#1

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in Juli & Alex 08.11.2019 15:06
von Alex • Senior Member | 5.848 Beiträge | 1041324 Punkte

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#2

RE: Start

in Juli & Alex 08.11.2019 20:16
von Juli • Member | 1.178 Beiträge | 58900 Punkte

Bentley Cooper

„Had a heart, man I'm tryna get it back though...“, erklang es leise aus dem Lautsprecher des Handys. Ben seufzte auf. Wie wahr diese Worte waren. Aber was brachte ein Herz in dieser kalten Welt, in dieser Gesellschaft? Urteilte nicht jeder eh nur nach Äußerlichkeiten? Der junge Mann wollte sich jetzt nicht an diesem kitschigen Thema aufhalten. Er war schließlich keine Memme. Während er Zähne putzte und das Handy weiterhin den Song »Chateau« spielte, lief er in seinem Zimmer auf und ab. Das Leben war langweilig, wenn es nichts zu tun gab. Unnötiges in seine Instagramstory stellen? Nahh, das hatte Ben gestern schon gemacht. Geld zählen? Zu langweilig. Außerdem würde das sicher ewig dauern, oder? Mit der Zahnbürste im Mund öffnete er seinen Kleiderschrank und blickte hinein. „Ich hab nichts anzuziehen“ würde Mercedes jetzt laut schreien und anfangen zu heulen. Aber zum Glück lebte Ben vorerst im Gästehaus. Weit, weit weg von dieser Nervensäge. Unschlüssig schnappte er sich erst eine schwarze Jogginghose, dann einen grauen Hoodie. Geduscht war der Braunhaarige schon und frische Boxershorts hatte er auch an. Nach dem Zähne putzen schlüpfte er in seine Klamotten, ließ das Lied noch bis zum Ende laufen und wollte gerade sein Zimmer verlassen, um ins Haupthaus zum Frühstück zu latschen, als sein Vater auch schon den Raum betrat. Mit ernster Miene blickte dieser seinen Sohn an. „Wir müssen reden, Bentley.“ Genervt von der Korrektheit, mit der Edward Cooper den Namen von Ben aussprach, schaltete der Cooper-Sprößling sein Handy aus und ließ es in die Tasche der Jogginghose gleiten. „Guten Morgen, Vater. Mir geht es gut, danke der Nachfrage. Allerdings bin ich am verhungern, daher...“, begann Ben seinen übertrieben freundlichen Satz und setzte ein unechtes Lächeln auf, um sich dann an seinem Dad vorbeischieben zu wollen. Er hatte Hunger. Es gab nichts wichtigeres, als Essen. Also konnte sein Vater mit dem Gespräch ruhig noch warten. Aber Edward war da anderer Ansicht und griff nach Ben's Arm. „Du wirst nirgendwo hingehen. Erst reden wir.“ Es klang wie ein Befehl. Ben war nie in der Army gewesen, aber jetzt fühlte er sich so. Gott, wie dieser Befehlston ihn aufregte. Mit einem Ruck riss er sich vom festen Griffs Edwards los und ließ sich entrüstet aufs Bett nieder. „Schieß' los, Vadder“, grummelte er und verschränkte bereits jetzt die Arme vor der Brust. „Da du dich eindeutig nicht zusammenreißen kannst, mein Sohn, muss ich jetzt andere Saiten aufziehen. Du musst lernen, Verantwortung zu tragen.“ Augenrollend blickte Ben seinen Vater an. Sollte der junge Mann einen Hund bekommen oder was? „Du kannst dich nicht immer so benehmen, wie es dir passt. Es gibt in dieser Gesellschaft Regeln, die man befolgen muss. Unausgesprochene Normen, die einzuhalten sind... Kommen wir zum Punkt. Ich habe dich mit einer jungen Frau verloben lassen. Du wirst sie heiraten. Ihr habt ein Jahr, um euch kennenzulernen, das wird ja sicher reichen, oder?“ Fast schon etwas belustigt kamen die Worte vom Oberhaupt der Familie. Zuerst lachte Ben lauthals. Doch nach einigen Sekunden begriff er, dass das gar kein Scherz war. „Bist du jetzt total bescheuert? Hat deine beschissene Hexe dir jetzt 'ne totale Hirnwäsche verpasst?“, keifte Ben seinen Vater wütend an und sprang vom Bett auf. „Rede nicht so über Lillian.“ Haare raufend lief der junge Mann wieder auf und ab in seinem Zimmer. Das war kein Scherz gewesen...Fuck. „Wirst du mich dazu zwingen, dass ich die Frau heirate, werde ich dir alles versauen, verstanden? Ich werde noch schlimmer sein als ich eh schon bin. Und alle werden wissen, dass ich dein Sohn bin“, drohte Ben Edward dann und funkelte ihn angriffslustig an. Doch dieser lachte nur. „Wirst du dich wiedersetzen, werde ich dich vollkommen enterben und dafür sorgen, dass du nie wieder irgendwo einen Job bekommst, Bentley. Haben wir uns verstanden? Ich weiß einiges über dich, dass die Medien sicher brennend interessieren würde...“ Geschockt von der gekommenen Drohung nickte Ben langsam. Wann war sein Vater so skrupellos geworden? „Schön, dass wir uns so gut verstehen, Großer. Und jetzt komm' frühstücken“, lächelte Edward zufrieden und verließ das Zimmer. Der Hunger war Bentley jetzt eindeutig vergangen. Am liebsten wäre er erstmal ins Bad gestürzt und hätte gekotzt. „Heilige Scheiße.“ Ben sah sich schon in einem TV-Format, wo Leute aus Amerika nach Europa auswanderten. Damit würde man doch sicher auch gut Geld verdienen, oder? Aber um sich jetzt zu verdrücken, war es eindeutig zu spät.


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#3

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in Juli & Alex 08.11.2019 20:49
von Alex • Senior Member | 5.848 Beiträge | 1041324 Punkte



1/365

Schon seit fünf Minuten stand Ivory Grayson, die sich grundsätzlich nur mit ihrem Spitznamen Ivy vorstellte, nun schon vor dem großen Spiegel ihrer kleinen zwei Zimmer Wohnung. Das Outfit stand ihr ihrer Meinung nach ganz und gar nicht. Der Rock war zu groß, das Oberteil zu eng und die Schuhe zu hoch. Doch Ivy hatte keine Wahl. Ihr Schwiegervater hatte es ihr am Vorabend zukommen lassen. Selbst dieses Wort klang fremd in ihren Ohren. Die 21-Jährige hatte doch noch nicht einmal ihren ersten Kuss gehabt, besaß aber schon so etwas wie einen Schwiegervater. Um das zu verstehen, musste man knapp einen Monat in der Zeit zurückreisen.
Ivy hatte im Park gesessen und in ihrem Notizbuch ein paar neue Zeilen für künftige Lieder notiert, als ein Mann mittleren Alters sie angesprochen hatte. Ivy erinnerte sich noch ganz genau an jedes Wort, was die beiden dort gewechselt hatten. Bei dem Gedanken daran schüttelte die Amerikanerin fassungslos den Kopf. Sie konnte es immer noch nicht glauben, dass ausgerechnet ihr sowas passiert war. Nein, der Unbekannte hatte ihr nicht die neue weibliche Nebenrolle an der Seite von Leonardo diCaprio angeboten. Er hatte ihr auch nicht offenbart, dass irgendein entfernter Verwandter gestorben war und ihr einige Millionen Dollar hinterlassen hatte. Doch was dann hatte dafür gesorgt, dass Ivy nun in diesem merkwürdigen Outfit regungslos ihr Spiegelbild betrachtete? Die langen, braunen Haare waren zu einem strengen hohen Pferdeschwanz zusammen gebunden worden. Die junge Frau erkannte sich selbst kaum wieder. Hochzeit. Dieses Wort war das, was ihr der Mann im Park vorgeschlagen hatte. Er hatte einen Sohn, der wohl komplett außer Rand und Band war und dringend die Geborgenheit einer eigenen Familie brauchte. "Ich habe Sie beobachten lassen, Ivy. Sie sind eine intelligente, wunderschöne junge Frau mit einer tragischen Geschichte. Jemand wie Sie könnte es unter anderen Lebensbedingungen ganz weit bringen. Ich habe gehört, dass Sie gerne Psychologie studieren und ihre Geschwister zu sich holen wollen. Das wird in dem Leben, was Sie aktuell führen, niemals möglich sein, Ivy." Wie purer Vodka hatten sich diese Worte in ihr Gedächtnis eingebrannt. Eigentlich war es lächerlich, sich auf so einen Deal einzulassen. Doch hatte die 21-Jährige eine andere Wahl? Wohl kaum. Gott hatte ihr diese eine Chance angeboten und Ivy hatte sie einfach ergreifen müssen. Den Vertrag hatte die Amerikanerin vor zwei Tagen unterschrieben. 365 Tage hatte sie nun Zeit, diesen Bentley Cooper kennen zulernen. Wer nannte sein Kind überhaupt so? Doch Ivy brauchte nicht groß reden. Ihre Mutter hatte es bei der Namensgebung auch dezent übertrieben. Aber würden 365 Tage auch ausreichen, sich in den Milliardenerben zu verlieben? Ivy hatte sich noch nie groß für die Schönen und Reichen interessiert, obwohl sie in Los Angeles geboren und aufgewachsen war. Erst ihr Schwiegervater hatte ihr offenbart, wer ihr zukünftiger Mann sein würde. Dieser schien von dem ganzen Plan noch nichts zu wissen. War vermutlich auch besser so. Leise seufzte Ivy auf und sah auf die Uhr. Sie musste langsam los. Edward Cooper hatte sie zum Frühstück auf sein Anwesen eingeladen. Gleich würde sie also ihren Verlobten kennen lernen. Mit einem weiteren Seufzer blickte Ivy auf ihren linken Ringfinger, den schon bald ein teurer Klunker zieren würde. Edward hatte ihr zugesichert, dass sein Sohn ein passendes Schmuckstück auswählen und ihr an den Finger stecken würde. Worauf hatte sie sich da nur eingelassen? Doch der Deal war klar und deutlich. Sie musste Bentley Cooper an Tag 365 heiraten und dann mindestens drei Jahre lang als Frau an seiner Seite stehen. Danach durfte sie machen, was sie wollte. Edward würde ihr nach dieser Frist eine ziemlich hohe Summe überweisen, mit der sich die Sorgen der Amerikanerin in Luft auflösen würden. Sie konnte studieren, ihre Geschwister endlich nach Hause holen und ihnen allen ein gutes Leben bieten. Doch war es das wirklich wert? Sie würde es noch früh genug erfahren.
Zweifelnd saß die 21-Jährige wenig später auf der Rückbank des gelben Taxis, welches sie zum Anwesen der Familie Cooper bringen sollte. Vor dem eindrucksvollen Tor blieb Ivy unschlüssig stehen. Noch konnte sie umkehren und wieder aus dem Leben der Coopers verschwinden.Ein Blick auf ihren Sperrbildschirm von Handy überzeugte sie jedoch davon, die Klingel zu betätigen. Für meine Geschwister.
Keine Minute später hatte Ivy auch schon das riesige Haus erreicht und wurde von einem Hausmädchen empfangen. "Sie müssen sicher Miss Grayson sein. Die Familie Cooper erwartet Sie bereits.", erklärte das Mädchen mit einem freundlichen Lächeln und führte Ivy durch den großen Eingangsbereich in Richtung...Esszimmer? Allein dieser Raum war größer als Ivy's ganze Wohnung. Scheu wie ein Reh betrachtete sie nacheinander die bereits sitzenden Personen. Edward kannte sie bereits, die Frau an seiner Seite musste seine Ehefrau sein. Das Mädchen am anderen Ende des Tisches die Tochter der beiden und der junge Mann...Ivy hielt für einen Moment die Luft an. Das war er also. Bentley Cooper. Ihr Verlobter und künftiger Ehemann. "Mister Cooper? Miss Grayson ist gerade eingetroffen."
Und dann ließ das Hausmädchen sie auch schon mit einem fetten Kloß im Hals stehen. Nervös biss sich Ivy auf die Unterlippe und war froh, dass Edward Cooper sich direkt mit einem freudigen Lächeln erhob und sie in die Arme schloss. "Ivy, Kindchen. Schön, dass du da bist. Bentley? Darf ich dir Ivory Grayson vorstellen." Noch immer ruhten die Augen der Amerikanerin auf dem Schauspieler. Nur zögerlich hielt sie ihm die Hand hin und stieß mühsam ein "Ivy reicht vollkommen..." hervor.



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#4

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in Juli & Alex 08.11.2019 21:48
von Juli • Member | 1.178 Beiträge | 58900 Punkte

Bentley Cooper

Hatte er es realisiert? Nein, verdammte Scheiße. Das ging nicht. „Arschloch“, grummelte Ben nochmal leise vor sich hin und fuhr sich gestresst übers Gesicht. Ihn überforderte das Alles einfach nur. Würde er seinem Vater gegenüber Reue zeigen? Ben stieß ein verächtliches Lachen aus, das sich im Zimmer total komisch anhörte. „Wenn das ein Traum ist, ist er der schlimmste Alptraum, den ich je hatte.“ Aber auch eine Ohrfeige zeigte, dass das die grausame Realität war. Angepisst machte sich Ben dann auf ins Haupthaus und rauschte ins Esszimmer. Lillian war noch nicht da. Aber Hexen waren ja sowieso lieber am Abend und in der Nacht unterwegs. Mercedes hingegen saß bereits auf ihrem Platz. Vornehm wie eh und je, top Haltung und perfekt geschminkt. Heute hatte sie es sogar geschafft, sich etwas vernünftiges anzuziehen. Nicht so nuttig wie sonst. Auch Edward saß bereits und bestrich sein Brötchen in aller Seelenruhe. Leicht aggressiv knallte Ben sein Handy auf den Tisch, nur um danach den Stuhl lautstark zurückzuziehen und sich darauf fallen zu lassen. „Ich kaufe dir kein neues Handy“, meinte sein Vater dann beiläufig. „Aber eine Frau oder was“, erwiderte Ben todernst und blickte in Richtung seines Erzeugers. „Ich verbiete dir, soetwas zu sagen. Sie ist kein...Freudenmädchen“, drückte er sich vornehm aus und warf einen Blick zu seiner Tochter, die das Geschehen neugierig mit ansah. Ben, der gegenüber seiner Halbschwester saß, beugte sich in ihre Richtung und tat übertrieben so, als wäre sie ziemlich zurückgeblieben. „Freudenmädchen heißt übrigens Prostituierte“, erklärte Ben ihr dann lächelnd. Sie verdrehte die Augen. „Danke, Bruderherz. Jetzt weiß ich endlich, wie alle Mädels hießen, mit denen du gevögelt hast“, sagte sie trocken. „Ich darf doch sehr bitten!“, unterbrach Edward das Gespräch seiner Kinder. Das war auch besser so, da es Ben auf der Zunge gelegen hatte, Mercedes ebenfalls in die Kategorie Hure einzuordnen. Aber er ließ es. Ruhe kehrte im Esszimmer ein. Ben gönnte sich etwas Rührei, aber mehr würde er nicht runterkriegen. Wann würde das Ganze mit seiner Verlobten eigentlich losgehen? Wie würde das ablaufen? Nachdenklich schob er sich eine Gabel Rührei in den Mund und beobachtete seine Halbschwester. Seine Familienmitglieder waren wie immer gut gekleidet, nur er saß hier mit Jogginghose und Hoodie. Haltung war auch ein Fremdwort für den jungen Mann. Aber sein Vater hatte irgendwann aufgehört, seinen Sohn auf korrekte Sitzhaltung hinzuweisen. Auch Lillian kam nach einigen Minuten dazu. „Guten Morgen!“, trällerte sie fröhlich. Jedes Mal hatte Ben das Bedürfnis, dieser Frau eine zu klatschen. Als kleiner Junge hatte er es einmal gemacht, weil die blöde Kuh gesagt hatte, er könnte nicht zeichnen. Dabei war der kleine Bentley so stolz auf seine selbstgezeichnete Familie gewesen.
Als es plötzlich klingelte, verschluckte sich der junge Schauspieler und musste heftig husten. Eine böse Vorahnung machte sich in ihm breit. Alle Blicke richteten sich zur Tür, in der kurz darauf das Hausmädchen auftauchte. Im Schlepptau mit einer jungen Dame. „Scheiße“, kam es leise aus Ben's Mund. Mercedes kicherte leise. Anscheinend blickte er echt bescheuert drein. Edward erhob sich sofort und begrüßte das Mädchen. Wie lange hatte er denn bitte an seinem Plan gearbeitet? Ben fand das Ganze hier echt nicht cool. Warum blieb er eigentlich nicht einfach sitzen und würde das Mädchen ignorieren? Schweren Herzens stand Ben dann doch auf und streckte sich erst nochmal. Langsam bewegte er sich zur jungen Dame und zu seinem Vater. Jetzt hatte er die Lösung! Das hier war die versteckte Kamera! So musste es sein... Auffällig musterte Ben das weibliche Wesen vor ihm erstmal. Sie sah gut aus, das musste er sich eingestehen. Nur im Outfit wirkte sie etwas...nun ja, verloren. Sie streckte dem Schauspieler dann die Hand hin. Wäre ihm zum Scherzen zumute, hätte er ihre Hand genommen und geküsst und ihr vielleicht auch ein Kompliment gemacht. Aber nicht heute, nicht hier und nicht jetzt. Schlussendlich schüttelte er ihre Hand; darauf bedacht, ihr nicht wehzutun. Die Wut auf seinen Vater wollte er nicht auf Ivy ausüben, in dem er ihr die Hand brach. „Bentley Cooper. Aber du kennst mich sicher“, erwiderte Ben etwas überheblich und ziemlich selbstsicher. „Aber fast jeder nennt mich Ben. Und die Tatsache, dass das hier total absurd ist, werden wir auch einfach ignorieren...“ Ihre Hand hatte er bereits losgelassen und seine Hände wieder in den Hosentaschen versenkt. Kurz entstand eine Pause. „Dann kann das erste richtige Familienfrühstück ja beginnen. Oder möchtest du erst noch dein Gepäck wegbringen, Ivy?“, wandte sich Edward dann an seine zukünftige Schwiegertochter. Ben erwischte es plötzlich kalt. Moment...hatte die Kleine denn ein eigenes Zimmer? Im Gästehaus waren gewiss noch ein paar frei, aber sein Vater würde sich da sicher was einfallen lassen. „Ben wird dir mit deinem Gepäck sicher helfen, stimmt's?“, wandte sich der ältere Mann an seinen Sohn, der teilnahmslos mit den Schultern zuckte. Wozu gab es denn die Hausmädchen? Aber ein Gentleman tat eben, was ein Gentleman tun musste.


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#5

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in Juli & Alex 08.11.2019 22:06
von Alex • Senior Member | 5.848 Beiträge | 1041324 Punkte



1/365

Ivy beobachtete jede Bewegung des jungen Mannes. Ihres Mannes. Oder eben ihres zukünftigen Mannes. Diese Situation war wirklich...äußerst merkwürdig. Bis vor wenigen Wochen hatte die 21-Jährige noch Extraschichten im Krankenhaus geschoben, um halbwegs über die Runden zu kommen und etwas Geld anlegen zu können und nun stand sie hier. Edward Cooper hatte dafür gesorgt, dass Ivy zumindest die nächsten 365 Tage nicht arbeiten musste. So kannst du dich ganz auf meinen Sohn konzentrieren. In ihrer Erinnerung klang dieser Satz noch widerlicher als zu dem Zeitpunkt, als Edward ihn laut ausgesprochen hatte. Ivy wollte sich nicht auf irgendeinen verwöhnten Bengel konzentrieren, der keine Ahnung vom Leben außerhalb seiner Plastikkugel hatte. Wieso sollte ausgerechnet sie ihn zur Vernunft bringen? An seiner Stelle hätte Ivy vermutlich nur noch mehr randaliert, wenn man ihr plötzlich eine Braut vorsetzte. Ruhepol. hatte Edward sie genannt. Perfekt, um seinen Sohn wieder etwas Boden unter den Füßen zu geben. Wie stellte sich der Milliardär das denn vor? Sollte sie einmal kurz ihren imaginären Zauberstarb a la Bibbidi-Bobbidi-Boo schwingen und Bentley würde der perfekte Sohn und Ehemann werden? Na aber sicher. Ivy kannte ihren Künftigen zwar nicht, doch wenn sein Vater jemanden dafür bezahlte, ihn zu heiraten...das sagte doch schon alles über Bentley Cooper aus. Mittlerweile hatte der Ältere ihr seine Hand gereicht und sich vorgestellt. Kannte sie ihn? Nicht wirklich. Dennoch nickte Ivy, da sie den jungen Mann nicht direkt verärgern wollte. Sie würde einfach ihre Rolle spielen und fertig. So schwer konnte das doch gar nicht sein. Zumindest schien Bentley, oder wie er genannt werden wollte: Ben, genauso überrumpelt von der Situation zu sein wie Ivy selbst. Allzu lange wusste er wohl noch nichts von seinem Glück. Familienfrühstück. Noch so ein komisches Wort, was neu in Ivy's Wortschatz war. Frühstück und Familie. Beides hatte die Amerikanerin nie wirklich gehabt. Sie schluckte leicht und zog die Schultern ein Stück in Richtung Ohren hoch. Welche Antwort erwartete Edward denn nun von ihr? Sämtliche Augenpaare ruhten auf ihr, was es nicht leichter machte. Gepäck. Ivy hatte kaum Gepäck. Ihr Koffer stand im Flur. Ein paar Kleidungsstücke und ihre wenigen Habseligkeiten. Natürlich würde die Dunkelhaarige nun bei ihrem Verlobten leben. Die Wohnung wurde in ihrer Abwesenheit von Edward bezahlt. Doch Ivy musste hier wohnen. An der Seite von Ben. Vermutlich auch im selben Bett wie er schlafen. Bei dem Gedanken wurde ihr automatisch wieder schlecht. Sie war die ganz falsche Wahl für diesen Job. Sie hatte absolut keine Erfahrung mit Männern. Ihr leiblicher Vater hatte ihre Mutter vergewaltigt und wusste wohl nicht einmal von Ivy's Existenz. Ihr Stiefvater war bei einer Schießerei ums Leben gekommen. Alle Männer, die ihre Mutter die Jahre über zuhause angeschleppt hatte, waren auch nur ein paar Monate geblieben. Niemand blieb lange in Ivy's Leben. Erst Recht keine Männer. So hatte sich die 21-Jährige auch noch nie auf etwas eingelassen. Die Chance hätte sie mehrfach gehabt. Hässlich war sie ja nun wirklich nicht, ganz im Gegenteil. Doch ihr hatte schon immer die Zeit gefehlt. Nun stand sie hier. Verlobt, aber noch jungfräulich. Edward hatte nichts zum Thema Sex gesagt, also musste Ivy doch nicht unbedingt mit Ben schlafen. Oder etwa doch? Ein Schauer jagte ihr eisig über den Rücken. Nur langsam kam Ivy nun wieder in der Realität an, nickte zuerst leicht, schüttelte aber dann den Kopf. "Ich...ich habe nicht viel. Ich kann das auch selbst...tragen.", murmelte sie mit zittriger Stimme und Edward hob abwehrend die Hände. "Nichts da, Kindchen. Bentley begleitet dich und hilft dir. Dann kann er dir gleich euerReich zeigen. Also würde die 21-Jährige wohl doch mit ihrem Verlobten zusammen wohnen. Das war aber auch irgendwie zu erwarten gewesen. Wie sollten sich die Beiden denn sonst richtig kennen lernen?



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#6

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in Juli & Alex 08.11.2019 22:31
von Juli • Member | 1.178 Beiträge | 58900 Punkte

Bentley Cooper

Die Lösung mit ihrem Gepäck lieferte Ivy selbst. Da es nur wenige Sachen waren, konnte sie diese auch tragen. So war das Problem eigentlich für Ben gelöst, aber so unfreundlich wollte er dann auch nicht sein. Und außerdem hatte Edward schon wieder für seinen Sohn gesprochen, wie er es immer tat. Aber Ben war das gewöhnt. Der Satz brannte sich förmlich in Ben's Gedächtnis. Euer Reich. So ganz konnte man das Gästezimmer jetzt auch nicht als wirkliches Reich ansehen. Würde Ben in den nächsten Wochen zurück in sein Apartment ziehen können, würde Ivy dort auch mit hinkommen. Das wäre wenn schon denn schon die Definition des jungen Mannes, für ein eigenes Reich. Aber vorerst musste man sich eben mit dem Gästezimmer zufrieden geben. Edward deutete seinem Sohn dann an, Ivy's Gepäck zu nehmen und sie ins Zimmer zu bringen. Er selbst begab sich zurück an den Esstisch, zu Frau und Tochter, die eifrig miteinander sprachen. Mit einem leisen Seufzen schob sich der junge Mann an seiner Verlobten vorbei und trat auf den Flur, wo ihr Gepäck stand. Ein Koffer. „Wow, also das ist echt wenig“, staunte er und griff nach dem Koffer. Ben war sich plötzlich unsicher, wie er mit Ivy umgehen sollte. Wie er allgemein reagieren sollte. Er räusperte sich einmal kurz und wartete darauf, dass sie ihm folgte. „Er muss dir ja echt eine riesen Summe Geld zahlen, wenn du das hier machst“, meinte Ben dann, als beide am Gästehaus ankamen und er ihr die Tür öffnete. Wenigstens hatte Edward seinem Sohn doch etwas beibringen können. „Hör' zu, Ivy. Ich wette, du willst diese Scheiße hier genauso wenig wie ich, also...ich könnte dafür sorgen, dass du dein Geld bekommst. Egal was dir Edward zahlt, ich würde versuchen, dir genauso viel zahlen, wenn du versuchst, ihn umzustimmen. Ich will dich nicht heiraten“, sagte Ben es dann direkt heraus, was ihm die ganze Zeit im Kopf herumgegeistert war. Zwar war es nicht sicher, ob der junge Mann wirklich so viel Geld aufeinmal aufbringen konnte, aber versuchen würde er es. Jedoch kam ihm die Warnung seines Vaters in den Sinn. Enterbung...und eine kaputte Karriere... Sollte er das riskieren? „Is' ja erstmal egal. Jetzt stecken wir sowieso schon viel zu tief in der...“, begann Ben, doch hielt inne. Er hatte diese Fäkalsprache heute schon so oft verwendet... „Du weißt, was ich meine.“ Dann öffnete er die Zimmertür und schob Ivy hinein. Ihren Koffer stellte Ben neben ihr ab. War das Zimmer ordentlich? Nein. Das Bett war nicht gemacht und auf dem Boden lag noch ein Hemd vom gestrigen Tag. „Ich bin nicht der größte Ordnungsfanatiker“, teilte ich meiner Zukünftigen dann noch mit, hob das Hemd schnell auf und warf es im Bad in die Wäsche. „Fühl' dich wie Zuhause“, kam es aus dem Mund des Braunhaarigen, der schon wieder überfordert war. Hätte man ihn vorgewarnt, wäre er vielleicht anders drauf. Oder auch nicht.


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#7

RE: Start

in Juli & Alex 08.11.2019 22:46
von Alex • Senior Member | 5.848 Beiträge | 1041324 Punkte



1/365

Schweigend und mit gesenkten Blick folgte Ivy dem jungen Schauspieler zurück in den Flur und begutachtete ihre schäbigen Koffer, der wirklich fehl am Platz war. Auch Ben schien einen ähnlichen Gedanken zu haben, was die 21-Jährige leise aufseufzen ließ. "Dein Vater hat bereits gesagt, dass ich dringend shoppen gehen muss...bevor...die..., stieß Ivy hervor und schluckte. Sie sprach nur ungern und hörte viel lieber zu. Doch jetzt musste sie wohl oder übel selbst mal das Wort ergreifen. "Verlobung öffentlich benannt gegeben wird und man uns gemeinsam sieht.", beendete sie den Satz also schnell und ihre Worte überschlugen sich beinahe. Ben hatte sich zwischenzeitlich den Koffer geschnappt und deutete ihr an, ihm zu folgen. Also setzte sich die Dunkelhaarige in Bewegung, hätte aber beinahe wieder abrupt angehalten, als Ben wieder das Wort ergriff. Riesen Summe Geld. Natürlich war auch ihm klar, dass Ivy nicht einfach aus Spaß seine Verlobte spielte und ihn heiraten würde. Ohne etwas darauf zu erwidern, folgte Ivy ihrem Verlobten einfach weiter bis zu dem Gästezimmer, in welchem er wohl wohnte. Edward hatte da etwas angedeutet. Doch wenn die 21-Jährige ihn richtig verstanden hatte, würden sie und Ben bald gemeinsam in seine eigentliche Wohnung ziehen dürfen. Noch immer gab Ivy keinen Ton von sich und sah sich einfach nur um. Wundervoll. Wirklich wundervoll. In was für eine Lage hatte sich Ivy da nur gebracht? Wieder war es der Schauspieler, der das Wort ergriff und dafür sorgte, dass Ivy die Kinnlade hinunter kippte. Wollte sie diese Scheiße? Nein. Sie hätte sich die Sache mit einem Mann auch anders vorgestellt. In Ruhe kennen lernen, eine Beziehung anfangen, irgendwann miteinander schlafen, nach ein paar Jahren heiraten und Kinder bekommen. Doch nun hatte Ivy einige Schritte und Jahre übersprungen und setzte direkt beim heiraten an. Dabei war sie doch eigentlich so ein intelligentes Mädchen. Warum machte sie das? Zumindest bot Ben ihr an, ihr die selbe Summe zu geben wie sein Vater. Ivy lachte bitter auf und schüttelte den Kopf. "Ich habe bereits einen Vertrag unterschrieben, Ben. 365 Tage kennen lernen und dann drei Jahre eine glückliche Ehe führen. Daran muss ich mich halten. Aber ich verspreche dir, dass ich nach diesen vier Jahren aus deinem Leben verschwinden werde., gab Ivy zum ersten Mal mehr als nur ein paar Worte von sich und zog die Mundwinkel aufmunternd ein Stück nach oben. Seine Aussage, dass er sie nicht heiraten wollte, verletzte die Brünette mehr als es eigentlich sollte. Natürlich wollte er sie nicht heiraten. Sie war keine Frau für jemanden wie ihn. Zumindest das Zimmer hatten die Beiden inzwischen erreicht. Der Raum war groß, hell und modern eingerichtet. Zu guter letzt blieben die Augen am großen Bett haften. Hier sollte sie also schlafen. Neben oder auch mit Bentley Cooper. Allzu ordentlich war es hier jedoch nicht, ganz anders als in Ivy's kleiner Wohnung oder der Bruchbude, in der sie aufgewachsen war. Zuhause. Jemand wie sie hatte kein Zuhause. Dennoch nickte Ivy leicht und blieb unschlüssig in dem Raum stehen. Eigentlich sollten sie und Ben zurück zum Frühstück, doch Ivy würde gerade keinen Bissen hinunter bekommen. So zupfte die Dunkelhaarige nur an dem kurzen Rock, was ihrer Meinung nach mehr ein langes Oberteil war und blickte unsicher zu ihrem Verlobten.



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#8

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in Juli & Alex 09.11.2019 01:21
von Juli • Member | 1.178 Beiträge | 58900 Punkte

Bentley Cooper

„Wenn du dir Klamotten kaufen gehst, nimm' bitte Ordentliche und nicht so freizügiges Zeug, wo fast die ganze Brust raushängt“, erwiderte Ben auf ihre Worte, dass sie sich neue Sachen kaufen müsste. Eine zweite Mercedes brauchte er hier wirklich nicht. Dann hätte er gleich seine Halbschwester heiraten können. Bei diesem Gedanken wurde ihm ziemlich übel. Dann doch lieber Ivy. Durchkreuzt wurden seine Pläne, ihr einfach das Geld zu geben und sie zu überreden, Edward umzustimmen, indem sie einen Vertrag erwähnte. „Gott, dieser Typ hat auch an alles gedacht, oder?“, stöhnte der junge Mann frustriert. Aber Edward hatte Ahnung von Verträgen und außerdem die besten Anwälte, die es gab. Aber von den 3 Jahren hatte Ben nichts gewusst. „Also ab heute...werden wir 4 Jahre miteinander verbringen?“, wiederholte der Cooper Nachwuchs und beantwortete seine Frage eigentlich selbst. Genau wie er stand Ivy nun auch unschlüssig herum und schien nicht zu wissen, wie es weitergehen sollte. Was der junge Mann aber erkannte, war die Unzufriedenheit mit dem Outfit Ivy's. Ben verschränkte die Arme vor der Brust und blickte seine Verlobte an. „Du solltest es dir hier aber nicht zu gemütlich machen. Vielleicht können wir nächste Woche auch schon in meine Wohnung ziehen“, teilte er ihr noch mit, falls sie es noch nicht wusste. Aber irgendwie wusste die Kleine generell viel mehr als Ben im Moment. „Willst du dich vielleicht noch umziehen? Dann lasse ich dich nämlich kurz allein. Wenn nicht, sollten wir zurück zum Frühstück gehen. Man vermisst uns sicher schon“, kamen die Worte grummelnd von dem jungen Schauspieler, der sich nur zu gut vorstellen konnte, wie neugierig Lillian und Mercedes sein würde. Da hatte er fast schon Mitleid mit Ivory. Wie war es wohl so für sie, mit einem richtigen Star in Kontakt zu sein? Konnte schließlich nicht jeder behaupten, die Verlobte von Bentley Cooper zu sein. Bildete er sich auf seinen Namen viel ein? Natürlich tat er das. Jeder kannte diesen Namen, da er definitiv nicht oft vertreten war. Noch einmal glitt Ben's Blick über Ivy. Sie redete irgendwie wenig. Aber er hatte ihr ja auch kaum Fragen gestellt. Lag wohl daran, dass ihr Leben ihn nicht interessierte. Zumindest heute nicht. Bei der Laune, die Ben hatte, war das aber auch irgendwie verständlich. Es war alles so verdammt befremdlich. Bentley konnte sich in keinster Weise vorstellen, wie das die nächsten Jahre weitergehen sollte.


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#9

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in Juli & Alex 09.11.2019 11:53
von Alex • Senior Member | 5.848 Beiträge | 1041324 Punkte



Bei seinen Worten hob Ivy die Augenbrauen leicht an und sah an sich herunter. Fast die ganze Brust hing bei dem Rollkragenpullover nicht raus, nur der Rock war vielleicht etwas zu kurz geraten. Doch dieses Outfit hatte nicht sie, sondern Ben's Vater ausgesucht. Also zuckte die junge Frau leicht hilflos mit den Schultern. Ihretwegen brauchte sie nicht einmal neue Klamotten. Ihr reichte das, was sie bereits hatte, vollkommen aus. Doch für eine Familie wie die Coopers wohl kaum. Leise seufzte Ivy, nickte aber dann. "auf knappe Outfits stehe ich sowieso nicht.", kam es ihr leise über die Lippen, welche sich zu einem sanften Lächeln verzogen. "Genau. Heute ist Tag 1, an Tag 365 findet die Hochzeit statt. Dann noch weitere 1.095 Tage nach außen hin eine perfekte Ehe führen und ab Tag 1.096 musst du mich nie wieder sehen.", erklärte die 21-Jährige und zupfte erneut am unteren Saum des Rockes herum. Bei Ben's nächsten Worten rechnete sie erst damit, dass er sie schon viel früher vertreiben würde. Doch es ging lediglich um seine Wohnung. Ivy nickte erneut, denn darüber wusste sie ja bereits Bescheid. Umziehen. Anscheinend merkte Ben, wie unwohl sich seine Verlobte in ihrem unfreiwilligen Outfit fühlte. Dennoch schüttelte sie nur den Kopf. Edward würde nicht wollen, dass sie in einer anderen Aufmachung am Frühstückstisch saß. So setzte sie sich einfach neben Ben in Bewegung, um kurz darauf auch schon wieder im Esszimmer angekommen zu sein. "Ich hoffe, dir gefällt es hier, Ivy. Komm, setz dich., erklang sofort Edward's freudige Stimme und er deutete auf den Stuhl neben dem seines Sohnes. "Das sind meine Frau Lillith und unsere Tochter Mercedes.", stellte er den Rest der Familie vor. Ivy zwang sich zu einem Lächeln und reichte beiden Frauen kurz die Hand, ehe sie sich wie befohlen auf dem Stuhl niederließ. Ungläubig wanderten ihre braunen Augen dann über den Tisch. So viel Lebensmittel und verschiedene Säfte hatte es bei ihr Zuhause nie gegeben. Das Hoch aller Gefühle waren alte Scheiben Brot mit ganz wenig Butter gewesen. Die 21-Jährige schluckte leicht und wusste gar nicht, wo sie anfangen sollte. Hunger hatte sie nach wie vor nicht. Sie war es gewöhnt, selten und auch nur wenig zu essen. Früher hatte sie den Großteil der Lebensmittel ihren jüngeren Geschwistern überlassen und selbst maximal die Reste gegessen. Nun stand ihr hier alles mögliche zur freien Verfügung. Verschiedene Sorten Brot, haufenweise Semmeln, Aufschnitte, Marmeladen, Orangensaft, Multivitaminsaft, Apfelsaft...Ivy wurde von dem großen Angebot beinahe etwas schwindlig. "Komm, nimm dir was du willst.", erklang die Stimme von Mercedes und Ivy nickte nur leicht. Aber was wollte sie denn? Vorsichtig griff sie letztendlich zu der Schüssel Obstsalat und füllte sich eine kleine Portion davon auf ihren Teller. "Ihr werdet die nächsten Tage erst einmal hier bleiben und euch nicht in der Öffentlichkeit blicken lassen, verstanden? Bentley, du bringst Ivy alles bei, was sie wissen muss. Mercedes wird mit dir dann online die ersten Klamotten einkaufen, Kindchen."
Die Brünette hob den Kopf und blickte zu ihrem Verlobten. Die Tatsache, dass diese Mercedes ihr bei der Auswahl der neuen Kleidung helfen sollte, gefiel ihr nur mäßig gut. Doch sie war nicht in der Position, um irgendwelche Forderungen zu stellen. "Bentley wird sich die Tage nach einem passenden Verlobungsring umsehen. Sobald dieser deinen Finger ziert, stellen wir dich der Gesellschaft vor und verkünden die Verlobung."
Klang ja eigentlich ganz einfach. Dennoch überkam Ivy ein ungutes Gefühl. Vor allem die nächsten Worte ihres Schwiegervaters bekräftigten dieses Gefühl nur. "Wenn ihr alleine seid, könnt ihr euch meinetwegen aus dem Weg gehen. Aber ihr zeigt euch mindestens dreimal wöchentlich in der Öffentlichkeit überglücklich verliebt. Was ihr macht, wenn ihr unter euch seid, bleibt euch überlassen." Kaum sichtbar zuckte die Amerikanerin kurz zusammen und dachte an den Vertrag. Warum hatte sie dieses verdammte Papier nur unterschrieben? Allein die Klauseln, welche der Vertrag umfasste, waren menschenunwürdig. Doch erneut nickte Ivy einfach nur, ohne sich selbst zu Wort zu melden. War vermutlich auch besser so.



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#10

RE: Start

in Juli & Alex 09.11.2019 12:41
von Juli • Member | 1.178 Beiträge | 58900 Punkte

Bentley Cooper

1096 Tage? Hörte sich genauso bekloppt an wie 4 Jahre. Sein Blick blieb immernoch auf Ivy liegen. Er wollte sie nicht heiraten, sie nicht lieben oder überhaupt an seinem Leben teilhaben lassen. Frauen waren für ihn meistens nur für's Bett. Dieser ganze Beziehungsscheiß war doch zum Kotzen. Wobei eine Verlobung mit folgender Hochzeit definitiv schlimmer war, als wenn es einfach nur eine Fake Beziehung gewesen war. Umziehen wollte sich die Kleine nicht, weshalb die Beiden wieder den Weg zum Haupthaus antraten und sich im Esszimmer blicken ließen. Ivy setzte sich neben Ben. Edward hatte es ihr ja vorgeschrieben. Trotz der Nettigkeit des Familienoberhaupts wollte man sich ihm nicht wirklich wiedersetzen. Ben hingegen tat es gern, aber in den nächsten Wochen musste er wohl doch nach der Pfeife seines Vaters tanzen. Sogleich stellte Edward dann auch den Rest der Familie vor. Die Hexe zeigte sich wie immer total freundlich und auch Mercedes lächelte breit. Augenrollend griff Ben nach etwas Orangensaft und füllte diesen in sein Glas. Immernoch war ihm der Hunger vergangenen, wobei es Ivy definitiv nicht anders ging. Edward begann dann mit der Einweisung. Sich nicht mit Ivy zu zeigen, würde leicht werden für Ben. Wirkliche Events standen nicht an, erst in ein oder zwei Wochen gab es die Filmpremiere seines neuen Horrorfilms, dann noch irgendeine Charity- Veranstaltung und irgendwann Fotoshootings für neue Titelblätter und Modemagazine. Ben war gefragt, das konnte man nicht leugnen. Aber die folgenden Jahre müsste er seine Aufmerksamkeit wohl mit Ivy teilen. Und die passte überhaupt in die Welt der Reichen. Was hatte sich sein Vater nur gedacht? Bentley sollte seiner Verlobten dann auch noch alles beibringen, was sie wissen müsste. Das würde viel Arbeit werden. Aber die Kleine würde sich sicherlich nicht allzu blöd anstellen, oder? Teilnahmslos lümmelte der junge Mann auf seinem Stuhl und griff dann nach seinem Handy, das noch auf dem Tisch gelegen hatte. Er musste sich ablenken. „Warte, was? Ich muss den Verlobungsring aussuchen? Ernsthaft...“, grummelte Ben dann, weil er der Unterhaltung doch mit einem Ohr gelauscht hatte und legte das Handy zurück auf den Tisch. „Ich werde dir natürlich zur Seite stehen“, erwiderte Edward und lächelte Ben aufmunternd an. „Danke, du bist wirklich sehr freundlich“, knurrte der junge Schauspieler sarkastisch und verschränkte wieder die Arme vor der Brust. Von Ringen hatte er keine Ahnung und außerdem wusste er nicht, was Ivy gefallen würde. Gott, es interessierte ihn auch überhaupt nicht. Die Worte seines Vaters wurden gefühlt immer schlimmer. „Dreimal wöchentlich? Maaaan.“ Ben war jetzt wirklich angepisst. Klar, sich dreimal zu zeigen war jetzt nicht so krass schwer, aber hätte einmal nicht gereicht? „Will ich auch hoffen, dass uns das überlassen bleibt, was wir machen, wenn wir allein sind. Noch mehr kannst du mir ja auch nicht mehr vorschreiben“, wandte sich Ben nochmal an seinen Vater und funkelte ihn genervt an. „Ich erwarte Besserung von dir, Bentley. Du weißt, was sonst passiert... Und, Ivy? Ich bin wirklich sehr froh, dass du hier bist, meine Gute. Ich bin mir sicher, dass durch dich alles besser wird!“, sagte Edward euphorisch und lächelte wieder. Ben murrte bloß leise vor sich hin. Aus der Scheiße kam er nicht mehr raus. „Ich freue mich wirklich total, endlich ein Mädchen in meinem Alter hierzuhaben!“, begann Mercedes dann plötzlich zu reden und blickte grinsend zu Ivy. „Und wir werden shoppen gehen! Das wird soooo toll!“ Ben lehnte sich etwas zu Ivy. „Willkommen in der Hölle, Ivory.“


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#11

RE: Start

in Juli & Alex 09.11.2019 12:58
von Alex • Senior Member | 5.848 Beiträge | 1041324 Punkte



Ivy versank immer weiter und weiter in ihrem Stuhl und hätte sich am liebsten in Luft aufgelöst. Die ganze Situation war ihr einfach nur unangenehm und peinlich. Zwar hatte sie nichts anderes erwartet, aber zumindest irgendwie gehofft, dass ihr Zukünftiger die Neuigkeit besser aufnehmen würde. Doch dies war nicht der Fall. Ihm schien kein einziges Wort zu gefallen, was den Mund seines Vaters verließ. Eigentlich wollte die 21-Jährige einwenden, dass sie gar keinen Verlobungsring wollte. Das Teil würde nur unmenschlich teuer sein. So viel Geld sollte niemand für sie ausgeben. Abgesehen von der Halskette aus Elfenbein besaß die junge Frau ja nicht einmal Schmuck. Bei dem Gedanken an das teure Schmuckstück wanderte ihre Hand automatisch an die Perlen. Eric hatte sie ihr damals geschenkt. Zu diesem Zeitpunkt war ihre Welt noch in Ordnung gewesen. Die Jahre mit ihrem Stiefvater waren die schönsten in ihrem Leben gewesen. Doch dann war er zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen und sein Tod hatte die Familie wirklich in den Ruin gestürzt.
Ivy's Gesichtsausdruck sprach vermutlich Bände. Dennoch hielt sie einfach den Mund und schob sich nach und nach mit der kleinen Gabel das klein geschnittene Obst in den Mund. Schmecken tat es jedenfalls gut, doch sie hatte das Gefühl, sich jeden Moment übergeben zu müssen. Als Mercedes sie ansprach, hob Ivy doch wieder den Kopf und zog die Mundwinkel krampfhaft nach oben. Sie hasste shoppen. Wie konnte sich dieses aufgedrehte, leicht bekleidete Mädchen so darüber freuen? In ihrem Alter war Ivy doch auch nicht. Was hatte Edward ihr gesagt? Mercedes war erst vor kurzem 18 geworden und somit doch noch drei Jahre jünger als die Verlobte ihres Bruders. Toll. Das Einzige, was Ivy toll fand, war die Tatsache, dass sie in vier Jahren endlich ein normales Leben führen konnte. Sie konnte ihre Geschwister zu sich holen, sich um die Pflege von Serenity kümmern. Und vielleicht auch ihrer Mutter helfen. Auch wenn Ivy zu der Frau kein sonderlich gutes Verhältnis hatte, so war Beatrice noch immer ihre Mutter. Durch ihre Ausraster hatte Ivy viele Narben auf ihrem Körper, eine knapp unter ihrem Auge. Nicht groß, aber zumindest so groß, dass sie bei näherer Betrachtung auffiel. Wie alt war sie gewesen, als Beatrice mit dem Messer auf sie losgegangen war und versucht hatte, ihr die Augen auszustechen? 14? 15? Es war jedenfalls nicht lange vor dem Unfall ihrer Schwester gewesen. Ben's Stimme an ihrem Ohr ließ die 21-jährige Brünette zusammen zucken. "Wenn das für dich die Hölle ist, ist es die schönste Hölle, in der ich jemals war.", gab die Amerikanerin leise von sich. Ben hatte doch absolut keine Ahnung davon, wie die Hölle wirklich aussah. Ivy hingegen konnte davon ein Lied singen. Sie war in dieser Hölle aufgewachsen und hatte dort bis vor wenigen Stunden auch noch gelebt.



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#12

RE: Start

in Juli & Alex 09.11.2019 13:20
von Juli • Member | 1.178 Beiträge | 58900 Punkte

Bentley Cooper

Ivy's Worte veranlassten ihn, seine Augenbrauen hochzuziehen. Leider war der Schauspieler nicht mit dem Talent gesegnet, nur eine Augenbraue hochziehen zu können. Aber er konnte ja eben nicht zu perfekt sein. Wollte die Kleine ihn jetzt neugierig machen? Geschafft hatte sie es allemal. Anscheinend gab es schlimmeres, was Ivory hatte durchmachen müssen. Auch wenn Ben's Interesse irgendwie geweckt war, würde er sich jetzt nicht die Blöße geben und nachfragen. „Ich werde eben nicht jeden Tag mit irgendeinem fremden Mädel verheiratet...also ja, das ist die Hölle für mich. Und wenn's für dich die schönste Hölle ist, kannst du's ja genießen“, murmelte Ben und lehnte sich wieder zurück. Die Familie beendete das Frühstück dann langsam und die Angestellte räumte den Frühstückstisch ab. Mercedes und Lillian verschwanden kurz darauf schon. Edward warf einen Blick zur alten Standuhr, die sich im Esszimmer befand. „Am besten lernt ihr euch jetzt erstmal kennen. Ihr könntet vielleicht...etwas Tennis spielen, wenn ihr Lust habt.“ Mit diesen Worten war auch Edward verschwunden. Ivy und Ben blieben als Einzige zurück. Aber Tennis spielen wollte Ben jetzt nicht wirklich. Lieber wollte er in irgendeine Bar und sich richtig betrinken und abfeiern. Auch wenn es erst früh am Morgen war. Gemeinsam mit seiner Verlobten verließ er dann das Haupthaus. Draußen zog Bentley erstmal eine Zigarette aus seiner Hosentasche und dazu ein Feuerzeug. Die Zigarette steckte er sich zwischen die Lippen und zündete sie an. „Willst du auch?“, fragte der junge Mann Ivy, warum auch immer. Was Kippen anging, war der Braunhaarige ziemlich geizig. Aber er würde mit dem Mädel sowieso bald mehr teilen, als ein paar Zigaretten. Ob zwischen den Beiden mal was Sexuelles laufen würde? Ben wäre nicht abgeneigt, aber jetzt passte das sowieso nicht. Küssen mussten sie sich trotzdem irgendwann. Spätestens bei der Filmpremiere, wenn die ganzen Fotografen die besten Bilder wollten. Gott, das hieß nicht nur küssen, sondern auch Händchen halten und den ganzen Abend lang Grinsen wie ein Honigkuchenpferd und Lächeln wie der glücklichste Mensch auf der Welt. Gestresst bließ Ben den Rauch aus. Ahh, rauchen entspannte ihn immer. Auch vor Gras oder anderen Rauschmitteln hatte er nicht halt gemacht, aber da sein ehemaliger Kontaktmann von der Polizei erwischt worden war, gab es erstmal keinen Nachschub. Aber Zigaretten reichten vollkommen.


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#13

RE: Start

in Juli & Alex 09.11.2019 13:31
von Alex • Senior Member | 5.848 Beiträge | 1041324 Punkte



Die Dunkelhaarige warf ihrem Verlobten einen nichtssagenden Blick zu. Klar, für jemanden wie ihn war es natürlich schlimm, plötzlich heiraten zu müssen. Edward hatte von den zahlreichen Frauengeschichten seines Sohnes erzählt. Sex gehörte zwar nicht zum Vertrag, doch würde es jemals so weit kommen, dann wohl nur mit Kondom. Doch Ivy wollte daran eigentlich gar nicht denken. Sie wollte ihre Jungfräulichkeit nicht an so einen Frauenaufreißer verlieren, für den sie nur eine von vielen war. Doch Ivy war gar nicht eine von vielen. Sie war seine Verlobte und baldige Ehefrau. Wenn ihre Mutter davon erfuhr, würde diese sicher im Kreis springen. Die kleine Ivory Grayson an der Seite von Bentley Cooper. Ein Traum würde für Beatrice wahr werden. Einer der Gründe, warum Ivy ihr Vorhaben niemandem erzählt hatte. So viele Leute gab es sowieso nicht in ihrem Leben. Ihre Geschwister und ihre Arbeitskollegen um genau zu sein. Für Freunde hatte die junge Frau nie Zeit gehabt.
Nachdem alle fertig gefrühstückt hatten, verabschiedete sich der Großteil der Familie Cooper. Nachdenklich sah Ivy ihrer neuen Familie nach und seufzte leicht. Tennis. Sie hatte noch nie Tennis gespielt und würde sich nur blamieren. Doch zum Glück schien Ben nicht allzu viel Lust auf sportliche Betätigung zu haben. So folgte Ivy ihm einfach schweigend nach draußen und blieb vor dem Haupthaus stehen. Skeptisch fiel ihr Blick auf die Zigarettenschachtel. Ihre Mutter hatte auch geraucht. Ein bis zwei Schachtel pro Tag. Jeden Tag. Obwohl eigentlich das Geld schon hinten und vorne gefehlt hatte. Ivy hatte mit elf Jahren angefangen zu arbeiten, um sich und ihre Geschwister irgendwie durch den Tag bringen zu können. Von ihrem mickrigen Gehalt hatte sie jeden Monat ein paar Dollar in ihr Sparschwein geworfen, um irgendwie mal Geld für ordentliche Winterklamotten zu haben. Eines Tages war sie spät abends nach Hause gekommen und hatte das Sparschwein zerbrochen vorgefunden. Mitten in der Nacht war Beatrice stockbesoffen nach Hause gekommen. Innerhalb von nur einem Abend hatte Ivy's Mutter das Geld, welches die Kleine mühevoll über mehrere Jahre hinweg gespart hatte, ausgegeben. Und dann war Beatrice auch noch auf ihre Älteste losgegangen. Ivy's Gesichtsausdruck hatte sich automatisch verändert. Eine Mischung aus Wut und Trauer zeigte sich. Nur langsam kam die Amerikanerin wieder in der Realität an und schüttelte leicht den Kopf. "Ich rauche nicht.", kam es ihr beinahe tonlos über die Lippen. "Jedenfalls nicht aktiv.", fügte sie noch hinzu und zwang sich wieder zu einem leichten Lächeln. "Es tut mir leid, dass ich dich wohl so überrumpelt habe...ich dachte, Edward hätte dich zumindest in Ruhe darauf vorbereitet."



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#14

RE: Start

in Juli & Alex 09.11.2019 13:54
von Juli • Member | 1.178 Beiträge | 58900 Punkte

Bentley Cooper

In Gedanken versunken blickte Ben dem aufsteigenden Rauch nach. Wie hatte sich der Tag so wenden können? Heute morgen war ihm noch sterbenslangweilig gewesen und jetzt hatte er Beschäftigung. Irgendwie fühlte sich das mit Ivy schon so an, als hätte der Braunhaarige einen Hund bekommen. Er musste mit ihr rausgehen, sich um sie kümmern und ihr vieles beibringen. Ben verwarf diesen Gedanken. Es war nicht fair, dass hübsche Mädchen mit einem Hund zu vergleichen. Die Zigarette lehnte sie ab, schien davor selbst irgendwie in Gedanken zu sein und lächelte dann kurz. Bentley wollte seine zukünftige Frau nicht verschrecken und wollte das Lächeln erst erwidern, ließ es aber. Kein Bock auf sympathisches Auftreten. Auch ihre Entschuldigung veranlasste ihn nur dazu, mit den Schultern zu zucken und wieder einen Zug von der Kippe zu nehmen. „Der Typ macht nie irgendwas, was mir in den Kram passt“, meinte er bloß gelangweilt und drehte die Zigarette zwischen seinen Fingern. „Aber so ist das gnadenlose Leben, wenn man reich und berühmt ist. Man wird ständig ins kalte Wasser geworfen, ohne darauf vorbereitet zu werden. Irgendwann müsste ich mich auch mal dran gewöhnen“, sagte der junge Mann kopfschüttelnd und fuhr sich mit der freien Hand durchs Haar. Dramatisierte er das Ganze? Natürlich, aber aus Ben's Sicht war es einfach so. Und es war ihm auch egal, wie arrogant das wahrscheinlich rübergekommen war. Die Kippe war nach ein paar Minuten nur noch ein Stummel, den der junge Erwachsene auf den Boden schnippte und austrat. Edward hasste das, aber was scherte es Ben? „Willst du irgendwas bestimmtes machen? Ich habe keinen Plan, was ich mit dem Tag anfangen soll.“ Das Wort 'wir' hatte Ben mit Absicht nicht verwendet. Er wollte eigentlich nichts mit der Kleinen machen.


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#15

RE: Start

in Juli & Alex 09.11.2019 14:03
von Alex • Senior Member | 5.848 Beiträge | 1041324 Punkte



Bei seinen Worten lachte Ivy bitter auf. "Männer machen allgemein nie etwas, was einem in den Kram passt.", stellte sie mit einem gewissen Unterton in der Stimme fest. Entweder sie vergewaltigten junge Mädchen und schwängerten sie dadurch, oder sie ließen sich einfach abknallen oder sie gaben gegenüber einer Jugendliche anzügliche Kommentare ab oder berührten diese Jugendliche auch noch an Stellen, die man besser nicht berühren sollte. Die 21-Jährige sprach leider aus Erfahrung. Die einzigen beiden Männer in ihrem Leben, die sie zu schätzen wusste, waren ihre Halbbrüder Balt und Zac. Ansonsten beschränkten sich ihre Erfahrungen mit Männer nur auf das Negative. Leise seufzte Ivy auf und legte den Kopf leicht schief. Ben ließ es beinahe so klingen, als wäre sein Leben ja so unglaublich hart. Die Braunhaarige verdrehte leicht die Augen. Ihr Verlobter lebte wohl wirklich in einer Blase. Keine Ahnung von dem, was sich außerhalb seiner kleinen Welt so abspielte. Ivy hatte solche Menschen schon kennengelernt und hielt nicht viel von ihnen. Doch Ben musste sie irgendwie mögen. Das würde doch machbar sein. Sie brauchte sich ja nicht in ihn verlieben oder sonst was. Wahre Liebe war hier sowieso absolut Fehl am Platz. Bei seiner Frage zuckte Ivy leicht mit den Schultern. Ben schien nicht darauf aus zu sein, direkt was mit seiner neuen Verlobten zu unternehmen und sie kennen zulernen. "Wenn es dich nicht stört, würde ich gerne meinen Koffer auspacken und mich dann ein wenig hinlegen...", gab die Brünette also unsicher von sich. Vielleicht würde ihre Bitte Ben jedoch ganz gelegen kommen. Sie konnte alleine zurück in das Schlafzimmer laufen und er hatte seine Ruhe. Zumindest bis Edward sich wieder einmischte. Ivy grauste es außerdem jetzt schon vor der ersten gemeinsamen Nacht. Sie wollte nicht mit einem fremdem Mann in einem Bett schlafen. Doch sie hatte keine andere Wahl. Es gehörte zu ihrer Abmachung mit Edward Cooper.



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#16

RE: Start

in Juli & Alex 09.11.2019 14:33
von Juli • Member | 1.178 Beiträge | 58900 Punkte

Bentley Cooper

Männer taten nie das, was einem in den Kram passte? Ben gab Ivy Recht. Er selbst war ja genauso. Das Seufzen von der jungen Dame war ihm nicht entgangen und ihm war auch bewusst, was sie jetzt wahrscheinlich dachte. Sollte sie doch denken, was für ein verwöhnter Typ er war. Er war es ja schließlich auch, da gab es nichts zu leugnen. Was Bentley dann aber in den Kram passte, war Ivy's Vorschlag. „Kannst du ruhig machen. Räum' einfach ein paar meiner Klamotten im Schrank um, damit du für deine Platz findest“, erklärte der junge Mann noch kurz. Ivy hätte das wahrscheinlich sowieso getan, aber er wollte es lieber gesagt haben. „Falls du bis zum Mittagessen schläfst, wecke ich dich dann“, fügte er noch hinzu und steckte die Hände wieder in die Taschen. „Den Weg ins Zimmer findest du sicher selbst, oder.“ Es war keine Frage, sondern eine Feststellung. Der Weg war nicht schwer, aber vielleicht hatte die Kleine einen Orientierungssinn wie eine Kartoffel - Ben wusste es nicht. Aber er wusste ja sowieso nichts über das Mädchen, außer ihren Namen und der Fakt, dass sie schon irgendetwas niedliches hatte. Bentley öffnete den Mund, um noch hinzuzufügen, dass sie sich an ihn wenden sollte, wenn etwas unklar wäre, ließ es aber. Es war eigentlich alles gesagt, oder? Am Nachmittag würde Edward seinen Sohn aber dazu bringen, Zeit mit der jungen Frau zu verbringen. Das war diesem klar. Wenigstens ein bisschen sollten die zwei miteinander klarkommen. Und wie lief das eigentlich ab, wenn irgendein Reporter fragte, wie sich die beiden jungen Erwachsenen kennengelernt hatten? Da mussten die Zwei also auch etwas lügen. Aber Ben lag das ja eh.


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#17

RE: Start

in Juli & Alex 09.11.2019 14:45
von Alex • Senior Member | 5.848 Beiträge | 1041324 Punkte



Ivy nickte zwei Mal kurz hintereinander. Sie würde schon Platz für ihre Klamotten finden. So viel besaß die junge Frau sowieso nicht. Eine Jeans, eine Hose, eine Jogginghose. Drei Oberteile, zwei Pullis. Zwei paar Schuhe. Eine Sommerjacke und eine etwas dickere Jacke für den Winter. Noch ein paar Garnituren Unterwäsche und einige Sockenpaare. Hatte sie etwas vergessen? Nein. Ivy wusste genau, was sie besaß. Es war nicht viel, aber es reichte ihr. Nur selten kaufte sich die Braunhaarige etwas Neues, vor allem seit sie ausgewachsen war, verzichtete Ivy auf diese zusätzlichen Ausgaben. Zumindest hatte sie als Älteste immer das Glück gehabt, 'neue' Klamotten zu bekommen. Diese waren zwar auch schon Second Hand gewesen, aber immerhin hatte Ivy nie wie ihre Geschwister die aussortierten Teile anziehen müssen. Auch den Weg zurück ins Gästezimmer würde die 21.Jährige alleine finden. Das Anwesen war zwar groß, aber sie nicht dumm. "Danke.", kam es ihr also nur über die Lippen und sie strich sich eine dunkle Haarsträhne, welche sich wohl aus dem Pferdeschwanz gelöst hatte, hinters Ohr. "Dann...sehen wir uns...nachher?", stellte Ivy noch sicher und setzte sich dann in Bewegung. Im Schlafzimmer blieb die junge Frau erst einmal unschlüssig stehen. Bevor sie überhaupt ihren Koffer ausräumen konnte, musste sie auf jeden Fall erst einmal hier Ordnung machen. So setzte sie ihr Vorhaben in die Tat um, sammelte erst einmal alles ein, was irgendwo herumlag, besorgte sich dann einen Eimer, ein Putztuch und einen Staubwedel und putzte das Zimmer gründlich. Auch die Schränke wurden ausgeräumt, fein säuberlich abgewischt und dann wieder ordentlich mit den jeweiligen Inhalten bestückt. Schlafen konnte Ivy auch noch in der Nacht. Ihr angekündigter Schlaf war nur ein Vorwand gewesen, um Ben nicht dazu zu nötigen, nun wirklich etwas mit ihr zu unternehmen. Da sie schon so schön dabei war, hatte die Amerikanerin auch noch das Bett frisch bezogen. Nun sah der Raum doch gleich viel besser aus. Der spärliche Inhalt ihres Koffers fand seinen Weg in die Schränke und auch den Koffer selbst verstaute Ivy dort. Allzu lange würde sie ja nicht bleiben. Zufrieden betrachtete die Brünette ihr Werk und ließ sich dann auf die Couch sinken. Nachdenklich öffnete sie den Chat mit ihren beiden Brüdern, welche zum Glück zusammen in einer Pflegefamilie untergekommen waren. Mit einem sanften Lächeln im Gesicht tippte Ivy eine längere Nachricht und schickte diese dann ab.



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#18

RE: Start

in Juli & Alex 09.11.2019 15:16
von Juli • Member | 1.178 Beiträge | 58900 Punkte

Bentley Cooper

Die Kleine hatte alles verstanden und mit einem Nicken bezüglich ihrer Frage, ob sie sich nachher wieder sehen würden, verabschiedeten die beiden sich quasi. Kaum war sie weg, zog Ben die nächste Zigarette heraus und begann, erneut zu rauchen. Mit der Zigarette zwischen den Lippen lief er am Haupthaus entlang und gelangte hinter zum Pool, Tennisplatz und zur Tischtennisplatte. Auch ein Grillplatz befand sich hier. Auf einer der Gartenstühle ließ sich Ben nieder. Die Kippe war fertig geraucht und landete wieder auf dem Boden. Überfordert fuhr sich Cooper durchs Gesicht und vergrub sein Gesicht schlussendlich in beiden Händen. Er bemitleidete sich im Moment ziemlich krass. Ivy war ihm total egal und würde es auch immer sein, das schwor er sich. „4 Jahre...1096 Tage... 1096 fucking Tage“, murmelte er immer wieder leise vor sich hin und schüttelte den Kopf. Vom hinteren Teil des Anwesens gab es einen Zugang zu einem kleinen Privatstrand. Ben musste sich irgendwie ablenken, aber wie? Schwimmen wollte er nicht, auch andere Sportarten sprachen ihn jetzt nicht an. Deshalb zog er sein Handy aus seiner Hosentasche und filmte die Aussicht, die er vom Anwesen aus hatte. »Werde den Ausblick vermissen, wenn ich wieder in meine Wohnung muss«, schrieb er dazu und stellte es in seine Story. Irgendwann fand sich der junge Mann im Hauptgebäude wider und machte sich ins Arbeitszimmer seines Vaters. Dieser war zum Glück nicht drin, deshalb nahm sich Bentley eine Flasche Whisky, den Edward dort aufbewahrte, und goss sich etwas in ein Glas. Ein ordentlicher Schluck entspannte den jungen Mann zusätzlich. Nachdem er sich auch die restliche Zeit irgendwie vertrieben hatte, traf er im Wohnzimmer auf seinen Vater, der gerade sein fertig gelesenes Buch weglegte. „Ach, Bentley. Das trifft sich gut. Gleich wird das Mittagessen serviert. Wo ist denn...“, begann Edward, doch Ben wusste schon, was er wollte. „Die schläft“, unterbrach Ben seinen Vater, der nur wissend nickte. „Du kannst sie dann holen.“ Der junge Schauspieler antwortete nicht, sondern verließ das Haus und machte sich auf zu seinem Zimmer im Gästehaus. Er wollte erst einfach die Tür aufreißen, klopfte dann aber lieber. Die Kleine sollte schließlich keinen Herzinfarkt kriegen. Nachdem Ben geklopft hatte, trat er ein. „What The Fuck, was ist denn hier passiert?“, kam es überrascht aus seinem Mund. Das Zimmer war tatsächlich aufgeräumt und ordentlich. Ivy schlief auch nicht, sondern saß auf der Couch. Ben war es eigentlich gleichgültig, wie es hier aussah. Er konnte im Chaos leben, aber auch hier. „Ähm...danke“, brachte er dann doch über die Lippen. „Es gibt übrigens gleich Mittagessen.“


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#19

RE: Start

in Juli & Alex 09.11.2019 15:27
von Alex • Senior Member | 5.848 Beiträge | 1041324 Punkte



Ivy hob den Blick von ihrem Handy als jemand an der Tür klopfte. Dieses Geräusch war der 21-Jährigen fremd. Wer mit vielen jüngeren Geschwister aufwuchs, war es gewohnt, dass ständig jemand unangekündigt in den Raum stürmte. Noch dazu hatte sich Ivy mit ihren Schwestern auch immer ein Schlafzimmer geteilt. "Ja?", kam es der Brünetten also irritiert über die Lippen. Insgeheim hoffte sie ja, dass es sich weder um einen Teil der Familie noch um Personal handelte. Ihre Gebete wurden erhört, denn lediglich ihr Verlobter schob die Tür auf und blieb dann wie angewurzelt stehen. Leicht musste Ivy grinsen, richtete sich auf und zog den Rock nach unten, welcher durch die sitzende Position mehr freigegeben hatte als er sollte. "Ich dachte, wenn ich schon hier bin, kann ich mich auch nützlich machen.", erklärte die Amerikanerin unschuldig. Sie erwartete eigentlich kein Dankeschön für ihre kleine Putzaktion. Sie hatte es gerne sauber und ordentlich. Wer in einer kleinen Wohnung aufwuchs, lernte schnell, dass Ordnung die halbe Miete war. Zumindest wirkte jeder noch so kleine Raum frisch geputzt und aufgeräumt gleich ein gutes Stück größer. Mittagessen? Es hatte doch gerade erst Frühstück gegeben. Kurz wanderte der Blick ihrer braunen Augen zurück auf das Handy. Tatsächlich hatte sie doch ziemlich viel Zeit hier verbracht. Hunger hatte Ivy aber nach wie vor nicht. Dennoch setzte sie sich in Bewegung und folgte Ben zurück in das Haupthaus. Schweigend, versteht sich. Ivy hatte absolut keine Ahnung, über was sie mit ihrem Verlobten sprechen sollte. Im Esszimmer war der Tisch schon wieder reichlich gedeckt. Ungläubig schüttelte die junge Frau den Kopf. "Davon lebt meine sechsköpfige Familie nicht einmal in einer Woche...", kam es ihr leise über die Lippen. So leise, dass es vermutlich niemand hörte. Edward und seine Frau saßen bereits am Tisch und blickten die frisch Verlobten erwartungsvoll an. "Und? Konntet ihr euch schon ein bisschen beschnuppern?", erkundigte sich Lillith mit einem breiten Grinsen. "Mercedes ist in der Stadt und trifft sich mit Freunden.", fügte die Frau von Edward noch hinzu. Ivy nickte nur leicht. Sie war ganz froh darüber, dass diese Mercedes vorerst ausgeflogen war.



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#20

RE: Start

in Juli & Alex 09.11.2019 15:52
von Juli • Member | 1.178 Beiträge | 58900 Punkte

Bentley Cooper

Ben hatte sich zwar bei seiner Verlobten bedankt, aber er musste anscheinend noch etwas für sie klarstellen. „Du musst dich aber nicht nützlich machen. Das nächste Mal kannst du dich auch einfach an eine Putzfrau wenden“, meinte er und gab damit auch zu, dass er diese Bequemlichkeit nutzte. Wenn man die Mädchen dafür bezahlte, dass diese hier sauber machten, konnte man schließlich auch die Leistungen verlangen. Und außerdem sollte Ivy seine Frau werden und nicht seine Putzfrau. Das hieß dann aber, dass Ben sich in seiner eigenen Wohnung zusammenreißen musste.
Im Esszimmer war der Tisch bereits gedeckt. Ben ließ sich auf seinen Platz fallen und musterte die Auswahl. In der Zwischenzeit hatte er doch Hunger bekommen. Doch kaum saßen die Beiden, kam die Hexe auch schon mit einer Frage an. Am liebsten hätte Ben laut aufgestöhnt. Mit ihr wollte er überhaupt nicht reden. Aber Ivy schien nicht antworten zu wollen, deshalb beschloss Ben dann doch, ihr eine Antwort zu geben. „Bisschen.“ Er hielt sich kurz. Hoffentlich würde seine Stiefmutter so verstehen, dass die Zwei nicht wirklich reden wollten. Ivory sprach sowieso nicht allzu viel; war Ben aber eigentlich auch Recht. Eine willkommene Abwechslung im Gegensatz zu Mercedes, die einem auch immer einen Knopf an die Backe labern konnte. Und das gerade die nicht da war, störte hier sicher niemanden. „Wir wurden heute zu einem Spieleabend eingeladen“, begann Edward und richtete seinen Blick erst auf seinen Sohn, dann auf seine Schwiegertochter. „Ihr seid ab dem Nachmittag also allein. Mercedes wird wahrscheinlich bei einer ihrer Freundinnen übernachten...“, teilte er noch mit und aß dann weiter. Ben war auch das Recht. Das Abendessen würden die jungen Erwachsenen dann nur zu zweit führen. Hoffentlich fühlte es sich dann nicht ganz so gezwungen an wie jetzt. Bentley fühlte sich am Tisch ziemlich unwohl. Die Stimmung war irgendwie komisch. In ein paar Wochen würde er allerdings mit Ivy allein in seiner Wohnung frühstücken und auch alle anderen Mahlzeiten einnehmen. Auch bei diesem Gedanken machte sich ein flaues Gefühl in Ben's Magen breit.


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#21

RE: Start

in Juli & Alex 09.11.2019 16:03
von Alex • Senior Member | 5.848 Beiträge | 1041324 Punkte



Skeptisch zog Ivy die Augenbrauen nach oben. Eine Putzfrau also. Sie selbst hatte teilweise genau diesen Beruf nebenbei ausgeübt, um ihre Familie irgendwie zu ernähren. Daher wusste die 21-Jährige auch, wie schlecht Putzfrauen teilweise behandelt werden. Da machte sie diese Kleinigkeiten lieber selbst. "Ich putze gerne. Es beruhigt mich., lehnte sie seinen Vorschlag also ab. Warum unnötig Geld ausgeben, wenn man es auch selbst erledigen konnte? Klar, Geld spielte im Leben der Coopers keine Rolle. Doch wenn es nach Ivy ging, konnte sie gerne für die nächsten vier Jahre den Haushalt von Ben übernehmen. Das gesparte Geld sollte die Familie einfach spenden, wenn sie es denn unbedingt ausgeben wollte. Nachdenklich nahm sich Ivy etwas von dem Mittagessen, allerdings nicht zu viel. Ihr Magen würde größere Portionen als üblich wohl nicht gut verarbeiten können. Ben und sie würden also den Rest des Tages und vermutlich auch die Nacht über alleine sein. War das nun gut oder schlecht? Die Brünette runzelte die Stirn und warf ihrem Verlobten einen kurzen Blick von der Seite zu. Auch er schien nicht zu wissen, was er mit dieser Information anfangen sollte. Ein warnender Blick Edwards ließ Ivy erschaudern. "Dann können Ben und ich die Zeit ja nutzen und uns...unterhalten.", murmelte sie hastig und zwang sich zu einem Lächeln. Edward wollte, dass sie sich Mühe gab. Dazu zählte nicht,dass Ivy ihrem Verlobten seinen Freiraum ließ und ihm größtenteils aus dem Weg ging.



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#22

RE: Start

in Juli & Alex 09.11.2019 16:24
von Juli • Member | 1.178 Beiträge | 58900 Punkte

Bentley Cooper

Ihm war der Blick seines Vaters nicht entgangen und die Reaktion Ivy's ebenfalls nicht. Das Verhalten seines Vaters machte ihn ziemlich wütend. Zu sagen, dass Edward Ivy nicht zwingen konnte, war teils wahr aber teils falsch. Sie hatte den Vertrag unterschrieben und da Ben nicht wusste, was dort drin gestanden hatte, konnte er nur rätseln. „Unterhalten klingt doch fantastisch“, sagte Ben's Vater begeistert und strahlte. „Aber bitte noch keine Enkelkinder zeugen, verstanden? Um Oma zu werden, bin ich noch viel zu jung!“, mischte sich plötzlich auch die Hexe lachend ein und Ben stöhnte auf und vergrub sein Gesicht wieder in seinen Händen. Gott, seinen Kinder würde er diese Frau ersparen wollen. Wenn er überhaupt Kinder wollte. Drüber nachgedacht hatte er nie. Aber Kinder waren so anstrengend. Ben beschäftigte sich zwar nie mit Kindern, ging aber einfach davon aus, dass sie anstrengend waren. Und die Vorstellung, jahrelang ein Kind großziehen, nur damit es danach zum Beispiel werden würde wie Mercedes, würde Ben nicht ertragen. Vom Kinderthema lenkte er sich sogleich wieder ab, in dem er sich auf sein Essen konzentrierte. Trotzdem interessierte es Ben, ob im Vertrag auch etwas über Sex gestanden hatte. Oder zumindest ob Ivy für das Geld mit ihm schlafen würde. Sein Blick wanderte zu Ivy und fragte sich, was wohl gerade in dem hübschen Köpfchen vorging.


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#23

RE: Start

in Juli & Alex 09.11.2019 16:31
von Alex • Senior Member | 5.848 Beiträge | 1041324 Punkte



Ivy's Gesicht nahm die Farbe einer überreifen Tomate an, als Ben's Stiefmutter etwas von Kinder machen erzählte. Beziehungsweise die beiden jungen Erwachsenen darum bat, eben noch keine Kinder zu zeugen. Peinlich berührt senkte die 21-Jährige den Kopf. Sie hatte nicht vorgehabt, ein Kind von Bentley Cooper zu bekommen. Auch hierzu standen einige Paragrafen in dem Vertrag, welchen Ben wohl niemals zu lesen bekommen würde. Sex war dort nicht mit inbegriffen, sondern allein Ivy überlassen. Doch das Thema Kinder wurde ziemlich genau definiert. Sollte Ivory Grayson ein Kind von Bentley Cooper bekommen, so gab sie nach diesen vereinbarten vier Jahren sämtliche Rechte an diesem Kind auf. Es würde von Edward und Lillith erzogen werden und vermutlich nie erfahren, wer die eigentliche Mutter war. Der Gedanke daran war grausam und jagte der Brünetten einen Schauer über den Rücken. Doch eigentlich brauchte sie sich darüber keine Gedanken zu machen. Sie war Jungfrau und Ben wohl dafür bekannt, dass er ständig wechselnde Bettgeschichten hatte. Vielleicht würden die Beiden es ja schaffen, diese vier Jahre ohne Sex zu überstehen. Ihretwegen konnte sich der Schauspieler auch gerne anderwetig vergnügen, wenn sie dann ihre Ruhe hatte. Ben selbst schien auch nicht sonderlich begeistert von der Aussage seiner Stiefmutter zu sein. Es war dann doch Ivy, die irgendwie darauf einging. [b]"Ich denke, dass Ben und ich uns erstmal in Ruhe kennen lernen müssen. In ein paar Wochen...Monaten...kann man sich dann immer noch über solche...Dinge...Gedanken machen.", presste sie noch immer rot im Gesicht hervor und konzentrierte sich auf ihr Essen. Alles war besser als dieses unangenehme Gespräch.



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#24

RE: Start

in Juli & Alex 09.11.2019 16:51
von Juli • Member | 1.178 Beiträge | 58900 Punkte

Bentley Cooper

Überrascht sah Ben wieder zu Ivy, als sie tatsächlich meinte, dass man sich in ein paar Monaten vielleicht nochmal darüber Gedanken machen konnte. Hätte er nicht erwartet. Allerdings lagen jetzt alle Blicke auf Ivory. Ben beschloss, die Aufmerksamkeit auf ein anderes Thema zu leiten. Ihm fiel nur leider nichts gutes ein. „Äh... Wann soll ich den...den...äh Ring aussuchen?“, fragte er dann schnell und hätte sich dafür selbst ohrfeigen können. Jedes andere Thema wäre besser gewesen. Aber der Ring musste ja sein. Die Klatschzeitungen sollten schließlich den Klunker an Ivy's Hand sehen und sich des Lebens freuen. „Ich werde morgen mal den Juwelier anrufen und nachfragen“, meinte Edward bloß und Ben nickte wissend. Das war schonmal ein Gesprächsthema für den heutigen Abend; was für einen Ring wollte Ivy? Ruhe kehrte ein am Tisch und jeder aß. Der Tag fühlte sich bisher so an, wie eine ganze Woche. Oder wie zäher Kaugummi. Für Ben war es jetzt schon die pure Folter. „Meine Liebe, hast du eigentlich diese...Social Media Sachen, wie dieses Instagram oder wie das heißt?“, unterbrach Edward schon wieder die Stille. Ben blickte seinen Vater fragend an. Warum wollte der das denn von Ivy wissen? Für den jungen Mann war es auch schon ziemlich schnell klar gewesen, dass er seine Fans dann wahrscheinlich auch mit Pärchenbildern versorgen musste.


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#25

RE: Start

in Juli & Alex 09.11.2019 16:58
von Alex • Senior Member | 5.848 Beiträge | 1041324 Punkte



Ivy war froh, dass Ben das Thema wechselte. Ob der fehlende Verlobungsring das bessere Thema war, bezweifelte die 21-Jährige jedoch stark. Dennoch schenkte sie ihm ein warmes, dankendes Lächeln. "Ich brauche...", fing die 21-jährige Brünette vorsichtig an und schluckte. "Keinen besonderen Ring...irgendwas...schlichtes...aus Silber..., murmelte sie unsicher und sah von Edward zu Ben und wieder zu Edward. Keiner hier würde sich vermutlich mit so einem Ring zufrieden geben. Klar, Ivy war auch nur eine Frau, die sich nach einem netten Klunker sehnte. Doch aussprechen würde sie diesen insgeheimen Wunsch niemals. Weder wollte sie, dass ihr Fake-Verlobter so viel Geld dafür ausgab, noch dass jemand anderes so viel Geld dafür ausgab. Das Thema wechselte erneut und ging nun in Richtung Social Media. Warum wollte er das wissen? Ivy kaute nachdenklich das Stück Fleisch, schluckte es und setzte zu einer Antwort an. "Also ich habe schon Instagram und Snapchat. Aber ich bin nicht sonderlich aktiv, beziehungsweise sind meine Accounts auch privat.", antwortete sie schließlich verunsichert. Ivy gab nicht viel auf diese Welt der Influencer. Warum denn auch? Es war mehr Schein als Sein und grenzte teilweise schon an Betrug.



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