#276

RE: Boston High School Start

in Boston High School 29.03.2020 14:36
von Zonya • Junior Member | 503 Beiträge | 36550 Punkte











S I L A S
bei Monty ; Carly, [Ivie]




Silas kneift die Augen zusammen und weicht einen Schritt zurück, "nicht nur reicht mir nicht" sagt er und wendet den Blick ab.
Es fühlt sich an als würde eine Wunde in seiner Brust klaffen, die sich einfach nicht schließen will. Silas möchte ihre Worte respektieren, aber zu wissen, dass er für all das Leid welches sie durchfährt verantwortlich ist, dass macht ihn einfach nur fertig. Er ist Schuld, dass sie niemals abschließen konnte, er hat sie einfach zurückgelassen mit all diesen offenen Fragen. Silas dachte, nach dem was er ihr angetan hat, könnte sie ihn einfach aus ihrem Leben streichen. Er hat gehofft, dass sie schnellstmöglich über ihn hinwegkommt.
Er hat sich gewünscht, sie einfach zu vergessen.
Und für einen Moment schien das zu funktionieren, doch ihre gemeinsame Vergangenheit barg genug Sprengstoff, um ihm irgendwann um die Ohren zu fliegen. Nur hat Silas niemals gedacht, dass die Wahrheit auf diese Weise ans Licht kommen würde, und ausgerechnet in dem Augenblick, als es für ihn und Ivie endlich eine Chance gab.
Mit dieser Chance ist es jetzt vorbei, er hat ein anderes Mädchen geküsst, und das ist unverzeihlich. Er hat Ivie für immer verloren.
Langsam, aber sicher kehrt die Wut in seinen Körper zurück. Wut auf sich selbst - und die ganze Welt.
"Was schert es dich?", fragt er und verkrampft die Finger. "Ich wollte dich nicht leiden sehen, verdammt. Ist das so schwer vorstellbar?".
Silas versucht die Maske aus Unnahbarkeit heraufzubeschwören, die zu seinem zweiten Gesicht geworden ist. Doch das ist Carly, die vor ihm steht und deshalb will es ihm einfach nicht gelingen.
"Was willst du von mir hören, Carly?" fragt er kraftlos. Er hat ihr gesagt, was es zu sagen gab. Er hat sich entschuldigt und die Zeit lässt sich nunmal nicht zurückdrehen, so sehr er es sich auch wünscht. "Mach uns nicht zu etwas, was wir nie waren".
Der kleine Hoffnungsschimmer, Silas könnte sich öffnen und wirklich sagen was er fühlt, der scheint verschwunden. Stattdessen tut er das einzige, was er kennt. Er stößt die Menschen von sich, weil es der einfachere Weg ist. Der bessere, weil ein kurzer Cut schmerzfreier, als eine Bindung zu ihm ist. Auf Lang oder kurz würde er sie nur enttäuschen, so wie er es immer tut. Es ist besser wenn keine Hoffnung mehr besteht.
Er brennt alles nieder, unbarmherzig wie das Feuer welches in ihm brodelt. Und er könnte sich dafür ohrfeigen, er hat ihr das Herz gebrochen, doch verdammt, jemand der so etwas tut, der hat es nicht verdient, dass man ihm vergibt.
Silas dreht sich um und dreht Carly den Rücken zu, er will sie nicht ansehen müssen. Denn dann würde die Chance bestehen, dass sie erkennt welche Lüge er ihr versucht aufzutischen. Seine Hände umklammern den Rand des Waschbeckens und die Adern an seinen Armen treten hervor. Das Blut rauscht in seinen Ohren und übertönt die hässliche Wirklichkeit seiner Welt.
Das gequälte flüstern von dem Mädchen kommt nur halb bei ihm an, erstickt durch eine dicke, schwere Decke sie sich auf seine Schultern gelegt hat. Dennoch hat er genau verstanden was sie gesagt hat. Ivie. Den Namen würde er unter tausenden heraushören.
Silas kneift die Augen zusammen während die zwei Silben in seinem Kopf hin und her springen. Er vermisst sie. So sehr, dass ihm das Atmen schmerzt.
Für einen Moment ist es still in dem Raum und der Junge versucht gegen seinen Willen das einzig richtige zu tun.
"du.. du bedeutest mir nichts" haucht er, in der Hoffnung sich das selbst irgendwann glauben zu können. Er wünscht sich den Tag, wo er ihr in das Gesicht blicken kann und nichts bereut. Der Tag, an dem er nichts fühlt.
Doch dem ist nicht so. Bei der Vorstellung Carly glaub ihm, dreht sich ihm den Magen um. Er möchte das nicht, doch es ist die einzige Option alles wieder ins Lot zu bringen, so wie es vorher war.
Es wäre das beste wenn sie ihn einfach hasst.


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#277

RE: Boston High School Start

in Boston High School 01.04.2020 16:14
von Mivaka • Member | 1.116 Beiträge | 79550 Punkte



at Monty's ; Silas


Weshalb kann ihr nicht egal sein, was er denkt?
Wieso muss es ihr so wichtig sein, dass er sich selbst nicht immer so schlecht darstellt?
Denn selbst Carly kann sein Verhalten oftmals nicht entschuldigen. Selbst wenn sie es würde, es gibt Dinge die er gemacht hat, die man nicht entschuldigen kann. Die man nicht entschuldigen sollte. Und trotzdem macht sie es, versucht es immer wieder. Versucht selbst jetzt, dem Dunkelhaarigen das schlechte Gewissen etwas zu nehmen. Oder sich selbst wenigstens nicht so sehr in ein negatives Licht zu rücken. Silas muss verstehen, dass er neben dem Negativen auch viel Gutes in ihr Leben gebracht hat. Und größtenteils ist die Zeit genau davon geprägt. Lediglich die Dinge, die zuletzt passiert sind, welche am präsentesten sind, waren teilweise doch sehr unverzeihlich. Carly weiß nicht was sie noch mehr dazu sagen soll, die Blonde kann ihn schliesslich nicht dazu zwingen, dass er ihr glaubt.
Was es sie schert?
Carly weiß nicht genau was sie mit der Aussage anfangen soll. Ist Silas davon ausgegangen, dass sie sich nie Gedanken darüber gemacht hat, warum er sich nicht meldet, ob er sie vielleicht bereits vergessen hat. "Ich hab keine Ahnung was ich glauben soll und was nicht. Was soll ich schon davon halten, wenn du mich nicht leiden lassen willst, aber einfach alles wegwirfst und von dir stößt, ohne mir jegliche Chance auf eine Reaktion zu geben." leise kommen die Worte über ihre Lippen. Ihr fehlt die Stimme um wirklich laut zu werden und dennoch kann man hören, dass sie die ganze Sache verwirrt.
Und seine nächsten Worte sind wie ein Stich ins Herz. Darauffolgenden noch mindestens drei weitere. Es tut weh so etwas zu hören, wenn jemand etwas schlecht redet, was für einen selbst so gut war. Vielleicht hat es ihr einfach mehr bedeutet als ihm. Anders kann sie es sich nicht erklären. Oder wieso hält der Tätowierte so wenig von der Beziehung die sie Zwei geführt haben? Carly kann nichts dagegen tun. Ihre Augen werden etwas gläsern. Sie beißt sich auf die Unterlippe und schüttelt den Kopf. "Ganz anscheinend haben wir einfach andere Ansichten von dem, was zwischen uns war..." ihre Stimme bebt etwas, wenn man genau hinhört.
Eigentlich sollte Carly es von ihm kennen. Wenn es schwierig wird, dann stößt Silas gerne seine Mitmenschen von sich. Und trotzdem kann sie damit diesmal nicht so umgehen wie sie es gerne würde. Nimmt sich seine Worte mehr zu Herzen als sie sollte. Und selbst wenn sie nicht weiß, was sie eigentlich möchte. Ob sie über ihn hinweg ist oder nicht, schmerzt es zu wissen, dass er einfach weniger in ihnen gesehen hat als die Blonde selbst. Und so etwas zu hören, schmerzt. Egal ob man über die Person hinweg ist oder nicht.
Silas wendet sich von ihr ab, sodass die Blonde ihre blauen Augen auf seinen Rücken richtet. Sie kann erkennen, dass ihn die Situation stresst. Kann beobachten wie sich seine Hände um den Rand des Waschbeckens schließen und seine Adern hervortreten. Sie selbst bleibt noch immer sitzen. Hat lediglich die Griff um die Kante verstärkt und beißt sich fast etwas verzweifelt auf die Unterlippe. Weiß nicht wie sie überhaupt mit der ganzen Situation umgehen soll. Weiß nicht einmal wie sie Ivie in Zukunft überhaupt noch gegenüber treten soll. Weiß die Rotblonde davon und hat sich seitdem ganz normal mit ihr unterhalten? Carly weiß es nicht. Und es schmerzt, wenn sie darüber nachdenkt, was sie Ivie angetan hat.
Die hauchenden Worte kommen bei ihr an.
Carly würde sich wünschen, dass sie diese einfach nicht verstanden hat. Für einen Moment dreht sich alles in ihrem Kopf. Die Gedanken springen umher und lassen sie keinen davon fassen. Carly kann die Gedanken nicht zu einem großen Ganzen zusammenfügen. Es funktioniert einfach nicht. Vielleicht weil all die Teile einfach nicht zusammenpassen. Der Kloß in ihrem Hals verschwindet einfach nicht, macht ihr das Atmen schwerer. Carly fühlt sich taub. Weiß nicht mit den Worten umzugehen, die der Braunhaarige ihr gerade an den Kopf geknallt hat. Und bevor sie etwas dagegen tun kann, springt sie von der Anrichte, steht hinter Silas und kann nicht verhindern, dass sich ihre blauen Augen weiter mit Tränen füllen, dadurch nur noch heller strahlen. Warum auch immer ihre blauen Augen am schönsten aussehen, wenn sie sich mit Tränen füllen. Ironie des Schicksals?
"Merkst du selber, dass deine Worte überhaupt keinen Sinn ergeben?!" mit bebender Stimme kommen die Worte über ihre Lippen. Nicht falsch verstehen, Carly will ihm nicht vorwerfen, dass er noch immer etas für sie empfindet. Aber seine Worte passen einfach nicht zusammen. "Dann erklär mir was du überhaupt hier von mir willst? Wenn ich dir nichts mehr bedeute, dann müssten wir ja rein gar nichts davon klären. Dann müsstest du mir nicht erzählen, dass du eigentlich eine Freundin hattest, dass der Kuss ein Fehler war und du ihn immer wieder begehen würdest. Dann ist das alles hier vollkommen überflüssig..." ihre Stimme bricht und sie schüttelt den Kopf. Ihr Herz hämmert gegen ihre Brust und gleichzeitig fühlt es sich so schwer an. So dumpf. Carly will das Gespräch eigentlich gar nicht weiter führen, weiß schon jetzt, dass es zu nichts führt. Es verletzt sie lediglich. Auch wenn es das gewiss nicht mehr sollte.
"...hasst du mich so sehr, dass du mir weh tun willst?"


you gave it all away
didn't even let me in
you gave the worst goodbye
and people ask me how I've been

so let me tell them
friday nights got me feeling lonely
saturdays when the bottles empty
why'd you have to leave me

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#278

RE: Boston High School Start

in Boston High School 05.04.2020 21:05
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


LUCIEN
- Jake
erwähnt Rainn, Monty



In das amüsierte Schnauben steigt der Achtzehnjährige mit ein. „Gut, ich schätze, der Moralapostel ist eher Montys Part.“
Auch wenn Monty wenig Moral besitzt – die Dorchester-Art ist nichts, das der junge Schnösel für gut befinden würde. Bei ihm regelt man die Dinge anders.
Lucien wackelt mit dem Kopf hin und her, aber die Position wird einfach nicht angenehmer. Es ist dabei auch egal ob er die Beine ausstreckt, so gut es in der knapp bemessenen Sitzreihe eben geht, oder ob er sie anwinkelt. Ihm tut alles weh – aber, das bringt er sich wieder ins Gedächtnis, er fühlt immerhin noch etwas. „Irgendwann… irgendwann wird es anders.“
Gefährlich wird es in ihrer Welt, wenn die Gefühle weg sind und wenn auch das Schmerzempfinden weg ist. Der Grad an Stumpfheit ist es, der sie wirklich in den Abgrund schubst.
Lucien beobachtet die Gegend, die auf der anderen Seite des Fensters vorbeizieht. Einige Minuten lang sieht er sich nur die altbekannten Straßen an, ohne einen Mucks von sich zu geben, und auch Jake spricht nicht.
Sein Freund ist ohnehin eher wortkarg: darum bemüht, wenig Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und nicht daran interessiert, sich großartig irgendwo einzubringen. Lucien ist offener als er. Gesprächiger und schon eher das Partytier. Er liebt die Aufmerksamkeit.
Allerdings aber nur, wenn er sie aus den richtigen Gründen bekommt.
„Du und Rainn, hm?“, durchbricht er schließlich die Stille, als sie sich nach einer Viertelstunde nur noch drei Haltestellen von Monty entfernt befinden. Lucien ächzt sich in eine gerade Position und knüllt den Hoodie in seinen Händen zusammen, bevor er dann zu Jake blickt. „Ich hätte nicht gedacht, dass das so lange hält. Oder, dass das überhaupt gut geht.“
Wenn Lucien sich so zurückerinnert, hatte er das gar nicht kommen sehen. Oder hätte man es nicht kommen sehen können?
Letzteres ist wahrscheinlicher. Die Liebesgeschichte klingt nach einem Buch oder einer Soap Opera, aber nicht nach dem richtigen Leben. Im richtigen Leben sind solch unterschiedliche Menschen nicht parallel zueinander. Viel mehr sind sie zwei Geraden, die sich an einem Fixpunkt kreuzen und dann in die verschiedensten Richtungen voneinander weglaufen. Das Universum ist unendlich; und mit ihm auch die Suche nach dem zweiten Fixpunkt, den es schlichtweg nicht gibt.
Lucien ist in der Hinsicht gar ein wenig eifersüchtig auf Jake.
Dieses Gefühl hält auch noch an, als die Straßenbahn schlussendlich ihre Station aufruft und an dieser hält. Es verfolgt ihn bis in Montys Auffahrt hinein.



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#279

RE: Boston High School Start

in Boston High School 05.04.2020 21:22
von Kati • Member | 764 Beiträge | 54350 Punkte






ADRIAN

erwähnt Lucien - Monty - Luke - Jake - Arthur



Leni weinen zu sehen war eine Seltenheit, Leni zum Weinen zu bringen fast unmöglich. Dafür saß die Fassade viel zu fest und schon viel zu lange. Schwäche zu zeigen war nicht nur in der Unterschicht verpönt, in dem Punkt hatte reich und arm wohl was gemeinsam. Und in beiden Welten interessierte es meistens auch keinen wie es einem ging.
Lucien hatte das unmögliche möglich gemacht. Noch nie in ihrem ganzen Leben hatte sich die Blondine so… ja was war es… gebrochen, zerstört, kaputt gefühlt wie in den letzten paar Tagen. Noch nie war der Amerikanerin so deutlich bewusst gewesen, dass sie Lucien mochte, ja vielleicht sogar dieselben Gefühle für ihn hegte wie er für sie. Eigentlich wäre es doch die perfekte Basis für ein Teenager-Happyend, aber naja Happyends fanden in Filmen statt und so sehr Lenis Leben für viele wie in einem Film war, war es das eben nicht. Trotzdem wurde natürlich Social Media gepflegt und alle Anrufe von ihren Eltern abgeblockt. Nein, gerade hatte die Blonde wirklich keine Nerven für noch mehr Drama.
Ihr Tagesablauf bestand in letzter Zeit nur aus trinken und hier war nicht dir Rede von Cola, Wasser oder Orangensaft, sondern eher von Alkohol, Alkohol und nochmal Alkohol, nüchtern hielt die Schülerin ihre ganze Gefühlswelt nämlich definitiv nicht aus, schlafen, ab und zu etwas essen und grundsätzlich sich in ihrem Schlafzimmer einschließen.
Doch schließlich war es ihr derzeit etwas ungeliebter Mitbewohner, der die Cheerleaderin heute nüchtern hielt und sie dazu brachte sich für heute Abend fertigzumachen. Auch ein Schatten in ihrem Leben, Monty, der sie wohl neben Lucien auch seit Weihnachten hasste, jedenfalls war das Lenis Argument gewesen, im Bett zu bleiben, was Luke allerdings nicht hatte gelten lassen. Tja sie hatte nachdem die Tränen getrocknet waren und die 18-jährige wieder halbwegs wie sie selbst wirkte ihn eher weniger freundlich gebeten ihr Haus zu verlassen.
Starke Untertreibung.
Nachdem sich die Blondine halbherzig geschminkt und ihre Haare gemacht hatte, hatte sie Adrian geschrieben. Nicht um ihn zu fragen, ob er wusste wie es Lucien ging, da hätte sie wohl eher Jake schreiben müssen, sondern um Drogen zu kaufen. Ja, nüchtern würde sie diese Party definitiv nicht aushalten und Alk reichte da bei weitem nicht. Es lebten die illegalen Substanzen.
Ein Kleid, ein paar High Heels, Ohrringe, Ketten und Armbänder später stieg Leni in den Maserati, der schon einmal den Weg zu dem Deutschen gefunden hatte.
Die Schülerin sah aus, wie sie immer aussah, reich und schön – und überhaupt nicht passend zu der Gegend, in der der Dealer lebte. Warum er das tat, war für die Blonde überhaupt ein Rätsel, schließlich war es kein Geheimnis, dass er mit Arthur verwand war, der ein ähnliches Leben führte wie sie selbst. Kurz zögerte Leni, bevor sie ausstieg und an die Tür klopfte.



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#280

RE: Boston High School Start

in Boston High School 05.04.2020 22:18
von yulssi • Junior Member | 178 Beiträge | 8900 Punkte







• • •


Ivie - Haus Nr. 2

Der Dunkelhaarige beobachtete aufmerksam das Spiel zwischen Ivies zärtlichen Fingern und dem Saum seines dunklen Oberteils, verfolgte jede Bewegung der nicht allzu viel Kleineren mit seinen bunten Iren, es als völlig normale Aktivität ansehend.
Wenn Eliott so darüber nachdachte, dann konnte er sich gar nicht mehr so recht daran erinnern, wie es zu der zwischenzeitlich ziemlich festen Freundschaft der Beiden gekommen war, wer wen als erstes bemerkt und somit gesehen hatte. So weit er sich das Bild noch einmal ausmalen durfte, müsste es schon eine gewisse Zeit hergewesen, Ivie schon immer irgendwie ihr kleines, trauriges Selbst gewesen sein, welches meist alleine in einem ruhigeren Bereich der Schule gesessen, dort einen warmen Kakao getrunken und den Kopf hängen gelassen hatte. Dies war jedenfalls der erste Eindruck ihrer Person gewesen, der dem Älterem vor Augen geführt wurde.
"Ich will nicht verwelken…" ,kam es plötzlich aus dem Inneren der Rothaarigen heraus, ihr Körper augenblicklich erhoben, Eliott am lachen, doch dies in nur leisen Tönen. Was musste man in dem Moment denn auch wollen, als weiter faul herumzusitzen und gar nichts zu tun ? ,,Du musst einfach nur Ivie bleiben, mehr nicht. Außerdem wär mir ohne dir ja auch viel zu langweilig, mit wem soll ich denn sonst in meiner Freizeit 'rumgammeln ?"

Das Ivie die Party des stets bekannten Hardin in Erwägung zog, überraschte den Neunzehnjährigen mehr, als dessen Gesichtsausdruck es gerade höchstwahrscheinlich zur Schau stellte. ,,Du…. willst auf eine Party ? Hardins Party….? ,fragte der Franzose vielleicht ein kleines bisschen perplex nach, die eine Augenbraue dabei in die Höhe gezogen, der Mund nach links und rechts geweitet, um ein lächeln darzustellen. ,,Okay…. okay, warum auch nicht ? Und nein, ich habe keinen Neujahrskuss." ,oder etwa doch. Jemand mit wunderbar leichten, hellen und strähnigen Haaren kam dem Größeren in den Sinn, diesen mit einem hübschen kleinen Lächeln mit zwei Grübchen in den Wangen umnebelnd. Eine nur zaart gebräunte Haut, strahlende Augen, welche in einem undefinierbar hellem Ton leuchteten.
Eliott konnte sich definitiv vorstellen, wen er an der Stelle eines Kusses haben wollte, ohne dafür großartig überlegen zu müssen, wollte sich dies jedoch nicht ohne weiteres vorstellen, die Gedanken verdrängend, da es doch sowieso nicht der Realität entsprach, er es gewohnt war. Nicht echt. Das war es wirklich, seine Mimik sich versteifend und der Körper erhoben, um eine der vorherig erwähnten Tüten in die Hände seiner Freundin fallen zu lassen. ,,Vielleicht nicht ich, aber du." Von einem weiteren, neuen und dieses mal weinroten Rollkragen mit einer hochgeschlossenen Schwarzen Jeans und einem paar Stiefeletten mit nicht allzu hohen Absätzen war alles mit dabei, Eliotts femininste Seite mal nützlich gewesen, auch, wenn es seine Mutter gewesen war, welche ihn als Kind immer mit shoppen geschleppt, wenn es mal wieder einen schicken, absolut unnötigen "Ärzteanlass" gegeben hatte. ,,Wenn du's nicht magst, klau dir was aus dem Zimmer meiner Mom."

Auf der Party angekommen, fühlte sich der Ältere auch schon um einiges wohler, die stickige und von Rauch bedeckte Luft lud quasi dazu ein, gleich den erst besten Becher in die Hände zu nehmen und ordentlich einen zu kippen, nicht wissend, wo man am nächsten Tag aufwachen würde. Wenn man es dumm, dümmer und am dümmsten nachmachen wollte, dann sollte man hier ganz richtig sein. Es lag nicht daran, dass er Ivie nicht mochte, doch bei guten Zeiten sollte man nicht Zuhause herumhocken und verschimmeln. Eliotts Augen schon die Fläche nach Getränken absuchend, lud dieser sich einfach selber ein. ,,Du, ich werd' uns mal was holen und gleich noch eine rauchen gehen." Mit diesen Worten drehte er sich auch schon um, versuchte im Nachhinein, die typischen Partybecher nicht überlaufen zu lassen, doch besudelte die getragene Lederjacke dann doch auf der Linken von oben bis unten, was er mit einem genervten Stöhnen kommentierte.


𝙻𝚎𝚝'𝚜 𝚛𝚞𝚗 𝚊𝚠𝚊𝚢 𝚝𝚘𝚗𝚒𝚐𝚑𝚝

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#281

RE: Boston High School Start

in Boston High School 07.04.2020 18:24
von Zonya • Junior Member | 503 Beiträge | 36550 Punkte













A D R I A N
Trailerpark; Leni




Anfangs tat der Schlag gar nicht wirklich weh, sondern fühlte sich wie ein allgemeiner "Systemschock" an. So wie nach einem leichten Autounfall oder nach der Explosion eines Böllers in unmittelbarer Nähe. In Adrians Ohren piepste es und die Kopfschmerzen ließen auch nicht lange auf sich warten. Doch nach seinem Rausch und dem Besuch im Krankenhaus lebt er noch und fühlt sich ehrlich gesagt gar nicht mal so schlecht. Er konnte ohne Probleme zurück nach Hause. Sein Gehirn scheint keinen Schaden genommen haben. Zumindest keinen größeren, als es eh schon hat.
Seit Weinachten sitzt er also Zuhause und feiert eine Art Dauerparty, leert eine Flasche Alkohol nach der anderen und tut so, als wäre nichts geschehen. Es scheint ihn garnicht zu interessieren, dass einer seiner engsten Freunde ihm die Nase gebrochen hat.
Wäre nicht Silvester, würde Adrian überhaupt keine Ahnung haben, wie viele Tage mittlerweile vergangen sind. Sobald er versucht sich an irgendwas zu erinnern, ist da nichts als Nebel. Dichter grauer Nebel, eine Flasche Bier in der einen und einen Joint in der anderen Hand. Adrian wäre sicherlich ein besserer Dealer würde er sein Zeug nicht selbst rauchen. Das es so bitterkalt ist, hält ihn auch jetzt nicht davon ab im Freien einen zu rauchen. Diesen ewigen Geruch von verbranntem Tabak in geschlossenen Räumen kann selbst er nicht leiden, es dauert Tage, wenn nicht sogar Wochen bis er sich verflüchtigt hat. Gerade will er einen letzten Zug nehmen, als er es auf der anderen Seite des Trailers klopfen hört. Langsam steht der junge Deutsche auf und schlendert um den Wohnwagen.
Niemand geringeres als Leni steht vor seiner Tür und wirkt genauso deplatziert, wie Adrian es in der Schule tut. Der Trailerpark ist kein Mileu für das blonde Mädchen. Sie hatte als kleines Mädchen wahrscheinlich mehr Zimmer als sie in dem Alter weit zählen konnte, ein Pony und fünf Hunde. Einmal Schmollmund und der Warenkorb hatte keinen Boden mehr, die Weltreise wurde unendlich. Einmal alles von allem bitte, mit Glitzer.
Das Adrian selber aus einer wohlhabenden Familie kommt vergisst er dabei gerne. Als Kind hat er das gar nicht verstanden, geschweige denn gemerkt, dass sie viel Geld haben. Und jetzt wo er keins hat, kommt er auch gut klar. Adrian ist zufrieden mit dem was er hat.
Mit einem süffisanten Lächeln auf den Lippen tritt er näher an seine Mitschülerin heran, "Leni" spricht er ihren Namen mild aus. Das letztemal als er ihren Namen in den Mund genommen hat kamen ein paar schändliche Worte über seine Lippen .. und doch nur die Wahrheit.
Adrian bleibt auf Abstand von ihr stehen und lehnt sich gegen die Wand seines Zuhauses. "Gibt es in der Stadt etwa keine anderen Sehenswürdigkeiten?"


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#282

RE: Boston High School Start

in Boston High School 08.04.2020 16:42
von Kati • Member | 764 Beiträge | 54350 Punkte






ADRIAN

erwähnt Lucien



Zwei Mal in einer Woche. Normalerweise ist Leni so gut wie in diesem Stadtteil, geschweige denn bei Adrian. Es war zwar nicht das erste Mal, dass sie den Trailer des Deutschen gesehen hatte, aber eigentlich war es erstaunlich gewesen, dass die Blonde so gut und ohne Navi zu ihm gefunden hatte, als sie Luciens Anruf erreicht hatte. Noch immer hatte die Cheerleaderin diesen im Ohr und bekam die Worte einfach nicht aus dem Kopf. Es war, als ob jemand immer wieder auf ‚Play‘ drückte, wenn Luciens Worte gerade verklungen waren.
Auch jetzt führte es sie wieder in diesen heruntergekommen Trailerpark, der sie jedes Mal zum Kopfschütteln brachte. Warum tat man sich eigentlich selbst sowas an, obwohl man komplett andere Möglichkeiten hatte. Wie viele wussten davon eigentlich? Lucien? Der wohl alles für genau so ein Leben geben würde, welches Adrian einfach weggeschmissen hatte. Natürlich kannte die Blondine keine Hintergründe, wusste nicht warum der Dealer es so handhabte, wie er es tat. So sehr Leni ihr Leben teilweise hasste, würde sie es nie gegen so eines tauschen wollen. Seit wann gab es gefühlt eigentlich nur noch 2 Welten? Die Oberschicht und die Unterschicht -hart gesagt. Die Mittelschicht interessierte anscheinend einfach niemanden. Es war wohl einfach zu langweilig. Menschen wollten das Extreme.
Noch immer war es arschkalt und natürlich war das egal bei der Kleiderauswahl, wie besagte das Sprichwort so schön? Wer schön sein will, muss leiden. Und das tat man, wenn man bei diesen Temperaturen in High Heels und Minikleid draußen war. Einzig und allein eine Jacke bedeckten die sonst wohl nackten Schultern der Schülerin. Wieder einmal tauchte die Frage in ihrem Kopf auf, ob es schlau war ein Sportauto in so einem Viertel kurz unbeobachtet zu lassen. Die Antwort konnte sie sich auch selbst geben -NEIN.
Die Sekunden verstrichen bei denen sich nichts tat, bis die 18-jährige Schritte im Schnee hörte und kurz darauf ihren Namen, während sie sich selbst in die Richtung drehte. „Adrian“, kam es ebenfalls aus ihrem Mund, mit einem Hauch von Spott im Unterton. Natürlich erinnerte sich die Blonde dunkel an die netten Worte, die sie eine Woche zuvor aus seinem Mund gehört hatte. Aber es war ihr egal gewesen, so wie es der Amerikanerin weiterhin egal war. Adrian konnte von ihr denken was auch immer er wollte, es interessierte sie schlichtweg einfach nicht. Schließlich war sie auch heute nicht hergekommen, weil sie sich gedacht hatte, dass sie ihn mal wieder besuchen und nette Gespräche mit ihm führen wollte. Die eigentliche Frage war wohl, konnte man das überhaupt mit dem Deutschen?
„Keine die gerade offen hat und das liefert, was du lieferst“, antwortete Leni nur schulterzuckend. Die eigentlichen Gefühle wie immer gut hinter der schlagfertigen, arroganten Maske versteckt.



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#283

RE: Boston High School Start

in Boston High School 10.04.2020 09:32
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


IVIE
@Monty's / (Eliott)
belauscht Silas und Carly



Hardins Party ist laut, sie ist voll und es ist laut. Obwohl das Grundstück riesig ist und man meint, der Ansturm würde sich verlaufen, drückt man sich dennoch durch eine Menge. Vom Eingang aus bis ins letzte Eck des Hauses; ruhig ist es nur im Garten. Draußen, in der klirrenden Kälte.
Gar ein wenig überfordert blickt sich die Siebzehnjährige um: überall sind Menschen. Die laute Musik dröhnt nach wenigen Minuten in ihrem Kopf und schön langsam findet sie die Idee nicht mehr gut. Vielleicht, weil ihre Begleitung gerade vor ihren Augen in der Menge verschwindet.
Ivie nimmt Eliott nicht übel, dass er sie für einen Moment mitten im Geschehen alleine lässt, aber wohl ist ihr dabei nicht. Es dauert nicht lange, redet sie sich ein. Er holt nur etwas zu trinken und macht eine kleine Raucherpause. Die paar Augenblicke hält sie getrost alleine aus.
Ob sie vielleicht hätte mitgehen sollen? Ivie blickt sich nochmal nach dem dunklen Haarschopf um, aber es ist zu spät. Eliott ist inmitten ihrer Klassen- und Schulkameraden untergegangen; sie sieht ihn nicht mehr. Aber er wird ja gleich wieder bei ihr sein.
… oder?
Ivie wandert von ihrem Platz aus ein paar Meter weiter. Auf ein bereits bestehendes Grüppchen zuzugehen traut sie sich nicht, immerhin könne man sie dort gar nicht haben wollen, und überhaupt kennt sie hier niemanden. Ivie kennt kaum jemanden, obwohl sie tagtäglich mit den meisten hier die gleiche Schule besucht.
Sie kommt sich dumm dabei vor, wie bestellt und nicht abgeholt mitten auf einer Party zu stehen, und schleichend kommen da die Unsicherheit und das Unwohlsein zurück. Schleichend kommt auch die Panik, vor der sie sich die letzte Woche über versteckt hat, in ihrem Kopf an.
Optisch passt sie ins Bild. Eliott hat ein Wunder verbracht, er scheint ein Händchen dafür zu haben.
Passend zu dem Outfit, das er ihr aufs Bett gezaubert hat, ist Ivies Make-Up gehalten. Rot-orangener Liedschatten, der heller ist als der dunkle Pullover, aber dennoch gut passt, weil ihre Haut hell und selbst im Winter bedeckt mit blassen Sommersprossen ist, und dazu die getuschten Wimpern. Sie sind von Natur aus lang und die braune Maskara bewirkt, dass sie keinen harten Kontrast abgeben. Ivie mag, wie die Jeans in Kombination dazu eine schlanke Silhouette zaubert und wie ihre Haare, die sonst immer leicht gewellt sind, aalglatt über ihre Schultern fallen. Beinahe hat sie das gleiche an wie immer und doch sieht sie ganz anders aus.
Ivies Outfit lässt den Schein aufkommen, dass sie hierher passt.
Dennoch ist sie nervös. Ivies Hände sind schwitzig, als sie aus Gewohnheit die Ärmel wieder bis zu den Fingerspitzen zieht, und sich langsam den Weg ins Hintere des Hauses bahnt. Sicher gibt es irgendwo ein Badezimmer, in das sie sich zurückziehen kann. Einen Raum, der leer ist.
Es läuft ab wie jedes Mal. Die Siebzehnjährige nimmt sich vor, sich einer Angst zu stellen, und kaum ist sie mittendrinnen, wirft sie die Idee über Bord. Das Verhalten hat sie auch ganz alleine sich selbst zuzuschreiben.
Erleichtert schnappt sie nach Luft, weil es tatsächlich leerer wird und weil es tatsächlich so aussieht, als wäre da ein freier Raum vor ihr: die Tür laut angelehnt und scheinbar niemand darin.
Beinahe hat Ivie schon die Hand auf die Türklinke gelegt, um sie aufzudrücken, da hört sie dann doch noch eine Stimme, die ihr unfassbar bekannt vorkommt und das Herz schwerwerden lässt.
Dann müsstest du mir nicht erzählen, dass du eigentlich eine Freundin hattest, dass der Kuss ein Fehler war und du ihn immer wieder begehen würdest.



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#284

RE: Boston High School Start

in Boston High School 10.04.2020 15:19
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S I L A S
bei Monty ; Carly, [Ivie]




Würde Silas sich umdrehen und sehen wie Carlys Augen gläsern werden, sich langsam mit Tränen füllen, einzig und allein wegen den Wörten die er ihr entgegen gespuckt hat, dann weiß er nicht, ob er länger diese Fassade aufrecht erhalten kann, die er mühsam aufgebaut hat. Vielleicht war es falsch zu behaupten, dass es ihm nie etwas bedeutet hat, dass ihm die Zeit mit ihr egal war, doch letztendlich versucht er nur zu retten, was noch übrig ist. Er wird niemals der Mann sein, den sie sich wünscht und er wird sie wieder verletzten. Sie von dieser Lüge zu überzeugen ist die einzige Option die Scherben wieder zusammen zu setzen und sich nicht noch tiefer an diesen zu schneiden. Er kann ihr nicht sagen was er in Wirklichkeit denkt, welche Gefühle in seiner Brust schlagen und ihm die Kehle zuschnüren. Er hat er nicht verdient das man ihm verzeiht.
"verstehst du nicht?" blafft er und umschließt den Rand des Waschbeckens noch etwas fester. Er klammert sich daran fest, weil es alles ist woran er sich gerade festhalten kann, aus Angst er könnte sich umdrehen und einen Fehler begehen der noch größer ist als die anderen zuvor. Sie in den Schatten stellt und womöglich sogar verzeihbar macht. Im Grunde kann Carly es nicht verstehen und es ist nicht fair von ihm, dass er es ihr zum Vorwurf macht. Erst küsst er sie, dann verschwindet er. Als nächstes will er reden nur um ihr zu sagen dass es ihm Leid tut, um es im nächsten Moment einen Fehler zu nennen, den er jederzeit wieder begehen würde. Und jetzt tut er so, als wäre nie etwas gewesen. Wie sollte sie das auch verstehen?
"Ich stoße alles von mir, weil es der einzige Weg ist nicht jedes bisschen Gute, dass es auf dieser Welt gibt, zu zerstören". Der Junge macht eine kurze Pause, den Blick noch immer auf seine Hände gesenkt. Er kann das Blut in seinen Adern förmlich kochen sehen. "Ich bin nicht gut, Carly".
Im Grunde wollte er nur genau das hören, was ihre Stimme bebend von sich gibt, doch zu wissen, dass sie ihm glaubt, lässt ihn sich nicht besser fühlen. In Wirklichkeit hat es ihm viel bedeutet und das tut es noch immer. Carly war seine erste Liebe und die vergisst man nunmal nicht, vorallem nicht, wenn es niemals ein sauberes Ende gab. Trotzdem hat er es geschafft sein Herz wieder zu öffnen und jemand neues hineinzulassen. Ein Mädchen dass ihm viel bedeutet, so pur, so unsicher, auf der Suche nach wahrer Liebe und Zugehörigkeit. Ivie musste man jeden Tag aufs neue überzeugen, dass sie genau die Person ist, bei der man gerade sein möchte. Dass sie genug ist und auch immer sein wird.
Und gerade wo er bereit war, ihr all das zu geben, sind die Erinnerungen an Carly wie ein D-Zug auf ihn geprallt und haben ein Chaos hinterlassen, in dem er zu versinken scheint. Ein weiteres Gefühl mischt sich unter die Wut, die in jeder Ecke seines Körpers tobt. Trauer.
Trauer über all das, was er zerstört und verloren hat. Trauer über diesen einen Fehler mit dem alles begann und der sich wie ein Lauffeuer durch sein Leben zieht. Ein Feuer, dass jeden auf seiner Strecke vebrennt, der sich ihm in den Weg stellt. Und mit jedem Wort das Silas von sich gibt und mit jeder Tat die er für die einzig richtige hält, feuert er es nur noch mehr an. Ivie hat sich daran verbrannt, genau wie Carly es tut.
Silas hat keine Ahnung das erstere in genau diesem Moment vor der angelehnten Tür steht und Zeuge dieser Unterhaltung wird. Vielleicht würde er dann nicht so reden wie er es tut, aber tief im inneren ist er wohl genau so wie es den Anschein erweckt, einfach nicht gut - und je eher Ivie das versteht, desto schneller wird sie ihn vergessen können.
Noch immer dreht der Junge sich nicht um und wirft auch keinen Blick in den Spiegel. Er will Carly nicht sehen.
"Du hast Recht, das ist überflüssig und es war ein Fehler mit dir zu reden", sagt er kalt.
"Ich will dir nicht weh tun, ... Ich will das du gehst".
Weil es der einzige Weg ist zu beschützen, was ich liebe.


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#285

RE: Boston High School Start

in Boston High School 10.04.2020 18:37
von Zonya • Junior Member | 503 Beiträge | 36550 Punkte













A D R I A N
Trailerpark; Leni




Adrian verdreht die Augen, "Wie nett von dir" sagt er und gibt sich keine sonderliche Mühe um es ernst klingen zu lassen. Mit einer nickenden Kopfbewegung deutet er dem Mädchen ihm zu folgen. Manch ein Nachbar würde sich Sorgen machen, oder gar auf krumme Gedanken kommen, wenn er ständig wechselnde Besucher bei dem Deutschen sehen würde. Sie kommen im Dunkeln und bleiben nie lange, da ist es nicht sonderlich schwer sich die passende Geschichte dazu auszudenken. Aber an einem Ort wie diesem haben die Menschen ganz andere Probleme als einen kiffenden Nachbarn mit Kundenverkehr. Hier wird sich nur in fremde Angelegenheiten eingemischt wenn mal wieder eine Gasflasche geklaut, oder die Plastik-Gartengarnitur durch den Wind in einen Fremden Vorgarten getragen wurde. Manche der zum "Trailer-trash" denunzierten Anlieger zählen sogar zu seinen besten Kunden, wobei er aufpassen muss, dass diese ihn auch wirklich bezahlen, sei es in Form von Geld, Gefälligkeiten oder Materialien. Jemand der ihm einen Gefallen schuldig ist, kann mehr Wert sein als der olle Fünfziger den er für ein Gramm Kokain bekommt. Und Menschen die sich die Substanzen wie Süßigkeiten einflößen, sind normalerweise auch bereit dazu, alles zu tun, nur um nocheinmal diesen Rausch zu erleben. Ein schlechtes Gewissen hat er deswegen nicht. Auch nicht wenn er an Menschen etwas verkauft, die schon längst die Kontrolle über ihren Konsum verloren haben. Adrian sagt dann immer: Es ist ihre Entscheidung gewesen, nicht seine.
Nachdem sie den Trailer betreten haben bringt der junge Deutsche eine mittelgroße Holzkiste zum Vorschein, ursprünglich dafür gedacht Zigarren aufzubewahren. "Mushrooms, Koks, MDMA oder doch nur ein bisschen Gras?" fragt er und öffnet den Deckel. Neben diesen üblichen Partydrogen hat er nur noch Valium, wofür Leni aber nicht die richtige Kundin zu sein scheint. Von wirklich heftigen Drogen wie Heroin oder methamphetaminen lässt Adrian lieber die Finger, so etwas verkauft er nicht. Das findet selbst er zu 'abgefuckt'.
Langsam dreht der Junge sich um und schaut das Mädchen fragend an. Mit ihrem kurzen Kleid und dieser Jacke, welche wohl mehr zur Schau dient ist sie nicht sonderlich an das kalte Winterwetter in Boston angepasst und länger als ein paar Minuten kann man sich draußen so wohl nicht aufhalten. Adrian erkennt warum sein Freund Lucien sie so sehr mag, auch wenn er sich aus einem ganz anderen Grund für sie zu interessieren scheint.
Adrian drängt sich eine interessante Idee auf. Vermutlich nur eine durch langeweile bewirkte Vorstellung, aber sehr überzeugend. "Leni, warum sind wir eigentlich keine Freunde? Ich meine ich bin nicht unbedingt nett, aber machen wir uns nichts vor ... du auch nicht". Mit den beide zusammen wäre es sicherlich witzig Kischen zu essen. Adrian sieht sie süffisant grinsend an, fast schon herausfordernd.
Der junge Deutsche hat diese manipulative Art an sich, fast schon charmant, die die Menschen so gut wie immer auf seine Spielchen eingehen lässt. Im Grunde ist er gar keine schlechte Gesellschaft, wenn man keine Ansprüche hegt, die mit Zuverlässigkeit oder Vernunft zu tun haben. Will man einfach eine Nacht gefüllt mit Spaß und lückenhaften Erinnerungen ist er die richtige Wahl.
"Immerhin hab ich mir für dich die Nase brechen lassen". Das es nicht unbedingt genauso war, ignoriert er dabei geflissentlich.


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#286

RE: Boston High School Start

in Boston High School 10.04.2020 20:38
von Mivaka • Member | 1.116 Beiträge | 79550 Punkte



at Monty's ; Silas, Ivie, Lucien & Jake – mentioned Adrian


Schleichend muss Carly erkennen, dass sie gewiss nicht mit Silas abgeschlossen hat.
Oder werden hier gerade einfach nur alte Wunden aufgerissen, die gerade verheilt sind? Eine Wunde die sicherlich Narben hinterlassen hat. Narben die immer weiter verblasst sind. So weit, dass Carly wirklich davon ausgegangen ist, dass sie die Sache mit Silas abgeschlossen hat. Ihn vergessen hat und ihr eigenes Leben ganz normal weiterleben kann. Hätte sie ihn auf dem Jahrmarkt nicht getroffen, dann wären die Wunden nicht wieder aufgerissen, dann würde sie jetzt nicht hier in einem fremden Badezimmer stehen, mit Tränen in den Augen und einem schmerzenden Gefühl in der Brustgegend. Hätte keine Probleme zu atmen oder müsste sich nicht mit ihren verwirrenden Gefühlen beschäftigen. Wäre sie nicht nach Boston gezogen...dann wäre sie Silas nie wieder begegnet. Carly kann aber auch nicht ihren Eltern die Schuld dafür geben. Aber manchmal ist es einfacher einen Schuldigen zu finden.
Die blaffenden Worte verschlimmern den Kloß in ihrem Hals. Natürlich versteht sie nicht. Sonst würde sie nicht nachfragen. Sonst würde die Situation hier gar nicht existieren. Carly hat das Gefühl, dass der Tätowierte sie als dumm darstellt. Dass es ihre Schuld ist, kein Verständnis für die Situation zu haben. Selbst wenn diese Gedanken vollkommen unsinnig sind. Die Blonde nimmt sich die Worte, den Ton, den Umgang von ihm zu Herzen. Viel zu sehr.
Silas dreht sich nicht zu ihr um. Hat Carly den breiten Rücken zugedreht, verstärkt lediglich den Griff um das Waschbecken. So viel kann die Blonde noch erkennen. Seine Worte lassen sie fast verzweifelt Aufatmen. Sie kennt das Verhalten von ihm. Weiß, dass er Andere von sich stößt sobald es schwer ist und weiß ganz genau, dass er sich als böse ansieht. Beinahe so, als ob er all das Gute was ein Leben bieten kann, nicht verdient hat. Und genau das ist Unsinn. Silas muss sich nicht immer in die Opferrolle schieben. Muss endlich da raus wachsen. Doch es ist egal was Carly sagt. Glauben wird ihr der Tätowierte nicht. Hat es vorhin nicht und auch sonst nicht. "Du bist gut, Silas..." brüchig und leise kommen die wenigen Worte über ihre Lippen.
Carly ahnt nicht, dass sie Zwei einen stillen Zuhörer haben. Ahnt nicht, dass die Person vor der Tür steht, der sie gerade am wenigsten über den Weg laufe will. Der Blonden wird schon schlecht, wenn sie daran denkt, wie sich Ivie gefühlt haben muss. Wie soll sie der Rotblonden jemals wieder unter die Augen treten können? Carly beißt sich auf die Unterlippe, versucht die aufkommenden Tränen zurück zuhalten. Silas sieht es nicht einmal als nötig sie anzusehen. Starrt lediglich auf seine Hände, dass kann die Blonde durch den Spiegel hindurch sehen. Kann seinen Gesichtsausdruck aber zu wenig sehen um ihn wirklich zu deuten. Die folgenden Worte lassen sie schlucken. Ohne das sie etwas dagegen tun kann, findet eine Träne den Weg von ihrem Augenwinkel über ihre Wange zu den Lippen. Der salzige Geschmack benetzt ihre Lippen, lässt Carly nur noch härter schlucken. Der Kloß verschwindet nicht, raubt ihr die Luft zum Atmen. Das dumpfe Gefühl auf ihrer Brust verstärkt sich, schmerzt umso mehr. Selbst wenn sie den Tätowierten vielleicht nicht mehr liebt. So verletzt das ganze Gespräch sie. Trifft sie an einem Punkt, wo sie nicht damit umgehen kann.
War all das was er immer gesagt hat, all die Dinge die er auch heute wieder gesagt hat, nur eine Lüge? Denn genau so stellt er es gerade hin. Die ganze Beziehung war anscheinend reiner Schwachsinn. Und Carly hat mehr da rein interpretiert. Ihr hat es mehr bedeutet als ihm und die Blonde fühlt sich nur noch dümmer. Weiß gar nicht wie sie damit umgehen soll. Und dennoch, trotz allem, kann sie seinen Worten nicht vollständigen Glauben schenken. Ändern tut es nichts daran, dass es längst zu spät ist. Silas will ihr nicht wehtun. Will, dass sie geht. Nur ist es längst zu spät dafür. Silas hat ihr bereits weh getan. Vielleicht nicht so wie damals, aber dieser Schmerz ist wohl genauso schlimm. Selbst wenn er auf einer anderen Ebene ist, nicht körperlicher Form ist.
"Dafür ist es längst zu spät..." ihre Stimme ist nicht mehr als ein leises Beben und inzwischen kann die Blonde die Tränen nicht zurückhalten. Kann froh darüber sein, dass sie wasserfeste Mascara verwendet hat. Und vielleicht sollte sie nicht gehen, sollte weiter daran festhalten, dass seine Worte nicht der Wahrheit entsprechen können. Nur hat die Blonde dazu nicht die Kraft. Kann ihm nicht das entgegen schmettern, was sie würde. Ist eben doch sensibler als sie sich immer gibt. Und genau deswegen findet ihre Hand den Weg zur Klinke. Ohne ein weiteres Wort reißt sie die angelehnte Tür auf. Noch unwissend darüber, was sich direkt dahinter verbirgt. Prallt leicht in die Person, welche davor steht.
Carly's Herz bleibt stehen.
Für einen Moment steht die Zeit still.
Die Blonde kann Ivie lediglich anstarren. Bringt für einen Moment kein Wort heraus. Hat nur die viel zu blauen und mit tränen gefüllten Augen auf die Rotblonde gerichtet. "Es...es tut mir so unfassbar leid, Ivie..." hauchend, kraftlos kommen die Worte über ihre Lippen. Die Tränen finden weiterhin den Weg über ihre Wangen und Carly hält es nicht weiter hier aus. Hält es nicht zwischen Tür und Angel, zwischen Silas und Ivie aus.
So drückt sie sich an Ivie vorbei, darauf bedacht die Rotblonde nicht umzustoßen. Eilt durch den Flur zurück zu den anderen Partygästen. Weg von der Ruhe die sie bis eben noch umgeben hat. Weg von Silas, der ihr mehr weh getan hat, als er es eigentlich können sollte. Weg von Ivie, der sie weh getan hat. Doch vor dem dumpfen Gefühl kann sie nicht flüchten, genauso wenig wie vor dem Kloß in ihrem Hals oder dem schweren Herz. Das Gefühl bleibt, bliebt beständig bei ihr, während sie sich ihren Weg durch die Gäste sucht. Die Tränen wegwischt, versucht tief durchzuatmen und kein Aufsehen zu erregen. Will nur noch aus diesem Haus raus. Am besten ganz weit weg von all dem.
Stößt schliesslich die Haustür des Anwesens auf. Kommt nicht weit mit ihrer Flucht, denn die große Haustür des Anwesens knallt sie zwei Footballern gerade so vor den Kopf. Der Abend kann gar nicht mehr besser werden. Die blauen Augen richten sich auf Jake und Lucien. Bei deren Anblick kommen direkt Erinnerungen hoch. Erinnerungen an Heiligabend, als sie Adrian im Schneesturm getroffen hat. Mit gebrochener Nase. Sowohl Jake als auch Lucien sehen doch nicht ganz ohne aus. Carly weiß nicht ob sie die Beiden mit der Tür getroffen hat. Kann lediglich ein "Sorry..." zwischen ihren Lippen herauspressen. Hofft, dass ihre Stimme nicht so verräterisch bebt. Doch allein an den leicht geröteten Augen, die in einem viel zu hellem Blau glänzen, müsste man schon erkennen können, dass es ihr gerade gewiss nicht gut geht. Und vielleicht folgen auch genau deswegen ihre Worte, Worte die hoffentlich eine Ablenkung von ihrem eigenem Zustand sind.
"Alles gut...?"


you gave it all away
didn't even let me in
you gave the worst goodbye
and people ask me how I've been

so let me tell them
friday nights got me feeling lonely
saturdays when the bottles empty
why'd you have to leave me

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#287

RE: Boston High School Start

in Boston High School 10.04.2020 20:50
von Kati • Member | 764 Beiträge | 54350 Punkte






ADRIAN

erwähnt Lucien - Arthur


Die Blonde musste schmunzeln, tatsächlich hatte Adrian etwas geschafft, was in den letzten Tagen keiner geschafft hatte, er amüsierte Leni. Sie wusste gar nicht was es genau war, dass gerade ihre Mundwinkel in die Höhe trieb, aber es war auf jeden Fall so. „Immer, Honey“, gab die Amerikanerin schmunzelnd zurück, ließ sich gar nicht auf den ironischen Unterton ein. Wie Leute auch nur auf die Idee kommen könnten, dass sie keine nette Person ist, war in ihren Augen sowieso sehr rätselhaft. Wir sprachen hier schließlich von Leni, einem richtigen kleinen Engel. Okay, dass brachte sogar die Cheerleaderin selbst innerlich zum Lachen. Vielleicht sah sie so aus, aber innerlich war sie definitiv alles andere als ein süßer Engel. Harte ehrliche Worte waren ein Merkmal der Blondine, genauso wie die Fähigkeit von Passiv-Aggressivität und Manipulation. Ein paar nette Worte und ein hübsches Gesicht reichten vollkommen aus, um ihren Willen durchzusetzen. Am besten waren die Leute, die hinterrücks aus Eifersucht lästerten und gefühlt 2 cm wachsten, wenn Leni ihnen auch nur einen Blick zuwarf. Traurig, traurig, aber einfache Opfer.
Nach ihm betrat die Schülerin eher zögerlich den Trailer. Wartete fast schon darauf, dass das Ding auseinanderfiel. Drinnen schaute es nicht besser aus als draußen. Tatsächlich war sie wohl noch nie in Adrians trautem Heim gewesen, wenn sie bei ihm kaufte und nicht bei ihrem Stammdieler, dann wohl ganz klischeehaft am Schulhof. Müsste Leni schätzen, würde sie behaupten, dass das was sie am Leibe trug, was wirklich nicht viel war, mehr wert war als alles zusammen in diesem Wohnwagen.
Mit verschränkten Armen beobachtete die 18-jährige den Braunhaarigen wie er eine Holzkiste auf den Tisch stellte. Noch immer hatte sie sich nicht vom Fleck gerührt, man konnte sich schließlich nie sicher sein ob man irgendwo einstürzen würde, weil man auf eine Stelle trat, die nicht mehr ganz neu war. Vielleicht eine unberechtigte Sorge, vielleicht auch nicht, jedenfalls wollte Leni kein Risiko diesbezüglich eingehen.
„Koks und MDMA, dein Gras kann ich dir schließlich nicht wegnehmen“, meinte die Blondine und spielte damit auf die Situation von draußen an. Zwar hatte sie den Dealer nicht kiffen gesehen, aber man hatte es riechen können. Tatsächlich hatte Leni in ihrem ganzen Leben nur 3 Mal Gras geraucht, es war einfach nicht ihr Ding, nicht nur der Geruch war einfach widerlich.
Die nächsten Worte brachten die Cheerleaderin tatsächlich zu einem lauten Lachen, während sie die Augenbrauen hob. Warum sie keine Freunde waren? Meinte er die Frage ernst? Sie waren komplett verschieden und nach kurzem nachdenken auch ziemlich ähnlich. Bis gerade eben hatte das Model nie darüber nachgedacht sich mit Adrian zu befreunden, er war einfach nur Arturs dealender Bruder gewesen und gleichzeitig ein guter Freund von Lucien. Nichts was ihn sonderlich interessant für sie machte. Und anscheinend hatten sie beide einen Hang zu Beleidigungen. „Ich bin ein total netter Mensch…. Meistens jedenfalls“, antwortete die Schülerin kopfschüttelnd, ein Blick reichte, damit sie sich selbst verbesserte. „Okay zu manchen Menschen.“ Aber wie konnte man auch zu allen nett sein, dass war unmöglich, wenn sie einen mit ihrer Dummheit vollquatschen wollten. Vielleicht hatte die Blondine auch nicht unbedingt die besten Nerven.
„Lucien hat dir die Nase gebrochen?“, tatsächlich ist diese Info ganz neu für Leni. Sie hatte das Blut an seiner Hand gesehen aber nicht weiter darauf geachtet, als sie gemerkt hatte, dass der Dunkelhaarige nicht verletzt war. „Du hast mich Schlampe oder so genannt, also finde ich wir sind quitt, aber hey bekomm ich Rabatt, wenn wir jetzt befreundet sind?“, fragte sie dann grinsend nach.



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#288

RE: Boston High School Start

in Boston High School 11.04.2020 19:57
von Zonya • Junior Member | 503 Beiträge | 36550 Punkte












JAKE RILEY

@ Monty' ; Lucien, Carly [Monty, Rainn]





"Monty.." wiederholt Jake leise und schüttelt den Kopf. Jake hat ihn in letzter Zeit nicht sonderlich oft gesehen, geschweige denn mit ihm gesprochen. Lucien und Jake sind beste Freunde seit er denken kann, er kann sich an eine Zeit ohne ihn nicht erinnen. In der fünften Klasse ist Monty dann zu ihnen gestoßen. Es gab vom ersten Tag an keinen Zweifel daran, dass sie Freunde werden würden. Der Montgomery Sprössling war schon immer der Mittelpunkt des Geschehens. Jake fragt sich manchmal, wie er das macht, aber die Leute fühlen sich warscheinlich einfach zu ihm hingezogen. Wenn er redet, hören alle zu. Vielleicht versteht Lucien sich deshalb so gut mit ihm. Hardin ist ein Teil der Welt, zu der er schon immer gehören wollte. Monty bekommt die Aufmerksamkeit geschenkt, die Lucien sich erst erarbeiten muss.
Jake hingegen hatte großere Probleme sich an genau dies, als Teil des Gesamtpaketes, zu gewöhnen. Umso schicksalhafter, dass es Rainns Lächen ist, welches er einfach ewiedern muss, auch wenn ihm gar nicht danach ist.
Luciens Worte sind wie helles Licht, das durch dichten Nebel bricht und Jake bedenkt ihn mit einem Blick, in dem sich Zuneigung mit Unischerheit vermischt. Der Junge weiß wie es um ihn und die rothaarige steht, er hat sich auf die Welt eingelassen, von der er sich immer versucht hat zu distanzieren - denn Verändern bedeutet in seinem Leben grundsätzlich nichts gutes. Rainn muss sich nie Sorgen um unbezahlte Rechnungen machen oder darum immer abzusperren, weil die Kriminalitätsrate in ihrer Gegend so hoch ist. Sie hat keine Albträume, in denen ihre Mutter versehentlich das Haus abfackelt oder mitten in der Nacht betrunken auf die Straße rennt. Dennoch beneidet Jake sie nicht um ihre Eltern oder die große Wohnung. Jake hat mit seinen neunzehn Jahren im Grunde keine großen Ambitionen, und das, was einem Lebenstraum am nächsten kommt, ist der Wunsch Rainn einfach nur gerecht zu werden. Er hat Angst, dass seine aussichtlosen Chancen sie zurückwerfen, weil er am eigenen Leib immer wieder aufs Neue erfahren muss, was das heißt.
"Ich versuche zu verbergen, wie schlimm es zu Hause läuft" sagt er und wendet den Blick wieder aus dem Fenster des Wagons. Vor Lucien hat es keinen Sinn völlig dicht zu machen und wie sonst immer zu behaupten, es gehe ihm gut. Lucien weiß Bescheid, weil es bei ihm nicht anders ist.
Jake meidet seinen Blick, weil es schwer für ihn ist, sich diese Schwäche einzugestehen. Andererseits sollte Lucien das nur zu gut verstehen.
Draußen wandelt sich die Umgebung immer weiter von dem weg, was er täglich vor der eigenen Haustür sieht. Die Häuser werden größer, genauso wie die dazugehörigen Grundstücke. Hier gibt es keine maroden und verlassenen Ecken wie in Dorchester.
Lucien und Jake müssen, nachdem sie die Straßenbahn verlassen haben, noch einen kurzen Fußweg bestreiten, welcher für sie aber schnell in der Auffahrt zu Montys Anwesen endet. Gerade als sie durch die Haustür ins innere treten wollen, fällt diese ganz von alleine auf. Ein blondes Mädchen, welches Jake als Carly identifiziert, stürmt durch die Tür und schafft es gerade noch so rechtzeitig zum stehen zu kommen. Der dunkelhaarige würde sie nicht direkt als eine Freundin von sich bezeichnen, aber er kennt sie. Sie hat ihm schon oft Nachhilfe gegeben, wenn es vor einer Klausur eng wurde und ihm damit wohl schon oft die Versetzung gerettet. Doch von ihrer sonst so lieblichen Art, mit den stets positiven Gedanken, scheint gerade jegliche Spur zu fehlen. Carly sieht traurig und vorallem verwirrt aus, dazu bebt ihre Stimme verräterisch.
Jake weiß in solchen Momenten nicht viel mit sich anzufangen, schließlich schafft er es nichtmal mit seinen eigenen Gefühlen fertig zu werden. Wenn Menschen weinen, tut er meist so, als würde er nichts merken, weil sie sich warscheinlich sonst zu Tode schämen und er sich auch. Bevor er etwas sagen kann, oder ihm überhaupt etwas einfällt, erhebt Carly das Wort. Jake hat erwartet, dass sie sich verabschiedet oder erklärt, stattdessen fragt das Mädchen mit den geröteten Augen ob bei ihnen alles in Ordnung sei.
Einen Moment lang starrt er sie perplex an, bis Jake in den Sinn kommt, wie sie wirken müssen. Um genauer zu sein, wie Lucien wirkt. Sein Freund hat überall getrocknetes Blut kleben, unmöglich zu erkennen, ob es überhaupt sein eignes ist. Jake dagegen hat nur kaputte Fingerknöchel, die von einem einzigen Schlag herrühren.
"Oh, alles gut", sagt Jake verwirrt und blickt zwischen Lucien und Carly hin und her.
"Und bei dir?".


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zuletzt bearbeitet 11.04.2020 20:01 | nach oben springen

#289

RE: Boston High School Start

in Boston High School 12.04.2020 16:08
von Zonya • Junior Member | 503 Beiträge | 36550 Punkte













A D R I A N
Trailerpark; Leni [Lucien]




Leni betritt hinter Adrian den Trailer, wenn auch zögerlich, als würde sie erwarten diesen nicht mehr ohne Tierbefall verlassen zu können. Über den Gedanken muss Adrian tatsächlich ein wenig schmunzeln, es ist verblüffend wie Mädchen wie sie, so gefärbt, so schablonenhaft und schönheitschirurgisch verändert, allesamt perfekt in die Rolle der Reichen passen, die die Gesellschaft ihnen vorgibt. Extravagante Personen, die verzweifelt versuchen jung auszusehen und normalsterbliche betrachten wie ein Stück Fleisch, das für die Schlachtplatte zubereitet werden soll. Leni ist ganz und gar so.
Ohne groß weiter darauf zu achten, fängt Adrian an in der Holzkiste zu wühlen, bis er schließlich ein randvoll gefülltes Tütchen mit Pillen hebt, dass ihn wohl für mehrere Jahre hinter Gitter bringen könnte. "Dabei teile ich doch so gerne" gibt der junge Deutsche amüsiert von sich und schüttelt die braunen Locken auf seinem Kopf. Aber gut, dann kein Cannabis, "wie viel?".
Adrian würde nicht unbedingt für die glänzende Qualität seiner zu verkaufenden Drogen werben, dafür kann er aber behaupten, dass sie nicht mit irgendwelchen anderen Substanzen gestreckt sind, die einem selbst wenn man nicht beim Notarzt landet, so richtig den Abend versauen. Natürlich ist es niemals zu 100 Prozent sicher, etwas zu nehmen, das dein Herz doppelt so schnell schlagen lässt, aber damit kann man das Risiko definitiv vermindern.
"Fang lieber erstmal mit einer halben- wenn nicht sogar einer viertel Pille an" sagt Adrian und kramt nach ein paar kleinen Tüten zum umfüllen. "Und besser vorher nichts essen". Doch wenn er sie sich so in ihrem Minikleid anguckt, dann kann er eigentlich schon ausschließen, dass sie wie ein normaler Mensch isst und stattdessen irgendwelche Merkwürdigen Produkte nimmt, bei denen es sich im Grunde um Abführmittel auf Teebasis handelt, die dazu führen können, dass sich die Periode verspätet, sie Magenschmerzen und Diarrhö verursachen und die Verhütung negativ beeinflusst wird. Sexy.
"Koks kann ich dir noch drei Gramm anbieten, mehr hab ich nicht mehr" murmelt er und öffnet die Tüte mit den Ecstasy Pillen.
"Ärger im Paradies? Natürlich hat er das, hat Lucien dir das etwa nicht erzählt?" fragt Adrian und bringt wieder dieses süffisante Lächeln zum Vorschein. Und schon hat er diese eine Wunde gefunden, in die sich super Salz streuen lässt.
"Ich glaube mein genauer Wortlaut war: 'geile Fotze'. Und wenn wir das mal genau betrachten, ist das doch auch nur ein Kompliment, oder nicht?", nur etwas unkonventionell. "Also hab ich im Grunde was bei dir gut, aber es reicht, wenn du mir sagt was für ein toller Kerl ich doch bin, vielleicht gibts dann auch eine Happy-pill umsonst". Adrian lässt sich seufzend auf die Bank fallen, "Bostons Elite will Rabatt, wie grotesk".


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zuletzt bearbeitet 13.04.2020 13:27 | nach oben springen

#290

RE: Boston High School Start

in Boston High School 13.04.2020 14:12
von Zonya • Junior Member | 503 Beiträge | 36550 Punkte











S I L A S
bei Monty ; [Carly, Ivie]




Silas hasst die Vorstellung, dass er Carly heute Abend wehgetan hat, obwohl er doch nur versucht hat, alles zum besseren zu wenden. Er möchte sich am liebsten umdrehen und die Hand nach ihr ausstrecken, aber er weiß, dass es dafür jetzt zu spät ist. Ivie hat er auch wehgetan, alle leiden seinetwegen. Und das steigert die Verachtung, dich sich gegen ihn selbst richtet, nur noch mehr.
Silas will auf etwas einschlagen. Er will den Druck der Wut, die in ihm tobt, loswerden. Er weiß, wo er hingehen würde, aber Silas hat keinen Fuß mehr auf den Berg gesetzt, seitdem er mit Ivie Heiligabend dort war. Er kann es nicht tun, obwohl es das einfachste, sicherste Ventil für die Unberechenbarkeit ist, die in ihm aufkommt. Silas weiß nur, dass dieses Gefühl der Grund dafür ist, warum er niemanden in seine Nähe lassen will. Niemand ist sicher bei ihm. Vielleicht sogar nie, wenn er ehrlich zu sich ist.
Er wollte das Carly geht, dabei war es ihm egal, was beide wirklich wollen. Er braucht diese Kontrolle. So geht er mit Schmerzen um, seien sie nun emotionaler oder körperlicher Art. Silas übt Kontrolle aus.
Das braucht er sogar mehr als das Alleinsein. Vielleicht sogar mehr, als er sie braucht.
Carly ist weg und die schreckliche Stille entwickelt sich zu einer schwarzen, überbordenen Leere die ihn nichts als Wut und Schmerz spüren lässt.
Silas stößt den angehaltenen Atem aus und lässt das Waschenbecken los. An den Seiten seines Halses treten die Sehnen hervor, und an eine Stelle pocht eine Ader so dicht unter der Haut, dass man seinen Herzschlag in der aufgeladenen Atmosphäre hören kann.
Und als er sich selbst im Spiegel erblickt, glühen seine Augen. Silas blickt in ein hassenswertes Gesicht, unmöglich sich jemals selbst zu verzeihen. Der Junge zieht den Arm zurück und lässt die geballte Faust mit aller Kraft auf sich selbst zurasen.
Der Spiegel gibt ein schreckliches Geräusch von sich, als er mit dem Aufprall seiner Faust zerspringt. Sofort macht sich ein stechender Schmerz auf seinen Knöcheln bemerkbar, der von scharlachrotem Blut begleitet wird. Die Scherben fallen klirrend auf den Boden und Silas rutscht keuchend an der Wand hinunter, bis er diesen Gesellschaft leistet. Ein heftiges Beben geht durch seinen Körper und seine Hand fängt an zu zittern.
Man sagt ein zerbrochener Spiegel zieht Unglück nach sich, doch Silas wird schon längst von diesem verfolgt.


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zuletzt bearbeitet 13.04.2020 14:13 | nach oben springen

#291

RE: Boston High School Start

in Boston High School 13.04.2020 20:59
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte



IVIE
@Monty's // Silas, Carly
erwähnt Eliott


Unbewusst hält Ivie die Luft an.
Es fühlt sich falsch an, hier vor der Tür zu stehen und zu lauschen. Was Silas und Carly miteinander zu reden haben, geht die Siebzehnjährige nichts an – selbst, wenn sie scheinbar Thema der Unterhaltung ist. In Ivies Körper schreit alles danach, dass sie sich sofort umdrehen und gehen sollte. Sie sollte es wirklich tun… aber Ivie bleibt stehen.
Die Rotblonde lehnt sich gegen den Türstock, bemüht, keinen Mucks von sich zu geben. Sie will nicht bemerkt werden. Sie will nicht hineingezogen werden. War sie doch eigentlich hier, um das alles zu verdrängen – um einen Abend lang nicht daran zu denken, dass ihr Herz vor Silas auf dem Boden liegt und er darauf herumtrampelt.
Das funktioniert augenscheinlich nicht.
Selbst auf der anderen Seite der Tür zuckt Ivie zusammen, als Silas die Stimme erhebt. Sie mag sich nicht vorstellen, wie Carly sich dort drinnen gerade fühlen muss. Ivie war einmal in ihren Stiefeln und sie hatte in dem Moment, als ihm ihr gegenüber die Sicherungen durchgebrannt sind, Panik. Angst davor, dass Silas einfach nur noch rot sieht und explodiert. Der Junge macht das nicht absichtlich, das weiß die Rotblonde und sie hofft, dass auch Carly das weiß.
Silas hat enorme Probleme und er bekommt keine Hilfe. Er ist mit dem, was ihm durch den Kopf geht, alleine. Der Neunzehnjährige kennt keinen anderen Ausweg, als die Emotionen in sich zu sammeln, bis er irgendwann platzt.
Carlys Stimme, die in der Konversation nur selten und dann leise, fast gebrochen erklingt, ist ein Kontrast zu ihrem Gegenüber. Ivie muss sich anstrengen, um ihre Worte entziffern zu können und einiges an Kontext entgleitet ihr auch. Nicht alles, was sie hört, macht Sinn. Manchmal sind die Partygeräusche einen Gang weiter zu beherrschend.
Ivie geht einen Schritt zurück. Sie hat Angst, dass einer der beiden gleich aus dem Raum stürmen und sie entdecken könne – so, wie es aber schon kommt, bevor sie im Schatten verschwinden kann.
Carly reißt die Tür auf. Die Blonde muss nicht damit gerechnet haben, dass sich jemand hinter der Tür steht, denn sie prallt leicht in Ivie. Wahrscheinlich ist sie sogar die letzte Person, die sie in diesem Moment hatte sehen wollen.
Carly sieht fürchterlich aus. Der Anblick der aufgequollenen blauen Augen, die ihr glasig entgegen starren lassen Ivies Herz schwer werden, genau wie die kraftlose Stimme, deren Worte sie treffen.
Vielleicht ist das ein Puzzlestück, das man immer übersieht. Das Gesamtbild mag leicht zu sehen sein, aber das dahinter?
Zu einer Beziehung gehören zwei – und um sie zu zerstören, braucht es manchmal noch einen dritten. In Ivies Kopf war es einfach, Carly und Silas als die bösen Wölfe zu sehen. Besonders, weil ihr die Fantasie noch mehr Streiche spielt, wenn sie ihre Tabletten nicht nimmt. Ivie nimmt die Emotionen stärker wahr und sie kann sie nicht filtern. Es prasselt alles zusammen auf sie ein.
Vielleicht sind die beiden sogar die bösen Wölfe, aber auch die haben Gefühle. Selbst Wölfe fühlen.
Carly sieht nicht aus, als würde die Geschichte spurlos an ihr vorbeigehen – ganz im Gegenteil. Sie wirkt fertig. Fertig mit ihrer Welt.
Ivie bleibt stehen. Den Mund leicht geöffnet, sieht sie Carly zu, wie sie fluchtartig den Gang entlang huscht. Was soll sie denn auch mehr machen? Die Blondine so zu sehen, das tut Ivie wirklich weh, und sie hofft, dass ihr in dem Zustand nichts zustößt. Dass Carly jemanden hat, zu dem sie jetzt gehen kann. Ihren ganz persönlichen Eliott zum Beispiel. Sie hat harte Worte einstecken müssen und Ivie tut es leid – aber sie ist nicht die Person, die Carly helfen kann.
Nicht ansatzweise.
Ihre Gedanken hängen in einer Endlosschleife, die ihr das Atmen schwerfallen lassen, als es im Bad scheppert. Das Prasseln, das dann ertönt, klingt nach Regen. Ein Scherbenregen, der wie ein Wolkenbruch auf den gefliesten Boden niedergeht. Ivie zuckt zusammen.
Mit zitternden Händen tritt sie aus dem Schatten der Tür hervor und steht im Türrahmen wie ein Reh im Scheinwerferlicht. „Silas“, kommt sein Name erstickt über ihre Lippen, als sie ihn dort sitzen sieht. Ein Häufchen Elend, das sie kaum mehr erkennt.
Es ist das erste Mal seit Weihnachten, dass sie ihm gegenübersteht – die Welle an Gefühlen, die Ivie übermannt, ist enorm. Es sind die verschiedensten Emotionen, die durch ihren Kopf schwirren, aber doch zwei, die zwischen dem Rest am präsentesten sind:
Der Schmerz, der ihr auch nach einer Woche noch die Tränen in die Augen und ein flaues Gefühl in den Magen drückt, und die Liebe, die sie trotz allem für Silas empfindet.Die Intensität bringt sie beinahe um.
Ivie weiß, dass sie hier nicht sein sollte – sie sollte gehen und schnell das Weite suchen. Ihn vergessen. Aber das kann sie nicht. Ivie war die letzten Tage, trotz Eliotts Gesellschaft, einsam genug und sie hat es beinahe umgebracht. Sie will ihn nicht dasselbe fühlen lassen, weil Silas in dem Gefühl untergehen würde.
Sie kniet sich ihm gegenüber nieder, der Blick glasig, und tappt vorsichtig nach seinen Händen, um sie in ihre zu nehmen. Ivie mustert sein Gesicht, die Hände, sein gesamtes Auftreten. Er wirkt so verloren - mindestens genauso gebrochen, wie sie selbst es auch ist.
Federleicht streichen ihre Finger über seine raue Haut. „Was machst du nur…“



we were too young
to know we had everything


Zonya findet das Top
zuletzt bearbeitet 13.04.2020 20:59 | nach oben springen

#292

RE: Boston High School Start

in Boston High School 14.04.2020 08:08
von Zonya • Junior Member | 503 Beiträge | 36550 Punkte











S I L A S
bei Monty ; [Carly, Ivie]




In sich zusammengesunken sitzt Silas auf dem Boden, Er ist immer ein großer Mann gewesen, muskulös und stämmig. Jetzt ist alles nur totes Gewicht, das auf dem Boden hockt. Er kann spüren das Ivie im Raum ist, versucht aber noch nicht einmal hochzuschauen, als sie hereinkommt. Es ist so leicht, sie mit in sein Leben einzubeziehen, wenn er sie nur ansieht. Und es führt dazu, dass er in seiner Wachsamkeit nachlässt und vergisst, dass er nicht gut für sie ist.
"geh, Ivie" sagt Silas mit hölzerner Stimme, klingt dabei aber nur noch halb so überzeugend wie zuvor. Er will nicht der Mann sein, der durch sein Verlangen nach ihr egoistisch ist - durch sein Verlangen und die immer tiefer gehende Zuneigung, die er nicht leugnen kann. Er will sie nicht noch tiefer verletzten.
Sie streckt ihre Hand aus, und ehe er merkt, was sie vorhat, berühren ihre Finger ganz sanft seine Haut. Ivie treibt ihn in einen Zustand in dem er meint, von seinen Empfindungen in den Wahnsinn getrieben zu werden. Es lässt ihm Tränen in die Augen steigen und ihren Namen in einer Mischung aus Fluch und Gebet flüstern. Ihre sanften Hände umschließen die seinen und anstatt sich davor zurückzuziehen, hält auch er sie fest.
Langsam dreht er den Kopf zu ihr, in seinen glasigen Augen steht Fassungslosigkeit und Schmerz. Er schluckt, seine Miene wird noch finsterer, und hektische, rote Flecke treten auf seine fahlen Wangen.
Silas kann ihre Frage nicht beantworten, selbst wenn er wollte. Seine Stimme erstickt unter den Tränen die heiß aus seinen Augen quellen.
Mühsam hat der Junge versucht die Wunde zu verarzten, welche entstanden ist, als er Carly das erste mal auf dem Jahrmarkt gesehen hat. Er hat sie fortgeschickt in der Hoffnung damit würde es besser werden und jetzt wo Ivie hier bei ihm ist, reißt sie den Verband von dieser Wunde und er muss es ausbluten lassen. Silas kann seine Gefühle nicht länger unterdrücken.
"warum bist du hier?" fragt er, die Stimme gebrochen. Ivie sollte weit weg von ihm sein, ihn einfach vergessen und sich nicht noch tiefer von ihm in den Abgrund reißen lassen. Wie kann sie hier bei ihm sein und ihn mit diesem Blick mustern, nach all dem, was er ihr angetan hat?
Silas verdient es alleine gelassen zu werden.


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#293

RE: Boston High School Start

in Boston High School 15.04.2020 03:49
von Kati • Member | 764 Beiträge | 54350 Punkte






ADRIAN

erwähnt Lucien


Die Welt der Schönen und Reichen.
Von vielen gehasst, von vielen geliebt, aber wohl vor allem faszinierend, egal ob positiv oder negativ. In ihr werden Dinge, die sonst nur in Filmen passieren zur Realität. Wahrscheinlich genau der Grund, warum sie Menschen so fesselt. Es ist teilweise unvorstellbar für Normalos, wie Leute in dieser Welt leben. Und Leni, beziehungsweise ihre ganze Familie gehört zu den Reichen, der Reichen. Es war nicht möglich, wenn man Lenis Mum kannte, dass man dachte das diese Frau mal relativ normal aufgewachsen war. Sie war die Tochter eines mehr oder weniger erfolgreichen Arztes gewesen und hatte zwar schon teilweise Schnickschnack besessen, den andere nicht gehabt hatten, aber nicht mal ansatzweise so gelebt, wie sie es jetzt tat. Grund dafür war nicht nur die Modelkarriere, die die Deutsche bekannt gemacht hatte, nein vor allem waren es viele Scheidungen gewesen, zwar war Lenis Dad ihr erster Ehemann gewesen, aber bei weitem nicht der Letzte. Wenn man wissen wollte, wie man sich einen Millionär oder auch Milliardär angelte, sollte man am besten das ehemalige Model fragen, schließlich hatte dieses es bis jetzt 7 Mal geschafft.
Die Cheerleaderin war damit aufgewachsen, dass die Ehemänner ihrer Mum sehr schnell wechselten, zwar hatte sie sich mit fast allen gut verstanden, hatte sogar bis heute noch Kontakt zu ihnen und bekam Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke, aber Emma wechselte ihre Männer eben auch öfter, als normale Menschen es für gewöhnlich taten. Vielleicht hatte die Schülerin genau von ihr dieses Verhalten übernommen, denn in dem Punkt schrieb die Presse auch gerne mal ‚So die Mutter, so die Tochter‘. Auch einer der Gründe, warum die damals 4-jährige zu ihrem Dad gezogen war.
Und obwohl Leni ein solch beständiger und offensichtlicher Teil dieser speziellen Welt war, gab es genug Momente, an denen sie sie gerne hinterfragte. Es gab so viele Menschen, die genau das Leben der Blondine führen wollten, allerdings waren sie nicht die einzigen die teilweise gerne tauschen würden. Wie war es ein ganz normales Leben zu haben? Das war eine Frage, die sich öfter in den Kopf der Amerikanerin schlich. Eine andere, ob sie das alles überhaupt wollte. Aber dazu müsste sie jemand fragen und das tat niemand, weil es schlichtweg keinen interessierte. Man erwartete von dem Model einfach, dass sie das erfüllte, was man von ihr erwartete, ob Leni das jetzt wollte oder es ihr Spaß machte, war komplett nebensächlich. Und letzten Endes war es immer das Geld, welches alles wieder ausgleichen sollte. Geld und Geschenke, eines teurer als das andere.
„Ja, teilen macht Freunde, oder?“, gab die 18-jährige nur grinsend zurück. Bevor sie auf seine eigentliche Frage antworten konnte, kamen auch schon Erklärungen. Süß, hielt Adrian die Blondine etwa für einen Neuling in Sachen Drogen? Das brachte sie auf jeden Fall zum Schmunzeln, bevor sie sich kurz gegen einen Tisch lehnte und ihm zuhörte. „Gut, gib mir 6 Pillen und ich nehme die ganzen 3 Gramm Koks“, antwortete Leni dann nach kurzem Überlegen.
Ärger im Paradis… das war noch nett ausgedrückt. Eher war das Paradis in die Luft gesprengt worden. Selten, wenn nicht nie, hatte sich die Blonde so scheiße gefühlt wie in den letzten Tagen. Manchmal war es wirklich so viel leichter egoistisch zu sein, dann hätte sie das Dilemma jetzt auch nicht, aber das Problem an Lucien war, dass er positive Eigenschaften bei der Amerikanerin hervorrief. Und trotzdem, waren sie Beide unglücklich aus der Situation rausgegangen, wie ironisch. „Nein, hat er nicht. Ob du’s glaubst oder nicht, du bist eigentlich nie wirklich in unseren Gesprächen vorgekommen“, erwiderte die Cheerleaderin nur in einem Tonfall, der ganz laut, ‚ACHTUNG‘ schrie. Normale Menschen, würden an dem Punkt dann aufhören nachzufragen, so wie die Blonde Adrian einschätzte, gehörte er zu den Wenigen, der das Gegenteil tun würde.
Jetzt war es an Leni, ihm ein ironisches Lächeln zu schenken. „Ich hab noch nie ein schöneres Kompliment bekommen, warum nur?“; meinte sie dann sarkastisch. „Ach ja, wenn wir das mal genau betrachten, ist das doch auch nur eine Beleidigung“, ergänzte sie dann schmunzelnd, benutzte absichtlich genau seine Worte. Und trotzdem nahm sie es dem Braunhaarigen nicht übel, selten gab es Menschen, die sich das trauen würden und dafür verdiente er sich ja schon fast etwas Respekt.
„Naww, Adrian ich sag nicht mal wirklich tollen Kerlen, dass sie toll sind, da werde ich bei dir nicht anfangen, honey“, ja das war auch nicht ganz so ihre Welt. Leni bekam auch grundsätzlich lieber Komplimente, als dass sie welche verteilte. Und irgendwie war sie gerade nicht in der Stimme, ihn einfach anzulügen, etwas, was sie normalerweise, ohne mit der Wimper zu zucken tun würde. „Gut aufgefasst, schließlich könnte dich Bostons Elite auch weiterempfehlen, außerdem hast du ja beschlossen mit mir befreundet sein zu wollen, da ist meine Frage nur gerechtfertigt“, eigentlich war es der Blondine komplett egal, ob der Deutsche ihr einen Rabatt gab oder nicht, die paar Doller machten sie auch nicht ärmer, aber das hinderte sie natürlich nicht an der Frage.



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#294

RE: Boston High School Start

in Boston High School 17.04.2020 12:40
von Zonya • Junior Member | 503 Beiträge | 36550 Punkte













A D R I A N
Trailerpark; Leni [Lucien]




Adrian kann sich durchaus denken, was Leni ihm mit ihrem Schmunzeln ausdrucken will, doch wovon sie letztendlich keine Ahnung hat, ist wie Milligramm MDMA eine dieser Tabletten wirklich enthält. Im Vergleich zu früher steckt heute viel, viel mehr MDMA in Ecstasy, wobei das kein Grund zum Jubeln ist. Viele Menschen unterschätzen das und fühlen sich am Ende, als würde ihnen jemand die Seele aus dem Körper reißen. Das Ergebniss: haufenweise Kotze und aufmunternde Worte wie "och, das wird schon alles wieder". Wie soll Leni also richtig dosieren, wenn sie überhaupt keine Ahnung hat was sie sich da reinzieht? Adrian kann nicht mehr machen als ihr diesen Tipp zu geben, wobei selbst das für seine Verhältnisse nicht direkt selbstverständlich ist. Adrian würde ja sagen, dass er sich für sie verantwortlich fühlt – aber das wäre falsch, denn wenn er überhaupt Ahnung von Verantwortung hätte, dann würde er ihr überhaupt keine Drogen verkaufen. Letztendlich ist es ihm also doch zu egal, als dass er es weiter kommentieren würde.
Adrian selbst hat eine Vergangenheit mit dieser Droge und wenn er sich so zurück erinnert, war es zwar scheiße aber im nachhinein doch ganz lustig.
Es war auf einem widerlichen Rave und mit widerlich meint er die Sorte, bei der es viele neonfarbene Hosen gibt, und Menschentrauben auf Acid um Feuertonnen, und irgendwo in einer Ecke bietet jemand Gesichtsbemalung im Austausch für Drogen an. Die Art Rave.
An viel erinnert er sich nicht mehr, nur das es plötzlich Tag war und er bibbernd in Embryonalstellung vor einem Bahnhof lag. Auf seinem Handy war der Notruf schon mal vorgewählt und neben ihm saß eine Wildfremde, die Ketamin von einem Spiegel schnupfte.
"6 Pillen also" wiederholt der junge Deutsche leise und mit rauer Stimme, während er sie abzählt. Stück für Stück wandern die gelben Pillen, welche geformt sind wie ein klassischer Pilz aus den Mario Spielen, in eine kleine durchsichtige Verpackung. Das letzte bisschen Kokain, welches er noch übrig hat muss er nicht mehr umfüllen. Es befindet sich bereits fertig abgemessen in einer weiteren kleinen Verpackung.
Zischend zieht er die Luft in seine Lungen, "Das verletzt mich, weißt du?". Genauso, wie es sie verletzten wird, wenn er ihren Blick der laut Stop signalisiert, einfach ignorieren wird. Adrian ist es scheiß egal ob er damit eine Grenze überschreitet. "Wir reden nämlich ziemlich oft über dich" sagt Adrian ohne auch nur die geringste Regung, die auf eine Lüge hinweisen würde, zu zeigen. ... "armer Lucien". Er sieht sie mit einem vorwurfsvollen Blick an, "herzlos, das gefällt mir". Und um sie darüber erstmal einen kurzen Moment grübeln zu lassen, widmet er sich wieder unschuldig den Drogen.
"70 Dollar pro ein Gramm Koks, ergo 210, plus 6 mal 6 sind 36, also 246 Dollar" rechnet Adrian den für Leni zu bezahlenden Betrag aus. Man sollte meinen, dass man sich als Dealer etwas wesentlich schöneres als einen Trailer in Dorchster leisten können sollte, und das stimmt auch, aber Adrian hat einen Plan. Er legt den Großteil des Geldes beiseite, sollte mal etwas mit einem Deal schiefgehen oder er anderweitig eine größere Summe Geld benötigen. Der Junge möchte nicht für immer im Drogengeschäft bleiben, nur solange, bis er sich etwas vernünftiges kaufen kann. Es würde sich nicht lohnen sein gesamtes verdientes Geld sofort wieder zu verprassen. Und eigentlich, fühlt er sich auch ganz wohl in seinem Zuhause.
"Ich gebe es dir für 200 Dollar..." sagt der Junge und sieht sie mit einem süffisanten Lächeln an, "aber nur wenn du die erste Pille mit mir gemeinsam nimmst". Adrian ist nicht blöd, er weiß dass bei Montgomery eine Party steigt und für ihn ist es nebensächlich ob er dazu nun eingeladen wurde, oder eben nicht. "Ich bräuchte noch eine Fahrgelegenheit" sagt er und erhebt sich von seinem Platz. Die Holzkiste verstaut er wieder gut an Ort und Stelle wo er sie hergeholt hat. Der Junge erwartet nicht wirklich eine Antwort von Leni, für ihn ist bereits klar, dass sie ihn mitnehmen wird. Seinen Mantel hat er bereits in der Hand. "Ich meine.. Freunde machen doch sowas füreinander oder nicht?".


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zuletzt bearbeitet 17.04.2020 14:08 | nach oben springen

#295

RE: Boston High School Start

in Boston High School 27.04.2020 22:25
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte





I V I E
@Monty's - Silas


Stumm schüttelt das rotblonde Mädchen den Kopf.
Wäre die Situation nicht so traurig, würde sie darüber schmunzeln, es gewusst zu haben: Silas würde genau das sagen. Geh, Ivie.
Sie hat die Worte oft genug gehört… der Neunzehnjährige müsste doch wissen, dass sie auch die letzten Male nichts dergleichen unternommen hat. Immer wenn er sie weggeschickt hat, ist sie geblieben. Mit den Stichen im Herzen, die seine forschen Abweisungen bei ihr hinterlassen, und dem Wissen, dass es das nächste Mal wieder genauso sein wird. Ivie bleibt, denn zu gehen ist nicht nur der einfachste Weg, sondern auch ein feiger.
„Warum ich hier bin?“, hakt sie heiser nach, während sie sein Gesicht mustert.
Auf Silas‘ Zügen tauchen rote Flecken auf. Sie zeugen davon, dass der Junge sich selbst nicht länger im Griff hat – Ivie kennt sie gar nicht an ihm.
Manche Male hat er gar unkaputtbar gewirkt. So, als würde alles an ihm abprallen. Hinter die Maske hat selbst sie lange nicht blicken dürfen, weil er sie eng ans Gesicht geschnürt trägt. Er lockert sie nicht, nie, und Ivie musste es erst selbst tun. Silas erlaubt sich keine Schwäche, aber gerade ist er davon gezeichnet.
Den selbstbewussten, eiskalten jungen Mann… sie erkennt ihn nicht wieder.
Die Siebzehnjährige beißt sich auf die Unterlippe. Dieses Mal nicht, weil sie unsicher ist und damit die Angriffsfläche perfekt zur Schau stellt, sondern weil sie sich daran hindern will, Vorwürfe über die Lippen rollen zu lassen. Sie wären im jetzigen Moment so falsch am Platz wie kaum etwas anderes.
Die Art Liebe, die Ivie Silas gegenüber zeigt, ist ungesund. Sie will nicht vergehen, will nicht verwelken, aber sie blüht nicht richtig. Die Erde, in der die Knolle liegt, ist ideal – aber sie wird nicht gegossen, um doch noch wachsen zu können. Die Knospen sind da, aber sie springen nicht auf.
Die Tränen, die Silas‘ Augen glasig erscheinen lassen, könnten der Dünger sein der Wunder bewirkt, aber noch sind sie es nicht.
Solange beide nicht zueinander ehrlich sind und solange beide sich immer wieder im Kreis drehen, den anderen verletzen, kann es nicht so sein.
„Weil… weil man manchmal einfach nicht allein sein sollte.“ Ivie lächelt tapfer, während sie seine Hände fest mit den ihren umschließt. Manchmal ist es besser, wenn jemand einen selbst festhält, bevor man auseinander fällt. Weil sie sich wünscht, er hätte sie nicht so von sich gestoßen.
Ivie weiß selbst, dass es ironisch ist, hier zu sein und sich um ihn zu sorgen. Sie weiß, dass sie sich genauso gut die am Boden liegenden Splitter in die Fußsohle rammen könnte. Der Schmerz wäre identisch; doch der Gedanke, ihn hier alleine zu lassen – der ist von allem doch das Schlimmste.



we were too young
to know we had everything

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#296

RE: Boston High School Start

in Boston High School 08.06.2020 17:46
von Kati • Member | 764 Beiträge | 54350 Punkte






ADRIAN

erwähnt Lucien



Der Unterschied zwischen der Blondine und wohl vielen anderen von Adrians Kunden war, dass es ihr eigentlich recht egal war, ob es ihr danach scheiße ging oder nicht. Eine Überdosis würde sie nicht schlucken, da die Verhältnisse meistens sehr, sehr ähnlich waren, aber ob Leni dann doch etwas zu viel erwischte, war ihr herzlich egal. Solange sie wenigstens für kurze Zeit ihre Probleme hinter sich lassen konnte und dann nochmal andere vor sich hatte, nahm die Schülerin das gerne in Kauf. So viel zu ihrem perfekten Bilderbuchleben. Leni war kein Neuling in dieser Welt, eher eine alte Bekannte. Leute die dachten, dass die Sprösslinge der Reichen und Schönen sicher keine Drogen anrühren würden und genau das ein Privileg der komplett anderen Seite war, glaubten wohl auch nach dem Film Dumbo, dass manche Elefanten fliegen konnten.
Die Amerikanerin hatte in ihrem Leben schon viel ausprobiert, sie hatte jung angefangen und würde sich wünschen, dass sie noch früher Zugriff auf diese Substanzen gehabt hätte. Es waren Enttäuschungen gewesen, die Leni zu dem Menschen gemacht hatten, der sie heute war. Verschlossen, manipulativ und ironisch. Natürlich hatte es Auswirkungen auf ein Kind, wenn man ihm das Gefühl gab, unwichtig und ungeliebt zu sein. Kinder sollten wohl eine der wichtigsten, wenn nicht gar die wichtigste Priorität ihrer Eltern sein. Die Cheerleaderin war sicher nicht die erste, zweite oder dritte. Wenn sie Glück hatte, vielleicht die zehnte.
Es war nicht immer so gewesen, dass Leni so ziemlich alles egal war, früher war es ihr wichtig gewesen die Beste zu sein, egal in was, um Bestätigung von ihren Eltern zu erhalten, aber irgendwann wurde der Schülerin klar, dass es egal war, ob sie die besten Noten hatte oder nicht, ob sie etwas gewann oder gar nicht teilnahm. Denn sie würde nie hübsch, schlau oder gut genug sein. Traurig, aber wahr. So war es damals, so war es heute.
Ihre blauen Augen waren auf die geübten Handbewegungen des Lockenkopfs gerichtet. Noch immer stand die 18-jährige am Eingang, sie wusste selbst nicht, ob sie lieber nah an der Tür war, weil sie dann ganz schnell aus der stinkenden Bruchbude verschwinden konnte oder aber, weil sie befürchtete, dass das Ding einbrach, wenn sie sich bewegen würde.
„Das tut mir aber leid“, meinte die Cheerleaderin gespielt mitfühlend, was unter anderen Umständen wirklich täuschend echt gewirkt hätte. Selbst wenn, wäre es Leni herzlich egal. Sie hatte schon mehr als genug Menschen verletzt, einer mehr oder weniger machte auch keinen großen Unterschied mehr. Noch etwas was Leni herzlich wenig Interessierte war, ob Lucien von ihr erzählte oder nicht, das war seine Angelegenheit nicht ihre. Außerdem wusste wohl jeder, dass Adrian alles andere als eine verlässliche Quelle war. Wie Wikipedia, würden Lehrer jetzt sagen. „Vielleich solltet ihr lieber über dich reden, wissen deine Freunde, dass du auch mit einem Silberlöffel im Mund geboren wurdest?“, fragte die Blonde gespielt freundlich und nachdenklich.
Kurz schmunzelte die Amerikanerin. Normalerweise stand sie nicht besonders auf solches Verhalten, die Person konnte sehen, wo sie blieb, aber bei Adrian war es amüsant. Erinnerte sie irgendwie an sich selbst. „Ich schätze wir haben einen Deal, du kriegst dein Geld im Auto, mir ist kalt, ich hab das Gefühl Augenkrebs zu bekommen und ich hab Angst das jemand mein Auto klauen will“



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