#251

RE: Boston High School Start

in Boston High School 25.02.2020 18:39
von Zonya • Junior Member | 503 Beiträge | 36550 Punkte



















A D R I A N
Im Krankenhaus; Carly




Adrian ist es egal ob andere ihn für komisch oder anders halten - er lässt das nicht zu seiner Realität werden.
Sich wirklich selbst zu lieben wird leider nicht jedem bereits in früher Kindheit beigebracht.
Adrian hat kein Instagram und co. wo er sich ständig mit anderen vergleichen kann und selbst wenn, gäbe es einen Dislike Button würde er ihn benutzen wie kein anderer. Er wünscht sich nicht jemand anders zu sein, das möchte er nicht. Adrian nimmt auch nichts persönlich, hört nicht auf die Meinung anderer, die ihm nur seine guten Gedanken ausreden wollen. Er steht nicht vor dem Spiegel und sagt: 'Ich hasse dich'.. oder 'Ich schaffe das nicht'. Seine Vergangenheit ist ihm scheißegal. Er kann seine Geschichte jederzeit umschreiben und in eine andere Richtung lenken - er will sich verändern? Er macht es einfach.
Es lebt sich gut mit einer zu positiven Selbstsicht. Wer möchte das schon gerne, ... Durchschnitt sein?
Und Adrian liebt es, andere mit auf diese Seite zu ziehen. Selbst wenn es nur für eine Nacht ist. Eine Nacht, die sie am morgen gerne wieder vergessen würden. Legendär.
"viel zu teuer" sagt er und seine Augenbrauen zucken in die Höhe, "oder hätte Papi das bezahlt?".
Adrian sieht Carly herausfordernd an. Es ist, als würde er nur darauf warten bis sie explodiert. Bis er sie zur Weißglut getrieben hat. Er hat das Gefühl, dass noch viel mehr in ihr steckt, als sie ihm bisher gezeigt hat. Er will die richtige Carly sehen, nicht das wozu die Gesellschaft sie geformt hat.
Dieses Lachen, welches sie von sich gibt als er in Form eines Schokoriegels seinen Gefallen einfordert, das ist ein Anfang. Es ist warm und ehrlich.
Der junge Deutsche bedankt sich nicht, lediglich verfolgt er Carly mit seinen Augen und diesem süffisanten Lächeln auf dem Lippen. Er beobachtet wie sie das Geld einwirft, einen Knopf drückt und sich bückt. Bei letzterem wandern seine Mundwinkel noch etwas mehr in die Höhe.
Das sie ihm den Riegel aber nicht sofort geben will gefällt ihm eher weniger gut.
"Ich hätte eh lieber den mit Nuss gewollt" sagt er dreist und sieht sich sogleich gespielt desinteressiert im Raum um. Das er gegen Nüsse allergisch ist kann Carly nicht wissen. In Wirklichkeit passt ihm ihre Wahl ganz hervorrangend.. aber das braucht sie nicht zu wissen.
Mit einer nickenden Kopfbewegung weist er sie an ihm zu folgen.
Die Frau am Empfang sieht genau so aus, wie er es sich vorgestellt hat. Genervt. Dick und mit kurzen roten Haaren.
Adrian muss ein paar Formulare ausfüllen, dann wird er angewiesen kurz im Wartezimmer Platz zu nehmen.
"Was glaubst du wer Zuhause auf sie wartet?" fragt der Junge, kaum das sie aus der Reichweite der Dame sind. "Zwei Kinder, aber kein Mann. Sie sieht nicht aus, als hätte sie noch einen. Aber Oma ist da und passt auf... Ich wette sie ist froh nicht daheim sein zu müssen.. Kinder nerven meist nur". Er rümpft die Nase, "und diese Sabber überall".


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#252

RE: Boston High School Start

in Boston High School 25.02.2020 19:13
von Zonya • Junior Member | 503 Beiträge | 36550 Punkte


















MALAKAI
Zuhause; Kelly




Malakai hat die letzten Monate damit verbracht, sich einzureden, dass durch diesen Jungen und seine Küsse nichts in ihm aufgebrochen ist und dass es einfach sein musste, die Erinnerungen an Kellys Lippen auf seinen genauso leicht zu verbannen, wie es bei ihm der Fall gewesen zu sein scheint. Trotzdem ist ihm der blonde nie aus dem Kopf gegangen.
Und nachts erhielt er sogar Einkehr in seine Träume.
Doch jetzt wo er ihn so packt, einen Schritt nach hinten befördert, nur um ihn anschließend wieder an sich heran zu ziehen, die Lippen mit einem Kuss versiegelt, verschwindet das innere Gefühl des Rückzugs aus ihm. Malakai will nicht länger davor wegrennen, auch wenn er Angst hat. Angst vor dem, was Kelly nicht erwidern könnte, vor den Blicken anderer, welche er auch jetzt auf seiner Haut brennen spüren kann, obwohl die Gegend wie ausgestorben wirkt. Er hat Angst, dass es ihn nur tiefer in das Loch zieht, aus welchem er jeden Tag zu krabbeln versucht. Mit einer weiteren Schippe Erde bedeckt, die ihn lebendig begräbt, alles dunkel werden lässt, bis er erstickt ist.
Entweder Kelly rettet ihn, oder er wird sein Ende sein. Es gibt nichts dazwischen.
Der Kuss, welchen Kai noch immer auf seinen Lippen schmecken kann, hat einen Funken entzündet, vondem der Junge nicht wusste, das er in ihm lodert. Der Geschmack von Rauch und Alkohol breitet sich auf seiner Haut aus und vereinahmt alles, was zuvor noch dort gewesen ist. Nur der herbe Duft seines Parfüms, welches Malakai gleichzeitig zum kotzen, als auch zum schwärmen bringt, ist nicht mehr so ausgeprägt, wie er es gewohnt ist.
Er vermisst es Augenblicklich.
"Halt die Klappe" murrt er, die funkelnden Augen weiterhin auf die des Blonden gelegt. "Halt einfach die Klappe du Idiot".
Und küss mich.
Doch er sagt es nicht.
Er sagt es nicht, weil da immernoch dieser Gedanke ist, dass sie nicht alleine sind. Malakai möchte verschwinden, der einzige Unterschied zu früher ist, dass er will das Kelly mitkommt. Hand in Hand, fluchend auf jeden, der es wagt sie dabei zu beobachten.
"Weg hier" sagt er keuchend. Seine Brust hebt und senkt sich, als hätte er einen Sprint hingelegt. Es ist das Adrenalin, dass durch seine Adern fließt und ihm den Mut zu spricht, welcher all die Wochen zuvor gefehlt hat.
"Aber wohin?"
Wo kann ich dich küssen und dir nahe sein?


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zuletzt bearbeitet 25.02.2020 19:16 | nach oben springen

#253

RE: Boston High School Start

in Boston High School 25.02.2020 20:39
von Mivaka • Member | 1.116 Beiträge | 79550 Punkte



im Krankenhaus ; Adrian


"oder hätte Papi das bezahlt?"
Bei den Worten zuckt die Blonde leicht mit den Schultern. Geld spielt für Christian Danvers keine Rolle. Es scheint manchmal so, als ob es für den Anwalt lediglich Papier ist. Papier mit dem man eben bezahlen kann. Der Bezug dazu ging schon längst verloren. Ein Wunder, dass Carly in solch einer Familie so bodenständig geblieben ist. Aber vielleicht ist es genau diese fehlende Aufmerksamkeit ihrer Eltern, das beinahe schon Desinteresse an ihrer eigenen Tochter, welches Carly dazu gebracht hat, dass sie dem gesamten Geld ein wenig kritischer gegenüber steht. Denn sicherlich öffnet es einem beinahe alle Türen der Welt. Aber eben nicht alle und Geld kann auch Türen verschließen. Gerade der falsche Umgang damit, kann fatal sein. Sicherlich würde Christian Danvers die Rechnung für einen Krankenwagen bezahlen. Würde wahrscheinlich nicht einmal nachfragen wofür dieser kommen musste, ob sich seine Tochter etwas getan hat. "...wahrscheinlich schon.." in ihrer Stimme schwingt vielleicht ein kleiner, beinahe verbitterter Ton mit. Jedoch so unauffällig, dass man es sich auch einfach einbilden könnte. Adrian trifft mit so vielen seiner Worte immer und immer einen wunden Punkt. Wahrscheinlich ohne es wirklich zu bemerken.
Vielleicht nimmt die Blondine es ihm auch einfach nicht übel, weil sie genau weiß, dass er es nicht besser wissen kann. Das er nicht weiß wie es in ihrem leben aussieht, wie es in ihr drinnen aussieht. So explodiert sie nicht. Will aber auch nicht weiter darüber sprechen. So geht sie auf den herausfordernden Blick nicht weiter ein. Gerade in dieser Hinsicht wird sie sich nicht vor dem Lockenkopf öffnen. Es sind Dinge die sie beschäftigen, von denen niemand etwas weiß. Carly trägt das Päckchen ganz alleine mit sich herum, will es nicht mit anderen teilen. Es ist schon schwer genug sich genau diese Dinge selbst einzugestehen.
Von Adrian kommt kein Danke. Etwas anderes hat Carly aber auch nicht erwartet. Auch wenn sie den Lockenkopf eigentlich gar nicht kennt, so hat sie doch die eine oder andere Sache bereits über ihn in Erfahrung bringen können. Die Blonde ärgert sich nicht darüber. Sollte es vielleicht, hat aber an einem Tag wie heute einfach keine Lust dazu. Ist für die Ablenkung ganz dankbar und nimmt dafür auch jemanden wie Adrian in Kauf, der beinahe etwas unverschämt ist. Carly kehrt zu ihm zurück, bemerkt natürlich das beinahe unübersehbare Grinsen auf seinen Lippen und hebt leicht eine Augenbraue. Fast so, als ob sie ihn fragt, was es jetzt schon wieder zu grinsen gibt. Die Frage spricht die gebürtige Amerikanerin aber nicht aus.
"Wenn das so ist, dann kann ich den ja auch essen." gibt sie schulterzuckend von sich. Beobachtet Adrian kurz dabei, wie sich dieser fast schon desinteressiert umsieht. Noch kann sie nicht einschätzen in wie weit seine Worte ernst gemeint sind. Wenn der Lockenkopf den Riegel nicht will, dann wird Carly dazu gewiss nicht nein sagen. Doch richtig ernst nehmen tut sie seine Worte nicht. Dafür hat er sich zuvor einfach viel zu sehr auf den Schokoriegel gefreut.
Die Blondine folgt ihm zum Empfang. Dort sitzt eine Dame, die ganz anscheinend genervt von all dem ist. Relativ unfreundlich gibt sie Adrian die Formulare. Diese füllt der Lockenkopf aus, Carly widmet sich solange der Umgebung. Wirft dennoch immer mal wieder, einen unauffälligen und doch etwas zu neugierigen Blick auf das Formular. Was auch immer sie daraus herauslesen kann, sie weiß es selbst nicht so genau. Folgt Adrian anschliessend ins Wartezimmer und lässt sich neben ihm auf einem der Stühle nieder. Stühle die sicherlich mit der Zeit unbequem werden. Seine Worte, die fast schon etwas zu abwertend sind, lassen Carly doch tatsächlich wieder leise lachen, ehe sie ihm tadelnd gegen den Oberarm schlägt. Und trotzdem passen seine Worte einfach zu der Dame. Carly kann es sich eins zu eins so vorstellen. "...und sie haben einen unkastrierten Kater, der die ganze Familie wach hält mit seinem Geheule." fügt sie dann schmunzelnd hinzu.


you gave it all away
didn't even let me in
you gave the worst goodbye
and people ask me how I've been

so let me tell them
friday nights got me feeling lonely
saturdays when the bottles empty
why'd you have to leave me

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#254

RE: Boston High School Start

in Boston High School 27.02.2020 21:50
von Zonya • Junior Member | 503 Beiträge | 36550 Punkte


















S I L A S
Ivie



We're shouting in the streets
'Cause all our love is instant history
We could go
To any time or place
But the history's a nightmare
I'm sure we'll awake




Silas Blick ist sengend heiß, als er jeden Zentimeter von Ivie' Gesichts erforscht. Er mustert sie und sucht nach Rissen in der Fassade. Er sucht nach Hinweisen, dass sie nicht das ist, was er sieht - ruhig und resigniert.
Er will an seiner Wut festhalten, aber das fällt ihm immer schwerer. Seine Stimme ist gequält und die dunkeln Augenbrauen über seinen grünen Augen zusammengezogen, als er einen Schritt auf sie zu tritt.
"Weil ich hören will, dass ich es zerstört habe".
So wie er es immer tut, wenn das Leben auch nur für kurze Zeit gut zu ihm ist. Als hätte er sich tief im inneren schon selbst davon überzeugt, dass Silas Burrows nichts gutes verdient hat und als müsse er dem gerecht werden, weil es das einzige ist, was er kann.
"Sag es mir, Ivie!". Schrei mich an. Gib mir die Schuld.
Denn er ist der einzige der sie tragen kann.
"Dann höre ich auf, dann lasse ich dich gehen, wenn es das ist, was du willst".
Silas Herz war ihm schon vorher schwer, doch sich vorzustellen das sich so etwas wünschen könnte, lässt es mit kalter Furcht erfüllen. Weil er denkt, dass er vielleicht - endlich - den Ort gefunden hat, an den er gehört. Und dieser Ort ist Ivie. Das Mädchen mit den ovalen Gesichtszügen, der Stupsnase und den blonden Haaren.
Silas dachte er würde Teil von etwas werden. Sein Fehler.
Seine Miene wird noch finsterer und bekommt einen fast wilden Ausdruck, als der Satz 'Denkst du ich weiß nicht, dass ich immer nur die zweite Wahl bin' ihre Lippen verlässt. Doch seine Stimme ist völlig ruhig.
"Glaubst du das wirklich?".
Der Junge wartet ihre Antwort nicht ab, sondern kommt noch näher, sodass sein muskulöser Körper den ganzen Raum einnimmt, der sie voneinander getrennt hat, während er die Arme nach ihr ausstreckt und beide Hände um ihren Nacken legt, um sie besitzergreifend und ausgehungert an sich zu ziehen.
Silas bittet nicht um Erlaubnis, er entschuldigt sich nicht.
Sein Daumen streicht über ihren Kiefer und er schüttelt kaum merklich den Kopf, aber ob er sich selbst ermahnt oder Ivie, das kann man nicht mit Sicherheit sagen. "Du bist nie meine zweite Wahl gewesen, Ivie".
Das sie denkt, es könnte so sein, verletzt ihn. Doch er bleibt standhaft und stark, auch wenn er innerlich in Flammen steht.
"Niemals".


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zuletzt bearbeitet 27.02.2020 21:53 | nach oben springen

#255

RE: Boston High School Start

in Boston High School 28.02.2020 22:32
von Kati • Member | 764 Beiträge | 54350 Punkte






Lucien




Diese ganze Situation ist alles andere als einfach für die Blondine. Leni ist impulsiv, aber selten sieht man sie so wie jetzt. Weinen ist nichts, was die Amerikanerin oft tut, selbst wenn das Leben mal hart ist, denn das konnte es auch, wenn man Millionen, Milliarden oder auch Billionen auf dem Konto hatte, es war dann eben anders hart, als es möglicherweise bei Lucien war. Sie hatte keine Geldsorgen, die würde die Cheerleaderin wohl nie haben, sie würde sich wohl auch nie Sorgen machen müssen, ob sie die Miete bezahlen konnte oder eben nicht, ob sie den Doller jetzt doch lieber sparte oder nicht. Weinen ist Schwäche und auch wenn Leni normalerweise eigentlich kein Problem damit hat zu ihren Schwächen zu stehen, ist weinen bei ihr ein heikler Punkt. So was verkneift die Schülerin sich sonst komplett. Aber in dem Moment kann sie die Tränen auch mit aller Selbstbeherrschung, die sie aufbringen kann, nicht zurückhalten. Und diese zeichnen sich nicht nur in ihren Augen ab oder auf ihren Wangen, auf denen sie landen, sondern auch in ihrer Stimme. Diese ist deutlich belegt, jedes Wort fällt der Blonden schwer. Nicht weil sie diesen Schein von Stärke waren möchte, sondern weil es sich anfühlt als würde sie einen Frosch im Hals stecken haben.
Das Letzte was Leni möchte, ist Lucien zu verletzen oder gar zu verlieren. Der Braunhaarige ist ihr total ans Herz gewachsen, besser gesagt, ist er ihr nicht nur ans Herz gewachsen, sondern besitzt ein Stück ihres Herzes. Der Footballer hat die Fähigkeit ihr super schnell und egal wie es ihr geht ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, einfach mit seiner lieben Art, wenn er seine Arme um sie legt, um sie in eine Umarmung zuziehen oder das sie sich einfach etwas an ihn lehnen kann, das reichte schon um sie wenigstens für einen Moment von allem ablenken zu können, sozusagen eine Blase um sie baut. Auch einfach jeden dummen Schwachsinn, der der Blonde einfällt mitzumachen.
Die Schülerin weiß, dass sie egoistisch ist, aber das nochmal aus Luciens Mund zu hören tut weh. Tut sogar wirklich weh. Aber was sollte sie machen? Ihm seinen Wunsch erfüllen? Es war nicht der Punkt, dass sie nicht vielleicht sogar das Gleiche für ihn empfand, weshalb sie es ausschlug eine Beziehung mit dem Dunkelhaarigen einzugehen. Sie wollte das Beste für ihn und das war sie eben einfach nicht, auch wenn Lucien das nicht war haben wollte.
Sie nicke nur. Man merkte Leni an, dass es die Situationen hart für sie war. „Es tut mir leid…“, entschuldigte sich die Blondine schwach. Sie wollte nicht egoistisch sein, aber manchmal war es nicht einfach es nicht zu sein. Und in dem Fall, war es besonders schwer.
Nach dieser bedrückten Fahrt, die wohl für Beide Beteiligten nicht angenehm war, kamen sie auch schon vor dem edlen Hotel an. Die Cheerleaderin hatte einen Stellplatz, es war das Hotel ihres Dads, eigentlich fast schon ihres, also wozu die Möglichkeiten, die man hatte, nicht nutzen? Außerdem war es totale Zeitverschwendung, wenn man dann auch noch nach einem Parkplatz suchen musste.
Lucien ist schneller aus dem Maserati, als die Schülerin ihr typisches ‚Hellooo‘ sagen konnte. Sie tat es allerdings gleich und stieg aus dem warmen Sportauto. Leni geht zu ihm. Die Situation ist wieder mal komisch zwischen ihnen, sie weiß nicht was sie tun soll, um sie besser zu machen. Denn genau das wünscht sich die Blondine. „Ich weiß, Lucien. Man kann sich nicht aussuchen in wen man sich verliebt“, stimmte sie ihm sanft zu. „Ich weiß das sogar ganz genau…“, murmelte die halbe Deutsche dann leise.
Die Worte gehen der 18-jährigen wirklich nahe. Die Tränen, die gerade wieder getrocknet waren, schossen sofort wieder in die blauen Augen, welche durch diese noch blauer erscheinen, als sie tatsächlich waren. „Warum ist das Leben so schwer?“, fragt die Amerikanerin traurig und tritt jetzt vor den Footballer. „Nein, bleib wenigstens hier, du musst mich nicht sehen, wenn du das nicht möchtest, aber bleib wenigstens hier… Ich wollte dir nie wehtun und es tut mir so leid, dass ich es gerade tue, aber glaub mir ich will nur das Beste für dich und… das bin ich nicht. Ich wäre es gerne, aber ich bin es nicht“, erklärte Leni dann und fährt sich durch die blonden Haare.


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#256

RE: Boston High School Start

in Boston High School 01.03.2020 18:00
von Zonya • Junior Member | 503 Beiträge | 36550 Punkte




Z E I T S P R U N G







Bei Hardin Montgomery - ca. 21:00 Uhr - die Straßen Bostens sind noch immer voller Schnee - Der Himmel ist sternenklar



Zum Jahreswechsel muss die wildeste Party überhaupt steigen, schließlich ist ja Silvester. Das Ergebnis ist meist das Gleiche: Ihr habt um 24 Uhr irgendjemand Unbekanntes geküsst, der sich die Augenbrauen etwas zu sehr zupft und noch ein bisschen Fruchtsekt-Kotze im Mundwinkel hängen hat oder ihr kümmert euch vor dem Waschbecken um euren Kumpel, der schon wieder Speed mit Ketamin verwechselt hat und deswegen gerade gelähmt ist.
Dieses Jahr findet die Nacht alle Nächte bei niemand geringerem als Hardin Nathaniel Montgomery statt, der ein eskalatives Get-Together in den heimischen vier Wänden ausrichtet. Er nimmt in Kauf, dass der besoffene Mob vom Balkon aus die Nachbarn bepöbelt, die guten Weingläser in den Teppich tritt und zu fortgeschrittener Stunde sein Mobiliar in einen Skatepark verwandelt. Entweder er ist Masochist oder ziemlich dumm, doch die Montgomerys können es sich ja leisten.
Solltest du allerdings als Gast zu einer seiner Hausparty eingeladen sein, dann hast du absolut alles richtig gemacht.


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zuletzt bearbeitet 02.03.2020 07:19 | nach oben springen

#257

RE: Boston High School Start

in Boston High School 01.03.2020 20:44
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


I V I E
@ Eliott's
- //






You're a bow and arrow
A broken guitar
While the rain, water washes away who you are





Das einzige, das in Eliotts Zimmer Licht spendet, ist der laufende Fernseher.
Bis vor kurzem haben hinter den Jalousien noch Sonnenstrahlen hervorgeblitzt und goldene Töne in das sonst sehr modern gehaltene Zimmer projiziert, aber das ist jetzt auch vorbei.
Es geht auf den Abend, wenn nicht gar die Nacht zu, und der heutige Tag verabschiedet sich damit langsam – und mit ihm geht ein ganzes Jahr.
In der Stimmung, das gebührend zu feiern, ist Ivie allerdings nicht. Genauso wenig hat sie Lust auf ihren Geburtstag, der in wenigen Stunden beginnt.
Aus geschwollenen Augen beobachtet die Siebzehnjährige, wie Severus Snape zu Boden sinkt.
Sie schwört sich, dass ihre Vision nur deswegen getrübt ist, weil Dobby erst einen dreiviertelten Film vorher gestorben ist und weil sie ein großer Fan von Professor Snape ist. Dabei ist das alles nur ein Alibi. Snapes Worte, ‘you got your mother’s eyes‘, bevor er die seinen endgültig schließt, kitzeln ein Schluchzen aus dem rotblonden Mädchen heraus. Ivie weint, weil sie mit den Charakteren im Film leidet und sich fühlt, als würde sie in deren Welt eintauchen.
Sie weint aber auch, weil sie an den letzten Abenden bei Eliott nichts anderes gemacht hat. Wenn das Licht erlischt und der Dunkelhaarige regelmäßig zu atmen beginnt ist es am schlimmsten. Dann geht es Ivie am dreckigsten.
Dann hat sie Silas vor Augen und sie spürt, wie fest er sie am Weihnachtstag ein letztes umarmt hat. Ivie ist ihm seit diesem Abend aus dem Weg gegangen, um ihm und auch sich selbst unangenehme Situationen zu ersparen. Er kann ihr nicht ins Gesicht blicken und sie ihm genauso wenig.
Ohne, dass einer es ausgesprochen hat, ist ihnen beiden klar, dass das zwischen ihnen vorbei ist – dass der Zauber ein Ende hat.
Ivie fischt die Fernbedienung unter der Decke hervor und drückt auf Pause, das Bild auf dem TV friert ein.
Dort sind Snapes Augen bereits geschlossen, was sie auch den Rest der Geschichte lang bleiben werden.
Fahrig streicht Ivie sich die salzigen Tränen unter den Augen weg, schniefend zieht sie die Nase hoch. Seit Eliott heute Vormittag das Haus verlassen hat, hat sie sich – bis auf die eine oder andere Pinkelpause - nicht aus seinem Bett heraus bewegt. Die Rotblonde hat die Decke bis zum Kinn gezogen und die Arme um den ausgewachsenen Golden Retriever geschlossen, der wie ein Baby neben ihr schlummert.
Eliotts Hund ist der einzige, der sie noch nicht mit einem Blick voller Mitleid bedacht hat, weil sie mitten am Tisch in Tränen ausgebrochen ist oder nicht die Kraft aufgebracht hat, die bequeme Matratze überhaupt zu verlassen. Aktuell ist der Rüde ihr gar die liebste Gesellschaft – neben Eliott, der aber immer und immer wieder einmal verschwindet.
Für Ivie ist das ok, weil sie sich vorstellen kann, dass er durchdrehen muss, wenn er sie den ganzen Tag lang versucht bei Laune zu halten.
Sie ist ihm dankbar, dass sie hier sein darf, weil sie zuhause nur Silas begegnen würde und das beim besten Willen nicht kann.


So I will keep you day and night, here until the day I die
I'll be living one life for the two of us
I will be the best of me, always keep you next to me


zuletzt bearbeitet 01.03.2020 20:50 | nach oben springen

#258

RE: Boston High School Start

in Boston High School 01.03.2020 21:19
von yulssi • Junior Member | 178 Beiträge | 8900 Punkte







• • •


Ivie - Haus Nr. 2

Kalt. Echt wirklich, wirklich kalt draußen.
Dies waren die ersten Gedanken des Neunzehnjährigen, als dieser halb erfroren und mit quasi abstehenden, doch durch das warme Innere des Hauses schnell schmelzenden, dunklen Haarsträhnen durch die Haustüre trat, erst einmal tief durchatmen musste, um sich an die neue Luft zu gewöhnen.
Wie immer turnte die schon lange bei den Davenports eingestellte Putzfrau, Marie-Ann mit ihren über siebzig Jahren im Flur herum, begrüßte den Jüngling mit einem freudigen Zucken ihrer Mundwinkel, die kaum eingefallenen Gesichtszüge somit in Bewegung gesetzt und nach oben verzogen. In Rente zu gehen kam bei der kleinen, quirligen Frau nicht infrage, ganz und gar nicht. Stattdessen weigerte sie sich stets wie ein kleines Kind, beschwerte sich, dass die Frau des Hauses durch ihre zweite, ungeplante Schwangerschaft doch so oder so keine Zeit dazu besaß, tatkräftig zu werden, ihr Mann durchs viele arbeiten ebenso wenig.
,,Hab Kuchen mitgebracht." ,die ersten aus Eliotts Munde kommenden Worte, eine der paar bunten Tüten abgestellt, an die darauf wartende Familie gegeben, nur, um anschließend eine Hand in der dichten Haarpracht zu spüren, ein friedliches Willkommen, gefolgt von einem besorgten Blick seiner zierlichen, helläugigen und von Maskara gezierten Mutter. ,,Ivie sitzt schon den ganzen Tag oben und hat das Essen…. nicht gut vertragen. Sie hat wieder geweint, das arme Ding... Schau mal nach ihr. Und nach Charles, der war noch gar nicht draußen !" ,auf französisch. Die so schon sanfte Stimme noch seidiger.
Oben angekommen räusperte sich der junge Franzose, bevor dieser die helle Tür langsam öffnete, einen Geruch entgegennehmen musste, welcher seine Nase zum rümpfen anregte. Dazu etwas sagen, tat er jedoch nicht, stapfte stattdessen eher wortlos zum Fenster, um dieses ein kleines wenig nach oben zu ziehen, auf Kipp zu stellen, damit hier keiner an Luftmangel und Pest starb. Im Gegensatz zu Ivie war der Neunzehnjährige motiviert, drückte seinem Gegenüber ein kleines, süßes Küsschen auf den Kopf, um folglich die noch restlichen Tüten auf dem geräumigen Bett fallen zu lassen. ,,Guten Morgen, Schätzelein. Oder eher mittag." ,die blau-grünen Iren auf die verquollene Rothaarige gelegt, neben ihr fallen gelassen. ,,Bevor du hier endgültig in mein Bett einsickerst und ich den Fleck nicht mehr herauskrieg' ,hab ich dir ein paar Sachen mitgebracht. War auf dem Rückweg noch bei der Bäckerei."
Auch, wenn es Eliott selber nicht immer besonders prickeld ging, versuchte dieser so viel wie möglich für seine Freundin da zu sein, sie irgendwie aufzuheitern, mit Kleinigkeiten und seiner Präsenz glücklich zu machen. Seine Eltern schleppten Ivie mit, wenn er mal nicht da waren, ließen sie in Ruhe, wenn sie dann doch keine Lust darauf hatte, sich zu bewegen, waren selber hilflos, obwohl sie es durch ihren eigenen Sohn verstehen konnten.
,,Willst du was' trinken und mit nach unten Kuchen essen kommen ? Würde dir besser tun, als hier dir weiter Harry Potter anzugucken… zum bestimmt zwanzigsten Mal." ,presste der Ältere noch lachend hervor, Charles bei dem Wort essen schon ready to go. ,,Wenn du mitkommst, dann kriegst du ein Geschenk." Wollte er sie vielleicht erpressen ? Ja, ja wollte er.


𝙻𝚎𝚝'𝚜 𝚛𝚞𝚗 𝚊𝚠𝚊𝚢 𝚝𝚘𝚗𝚒𝚐𝚑𝚝

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#259

RE: Boston High School Start

in Boston High School 02.03.2020 18:00
von Zonya • Junior Member | 503 Beiträge | 36550 Punkte




JAKE RILEY

Lucien - Dorchster




Jake sitzt auf einer niedrigen Steinmauer gegenüber seines Hauses, welches die Nacht so barmherzig verbirgt. Er sitzt da und schaut zu, wie sich eine dünne Schmutzschicht auf seine abgetragenen Lederschuhe legt.
Wenn er den Blick hebt und über die Straße mit dem rissigen Aspahlt blickt, dann kann er Luciens Haus sehen, in mitten dieser grauen Wüste. Er wartet darauf, das sich die Tür mit der abgeblätterten Farbe öffnet und ein Junge seiner Statur ihm entgegenblickt. Doch Lucien kommt nicht und Jake fängt an sich zu fragen, ob sein alter Freund ihn vergessen hat.
Der dunkelhaarige würde es ihm nicht übel nehmen, aus Versprechen macht er sich schon lange nichts mehr, auch wenn Lucien sein Wort noch nie gebrochen hat. Leere Worte stiften nur Hoffnung, um diese dann gleich wieder zu zerstören.
Jake hat nicht vor zu klingeln, er weiß wie anstrengend es sein kann, wenn die eigene Mutter gerade versucht den Rausch auszuschlafen und einen für alles Verantwortlich macht, was sie daran hindert. Jake weiß auch, das es noch viel schlimmer ist, wenn sie nüchtern sind. Was wiederum zu dem Thema mit den leeren Versprechungen führt.
Wie oft musst der dunkelhaarige sich anhören, dass jetzt alles besser werden würde? Jetzt wo der Alkohol kein Thema mehr ist und der Typ von letzter Woche endlich vor die Tür gesetzt worden ist, nur damit sie ihn eine Woche späte wieder Zigaretten und Bier kaufen schickt. Bier, Wein und anschließend Schnaps.
Lucien weiß genau wie sich das anfühlt.
Wie ein Insekt, das unter einem Glas gefangen ist, um einen herum nichts als Dunkelheit .. Schwarz und kalt und tickend. Die Uhr, die einem das Leben wegtickt. Jede Stunde bringt neuen Horror.
Jake zupft an seinem Ärmel. Er hat den Pullover an, den Rainn ihm zu Weinachten geschenkt hat, darüber seine nicht all zu dicke schwarze Winterjacke. Die Uhr an seinem Handgelenk verrät ihm, dass Lucien wohl nicht mehr kommen wird, weshalb er sich von der eiskalten Mauer schiebt und alleine durch den Schnee stapft. Jake hat vor bis zur nächsten Straßenbahn zu Fuß zu laufen, um dann anschließend diese zu nehmen, welche ihn langsam aber sicher in immer schönere Gegend fahren wird.
Jake ist in etwa einen Block gelaufen, als ein Geräusch die Stille durchdringt. Eine Mischung aus Stöhnen und dem Schnappen nach Luft, wie wenn man unter Wasser ist und der Mangel an Sauerstoff unerträglich wird. Der Junge bahnt sich seinen Weg um eine Ecke, als er drei Leute kämpfen sieht.
Niemand geringeres als Lucien kauert über einem Mann, der seine Hände vor das blutende Gesicht geschlagen hat. Lange bleibt es nicht bei dem Bild, denn der zweite Fremde und somit dritte im Bunde packt Lucien am Kragen und zieht ihn brutal von seinem Freund.
Intuitiv rennt Jake ihnen entgegen und als er den Mann, welcher Lucien gepackt hat erreicht, hat er seine Vernunft bereits über Bord geworfen. Mit einem kraftvollen Schlag in den er viel hineinlegen kann, trifft er ihn mitten im Gesicht.
Mit einem beinahe kleinen Lächeln auf den Lippen, die Hand schmerzhaft schüttelnd, wirft er Lucien einen Blick zu. Eines seiner Augen ist Blutunterlaufen und aus der Nase läuft ihm Blut, doch in seinen Augen ist kein Anzeichen von Schmerz. Und mit einem Blick auf die am Boden liegenden erkennt der dunkelhaarige, dass Luciens Gesicht eigentlich noch ganz gesund aussieht.
Bevor die beiden Fremden sich aufrappeln können, ertönt in der Ferne eine Sirene und Jake schubst Lucien an den Schultern ein Stück vorwärts.
"Lauf!".
Die beiden bleiben erst wieder stehen, als Jakes Herz aus der Brust zu springen droht. Keuchend stützt er sich mit einer Hand an einer Hauswand ab und blickt Lucien in das geschundene Gesicht.
Ein schaubendes Lachen ist zu hören.
"Ich hab auf dich gewartet, Idiot!".


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Folgende Mitglieder finden das Top: Mylene und Kati
zuletzt bearbeitet 02.03.2020 18:02 | nach oben springen

#260

RE: Boston High School Start

in Boston High School 02.03.2020 19:51
von Mivaka • Member | 1.116 Beiträge | 79550 Punkte



at Monty's ; Silas


Ob es noch immer der Schnee an der Abwesenheit ihres Vaters schuld ist, oder irgendeine nette Affäre, kann Carly nicht sagen.
Tippt inzwischen jedoch eher auf Zweiteres. So verbringt die Blondine auch die restlichen Tage alleine in Boston. Weiß nicht ob sie sich darüber beschweren soll oder nicht. Denn im Endeffekt hat sie mit ihrem Vater doch eh kaum noch etwas zu tun. Für sie bietet die Silvester Party bei Montgomery also eine gute Abwechslung von den sonst so ruhigen Tagen. Manch einer würde sich darüber nicht beschweren und dennoch ist es nicht ganz einfach, wenn man relativ neu in der Stadt ist und dann nichtmal jemanden zuhause hat. Sicherlich, sie hat schon die einen oder anderen kennen gelernt, aber über die Feiertage, verbringen die meisten von ihnen ihre Zeit mit ihren liebsten.
Carly hat das Haus der Montgomery's gerade betreten. Dort drinnen herrscht schon gute Stimmung und der dumpfe Bass hallt durch das gesamte Haus. Viele ihrer Mitschüler tummeln sich hier und für einen Moment ist Carly doch etwas beeindruckt. Wenn so etwas bei ihr Zuhause stattfinden würde, dann würde ihr Vater sie umbringen, falls er etwas davon mitbekam. Und die Blondine wäre nicht sonderlich erpicht darauf, dass alles kurz und klein geschlagen werden könnte. Man wusste schliesslich nie, was in den Köpfen von Betrunkenen vor sich ging. Die Blondine dreht eine Runde durch das Haus, in der Hoffnung jemand bekanntes zu sehen. Dabei fällt ihr draußen der Pool auf, welcher ganz anscheinend beheizt ist, sodass selbst dieser bei Silvester verwendet werden könnte. Ob es dazu noch kommt an diesem Abend, weiß sie nicht. Kann es nicht einschätzen. So führt ihr Weg sie wieder weiter durch das Anwesen, bis sie schliesslich in der Küche ankommt und sich dort einfach einen dieser typischen roten Becher schnappt. Vielleicht hat sie mit diesem in der Hand ja mehr Glück und findet Jemanden. Hofft es wirklich inständig.
Carly bahnt sich wieder einen Weg durch die ganzen Menschen, die es sich gut gehen lassen. Manche von ihnen haben schon jetzt viel zu viel intus. Das sollte aber nicht ihre Sorge sein. Die Blondine lässt ihre Augen über die Menschen wandern, bis sie schliesslich meint einen bekannten Hinterkopf zu erblicken. Geradewegs versucht sie darauf hinzusteuern, muss irgendwelchen Kerlen ausweichen die sich etwas anpöbeln, verliert dabei den bekannten Hinterkopf kurz aus den Augen, während sie sich fast etwas genervt zu den Jungs umgedreht hat. Sagt nichts, geht einfach weiter und genau das entpuppt sich als Fehler, denn gerade will sie den Hinterkopf wieder suchen, da knallt sie geradewegs in irgendetwas großes, was nicht nachgibt. So taumelt Carly zurück, kann im ersten Moment nicht realisieren was passiert ist und ob das Getränk noch im Becher ist oder irgendwo anders. Die winterblauen Augen sehen zu dem Hindernis in ihrem Weg auf und blicken geradewegs in die bekannten grünen Augen, denen sie die letzten Wochen und Monate so gut aus dem Weg gegangen ist. Ihr Herz setzt für einen Schlag aus.
Die Musik und die Menschen um sie herum werden leiser und Carly meint ihr eigenes Herz so laut gegen ihre Brust hämmern zu hören.
Hört das Rauschen ihres Blutes in den Ohren, kann die Augen nicht von ihm nehmen.
Bringt auch kein Wort heraus.
Carly starrt Silas einfach nur an.


you gave it all away
didn't even let me in
you gave the worst goodbye
and people ask me how I've been

so let me tell them
friday nights got me feeling lonely
saturdays when the bottles empty
why'd you have to leave me

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#261

RE: Boston High School Start

in Boston High School 02.03.2020 21:15
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


IVIE
@ Eliott's
Eliott //



Die Siebzehnjährige hört die Schritte, die sich dem Zimmer nähern. Wie fünf Finger die Türklinke umschließen und sie nach unten drücken, um das horizontal stehende Holzstück schließlich nach innen zu öffnen.
Ivie reagiert nicht auf ihn.
Sie schließt die klammen Finger und die dicke Decke fester um sich selbst, als sie hört wie der Franzose das Fenster öffnet und der erste kalte Luftstrom von draußen durch das Zimmer weht. Sauerstoff schadet ihr gewiss nicht. Richtige Luft einatmen, damit die Lunge endlich wieder richtig arbeiten kann – damit sie ihre Glieder wieder beleben kann.
Trotzdem murmelt die Rotblonde nur irgendetwas Unmissverständliches. Sie rollt sich als Antwort lediglich enger zusammen, hebt den Blick nicht von der Bettdecke. Zwar muss sie ein bisschen lächeln, weil Eliott ihr einen Kuss auf den Kopf drückt, aber zu mehr lässt sie sich nicht hinreißen.
„Hab‘ keinen Hunger“, murmelt sie in die Decke hinein, dann schließt Ivie die Augen wieder.
Sie will das Muster der Bettdecke, das sich trotz häufigem Blinzeln einfach nie ändert, nicht weiter sehen. Nicht Eliotts fröhliches Gesicht, das ihr sonst sicher entgegen grinsen würde, sehen und auch der Gedanke an ein Geschenk lockt sie kaum.
Ivie fühlt sich schlecht, weil Eliott sich so um sie bemüht – aber sie schafft es nicht, nur ansatzweise eine ähnliche Begeisterung aufzubringen. Es ist, als hätte Silas ihr fröhliches Ich einfach mitgenommen, als er ganz gegangen ist.
„Geh ruhig wieder runter, mir ist nicht so danach. Ich… bleibe einfach hier.“
Hier im Bett, wo sich der New Years Eve perfekt verbringen lässt. Zeitgefühl hat Ivie keines – aber abends ist es sicher schon. Spätestens am Feuerwerk wird sie es hören, wenn es soweit ist, wenn dieses Jahr endlich ein Ende hat.
Vielleicht wird das nächste ja angenehmer als das vergehende. Ob es ihr besser in die Karten spielt? Vielleicht hat auch sie einmal die Chance auf ein Quäntchen Glück, eine Handvoll Schönem.
Ein paar Augenblicke wartet sie ab, dennoch hebt sich die Matratze neben ihr nicht. Eliott verweilt wo er ist – neben ihr. Er lässt sich nicht so leicht abschütteln, eine Eigenschaft die man ihm hoch anrechnen sollte, aber Ivie erschöpft es momentan viel eher.
Sie will alleine sein, in ihrem Selbstmitleid versinken – darauf warten, dass sich die Welt von alleine wieder weiterdreht. Momentan kommt es ihr vor, als wäre alles stehen geblieben.
Die Augen langsam wieder öffnend, sieht Ivie immer noch nicht klar. Eliott nimmt sie trüb war, ein bisschen verschwommen, was aber auch kein Wunder ist. Ihre Augen sind angeschwollen und rot, vom ganzen Weinen schmerzen sie ihr regelrecht.
Ivie sieht aus, als hätte sie einen kalten Entzug hinter sich. So fühlt sie sich zugegebenermaßen auch.
„Warum muss das so weh tun?“, krächzt sie leise, als könne Eliott ihr eine Antwort auf diese Frage geben. Ivie robbt näher an ihn heran, sodass sie sich direkt an den Franzosen schmiegen kann, und bettet ihren Kopf schwerfällig an seine Brust.
Sie kann seinen Herzschlag hören. Etwas, das sie daran erinnert, dass es immer irgendwie weiter geht. Eliotts Herz hört nicht auf zu schlagen.
Die Erde dreht sich noch.


So I will keep you day and night, here until the day I die
I'll be living one life for the two of us
I will be the best of me, always keep you next to me

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#262

RE: Boston High School Start

in Boston High School 02.03.2020 21:52
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


LUCIEN
irgendwo in Dorchester
Jake // eine Ode an Leni



Luciens Art, mit Wut und Frust umzugehen, ist seit jeher die gleiche: Gewalt. Das Sichtfeld, das irgendwann einfach nur noch rot wird, und die Fausthiebe, die gar mechanisch wirken, sind alt – aber nicht, niemals und unter keinen Umständen, bewährt.
In eine bessere Situation haben sie ihn nämlich nie gebracht.
Das einzige, das sie können, ist ihn von einer blöden Situation in die nächste zu befördern.
Aus der Bar, in der er gerade noch der König war, hinaus auf die Straße. Wie das ganze hergegangen ist, das weiß Lucien schon gar nicht mehr.
Er weiß vieles aus den letzten Tagen nicht mehr. Tag Sechs, seit Leni ihn nicht wollte.
Ihren Blick, die kugelrunden blauen Augen die bis obenhin mit Tränen gefüllt waren, als sie ihm gegenüber gestanden ist, hat er dafür noch viel zu gut in Erinnerung. Es hat ihm physisch wehgetan, das Herz schmerzhaft zusammen gezogen, zu wissen, dass er daran schuld ist, dass sie weint. Lucien hasst sich selbst dafür, dass er nur mehr den Kopf geschüttelt hat und ihm Schneechaos verschwunden ist, während er sie dort stehen gelassen hat.
Ihr verpacktes Weihnachtsgeschenk auf dem Fensterbrett, die Bilder an der Pinnwand und der leere Kleiderbügel zwischen seinen anderen Hoodies: alles erinnert ihn daran, dass er die falsche Entscheidung getroffen hat.
Lucien ist der egoistische von beiden, da ist er sich ganz sicher.
Da ist es nur gerecht, dass er unter seiner eigenen Entscheidung gar am meisten leidet.
Den Hieb in den Rippenbogen, den er abbekommt, und die Schläge ins Gesicht, die kommen im ganz recht.
Lucien will den Schmerz fühlen, weil es das einzige ist, das er aktuell noch fühlt. Der Schmerz in den eigenen Venen und die Zufriedenheit, die es in ihm auslöst, als er die Nase seines Gegenübers knacken hört.
Einmal Dorchester, immer Dorchester, nicht wahr? Man kann nicht leugnen, wer, was oder von wo man ist, selbst wenn man es noch so sehr versucht – wieso also nicht dem Ruf gleich alle Ehre machen?
Luciens Luft wird plötzlich eng, am Kragen zieht es – oder eher man(n) – ihn nach oben und mit dem Verteidigen will es nicht so recht klappen. Die Rippe knackst unangenehm – es ist unfair von seinem Kontrahenten, dass er ihm mit dem Knie in den Rücken boxt. So sorgt er dafür, dass Lucien für einen Moment die Luft ganz wegbleibt und der Achtzehnjährige unelegant zu röcheln beginnt.
Vielleicht kommen die Cops, bevor er hier auf der Straße gleich stirbt. Dann hat er für eine Nacht ein warmes Bett, das intakter ist als sein eigenes, und wenn es zu einer Anzeige kommt, kann er den geregelten Lebensstil gleich noch länger beibehalten.
Mittlerweile ist er soweit, dass es ihm nur recht käme. Lucien macht die Rechnung nur leider ohne seinen Kumpel.
Jake, den Ritter in strahlender Rüstung.
Erst nimmt er ihn und sein Einschreiten nicht wahr, so beschäftigt ist er damit, seine Atmung unter Kontrolle zu bekommen, aber die Stimme die ihn zum Laufen auffordert kommt klar bei ihm an. Jake kann er nicht in die Scheiße, die Lucien alleine angezettelt hat, hineinreiten und deswegen tut er ihm den Gefallen: Lucien rennt.
Im Rücken sticht irgendetwas unangenehm und seine Kondition glänzt nicht gerade, dennoch ist die Sirene nach wenigen Blocks plötzlich weiter weg.
Ebenso wie Jake atmet er schwer, stützt sich an der Hausmauer ab – mit vollem Körpergewicht aber und nicht nur einer Hand. „Wenn du nach Jahren immer noch blöd genug bist, auf mich zu warten, dann kann dir niemand helfen“, murrt er und normal täte ihm der ruppige Ton sogar Leid.
Heute nicht.
Mit dem Unterarm fährt er sich über das Gesicht, die klügste Idee war es danach betrachtet vielleicht nicht. Auf dem grauen Pullover, der seine trainierte Statur betont, prangt – über den ganzen Unterarm gezogen – ein Blutfleck. Die Jacke hat er in der Kneipe liegen gelassen.
Nochmal röchelt Lucien, dann stemmt er sich an der Hauswand ab und verlagert das Gewicht wieder auf die eigenen zwei Beine. „Du musst dich immer in anderer Leute Kram einmischen, oder?“



we were too young
to know we had everything

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#263

RE: Boston High School Start

in Boston High School 03.03.2020 22:18
von yulssi • Junior Member | 178 Beiträge | 8900 Punkte







• • •


Ivie - Haus Nr. 2

Ivie reagierte nicht. Die eher rötlich Hellhaarige saß dort wie ein trauriger, kleiner Klos und dies seit Tagen, schimmelte dort vor sich hin und erzeugte einen stetig weitersickernden Fleck, welchen der Ältere höchstwahrscheinlich nie wieder aus seiner sonst weißen Matratze und gemusterten Bettwäsche bekommen würde, egal wie viel Bleichmittel er dafür benutzte. Doch letzten Endes konnte er doch so oder so nichts anderes tun, als einfach für seine hübsche Freundin da zu sein, dafür zu sorgen, dass sie irgendwie über die Runden kam, nicht an Dehydration starb und auch mal duschen ging, wenn man die verquollenen Augen schon nicht anderweitig beseitigen konnte.
"Hab' keinen Hunger." ,erklang es plötzlich aus ihrem Munde heraus. Eher als ein piepsen, als eine normale Tonart, Ivie wie ein kleines Mädchen, die hellen Äuglein geschlossen, sodass sie ihren französischen Compagnon nicht erblicken, ihn jedoch anhand seiner stetigen Bewegungen bemerken konnte. Eliott ratlos. Nicht mit dem Wissen gesegnet, was man tat, wenn es einem im vollen Zuge traf, jemand, welcher einem mehr als lieb war plötzlich wie ein eiserner Klumpen zusammenfiel, keine Freude mehr an Dingen besaß, die ihnen sonst so wichtig waren. Sich wegen einem absolut unnötigen Menschen in Probleme hineinsteigerten, die eigentlich keine Probleme darstellen sollten, nur, weil man den Mund nicht aufzumachen wagte. Dinge aussprach.
Doch Eliott kannte dies. Er drehte die Liebe Ivies nicht zum bösen, machte Silas keine Vorwürfe in dem Sinne, dass er diesem gleich an die Gurgel springen, angefangenes endgültig beenden wollte. Nein. Der Neunzehnjährige war sich zutiefst sicher, dass auch der Andere seine, vielleicht gute, womöglich auch beschissene Gründe für seine Handlungen besaß, es einfach nur ein Missverständnis sein sollte.
Eliott hob eine Augenbraue. Mehr aus Überraschung, als aus einem anderen, unklaren Grund. ,,Aber warum sollte ich nach unten gehen ?" ,fing er somit zu reden an, lehnte sich ein kleines Stückchen nach vorne, um die immer so leicht gebräunten, von einem dunklen Stoff bedeckten Arme auf seinen dünnen Oberschenkeln abstützen, ein einziges Mal tief durchatmen zu können. Beendete seine nur knappe Ansprache mit einem ,,So lange du in meinem Haus bist, lass ich dich nicht verwelken… so wie meine Pflanzen."
Kaum die zwei Mundwinkel gehoben, sanken diese auch schon wieder in die Tiefe. Mitleid verspürend, der Drang, seinen Gegenüber in die schlanken Arme zu schließen, was der Ältere dann auch tat. Warum das so weh tun musste ? Er hatte keine Antwort, musste sein eigenes Herz danach befragen, wenn ihm dabei sogar eine bestimmte Person in den Hinterkopf kam, dessen Namen er nicht auszusprechen wagte, doch welcher ihm regelrecht in die hintere Kammer seines Gehirns gebrannt, tätowiert stand. Artur. Artur, mit welchem er noch immer nicht in der Lage gewesen war, Fortschritte zu machen. Artur, welcher eben einfach Artur war. Artur der Deutsche. Eliotts Herz am schlagen wie verrückt.
Eliotts Stirn in ein paar für Ivie von unten unerkennbare Falten gelegt, die Augen zusammengekniffen, als würde der Franzose nicht auf ein Ergebnis kommen, die zwei Gliedmaßen fallen gelassen, um den Kopf der Kleineren streichen zu können. In im Nachhinein anzuheben. ,,Vielleicht tut es so weh, damit man daran erinnert wird, dass man überhaupt noch was' fühlt... vielleicht auch einfach, weil das Herz ein Arschloch ist und nicht so will, wie der Kopf."
Ein Seufzer aus seiner Kehle, der Laut kaum hörbar. ,,Maman will uns bestimmt noch zwingen, bei Hardin aufzukreuzen, aber ich glaube, dass Wunderkerzen reichen, nicht ?"


𝙻𝚎𝚝'𝚜 𝚛𝚞𝚗 𝚊𝚠𝚊𝚢 𝚝𝚘𝚗𝚒𝚐𝚑𝚝

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#264

RE: Boston High School Start

in Boston High School 05.03.2020 21:41
von Zonya • Junior Member | 503 Beiträge | 36550 Punkte


















S I L A S
Carly, [Ivie]




Seit Weinachten hat Ivie kein Wort mehr mit Silas gewechselt. Nicht, als hätte er überhaupt versucht mit ihr zu reden. Der Junge aus Chicago ist einer Begegnung mit ihr penibel aus dem Weg gegangen, sich sicher, dass es einfacher wird, wenn er sie nicht ständig vor der Nase hat. Es hat sich als einfacher herausgestellt, als angenommen wenn man zusammen lebt. Ivie verkriecht sich seit Tagen bei Eliott und lässt sich sehr zu Silas Glück nicht blicken. Aber ob er das wirklich als Glück bezeichnen kann, dass weiß er nicht - denn sein Herz scheint einfach nicht leichter zu werden. Wenn er an sie denkt, dann sticht es, zieht sich zusammen, oder drückt so stark gegen seinen Brustkorb, dass er keine Luft mehr bekommt. Silas kann nicht leugnen, dass er sie vermisst. Er wünscht sich, das alles wäre nie passiert. Er wünscht, Carly nie begegnet zu sein.
Dem Jungen in den letzten Tagen über den Weg zu laufen, hat den Menschen, die sich um ihn Sorgen, ein schauriges Gefühl über den Rücken gejagt. Die Temperatur in Räumen hat sich rapide gesenkt und es ist jedesmal beklemmend still geworden, weil keiner mehr weiß was er sagen soll. Bildlich gesprochen, ist er mit einem ‚Bitte nicht stören!‘ Schild durch die Gegend gelaufen.
Silas ist nie gerne auf große Partys gegangen, zu viele Menschen auf einem Fleck, die so tun, als würde es ihnen Spaß machen. Jetzt gerade aber, ist die Silvester Party bei Hardin eine willkommende Ablenkung für den neunzehnjährigen von seinem tristen Leben. Silas hofft dadurch, endlich mal Abschalten zu können. Das Gedanken Karussell in seinem Kopf zum stillstand zu bringen - welches sich wie er selbst, nur im Kreis dreht.
So steht er also mit einem roten Becher bewaffnet in Montgomerys Wohnzimmer und blickt finster durch die Gegend. Solange, bis eine Gestalt, die Silas nicht hat kommen sehen, unsanft in ihn prallt. Der Junge, einiges größer und kräftiger als sein Angreifer stolpert nicht einen Schritt zurück - viel eher flucht er, weil sich ein klebriges, feuchtes Gefühl auf seiner Haut ausreitet.
Auf Silas T-shirt prangt ein riesen Fleck Bier, der Sekunden zuvor noch in seinem Becher schwappt hat.
„Pass doch auf!“ knurrt der Junge mit gesenktem Kopf, versuchend die Feuchtigkeit, welche sich immer weiter in den Stoff saugt, mit der Hand abzustreichen. Doch natürlich hilft das kein Stück.
„Hast du ke- ...“ fährt er mit seiner Schimpftriade fort, als seine Augen nach oben wandern und ein blondes Mädchen vor sich erkennen.
Man kann förmlich sehen wie ihm die Farbe aus dem Gesicht weicht.
„Carly..“ sagt er trocken und starrt sie nur an. Natürlich trifft er hier auf sie. Mit seinen Gedanken bei Ivie, die nie freiwillig auf solch eine Party gehen würde, hat er Carly völlig vergessen.
Es ist eine komische Situation, die Silas mit seiner Fähigkeit bezüglich Konversation nicht unbedingt verbessern kann.
Für einen kurzen Moment schweigt er, bis er schließlich den mittlerweile roten Becher neben sich auf einen Tisch abstellt und das erste sagt, was ihm gerade durch den Kopf geht.
„.... hey?“.


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#265

RE: Boston High School Start

in Boston High School 08.03.2020 14:53
von Zonya • Junior Member | 503 Beiträge | 36550 Punkte




JAKE RILEY

Lucien - Dorchster




Schwer atmend steht Jake Riley gegen die Wand gelehnt. Die geröteten Fingerknöchel seiner Hand, die so eben noch seinen Freund verteidigt haben, unterscheiden sich farblich kaum noch von der Backsteinmauer an der sie ruht.
Sie brennt, doch der Junge aus Dorchester verzieht kaum eine Miene. Blutergüsse auf Hand und Wange waren noch nie eine Seltenheit bei dem dunkelhaarigen - momentan aber kein Vergleich zu Lucien, der wie halb tot geprügelt neben ihm kauert.
So wie er sich krümmt und bewegt, fällt es Jake nicht schwer zu erkennen, dass er Tritte oder Schläge gegen den Oberkörper abbekommen hat - und so wie er ihm dankt, denkt Jake für einen kurzen Moment, dass er es auch verdient hat. So wie sein Freund sich die letzten Tage verhalten hat, ist er sicherlich nicht ganz unschuldig in die Situation gekommen, aber solang Lucien nicht von selbst sagt, wo der Schuh drückt, wird Jake seine Launen einfach an sich abprallen lassen. Schließlich ist er selbst jemand, der nicht besonders gewandt mit Wörtern ist und seine Probleme lieber für sich behält. Da will er Lucien nicht zum Gegenteil drängen.
„Das nächste mal werd ich nur zusehen“ murrt der dunkelhaarige sarkastisch und wirft ihm einen bissigen Blick zu. Es würde Jake nicht wundern, würde Lucien sich noch heute in die selbe Situation bringen, aus der er ihm eben herausgeholfen hat.
Dabei könnte Jake genauso gut an seiner Stelle stehen.
Ein mieser Spruch, ein schiefer Blick - es fehlt nie viel bis Blut in seinen Adern zu brodeln beginnt. Ob es an diesem Gottverlassenen Ort, oder der abgewrackten Familie liegt, in der er hineingeboren wurde, kann er nicht ausmachen. Aber vielleicht, ist das auch einfach er - ganz ohne, dass er jemand anderem die Schuld dafür geben kann.
Jake stößt sich von der Mauer ab und fährt sich einmal über die eigene Hand.
„Du siehst verdammt scheiße aus, Clermont“ sagt er, schafft es aber nicht lange ernst zu bleiben. „Ich glaube, du könntest ein Bier jetzt gut vertragen“.


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#266

RE: Boston High School Start

in Boston High School 18.03.2020 22:47
von Mivaka • Member | 1.116 Beiträge | 79550 Punkte



at Monty's ; Silas


Zufall oder Schicksal?
Viel zu oft stellt man sich genau diese Frage. Carly weiß es nicht, weiß nicht weshalb sie gerade in Silas reinrennen muss. Denn wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie genau in diesen einen Kerl reinläuft, wenn hier noch so viel mehr Menschen herumlaufen. Die Wahrscheinlichkeit ist so winzig klein, dass es fast unmöglich ist. Und vielleicht kann man genau deswegen, viel schneller von Schicksal ausgehen. Eine Sache, an die Carly aber nicht unbedingt glauben möchte. Will sich allgemein nicht den Kopf darüber zerbrechen.
Die knurrenden Worte passen zu Silas Erscheinungsbild. Und genau aus diesem Grund würde man den Dunkelhaarigen auch niemals anrempeln. Jedenfalls nicht bewusst. Dennoch kennt Carly auch andere Seiten von ihm. Kennt den Dunkelhaarigen auch anders, hat schon hinter die Fassade sehen können. Vielleicht nicht unbedingt oft oder tiefgehend. Aber sie weiß, dass mehr in ihm steckt, als man vielleicht erwarten würde.
Für einen kurzen Moment wandern ihre Augen auf das Oberteil, welches anscheinend etwas von ihrem Getränk abbekommen hat. Sie selbst ist weitestgehend davon verschont geblieben. Glück im Unglück? Vielleicht. Auch wenn sie es Silas nicht zwingend gönnt. So kann sie selbst gut darauf verzichten, dass klebrige Zeug auf der Haut zu spüren. Silas will seine Schimpftirade fortführen. Will sie weiter anschnauzen und wahrscheinlich hat sie es verdient. Doch der Tätowierte stockt, als er zu ihr sieht. Hält inne, bricht die Worte an und starrt die Blonde für einen Moment einfach nur an. Bis schliesslich ihr Name über seine Lippen kommt.
Ein Klang der so bekannt, als auch fremd ist. Carly weiß nicht was sie damit verbinden soll. Fühlt sich von der Situation überfallen und alles in ihr schreit wieder danach, dass sie fliehen sollte. Die letzte Begegnung zwischen ihnen hat alles nur noch verkompliziert. Ob sie darüber reden sollten? Wahrscheinlich. Ob Carly darüber reden möchte? Wahrscheinlich nicht. Beinahe nervös beißt sie sich automatisch auf die Unterlippe. Wendet den Blick nicht von seinem Gesicht ab, als er den Becher auf einem Tisch abstellt. Sein hey wirkt fehl am Platz. Sie beide wirklich fehl am Platz, so wie sie sich gegenüber stehen.
"..heyy...ich...sorry.." ihre Worte sind ein einziges unsicheres Gestammel.


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#267

RE: Boston High School Start

in Boston High School 21.03.2020 16:52
von Zonya • Junior Member | 503 Beiträge | 36550 Punkte











S I L A S
bei Monty ; Carly, [Ivie]




Silas ist ein Mensch der oft schlecht gelaunt ist und immer und ohne Ausnahme auch so aussieht. Das ist an sich keine wahnsinnig große Enthüllung und jedem Mensch, der ihn näher kennt, sollte diese Tatsache ohnehin bekannt sein. Ein Junge, der alles hasst und einfach nur in Ruhe gelassen werden möchte. Jedes Mal, wenn Silas mal wieder genug von allem hat und einfach gehen will, und das will er oft, kommt er schnurstracks auf der anderen Seite wieder rein. Egal, wie sehr er sich auch bemüht, er kommt nicht raus. Jeder Fluchtversuch ist zwecklos. Silas ist gefangen in dieser ewig gleichen Schleife von ewig gleichen Umgebungen und ewig gleichen Abläufen.
Silas geht auf diese Party um seinen Gedanken an Ivie zu entkommen, nur um hier Carly zu treffen.
Wenn das mal keine bitterernste Hamsterrad-Analogie ist, dann weiß er es auch nicht.
Überall bekommt man mehr oder weniger subtil vermittelt, man möge doch bitte immer glücklich, zufrieden, ausgeglichen und dankbar debil grinsend vor sich hin funktionieren, aber verdammt, er hat ein Recht auf schlechte Laune.
Es gibt übrigens auch Dinge, für die der Junge tatsächlich was übrig hat. So liebt er es zum Beispiel, stundenlang eintönige Raufasertapeten grimmig anzustarren und ihre Muster auswendig zu lernen. Wenn er also das nächste mal das Wochenende lieber zuhause verbringt, anstatt auf eine Party zu gehen, auf der der ohnehin nichts verloren hat, dann ist das sein gutes Recht.
Oh, wäre er doch nur Zuhause geblieben.
Dann müsste er jetzt nicht in einem klebrig nassen Hemd vor der blondine stehen, die nun wirklich die letzte Person ist die er gerade sehen will.
Wenigstens lässt Carlys Gestammel darauf schließen, dass auch sie nicht weiß in welcher Situation sie gerade gelandet ist, geschweige denn, wie sie darauf reagieren soll.
"Schon gut" murrt er, noch immer mit der Hand über den feuchten Fleck streichend.
Der Junge aus Chicago versucht ihrem Blick auszuweichen, tüftelt länger an seinem nassen Hemd herum als nötig und zeigt damit vor allem eins: geh weiter.
Doch während er den Saum seines Oberteils studiert, rückt ein Gedanke in seinem Kopf immer mehr in den Mittelpunkt.
Silas weiß, dass er diesem Gespräch nicht aus dem Weg gehen kann und er weiß auch, dass er es ihr schuldet.
Doch wie soll er etwas beenden, dass nie wirklich angefangen hat - oder anfangen, was nie geendet hat?
Silas weiß nur, dass er die Hand ausstreckt und im letzten Moment um ihr Handgelenk schließt, damit sie nicht geht.
"ich glaube wir sollten reden" kommt es rau über seine Lippen und zum ersten mal schaut er ihr wirklich in die Augen, was die selben Erinnerungen weckt, die er am Abend des Jahrmarktes zu spüren bekommen hat.
Gefühle, die er so sehr er es auch versucht, nicht ignorieren kann.


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zuletzt bearbeitet 21.03.2020 16:54 | nach oben springen

#268

RE: Boston High School Start

in Boston High School 21.03.2020 17:37
von Mivaka • Member | 1.116 Beiträge | 79550 Punkte



at Monty's ; Silas


Warum auch immer sich die Blondine keinerlei Gedanken darüber gemacht hat, dass sie Silas hier treffen könnte, ist für sie selbst unerklärlich. Vielleicht hat sie auch einfach die Hoffnung gehabt, dass sie sich nicht mehr als über den Weg laufen. Die letzte Zeit über war es schliesslich nicht anders. Warum sollte es sich also genau heute ändern? Dass sie mit ihrer Hoffnung jedoch falsch lag, wird ihr genau jetzt immer bewusster. Etwas daran ändern, kann sie dennoch nicht. Es ist nunmal so wie es ist und die einzige Möglichkeit um aus der Situation raus zu kommen, wäre die Flucht. Nicht unbedingt die beste Möglichkeit.
Silas nimmt ihre Entschuldigung an. Sieht sie dabei zwar nicht an und widmet sich lieber seinem Oberteil, aber vielleicht ist das besser so. Für einen kurzen Moment beißt sie sich auf die Unterlippe, weiß nicht was sie tun soll. Doch sein Verhalten zeigt ihr deutlich, dass sie einfach weitergehen soll. Selbst wenn es sich nicht zwingend gehört. So will die Blondine sich eigentlich nur an ihm vorbei zwängen, wieder dem Gespräch aus dem Weg gehen, welches sie doch eigentlich so dringend führen müssten. Denn Carly weiß einfach nicht, was sie ihm sagen soll. Weiß nicht einmal wie sie selbst über all das denken soll. Vielleicht braucht sie nur mehr Zeit um sich klarer darüber zu werden, was das auf dem Jahrmarkt überhaupt war. Doch höchst wahrscheinlich wird auch die Zeit keine Erkenntnis darüber bringen. Dafür müsste sich Carly intensiver damit auseinandersetzten und genau das, will sie nicht. Steckt lieber den Kopf in den Sand und versucht ihr Leben irgendwie weiter zu leben. Bevor sie sich jedoch an dem Tätowierten vorbei quetschen kann und ein 'man sieht sich' von sich geben kann, schließt sich seine Hand um ihr schmales Handgelenk. Hält sie fest, sodass sie nicht einfach vor der Situation flüchten kann. Woher der plötzliche Wandel kommt, kann sie sich nicht erklären und erstaunt liegen ihre winterblauen Augen auf seinem Gesicht.
Seine raue Stimme dringt zu ihr durch. Sie braucht einen Moment länger um die Worte wirklich zu verstehen. Will sie vielleicht einfach nicht verstehen, so beißt sie sich unsicher auf die Unterlippe. Ist sie dafür überhaupt bereit? Wird sie dafür überhaupt jemals bereit sein? Wahrscheinlich nicht. Und das erste Mal sieht Silas ihr wirklich in die Augen. Seine Grünen halten die Ihren gefangen, lassen Carly nicht wegsehen und sie bringt im ersten Moment lediglich ein stummes Nicken zustande. Sofort breitet sich in der Blondine wieder diese Verwirrung aus. Verwirrung darüber was für Gefühle in ihr hochkommen, die Verwirrung darüber, was sie von all dem Denken soll.
"Ist vielleicht langsam an der Zeit dafür..."


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#269

RE: Boston High School Start

in Boston High School 21.03.2020 22:38
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


IVIE
- Eliott; [Silas; Nour]


Vielleicht tut es weh, damit man erinnert wird, dass man überhaupt noch etwas fühlt.
Langsam nickt Ivie, so gut das eben möglich ist – sie hat ihren Kopf nämlich dicht an Eliotts Brust gedrückt, fühlt den weichen Stoff seines Oberteils direkt an den geröteten Wangen. Die Bewegung ist umständlich. Ausführen tut sie sie trotzdem; damit sie überhaupt etwas macht. Das rotblonde Mädchen seufzt.
Ivie kalte Finger spielen am Saum von Eliotts Pullover herum. Nicht auf eine sexuelle Art, als würde sie ihn ihm ausziehe wollen. Eher unterbewusst. Genau das hat sie gerade in die Finger bekommen und damit kann Ivie sich gerade beschäftigen. Sie denkt nach: über das, was er gerade gesagt hat und über das, was er auch nicht ausgesprochen hat.
Ihr fällt auf, dass sie eigentlich verdammt wenig über ihren Freund weiß.
Sie weiß, dass er ein guter Mensch ist und dass sie ohne Eliott verloren wäre. Sie kennt seinen guten Modegeschmack und weiß um die Tatsache Bescheid, dass er ein begnadeter Künstler ist. Das sind alles Oberflächlichkeiten. Eliott… der weiß im Gegenzug um einiges mehr über sie Bescheid.
Der Vergleich mit den verwelkenden Pflanzen hinkte vielleicht gar nicht so stark hinterher, denn so langsam fühlte sie sich so: verwelkt. Ivie ging ein in ihrem Selbstmitleid und sie versteckte sich voll und ganz hinter ihrer Mauer, die sie als introvertierter Mensch eben errichtet hatte. Damit schützte sie sich aber nicht nur, sie war auch dabei, alle auszuschließen, die sich um sie bemühten.
Wieso fiel ihr das so schwer zu verstehen? Es gab Menschen, denen etwas an ihr lag. Welche, die Ivie immer mit offenen Armen begrüßen würden. Eliott gehörte zu ihnen, genauso wie Nour und ihre Pflegeeltern auch. Und vor allem letztere muss sie mit ihrem aktuellen Verhalten bitter enttäuschen.
„Ich will nicht verwelken…“, quietscht sie mit belegter Stimme und dann rappelt sie sich langsam auf. „Ich will nur… ich weiß nicht was ich will.“ So viel Bewegung ist sie von der letzten Woche gar nicht mehr gewohnt, weshalb alles eine Millimeterarbeit ist. Letztendlich sitzt Ivie aber im Schneidersitz neben Eliott.
Überzeugung macht sich dabei auf ihrem Gesicht zwar nicht breit, aber sie kapituliert letztendlich.
Mit den klammen, kalten Fingern streicht sie sich über das Gesicht und dann die filzigen Haare, die ihr in die Stirn fallen, zurück. Ivie seufzt erneut auf.
„Zu Hardin?“, hakt sie nach. Auf Montgomerys Party geht sie normalerweise nicht. Ivanka Bennet geht grundsätzlich nie auf Partys. Silas Burrows geht da aber auch nicht hin, weshalb das ihre Chance ist, Eliott glücklich zu machen und gleichzeitig dem Neunzehnjährigen aus dem Weg zu gehen. „… wieso nicht…“
Ivie stimmt der Party zu, obwohl sie Minuten vorher nicht das geringste Bisschen in die Richtung gedacht hat. Ihre Stimmung schwankt oft so, wenn sie die Tabletten nicht nimmt oder zumindest nicht regelmäßig.
Seit Weihnachten hat sie sie nicht genommen. Sie liegen bei ihr zuhause im Nachttisch.
Wenn sie denn nur wüsste, dass Eliott sie verstehen könnte.
„Ich hoffe, zumindest du hast einen Neujahrskuss, auf den du potenziell spekulieren kannst.“



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#270

RE: Boston High School Start

in Boston High School 21.03.2020 23:26
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


LUCIEN
-Jake


Die dunklen Augen zusammengekniffen sieht der Achtzehnjährige den Fleck Blut an seinem Ärmel an.
Anziehen kann er das Ding jetzt wahrscheinlich kein zweites Mal; den Abend lang weiterhin anhaben ist auch keine Option, wenn sie gleich weiter zur Party aufbrechen.
Gemächlich tropft seine Nase den Asphalt vor ihm voll. Nicht besorgniserregend schnell: dann wäre er nicht so ruhig wie er gerade ist. Sie tropft eben vor sich hin. Lucien kennt die Prozedur. Er legt den Kopf nicht in den Nacken, sonst fließt die ganze Soße nur in die Mundhöhle, sondern hält sich schlichtweg den ohnehin schon vollgebluteten Pullover vor die Nase.
Lucien rollt mit den Augen. „Selbst wenn ich dich beknien würde, die Schlägerei sausen zu lassen, würdest du nicht auf mich hören. Du liebst es, dich zu prügeln.“
So, wie er selbst es eben auch tut. So, wie Gossenkinder es eben gerne tun.
Lucien und Jake sind Gossenkinder.
Der Franzose verlagert das Gewicht von einem Bein auf das andere. „Ich fühle mich auch verdammt scheiße“, hustet er. Wie er aussieht, dass kann er schon erahnen: Auge und Nase angeschwollen, blasser als gewohnt, hier und da angetrocknetes Blut. Er muss sich nicht im Spiegel sehen, es reicht, sich auf den pulsierenden Schmerz zu konzentrieren und seinen Ursprung zu lokalisieren.
Er unterdrückt das Bedürfnis, den Kopf zu schütteln, weil es für die langsam endende Blutung nicht förderlich wäre. Den Arm nimmt er dafür endlich von seiner Nase weg, um richtig sprechen zu können. Lucien würde den Pullover noch anlassen, bis sie bei Hardin zuhause waren – dann würde er ihn unauffällig entsorgen. Ein schlichtes T-Shirt trug er darunter; das würde für die Party ausreichen.
„Ein Bier reicht nicht mal mehr ansatzweise aus, Riley.“ Lucien schlängelt sich an ihm vorbei, um den schützenden Schatten der Hausmauer zu verlassen und schlägt den Weg zur Straßenbahn ein.
Dort wollten sie ja ursprünglich hin, meint er sich zu erinnern.
Immerhin ist am New Years Eve nicht viel los auf den Straßen. Es war noch zu früh, um für Feuerwerke draußen zu sein, und ohnehin auch viel zu kalt in den letzten Tagen. Die meisten Leute waren drinnen, aßen Raclette oder eine einfache Brotzeit und genossen die Zeit mit der Familie. Nicht einmal Dorchester war hier eine großartige Ausnahme: an solchen Feiertagen galt es, heile Welt zu spielen. Wo an 360 Tagen im Jahr die Fetzen flogen, war es an einigen wenigen Anlässen sogar hier ruhig.
Eben abgesehen von Lucien und seinen Freunden aus dem Pub, die rauften, und wenigen weiteren, die die Straßen unsicher machten.
Mit einem Ächzen lässt er sich Minuten später auf den Sitz im hinteren Drittel der Straßenbahn fallen. Gut zwanzig Minuten würden sie bis zu Monty brauchen und der Franzose hatte das Gefühl, dass die Sitzposition hier für seinen Rücken nicht allzu gut war.
Vielleicht war die ganze Aktion doch etwas zu unüberlegt.
Lucien lehnt den Kopf gegen das Fenster des Wagons, Jake lässt sich neben ihm fallen. Der sieht auch nicht halb so erbärmlich aus. Er seufzt und zieht sich den Pullover über den Kopf, um ihn zwischen Fensterglas und Gesicht als Kissen zu nutzen.
„Na los, spiel den Moralapostel. Ich sehe ganz genau, dass du etwas sagen willst.“



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#271

RE: Boston High School Start

in Boston High School 22.03.2020 16:03
von Zonya • Junior Member | 503 Beiträge | 36550 Punkte












JAKE RILEY

Straßenbahn ; Lucien




Du liebst es, dich zu prügeln.
Luciens Atem bildet weiße Wölkchen in der Luft so kalt ist es. Jake würde gerne wiedersprechen, doch er weiß, dass der Junge ihm gegenüber Recht hat. Selbst wenn er es versuchen würde, Jake könnte nichtmal genug Überzeugung in seine Stimme legen, um auch nur den kleinsten Zweifel an Luciens Aussage zu erwecken. Tatsache ist, das Jake schon immer mit den Fäusten gehandelt hat, bevor er es mit Worten versucht hat. Aber so ist das in Dorchester nun mal - Viertel die von täglicher Gewalt geprägt sind, Polizei die zwei Stunden nach einem Notruf erst erscheint. Als sei die Prozedur pure Zeitverschwendung, als würde das zu erwartende Gerichtsverfahren und die daraus folgende Haftstrafe ohnehin nichts ändern. Nichts an ihm, nichts an seiner Situation, nichts an seinen fehlenden Möglichkeiten, ein anderes, ein besseres Leben zu führen.
Und auch damit hat Lucien Recht - ein Bier würde niemals reichen um all das zu vergessen. So zu tun, als wäre es nicht so.
Jake beobachtet wie der Junge sich an ihm vorbei schlängelt, blickt ihm erst ein, dann zwei, schließlich drei Sekunden nach, bevor er sich in Bewegung setzt um ihm zu folgen. Wieder reibt er sich über die geröteten Knöchel.
Jake liebt es.
In der Straßenbahn lässt Lucien sich im hinteren Drittel auf eine der unbequemen und alten Holzsitze fallen. Der Waggon ist relativ leer.
Die meisten Menschen sind jetzt Zuhause oder bei der Familie, verbringen einen gemütlichen Abend, von dem Jake meint nicht mehr zu wissen wie er aussieht.
Wie auch Weinachten ist Silvester ein Tag wie jeder andere für ihn. Er sitzt nicht mit seiner Familie zusammen und genießt kein Festessen. Silvester ist nur ein weiterer Anlass für seine Mutter sich zu betrinken.
Sein Vater muss sie sehr geliebt haben. Auch hat man ihm erzählt, dass sie mal sehr hübsch gewesen ist, das Gesicht frisch wie ein Regentropfen, so lieblich wie eine Blume. Es war nicht immer schlecht, doch Jake erinnert sich kaum an die Zeit, als sie eine richtige Mutter für ihn gewesen ist.
Er versucht sich daran zu erinnen, wenn er mal wieder nur die Frau sieht, die einfach dasitzt, betrunken und resigniert. Um seines Vaters Willen versucht er ihr zu vergeben, aber ehrlich gesagt, er ist nicht gut im Vergeben.
Als Jake noch jünger war, da sagte er oft Sachen, die seine Mutter fürchterlich wütend machte. Irgendwann begriff er, dass ihm das nur noch mehr Schererein einbringen würde. Also lernte er seine Zunge zu hüten und eine gleichgültige Maske aufzusetzen, damit niemand seine wahren Gedanken lesen kann. Lernte, in der Schule, falls er anwesend ist, still seine Aufgaben zu machen und auf den Straßen überhaut nicht viel zu sagen.
Das hat er bis heute nicht abgelegt und wird er warscheinlich auch niemals.
Man muss Jake nicht besonders gut kennen um zu wissen, dass er lieber für sich bleibt und es nicht mag mehr zu sagen als er muss.
Der Junge mit den dunklen Haaren hat sich neben Lucien fallen lassen, den Blick aus dem Fenster gerichtet. Dorchester zieht an ihnen vorbei, Stück für Stück mit all seinen maroden und verlassenen Ecken, bis hinein in die schöneren Gegenden.
"Moralapostel?" fragt Jake schroff und muss bei der Vorstellung amüsiert Schnauben. "Ich sicherlich nicht".
Das Gespräch fühlt sich falsch an und auch wenn Jake nicht weiß weshalb sein Freund so launisch ist, so ist es doch immer diese eine verdammte Sache auf die all ihre Probleme zurückfallen. Sie, ihre Situation und die fehlende Möglichkeit etwas daran zu ändern - weil Dorchester sie verschluckt.
"Das ist das Leben ... wir können nicht weg. Weshalb also darüber reden?".


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zuletzt bearbeitet 22.03.2020 16:07 | nach oben springen

#272

RE: Boston High School Start

in Boston High School 22.03.2020 17:07
von Zonya • Junior Member | 503 Beiträge | 36550 Punkte











S I L A S
bei Monty ; Carly, [Ivie]





Silas schluckt und nickt, "Ja, vielleicht ist es das".
Er hätte ihr viel früher sagen müssen, dass es ihm leidtut wegen damals. Aber er weiß, dass er sich schämt, weil er es damals nicht konnte. Es nicht einmal versucht hat, sondern einfach verschwunden ist. Dass er sie geschlagen und danach keinen Finger gerührt hat um zu versuchen, das so oder so unverzeihbare wieder gut zu machen. Und jetzt hat er Ivie auf eine andere und doch irgendwie ganz ähnliche Art und Weise verletzt. Silas ist prädestiniert dafür Menschen die ihm wichtig sind von sich zu stoßen, sie zu verletzen und dann einfach zu verschwinden.
Der Junge starrt Carly direkt in die Augen, das Gesicht wie versteinert. Dann löst er seinen Griff um ihr Handgelenk und tritt einen Schritt zurück. Silas fragt nicht ob sie wo anders hingehen können, vergewissert sich nicht, dass sie ihm auch folgen wird, wenn er sich umdreht und sich einen Weg durch die Menschen bahnt. Er tut es einfach, signalisiert ihr lediglich mit einer Bewegung des Kopfes ihm zu folgen.
Montgomerys Haus ist riesig, ein einziger Irrgarten wenn es nach dem jungen Mann gehen würde. Silas dachte er hätte es bei seiner Pflegefamilie schon gut, doch es ist kein Vergleich zu den vielen Zimmern und Bädern die sein Mitschüler hat.
In einem der vielen Flure findet sich genau das wonach Silas gesucht hat. Ein freies Badezimmer, ohne irgendwelche Betrunkenen. Der Junge hat Carly den Rücken zugedreht als er sich das schwarze Hemd aufknöpft und über den Rücken streift. Darunter kommt ein hautenges, wieder schwarzes T-shirt zum Vorschein.
Noch immer sagt er kein Wort zu dem Mädchen. Stattdessen dreht er den Wasserhahn am Waschbecken auf und lässt kaltes Wasser über das bereits nasse Hemd laufen. Er wäscht das Bier raus, weil es im Gegensatz zu dem Wasser kleben würde wenn es trocknet.
Als er seinen Blick für einen kurzen Moment hebt und in den Spiegel ihm gegenüber starrt, beobachtete er Carlys Spiegelbild, welches sich vor ihm auftut.
"Lass die Tür auf, mach sie zu.. mir egal" sagt er schroff und blickt wieder auf seine Hände.
Dann dreht er den Hahn zu und schließt für einen kurzen Moment die Augen, bevor er sich umdreht und das Mädchen direkt ansieht.
"Ich.." versucht er zu beginnen, bricht aber schnell wieder ab. Silas weiß im Grund nicht was er sagen soll. Es gibt keine Worte, die diese Situation einfacher oder angenehmer gestalten würden. Keine Einleitung, keine beschwichtigen Worte. Nein, Silas kommt direkt zu Punkt.
"Am Tag des Jahrmarktes, als ich dich geküsst habe ... Ich will das du weißt, dass ich zu dem Zeitpunkt eine Freundin hatte" gibt er Junge mit rauer Stimme von sich. Hatte. Das Wort versetzt ihm einen Stich.
"und ich weiß, dass es ein Fehler war ... Und ich würde ihn wieder begehen wenn ich könnte". Wieder schluckt Silas.
"Es tut mir Leid".


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zuletzt bearbeitet 22.03.2020 17:09 | nach oben springen

#273

RE: Boston High School Start

in Boston High School 22.03.2020 18:57
von Mivaka • Member | 1.116 Beiträge | 79550 Punkte



at Monty's ; Silas


Das es längst Zeit dafür ist, brauchen sie sich eigentlich nicht sagen.
Aber manchmal ist die Verdrängung und das aus dem Weg gehen besser. Es fühlt sich jedenfalls besser an. Weil man keine Ahnung hat, was man eigentlich möchte, was man sich zu sagen hat. Für Carly ist es ein einziges Chaos. Sie weiß noch nicht einmal wie es um sich selbst steht. Weiß nicht was sie von all dem halten soll und ist viel mehr damit beschäftigt die Verwirrung in sich zu ordnen. Lange genug ist sie davon ausgegangen, dass sie längst über Silas hinweg ist. Das dem nicht ganz so ist, musste sie sich spätestens nach dem Kuss eingestehen. Und jetzt? Die ganze Zeit über ist es eigenartig. So eigenartig, dass Carly es nicht erläutern kann.
Die Blonde hat lang genug versucht ihn zu vergessen. Gelungen ist es ihr wahrscheinlich auch nur irgendwann, weil sie Silas nicht mehr zu Gesicht bekommen hat. Nicht jeden Tag an seiner Erscheinung vorbei gehen musste, ohne das er nach dem Vorfall nochmal ein Wort mit ihr gewechselt hat. Nicht einmal eine Nachricht hat er ihr hinterlassen. Das sie so etwas nicht einfach vergessen kann, kann man sich denken. Silas hat sie nicht nur physisch sondern auch psychisch verletzt. Hat der Blonden tatsächlich das Gefühl gegeben, dass sie sich die ganze Sache zwischen ihnen vielleicht nur eingebildet hat. Dass da nie etwas war. Oft genug lag sie wach, hat darüber nachgedacht ob er überhaupt einen Gedanken an sie verschwendet. Ob er überhaupt noch weiß wer sie ist. Hatte oft genug eine Nachricht geschrieben, nur um dann den Finger über dem 'senden' Button schweben zu haben und die Nachricht wieder zu löschen.
Silas löst den Griff um ihr Handgelenk. Sagt nichts, lediglich sein Kopfnicken bedeutet der Blonden, dass sie ihm folgen soll. Eine andere Wahl bleibt ihr nicht. Zwar spielt sie kurz mit dem Gedanken einfach die Flucht vor dem Gespräch zu ergreifen, reißt sich dann aber so weit zusammen, dass sie dem Tätowierten folgt. Bis sie schliesslich im oberen Geschoss des Hauses in einem freien Badezimmer ankommen. Hier haben sie tatsächlich etwas Ruhe vor der laufenden Party. Carly betritt nach Silas das Badezimmer. Kann beobachten wie er sich das Hemd von den Schultern streift, den Wasserhahn aufdreht und anfängt den Fleck herauszuwaschen. Sie selbst fühlt sich fehl am Platz. Silas sagt nichts. Widmet sich ihr nicht einmal, beinahe so, als ob sie gar nicht hier wäre. Genau das lässt sie leicht schlucken.
Schlussendlich entscheidet sie sich dazu sich auf der gegenüberliegenden Anrichte hinzusetzten. So baumeln ihre Füße daran herunter und Carly hat die Hände um die Kante geschlossen. Sieht abwartend zu Silas. Weiß nicht ob sie etwas sagen soll. Doch was will sie dem Braunhaarigen eigentlich sagen? Es würde so viel zu sagen geben. Nicht nur über die Situation am Jahrmarkt.
Und dann sieht Silas sie durch den Spiegel an. Selbst so lässt sie der Augenkontakt nicht kalt. Seine beinahe schroffen Worte, hinterlassen ein dumpfes Gefühl bei der Blonden. Da sie mit ihrem Fuß an die Tür kommt, sieht sie kurz zu dieser, ehe sie dieser einen kleinen Stoß gibt. Zwar fällt die Tür nicht ins Schloss, sondern bleibt einen kleinen Spalt offen, doch so haben sie wenigstens ein wenig mehr Privatsphäre, falls Betrunkene vorbei kommen sollten. Ob es ein Fehler ist? Wird sich herausstellen.
Carly hat die winterblauen Augen auf seinen Rücken gerichtet, so lange bis er sich zu ihr umdreht und sie direkt ansieht. Zwar fängt er an, jedoch kommt nicht viel über seine Lippen. Carly beißt sich unsicher auf die Unterlippe. Fühlt sich nicht wohl in der Situation. Und seine nächsten Worte tragen nicht dazu bei, dass es besser wird. Die Offenbarung seinerseits lässt sie schlucken. Silas hat eine Freundin? Hatte. Wie auch immer. Aber allein der Fakt zu hören, dass er anscheinend sein Glück wieder gefunden hat, lässt ihr Herz sich tatsächlich kurz etwas zusammenziehen. Irgendwo ist es nicht fair, dass er weitermachen konnte, mit der Sache abschliessen konnte und sie die ganze Zeit über versucht hat irgendwie wieder ihr Glück zu finden. Aber immer wieder daran gescheitert ist, einfach weil sie den Tätowierten und das Passierte nicht verarbeitet bekommen hat.
Und gleichzeitig lassen seine Worte Carly unglaublich schlecht fühlen. Zwar kann sie nicht mit Gewissheit sagen, dass sie der Grund für das Ende der Beziehung ist, doch fühlt sich dennoch schuldig. Sie wollte niemals so Jemand sein, die einen Vergebenen küsst. Und jetzt ist sie genau in dieser Lage. Carly senkt die Augen, starrt auf ihre Knie und beißt sich auf die Unterlippe. Weiß nicht einmal was sie dazu sagen soll. Ist einfach nur verstummt und muss die Gedanken für sich verarbeiten. "Ist es...deswegen..vorbei?"
Will sie es überhaupt wissen?
Seine nächsten Worte sorgen für nur noch mehr Verwirrung.
Es ist ein hin und her.
Ein Wechselbad der Gefühle.
Im einen Moment trifft es sie wie ein Schlag, dass er sie anscheinend vergessen konnte, im anderen ist sie wütend über ihn und im nächsten lassen seine Worte irgendeinen kleinen, naiven Teil ihres Herzens tatsächlich höher schlagen. Kann man seine erste große Liebe überhaupt wirklich vergessen? Carly scheint es nicht so. Bei seinen Worten hat die Blonde wieder zu ihm aufgesehen. Weiß nicht was sie dazu sagen soll. Kann nicht einmal ihre eigenen Gedanken ordnen. Und auch die Entschuldigung macht es nicht besser. Denn für was konkret entschuldigt er sich? Es ist so offen und beinahe zusammenhangslos, dass sie keine Ahnung hat, was sie denken soll.
"...was...du..silas du kannst mir nicht in einem Satz sagen, dass du eine Freundin hattest die du mit mir betrogen hast, im nächsten dass der Kuss ein Fehler war und wieder im nächsten, dass du es wieder machen würdest." vollkommen überfordert und verunsichert kommen die Worte über ihre Lippen. "...wieso schaffst du es immer wieder alles in mir auf den Kopf zu stellen..?" Sowohl positiv als auch negativ gemeint. Silas hinterlässt immer wieder seine Spuren in ihrem Leben. Spuren die sie zu verwischen versucht, klappen tut es aber anscheinend nicht.


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#274

RE: Boston High School Start

in Boston High School 23.03.2020 19:15
von Zonya • Junior Member | 503 Beiträge | 36550 Punkte











S I L A S
bei Monty ; Carly, [Ivie]




Ist es deswegen vorbei?
Silas weiß es nicht. Auch bevor er es ihr gebeichtet hat war es bereits zu Ende zwischen ihnen, das wussten beide, auch wenn sie die Worte nie ausgesprochen haben. Silas weiß, dass er einzig und allein sich die Schuld zuschieben kann. Er hat alles kaputtgemacht. Ein Teil von ihm wusste das es so nicht weitergehen kann, als er Carly das erste mal auf dem Jahrmarkt erblickt hat. Bereits in diesem Moment konnte er den Verlust spüren - der einzige, der überhaupt noch von Bedeutung ist - der Verlust von Ivies Glaube an ihn. Der Verlust ihrer Freundschaft und ihres Vertrauens. Der Verlust ihrer Liebe.
Silas fährt sich mit einer Hand durchs Haar und schüttelt kaum merklich den Kopf, "Ich weiß es nicht".
Er hat dafür gesorgt, dass jeder Winkel seines Lebens nur noch aus verbrannter Erde besteht.
Vor Kummer schnürt sich ihm die Kehle zu. Es ist ein widersprüchliches Gemisch aus Bedauern und Schmerz und hinterlässt einen bitteren Geschmack in seinem Mund, während er sie mit ausdrucksloser Miene anstarrt.
Silas bleibt wie angenagelt stehen, aber sein Herz schlägt weiter schwer und kalt in seiner Brust. Es ist wie ein Schlag ins Gesicht.
Betrogen. Das ist ein hartes Wort und aus ihrem Mund wirkt es noch viel vorwurfsvoller, als er es jemals für möglich gehalten hätte. Doch sie hat recht. Silas hat Ivie betrogen und um sein Gewissen zu erleichtern, bürgt er nun auch noch Carly dieses Wissen auf. Jetzt muss auch sie damit leben.
"Ist es das was du denkst?" fragt der Junge und starrt sie mit seinen grünen Augen an, er will eine Antwort. Silas weiß, dass er nur Unruhe stiftet wo auch immer er das Leben von jemandem betritt, trotzdem verletzt es ihn genau das zu hören.
Trotz der ausdruckslosen Miene hängen seine Schuldgefühle fast greifbar in der feuchten Luft des Raumes.
Gemessenen, kontrollierten Schrittes und mit militärisch straffer Haltung setzt Silas sich in Bewegung. Ungefähr einen Meter von Carly entfernt bleibt er stehen. "Es tut mit leid, Carly. Es tut mir leid, wie alles gelaufen ist." Seine Stimme ist ruhig und tonlos, als er wieder spricht. "Ich habe dich nie vergessen".
Es ist die Wahrheit und genau diese spiegelt sich unmissverständlich in seinen Augen wieder. "Und das ist das Problem.. Wenn ich dich ansehe, dann sehe ich keinen Neuanfang .. ich sehe eine weitere Möglichkeit, wie ich etwas Gutes zerstöre".
Der Junge lässt den Kopf hängen und schaut auf den Boden, das Knirschen seiner Zähne ist kaum zu überhören.
"Ich liebe Ivie, ... das tue ich", Silas macht eine kurze Pause ehe er den Blick wieder hebt und ihr durchdringend in die winterblauen Augen schaut, "aber dann bist da du.." - die ich einfach nicht aus meinem Kopf bekomme.


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zuletzt bearbeitet 23.03.2020 19:16 | nach oben springen

#275

RE: Boston High School Start

in Boston High School 24.03.2020 21:19
von Mivaka • Member | 1.116 Beiträge | 79550 Punkte



at Monty's ; Silas – mentioned Ivy


Ich weiß es nicht
Die Situation scheint kompliziert zu sein.
Ob es nun Absicht von Silas gewesen ist oder nicht: er hat Carly mit in die Sache reingezogen. Die Blonde ist niemand, dem so etwas einfach am Allerwertesten vorbei geht. Anderen Mädels ist es egal, ob der Kerl vergeben ist. Ihnen ist die Freundin am anderen Ende egal. Doch so ist Carly nicht. Es zerfrisst sie schon jetzt, dass sie vielleicht der Grund ist, weshalb jetzt irgendein anderes Mädchen mit gebrochenem Herzen herumsitzt. Selbst wenn sie es nicht besser gewusst hat, selbst wenn Silas derjenige gewesen ist, der sie geküsst hat, obwohl er eine Freundin hat. Im Grunde kann Carly nichts dafür, hatte keine Ahnung. Trotz dessen spürt sie das bedrückende Gefühl der Schuld auf ihren Schultern lasten. Vielleicht ist es besser, wenn sie niemals erfahren wird, wem sie so etwas angetan hat. Denn schuldig fühlt sich Carly gewiss. Kann so eine Information nicht einfach wegstecken und nicht an den anderen Part denken, der genauso in der Sache steckt wie Silas oder sie.
Ob es das ist was sie denkt?
Ja.
Es ist ganz simpel.
Denn Carly denkt es nicht nur, sie weiß es. Hat schon oft genug erlebt wie der Tätowierte alles auf den Kopf stellt. Nicht zwingend negativ. Das wollte sie damit sicherlich nicht ausdrücken. Denn Silas hat ihre Welt auch auf eine positive Art und Weise auf den Kopf gestellt. Als sie sich in ihren Gegenüber verliebt hat, hat er immer wieder für Verwirrung in ihr gesorgt. Eine Verwirrung die vielleicht anstrengend sein konnte, doch im Endeffekt hat sie der Blonden immer ein klopfendes Herz, das Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit vermittelt. Silas stiftet keine Unruhe. Das Wort ist zu negativ belastet. Selbst wenn der Braunhaarige gerade in Carly's Leben viele negative Fußstapfen hinterlassen hat, so ist das nicht alles. Er hat ihr genauso neue Einblicke auf ehr eigenes Leben gegeben. Hat dieses auf eine positive Art und Weise auf den Kopf gestellt.
Ein leichtes Nicken ihrerseits, während sie die winterblauen Augen auf ihn gerichtet hat. "...aber nicht nur auf eine negative Art."
Sie ist ihm eigentlich gar keine Erklärung für ihre Gedanken schuldig. Dennoch kann sie sich vorstellen was in dem Kopf des Tätowierten vor sich geht. So war er schon immer und gewiss hat sich daran nichts geändert. Obwohl...wissen kann sie es nicht. Genauso kann er seinen Seelenfrieden gefunden haben mit seiner Freundin. Ex-Freundin. Was ist sie eigentlich für ihn? Carly weiß es nicht. Offiziell haben die Beiden niemals Schluss gemacht. Doch sein Weggehen ohne jegliches Melden bei der Blonden, spricht für sich. Als er die Tür verlassen hat, hat er damit wohl wortlos die Beziehung beendet. Ohne Begründung, ohne Carly jegliche Chancen auf eine Reaktion zu geben.
Silas kommt auf sie zu, bleibt einen Meter vor ihr stehen und vielleicht ist die Blonde froh über den Abstand zu ihm. Als sie Silas das letzte Mal so nah war, haben sie sich geküsst. Haben damit Betrug an seiner Freundin begangen. Die Erkenntnis lässt sie wieder schlucken, drückt ihr kurz die Luft ab. Das Gefühl wird nicht besser bei seinen Worten. Es wird eher schlimmer. So weit, dass Carly das Gefühl hat, sie bekommt keine Luft mehr. Angespannt beißt sie sich auf die Unterlippe. Weiß nicht was sie sagen soll. Will sie sich Silas so weit öffnen, dass sie viel zu lange am Boden zerstört war deswegen? Doch genauso wenig kann die Blonde sagen, dass es in Ordnung ist, was passiert ist und sie ihm vergeben hat. So gerne sie es würde. Sie hat es nicht. Kann es einfach nicht. Und deshalb kann sie wahrscheinlich nicht mit ihm abschließen. Silas hat ihr nicht einmal die Chance gegeben, dass sie ihn wütend anschreien könnte, in Tränen ausbrechen könnte und ihrer Wut, Verzweiflung und Trauer Luft machen könnte.
"Warum konntest du dich dann nie bei mir melden, wenn du mich nicht vergessen hast?" die Frage platzt einfach so aus ihr heraus und Carly ist von sich selbst überrascht, dass sie noch so gefasst ist. Der Kloß in ihrem Hals wird immer dicker und es dauert gewiss nicht mehr lange, bis ihre Stimme nur noch brüchig ist. Bis ihr die Tränen in die Augen steigen. Doch das will sie nicht. Sie will nicht wieder an diesem Punkt angelangen. Redet sich immer noch ein, dass sie über Silas hinweg ist. Sie muss einfach über ihn hinweg sein. Etwas anderes findet keinen Platz an der Stelle. Denn an Silas Seite gehört jetzt doch jemand anderes, oder nicht?
Carly stellt nicht in Frage ob er die Wahrheit sagt. Kann das in seinen Augen gut erkennen, dennoch fragt sie sich, wie er sich dann nicht bei ihr melden konnte. Weiß nicht was schlimmer ist. Ist es Ignoranz gewesen? Kein Interesse oder einfach der Egoismus, dass er sich dem Ganzen nicht stellen wollte. Hat Silas sie überhaupt geliebt, wenn er zulässt ihr so sehr weh zutun? Die Gedanken mit denen sie längst abgeschlossen hat, kommen wieder auf. Werden immer präsenter. Carly hat ihren Weg gefunden um mit der Sache irgendwie besser fertig zu werden, selbst wenn sie Silas dabei unschöne Dinge vorgeworfen hat.
Seine Worte sind unmissverständlich.
Jedenfalls für die Blonde.
Carly weiß nicht ob sie davon verletzt ist. Weiß ja nicht einmal was sie möchte. Doch der Braunhaarige sieht keine Chance für einen Neuanfang. Das ist die Aussage dahinter. Eine Aussage mit der sie nicht viel Anfangen kann. Weil sie sich selbst zu unschlüssig ist. Dennoch kann sie den leichten, fast schon stechenden Schmerz nicht ignorieren, welcher sich in ihrer Brustgegend ausbreitet. "Silas hör auf, so etwas zu sagen..du machst nicht alles kaputt. Vielleicht einiges. Aber wer macht das nicht? Und du hast so verdammt viel Gutes in mein Leben gebracht. Also hör auf zu sagen, dass du immer nur alles zerstörst." bitter kommen die Worte über ihre Lippen. Irgendwo hat sich Wut in ihr aufgestaut. Sie weiß selbst nicht, woher all diese Empfindungen kommen, doch es führt dazu, dass sie eben nicht in Tränen ausbricht.
Silas sieht mitgenommen aus, wie er da steht, den Kopf hängen lässt, auf den Boden sieht und mit den Zähnen knirscht.
Helfen tut sein Anblick gewiss nicht.
Ich liebe Ivie...das tue ich Carly gefriert das Blut in den Adern. Zitternd atmet sie ein. Der Griff um die Kante der Anrichte verstärkt sich so weit, dass ihre Knöchel leicht hervor treten. Ivie...Der Kloß in ihrem Hals wird immer größer. Der Druck auf ihre Brust immer stärker. Carly wird schlecht. Schlecht bei dem Gedanken, wem sie das angetan hat. Denn wenn es ein Mensch auf dieser Welt nicht verdient hat, dann die Rotblonde. Ivie ist mit Abstand das liebenswürdigste Wesen, welches sie bisher kennenlernen durfte. Selbst wenn sie noch nicht viel mit der Rotblonden zutun hatte, so weiß sie genug, um genau solch eine Einschätzung abgeben zu können. Man merkt, dass sie von Grund auf gut ist. Und genau so jemanden braucht Silas. Es macht die ganze Sache aber nur schwerer. "Ivie..." tonlos kommt ihr der Name über die Lippen. Es ist nicht mehr als ein leises Hauchen. Starrt in die grünen Augen des Tätowierten. Seine weiteren Worte dringen zu ihr durch. Er beendet den Satz nicht. Carly weiß nicht, ob sie wissen will, was er sagen möchte. Verzweifelt beißt sie sich auf die Unterlippe, lockert den Griff ihrer rechten Hand und fährt sich durch die blonden Haare. Versucht die aufkommenden Tränten zu unterdrücken. Das Wissen, dass sie gerade Ivie so weh getan hat, damit kommt sie noch weniger zurecht.
"..ich?"


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