisch wanderten ihre Augen auf den Klunker und sie seufzte auf. Ihrer Meinung nach hatten sie nun genug ernste Gespräche geführt und Trübsal geblasen. Aus diesem Grund lenkte sie das Thema auch auf das Essen, wofür sie zuvor ja noch extra eingekauft hatten. Sein Angebot ihr zu helfen überraschte Ivy dann doch ziemlich und so sah sie ihn ungläubig an. Ben wirkte nicht wie die Art von Mann, die im Haushalt auch nur einen Finger führte. Beinahe etwas verwirrt brachte sie ein Nicken zustande. Dann steuerte sie auch schon die Küche an, um die Zutaten für das Essen auf der Arbeitsfläche abzustellen. "Magst du jetzt direkt das Steak? Mit Kartoffeln und einem Salat dazu?", erkundigte sie sich mit einem Blick auf das teure Fleisch, welches man eigentlich noch am selben Tag essen musste.



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#182

RE: Start

in Juli & Alex 13.04.2020 23:05
von Juli • Member | 1.178 Beiträge | 58900 Punkte

Bentley Cooper


Ihr ungläubiger Blick war nicht verwunderlich. Ben wusste selbst nicht genau, warum er seine Hilfe angeboten hatte. Eigentlich war der Drang, ihr beim Kochen zu helfen, nicht unbedingt da, aber vielleicht würde es ja lustig werden. Passte das überhaupt zusammen? Der junge Mann blieb noch kurz sitzen und wusste genau, dass er spätestens morgen keine Hilfe mehr anbieten würde. Natürlich war ihm bewusst, dass Ivy nicht sein Hausmädchen war, aber in den nächsten Wochen würde sie ihn wahrscheinlich öfters daran erinnern müssen. Mit einer Frau hatte er bisher noch nie so richtig zusammengelebt. Und ein gemeinsames Wochenende mit irgendeinem Mädel konnte man gewiss nicht als 'Zusammenleben' bezeichnen. Diese Zeiten waren dann wohl auch gezählt. Wenn's mit Ivy nicht lief und sich Ben eine andere Frau suchte, um seine Bedürfnisse zu befriedigen, konnte er diese Frau nicht einmal mit hierherbringen. Ätzend. Und dann musste die ganze Sache auch noch heimlich geschehen, so dass niemand etwas mitbekam. Ätzend. Bei diesem Gedanken fiel Ben wieder auf, wie schnell die Lüge auffliegen konnte. Ein Schnappschuss von ihm und einer Anderen, ein falsches Wort, eine falsche Information oder eine falsche Handlung. Boom. Schon würde das Kartenhaus zusammenfallen. Um diese Sachen zu vermeiden hatte der Vertrag einen ziemlich guten Lösungsansatz gebracht - Ivy und Ben sollten sich auch privat wie ein Paar verhalten. Dann war es in der Öffentlichkeit nicht mehr so schwer. Ergab Sinn. Sollte nicht schwer sein, das hinzubekommen. Und genau das redete Ben sich ein. Beziehungen waren ein Kinderspiel...oder? Auch wenn er davon schon ein paar gehabt hatte - am Ende war es immer auf eine Trennung hinausgelaufen, weil Ben es hasste, abhängig von anderen Menschen zu sein und sich ständig nach deren Bedürfnisse richten zu müssen. Aber das mit Ivy war anders. Er musste es nur vorspielen, das war das Gute. Der junge Mann hatte oft genug mit weiblichen Schauspielkollegen vor der Kamera gestanden und mit diesen im Film eine Beziehung oder heiße Liebschaft gepflegt; im realen Leben war trotzdem nie mehr als Freundschaft gewesen. Wenn überhaupt. Oft genug war es ihm auch schon passiert, dass er seine Kollegin oder seinen Kollegen nicht hatte leiden können - vor der Kamera war davon aber nie etwas zu sehen gewesen. Und gerade das zeichnete einen guten Schauspieler aus. Es war wie bei Patrick Swayze und Jennifer Grey.
Ivys erneute Frage ließ Ben aufblicken und nicken. „Obwohl... auf Salat hätte ich eher weniger Lust“, fügte er mit unschuldigem Grinsen hinzu und erhob sich nun von seinem Stuhl. Schon stand er neben seiner Verlobten und begutachtete alles, was sie bisher auf der Arbeitsfläche abgelegt hatte. „Am besten nehme ich die leichteste Aufgabe. Kartoffeln zu schälen müsste meinen Fähigkeiten eigentlich gerecht werden“, versuchte er zu scherzen und legte dann nachdenklich die Stirn in Falten. „Jetzt stellt sich mir nur die Frage; wo ist der blöde Sparschäler?“ Da wohnte Ben schon seit zweieinhalb Jahren hier und hatte noch immer keine Ahnung, wo genau sich alles befand. Natürlich würde es auch ein einfaches Messer tun, aber wenn in diesem Haushalt ein Sparschäler vorhanden war, sollte der auch genutzt werden.


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#183

RE: Start

in Juli & Alex 14.04.2020 21:15
von Alex • Senior Member | 5.845 Beiträge | 1040224 Punkte

Ivy konnte sich vermutlich gar nicht vorstellen, wie schwer die ganze Situation für Ben in sexueller Hinsicht war. Sie hatte trotz ihrer 21 Jahre noch keinerlei nennenswerte Erfahrung mit Männern gesammelt, während er...den Gedanken wollte die junge Frau gar nicht erst zu Ende denken. Männer wie er hatten vermutlich jede Nacht eine andere Frau im Bett. Vor allem Bentley Cooper. Waren seine Frauengeschichten nicht auch ein Grund dafür, dass sein Vater ihn mit der Hochzeit fest an eine Frau binden wollte? Auch wenn es in ihren Augen keinen Sinn machte, denn fremdgehen konnte Ben dennoch. Es würde seinem Image wohl mehr schaden, trotz Ehefrau mit irgendeiner Frau zu schlafen, als single zu sein und ständig mit wechselnden Frauen zu schlafen. Doch Ivy kannte sich dafür viel zu wenig aus und überließ es ihrem Schwiegervater in spe, Entscheidungen dieser Art zu treffen. Letztendlich spielte es für sie ohnehin keine Rolle.
Ernsthafte Gefühle würden sich kaum zwischen ihnen entwickeln und wenn sie ihre Abmachung erfüllt hatte, würde sie wieder so schnell wie sie schon in seinem Leben aufgetaucht war wieder verschwinden.
An der Küchenzeile angelangt, warf Ben einen prüfenden Blick auf die Zutaten. Salat war also nicht sein Ding? Typisch Mann. Ivy verdrehte schmunzelnd die Augen. Ihrem Verlobten blieb wohl nichts anderes übrig, als heute mal ein wenig Grünzeug zu sich zu nehmen. Die Entscheidung, um was er sich kümmern wollte, überließ sie ihm. Bei seiner Wahl grinste Ivy nur leicht, da sie es hatte kommen sehen. Kartoffeln schälen und in einen Topf mit kochendem Wasser werfen war einfach. Zumindest in ihren Augen. Die Brünette konnte Kartoffeln im Schlaf schälen. Immerhin waren diese günstig und machten lange satt. Ivy konnte Kartoffeln in so vielen Variationen zubereiten, dass sich ihre Geschwister eine Woche lang im Endeffekt nur davon ernährt hatten, ohne jedoch jeden Tag das gleiche zu essen.
Seine Suche nach dem Sparschäler ließ Ivy erneut schmunzeln. So etwas hatte es bei ihr nie gegeben. Es hatte ein einfaches Messer gereicht. Dennoch machte es zumindest bei ihr keinen großen Unterschied, womit sie die Schale entfernte. In der Zeit, in welcher der Schauspieler schon leicht verzweifelt nach dem Besteck suchte, hätte sie die Kartoffeln auch mit einem normalen Küchenmesser schälen können. Stattdessen widmete sich die Amerikanerin jedoch den Fleischstücken, welche sie ein wenig mit den zahlreichen Gewürzen bestreute und dann in einer Pfanne anbriet. Sie bevorzugte ihr Fleisch, wenn es denn welches gab, auf jeden Fall medium. Mindestens. Ben sah auch nicht nach jemanden aus, der Steak rare aß. Demnach entschied Ivy, beide Stücke einfach nach dem Anbraten noch gute 4 Minuten von jeder Seite brutzeln zu lassen. In der Zwischenzeit öffnete sie eine Schublade und drückte Ben den gesuchten Gegenstand an die Brust. "Hier, mein Liebling.", kam es ihr mit einem frechen Zwinkern über die Lippen, ehe sie nach den Zutaten für den Salat griff. Ein Mix aus einem Romana Salatherz, einer Gurke, etwas Feta und einem entsprechendes Dressing aus Essig und Öl waren schnell entstanden und auch die Kartoffeln kochten mittlerweile im Wasser vor sich hin. Zum Glück waren es relativ kleine, denn eine halbe Stunde wollte Ivy nun nicht mehr warten. Steak und Salat landeten bereits auf zwei hübschen Tellern, welche sie samt Besteck auf dem Tisch platzierte. Ihr Einkauf zuvor hatte auch eine Kerze beinhaltet, welche sie nun anzündete und in die Tischmitte stellte. Etwas Romantik würde wohl nicht schaden. Auch eine Flasche Wein stand gekühlt im Kühlschrank. Auch wenn Ivy sich sowas bisher nicht hatte leisten können, kannte sie sich durchaus aus. So füllte sie in zwei Gläser den fruchtigen Bordeaux und platzierte noch die Kartoffeln mit etwas Schnittlauch und einem Dip auf den Tellern. Zufrieden betrachtete sie dann ihr Werk und ließ sich auf dem Stuhl nieder. "Dann mal guten Appetit und auf eine schöne Zeit als Pärchen.", kam es ihr mit einem leichten Lächeln über die Lippen, ehe sie mit Ben anstoß und sich dann dem Essen widmete, welches genauso gut schmeckte wie es roch.



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#184

RE: Start

in Juli & Alex 15.05.2020 23:55
von Juli • Member | 1.178 Beiträge | 58900 Punkte



BENTLEY COOPER



War das Suchen des Schälers einfach nur Vorwand, damit Ivy ihm die Arbeit abnahm, weil Ben davon ausging, dass sie nicht ewig warten wollte, bis er es geschafft hatte, die Kartoffeln zu schälen? Vielleicht. Immerhin hätte es ein Messer auch getan. Allerdings wäre Ivy sicherlich schneller gewesen - ob nun mit Schäler oder Messer. Der Plan von Ben ging also nicht auf. Sie drückte ihm den Sparschäler in die Hand und ihre mitgelieferten Worte entlockte ihm ein kurzes Schmunzeln. „Danke, Schatz. Was würde ich nur ohne dich machen?“ Innerlich beantwortete er die Frage selbst. Irgendein unbekanntes Mädel ficken oder mich in irgendeiner Bar vollaufen lassen.
Mit einem leisen Seufzen machte sich der junge Mann dann daran, die Kartoffeln zu schälen. Zwischenzeitlich warf er ein paar Blicke in Richtung Ivy und betrachtete skeptisch den Salat, den sie anfertigte. Mit Grünzeug hatte er noch nie viel anfangen können. Demnach konnte er auch nicht verstehen, dass sich manche Leute fast nur von dem Zeug ernährten. War doch viel zu eintönig und zu gesund. Aber Ivy zuliebe würde er ihn einfach essen. Was man nicht alles für seine Ehefrau tut. Für einen kurzen Augenblick runzelte Ben die Stirn. Noch war sie nicht seine Ehefrau. Nur seine Verlobte. Machte eigentlich keinen großen Unterschied.
Die kleinen Kartoffeln landeten schließlich im heißen Wasser, nachdem Ben sich ewig mit ihnen abgemüht hatte. Viel zu viel Arbeit und zu viel Aufwand. Genauso wenig wie Salatesser verstand der Braunhaarige die Leute, die gern kochten. Kochen machte Arbeit, ging nicht immer gut aus und machte viel Abwasch. Auf Arbeit folgte Arbeit. Also nichts für ihn. Dass Ben diese ganzen Sachen ziemlich engstirnig sah, war ihm klar. Aber von seiner Meinung würde er sich nicht abbringen lassen. Die einzige Arbeit, die er kannte, war das Stehen vor der Kamera. Das konnte auch ein ziemlicher Knochenjob sein. Vor allem, wenn in einer Einstellung ständig irgendjemand den Text vergaß oder lachen musste und demnach immer ein neuer Take angefangen werden musste. Irgendwann ließ die Konzentration und vor allem die Geduld nach. Gerade bei Ben, der sich ungern mit unerfahrenen Schauspielern oder nervigen Kleindarstellern abgab. Seine Toleranzgrenze war manchmal ziemlich schnell überschritten.
Stumm lehnte sich der junge Mann schließlich gegen die Küchenzeile und verfolgte seine Freundin mit seinem Blick. Wie sie den Salat und das Steak auf den Tellern anrichtete und das Besteck dazu legte. Wie normal dieses Bild wohl für viele Männer sein musste. Aber für den jungen Schauspieler hatte es etwas befremdliches. Es fühlte sich so an, als gäbe es nun jemanden, der sich um ihn kümmerte und ihm Gesellschaft leistete. Und es war nicht nur ein Gefühl. Es war Realität. Trotzdem ziemlich befremdlich. Aber hey - Ben würde sich schon dran gewöhnen. Irgendwann. Irgendwie. Würde schon klappen. Immerhin hatte er genug Zeit dafür. Wie lange genau? 4 Jahre, wenn er sich nicht irrte.
Schweigend stieß er sich von der Küchenzeile ab und ließ sich auf einen der Stühle fallen, während Ivy nun auch noch eine Kerze auf den Tisch stellte und diese anzündete. Romantik pur. Hier, in dieser kühlen Wohnung, war sie wahrscheinlich das einzige, was ein minimales bisschen Wärme verbreitete. Auch kamen kurz darauf zwei Gläser Wein auf den Tisch und die fertigen Kartoffeln auf die Teller. Als Ivy sich setzte, stießen beide miteinander an. Ben wünschte seiner Freundin ebenfalls einen guten Appetit und begann anschließend zu essen. Es schmeckte ziemlich gut und er rührte sogar den Salat an. War gar nicht so schlimm wie erwartet.
Nach dem Essen griff Ben nach dem Weinglas und nahm einen großen Schluck. „Ich muss dich echt loben“, begann er und stellte das mittlerweile leere Glas wieder ab. Genießen konnte er guten teuren Wein so oft er wollte, daher war es nicht wirklich etwas besonderes. „Lust auf einen Filmabend? Netflix hat sicher was Gutes zu bieten“, schlug er anschließend vor und erhob sich. „Ich springe noch kurz unter die Dusche.“ Mit diesen Worten verließ er auch schon den Raum, ohne Teller, geschweige denn Weinglas oder Besteck weggeräumt zu haben. Stattdessen verschwand er im Badezimmer und duschte in aller Ruhe. Danach wickelte er sich das Handtuch um die Hüften, stützte sich am Waschbecken ab und betrachtete sein Spiegelbild. Die letzten Wochen schienen dem jungen Mann doch in gewisser Weise zugesetzt zu haben. Vereinzelt zierten kleine Stresspickel sein sonst so makelloses Gesicht und seine Augen wirkten mehr tot als lebendig. Lag zum Teil wohl an der momentanen Situation mit Ivy und der ganzen Hochzeitssache, als auch an der Planung für die neue Sitcom. Schon mehrmals war Ben mit dem Regisseur aneinandergeraten, obwohl die Dreharbeiten noch nicht einmal begonnen hatten. Wieder verließ ein Seufzen seine Lippen. Er musste positiv denken. Immerhin würde die Sitcom ihm viel Geld einbringen, wenn sie gut laufen würde. Wenn.
Statt sich weiter mit was-wäre-wenn zu beschäftigen, verließ Ben das Bad und tauschte im Schlafzimmer Handtuch gegen Unterhose und Jogginghose. Das Handtuch fand seinen Platz dann wieder im Badezimmer und Ben seinen auf der Couch im Wohnzimmer. Er würde sich jetzt irgendeinen Film reinziehen. Ivy sollte selbst entscheiden, ob sie mitgucken wollte oder nicht.


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#185

RE: Start

in Juli & Alex 16.05.2020 01:21
von Alex • Senior Member | 5.845 Beiträge | 1040224 Punkte

Ben schien irgendwie gehofft zu haben, noch einen Ausweg finden zu können. Damit, dass Ivy sich in seiner Küche offensichtlich nach nur wenigen Minuten besser auskannte als er selbst, schien er nicht gerechnet zu haben. Schmunzelnd beobachtete die Brünette ihn dabei, wie er sich mit den Knollen abmühte. Beinahe bekam sie Mitleid mit ihm. Aber eben auch nur beinahe. In seinen Worten klang ein Funken Ironie mit. Es war wohl eine rhetorische Frage, auf die keine Antwort notwendig war. Sowohl Ivy als auch Ben konnten sich sicher denken, was er ohne sie machen würde. Gewiss nicht in seiner Küche stehen und Kartoffeln schälen.
Auch der Salat schien bei ihm nicht auf Vorfreude zu stoßen. Ivy verdrehte leicht die Augen. Jaja, Männer und Salat. Das passte einfach nicht zusammen. Sie selbst war auch niemand, der sich überwiegend von Grünzeug ernährte. Doch hin und wieder als Beilage ging es schon. Während Ben aussah wie ein kleiner Junge, der von seiner Mutter eine Strafe aufgebrummt bekommen hatte, blühte die junge Frau in der modernen Küche förmlich auf. Zahlreiche Geräte, die alle funktionierten. Hochwertiges Essen. Für sie fühlte es sich an wie ein Traum.
Zusammen war das Essen schnell vorbereitet und serviert. Ivy nippte vorsichtig an ihrem Weinglas, sonderlich häufig trank sie ja nicht. Vor allem nicht solche edlen Tropfen. Über Ben's Lob war sie überrascht. Es schien ihm also geschmeckt zu haben. Das hörte man doch gerne! Bei seiner Frage nach einem Filmabend nickte sie nur leicht. Ivy war alles Recht und sie würde sich dem Schauspieler einfach anpassen. Irgendwann wollte sie sich auch noch im Internet ein wenig über ihn informieren - etwas, was bisher nicht passiert war. Eigentlich hatte Ivy sich vorgenommen, ihr eigenes Urteil zu bilden. Doch etwas neugierig war sie nun doch geworden. Bevor sie noch weiter auf den geplanten Filmabend eingehen konnte, kündigte Ben auch schon an, duschen zu gehen. Schwupps, war er weg. Verwirrt sah die Brünette ihm nach und sah dann auf das Geschirr. "Verwöhnter Bengel...", murmelte sie mit einem Schmunzeln und erhob sich dann, um den Tisch abzuräumen. Pflichtbewusst verschwand das dreckige Geschirr in der Spülmaschine und auch Esstisch und Küchenzeile wurden dann noch sorgfältig mit einem Lappen abgewischt. Aus dem Bad drangen noch die Geräusche des fließenden Wassers zu ihr. Ben schien sich Zeit zu lassen. Nachdenklich legte Ivy die Stirn in Falten. Was sollte sie in der Zwischenzeit machen? Letztendlich lief sie ins Schlafzimmer, wo sie sich die Haare kämmte und zu einem einfachen Zopf nach hinten flocht. Skeptisch fiel ihr Blick dann auf ein rotes...wie nannte man das Ding überhaupt? Für ein Nachthemd war es zu secx. Die rote Farbe passte perfekt zu ihren dunklen Haaren und der leicht gebräunten Haut. Die Spitze am Dekolleté betonte ihre Brüste perfekt und die dünnen Spaghettiträger luden förmlich dazu ein, sie von den zierlichen Schultern zu schieben. Ivy seufzte auf und ließ den Satinstoff durch ihre Finger gleiten. Es würde wohl kaum schaden, sich in den Fummel zu werfen. Oder? Gesagt getan. Kurz darauf musterte sich Ivy in dem Spiegel, welcher neben dem Kleiderschrank hing. Der geflochtene Zopf passte nun aber nicht mehr dazu. Kurzerhand zog sie den Haargummi wieder aus den Haaren und lockerte die leichten Wellen mit den Fingern auf. Schon viel besser. Ein letzter prüfender Blick und ein aufmunterndes Lächeln für ihr Spiegelbild mussten reichen. Als Ivy zurück ins Wohnzimmer kam, saß ihr Verlobter schon oben ohne auf der Couch. Ivy konnte sich einen interessierten Blick über den muskulösen Körper nicht verkneifen und blieb dann unschuldig lächelnd knapp einen Meter von ihm entfernt stehen. "Kann ich das so tragen? Mercedes hat es mir angedreht und meinte, eine künftige Mrs Cooper kann nicht in irgendwelchen ausgeleierten Shirts schlafen..."



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#186

RE: Start

in Juli & Alex 16.05.2020 13:36
von Juli • Member | 1.178 Beiträge | 58900 Punkte



BENTLEY COOPER



Mit einem konzentrierten Blick sah Ben zum Bildschirm des großen Fernsehers. Netflix hatte viel zu bieten und war ein guter Zeitvertreib. Ihm stellte sich nur die Frage, ob er nicht doch eine neue Serie anfangen sollte oder es bei einem Film belassen sollte. Das Problem mit Serien war bloß, dass sie einen gewissen Suchtfaktor hatten - wenn sie denn gut waren. Auch Ben hatte schon Nächte durchgemacht, um eine Serie durchzusuchten. Würde er wahrscheinlich auch machen, wenn er in seiner eigenen Sitcom zu sehen sein würde. Der junge Schauspieler würde es niemals leugnen - er liebte es einfach, sich selbst auf dem Bildschirm zu sehen. Vor allem auf der großen Kinoleinwand. Das war noch um einiges besser. Als selbstverliebt würde er sich in diesem Fall nicht beschreiben. Er war nur jedes Mal unglaublich stolz zu sehen, was er - und natürlich die weiteren Schauspieler, Tontechniker, Kameraleute und all die anderen geleistet hatten. Allerdings schnitt nicht jeder Film gut ab. Es war unschön, in einem Magazin zu lesen, dass die eigene Schauspielleistung nicht gewürdigt wurde oder laut Kritiker 'das Geschehen absolut katastrophal und unglaubhaft dargestellt worden war'. Bentley Cooper würde nie zugeben, dass ihn diese Worte trafen. Für den jungen Mann hieß es schon in frühen Jahren, keine Schwäche zu zeigen und zuzugeben. „Zeige niemals Schwäche, sonst machst du dich angreifbar“, hatte Edward ihm eingetrichtert. Aber seit Ivy hier war, bröckelte diese Fassade. Denn Ivy war nicht wie die Menschen im Showbusiness. Sie war nicht falsch und hinterlistig. Sie würde nie die Schwäche eines Anderen ausnutzen, um sich zu bereichern. Vielleicht irrte Ben sich auch. Vielleicht war Ivory Grayson eine so fantastische Schauspielerin, dass sie jeden um sich herum täuschen konnte. Eigentlich war es Ben egal. Seine Verlobte vermittelte ihm das Gefühl von Wärme, das er all die Jahre vermisst hatte. Er mochte ihre schüchterne und unschuldige Art. Die Art wie sie sprach oder errötete, wenn es um das Thema Sex ging. Der Schauspieler musste zugeben - Ivy war großartig. Und sie hatte etwas besseres verdient als einen unreifen Mann, der betrunken und bekifft irgendwo randalierte, andere Leute anpöbelte und verprügelte und wahrscheinlich nicht einmal ein halbes Jahr treu bleiben würde.
Etwas ertappt blickte Ben dann auf, als Ivy ins Wohnzimmer kam und sich vor ihm präsentierte. Das mit ihrer Schüchternheit sollte er vielleicht nochmal überdenken. Seine braunen Augen musterten die junge Frau und seine Lippen verzogen sich augenblicklich zu einem verschmitzten Grinsen. „Du siehst großartig aus.“ Am liebsten hätte er sie zu sich auf den Schoß gezogen, um Netflix and Chill eine andere Bedeutung zu geben. Ben musste zugeben, dass Mercedes wusste, wie man eine Frau in Szene setzte und den Männern den Kopf verdrehte. Zum ersten Mal in seinem Leben war der junge Mann seiner Halbschwester dankbar. Denn ohne sie hätte Ivy sicherlich nicht in dem sexy Teil vor ihm gestanden. „Du kannst aber auch in einem ausgeleierten Shirt schlafen, wenn du dich damit wohler fühlst. Ich, als dein zukünftiger Ehemann, finde dich wunderschön, egal was du trägst...oder was du nicht trägst“, fügte Ben noch hinzu und ließ es sich nicht nehmen, die Brünette erneut zu mustern. Allerdings musste er sich zusammenreißen, nicht in die falsche Richtung zu denken.


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#187

RE: Start

in Juli & Alex 16.05.2020 13:52
von Alex • Senior Member | 5.845 Beiträge | 1040224 Punkte

Ben schien gedanklich ganz wo anders gewesen zu sein. Zumindest sah es für Ivy danach aus, dass erst ihr Auftauchen ihn dazu bewegt hatte, seine Umgebung wieder wahr zu nehmen. Sein Grinsen sorgte dafür, dass ihre Wangen augenblicklich einen Rotton annahmen. Leicht beschämt senkte die Amerikanerin den Blick, spürte aber weiterhin, wie Ben sie anstarrte. Ob der Schauspieler sie auch in einem ausgeleierten Shirt wunderschön finden würde, war fraglich. Die Dunkelhaarige konnte es sich zumindest nicht vorstellen. Sie verstand nicht einmal, was er überhaupt an ihr fand. Insofern er das tat. Ivy legte nachdenklich die Stirn in Falten und zupfte nervös am Saum ihres ungewohnten Outfits herum, ehe sie sich auf ihren Verlobten zu bewegte, sich auf seinem Schoss niederließ und die Beine links und rechts um seine Hüfte legte. "Egal, was ich nicht trage?", wiederholte sie mit einem Schmunzeln im Gesicht und schob einen der Träger langsam von ihrer Schulter. Woher der plötzliche Mut kam, wusste sie selbst nicht so genau. Vielleicht wollte Ivy einfach prüfen, wie weit sie gehen konnte und wie Ben reagieren würde. Mit einem ganz gut gelungenen, verführerischen Gesichtsausdruck schob sie sich die Haare aus dem Gesicht und legte den Kopf leicht schief, ehe sie genauso schnell von Ben's Schoss verschwunden wie zuvor aufgetaucht war. Stattdessen platzierte Ivy sich nun neben ihm und sah in Richtung Fernseher als wäre nichts passiert. Den Film, der da lief, kannte sie nicht. Dennoch verfolgte sie aufmerksam das Geschehen, warf ihrem Verlobten hin und wieder einen unauffälligen Seitenblick zu und drehte den teuren Ring, welcher ihren Finger zierte, Gedanken verloren hin und her. Leise seufzte die Brünette auf, griff irgendwann nach der dünnen Decke und zog diese über ihre nackten Beine. Es war ungewohnt, hier zu sitzen. In einer schicken Wohnung, die zwar recht lieblos eingerichtet war, der man das investierte Geld aber deutlich ansah. Bentley Cooper so dicht neben ihr, dass sie beinahe sein Herz schlagen hören konnte. Ivy biss sich auf die Unterlippe und kuschelte sich schließlich nach langer Überlegung leicht an ihn. Die beiden sollten sich schließlich auch privat so verliebt wie möglich verhalten. Dazu gehörte es eben, miteinander zu kuscheln. Vom Film bekam die junge Frau um ehrlich zu sein nicht sonderlich viel mit, auch wenn sie es versuchte. Der Schauspieler neben ihr lenkte sie von Sekunde zu Sekunde mehr ab, auch wenn er es vermutlich gar nicht darauf anlegte. Doch Ivy überkam ein mulmiges Gefühl. An solch sexy Outfits musste sie sich wohl noch gewöhnen. Im Leben ihres Verlobten gab es so einiges, was neu und und ungewohnt war. Unruhig ging ihr Griff immer wieder an den Spitzenstoff an ihrem Ausschnitt, welcher ihrer Meinung nach viel zu freizügig war. Ob Ben hoffte, dass sie irgendwann, vielleicht auch möglichst bald, mit ihm schlafen würde? Eine gewisse Grundstimmung war ja schon das ein oder andere Mal vorhanden gewesen. Doch Ivy zweifelte noch immer daran, ob sie ihre Unschuld wirklich an ihn verlieren wollte. Sie war zwar schon etwas spät dran, doch auf ein paar Jahre mehr kam es wohl nun auch nicht mehr an. Allerdings schien es auch unvermeidbar zu sein, sich körperlich näher zu kommen, wenn man zusammen wohnte. Ivy seufzte auf und fuhr sich nachdenklich durch die Haare, während ihr Blick unbewusst zur Seite in Richtung Ben ging und diesen scheu wie ein junges Reh musterte.



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#188

RE: Start

in Juli & Alex 16.05.2020 20:06
von Juli • Member | 1.178 Beiträge | 58900 Punkte



BENTLEY COOPER



Kaum hatte Ivy sich in Bewegung gesetzt und war auf Ben zugegangen, hatten bereits die ersten Alarmglocken in seinem Kopf geschrillt. Ein Teil von ihm schrie nein, der andere ja. Würde Ivy sich auf seinen Schoß setzen, würde es definitiv hart werden, ihr zu wiederstehen. Aber die junge Frau tat genau das. Ließ sich auf seinem Schoß nieder und legte ihre Beine links und rechts um seine Hüften. Ben war verwirrt. Gerade eben hatte sie noch beschämt zu Boden geblickt, obwohl ihr doch hätte klar sein müssen, wie seine Reaktion ausfallen würde und jetzt legte sie es darauf an, ihn scharf zu machen? Frauen. Die musste man nicht verstehen. Wie gebannt beobachtete er einfach die Szene, wie Ivy sich einen Träger von der Schulter schob und verführerisch die Haare zurück strich. Wow. Am liebsten hätte Ben einfach die Hände an ihre Wangen gelegt und den Abstand zwischen den Lippen der beiden soweit verringert, dass es in einem leidenschaftlichen Kuss geendet hätte. Immerhin spürte er auch, dass sie es nicht nur schaffte, ihn zu verwirren, sondern auch anzuturnen. Auf ihre Worte erwiderte er nichts. Er konnte es nicht. Viel zu sehr hoffte Ben, dass sie auch den anderen Träger entfernen würde oder am besten gleich das vollständige Teil. Nachdenken konnte er in diesem Moment sowieso nicht mehr richtig. Doch bevor es zu einem leidenschaftlichen Kuss, heißen Berührungen oder weiterer nackter Haut, geschweige denn einer vollständigen Erektion kommen konnte, war Ivy auch schon wieder von seinem Schoß geklettert. Den Blick, den der junge Mann seiner Verlobten zuwarf, als sie sich neben ihm platzierte als wäre nichts gewesen, sprach Bände. Eine Mischung aus Verwirrung und Enttäuschung. Immerhin hatte sie gerade so schön auf seinem Schoß gesessen und Andeutungen gemacht, ihn zu verführen und jetzt war es plötzlich vorbei.
Auf den laufenden Film konnte sich Ben nur zum Teil konzentrieren. Ivys Handlung hatte ihn wirklich aus dem Konzept gebracht. Es war auch nicht besonders verwunderlich, dass seine Gedanken fast nur noch um Sex kreisten. Am Tag, bevor Ivy angekommen war, hatte er das letzte Mal mit einer Frau geschlafen. Für seine Verhältnisse viel zu lange her. Allerdings hatte es die letzte Zeit allgemein kaum zugelassen, anderen Aktivitäten als Job, Premieren, Interviews und Fotoshootings nachzugehen. Und jetzt kam die Kleine plötzlich an und setzte sich erst beim Shoppen in der Umkleide in Szene, in dem sie sexy Unterwäsche anprobiert hatte und dann hier. Lange würde Ben das nicht mehr mitmachen, so viel stand fest. Endlich schaffte er es dann, seine ganze Aufmerksamkeit auf den Film zu lenken. Ivy deckte sich zwischenzeitlich zu und kuschelte sich an ihn. Ungewollt wanderte der Blick des jungen Mannes zu ihr. Kurz vor Ende des Filmes drückte er schließlich auf Pause und räusperte sich. „Warum machst du das eigentlich?“, setzte er an und legte die Fernbedienung beiseite. „Im ersten Moment bist du das schüchterne Mädchen, das von Männern anscheinend nicht besonders viel hält, im nächsten Moment präsentierst du dich mir...in 'nem sexy Nachthemd, räkelst dich auf meinem Schoß und machst mich geil. Und plötzlich sitzt du neben mir, als ob nichts gewesen wäre... Ich versteh's nicht. Ich meine - klar turnt es mich irgendwie an, aber es verwirrt mich auch total.“ Er öffnete den Mund, um nochmal etwas zu sagen, verkniff es sich aber. Ihr einen Vortrag darüber zu halten, dass er mit ihr schlafen wollte, wäre wohl ziemlich unnötig. Fahrig fuhr er sich durch die kurzen, braunen Haare. „Ich merke, dass du dich nicht wohl fühlst. Ich bin nicht ganz so bescheuert, wie du denkst. Es zwingt dich auch niemand dazu, aufreizende Unterwäsche oder Negligés zu tragen.“ Seine Reaktion war übertrieben. Aber für ihn war es anstrengend. Er wollte Ivy, aber die schien nicht zu wissen, was sie überhaupt wollte. Natürlich würde Ben sie zu nichts zwingen, aber die Signale, die Ivy ihm sendete, schien er komplett falsch aufzunehmen. Er seufzte. „Es ist in Ordnung, wenn du es langsam angehen lassen willst oder überhaupt nicht willst. Aber mach' mich nicht ständig heiß und lass mich dann wieder fallen. Ich habe keine Lust auf solche Spielchen.“ Der junge Schauspieler war es gewohnt, sofort das zu bekommen, was er wollte. Und er war es auch gewohnt, genau wie Ivy, sich verstellen zu müssen. Aber innerhalb der Wohnung, seinem Zuhause, musste er das nicht mehr. Und das Gleiche galt für Ivy. Auch wenn sich beide möglichst wie ein Paar verhalten sollten, mussten sie keinen Sex haben. Das hatten beide ja bereits im Vornherein geklärt; Ben konnte schlafen, mit wem er wollte - Hauptsache die Presse und Edward würden nichts davon erfahren.


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#189

RE: Start

in Juli & Alex 16.05.2020 20:34
von Alex • Senior Member | 5.845 Beiträge | 1040224 Punkte



Ivy machte sich nicht einmal halb so viele Gedanken wie Ben und hätte sie gewusst, was in seinem Kopf vor sich ging, dann...Was dann? Was würde die hübsche Brünette machen, wenn sie die Gedanken des Schauspielers hören konnte? Sie wusste es nicht. Sie wollte es vielleicht auch nicht wissen. War es nur ihre Unschuld, oder auch etwas Naivität? Ivy fehlte es einfach an Erfahrung. Vielleicht entschied sie sich deswegen ständig um. Als der junge Mann nach der Fernbedienung griff und den Film pausierte, hob sie fragend den Kopf. Doch sie kam gar nicht dazu, auf seine erste Frage zu antworten, denn er setzte direkt zu einem Monolog an, dem sie kaum logisch folgen konnte. Warum hatte er gerade so ein Problem mit dem, was sie tat? Ivy legte fragend die Stirn in Falten und lauschte den Worten ihres Verlobten einfach schweigend, bis er endlich fertig zu sein schien. Dann richtete sie sich leicht auf und verschränkte die Arme vor der Brust. "Ich bin schüchtern, Ben. Ich bin nicht so wie du im Rampenlicht aufgewachsen. Ich bin nicht so...sexuell...aktiv...wie du.", fing sie mit ruhiger Stimme an und lächelte unschuldig. Doch irgendwie musste sie ihm auch Recht geben. Ivy wusste selbst nicht so genau, was sie wollte oder eben bezwecken wollte. Im einen Moment reizte es sie ungemein, Ben in den Wahnsinn zu treiben. Sie verspürte eine unbekannte Art von Verlangen. Doch dann war da eben doch wieder ihre Angst, die dafür sorgte, dass die Brünette sich zurückzog. Wovor sie Angst hatte? Sie wollte nicht verletzt werden. Ben hatte vermutlich nicht einmal freundschaftliche Gefühle für sie. Warum sollte Ivy sich dann von ihm entjungfern lassen? Sie wollte nicht eine von vielen sein und sich womöglich - nichts gegen Ben - noch etwas einfangen. Leise seufzte sie auf und zuckte dann hilflos mit den Schultern. "Es tut mir leid, Ben.", entschuldigte sie sich mit sanfter Stimme und zog die Mundwinkel leicht nach oben. "Ich bin doch auch verwirrt. Bisher hatte ich absolut nichts mit Männern zu tun und dann wohne ich plötzlich mit einem zusammen, den ich heiraten soll.", versuchte sie, sich zu erklären und biss sich auf die Innenseite ihrer Wange. Unwohl fühlte sich Ivy nicht einmal unbedingt aufgrund des aufreizenden Outfits. Es lag eher an der Gesamtsituation. "Es ist ungewohnt. Bisher konnte ich mir kaum normale Kleidung leisten. Und jetzt sitze ich hier in so einem Fetzen, der mehr gekostet hat, als meine Geschwister und ich zusammen im Jahr für Klamotten ausgeben konnten. Natürlich fühle ich mich da irgendwie unwohl. Ich weiß nicht, was man wie trägt. Wie es an mir aussieht...", schüttete sie ihm schon beinahe ihr Herz aus und spürte, wie ihr die Tränen in die Augen stiegen. Warum weinte sie denn jetzt? Hastig wandte sich Ivy von ihrem Verlobten ab und wischte sich verstohlen mit dem Handrücken über ihre Augen. "Das sind keine Spielchen, Ben. Du hast dich vermutlich schon ausgelebt. Für mich ist das einfach neu und ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Auf der einen Seite denke ich mir, dass ich alt genug bin und es fast schon kindisch ist, wenn ich jetzt mehrere Jahre an deiner Seite lebe und nicht mit dir schlafe. Andererseits will ich einfach nicht...eine von vielen sein. Mir bedeutet das einfach viel...", fuhr sie mit gedämpfter Stimme fest und schluckte. "Während meine Klassenkameradinnen teilweise schon mit 14 oder 15 Jahren von ihren One Night Stands erzählt haben, wusste ich immer schon, dass ich auf den Richtigen warten will. Ich möchte meine Unschuld nicht irgendwo auf einer versifften Toilette im Club oder mal einfach so im Bett verlieren. Es soll etwas besonderes sein...Vielleicht ist das dumm und naiv...aber ich kann es nicht ändern."



zuletzt bearbeitet 16.05.2020 22:01 | nach oben springen

#190

RE: Start

in Juli & Alex 17.05.2020 14:17
von Juli • Member | 1.178 Beiträge | 58900 Punkte



BENTLEY COOPER



Ja, Ivy war schüchtern, aber diese Schüchternheit schien sie manchmal komplett ablegen zu können und plötzlich tauchte diese dann wieder auf. Damit konnte Ben nicht umgehen. Er konnte es nicht verstehen. Vielleicht würde es ihm helfen, wenn er ihr nachempfinden könnte, aber Emphatie zählte nicht unbedingt zu den Stärken des jungen Mannes. Vor der Kamera war es kein Problem, Einfühlsvermögen vorzuspielen. Schließlich hatte der junge Mann dort seinen Text und seine Vorgaben. Aber im echten Leben gab es nichts von beidem. Aber Ivy hatte Recht. Er war im Rampenlicht aufgewachsen; da durfte man nicht schüchtern sein. Er besaß Selbstbewusstsein, denn ohne das wäre er wohl längst verloren und untergegangen. Wer sich nicht von der Masse abheben konnte, bekam keine Beachtung. Ben hatte sich in den letzten Monaten allerdings so viele Skandale geleistet, dass er definitiv nicht in der Masse unterging. Und jetzt kam auch noch die plötzliche Verlobung dazu, die von vielen tatsächlich einigermaßen positiv aufgegriffen worden war... Das sorgte schon für ordentlich Publicity. Da freute Edward sich sicherlich.
Als Ivy sich entschuldigte, wandte er den Blick von ihr ab. Im Nachhinein war er selbst erstaunt über sich, wegen dieser dummen Sache so ein Fass aufgemacht zu haben. Aber vielleicht war es gar nicht so schlecht gewesen. So hatte er seine Verlobte dazu gebracht, zu reden und Sorgen, sowie Gefühle mit ihm zu teilen.
Allerdings schien das Ganze wieder in eine sentimentale Richtung umzuschlagen. Während Ivy sich erklärte, sah Ben sie wieder an. Ihre Stimme hatte sich während des Redens etwas verändert, was ihn schließen ließ, dass sie den Tränen nah war. Das war definitiv nicht Bens Intension gewesen. Es ging wie so oft um ihre Familie. Das Thema würde wohl immer wieder aufkommen und präsent sein. Der junge Mann wollte verstehen, wie es war, nichts zu haben. Für ihn gab es kaum etwas, das er als 'besonders' beschreiben würde. Und für Ivy war selbst der Wein besonders gewesen. Wie immer fühlte sich Ben überfordert. War eine Umarmung jetzt passend oder eher nicht?
„Würde es dich etwas aufheitern, wenn ich dir sage, dass du in dem Nachthemd wirklich bezaubernd aussiehst?“, sagte er vorsichtig und meinte es auch so. Sie sah fabelhaft aus. „Hey, spätestens wenn wir verheiratet sind, hätten wir eh keinen Sex mehr“, versuchte er noch etwas misslungen die Stimmung zu lockern. Das Thema anzusprechen war keine gute Idee gewesen. Wenn es nach ihm ginge, würde er sowieso jedes Gefühlsthema aus der Welt schaffen. Gefühle waren einfach nur beschissen. Und weinende Frauen konnten ihn wahrscheinlich mehr überfordern, als ein Regisseur, der alle 5 Minuten seine Anweisungen änderte. Ben presste die Lippen aufeinander und dachte nach. Sollte er sich für die übertriebene Reaktion entschuldigen? Da er nicht der Typ war, tat er es auch nicht.
Auf ihre Worte, dass sie nicht eine von vielen Frauen sein wollte, hätte er fast gelacht. Da war es verständlich, dass sie nicht gerade durch ihn ihre Unschuld verlieren wollte. „Das ist nicht...dumm und naiv. Ich verstehe, dass du auf den Richtigen warten willst.“ Vorausgesetzt, sie fand diesen auch. Ben hatte damals nicht so gedacht. Sein erstes Mal hatte er mit 15 auf einer Party gehabt. Er hatte es kaum abwarten können, damit vor seinen Freunden anzugeben. Aber die nächsten Jahre würde Ivy wohl erstmal Ben an der Backe haben und der fand den Gedanken, dass sie sich irgendwo einen anderen Kerl suchte, nicht unbedingt toll. „Aber du musst mich auch verstehen... Ich bin ein Mann und habe Bedürfnisse. Und wenn du hier so herumtanzt, in 'nem freizügigen Outfit, dann...turnt es mich halt an. Es gibt mir das Gefühl, als wolltest du mich provozieren“, lachte er leise und sah sie an. „Wie stellst du dir denn dein perfektes erstes Mal vor?“, hakte Ben interessiert nach.


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#191

RE: Start

in Juli & Alex 17.05.2020 22:36
von Alex • Senior Member | 5.845 Beiträge | 1040224 Punkte




Es war offensichtlich, dass Ben mit der Situation überfordert war. Vielleicht war er ein grandioser Schauspieler, doch privat schien er von Gefühlen keine Ahnung zu haben. Kurz überlegte Ivy, ob sie ihm nicht einfach vorschlagen sollte, sich vorzustellen, einen Film zu drehen. Ein Film, der eben über mehrere Jahre gedreht wurde. Doch diesen Gedanken schob sie schnell wieder beiseite. Es machte doch keinen Sinn, wenn aus dieser Beziehung ein Theater wurde. Irgendwie würden sie es schon hinbekommen, dass alles glaubhaft wirkte. Seine Worte rissen sie wieder aus ihren Gedanken und entlockten ihr sogar ein Lachen. Wie viel Wahrheit nun hinter dem Kompliment steckte? Die Brünette war sich nicht so sicher, auch wenn sie sich an den Blick in den Spiegel erinnerte. Sie fühlte sich schon irgendwie hübsch, aber das konnte auch täuschen. Und sagten Männer nicht immer solche Dinge, um Frauen ins Bett zu bekommen? Mit prüfender Miene wandte sie sich wieder ihrem Verlobten zu und sah von diesem auf den Ring und wieder in Ben's Gesicht. Bei seinem Witz musste sie nun wirklich herzhaft lachen. Man sagte es Ehepaaren bekanntlich nach, dass der Sex nach der Hochzeit nicht mehr sonderlich häufig auftauchte. Ivy wusste nicht, wie es bei ihr sein würde. Vielleicht würde sie ja sogar noch mit Ben schlafen und gefallen daran finden. Für einen Moment überlegte sie sich, ob es vielelicht sogar möglich sein würde, dass einer der beiden oder noch besser beide sich ineinander verliebten. Das wäre doch mal was. Doch ihr Vertrag gab klare Regeln vor. Selbst wenn sie sich verliebte, durfte sie das nicht ehrlich zugeben. Sie musste nach Ablauf der Frist aus seinem Leben verschwinden. Doch was, wenn Ben Gefühle für sie bekam? Dann galt vermutlich das gleiche. Ivy seufzte auf und hoffte einfach, dass es nicht so weit kommen würde. Wenn sie sich den jungen Mann so ansah, war echte Liebe ohnehin keine Option. Weder von ihm zu ihr noch von ihr zu ihm. Oder? Ben schien das Thema Sex jedenfalls nicht loszulassen. Er hatte Bedürfnisse? "Ach wirklich?", fragte sie mit hochgezogener Augenbraue und lachte leicht. Eventuell wollte sie ihn ja wirklich damit provozieren. "Du kannst deine Bedürfnisse gerne stillen. Nur nicht mit mir. Aber solange die Presse nichts davon erfährt...go for it. Ich kann auch gerne mal ne Nacht in ein Hotel gehen, wenn du eine Dame hier hast.", erklärte Ivy und kam sich dabei so unglaublich dämlich vor. Welche Frau sagte denn ihrem Verlobten, dass er gerne andere Weiber ficken konnte? Auch ihre Wunschvorstellungen bezüglich ihres ersten Mals ließ ihn nicht los. Die Frage war schon fast etwas frech, doch die junge Frau suchte dennoch nach einer Antwort. Einer Antwort, die wohl recht kitschig ausfallen würde. "Mit einem Mann, der mich liebt und den ich liebe. Mit Romantik. Vielleicht bisschen so wie in den ganzen Filmen. Ein schickes Candelightdiner, vielleicht Rosenblätter, die zum Bett führen..."[b], fing Ivy an und musste selbst loslachen. [b]"Das ist wirklich dämlich von mir, ich weiß.", gab sie zu und zuckte mit den schmalen Schultern. "Aber irgendwie...fände ich das schon schön. Dann vielleicht von ihm massiert werden, Stück für Stück ausgezogen werden und dann ganz langsam..."
Die Wahrscheinlichkeit, dass das auch so eintrat, war sehr gering. Vorerst kam es sowieso nicht in Frage, da Ivy offiziell verlobt war. Verlobt mit Bentley Cooper. Unglaublich. Kurz hielt Ivy in der Bewegung inne und schien sich über irgendetwas Gedanken zu machen. Dass sie gut tanzte, wusste sie. Doch vor Publikum hatte sie es bisher nicht getan. Kurz legte die junge Frau die Stirn in Falten und überlegte, wie es bei Ben ankommen würde, wenn sie jetzt wirklich...Als seine Verlobte durfte sie nicht weiter so schüchtern und zurück haltend sein, das war klar. Dann konnte sie ja auch direkt hier damit anfangen, oder? Doch was, wenn der Schauspieler es nicht gut fand? Sie sich blamierte? Bei ihren Geschwistern war es immer gut angekommen, doch es waren eben ihre Geschwister und nicht ihr falscher Verlobter. Ivy seufzte deprimiert auf und sah zu Ben. "Vielleicht kann ich dir ja ein bisschen...Spaß...bieten.", kam es ihr schließlich über die Lippen, während sie sich bereits von der Couch erhob und nach ihrem Handy griff, um das passende Lied abzuspielen. Unsicher zog sie das Negligée nach unten und suchte sich ausreichend Platz zwischen Couch und TV-Bildschirm. Wollte sie das wirklich machen? Wenn Ivy Recht hatte und es Ben gefiel, würde sie ihn vermutlich nur noch geiler machen. Doch dann konnte er ja noch irgendwo hinfahren zu einer seiner Affären oder selbst Hand anlegen, oder? Gerade ging es ihr nur darum, ihm eine kleine Freude zu machen. Ihm zu zeigen, dass hinter ihrer Fassade noch eine zweite Ivy steckte. Und bevor sie sich überhaupt noch weiter darüber Gedanken machen konnte, startete die Musik auch schon und ihr blieb keine andere Wahl mehr außer zu tanzen. Als Tanz und Lied vorbei waren, blieb Ivy mit dem Rücken zu Ben in der Endposition sitzen. Ihr Blick fixierte den Bildschirm, der sich nicht bewegte. Ihr Atem ging schnell. Nicht, weil sie außer Puste war. Eher deswegen, weil sie Angst hatte, sich zu ihrem Verlobten zu drehen.



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#192

RE: Start

in Juli & Alex 18.05.2020 14:13
von Juli • Member | 1.178 Beiträge | 58900 Punkte



BENTLEY COOPER



Die Gefühlsebene hatte den jungen Mann schon immer mit einem Haufen Fragen zurückgelassen. Es war unschwer zu erkennen, dass er damit Probleme hatte, und das in jeder Hinsicht. War es nun Wut, die er kaum kontrollieren konnte; Trauer, die er nicht öffentlich zeigen konnte oder Liebe, von der er eigentlich keine Ahnung hatte. Die kurzzeitige Beziehung mit seiner letzten - und eigentlich auch ersten, richtigen Freundin - hatte seinerseits nicht wirklich auf tiefgehenden Gefühlen beruht, sondern mehr auf Sex und Geschenken für sie, um sie irgendwie bei sich zu behalten. Das war seine Definition von Liebe. Hatte Edward ihn je richtig geliebt; ihm überhaupt richtige Aufmerksamkeit und Anerkennung geschenkt? Die psychische Verfassung seines Sohnes ließ eindeutig schließen, dass dem nicht so war. Seit dem Tod von Bens Mutter und Edwards Beziehung mit Lillian hatte sich das Verhältnis deutlich geändert gehabt. Und Ben konnte mit Gewissheit sagen, dass sich die Beziehung zu seinem Vater in all den Jahren immer weiter ins Negative entwickelt hatte. Und trotzdem war Edward seine einzige Bezugsperson. Dieser hatte Ben zu dem Menschen erzogen, den er haben wollte, indem er sein bisschen Liebe stets an Forderungen geknüpft hatte. Er hatte Ben nur dann geliebt, wenn der sich verstellt hatte. Wahrscheinlich war das ein Grund, warum der junge Schauspieler seine eigene Persönlichkeit nie hatte richtig entfalten können. Und am Ende würde er wohl wie sein eigener Vater werden. Eine Sache, die Ben schon immer hatte vermeiden wollen. Vielleicht kam daher auch sein fehlendes Einfühlsvermögen. Und gerade das war wohl der Schlüssel zu seinem Erfolg. Er spielte schon sein Leben lang eine Rolle und kannte es nicht anders.
Waren seine ganzen Aktionen vielleicht stumme Hilferufe gewesen? Ein Ruf nach der Aufmerksamkeit seines Vaters? Einfach mal seinen Mercedes schrotten, um nicht nur die Abneigung gegenüber seiner Halbschwester auszudrücken, sondern auch, um die Vergänglichkeit der materiellen Dinge aufzuzeigen. Fotografen und Passanten verprügeln, um die aufgestaute Wut loszuwerden. Randalieren, um Stress abzubauen. Es war wie die Überdosis, die er vor ein paar Jahren knapp überlebt hatte. Ob es wirklich nur versehentlich geschehen war, würde Ben wohl mit einem unschlüssigen Schulterzucken beantworten und dazu noch unschuldig lächeln.
Natürlich war Ben auch bewusst, dass er Edward vieles zu verdanken hatte. Das würde er nicht in Frage stellen. Aber was wäre gewesen, wenn sein Leben anders verlaufen wäre? Was, wenn er ein Leben wie Ivy geführt hätte?
„Wow. Ich glaube, das werde ich nie wieder eine Frau sagen hören, die mit mir zusammen ist“, lachte Ben, als Ivy nochmal die Vereinbarung wiederholte und sogar meinte, sie würde das Apartment räumen, wenn er eine Frau mitbringen wollte.
Der Braunhaarige sah zu seiner Verlobten, während sie von ihren Vorstellungen sprach, was ihr erstes Mal anging. Klang so wie der Traum eines jeden Mädchens. Wie im Film eben. Allerdings war die Realität dann meistens das genaue Gegenteil. Vor allem, wenn man soetwas bereits im Voraus plante. Das ging meistens schief. Aber das sagte Ben nicht. Und wer wusste schon, ob Ivy nicht irgendwann diesen Mann treffen würde, der genau wie in ihren Vorstellungen vorging und ihr ein nahezu perfektes erstes Mal verschaffte. Ivy musste nach Beendigung dann auch lachen und meinte, dass es sich dämlich anhörte. „Es ist nicht unbedingt dämlich, aber ganz schön kitschig...“, stellte Ben fest und schmunzelte. Aber Frauen standen nun mal auf Kitsch.
Ivy schien derweil in Gedanken versunken zu sein, als Ben ihr Gesicht musterte. Ihre folgenden Worte ließen ihn innerlich aufseufzen. Anscheinend fand sie es wirklich toll, ihn zu provozieren. „Was hast du vo-“, begann er, wurde aber durch ihre Musik unterbrochen. Augenblicklich schloss er den Mund und verfolgte interessiert ihre Vorstellung. Es war ziemlich schade, dass sie sich für den Richtigen aufheben wollte. Jetzt wünschte sich Ben, dass er der Richtige wäre. In diesem Augenblick schien die junge Frau ihre Schüchternheit wieder abgelegt zu haben. Ben musste zugeben - sie tanzte ziemlich gut. Wenn Ivy es darauf angelegt hatte, ihn noch geiler zu machen, hatte sie es definitiv geschafft. Ben räusperte sich kurz, als sie fertig war. „Wie war das? Du bist schüchtern?“, lachte er mit rauer Stimme, musterte ihre Rückseite und überschlug dann die Beine, um seine Ständer zu verbergen. „Dafür, dass du keine Erfahrung mit Sexualität und sowas hast, weißt du ziemlich gut, wie man Männer scharf macht...“ Wobei das natürlich nicht unbedingt schwer war. Wie gern hätte er sie jetzt einfach genommen und gleich auf der Couch gefickt.


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#193

RE: Start

in Juli & Alex 19.05.2020 20:57
von Alex • Senior Member | 5.845 Beiträge | 1040224 Punkte



So unterschiedlich Ivy und Ben sich vielleicht waren - eine Sache verband sie. Vielleicht sogar zwei. Beide hatten den Großteil ihres Lebens mit nur einem Elternteil verbracht. Wenn die Brünette richtig informiert war, so war seine leibliche Mutter verstorben. Zumindest hatte Edward ihr etwas in die Richtung erzählt. Ivy hingegen hatte ihren (Stief)vater durch eine Schießerei verloren. Daraus ergab sich, dass Beiden ein Elternteil fehlte. Bei ihm war es durch Lillian ersetzt worden, bei Ivy hingegen...nun ja. Dass ihre Mutter eine dreckige Schlampe war, muss wohl kaum erwähnt werden. Und der zweite Punkt? Sowohl sie als auch er waren von ihrem Elternteil nicht gut behandelt worden. Leise seufzte die 21-Jährige auf und fuhr sich durch die Haare. Wer hätte gedacht, dass Ivory Grayson und Bentley Cooper gleich zwei Dinge gemein hatten? Wohl niemand. Die Stimme ihres Verlobten riss sie aus ihren Gedanken und brachte sie sogar zum Lachen. Natürlich war es alles andere als normal, dass sie als Verlobte solche Versprechen abgab. Doch letztendlich war das für sie nur ein Job. Die einzige Chance, ihre Geschwister zu sich zu holen und ihnen allen ein besseres Leben zu ermöglichen. Demnach würde sie den ganzen Mist, der sie vielleicht erwartete, einfach mitmachen. "Tja, ich liebe dich eben so sehr, dass ich dir alles erlaube und verzeihe.", warf sie ironisch in den Raum und zwinkerte ihm zu. Mit Ben über ihre Vorstellungen was ihr erstes Mal anging zu sprechen, war merkwürdig. Es fühlte sich an, als würde sie es einem Fremden auf der Straße auf die Nase binden. Am liebsten wäre Ivy einfach im Boden versunken, beantwortete die Frage aber dann doch wahrheitsgemäß. Kitschig traf es wohl ganz gut. Also zuckte sie nur abschließend mit den Schultern. Es spielte ohnehin keine Rolle, da sie ihr erstes Mal so oder so nicht mit ihm erleben würde. Allein bei dem Gedanken daran...doch in diese Gedanken, die laut danach schrien, sich niemals ernsthaft auf den Schauspieler einzulassen, schlichen sich auch ein paar leise Stimmen ein, die ihr sagten, wie gut er doch aussah und dass er sicher einiges an Erfahrung und Können mitbrachte. Ivy verzog das Gesicht. Warum dachte sie überhaupt daran? Wobei es wohl nicht an ihm scheitern würde. Das war offensichtlich. Vor allem nach ihrer Tanzeinlage. Ben kam aus dem Staunen wohl gar nicht mehr raus und Ivy hätte schwören können, dass sich in seinem Schritt eine deutliche Beule abbildete. Seine raue Stimme riss sie aus ihren Gedanken und just in diesem Moment hatte er auch die Beine überschlagen. War ihr Blick zu auffällig gewesen? Unsicher biss sich die junge Frau auf die Lippe und blieb unschlüssig an Ort und Stelle stehen. "Nicht beim tanzen. Ich habe immer davon geträumt, Tänzerin zu werden. Wir konnten uns richtige Tanzstunden natürlich nicht leisten. Dann habe ich es mir eben selbst beigebracht...", erklärte sie mit ruhiger Stimme während sie versuchte, ihren Atem zu kontrollieren. Ihre Mutter hatte sie dafür immer ausgelacht. Ihr Dinge an den Kopf geworfen. Doch auch wenn Ivy keine professionelle Tanzausbildung genossen hatte, war sie ihrer Meinung doch recht gut. Auch in anderen Tänzen, die nicht unbedingt darauf abzielten, einen Mann anzutörnen. Auf seinen nächsten Satz wusste sie jedoch keine Antwort. Es war nicht selten vorgekommen, dass Beatrice ihre zahlreichen Männer angeschleppt und vor den Augen ihrer Kinder mit diesen gevögelt hatten. Da konnte man sich schon einiges abschauen. Doch das hätte Ivy niemals Ben gegenüber erwähnt, denn es war einfach nur krank. Hätte sie gewusst, was gerade in seinem Kopf vor ging, wäre die Schüchternheit wohl direkt zurückgekommen. Auch wenn der Gedanke, einfach von Ben genommen und gefickt zu werden, sie vielleicht ein wenig gereizt hätte. Doch so setzte sie sich irgendwann nur wieder in Bewegung und nahm dicht neben ihrem Verlobten Platz. Woher das plötzliche Selbstvertrauen kam, wusste sie selbst nicht so genau. Vielleicht wollte sie ihm nur beweisen, kein graues Mäuschen zu sein. Nun senkte Ivy doch wieder ihren Blick auf seinen Schritt. "Ich hoffe, du wirst dir nicht nachts neben mir während ich schlafe einen runterholen.", stellte sie mit einem trockenen Unterton fest und hob den Blick wieder, sodass ihr Gesicht nur noch wenige Zentimeter von Ben's entfernt war. "Oder etwa doch?"
Vermutlich schaffte nur sie es, einen Satz mit drei Wörtern gleichgültig, sexy und unschuldig zur selben Zeit klingen zu lassen.



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#194

RE: Start

in Juli & Alex 21.05.2020 15:08
von Juli • Member | 1.178 Beiträge | 58900 Punkte



BENTLEY COOPER



Es war schon fast schade, dass Ivy ihn nicht wirklich so sehr liebte, wie sie es aus Spaß geäußert hatte. Vielleicht brauchte er genau das. Aber vielleicht auch nicht. Ben lebte sein Leben schon seit einigen Jahren genau gleich; unstrukturiert, chaotisch, vollgepackt. Mit Ivy würde es für ihn keine Umstellung werden. Er hatte sich vorgenommen, sein Leben genauso weiterzuleben wie vorher. Davon durfte nur nichts an die Öffentlichkeit gelangen, dann gab es auch keine Probleme. Frauen waren schwierig und würden es immer bleiben; warum sollte sich Ben also nochmal in eine Art Beziehung werfen? Und vor allem nicht mit Ivy, die ihn irgendwie überforderte. Aus seiner Sicht trennten die beide Welten. Soetwas passte nicht zusammen. Obwohl es immer hieß, dass sich Gegensätze anziehen würden. Und Ivy und Ben waren wahrscheinlich das gegensätzlichste Paar, das LA im Moment zu bieten hatte. Ben fühlte sich zu der jungen Frau hingezogen, da gab es keine Zweifel, aber eben nur auf sexueller Ebene. Das Problem - er konnte sie nicht einfach aus der Wohnung werfen, wenn er mit ihr geschlafen hatte, denn sie lebte hier. Und ihm war bewusst, dass eine Art von Freundschaft plus zwischen den beiden definitiv nicht funktionieren würde. Der junge Schauspieler hatte oft genug gehört und zum Teil selbst erlebt, dass das nie gut ausging. Irgendeiner entwickelte immer Gefühle und meistens war es die Frau. Dann kam die ganze Sache mit Herzschmerz und darauf konnte er getrost verzichten.
„Ich habe zwar keine Ahnung vom Tanzen, aber es war ziemlich gut. Bei Gelegenheit...solltest du mir mal ein paar andere Tänze zeigen.“ Bei Gelegenheit hieß in seinem Fall wohl, wenn er keinen Ständer mehr hatte und nicht die ganze Zeit an Sex dachte. Allerdings musste er zugeben, dass ihre Leistung ansehnlich gewesen war, auch wenn sie nie irgendwelche Tanzstunden besucht hatte. Respekt. Ben schaffte gerade einmal die Grundschritte des Walzers. Und selbst die bekam er nicht immer zu hundert Prozent hin, wenn er sich nicht konzentrierte. Falls demnächst eine Tanzveranstaltung auf ihn zukommen würde, konnte Ivy ihm sicherlich helfen.
Mit dem Blick verfolgte er ihre Bewegung und wie sie kurz darauf neben ihm Platz nahm. Ihm entging dabei nicht, wie sie sich kurz auf seinen Schritt konzentrierte. Ihre Worte brachten ihn zum Grinsen. „Da du mich nicht ran lässt, wäre es eine Möglichkeit. Aber ich werde ein Gentleman sein und gleich nochmal unter die Dusche springen, um mir einen runterzuholen. Nicht, dass ich dich in der Nacht noch wecke.“ Eigentlich konnte Ivy ihm auch helfen, aber das würde sie wahrscheinlich nicht tun, daher hatte er es nicht angesprochen. Aber diese Seite an ihr gefiel ihm. Offen zu sein hatte seine Vorteile, kam aber auch nicht bei jedem an. Ben kannte sich damit aus. Es gab eben Momente, in denen er seine Klappe nicht halten konnte, was andere Leute wirklich störte. Offenheit und Schüchternheit hatten beides Vor- und Nachteile. Trotzdem war ihm ersteres lieber.


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#195

RE: Start

in Juli & Alex 22.05.2020 23:20
von Alex • Senior Member | 5.845 Beiträge | 1040224 Punkte

Noch immer ein wenig überfordert und hin und her gerissen saß Ivy einfach nur da und hatte gar nicht mitbekommen, dass ihre Augen irgendwann automatisch zurück auf seinen Schritt gewandert waren. Ben's Stimme klang wie durch Watte an ihr Ohr. Keine Ahnung vom Tanzen. Andere Tänze zeigen. Er sprach wohl kaum von Walzer und Cha Cha, oder? Irgendwie brachte die junge Frau doch noch ein kleines Nicken zustande, murmelte ein raues "Gerne.".
Ivy war wie in einer Art Trance und so hatte ihre Hand plötzlich ihren Weg auf seinen Oberschenkel gefunden, welchen sie vorsichtig nach unten schob, sodass er die Beine nicht mehr überschlagen hatte. Warum sie das tat? Ivy hatte keine Ahnung. Sie war fasziniert wie ein kleines Kind. Noch immer bekam sie kaum mit, was ihr Verlobter mit ihr sprach. Also nur ein weiteres Nicken ihrerseits. War es unangebracht, dass die Dunkelhaarige so auf seine Beule starrte? Definitiv. Es entsprach auch gar nicht ihrem Charakter. Ivy interessierte sich nicht für Männer. Vor allem nicht für eingebildete, berühmte, reiche Fuckboys. Doch sie musste ehrlich zu sich selbst sein. Ben war durchaus ein attraktiver Kerl, der ihren Geschmack treffen konnte. Leise seufzte die junge Frau auf und fuhr sich durch die Haare. "Oder wir duschen zusammen."
Oh Gott. Ivy spürte, wie ihr das Blut in die Wangen schoss. Hatte sie das gerade ernsthaft laut gesagt? Nein. Nein. Definitiv nicht. Sie hatte es nur gedacht. Oder? Verunsichert hob sie den Blick kurz an, um in Ben's Gesicht sehen zu können. Oh doch. Sie hatte den Satz laut ausgesprochen. Was war nur mit ihr los? Vermutlich war der Wein zu viel gewesen für die junge Frau, die sonst kaum Alkohol trank. "Ich...ähm...ich...", stotterte sie und biss sich angespannt auf die Unterlippe. Das konnte ja noch was werden, wenn der erste Abend in der nun gemeinsamen Wohnung schon so ablief. Kurz zweifelte Ivy an ihrer Einstellung und spielte mit dem Gedanken, sich einfach auf ihren Verlobten einzulassen. Eine Chance, die große Liebe zu finden, bestand zumindest in den nächsten Jahren eh nicht und mit Mitte 20 wollte Ivy irgendwie auch keine Jungfrau mehr sein. Schon wieder war sie mit ihren Gedanken ganz wo anders. Tatsächlich ohne es laut auszusprechen, nahm sie sich vor, einfach etwas entspannter zu werden. Es half wohl dem jungen Paar nichts, wenn sie jedes Mal vor Scham im Boden versank, sobald es in die sexuelle Richtung ging. Also überbrückte Ivy das letzte bisschen Abstand innerhalb einer Sekunde und platzierte ihre Lippen auf denen von Ben. Nicht sonderlich lang, aber lang genug. Als sie sich wieder von ihm zurückzog, erschien ein unsicheres Lächeln in ihrem Gesicht. Mittlerweile war sich die 21-Jährige sicher, dass der Wein ihr zu Kopf gestiegen war. "Sorry...", kam es ihr daher über die vollen Lippen, ehe sie sich auch schon wieder auf die Unterlippe biss. Wer hätte gedacht, dass dieses Abenteuer für sie noch so nervenaufreibend werden würde?



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#196

RE: Start

in Juli & Alex 23.05.2020 20:26
von Juli • Member | 1.178 Beiträge | 58900 Punkte



BENTLEY COOPER



Ben hatte das Gefühl, dass Ivy ihm gar nicht richtig zuhörte. Für sie schien nur die Beule in seiner Hose interessant zu sein. Fand er jetzt nicht besonders schlimm. Er hatte es immernoch nicht geschafft, seine Gedanken und vor allem seine Fantasie in eine Richtung zu lenken, die nichts mit Sex zu tun hatte. Und dann saß da noch die kleine, unschuldige Ivy neben ihm, die ihn zusätzlich heiß machte. Der junge Mann ließ sich seine Überraschung kaum anmerken, als ihre Hand plötzlich auf seinem Oberschenkel lag und er anschließend die Beine nicht mehr überschlagen hatte. Wurde Ivy wieder mutiger? Anscheinend schon. Auch ihre folgenden Worte ließen darauf schließen und dieses Mal kam Ben nicht drumherum, überrascht die Augenbrauen zu heben. Aber das würde ihn nicht stören. Mit Ivy zu duschen war doch schonmal eine gute Annäherung. Allerdings wäre es vorbestimmt, dass niemand seine Hände bei sich behalten könnte. „Würde mich nicht stören. Du weißt doch - dann können wir auch noch Wasser sparen“, warf er mit ernster Stimme ein und fand die Idee nicht schlecht. Allerdings würden sich beide nach der Dusche sicher dreckiger fühlen als vorher. Dass Ivy das eigentlich nicht hatte laut sagen wollen, sah man ihr an. Auch die Röte, die ihre zarten Wangen überzogen hatte, sprach dafür. Ben musste zugeben - es turnte ihn an, wie sie sich auf die Unterlippe biss. Ob nun, weil sie angespannt oder unsicher war. Vielleicht wollte sie ihn auch wieder provozieren. Es machte ihn trotzdem an und daher hatte er den Blick auf ihre Lippen gerichtet. Gerade, als er etwas dazu sagen wollte, drückte Ivy plötzlich ihre Lippen auf seine. Als sie wieder von ihm ab ließ und sich entschuldigte, suchte er ihren Blick für einen Moment; war sich tatsächlich unsicher, wie er reagieren sollte und konzentrierte sich wieder auf ihren Mund. „Warum entschuldigst du dich?“, fragte er schon fast verwirrt und legte die Stirn nachdenklich in Falten. Seines Erachtens nach musste sie sich deswegen nicht entschuldigen. Und eigentlich wussten doch beide, das Ben der war, den der Kuss am wenigstens störte. Wenn sie ihn jetzt einfach so küsste, dann konnte er das doch auch, oder? Gerade jetzt. Wieder biss Ivy sich auf die Unterlippe und bevor der junge Mann weiter darüber nachdenken konnte, wie er reagieren sollte, hatte er seine Hand auch schon in ihren Haaren vergraben und zog sie zu sich, um sie leidenschaftlich zu küssen. Ihm war es egal, ob er sie damit vielleicht überforderte oder nicht. Wenn sie ihn küsste, hatte sie damit zu rechnen, dass er es nicht nur bei einem Kuss belassen wollte. Und in diesem Moment wünschte sich der junge Schauspieler nichts mehr, als das Ivy keine Hemmungen hätte und keine Jungfrau mehr wäre.


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#197

RE: Start

in Juli & Alex 23.05.2020 22:19
von Alex • Senior Member | 5.845 Beiträge | 1040224 Punkte

Mehr oder weniger aufmerksam beobachtete Ivy den jungen Mann, welcher gerade überrascht die Augenbrauen nach oben zog. Anscheinend hatte sie ihn wirklich ein wenig aus der Bahn geworfen. Bei seinen Worten schlich sich ein leichtes Lächeln in ihr Gesicht. Wasser sparen also. So konnte man es auch sagen und wohlklingend verpacken. Ob der Schauspieler es nötig hatte, irgendetwas zu sparen, bezweifelte die 21-Jährige jedoch stark. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass er Geld Probleme hatte. Vermutlich hatte er bereits ausgesorgt und hätte sein restliches Leben auch ohne Arbeit bestreiten können. Zumindest ging die Dunkelhaarige davon aus, denn auch ihr Schwiegervater in spe schien das Geld recht locker sitzen zu haben. Wenn Ivy an die Summe dachte, die in ihrem Vertrag stand, wurde ihr direkt wieder schwindlig. Doch darum ging es gerade wohl kaum. Der Kuss machte es allerdings nicht besser. Weder für sie, noch für ihn. Auf seine Frage, warum sie sich entschuldigte, wusste sie keine Antwort. Warum entschuldigte man sich denn dafür, jemanden zu küssen? Eigentlich war das nicht so normal. Doch zu ihrem Glück oder auch zu ihrem Pech kam sie gar nicht mehr dazu, ihm zu antworten. Stattdessen vergrub sich seine Hand in ihren Haaren und er übte leichten Druck auf ihren Kopf aus, um sie zu sich zu ziehen. Dieses Mal war sie es, die überrascht war. Dennoch ließ Ivy sich auf den Kuss ein. Man merkte sofort, dass Ben viel mehr Erfahrung hatte und viel weniger Bedenken als sie. Trotz allem legte Ivy vorsichtig die Arme um seinen Hals und zog sich so auf seinen Schoss. Die Beine legte sie um seine Hüfte, sicherte sich so einen guten Halt. Der Kuss war mehr als die Amerikanerin bisher erlebt hatte. Es war ungewohnt, fühlte sich aber zeitgleich unglaublich gut an. Genau deswegen war Ivy noch nicht verschreckt wie ein junges Reh abgehauen. Sie genoss den Kuss, der immer leidenschaftlicher wurde, definitiv. Dennoch wusste sie, dass es zumindest Ben's Meinung nicht bei diesem Kuss bleiben würde. Ivy hingegen wollte nicht mehr. Sie hatte ihre Prinzipien und heute würde sie sich sicher nicht entjungfern lassen. Vor allem nicht von Ben. Also löste sie sich irgendwann von seinen Lippen. "Wir sollten nicht...", murmelte die junge Frau leise und lächelte ihn unschuldig an. Vielleicht ja irgendwann. Genug Zeit hatten sie und Ben ja. Dennoch blieb sie noch eine Weile auf seinem Schoss sitzen und musterte ihren Verlobten nachdenklich. Mittlerweile war es doch schon etwas später und es würde kaum schaden, ins Bett zu gehen. Der Tag war anstrengend gewesen und morgen Abend stand die Party seiner Freunde an. Die Party hatte Ivy schon wieder fast vergessen, erinnerte sich aber gerade noch so an das gekaufte Outfit. Ein Kuss wurde noch einmal auf Ben's Lippen platziert, ehe sie sich erhob und dann doch ein wenig überstürzt aus dem Wohnzimmer verschwand. Duschen würde sie erst morgen, das Negligée konnte sie nachts anbehalten. Also machte sie es sich direkt im Bett gemütlich und zog sich die Decke bis zum Bauchnabel. Ben hatte sicher erst einmal andere Probleme, die beseitigt werden mussten. Gedanken versunken starrte sie ins Leere und ging ihren Gedanken nach. Wenn sie nach etwas Wein schon so drauf war, was würde dann passieren, wenn morgen bei der Party mehr Alkohol floss? Ivy seufzte leise auf und griff nach ihrem Handy, nur um ihren ältesten Bruder eine kurze Nachricht zu schreiben, ehe das Handy auch schon wieder auf dem Nachttisch landete und sie die Augen schloss. Hätte sie bei Ben im Wohnzimmer bleiben sollen? Ihr Abtauchen war wohl besser gewesen. Einschlafen konnte sie jedoch noch nicht. Was er wohl gerade tat? Angesichts der doch recht heißen Situation konnte Ivy es sich fast denken. Wollte sie daran denken? Nein. Dennoch wurde sie diesen Gedanken einfach nicht los.



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#198

RE: Start

in Juli & Alex 08.06.2020 00:58
von Juli • Member | 1.178 Beiträge | 58900 Punkte

Bentley Cooper

Heilige Scheiße.
Das waren wohl die ersten Gedanken, als Ben am nächsten Morgen die Augen aufschlug und an den gestrigen Abend denken musste. An Ivys Tanzeinlage; ihre Worte; den Kuss. Und dann ihr Verschwinden ins Schlafzimmer. Ben hatte sein Kopfkino nicht verdrängen können und hätte verdammt gern mit Ivy geschlafen, aber von diesem Ziel war er wohl noch weit entfernt. Und eben der Fakt, dass sie noch Jungfrau war, noch nie einen Kerl an und in sich gelassen hatte, zog Ben quasi magisch an. Er wusste, dass es ihm ein gutes Gefühl geben würde, wenn er wusste, der einzige zu sein, der je mit Ivy geschlafen hatte. Dass sie so unschuldig und unberührt war. Nur machte es die junge Frau ihm unnötig schwer und wusste selbst auch, dass Ben sie nur als eine Art 'Eroberung' oder 'Trophäe' ansehen würde. Vielleicht war dem auch so. Vielleicht auch nicht. Ivy lebte hier zusammen mit ihm, da konnte er sie nach einer Nacht also nicht mit einer lahmarschigen Entschuldigung vor der Tür absetzen. Und all diese Gedanken hatten ihn tatsächlich noch unter die Dusche getrieben, um dort den Druck loszuwerden, der sich dank seiner Fantasie, ihrem Tanz, dem Kuss und allgemein wegen ihr angestaut hatte.
Mit einem leisen Stöhnen drehte sich der Braunhaarige auf die Seite und erwartete nicht, in Ivys hübsches Gesicht zu blicken, aber überraschenderweise herrschte dort nicht wie fast jeden Morgen Leere. Sie schien noch in aller Ruhe zu schlafen. Ob sie sich langsam daran gewöhnte, dass sie ausschlafen konnte und nicht jeden Morgen so früh aufstehen musste? Apropos aufstehen. Ben drehte sich nun auf die andere Seite und tastete nach seinem Handy, das auf dem Nachttisch lag. Mit zusammengekniffenen Augen starrte er auf das viel zu helle Display. Wie spät war es bitte? Morgens war es definitiv nicht mehr. Es war bereits Mittag. Ben ließ sich zurück ins Kissen sinken und hätte am liebsten weitergeschlafen. Aber das ging nicht. War heute nicht auch noch die Party?
Langsam quälte sich der Schauspieler hoch, schlug die Bettdecke zurück und zog sich erstmal eine Jogginghose über die Boxershorts. Es war eine Angewohnheit von ihm, Zuhause ständig oberkörperfrei herumzulaufen. Bisher hatte das auch niemanden gestört. Und es war ihm eigentlich auch egal, ob es Ivy in irgendeiner Weise störte oder nicht. Immernoch halb schlafend schlurfte Ben schließlich ins Bad und versuchte sich dann durch kaltes Wasser in die Realität zu versetzen. Am Ende war sein Gesicht nass, aber er immernoch nicht wirklich wach. Vielleicht würde ein Kaffee helfen. Und am besten kam da noch etwas Vodka oder Whisky hinzu. Und vielleicht etwas Koks. Ben beschloss allerdings, sich Alkohol und Drogen für die Party am Abend aufzuheben. Ob die Party gut werden würde? Wie seine Freunde wohl auf Ivy reagieren würden? Ob dort heiße Mädels herumlaufen würden? Fragen über Fragen, die Ben nicht beantworten konnte. Die Antworten würde wohl erst der Abend bringen.
Der junge Schauspieler verließ also das Bad und eckte dabei etwas Türrahmen an und rieb sich verwirrt die angeschlagene Schulter. Hatte er gestern getrunken? Nein. Er war wohl einfach noch schlaftrunken. Kurz darauf fand er sich in der Küche wieder und machte sich einen Kaffee. Es war definitiv entspannter, wenn man sich einfach bloß an den Tisch setzte und Kaffee, sowieso das restliche Frühstück vorgesetzt bekam. Irgendwann sollte er sich doch mal eine Villa und Bedienstete zulegen. Bisher hatte Ben das noch nicht getan, weil er es langweilig fand, allein in einem riesen Haus zu leben. Vielleicht würde sich das ja in ein paar Jahren ändern.


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#199

RE: Start

in Juli & Alex 08.06.2020 14:36
von Alex • Senior Member | 5.845 Beiträge | 1040224 Punkte

Ivy schlief heute außergewöhnlich lang. Für ihre Verhältnisse viel zu lang. Woran das lag? Vielleicht an dem ungewohnten Alkoholkonsum, auch wenn sie nur 1-2 Gläser Wein getrunken hatte. Das reichte bei der Brünetten aber auch schon aus. Als sie wach wurde, war das Bett neben ihr leer. Wie spät es wohl war? Die Jalousien des Schlafzimmers waren noch unten und so bot auch die Helligkeit von draußen keinen Hinweis auf die Uhrzeit. Stöhnend rieb Ivy sich die Schläfen und richtete sich gähnend auf. Irgendwann wanderte ihr Griff in Richtung Nachttisch, wo auch ihr Handy lag. Beim Anblick der Uhrzeit stöhnte sie ein weiteres Mal auf. Seit wann schlief Ivory Grayson bis in die Mittagsstunden? Seufzend schwang sie die Beine aus dem Bett und betätigte den Schalter, der dafür sorgten, dass die Jalousien automatisch nach oben fuhren. Es war unerwartet hell draußen, weswegen sie sich für einen Moment die rechte Hand vor die Augen hielt. Nach einer Weile erhob sich die junge Frau trotzdem und tapste verschlafen durch das Schlafzimmer. Wo Ben nur steckte? Es wunderte sie ein wenig, dass er sie nicht geweckt hatte. Nach einem kurzen Abstecher ins Bad machte sie sich schließlich auf die Suche nach ihrem Verlobten und wurde in der Küche fündig. “Guten Morgen.“, kam es ihr über die noch etwas trockenen Lippen, weswegen sie erst einmal nach einem Glas griff und dieses mit Wasser füllte. Die erotische Situation vom Vorabend war fast wieder vergessen. Aber eben auch nur fast. Schmunzelnd beobachtete Ivy ihren Fake Freund Kurz und ertappte sich dabei, wie ihre Wangen direkt wieder einen blassen Rotton annahmen. Na super. Nachdenklich leerte sie das Glas und stellte es vor sich auf der Küchentheke ab. Der Schauspieler machte wohl gerade Kaffee. “Bleibt ne Tasse für mich übrig?“, erkundigte Ivy sich also fragend, während sie bereits Geschirr aus dem Küchenschrank auf den Esstisch trug. Ben hatte wohl noch nicht gefrühstückt, insofern man das noch Frühstück nennen konnte. Nach einem Blick in den Kühlschrank entschied sie sich für Rührei mit Bacon und stand kurz darauf auch schon mit den Zutaten am Herd. Zusätzlich schnippelte sie noch ein paar Tomaten und eine Paprika. Alles Dinge, die sie sich früher nicht einfach so hatte leisten können. “Magst du auch was?“, fragte die an ihren Verlobten gewandt und strich sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht, während sie ihr Glas und ein weiteres noch mit Orangensaft füllte und beide auf dem Tisch abstellte. Das Frühstück über war Ivy merkwürdig still und ging jedem Blickkontakt aus dem Weg. Sie erkundigte sich lediglich, wann sie zur Party aufbrechen mussten und teilte ihrem Verlobten dann mit, dass sie sich zeitnah fertig machen würde. So sehr sie es auch versuchte, die Erinnerungen machten sie wahnsinnig. Hatte es wirklich nur am Wein gelegen, dass sie sich so präsentiert hatte? Gedanken verloren schob die Amerikanerin die letzte Gabel Rührei in den Mund und pikste das letzte Stück Tomate auf, welches ebenfalls zwischen ihren Lippen verschwand. Nachdem sie aufgegessen hatte, räumte sie das benutze Geschirr in die Spülmaschine, wischte einmal kurz über Tisch und Küchenzeile und verschwand dann auch schon wieder im Schlafzimmer, wo sie den schwarzen Lederrock, den ebenfalls schwarzen Strickbody, einen schwarzen Gürtel und, wenn eh schon alles schwarz war, schwarze Unterwäsche, aus dem Schrank räumte und damit im Badezimmer verschwand. Die Tür lehnte sie nur an, falls Ben irgendwann mal rein musste. Langsam schlüpfte Ivy aus ihrem knappen Negligé und betrachtete sich selbst im Spiegel, ehe sie eine Gesichts- und eine Haarmaske auftrug. Beides konnte einwirken, während sie sich rasierte. Heute ließ die junge Frau sich wirklich Zeit und genoss es, mal auf nichts achten zu müssen. Nachdem die Körperpflege abgeschlossen war, wusch sie sich noch die Haare und stand dann auch schon wieder auf dem Badvorleger, um sich einzucremen. Schritt 1 war also schon mal erledigt. Nun widmete sie sich dem Thema Gesichtsbemalung, welche bei ihr bekanntlich sowieso nur selten zu sehen war. So landeten nur etwas Concealer und Puder auf ihrer Haut, Wimperntusche und ein Lidstrich. Ein roter Lippenstift machte den Look perfekt. Zufrieden betrachtete Ivy eine Viertelstunde später ihr Spiegelbild und begann damit, ihre dunklen Haare zu föhnen und anschließend mit dem Lockenstab in Beach Waves zu formen. Etwas Haarspray, welches wohl eigentlich Ben gehörte, sorgte dafür, dass die Locken auch hielten. Zumindest hoffte die 21-Jährige das. Nun fehlte also nur noch das gestern erworbene Outfit. Vorsichtig schlüpfte sie zuerst in die teure Unterwäsche, dann in den Body und am Ende wurde der Rock noch mit dem Gürtel befestigt. Die Stiefeletten würde sie hingegen erst anziehen, wenn sie sich auf den Weg zu Ben‘s Freunden machte. Unsicher zupfte Ivy noch ein wenig am doch recht freizügigen Ausschnitt herum, ehe sie nach ihrem einzigen Parfüm griff, welches Mercedes ihr bei einer der zahlreichen Shoppingtouren empfohlen hatte. Viel Schmuck besaß Ivy nicht. So landete nur der Verlobungsklunker an ihrem Finger und ihre Ohren zierten ein einfaches Paar Ohrringe, welches sie vor Jahren von ihrem Stiefvater geschenkt bekommen hatte. Beim Anblick ihrer selbst wünschte Ivy sich für einen Moment eine schicke Halskette herbei, da sich ihr Dekolleté doch ziemlich nackt anfüllte. Doch damit musste sie jetzt wohl oder übel leben. Zufrieden atmetet die Brünette aus und verließ nach fast zwei Stunden das Badezimmer endlich wieder, um Ben unsicher nach seiner Meinung zu fragen. Sie fand ihren Verlobten schließlich im Wohnzimmer auf der Couch. Diese weckte automatisch wieder die Erinnerungen an den Vorabend in ihr. Ivy zwang sich zu einem Lächeln und drehte sich einmal elegant im Kreis. “Geht das so?“ Die Meinung von Ben war ihr tatsächlich sehr wichtig. Er kannte seine Leute wohl am besten und hatte gewiss mehr Gespür für das richtige Styling.



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#200

RE: Start

in Juli & Alex 08.06.2020 18:24
von Juli • Member | 1.178 Beiträge | 58900 Punkte

Müde fuhr sich der Braunhaarige durchs Gesicht und schloss die Augen, ehe er auch schon die Stimme von Ivy vernahm und aufblickte. „Morgen“, begrüßte er seine Verlobte und zwang sich dazu, die Mundwinkel ein Stück nach oben zu ziehen. Ben war kein Frühaufsteher, geschweige denn ein Morgenmensch und selbst wenn er ziemlich lange geschlafen hatte und es bereits Mittag war, fühlte er sich nicht besonders fit. Eher so, als ob ihn ein Laster überfahren hatte. Mindestens fünf mal. Vielleicht schlief er ja einfach zu viel; vielleicht sollte er es also mal mit weniger Schlaf versuchen. Aber sobald die Dreharbeiten für LAP losgehen würden, müsste er sich wieder daran gewöhnen, einen geregelten Schlafrhythmus zu bekommen und vor allem pünktlich zu sein und natürlich nicht zu verschlafen. Augenringe würden im Notfall sowieso von Tonnen von Make-up verdeckt werden, aber ein müder Ben brachte nicht die Leistung, die er sonst vorzeigen konnte. Diese ganze Sache mit dem Schlaf war schon komisch. An stressigen Tagen kam es schonmal vor, dass Ben einfach die Nacht zum Tag machte; ob nun wegen einer Party oder weil er vergessen hatte, seinen Text zu lernen oder sich anderweitig vorzubereiten. Und genau dadurch war er an Drogen geraten. Man wollte sich 'nur kurz entspannen und nicht mehr über alles nachdenken oder Leistungen erbringen' und schon landete man beim Kokain und anderen Sachen. Ben würde sich nicht als abhängig bezeichnen, aber es half ihm, länger wach zu bleiben und allgemein fitter zu sein. Auch wenn er sich dafür am nächsten Tag wie gerädert fühlte, weil die Wirkung nachgelassen hatte.
„Klar“, brachte der junge Mann schließlich hervor, als Ivy fragte, ob eine Tasse für sie übrig bleiben würde. Langsam wurde der junge Mann nun wirklich wach und nahm seine Umgebung genauer wahr als vorher. Und als Ivy sich erkundigte, ob er auch etwas zu essen haben wollte, nickte er. „Hm.“ Hoffentlich war er heute bei der Party besser drauf. Aber nach etwas Alkohol würde es schon laufen. Plötzlich fiel sein Blick erneut auf die junge Frau, die gerade Frühstück machte. War sie schonmal auf einer richtigen Party gewesen? In Anbetracht dessen, dass Ivy bisher kaum irgendetwas erlebt zu haben schien und ihre Jugend wahrscheinlich nicht besonders ausgekostet hatte, ging Ben einfach davon aus, dass soetwas unbekanntes Terrain für die junge Frau war. Die Party fand in der Penthousewohnung seines Kumpels statt und würde sicher relativ schnell darauf schließen lassen, dass die jungen Leute, die dort feierten, Geld besaßen. Nicht nur, weil viel Champagner fließen würde oder Kaviar serviert werden würde, sondern allgemein deswegen, weil so eine Wohnung nicht billig war. Ivy musste einfach versuchen, sich anzupassen. Würde sie schon hinkriegen.
Das Frühstück verlief ziemlich ruhig, aber Ben war wohl der letzte, der das schlimm finden würde. Details, die Ivy wissen wollte, lieferte er ihr kurz in knapp und ließ sich mit dem Frühstück und dem Kaffee Zeit. Es fühlte sich überhaupt nicht so an, als ob es eigentlich schon nach Mittag war. Seine Verlobte verschwand dann auch schon und Ben fand sich kurz darauf im Wohnzimmer ein und ließ sich auf die Couch fallen. Während der junge Mann die meiste Zeit auf's Handy starrte, lief nebenbei der Fernseher. Erst als Ivy sich plötzlich in ihrem Outfit zeigte, sah Ben auf und musterte sie zufrieden. Ein kurzer Blick zur Uhr folgte. Hatte sie wirklich zwei Stunden im Bad verbracht? Wow. Der junge Mann würde höchstens fünfzehn bis zwanzig Minuten brauchen, wenn überhaupt. Aber das waren eben Frauen. Und bei Ivy hatte es sich wirklich gelohnt.
„Du siehst gut aus. Ich sehe schon vor mir, wie sich alle Kerle an dich ranwerfen werden“, grinste er und erhob sich anschließend. Er hatte zwar keine wirkliche Ahnung von Mode und vom Styling, aber irgendetwas fehlte. Relativ schnell wurde ihm auch klar, was fehlte - eine Halskette. „Warte kurz...“, murmelte er bloß und verließ das Wohnzimmer, nur um kurz darauf zurückzukommen. Der junge Schauspieler wusste nicht, warum er Ivy die Halskette seiner Mutter anvertraute. Aber es fühlte sich richtig an. Ben konnte es nicht genau beschreiben, es war einfach so. Die Halskette würde das Outfit abrunden und sicherlich perfekt zu Ivy passen. Auch wenn Ben seine Mutter kaum gekannt hatte, hatte sie natürlich trotzdem einen besonderen Platz in seinem Herzen. Und das, was er von ihr gehört hatte, war immer positiv. Sie schien eine liebevolle, fürsorgliche und bodenständige Frau gewesen zu sein, die sich stets für die Rechte anderer eingesetzt hatte und sich allgemein für sehr viele Wohltätigkeitsorganisationen eingeschrieben hatte. Sie schien also das komplette Gegenteil von Lillian gewesen zu sein. Ben schob die Gedanken beiseite und konzentrierte sich wieder auf Ivy. Wieder musste er feststellen, dass sie hammermäßig aussah.
Schließlich trat der junge Mann hinter seine Verlobte, schob ihre Haare vorsichtig beiseite und legte ihr die Kette um. Ihr Parfum stieg ihm dabei in die Nase und irgendwie musste er leicht lächeln. „Jetzt ist es perfekt“, sagte er leise, legte von hinten die Arme um die junge Frau und platzierte sein Kinn auf ihrer Schulter. „Ich weiß, dass ich dir das wahrscheinlich nicht sagen muss, aber bitte pass' auf die Kette auf. Sie gehörte meiner Mutter und ist mir wirklich wichtig“, fügte er noch hinzu und ließ nach einem kurzen Moment auch schon von ihr ab. „Ich mache mich dann auch mal fertig; werde aber sicherlich nicht so lange brauchen wie du“, schmunzelte er und verschwand dann auch schon.
Nach tatsächlich nur 14 Minuten stand der junge Schauspieler wieder im Wohnzimmer bei Ivy. Er trug schlichte, schwarze Jeans und ein einfaches Shirt. Neben Ivy wirkte er nicht gerade so, als ob er auf eine Party gehen wollte. Schnell griff er noch nach seinem Handy und hielt dann mitten in der Bewegung inne. Wirklich aktiv war er in den sozialen Netzwerken in letzter Zeit nicht gewesen. Das müsste er dringend wieder ändern. „Lust, ein bisschen für unsere Follower zu posieren?“, wandte sich Ben an Ivy und wackelte mit seinem Smartphone etwas hin und her. Ob nun ein Bild oder eine kurze Momentaufnahme als Boomerang - seine Fans würde es definitiv freuen. Und für ein ganz kleines Shooting - oder was auch immer das werden würde - hatten die beiden noch Zeit. Sein Kumpel wohnte schließlich nicht weit weg. „Du siehst so wunderschön aus, dass mich alle Fans beneiden werden“, kam es ihm über die Lippen, die sich wieder zu einem Grinsen verzogen hatten.


stᥙᥴk bᥱtᥕᥱᥱᥒ ιdk, ιdᥴ & ιdgᥲf

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