#76

RE: Boston High School Start

in Boston High School 20.11.2019 09:08
von Kati • Member | 764 Beiträge | 54350 Punkte





Monty - Lucien



Die Blondine musste grinsend den Kopf schütteln, Claire war eben eine Nummer für sich. Wie sie selbst kam die Brünette aus der Welt der Reichen und Schönen und sie hatte die junge Frau wirklich ins Herz geschlossen. Bevor Jolina ihre Nachbarin wurde und somit auch ihre beste Freundin hatte irgendwie Claire diesen Platz gehabt. Dementsprechend schuldig hatte sich Leni am Anfang ihrer Freundschaft mit J gefühlt. Aber wie konnte sie sich dem Leben in den Weg stellen? Und wer sagte denn, dass man nicht auch mehrere beste oder sehr gute Freunde haben konnte? Trotzdem war sie anders als die Blonde, C hielt nicht viel von Affären, ONS und Co, anders als Leni, der manchmal genau diese zum Verhängnis wurden.
Doch die Jungs hatten wirklich gut gespielt, jedenfalls nahm die Amerikanerin das an, sonst hätten sie doch nicht gewonnen… Trotzdem war es eine Phrase gewesen und das wussten alle 3 ganz genau. Lucien verwirrte die Cheerleaderin, er war nicht so selbstsicher wie sonst. Etwas was ihr zwar auffiel, sich allerdings nicht anmerken ließ. Vielleicht hatten die meisten Leute recht in dem sie behaupteten, dass man Freundschaft nicht mit Sex vermischen sollte, denn genau seitdem sie nebeneinander in Lenis Bett aufgewacht waren, war es komisch zwischen ihnen. Sie selbst wollte wenigstens so tun, als ob alles so war wie vorher, aber spätestens an Lucien scheiterte es dann. Die Schülerin wollte den alten Braunhaarigen wiederhaben, den der ihr nicht so unsicher begegnete.
„Schätzt du oder meinst du?“, fragte die 18-jährige mit leicht schiefgelegtem Kopf nach und schenkte ihm ein kleines Schmunzeln. Ehrlich gesagt war die Blondine sehr froh, dass sich Hardin jetzt auch einbrachte. Er war es, der sie Situation zwischen ihnen angenehmer machen konnte.
Auch mit Monty teilte sie des Öfteren das Bett, in letzter Zeit zwar öfter, aber trotzdem variierte es. Man konnte nicht sagen, dass sie einmal die Woche, oder 2-mal im Monat mit einander schliefen, es war nie geplant und genau das war es was es spannend machte. Wäre es genau festgelegt, dass die Beiden z.B jeden Samstag zusammen im Bett oder wo auch immer landeten, würde Leni wohl eher früher als später die Lust daran verlieren, aber so war es perfekt. Sie hatten keine Verpflichtungen dem Andren gegenüber. Auch wenn sie nicht darüber sprachen war es wohl klar, dass sie nicht monogam waren, mussten die 2 auch nicht, schließlich waren sie kein Paar oder sowas in der Art. „Von dir hab ich sicher auch genug rumliegen“, meinte die Blondine dann lachend. Irgendwie neigten die Meisten etwas bei ihr liegen zu lassen, okay zugegeben sie musste da nicht mitreden, dass Leni nämlich ihre Sachen überall vergas war alles andere als ein Geheimnis, war auch der Grund, warum sie gerade hier stand.
Das war klar gewesen und augenblicklich änderte sich die Miene der Amerikanerin. Leicht hob sie die Augenbrauen, hatte er gerade wirklich gefragt, ob sie am Rand ‚rumgehobst‘ war? „Du musst nicht reden, du bist einem Ball hinterhergelaufen, was auch nicht besser ist“, erwiderte sie dann mit einem deutlich sichtbaren gefaktem Lächeln. Leni hatte ihr unechtes Lächeln perfektioniert, keiner würde ihre eigentlichen Emotionen erahnen, aber in dem Fall sollte Montgomery ruhig wissen, dass es alles andere als echt war. Das sowas sonst nur Hunde machten kam ihr auch in den Sinn, behielt sie dann allerdings für sich, sowas hob sie sich dann doch lieber für Luke auf.
Kurz fuhr sich die junge Frau durch die langen blonden Strähnen. „Sagen wir es so, er beinhaltet das ich letzten Endes sehr betrunken bin und diesen Tag am besten vergesse“, antwortete sie dann und ein kleines müdes Lächeln bildete sich auf ihren Lippen. „Achso und irgendwer sollte mir erklären wie Football funktioniert“, fügte Leni dann hinzu. Denn irgendwie wurde es langsam unangenehm, von diesem Spiel keine Ahnung zu haben.


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#77

RE: Boston High School Start

in Boston High School 20.11.2019 17:46
von Zonya • Junior Member | 489 Beiträge | 35850 Punkte




MALAKAI
bei und mit Kelly




Kleine Grübchen zieren das Gesicht seines Gegenübers und Malakai muss das schwache Lächeln erwidern, auch wenn ihm gar nicht danach ist. Gleichzeitig versucht er in die Zukunft zu sehen. Im Grunde weiß Kai überhaupt nichts über den Jungen mit den blonden Haaren. So oft haben sie sich getroffen, heimlich an Orten, die keiner freiwillig zu betreten wagt, bemüht darauf, ihr Geheimnis für sich zu behalten, damit niemand auch nur auf die Idee kommt, sie würden etwas verstecken, das sie selbst nicht einmal Wahr haben wollen. Schon im Kindesalter hat Malakai eine Ahnung davon verspürt, anders zu sein, doch das hat er auf die Krankheit geschoben. Normal ist er schließlich noch nie gewesen und wird es auch nie sein. Viele Menschen kommen damit nicht klar, doch Kelly, der urteilt nicht, stellt keine Fragen und nimmt ihn so wie er ist, mit all seinen Macken und Schimpfwörter, die ihm regelmäßig aus dem Mund fließen. Kelly ist einfach da. Wirft ihm nicht vor, was er schon längst weiß, aber nicht auszusprechen wagt. Es ist nur eine Phase redet er sich ständig ein, mit Kelly, mit dem ist es anders. Das hat nichts zu bedeuten. Ich bin nicht schwul. Dennoch muss er sich Dinge vorstellen, die er sich bei anderen noch nie gefragt hat. Vogel stellst sich vor, wie er mit einem Wasserschlauch Blumen gießt und diesen Menschen, der ihm gegenüber sitzt, plötzlich nassspritzt – würde er lachen? Wer ist Kelly eigentlich? Ist dieser Mensch schlau? Optimistisch? Witzig? Etwas in ihm weigert sich davor die Antworten herauszufinden, gleichzeitig brennt er darauf. Er hat Angst damit zu zerstören, was sie sich aufgebaut haben. Auch wenn es nur darauf hinausläuft, dass sie in der Schule kaum mehr als das Rauchen miteinander teilen, genervt Brummen und danach wieder in die jeweils andere Klasse fliehen. "Ich lass nichts mit mir mach'n" entgegnet er dem kaum merklich kleineren, wohl wissend, dass es mit der Realität nicht deckungsgleich ist. Vogel muss sich verteidigen, versteht solche Aussagen viel zu schnell als einen Angriff, auf den er nur zu gerne patzig reagiert und zurück feuert.
Jetzt jedoch weiß er nicht weiter, gefangen zwischen zwei Welten, verlockender als vernünftig. Malakai ist das Problem. Das weiß er auch, muss es sich nur nicht von ihm sagen lassen. Es macht einen großen Unterschied, wer Dinge behauptet. Nur weil Ernie sich selbst beleidigen darf, hat Kelly noch lange nicht das Recht dazu. Der braunhaarige kneift die Augen zusammen, "ah, fick dich doch".
Nein nein. Malakai ist nicht das Problem. Der Junge starrt Kelly einen Moment lang mit Augen, aus denen ihm Blitze entgegen gefeuert werden, an und enspannt sich dann wieder. Seine Lösung für das ganze: geh arbeiten. Ernie schmunzelt und boxt Kelly sanft gegen die Schulter, ein Schlag, der ihm bei den Flecken sicherlich Schmerzen bereitet haben dürfte, ganz egal wie fest er war, doch das interessiert den braunhaarigen im Moment nicht. Er solle sich nicht so anstellen. "Was glaubst du eigentlich wie viel Geld ich habe?" fragt Kai und schüttelt den Kopf. "Ich kann das nicht scheißen".
Aber egal, wie es der blonde zu pflegen sagt. Eben beschissen. Das Leben ist unfair und falls Kelly das noch nicht weiß, beschreibt er ihm gerne, wie es einen härte ficken kann, als jeder Mensch es zu tun vermag.
Er dem blonden gerade genau das an den Kopf werfen, als er mit geweiteten Augen zusehen muss, wie dieser sich nach vorne beugt und ihm einen Kuss auf die Stirn hauchen will. Ernie zuckt instinktiv zurück, wirft die Hände gegen seine Schultern und drückt ihn zurück. "Spinnst du?" blafft er und funkelt ihn wütend an, im selben Moment merkend, dass sich ein trauriges Gefühl in seiner Brust ausbreitet. Es fühlt sich beinahe so an, als würde sein Herz ihm etwas sagen wollen. Ernie schließt kurz die Augen, fasst sich mit den verkrampfen Händen an den Kopf, "nein, nein". Er reißt die Augen wieder auf. "Es tut mir Leid" haucht er, wünschend, der Junge würde es erneut versuchen.


ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʟɪᴀʀs, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʙᴇᴀᴜᴛɪғᴜʟ ᴀɴᴅ ᴘʀɪᴠɪʟᴇɢᴇᴅ, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ᴄʀᴀᴄᴋᴇᴅ ᴀɴᴅ ʙʀᴏᴋᴇɴ. ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ʟᴏᴠᴇ ᴀɴᴅ ʀᴏᴍᴀɴᴄᴇ, ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ᴛʀᴀɢᴇᴅʏ.
ᴡʜɪᴄʜ ᴀʀᴇ ʟɪᴇs? ᴡʜɪᴄʜ ɪs ᴛʀᴜᴛʜ. ʏᴏᴜ ᴅᴇᴄɪᴅᴇ


zuletzt bearbeitet 20.11.2019 17:46 | nach oben springen

#78

RE: Boston High School Start

in Boston High School 20.11.2019 19:21
von KimEule • Junior Member | 388 Beiträge | 21300 Punkte


Daniel | Jahrmarkt | mit Kidnapping beschäftigt; kann sich nicht für einen Crêpe entscheiden

Es war viel los. Es war bunt, irgendwie hell und nicht wirklich leise. Irgendwo spielte Musik, wo anders hallten immer mal wieder eine klirrende Art von Geräuschen, die einem weiß machte, da hätte gerade irgendwer irgendetwas gewonnen. Die Stimmen der anderen Menschen hier überlagerten sich, verschmolzen und wirklich etwas verstehen tat man nicht. Mir machten Menschenmengen nichts aus. Auch dieser Trubel hier, die Fröhlichkeit, die Atmosphäre. Es war eigentlich ganz schön. Ich konnte mir schlimmere Orte vorstellen.
Meine Intuition hatte sich nicht geirrt. Er lebte tatsächlich noch nicht lange hier in Boston. Da hätte er sich ja tatsächlich hier noch verlaufen können. Umso besser, dass ich ihn mitgenommen hatte. Obwohl er jetzt nicht gerade glücklich über die Situation wirkte. Anscheinend war er nicht so der Fan von vielen fremden Menschen. Dabei war er größer als ich und würde weniger übersehen werden als ich.
„Irland!“, wiederholte ich beeindruckt. Wenn ich Irland hörte, dachte ich direkt an saftig grüne Wiesen, raues Wetter und Freiheit, irgendwie. Man sagte zwar, dass die USA das großartigste Land der Welt wären, wegen der Freiheit und Möglichkeiten – aber ein wenig schwachsinnig fand ich die Aussage schon. In vielen Ländern der Welt herrschte Freiheit und in denen hatte man mindestens genauso viele Möglichkeiten. Afghanistan gehörte nicht dazu. Aber die meisten europäischen Länder, darunter auch Irland. „Ist es dort tatsächlich so grün?“
Ich sah ihn an. Es war eine ernstgemeinte Frage. „Meine Familie väterlicherseits kommt aus Afghanistan, da gibts fast nur Steppe und Wüste… und Kriegsgebiete. Ich stell mir Irland schön vor. Vermisst du deine Heimat?“
Er wirkte eher in sich gekehrt und schüchtern. Solche Menschen hingen meistens noch mehr an ihrer Heimat. Ich war zwar nicht unbedingt schüchtern, das ging in meiner Familie auch einfach nicht, aber wenn ich mir die anderen von uns so anssah, war ich doch nicht ganz so sehr extrovertiert. Mir würde es doch mehr ausmachen, wenn es jetzt heißen würde, wir verlassen Boston und ziehen nach Kanada, oder was weiß ich. Aber vielleicht war ihm die Frage auch zu persönlich?
„Das musst du nicht beantworten, wenn dir das zu persönlich ist“, fühgte ich dann doch besser noch hinzu. Ich wollte ihn nicht zwingen, sich mit mir zu unterhalten. Schon gar nicht, solch doch intime Dinge über sich preiszugeben. Wir kannten uns ja nun nicht wirklich.
„Crêpes klingen hervorragend.“ Ich folgte seinem Blick und fand den Stand auch. Ich lotzte uns durch die Ströme an Menschen. Darin war ich tatsächlich recht geschickt. Wir wurden nicht angerämpelt, nicht angesrochen und mussten auch nicht mit andren Personen kuscheln, um den Stand zu erreichen. Die Luft hier roch schon süß nach dieser bekannten Haselnus-Schokoladen-Creme, Puderzucker und süßem Teig. Eine dunkelgrüne Tafel, auf welcher mit Kreide stand, was sie für wie viel Geld alles so anboten, thronte über der Theke. Zwei Frauen standen hinter der Glastheke, bedienten die Kunden und die heißen Crêpes-Platten.
„Was nimmst du?“, fragte ich den größeren, sah kurz zu ihm herüber und dann wieder hoch zu der Tafel. Das klang alles lecker. „Ich denke, ich bin langweilig und nehm einen mit Schokolade...“


Song: Neffex – Grateful
Fc: Enrie Scielzo


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#79

RE: Boston High School Start

in Boston High School 20.11.2019 20:00
von yulssi • Junior Member | 178 Beiträge | 8900 Punkte





Kelly & Malakai + Hardins Haus in Gedanken

Ich lass nichts mit mir mach'n." ,,Sagst du." Malakai wusste doch mehr als nur genau, dass der aus seinem eigenen Munde stammende Satz echt nicht einem deut der Realität entsprach, entlockte augenblicklich die Wahrheit aus Kelly heraus. Die Wahrheit, die dieser sich selber nicht hundertprozentig eingestehen wollte. Er war nicht schlau. Kelly konnte das kleine Einmaleins nicht ohne Hilfe seiner zehn Finger rechnen und verschiedene Hunderassen schlechter voneinander unterscheiden, als hunderte Zigarettenmarken, wusste, wie man sich die Haare auf die gleiche Länge schnitt, doch konnte diese ohne Hilfe nur schwer färben, vergaß meistens eine der Stähnen und ärgerte sich im Anschluss darüber, es überhaupt irgendwann mal angefangen zu haben. Wusste einfach so vieles schon aus eigenem Desinteresse nicht, aber merkte dennoch, wenn Menschen nicht der Ehrlichkeit unterlagen, wie es denn eigentlich sein sollte. ,,Das war nicht neg… negati- im schlechten Sinne gemeint." ,presste der Kleinere zu seiner Verteidigung hervor, wollte nicht missverstanden werden, da dies immer wieder passierte, wenn man nicht in der Lage war, ihn richtig zu verstehen. Wenn man einen Dummen und einen sich schnell angegriffen Fühlenden nebeneinander setzte. Ließ die dunklen, blauen Augen den Boden vor sich absuchen, auf eine Antwort hoffen, die egal, wie sehr Kelly sich anstrengte, wirklich nicht kam. Ihm nicht sagte, was er machen sollte, wenn er dieses komische, wohlige uns doch traurige Gefühl im Inneren seiner Brust auffand, verspürte. Ihm nicht sagte, was er damit anzufangen hatte, was man tat, wenn man einem bestimmten Menschen ins Gesicht blickte und das Herz schwer zu hämmern begang, als würde es jeden Moment zum explodieren kommen. Das war gemein. ,,Du bist verlässlich." Kelly zuckte mit den Schultern, ließ seine Gedanken kreisen. Negatives ausblenden, obwohl es überwog. Er immer wieder vor seiner von Sommersprossen gezierten Nase sah, wie auch Malakai ihn verlassen, sich am bitteren, oftmals eintretenden Ende das Maul, womöglich eher den Schnabel über ihn zerreißen, ihn nicht zufrieden leben lassen würde.
Ein kaum schmunzelnder Vogel, Kelly gegen die Schulter geboxt. Schmerzen wie ein Motherfucker, biss die Zähne zusammen und musste selber lachen, die geraden und hellen Zähne nicht im dunklen verbergen. Die Frage nach Geld und nicht dazugehörigenden Exkrementen. ,,Keine Ahnung, viel ? Immerhin keine Bruchbude und zwei arbeitende Eltern, huh ?" Sein Gegenüber hatte es schon, im Gegensatz zum Älteren selber gut. Lebte in der eher gehobeneren Schicht, konnte sich auch mal etwas leisten, ohne jeden Cent dreimal umdrehen, sich Spott von seinen alten Herren anhören zu müssen, warum er sich mal etwas gekauft hatte. Aber was wusste Kelly schon. Denn Kelly war dumm und dumme Personen besaßen kein Recht auf Sprache, verdrehten Wörter und formten Sätze, die sie nicht so meinten. Hatte keine Ahnung, wie es bei dem Anderen Zuhause wirklich aussah, sondern konnte sich nur drei in Geld schwimmende Menschen vorstellen, die in Saus und Braus ihr Leben genossen. ,,Außerdem geh' ich sogar arbeiten. Was glaubst du, wie ich mir den ganzen Kack hier finanziere ?" Markenklamotten. Ein Dach über dem Kopf. Ein viel zu hartes Bett, aber einen Platz zum schlafen, wenn nicht in Hardins Haus, wo der Kühlschrank gefühlt größer als die Küche des fälschlich Blonden war. Essen. All seine Schallplatten, die im Vinyl Store immer viel zu teuer waren. Das alles ging nicht ohne Geld, doch im Endeffekt wusste keiner von ihnen so wirklich etwas über den jeweils anderen. So war das eben. Kelly wusste ja auch nichts von der Krankheit seines Kumpanen, ganz zu schweigen von den Effekten und Auswirkungen auf sich und seine Umwelt, auf Kais Kopf, der mit seinem Mund kombiniert unmögliche Wörter formulierte, sie dem Amerikaner oftmals gegen den Kopf warf. Er nahm es als normal hin und dachte nur manchmal darüber nach, ob Vogel nicht einfach eine Schraube locker hatte. Ließ es immer wieder mit sich machen, denn dahinterstecken tat doch sowieso nichts. Kellys Vokabular bestand aus kindischen Flüchen, Vogels dagegen aus Beleidigungen gegen Kelly und seine Handlungen, wurde wütend wegen einer solch kleinen, unbedeutenden Geste, welche im Anschluss wahrscheinlich doch gar nicht so unbedeutend gewesen war, bei beiden jungen Männern ein stechendes Gefühl hinterließ.
Er schüttelte den Kopf. Wollte keine Entschuldigung zu hören bekommen, wenn er das Problem war. Wurde von fremden Kerlen geschlagen, von Frauen verspottet, da er sie nicht küssen wollte, doch erzeugte genau den selben Effekt, wenn er es bei Malakai tat. Er wurde einfach nicht schlau draus, haderte mit seinen Entscheidungen, doch blieb ruhig. Ruhig, weil es wehtat, lehnte sich erneut zu dem Jüngeren hinunter, um genau dasselbe noch einmal zu versuchen, egal, was das Ergebnis dahinter werden würde. ,,Bitte warte eine Minute. Nur eine, einzige Minute... danach darfst du mich auch schlagen." Ablehnung tat weh. War schon immer so gewesen, hatte den Neunzehnjährigen jedoch nie sonderlich gestört, da es ihn nie persönlich betroffen hatte. Jetzt aber hatte es weh getan, wo es nicht hätte weh tun sollen. Vorsichtig ließ er die mit einem Rest schwarzen Nagellack verzierten Finger durch die Haare des Anderen fahren, die dunklen, teils nassen und dichten Locken mehr berühren, als er es jemals zu träumen vermocht hatte. Blieb mit der Handfläche an der Wange seines Gegenüber stehen, inspizierte das hübsche Gesicht. ,,Noch zwanzig Sekunden."


𝙻𝚎𝚝'𝚜 𝚛𝚞𝚗 𝚊𝚠𝚊𝚢 𝚝𝚘𝚗𝚒𝚐𝚑𝚝

zuletzt bearbeitet 21.11.2019 00:41 | nach oben springen

#80

RE: Boston High School Start

in Boston High School 20.11.2019 20:17
von Mivaka • Member | 1.116 Beiträge | 79550 Punkte



talking with Toya, Nevio & Luke ; Silas


Verdrängung, manch einer mag es auch Selbstbetrug nennen, ist sicherlich keine Lösung für die Ewigkeit und dennoch ist es ein Allheilmittel für den Moment. Damit kennt sich Carly aus. Nicht nur durch die 'ach so perfekte' Familie, die in Wirklichkeit viel zu zerrüttet ist, sondern auch dieses eine Erlebnis, mit dem sie – ihrer Meinung nach – schon längst abgeschlossen hat. Das dies definitiv nicht der Fall ist, kann sie sich noch erfolgreich anders einreden. Es ist ihre Art damit umzugehen, sicherlich nicht die beste Art, aber es ist einfacher. Einfacher als alles wieder aufzuwühlen. Das genau dies unweigerlich passieren wird, kann die Blondine ja nicht ahnen. Carly ist der festen Überzeugung, dass ihre Vergangenheit einfach nur Vergangenheit bleibt. Sie muss sich damit nie wieder beschäftigen und hat hier die Chance, noch einmal richtig von Vorne anzufangen. Ganz ohne Dramen.
Toya und die beiden Jungs bieten genau das, was sie braucht. Menschen die sie nicht kennt und mit denen sie sich umgeben kann. Menschen bei denen sie neu anfangen kann. Die charmanten Worte des Spaniers, lassen sie leicht Grinsen. "Ich denke mal die Freude ist ganz meinerseits." gibt sie das Kompliment zurück. Mehr oder weniger jedenfalls. Bei seiner weiteren Frage, zuckt sie leicht mit den Schultern, sieht zu Toya. Carly hat keinerlei Ahnung was der Plan von den Jungs ist. Toya kennt die Zwei besser, jedenfalls Romeo. So wird die Schwarzhaarige ja einschätzen können, was die Zwei vorhaben und ob sie Zwei mitkommen wollen.
Das genervte Aufstöhnen von Luke entgeht ihr nicht und beinahe fragend sieht sie ihn an. Hebt eine Augenbraue, ehe sie sich wieder den anderen gewidmet hat. Weiter kommen aber keine Worte über seine Lippen. Bisher hat sich Carly auch noch nicht wirklich viel mit ihm unterhalten. War mit ihrem Dad bei den Abercrombie's zum Essen eingeladen gewesen. Luke ist natürlich zu spät gekommen und auch wenn sich die Beiden in dem Sommer öfter über den Weg gelaufen sind, so sind die Gespräche eher mau ausgefallen. Carly weiß auch nicht wirklich wie sie zu dem Schwimmer stehen soll. Muss sich damit aber vielleicht auch nicht weiter befassen.
Und auch wenn sie den kurzen Schockmoment beinahe schon wieder vergessen hat, oder so weit verdrängt hat, dass sie nicht mehr darüber nachdenkt ob sie vielleicht doch Silas hier auf dem Jahrmarkt gesehen hat, so fühlt sie sich für einen kurzen Moment beinahe beobachtet. Anders als wenn man einfach nur von irgendwem angestarrt wird. Wirklich beschreiben kann sie das Gefühl aber nicht. Und Carly sieht sich nicht suchend um, versucht das aufkommende Gefühl einfach zu unterbinden und nicht weiter darüber nachzudenken. Lässt ihre Augen nur kurz an Luke, Romeo und Toya vorbeischweifen. Die blauen Augen wandern über ein paar Gesichter der Leute die an ihnen vorbei gehen, wandern über den einen oder anderen Hinterkopf, bleiben kurz bei irgendeinem Stand hängen und wandern dann weiter zu den bunten Lichtern. Eigentlich widmet sie sich wieder der Truppe um sie herum. Bleibt jedoch an einem grünen Paar Augen hängen. Grüne Augen die sie wahrscheinlich, auch wenn sie es nicht will, unter tausenden erkennen würde.
Carly stockt der Atem.
Ihr ist kalt und warm.
Die kleine Hand ballt sich – beinahe verzweifelt – in der Tasche der Jeansjacke zur Faust.
Das muss eine Illusion sein. Aber eigentlich besteht kein Zweifel.
Carly schaut geradewegs in die grünen Augen von Silas Burrows


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zuletzt bearbeitet 20.11.2019 20:18 | nach oben springen

#81

RE: Boston High School Start

in Boston High School 20.11.2019 20:46
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


LUCIEN
-Hardin, Leni


„Such dir was aus“, räuspert der Dunkelhaarige sich. Ein schiefes Grinsen ziert sein müdes Gesicht.
Um nicht wie ein Kind mit den Fingern herumzuspielen, schiebt der Franzose die Hände in die Hosentaschen. Er belässt es lieber dabei, den Blick zwischen Hardin und Leni her wandern zu lassen und das Gespräch als stiller Beobachter und stummer Protagonist zu verfolgen.
Was Hardin nicht weiß: er trifft einen wunden Punkt.
So viele Kleidungsstücke, dass Lucien sie wahllos in der Damenwelt verschenken könnte, besitzt der Junge gar nicht.
Jedes Teil im Schrank weniger merkt er.
Jedes Kleidungsstück mit einem Loch, das man nicht irgendwie wieder flicken lassen kann, bedeutet dass er weniger zum Anziehen hat.
Der Achtzehnjährige trägt nicht die gleichen Markenklamotten, die an Hardins Körper zu finden sind. Die Hälfte der Marken, von welchen Leni Handtaschen besitzt, kann er nicht einmal richtig aussprechen. Designernamen, die unter den Reichen der Renner sind, kann er nur mit einem großen Fragezeichen im Gesicht begegnen.
Durch seine Herkunft will er immer krampfhaft versuchen, zu den anderen zu passen und doch gräbt er sich die Schluchten, die zwischen ihm und den vermögenderen Schülern liegen, meistens selbst.
Montgomerys Gedankengang kann er an dessen Gesicht nicht ablesen, und doch denkt der Franzose dasselbe:
Leni und Hardin sind der gleiche Typ Mensch. Gutaussehend und reich. Sie mögen ihre eigenen Probleme haben und doch haben sie, im Gegensatz zu seinen, wenig Gewicht.
Lucien hingegen ist Dorchester. Nicht Beacon Hill.
Er wacht nicht in Seide auf und er trägt auch keinen Kaschmir. Für ihn gibt es Baumwolle, aber keine teure.
Eigentlich lächerlich, dass er zu Leni meinte, sie kann den Pullover behalten. Die billige Massenware würde sie wahrscheinlich nicht mit dem kleinen Finger anfassen, wenn sie nicht müsste. Schätzungsweise sind seine Klamotten für sie eher Sondermüll. Die Teile, die man als erstes in den grünen Sack wirft. Die, die man als Anzünder für ein Lagerfeuer nutzt.
Trotzdem will er das Kleidungsstück nicht wiederhaben. Er könnte es ja doch nicht tragen, ohne an sie zu denken – Lucien ist schlecht darin, Freundschaft und ‚nur Sex‘ zu trennen.
Er ist nicht der Trinker, der es auf Affären absieht – er ist eher der Trinker, der für ein paar Stunden einfach nur vergessen und ausnahmsweise glücklich sein will.
Er kommt mit One Night Stands einfach nicht klar.
Lucien schüttelt Hardins Arm ab, langsam hält er seine Gedanken nicht mehr aus.
„Monty erklärt dir das sicher gerne“, murmelt Lucien. „Aber ich hab‘ echt keine Lust hier festzuwachsen – kommt ihr endlich?“


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#82

RE: Boston High School Start

in Boston High School 20.11.2019 22:23
von Mivaka • Member | 1.116 Beiträge | 79550 Punkte



Lucien, Leni


Manchmal ist es besser, wenn man nicht alles hinterfragt.
So ist es auch in diesem Fall besser, dass Monty nicht versucht herauszufinden, weshalb sich sein Kumpel so eigenartig in Leni's Anwesenheit verhält. Schenkt dem auch gar kein großes Interesse. Widmet sich eher dem Gespräch. Auch wenn es eher zwischen der Blondine um ihm geführt wird. Lucien ist beinahe eigenartig still. Kann aber auch einfach an dem Spiel liegen. Sie sind alle fertig davon. Er mit eingeschlossen. Und dennoch will er sich das obligatorische Bier definitiv nicht entgehen lassen.
Hier und da hat er sicherlich auch mal was bei der Cheerleaderin liegen gelassen, normalerweise verschenkt er seine Sachen nicht. Findet es viel zu schade. Auch wenn er nicht das Problem hat, die Sachen einfach ersetzten zu können. Nur sieht er es eben nicht unbedingt gerne, wenn jeder x-beliebige auf seinem Geld liegt. Bei seinen Freunden ist das kein Ding. Monty würde ihnen finanziell immer unter die Arme greifen auch anderweitig. Soweit er es eben kann. "Ich glaub meine Sachen brauchst du nicht unbedingt, kannst sie mir ja bei Gelegenheit mal mitbringen." Leni braucht nichts von ihm. So ist das zwischen ihnen lediglich eine Bettgeschichte und sie wird ja wohl genug eigene Klamotten in ihrem Schrank haben.
Hardin trifft einen wunden Punkt und ist sich dem nicht bewusst. Obwohl eigentlich sollte es ihm bewusst sein. Aber irgendwie ist es eben nicht so. So würde der Braunhaarige seinem Kumpel auch seinen Kleiderschrank, seinen Kühlschrank, sogar sein ganzes Haus offen stehen lassen. Lucien darf sich bedienen, woran auch immer er will. Soll sich bei den Montgomery's wie Zuhause fühlen. Damit hat Monty kein Problem und seine Eltern sollen damit einfach keines haben, dafür sind sie auch einfach zu selten zuhause.
Leicht hebt er eine Augenbraue auf die Worte Leni's hin. Sieht sie beinahe etwas skeptisch an. "Dafür haben wir mit dem 'Ball hinterher laufen' den Sieg nach Hause gebracht." Will sich eigentlich auch gar nicht weiter mit ihr darüber austauschen. Sie haben eben einfach andere Ansichten und daran wird sich nichts ändern. Sicherlich ist Cheerleading ein Sport und das will Monty auch nicht bestreiten, aber nur zu gerne zieht er sie damit auf. Kann es allerdings nicht leiden, wenn er selbst aufgezogen wird. Keine gute Kombi, aber so ist der Braunhaarige eben.
Hardin lässt seinen Arm wieder sinken. Nickt nur zu dem Plan der Blonden. "Vielleicht wann anders, Blondie. Jetzt müssen wir erstmal los" Monty hat jetzt gewiss keine Lust Leni Football zu erklären. Hat ganz andere Pläne für den Abend und auch Lucien wird allmählich etwas ungeduldig. So rückt der Braunhaarige seine Tasche auf der Schulter etwas zurecht, ehe er sich schon so weit zum Ausgang zuwendet, dass sie endlich den Gang vor den Umkleiden verlassen können.


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#83

RE: Boston High School Start

in Boston High School 20.11.2019 22:27
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


RAINN
- Jake


Er bleibt stehen.
Anastassiya japst nach Luft, als ihre Füße direkt neben den seinen zum Stehen kommen. Ihre Lungen brennen, der Brustkorb der Rothaarigen hebt und senkt sich unkontrolliert – und trotzdem denkt sie an nichts, als daran, dass sie Jake festhalten muss. Rainn krallt die Finger in sein Oberteil, als würde sie ihn nie wieder loslassen wollen und sie atmet erleichtert auf, als auch er sie letztendlich in seine Arme nimmt.
Das ist die Geborgenheit, nach der sie sich sehnt – ein Frieden, dem sie nur leider nicht trauen kann.
Der Schulhof um die beiden herum ist still, Gedränge vom Jahrmarkt ist nicht zu fühlen, und die Ruhe vor dem Sturm macht Rainn Angst.
Die Rothaarige fängt Jakes Blick ein, will sie ihm doch eigentlich ausweichen und die Augen verschließen, und sie hasst den ungewohnten Anblick auf seinem Gesicht. Jakes Mimik ist von Traurigkeit gesäumt, auch wenn er versucht Härte und Kälte vorherrschen zu lassen.
Rainn hasst auch, dass sie der Grund für die eiskalte Stimmung und die trostloste Situation ist.
Sie und ihr Egoismus. Sie und die Tatsache, dass sie Jake nicht so in ihr Leben lassen will, wie er es verdient. Sie kann es nicht – Rainn hat Angst, dass sie Jake mit in das Chaos hineinzieht.
Die Wochen, die sie hier bisher verbracht hat, sind ruhig verlaufen. Die Rothaarige hat Anschluss gefunden und auf der anderen Seite erfolgreich verhindert, dass jemand der Verbindung zwischen ihrem leiblichen Vater und ihr auf die Schliche gekommen ist. Sie wollte dass das so bleibt – und die Taktik hat nun einmal beinhaltet, auch den Neunzehnjährigen aus ihrem Alltag auszusperren.
Damit muss Schluss sein.
„Nein“, widerspricht sie ihm. Jakes Stimme ist rau, Rainns ist brüchig. Wild schüttelt sie den Kopf, aber ist plötzlich ganz ruhig, weil seine Finger sie berühren. Sie tanzen auf ihrer Haut und sie will das Gefühl nicht wieder missen müssen. „Nein. Du verstehst das nicht.“
Rainn blinzelt. In ihren Augen schwimmen Tränen – die, die eigentlich in Jakes‘ sichtbar sein sollten. Ihre Lippen zittern, seine nicht.
„Das ist nicht… okay. Du sollst das nicht verstehen.“
Er geht nicht weiter auf sie ein, Jake redet seinen Monolog zu Ende. Das hier ist sein Rampenlicht.
Der Scheinwerfer ignoriert sie, er scheint auf Jake und auf dessen Entscheidung.
Die, die Anastassiya Healey das Herz brechen soll.
Rainn blinzelt nicht und auch den bittersüßen Kuss, der beenden soll, was auch immer die beiden waren, erwidert sie nicht. Sie kann nicht.

Im Endeffekt wünscht sie sich, sie hätte es getan.
Rainn wünscht sich, sie hätte den Kuss erwidert.

Schluchzer schütteln die kalkweißen Schultern der Achtzehnjährigen.
Jake hat sie komplett aus der Bahn geworfen. Seit er ihr den Rücken zugekehrt hat, fühlt sie sich wie vor den Kopf gestoßen sie wurde vor den Kopf gestoßen.
Anastassiya ist es nicht gewohnt, dass ihre heile Welt in sich zusammenbricht. Sie ist es nicht gewohnt, dass jemand geht, weil meistens sie zuerst aus dem Leben anderer verschwindet.
Für alles gibt es ein erstes Mal – doch dieses hätte sie verhindern können, verhindern sollen.
Die Rothaarige weiß nicht, was sie tun soll.
Die kalte Nacht legt sich wie ein Mantel um ihre Schultern. Sie fröstelt, bedingt durch die kühle Luft und die Hilflosigkeit, die in ihren Emotionen mitschwingt.
Rainn irrt durch die trostlosesten der trostlosen Straßen Dorchesters. Sie war noch nie hier. Es ist keine Gegend, die für Mädchen wie sie typisch ist.
Der Stadtteil ist eher das Gegenteil.
Jake geht nicht ans Handy und seine Adresse kennt sie nicht. Ihr Vorhaben war schlecht durchdacht, das merkt sie jetzt.
Irgendwo in der Ferne klirrt Glas und laute Stimmen grölen. Geräusche, die sie zusammenzucken lassen. Unruhig blickt sie sich mit jedem Schritt um.
Rainn hat keine Ahnung wo sie ist.
Und wo Jake ist, das weiß sie auch nicht.


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#84

RE: Boston High School Start

in Boston High School 20.11.2019 23:40
von Kati • Member | 764 Beiträge | 54350 Punkte






Lucien; Monty




Leni war froh, dass Luciens Lippen wenigstens jetzt ein bekanntes schiefes Grinsen zieren. Automatisch musste die Blondine lächeln. Innerlich musste sie den Kopf darüber schütteln, sie würde niemals einfach so ihre Sachen verschenken, zwar tat sie das gelegentlich, aber nicht ganz bewusst. Die Amerikanerin war eben in dem Punkt wirklich vergesslich, da kam es schon mal vor, dass sie die Sonnenbrille, die sie sich gerade in die Haare schieben wollte einfach nicht mehr fand und zwar, weil sie sie am Tisch liegen gelassen hatte. Das gute war nur, dass Leni oder besser gesagt ihre Eltern genug Geld hatten um ihr eine neue Markensonnenbrille zu kaufen. Klar dieser Hoodie war nicht von Versace, Supreme oder sonst einer teuren Marke, aber er war cool.
Denn auch wenn die Blonde nicht oft Klamotten trug, die kein Label hatten würde sie Luciens Pulli sicher nicht wegschmeißen. Das würde sie nicht mal tun, wenn es das hässlichste war, was sie je gesehen hatte. Aber in dem Fall wurde sie sogar super oft angeschrieben woher dieses besagte Kleidungsstück war. Das Beste war der Artikel wo es einzig und alleine um diesen Hoodie ging. So schnell würde Leni die ersten Sätze wohl nicht mehr vergessen, denn sie hatte wirklich Lachen müssen als sie ihn gelesen hatte. ‚Versace, Gucci, Dior und Co.… ja so kennen wir Leni. Die Beauty präsentiert sich selten mit Outfits die unter 1.500$ kosten, doch in ihrem neusten Post trägt sie lediglich diesen Hoodie und dieser ist perfekt zum Nachshoppen geeignet…‘ Tja manche Praktikanten kümmerten sich um das Horoskop und die anderen um ihre Insta-Posts. Denn sie gehörte zu den berühmt berüchtigten ‚rich kids of Instagram‘. Die 18-jährige würde sich zwar definitiv nie als so etwas taggen, aber das übernahmen anscheinend andere für sie. Leni war niemand der mit sowas prahlen würde, da war es ganz egal vor wem, klar sie wusste auch das ihre Eltern mehr Geld hatten als andere, aber trotzdem würde sie sowas niemandem unter die Nase reiben. Und auch ihre Freunde kamen aus ganz unterschiedlichen Gesellschaftsschichten, schließlich suchte sie sich ihre Freunde nicht an Hand deren Bankkonto aus.
Sie nickte nur, ganz wie er wollte.
Monty war da ein anderes Kaliber, er kam ebenfalls aus der Welt, in der Eltern mit ihren Kindern zwar auf Galas gingen um die perfekte Familie vorzutäuschen, aber sonst wenn es hochkam 1x in 2 Monaten zu Hause waren. Leni musste ein kleines Lachen unterdrücken. Das konnte Hardin sowas von vergessen. „Du wohnst 3 Straßen entfernt von mir, also wenn du deine Sachen vermisst hol sie dir ab“, entgegnete die Cheerleaderin dann mit einem Schmunzeln. Sie selbst hatte keine Ahnung was möglicherweise unter dem Bett des Footballers alles so von ihr herumlag, aber der Punkt war, es war ihr egal. Die Amerikanerin vermisste die Sachen nicht, also warum sollte sie ihn darum bitten, sie ihr wiederzugeben? Das war nicht ihr Stil.
„Und der keinem außer euch irgendwas bringt“, warf die junge Frau mit einem glockenhellen Lachen ein. Da merkte man es wohl wieder, Football war nicht ihr Ding. Klar sie freute sich für die Beiden und das restliche Team, das sie gewonnen hatten, aber grundsätzlich war es ihr komplett egal. Davon wurde die Welt nicht anders.
Darüber das er sie gerade Blondie genannt hatte, schaute sie hinweg, ihre blauen Augen flogen zu Lucien. „Siehst du er ist unwillig und ich glaube du kannst das außerdem besser, als Monty“, meinte die Blonde dann zu dem Quaterback und hängte sich bei ihm ein. „Alsoo ich glaube, wenn du mir dieses Spiel zusammenfassen würdest, würde ich es trotzdem nicht verstehen, jedenfalls jetzt nicht. Wie wäre es, wenn du mir irgendwas sagst, was ich morgen sagen kann umso zu tun, als wäre ich ein richtiger Pro darin“, schlug sie im Gehen vor und schenkte Lucien ein echtes Lächeln. Ein Leni-Lächeln, dem die Meisten nichts abschlugen.


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#85

RE: Boston High School Start

in Boston High School 21.11.2019 19:13
von Zonya • Junior Member | 489 Beiträge | 35850 Punkte




• • •



JAKE RILEY
mit Rainn




Jake streift durch seine Heimatstadt. Dort, wo nichts mehr funktioniert und der Amerikanische Traum schon lange ausgeträumt ist, zerstoben in einem Inferno von Armut, Kriminalität und Vernachlässigung. Barmherzig verbirgt die Nacht verlassene Fabriken und Müll übersäte Baulücken. Wenn Jake morgens zur Schule fährt, passiert der Junge verblasste Werbeschilder und ausgebrannte Häuser. Vier Fünftel der Einwohner leben von den niedrigen Monatssätzen der staatlichen Wohlfahrt - zuviel Geld zum Sterben, zuwenig zum Leben.
Jake stolpert über Schlaglöcher und rissigen Asphalt, vorbei an an Läden und Bars, in denen die Menschen unschlüssig ihre Zeit totschlagen. Leere Ausstellungsräume und verwitternde Fassaden zeigen an, wo einst Autohändler schicke Autos anboten; statt zum Autokauf einzuladen, künden die wenigen Werbetafeln längs der Straßen vom Schrecken des Lebens in der Armut. Crack tötet, heißt es da. Und ein Aids-Test, mahnt man, der kann nie schaden.
Aus einer Platzwunde in der Kopfhaut läuft dem neunzehn jährigen scharlachrotes Blut über das Gesicht. Jake wischt sich etwas davon ab und starrt seine ausgestreckten, von Blut triefenden Finger an. Die dünne Haut über den Knöcheln ist aufgeplatzt und er zittert. Trotz dem Alkohol, der den Jungen nur allzu betäubt hat, kann er einen Anflug von Schmerz verspüren, der sich durch seinen ganzen Körper frisst. Seine Fäuste haben bei dem Angreifer ihre Spuren hinterlassen und in seinem finsteren Ausdruck flammt etwas von der Wut, die seine Mutter nur kurz zuvor in Angst und Schrecken versetzt hat.
Als Jake Riley Rainn hat stehen lassen, ist er melancholisch durch die Straßen Dorchsters geirrt, bevor er nach Hause gegangen ist. Wenn seine Mutter betrunken ist, dann erzählt sie wirre Geschichten und lügt viel. Doch ist es der fremde Mann im Haus gewesen, den Jake angetroffen und ihn zornig gemacht hat. Auf seine Seite hat sie sich geschlagen, ihren Sohn wütend angeschrien, als die Situation eskaliert ist. Jake hat schwache Fäuste auf seinen Rücken trommeln spüren können, Hände die ihn von dem Mann weg ziehen wollte, als er über ihm gebeugt gekauert hat, die Hände zu Fäusten geballt, den roten Spalt vor seinen Augen alles andere überdeckend. Dann hat eine helle Frauenstimme geschrien, als er es war, der mit dem Rücken auf dem Boden lag, die Arme schützend vor das Gesicht gezogen.
Jake kann den dunklen Bluterguss auf seinem Unterarm spüren, muss den schwarzen Pullover nicht hochschieben um sich zu vergewissern, das er da ist.
Halb aus dem Haus geflohen, halb daraus geworfen, weiß er nicht wohin, irrt seither auf der Straße herum, bringt sich wohlmöglich in noch mehr Ärger, als es gesund für ihn ist. Nachts alleine durch einen Ort wie diesen streifen ist keine gute Idee. Jake weiß das. Doch der Junge ist gefangen in seinem eigenen Kopf, der keinen Platz dafür hat, um darüber nachzudenken. Rainn ist alles, was in seinem Kopf umher schwirrt. Sie hat seinen Kuss nicht erwidert, es hat dem jungen Mann das Herz gebrochen. Doch warum sollte sie auch? Er glaubt es zu verstehen, Jake würde sich selbst auch nicht wollen, wäre er an ihrer Stelle. Er ist kein Umgang für sie, reißt sie mit seiner selbstzerstörerischen Art nur mit in den Abgrund, aus dem sie ihn doch eigentlich zu retten scheint. Bei ihr fühlt es sich nicht so an, als würde das Leben für ihn nichts bereit halten, als hätte er keine Aussichten auf eine Zukunft, die er an einem Ort wie diesem gewiss nicht hat. Und je mehr der dunkelhaarige darüber nachdenkt, desto wütender wird er. Ein Gefühl, dass ihn wohl niemals ganz verlassen wird.
Jake wird schlecht, der Alkohol schlägt ihm auf den Magen und welch Anblick sich ihm bietet, dass macht es noch viel schlimmer. Rainn, das Mädchen mit den flammend roten Haaren, starkst vor ihm über die Straße. Sie sieht verloren aus und passt nicht ins Bild. Sie gehört nicht an einen Ort wie Dorchester es ist. Unruhig blickt sie sich um, zeigt ihm nur ein weiteres mal, dass er ihr nicht bieten kann, was sie verdient. Im Grunde verkörpert er all das, wovor sie Angst hat. Bei diesem Gedanken zieht sich seine Brust schmerzhaft zusammen.
Der Junge stolpert ihr entgegen, nicht darüber nachdenkend, wie er aussieht, wie es wirken muss.
"Rainn?" fragt er mit rauer Stimme, "was machst du hier?".


ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʟɪᴀʀs, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʙᴇᴀᴜᴛɪғᴜʟ ᴀɴᴅ ᴘʀɪᴠɪʟᴇɢᴇᴅ, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ᴄʀᴀᴄᴋᴇᴅ ᴀɴᴅ ʙʀᴏᴋᴇɴ. ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ʟᴏᴠᴇ ᴀɴᴅ ʀᴏᴍᴀɴᴄᴇ, ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ᴛʀᴀɢᴇᴅʏ.
ᴡʜɪᴄʜ ᴀʀᴇ ʟɪᴇs? ᴡʜɪᴄʜ ɪs ᴛʀᴜᴛʜ. ʏᴏᴜ ᴅᴇᴄɪᴅᴇ

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#86

RE: Boston High School Start

in Boston High School 22.11.2019 23:45
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


LUCIEN
-Leni, Monty


„Du kannst Montys Sachen sonst auch einfach bei mir abladen.“
Die lassen sich sicher gut verkaufen.
Ernst meint Lucien das Gesagte nicht – es fängt schon damit an, dass er keine Lust hat, einen seiner Freunde zuhause zu empfangen. Da hat ihn noch nie jemand aus seinem Freundes- oder Bekanntenkreis besucht.
Niemand außer Jake.
Zu sehen gibt es im Hause Clermont-Bordeaux ohnehin nicht viel.
Dreckiges Geschirr, das der Franzose nach Bemühen regelmäßig per Hand säubert und leere Flaschen aus braunem Glas. Links und rechts vom Sofa ein paar Spritzen und kleine, durchsichtige Tütchen. Zigarettenschachteln und verblichene Wände.
Das, was man im Fernsehen ebenso begutachten könnte.
Lenis Ansicht zu ihrem Spielerfolg laut ausgesprochen zu hören, war irgendwie ernüchternd. Dabei war es mit allen Sachen so: die einen stecken mit Herzblut dahinter, die anderen können darüber nur den Kopf schütteln. Lucien kann die Einstellung verstehen und doch ist er der Typ Junge, dessen Herz für den Sport schlägt.
Er mag es, seine überschüssige Energie auf dem Rasen loszuwerden und er mag es, wenn auf den Zuschauerrängen lauer und reger Jubel ausbricht. Das Footballspielen ist etwas, das ihm selbst Sinn gibt. Es ist auch etwas, das seine Zukunft gestalten könnte, denn das Team ist gut. Gute Teams werden häufig von College Scouts beobachtet, die Stipendien vergeben.
Ein Stipendium wäre seine einzige Chance, jemals auf ein College zu gehen, ohne ein Leben lang den Kredit für die horrend hohen Gebühren abbezahlen zu müssen.
Dass es selbst mit einer Förderung finanziell niemals klappen würde, ist ihm tief im Inneren schmerzlich bewusst.
Umso mehr konzentriert er sich darauf, die letzte Saison überragend zu beenden. Lucien befürchtet, dass es sonst keine Gelegenheit mehr gibt, etwas in diesem Umfang zu genießen.
Sie spielen die Saison ihres Lebens und der Franzose mag sogar davon zu träumen vermögen, sein letztes Schuljahr als State Champion abschließen zu können - zumindest aber als einer der Top5 im Ranking.
Lucien zumindest bedeutet das einiges.
Der Dunkelhaarige lässt Leni ohne einen Mucks bei sich einhaken und wirft ihr das typische Lucien-Lächeln zu: eines, das Grübchen in seinen Wangen und kleine Fältchen rings um seine dunklen Augen erscheinen lässt. Es ist ähnlich dem Leni-Lächeln, nur ohne den Effekt.
Lucien wirkt lediglich wie ein normaler Mensch. Einer, der nahbar ist.
„Ich finde auch, dass ich das besser als Monty kann“, argumentiert der Achtzehnjährige mit Leni um die Wette. Kindisch streckt er seinem Kumpel die Zunge raus, legt den Kopf schief.
„Am besten erzählst du allen, dass der Quarterback – das bin übrigens ich – eine richtige Granate ist und das Spiel mal wieder gerockt hat.“
Lucien löst seinen Arm aus Lenis, weil er ihr kaum eine Sekunde später die teure Sporttasche abnimmt und über seine eigene Schulter hängt. Er trägt schon seine eigene Tasche – eine, die er Monty einmal geklaut hat, weil sie bereits ein wenig in die Jahre gekommen ist – und da macht das Gepäck der Blondine auch kein nennenswertes Mehrgewicht mehr aus.
Den freien Arm legt er um Lenis Schultern, um sie in Richtung Ausgang zu schieben, sie kurz an sich zu drücken.
„Die erste Runde geht auf Montgomery.“


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#87

RE: Boston High School Start

in Boston High School 23.11.2019 00:34
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


ARTUR
- Eliott


Ob es ein Flirtversucht ist?
Artur Marquardt schüttelt den Kopf.
Dass es ein Flirtversuch ist, kann er wahrheitsgemäß abstreiten. „Nein. Ich versuche nicht mit dir zu flirten.“
Der Blonde lässt den Blick weiter durch den Eingangsbereich schweifen und versucht, sich die einzelnen Details einzuprägen, dann schaut er direkt in Eliotts Augen. „Ich flirte mit dir.“
Ein lockeres Schmunzeln umspielt die Lippen des Blauäugigen.
Er folgt dem Franzosen durch die Wohnung, er mustert de Räume interessiert. Wären die beiden in einem Film, hätte der vordere die Hand nach hinten gestreckt, um den Kleineren der Jungen dazu zu animieren, sie mit seinen knochigen Fingern zu umschließen.
Arturs Ohren folgen den Ausführungen des Lockenkopfes. Er lässt die Wörter durch seinen Kopf fließen, er hält die Bierflasche locker zwischen den Fingern und hat noch kein einziges Mal gewagt, diese an den rosigen, wunderschön geschwungenen Lippen anzusetzen.
Aufmerksam wandern seine Augen mit jeder von Eliotts Bewegungen mit. Gleichermaßen versucht er, den Jungen vor sich und auch dessen Reich zu würdigen. Artur gibt sein bestes und doch ertappt er sich dabei, dass sein Blick überwiegend auf Eliott verweilt.
„Lass mich hören, welche Musik zu magst“, fordert er den Franzosen auf.
Die blauen Augen bohren sich in grüne.
Vorhin, so empfindet der Deutsche, haben seine Augen noch in einem anderen Ton geleuchtet. Ob sie die Farbe gewechselt haben?
Arturs Finger streichen Eliotts Arm hinab, denn dieser streift ihn gar zufällig, verweilt für einen Moment um ihn.
Artur tritt den Rückzug an, um sich letztendlich auf die bequeme Couch fallen zu lassen. Er braucht keine Pizza, braucht keine Sie, denn das Zeichen, auf das er wartet, bekommt er auch so.
Es ist gar ein Wink mit dem Zaunpfahl.
Die Bierflasche stellt der Deutsche auf dem Tisch ab, noch immer hat er keinen Schluck getrunken, und er guckt mit schief gelegtem Kopf zu Eliott hinauf. Artur zieht die Beine an, seine rechte Schulter verweilt an der Sofalehne und die linke frei im Raum.
„Ich könnte dir einiges von mir erzählen.“
Er dreht die Schildkröte in seinen Händen von links nach rechts und zurück.
„Von dort, wo ich herkomme, und von den Menschen, die meine Eltern sind. Ich könnte dir auch meine Hobbys aufzählen – oder du könntest sie erraten. Was meinst du? Was ist dir lieber?“
Artur guckt ihn an, ganz so als wolle er eine Antwort, aber er lässt Eliott doch nicht zu Wort kommen.
„Und du würdest dich wahrscheinlich wirklich dafür interessieren. Das wäre erfrischend schön. Allerdings… möchte ich dir gar nichts erzählen.“
Während Eliott schon getrunken hat, ist Artur nüchtern – kein Tropfen im Blut, der seine Gedanken in eine andere Richtung lenken könnte.
„Mir wäre viel es lieber, du würdest mich hier und jetzt küssen, Eliott.“


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#88

RE: Boston High School Start

in Boston High School 23.11.2019 01:25
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


RAINN
- Jake


Hinter ihr Knirschen leise Schritte auf dem Asphalt, der schon bessere Zeiten gesehen hat. Das Herz der Achtzehnjährigen rast.
Dorchester ist nicht gleich Dorchester und doch empfindet Rainn, dass sie in einer Absteige gelandet ist. Vielleicht sogar der größten Absteige überhaupt.
Menschen sind ihr bisher keine entgegen gekommen und darüber ist sie froh. Man erkennt auf den ersten Blick, dass die Rothaarige hier nicht her gehört und dass sie, so abschätzig es klingt, aus viel besserem Hause ist, als es jeder andere hier sein muss.
Sie fühlt sich wie eine Antilope, die in den überbesiedelten Löwenkäfig geworfen wurde.
Die Schritte werden lauter und Rainn meint, gleich entführt zu werden. Vergewaltigt, ermordet – all die Dinge, die jungen Mädchen wie ihr an solchen Orten passieren könnten, schießen durch ihren Kopf. Alles Mögliche könnte sein, aber was passiert, damit hätte sie nicht gerechnet.
Eine raue Stimme murmelt ihren Namen, klingt gar ungläubig.
Anastassiya zuckt zusammen. Erst vor Schreck, dann vor Erleichterung.
Sie kennt die Stimme. Die Rothaarige kennt den, der hinter ihr aus der Dunkelheit tritt.
Jake würde sie überall erkennen. Es ist, als wäre sie auf ihn gepeilt.
Das Schluchzen, das sie bis gerade unterdrückt gehalten hat, entflieht ihren Lippen nun wieder geräuschvoll und sie macht es genau wie vorher. Rainn macht es, wie sie es immer tut.
Das Mädchen dreht sich zu ihm um, die Vision verschwommen und voll Tränen, angeleuchtet vom schwachen Licht der Straßenlaterne und des Mondes, der sich hinter Rauch und Wolken versteckt.
Sirenen heulen ganz in der Nähe auf, erschrecken die Rothaarige noch mehr.
Sie flüchtet regelrecht in Jakes Arme, ohne ihn überhaupt richtig angesehen zu haben.
Genau wie am Schulhof.
Allerdings mit dem Unterschied, dass sie ihn dieses Mal nicht mehr loslassen will.
Rainns Schultern beben, ihre Hände suchen nach seinen, die sie irgendwann auch findet. Sie fühlen sich seltsam rau an, so wie seine Stimme vor einigen Momenten geklungen hat, vor allem an den Knöcheln. Rotes Blut tropft von seiner Stirn herab auf sie, vermischt sich mit der einzigartigen Farbe ihrer Haare.
Rainn verschränkt ihre Finger mit seinen, sie fühlt die krustigen Stellen unter ihrer Haut und erst in dem Moment riecht sie den Alkohol, der unverkennbar in der Luft liegt.
Kein Bier, sondern Schnaps.
Etwas Hochprozentiges.
Rainn hebt den Blick.
Es war naiv von ihr zu denken, sie würde hierher kommen und alles wäre in Ordnung. Ein Kloß bildet sich in ihrem Hals, den sie versucht, hinunterzuschlucken.
Die Rothaarige erstarrt bei dem Anblick, der sich ihr bietet. Sie ist geschockt, was sich mit großen und runden Augen in ihrer Mimik abbildet, und am liebsten würde sie sich die Hände vors Gesicht schlagen.
Es ist das erste Mal, dass sie realisiert, dass der junge Mann ihr gegenüber Probleme hat.
Probleme, die sich nicht mit ihren eigenen vergleichen lassen.
Als sie endlich spricht, ist ihre Stimme kratzig: „Was hast du gemacht?“


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#89

RE: Boston High School Start

in Boston High School 23.11.2019 01:35
von yulssi • Junior Member | 178 Beiträge | 8900 Punkte












Artur Marquardt > Eliotts

Alles klar. Artur versuchte nicht mit ihm zu flirten, er flirtete anscheinend ganz offensichtlich mit ihm, gab es für ein augenblickliches Schmunzeln des Hausherren zu, ohne auch nur mit einer seiner vielen Wimpern zu zucken, die Eliott einzeln hätte zählen können, wenn er denn gewollt hätte. Fast entglitt ihm ein fuck, bist du schön ,ließ den Neunzehnjährigen somit assi, wie aus einer typischen Teenie-Serie erscheinen, bevor er sich fassen, den stetigen Blickkontakt ebenfalls aufs minimum reduzieren konnte.
,,Ich hör' alles, kann alles hören. Bin bereit, alles zu hören, wenn es das wert ist." ,kam es aus dem zu einem eher schief gestellten Lächeln des Mundes aus dem Größeren heraus, Arturs Finger teilweise an seinem Arm. Immer wieder, womöglich zufällig, oder nicht. Sie machten ihn irre, er musste sich beruhigen, zusammenreißen, um Fukushima nicht in seinem Kopf passieren zu lassen. Die eigenen Haare stellten sich ihm auf, ließen es aussehen, als ob ein Schauer die Wohnung durchzogen hatte. Erwiderte diese unbewusst sachten Gesten, bis Artur sich dazu entschied auf Abstand zu gehen, die Couch in Angriff zu nehmen, fing zu reden an, lenkte erneut die Aufmerksamkeit auf sich und seine Person, der Franzose derweil an einer Kiste voll Schallplatten. Suchte sich die aus, die zu seiner momentanen Stimmung passte. Die, die die Nachricht am besten überliefern konnte ohne, dass man sie kennen musste. Auf dem Cover in weißen Buchstaben Cigarettes after Sex geschrieben, der Sänger sanfte Worte auf erklingende Basstöne gehaucht.
,,Auch, wenn du mir gar nichts erzählen würdest, würde ich annehmen, dass du, Artur Marquardt mir auch so Sachen über dich verrätst, die mir lieber sind, als es selber tun zu müssen."
Kaum mit dem Reden abgeschlossen, ein finaler Satz, der die Welt zu stehen, danach zum schwanken, wackeln, beben brachte. Der einen Vulkan die Welt in tausende Stücke reißen ließ.
Das war eine Sache, die der Dunkelhaarige sich nicht noch ein zweites Mal zu Ohren kommen lassen würde, die er nicht missverstehen konnte. "Mir wäre viel es lieber, du würdest mich hier und jetzt küssen, Eliott." ,war der Grund, weshalb Eliott den Deutschen erst in seine Wohnung geholt, ihn sich vom Aussehen her ausgesucht hatte. Ihn attraktiv bevor interessant gefunden hatte, doch nun noch überraschter, fast schon perplex im Inneren dreinschaute, draußen die Ruhe in Person darstellte. Sein Mund verzog sich, Eliott musste kein weiteres Wort mit dem nur ein kleines Bisschen Jüngeren wechseln, musste ihm nicht noch ein weiteres Mal in die strahlend blauen Augen blicken, um zu wissen, was die Antwort sein würde. Es gab nur eine richtige.
Ohne großartig mit Überlegungen anzufangen, bewegte Eliott sich in Arturs Intimsphäre, machte keinen Halt oder fragte zweimal nach. Ob ja oder nein, sein Kopf schrie halt, der Bauch schmerzte nach Falschheit, doch der Franzose wollte von sich aus, breitete sich kurzerhand mit abgestellter, fast leerer Flasche auf dem ledernen Sofa aus, um seinen Gegenüber halb auf sich, in den Platz zu ziehen, in welchem keiner etwas zu suchen besaß, wenn die Erlaubnis nicht bestand. Wenn man sich nicht klar war, was man eigentlich wollte. Doch er wollte. Er wollte dies gerade mehr, als alles andere. Als alles, was eigentlich wichtig war, selbst, wenn es vielleicht sein Aus bedeutete, den Anderen im Nachhinein abschreckte. Ein Kuss. Zwei Küsse. Lippen verkehrend, zusammen. ,,Du schmeckst nach Zucker." ,hauchte er dazwischen, die weichen Lippen wie ein lebensgefährlicher Crash aufeinander, die Rechte in den blonden Haaren vergraben, nach Halt suchend, die Linke um den Körper des Anderen geschlungen, Falten ins Shirt gegriffen, zerknüddelt, nach oben und verschoben. Der Kopf endgültig vernebelt. Keine Bremsen, um ein Ende zu setzen.


𝙻𝚎𝚝'𝚜 𝚛𝚞𝚗 𝚊𝚠𝚊𝚢 𝚝𝚘𝚗𝚒𝚐𝚑𝚝

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zuletzt bearbeitet 23.11.2019 01:51 | nach oben springen

#90

RE: Boston High School Start

in Boston High School 23.11.2019 01:54
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


DANIEL
- Nour


Irland ist wahrlich grün.
Mit einem schwachen Nicken stimmt der Siebzehnjährige Nour zu. „Mhm“, murmelt er, die Lippen zu einem Lächeln verzogen. Irgendwie wirkt es echt, irgendwie aber auch gequält.
Daniel kann sich selbst nicht entscheiden, was er fühlen soll und wie er zu seinem Heimatland steht.
„Es ist schön dort“, sagt er. Ihm selbst fällt erst gar nicht auf, dass die Wörter plötzlich fließend über seine Lippen kommen. „Schöner als hier.“ Der Knoten platzt, wenn Danny über Dinge reden kann, die er mag: Bücher, Filme, Fische, seine Heimat.
Doolin macht ihn glücklich und wenn er an Irland denkt, denkt er automatisch an den kleinen Fischerort, der von vielen auf der Karte übersehen wird. Sie haben in einem kleinen Haus gewohnt, vom ersten Stock aus konnte man die Wellen in den Hafen rollen sehen.
Nachts hat man das Meer gehört, bei offenem Fenster sogar geschmeckt.
Der perfekte Ort, um eine schöne und unbeschwerte Kindheit zu haben.
Und dennoch möchte er um nichts in der Welt zurück in sein altes Leben. Versucht er doch so krampfhaft, es hinter sich zu lassen.
Deswegen zuckt er mit den Schultern. Ganz so sicher und überzeugt wie die vorherigen Worte sind seine nächsten nicht. „Nein… i-ich vermisse es nicht. Ich meine, wir wohnen jetzt hier.“
Hier, das ist Boston, Bay Village. Dannys Famiie väterlicherseits stammt von hier ab. Er kennt die Stadt, weil er früher gelegentlich hier war – auf Familientreffen.
Solche der Sorte, bei denen die ganze Sippe einmalig zusammentrifft, nur um in dieser Konstellation kein zweites Mal zu existieren.
Seitdem hat sich viel verändert – manche zum Positiven, andere ins Negative.
Daniel beißt sich auf die Zunge und überlegt, ob er Nour eine Gegenfrage stellen soll. Angebracht wäre es, aber traut er sich das auch?
Daniel folgt seinem Begleiter durch die Menge und überredet sich dann doch noch selbst dazu, etwas zu sagen. Noch besteht auch die Möglichkeit, seine Worte würden einfach untergehen. „Warst du-warst du schon mal in Afghanistan?“
Sein Herz schlägt ihm bis zum Hals, es springt gleich heraus – als würde es darauf warten, dass etwas Schreckliches passiert. Dabei geht alles gut, der Weg zur Hütte ist ein Leichtes.
Die Auswahl seiner favorisierten Variation ist dagegen schon ein härterer Brocken. „Weiße Schokolade und Erdbeeren?“, sagt er, lässt es eher wie eine Frage klingen. So, als ob er doch nicht selbst entscheiden möchte, ob er die Kombination probieren will oder nicht.
Seine rehbrauen Augen wandern nochmals zur Tafel, etwas anderes kommt ihm dennoch nicht in den Sinn. Früchte und die überzuckerte Schokolade. Es klingt wirklich verlockend.


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#91

RE: Boston High School Start

in Boston High School 25.11.2019 17:20
von Zonya • Junior Member | 489 Beiträge | 35850 Punkte




- mit Ivie, kann nicht aufhören Carly mit seinem Blick zu durchbohren



Alles dreht sich. Silas weiß nicht, wo oben und unten ist, kann nur spüren, dass Ivies Hände da sind und ihn halbwegs in der Wirklichkeit verankern. Er versucht sich auf die Wärme ihres Körpers zu konzentrieren, ihren gleichmäßigen Atem und ihre Berührung. Doch dann ist sie weg. Er versucht an etwas zu denken, doch da ist nichts als Nebel. Dichter, grauer Nebel und ein Gedanke, der in kurzen Momenten der Klarheit immer und immer wieder zu ihm durchdringt. Carly ist hier. Hier in Boston, auf seiner Schule. Gerade jetzt, wo er es geschafft hat Fuß zu fassen, sich zu bessern, genau jetzt muss sie erscheinen und ihn wieder zurück in die tiefen Abgründe reißen, aus denen er gekrochen ist. Carly verkörpert all das, was Silas vergessen möchte. Sich eingeredet hat, bereits vergessen zu haben. Doch bei ihrem Anblick weiß er genau, diese Erinnerungen werden ihn ein Leben lang begleiten.
Der Junge aus Chicago reißt seinen Blick von der Blondine, starrt Ivie ungläubig und völlig aus der Bahn geworfen in das Gesicht. Egal wie viel Alkohol er in sich kippen würde, Ivies Gesichtsausdruck in diesem Augenblick wird er niemals vergessen. Sie guckt so ungläubig und verletzt. Als hätte er ihre Welt zerstört.
Silas sagt nichts, die Stille zwischen ihnen ist zum schneiden dick. Ihre Worte, die kaum mehr als ein Hauchen sind, prallen völlig an ihm ab uns seine Augen schweifen zwischen ihr und Carly hin und her, völlig abgelenkt. Dann verdunkelt sich seine Miene nur noch mehr. Silas blickt finsterer drein, als die Nacht es tut. Kein Mond in sicht, der Licht spendet. Er hätte niemals zulassen dürfen, dass es so weit kommt. Alles holt ihn mit einem Schlag ein, mitten ins Gesicht, härter als jede Faust ihn hätte treffen können. Dem braunhaarigen wird schlecht. Als er spricht, hat er den Blick an Ivie vorbei gerichtet, sieht sie nicht an. Es muss wirken, als wäre sie ihm egal, auch wenn sie alles ist, was er noch hat und mehr als er je verdienen wird. Seine Stimme gleicht den kalten Zügen auf seinem Gesicht, "Ich.. Ich muss weg" sagt er und stolpert einen Schritt zurück. Nichts an der Art und Weise wie er redet und sich bewegt passt zusammen. Silas Augen wandern zurück zu dem Mädchen ihm gegenüber, bohren sich förmlich in sie. Er sagt nichts weiteres, entschuldigt sich nicht, sagt ihr nicht das selbe, sagt ihr nicht, dass er sie liebt, auch wenn es so ist. Silas sieht sie nur an, bevor er sich umdreht und losgeht, nach ein paar Metern in solch ein schnelles Tempo verfällt, dass er bereits läuft. Silas kann nicht davon laufen, er kann nicht ändern wer er ist, oder was er getan hat. Am Ende ist und bleib er der selbe Mensch. Einer, den man nicht kennen will.


ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʟɪᴀʀs, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʙᴇᴀᴜᴛɪғᴜʟ ᴀɴᴅ ᴘʀɪᴠɪʟᴇɢᴇᴅ, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ᴄʀᴀᴄᴋᴇᴅ ᴀɴᴅ ʙʀᴏᴋᴇɴ. ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ʟᴏᴠᴇ ᴀɴᴅ ʀᴏᴍᴀɴᴄᴇ, ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ᴛʀᴀɢᴇᴅʏ.
ᴡʜɪᴄʜ ᴀʀᴇ ʟɪᴇs? ᴡʜɪᴄʜ ɪs ᴛʀᴜᴛʜ. ʏᴏᴜ ᴅᴇᴄɪᴅᴇ

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#92

RE: Boston High School Start

in Boston High School 26.11.2019 10:07
von Mivaka • Member | 1.116 Beiträge | 79550 Punkte



Lucien, Leni


Seiner Bitte will die Blondine nicht nachkommen. Hat sich der Braunhaarige schon fast gedacht. Dafür ist Leni Mickelson dann doch zu viel Prinzessin, als das sie sich die Mühe macht, die Kleidung der Kerle, die sie bei sich hat, zu sortieren. Alleine daran merkt man schon, dass bei der Blonden durchaus wechselnder Männerbesuch ist. So winkt diesmal Hardin ab. "So wichtig ist es mir nicht, dass ich zwischen den ganzen anderen Sachen meine heraussuche." Ob er damit vielleicht eine Andeutung auf ihren wechselnden Männerbesuch macht? Zwar nicht unbedingt vollständig eindeutig, aber ja er spielt darauf an. Hat sich für diese Worte nur kurz zu ihr umgedreht, ehe er sich viel eher wieder dem Ausgang widmet. Lässt die braunen Augen dann jedoch beim Erklingen von Lucien's Stimme herumwandern. Dann ein leises Auflachen, ehe er leicht den Kopf schüttelt, es jedoch weiter einfach umkommentiert lässt. Monty hat keine Probleme damit seine Sachen mit Lucien zu teilen. Vielleicht weil ihm bewusst ist, dass es seinem Kumpel nur helfen kann. Auch wenn er den Gedanken nicht ausspricht. Vielleicht um es sich selbst nicht immer in Erinnerung zu rufen. Denn eigentlich kann der Braunhaarige nichts mit den Leuten aus der Unterschicht anfangen. Hat inzwischen dennoch viele Freunde aus solchen Verhältnissen und denkt vielleicht auch etwas anders darum.
Die Worte von Leni, lassen ihn lediglich, beinahe etwas abschätzig, eine Augenbraue heben. Mit solchen Äusserungen ist sie bei den Beiden am falschen Ort. Denn beide brennen für den Sport. Für Monty ist es das Einzige in der Schule was wirklich zählt, für Lucien ist es noch so viel mehr. Dennoch geht die nicht vorhandene Wertschätzung der Blondine ihm nicht an die Substanz. Entschuldigt das Verhalten lediglich damit, dass sie es einfach nicht besser weiß und keine Ahnung von dem Ganzen hat.
Den Worten von Leni schenkt er keine Aufmerksamkeit mehr. Wirft viel eher einen Blick auf sein iPhone, ehe er es wieder in die Hosentasche gleiten lässt und seinen Freunden folgt. Die neckenden Worte Lucien's, lassen ihn leicht lachen. Grätscht dem Braunhaarigen einmal in den Schritt ein, sodass dieser einen kleinen Stolperschritt machen muss. Sagt dazu jedoch nichts weiter, Monty will auf den Jahrmarkt. Will etwas trinken und endlich den Abend einläuten auf den er sich schon die ganze Zeit freut. Auch wenn es diesmal ohne Jake stattfinden muss. Es gibt noch genug andere Freunde mit denen sie den Sieg feiern können. Hardin beobachtet seinen Kumpel dabei, wie er eine zweite Sporttasche schultert, inzwischen wieder ganz normal mit Leni umgeht und anschließend verkündet, dass die erste Runde auf ihn geht. Damit hat der Braunhaarige kein Problem.
"Die nächsten Runden gehen auf die unwissende Leni."


you gave it all away
didn't even let me in
you gave the worst goodbye
and people ask me how I've been

so let me tell them
friday nights got me feeling lonely
saturdays when the bottles empty
why'd you have to leave me

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#93

RE: Boston High School Start

in Boston High School 26.11.2019 17:28
von Kati • Member | 764 Beiträge | 54350 Punkte






Monty - Lucien




Klar, zu Monty der 3 Straßen weiter wohnte würde sie nicht fahren, aber zu Lucien der definitiv weiter wegwohnte. Logik war da. Leni schüttelte nur grinsend den Kopf. Bei dem Braunhaarigen war es allerdings anders als bei Monty, ihm würde sie sogar seine Sachen, in dem Fall eben nur ein Hoodie mit in die Schule nehmen. Das war nicht, weil sie den Quaterback irgendwie bevorzugte, nur hatte der eine wesentlich weitere Fahrt als sein Freund.
Bei den Worten von Montgomery musste die Amerikanerin dann doch lachen. Er tat ja wirklich so als ob 1.000 Sachen von 1.000 verschiedenen Typen bei ihr lagen. Auch wenn Leni nicht nur mit dem reichen jungen Mann schlief, war es nicht so, dass jede Nacht wer anderer neben ihr lag. In letzter Zeit hatte sie geschätzt mit vielleicht 3-4 unterschiedlichen Kerlen was und 2 davon waren keine 10 Meter von der Blondine entfernt. „Autsch“, meinte sie dann gespielt entsetzt, bevor ein weiteres Lachen ihren Mund verließ. „Eifersüchtig Monty?“, fügte die Cheerleaderin dann scherzend hinzu und das Lachen wurde zu einem Schmunzeln.
Sie wollte weder Lucien noch Hardin ihren Sieg irgendwie kaputt machen. Aber es war einfach die Wahrheit, für die Spieler selbst war der Sieg natürlich großartig, auch die Sportfans waren außer sich, aber für jeden anderen war es komplett egal. Für die Blonde änderte es nichts ob die Jungs gewannen oder verloren. Außer, dass sie ihre niedergeschlagenen Gesichtsausdrücke sehen musste, was nicht gerade schön war. Ihr Herz schlug einfach nicht für diesen Ballsport, auch nicht für boxen oder schwimmen. Zwar ging die Schülerin immer brav auch zu Lukes und Nevios Wettkämpfen, aber das war auch nicht viel besser. Sie war ein Fan des Reitsports und auch Eiskunstlauf hatte es ihr angetan. Bis vor wenigen Jahren war Leni selbst eine erfolgreiche Springreiterin gewesen, aber der Umstieg von Pony auf Pferd war nie passiert. Denn mit 16 hatte sie begonnen wirklich zu arbeiten und das Leben war stressig geworden, da blieb einfach keine Zeit nach der Schule stundenlang zu trainieren. Außerdem war die Ponyzeit sowieso die beste Zeit gewesen und nicht zu toppen.
Die Amerikanerin liebte Luciens Lächeln. Es war wirklich schön. Und erst vor kurzem hatte sie gelernt, dass Leute die man vorher unglaublich hübsch gefunden hatte, von einem Moment auf den Anderen überhaupt nicht mehr anziehend wirken konnten. Manchmal sollten Menschen einfach den Mund halten und nichts sagen. Bei den beiden Footballern hatte die junge Frau dieses Problem zumindest nicht.
Grinsend nickte sie. Alle gegen Monty. „Granate am Feld oder woanders?“, fragte Leni lachend nach. Ja sie alberte gerne mit dem Braunhaarigen herum. Eigentlich hatte sie Football an sich gemeint, aber das würde heute nichts mehr werden und innerlich notierte sich die Blondine später zu googlen. „Danke“, meinte die 18-jährige dann lächelnd, als der Quaterback ihr die Tasche abnahm. Grundsätzlich konnte sie ihre Sachen schon selber tragen, aber trotzdem war es einfach lieb von Lucien. Bereitwillig ließ sie sich kurz an ihn drücken, bevor sie zum Ausgang gingen. „Magst du mich auch noch tragen?“, fragte die Deutsche dann scherzend.
„Ich bin dafür, Unwissenheit muss schließlich bestraft werden“, antwortete die Cheerleaderin amüsiert.


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#94

RE: Boston High School Start

in Boston High School 26.11.2019 20:09
von KimEule • Junior Member | 388 Beiträge | 21300 Punkte


Daniel | Jahrmarkt | Crêpes, Vorurteile und Klischees

Das Lächeln, welches sich in seinem Gesucht bildete sah ein wenig verkorkst aus. Nicht gezwungen, aber irgendwie verkorkst halt. Auch das Stottern von vorhin war weg. Irland war anscheinend ein Thema worüber er reden konnte und mochte. Glaubte ich. Meine Heimat würde ich wohl nicht als schöner wie hier betiteln. Vielleicht, wenn der Amerikaner dort nicht alles zerstört hätte. Aber wirklich schön war es dort lange nicht gewesen. Und war es auch jetzt im Grunde nicht. Dort existierte ja kaum noch etwas.
Das Stottern war schnell wieder zurück. Er vermisste es nicht, weil sie jetzt hier wohnten. Das war eine komische Antwort, fand ich. Sehr nüchtern.
„Nein, nicht das ich wüsste“, antwortete ich ihm und wusste nicht, dass das eigentlich überhaupt nicht stimmte. Nur bewusst war ich noch nicht dort gewesen. „Meine Eltern haben Angst, dass wir nicht wieder zurück dürfen, wenn wir hinfliegen würden. Nach Anschlägen ist es so schon schwierig genug. Dann heißt es: Muslim gleich Terrorist; wir würden unsere Frauen einsperren und misshalndeln, weil wir ja Paschtunen sind und die das nun mal so machen. Dabei ist das völliger Quatsch.“
Naja, so völlig nun auch wieder nicht, aber das musste ich ja jetzt nicht zugeben. Die Vorurteile nervten irgendwann einfach.
„Gibt es für Irländer eigentlich auch so Vorurteile oder Klischees, die aber gar nicht stimmen?“, fragte ich ihn und sah ihn neugierig an. Das würde mich wirklich interessieren. Wenn man ihn so ansah und er nicht anfing zu sprechen, würde man kaum erkennen, dass die USA nicht seine Heimat waren.
Sein Vorschlag würde das heiße Gebäck klingt besser als meine. Also wandte ich kurz meinen Blick von ihm ab und bestellte zwei mal Crêpe mit weißer Schokolade und Erdbeeren. Klang in jedem Fall mal interessant.
Kurze Zeit später hatte ich bezahlt und wir hielten beide die Pappunterlage mit der Wertvollen Fracht darauf in den Händen. Das roch schon ziemlich verlockend.


Song: Neffex – Grateful
Fc: Enrie Scielzo


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#95

RE: Boston High School Start

in Boston High School 26.11.2019 21:48
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


LUCIEN
-Leni, Monty


Alle gegen Monty.
Lucien lacht weiter, auch als ihm der Genannte aus einem fiesen Hinterhalt heraus zwischen die Schuhe grätscht und der Franzose, dessen Grob- und Feinmotorik ohnehin manchmal zur Besserung gelobt werden könne, wie ein Idiot seine Füße sortieren muss. Rechts, Trippelschritt, links. Das Ganze ist gar nicht so einfach.
Besser als in diesem Moment könnte er trotzdem nicht drauf sein.
Das Gefühl sollte er sich für die schlechteren Zeiten merken – könnte er nur ahnen, dass er die Erinnerung brauchen würde. Woher soll de Clermont aber auch wissen, dass kein Schicksal es jemals gut mit ihm meint?
Lucien legt sich Daumen und Zeigefinger ans Kinn, als würde er überlegen, und versucht sich dazu passend an einem grübelnden Gesichtsausdruck. „Hmm“, macht er dann langsam, lässt sich die sich ergebende Gelegenheit, Monty von der Seite anzurempeln, nicht nehmen.
Die Jungs könnte man glatt mit kleinen Kindern verwechseln.
„Lass dabei am besten Spielraum für Interpretationen“, instruiert er Leni – Lucien spielt zu seinen Worten passend mit den Augenbrauen, bis er sich schließlich selbst nicht mehr für voll nehmen kann. Als Granate bezeichnet zu werden wäre das Letzte, was der Dunkelhaarige will.
Das wäre glatter Sexismus – und sowas von Zwanzigstes Jahrhundert. Ihm ist es unangenehm, angesehen zu werden, als wolle man ihn am liebsten sofort ausziehen und vernaschen. Den Annäherungen geht er kontinuierlich aus dem Weg.
Dabei ist er weniger prüde, als vielmehr gefühlvoll.
Der kleine Junge, der zu schnell in der Erwachsenenwelt ankommen musste.
Er sollte heute dringend aufhören, über sich selbst nachzudenken – in den Momenten wirkt er ganz abwesend.
Dabei wollte er doch mit seinen beiden besten Freunden feiern, dass er heute nicht den Hass des Teams, gar der kompletten Schule, auf sich gezogen hat.
Er stößt die Tür ins Freie auf und lässt die Abendluft seinen Körper umschmeicheln. Lenis kaum ernsthafte Bitte, er solle sie doch tragen, quittiert er mit einem Lachen. „Ich würde dich auf Händen tragen, Leni Mickelson – aber bitte erst, wenn sich meine alten Knochen wieder erholt haben.“
Lucien hebt sie trotzdem die wenigen Stufen hinab an der Hüfte hoch, setzt sie dann wieder auf den eigenen Füßen ab.

Wenige Minuten später findet das Trio sich auf dem Jahrmarkt wieder – Lucien folgt Monty und Leni, die beide vor ihm gehen, und reißt den Blick immer nur momentweise von deren Rückenpartie weg, um die Augen in der Gegend umherschweifen zu lassen. Dem Footballer gefällt das Szenario, das das Veranstaltungskomitee auf die Beine gestellt hat, und ihm gefällt auch die Auswahl an Buden, die ign umgibt.
Der Boston High steht das Ambiente gut – ob es sich durchsetzen lässt, das immer so beizubehalten?
Vermutlich wäre es dann nichts Besonderes mehr.
Bekannte Gesichter findet er in der Menge viele. Genug von denen, auf die er gerade keine Lust hat.
Silas Burrows hastet mit angespanter Miene an ihm vorbei, Lucien guckt ihm für wenige Sekunden nach. Man sieht ihn selten ohne Ivie und eigentlich nie mit einem solch finsteren Ausdruck auf dem Gesicht. Finster ja, aber nicht als wolle er die Tore zur Hölle höchstpersönlich aufschieben.
Der Franzose denkt sich aber nichts weiter dabei. Er kennt Silas und er respektiert ihn.
Die beiden kommen sich schlichtweg nicht in die Quere.
Sie interessieren sich nicht für die Probleme des jeweils anderen.
Keine Sekunde später ist er im Getümmel verschwunden und Lucien konzentriert sich wieder auf Lucien und Leni. Heute Abend würde er trinken, was auch immer es gibt.
Bei einem der beiden würde er am nächsten Morgen dann mit einem Kater aufwachen – er hofft wirklich, dass es sich dabei nicht um Leni handelt, die er dann in seinen Armen hält.
Ein zweites Mal könnte er das nicht.


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#96

RE: Boston High School Start

in Boston High School 26.11.2019 22:53
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte

Artur
- Eliott


Alles was Eliott Davenport noch so sagt und murmelt, geht an dem Blonden vorbei.
Es rauscht in seinen Ohren, in seinem Kopf, in seiner Vision.
Artur behält den Gesichtsausdruck des Franzosen nur kurz vor Augen, denn er schließt die seinen, sobald er die erste Berührung des anderen auf seiner Haut spürt. Die Sitzfläche des Sofas senkt sich ganz gering ab, als Eliott darauf zum Sitzen kommt. Artur bewegt sich intuitiv mit in diese Richtung.
Der Blonde schiebt sich vorwärts, trifft irgendwann auf Eliott und verweilt für einen Moment so, wie der Dunkelhaarige ihn positioniert.
Artur hat seine Worte aus dem Moment heraus gewählt: er hat geahnt, dass Eliott auf ihn eingeht, aber gewusst hat er es nicht. Das konnte er gar nicht wissen.
Nicht bei jemanden, den er noch nicht lange kennt. Nicht bei dem Risiko, das immer besteht.
Artur schürzt die Lippen, er bewegt sie synchron zu Eliotts. Für viele süße und kurze Küsse, nach denen sich die Lippen immer kurz trennen, und auch für solche, die seine Lippen rosig und geschwollen hinterlassen sollen.
Das ist wie ein Adrenalinrausch.
Wie einer, der nicht sein soll.
Artur schmeckt nach Zucker, nach etwas süßem, und das passt zu ihm.
Eliott empfindet er in erster Linie als nach Bier schmeckend natürlich, weil der doch dieses soeben getrunken hat, und als zweites kommt dem Deutschen dann in den Sinn, dass der Junge nach Sünde schmeckt.
Nach Dingen, die er nicht begehren sollte.
Artur denkt die Worte klar und deutlich, aber er spricht sie doch nicht aus. Eliott würde ihn nur nicht verstehen, ihn viel eher missverstehen.
„Sshsh, Eliott“, murmelt er deswegen nur, bringt ihn mit den eigenen Lippen zum Verstummen.
Eliotts Hand wandert durch Arturs Haar, über und unter sein Oberteil. Sie erkundet und sie bringt Artur dazu, mit seiner Position nicht mehr allzu zufrieden zu sein.
Lieber will er sich mit seinen Ellbogen links und rechts von Eliotts Kopf abstützen, ihm mit dem Gesicht ganz nahe sein, und das gegenseitige Erkunden noch einige Zeit spielerisch weiterlaufen lassen.
Artur blinzelt mehrere Male, er öffnet die Augen, während Eliotts Hand halb am Saum seines T-Shirts, halb auf seiner entblößten Haut liegt. Er will den Blick des anderen einfangen, will in die trüb-wild gefärbten Augen schauen. „Wär‘ dir eine sie lieber?“, fragt der Deutsche offensiv, die Stimme rau und die Augen wie Kristalle aufblitzend. Er küsst Eliotts Mundwinkel.
„Mir nämlich nicht.“
Ganz unschuldig spielen Arturs Finger am Bund von Eliotts Jeans. Die Hände lässt er wie sie sind, lediglich die Lippen wandern stetig weiter runter zum Schlüsselbein. Der Blonde verweilt nirgends zu lange, er berührt Eliotts Haut immer nur kurz auf der Suche nach den Stellen, an denen der Lockenkopf am sensibelsten reagiert.


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zuletzt bearbeitet 26.11.2019 22:54 | nach oben springen

#97

RE: Boston High School Start

in Boston High School 26.11.2019 23:22
von Mivaka • Member | 1.116 Beiträge | 79550 Punkte



Lucien, Leni


Leni Mickelson wird von seinen Worten schon nicht verletzt sein. Davon geht der Unternehmersohn einfach aus.
Vielleicht sollte er sich, gerade bei Freunden – oder was auch immer sie für ihn ist, mehr darauf achten was er sagt oder wie er etwas rüber bringt. Nur ist Hardin Montgomery nicht so taktvoll. Er denkt nicht unbedingt darüber nach was für eine Auswirkung seine Worte haben können. Macht sich damit nicht unbedingt viele Freunde. Die Seinen sollten aber wissen, dass Monty es nicht extra macht. Auch wenn er nicht unbedingt der sympathischte Mensch auf Erden ist, so verhält er sich seinen Freunden gegenüber nicht immer wie das größte Arschloch. Man muss Monty so nehmen wie er ist. Fast immer auf Konflikte aus, ungehaltenes und ungehobeltes Verhalten und vor allem der Egoismus der sich in beinahe jeder Lebenslage zeigt. So könnte auch der Braunschopf die Tasche von Leni tragen. Nur ist ihm das dann doch zu viel des Guten. Hardin ist nicht zuvorkommend, er ist auch nicht wirklich hilfsbereit. Zwar lässt er seine Freunde nicht im Regen stehen, aber muss auch nicht unbedingt von sich aus seine Hilfe immer und überall anbieten.
"Eifersüchtig auf wen? Ich weiß doch, dass du wieder zu mir zurück kommst." sein freches, beinahe schon neckendes Grinsen ziert für einen Moment sein Gesicht. Und selbst wenn die Sache mit Leni schnell wieder vorbei ist, so wird es den Braunhaarigen nicht umbringen. Es gibt noch andere Damen die offen für eine Affäre sind. Sicherlich...er teilt nicht gerne. Und hat er einmal seinen Besitzanspruch auf jemanden erhoben, dann erst recht nicht. Doch so ernst ist es mit Leni dann doch noch nicht.
Die kurze Konversation zwischen den Beiden quittiert er lediglich mit dem Heben einer Augenbraue, dann ein amüsiertes Schmunzeln in Verbindung mit dem Kopfschütteln. Monty will auf den Jahrmarkt, will das wahrscheinlich genauso sehr wie sein Kumpel. Sie haben das Spiel gewonnen und genau das muss jetzt gefeiert werden. So verlassen sie endlich den Gang zu den Umkleiden, treten in die frische Luft heraus und für einen kurzen Moment lässt Hardin einfach nur die Luft in seine Lungen. Jetzt kann der Abend beginnen und er ist gespannt darauf, was dieser ihnen noch bringen wird.

Neben Leni Mickelson schiebt er sich durch die anderen Schüler, die sich auf dem Jahrmarkt tummeln. Hält Ausschau nach einem Stand wo sich die Drei etwas zu Trinken holen können oder hält Ausschau nach bekannten Gesichtern, die sich vielleicht mit zu ihrer Runde gesellen. Silas hetzt an ihnen vorbei, Monty hält ihn nicht auf, sieht ihm nicht einmal wirklich nach. "Noch andere gesehen die vielleicht Interesse daran haben uns Spielern eine Runde auszugeben?" die Worte sind an Leni gerichtet. Schließlich hat er bisher noch niemand anderen getroffen, bei der Blonden kann das anders aussehen. Monty weiß nicht ob sie schon mit irgendwem anderes unterwegs gewesen ist. Wird das jedoch vielleicht gleich herausfinden.
"Meine Eltern sind mal wieder nicht zuhause..." bei den Worten hat er sich zu Lucien umgedreht. Braucht gar nicht mehr dazu sagen. Lucien ist herzlichst dazu eingeladen, dass er nach dem Jahrmarkt bei dem Braunhaarigen schläft. Auch wenn seine Eltern da wären, würde es kein Problem darstellen. So haben die Jungs lediglich noch mehr Freiheiten.


you gave it all away
didn't even let me in
you gave the worst goodbye
and people ask me how I've been

so let me tell them
friday nights got me feeling lonely
saturdays when the bottles empty
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#98

RE: Boston High School Start

in Boston High School 27.11.2019 00:58
von Kati • Member | 764 Beiträge | 54350 Punkte






Monty - Lucien




Bei Leni hatte der Braunhaarige Glück, selbst wenn er sie für eine Schlampe halten würde, wäre es ihr ehrlich gesagt ziemlich egal. Sie mochte Hardin, aber nicht so als dass er sie wirklich verletzen könnte. Zumal jeder wusste, der den Footballer eine Zeitlang kannte, dass er es meist gar nicht so meinte. Die Blondine dachte immer, wenn wieder etwas Dummes aus seinem oder Lukes Mund kam, Monty hat zu oft den Ball gegen den Kopf bekommen und Luke hat zu viel Wasser geschluckt. Wie könnte sie den Beiden also böse sein? Okay, es war nicht selten, dass irgendwer sich bei ihr über einen der Beiden ausheulen oder lästern wollte. Noch nie hatte sie verstanden, warum sie dann ausgerechnet zu ihr kamen, anscheinend hatte die Blonde eine Aura die zu Redseligkeit führte.
Auf wen? Hmm auch wenn sie Monty gerne provozierte und es ihr auf der Zunge brannte einen seiner besten Freunde zu nennen, schwieg sie. Es lag nicht in ihrem Interesse die Beiden gegeneinander auszuspielen oder gar einen Keil zwischen sie zu treiben. Normalerweise schlief die Amerikanerin auch nicht mit 2 guten Freunden einfach aus diesem Grund und es war auch nie geplant gewesen jemals mit Lucien das Bett zu teilen, aber naja wie das eben manchmal so war passierte etwas womit keiner rechnete. Trotzdem gefiel Leni der andere Satz eher weniger. Es hörte sich so an, als würde sie nicht von Hardin wegkommen. Doch das war nicht der Fall, er war ein netter Zeitvertreib, nicht mehr nicht weniger. Die Cheerleaderin konnte prima auch ohne Monty in ihrem Bett leben, schließlich hatte sie keine Gefühle oder so für ihn. „Mach dir nicht zu große Hoffnungen“, gab sie dann schmunzelnd zurück.
Bevor sich die Blonde wieder auf Lucien konzentrierte. „Ach am besten sage ich einfach das unser Quaterback extrem heiß ist mit braunen Augen in denen man sich verlieren kann und einem Sixpack“, erwiderte Leni ebenfalls lachend. Genau das hatte sie vorher so vermisst. Dieses Lachen und Scherzen mit dem Footballer war einfach schön. Sich mit Lucien zu unterhalten war ihr eigentlich nie schwergefallen, nur vorher war es komisch zwischen ihnen gewesen und Leni konnte gar nicht sagen, wie froh sie ehrlicherweise darüber war, das sich das wieder geändert hatte.
„Gut, dann holen wir das nach“, antwortete die Schülerin und fiel in sein Lachen mit ein. Die 18-jährige war nicht darauf vorbereitet gewesen, dass der junge Mann sie nun doch hochhob und ein überraschter Laut kam aus ihrem Mund, bevor sie schmunzeln musste. Da sah man wieder den Unterschied zwischen Lucien und Monty.
Sie fand sich neben Hardin wieder drehte sich kurz um um zu schauen, ob der Quaterback eh hinter ihnen war. Die blauen Augen fuhren die beleuchtete Umgebung um sie herum ab. Es war ein voller Erfolg, soviel war schon jetzt klar, da hatte das Veranstaltungskomitee ganze Arbeit geleistet. Leni schüttelte kurz den Kopf. „Nope bis jetzt noch nicht“ Wozu er auf spendierte Drinks aus war, war der Blondine nicht ganz klar. Schließlich sprachen wir hier von Hardin Nathaniel Montgomery und nicht von jemanden der Pleite war.
Langsam kamen sie zum Stehen und Leni musste bei den Worten des Sportlers grinsen. „Sind unsere Eltern eigentlich gefühlt jemals da?“, fragte sie dann schmunzelnd. Bevor ihr Blick wieder zu Lucien glitt.


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#99

RE: Boston High School Start

in Boston High School 28.11.2019 11:12
von Alex • Senior Member | 5.811 Beiträge | 1036624 Punkte





Noch immer skeptisch zog die junge Frau die Augenbrauen nach oben und musterte die neu gewonnene Freundin argwöhnisch. Noch kannte Montoya Carly einfach nicht gut genug, um sie einschätzen zu können. Diese beschwichtigte sie nun aber mit den Worten, dass es wohl nur Einbildung gewesen war. Damit gab sich die 18-Jährige vorerst zufrieden, denn eine andere Wahl hatte sie wohl so oder so nicht. Würde die Blonde darüber sprechen wollen, hätte sie es wohl gewiss getan. Schließlich galt Toya als vertrauenswürdige Seele, die immer ein offenes Ohr für ihre Mitmenschen hatte und half, wo sie nur konnte. Ganz anders als eine Jolina Romanowa, welcher man absolut nicht vertrauen konnte. Toya verstand einfach nicht, wieso dieses Mädchen dennoch so viele Freunde hatte. Doch vermutlich waren das einfach falsche Freundschaften, die nur oberflächlich waren. Da lobte sich die Spanierin ihren Freundeskreis, auf welchen sie immer zählen konnte. Hier wurde nicht gelästert oder Gerüchte verbreitet. Ein wenig abgelenkt hob sie wieder den Blick der braunen Rehaugen und sah von Romeo zu Carly und wieder von Romeo. Ein leichtes Kopfschütteln ihrerseits zeigte, dass sie das Verhalten ihres guten Freundes bereits gewohnt war. Romeo flirtete gerne und viel, auch mit ihr. Wobei es bisher rein freundschaftlich war. Zumindest noch. Der Spanier hinter ihr riss Toya erneut aus ihren Gedanken und die Worte sorgten dafür, dass sie sich leicht von ihm abstoß und sich elegant zu ihm umdrehte. Er hatte ihr also etwas mitgebracht? Ein Stückchen Heimat konnte doch nie schaden. Ein sanftes Lächeln schlich sich in Toya’s Gesicht und erwartungsvoll blickte sie den Landsmann an. ”Dann muss ich dich wohl oder übel später nach Hause begleiten.”, gab sie dann mit drohender Stimme von sich und nickte Luke kurz zu. Sie und der junge Abercrombie würden wohl nie Freunde werden. Er war einfach ein Freund von Romeo. Nicht mehr und nicht weniger. Montoya störte es nicht, wenn Luke dabei war, doch viel sprechen tat sie mit ihm in der Regel nicht. Auch jetzt wirkte der junge Mann wieder äußerst angespannt und genervt. Leise seufzte die Spanierin und wandte sich wieder Romeo zu, welcher ihr und Carly gerade zwei Optionen ließ. Kurz überlegte die Dunkelhaarige und blickte fragend zu ihrer besten Freundin, die wohl aber keine Ahnung hatte, um was es da gerade ging. Nach kurzer Überlegung deutete die 18-Jährige ein Nicken an. Sie hatte sonst keine Pläne für den Abend und hier auf dem Jahrmarkt schien soweit alles zu laufen. Das wunderte Toya auch eigentlich nicht, denn sie war schon immer ein Organisationstalent gewesen. Sobald Montoya de Grecia ihre Finger im Spiel hatte, konnte es nur gut gehen. Außerdem waren die anderen Mädels im Komitee auch echt spitze. Wo die wohl steckten? Toya sah sich um, entdeckte in der Menschenmenge jedoch kein wirklich bekanntes Gesicht. Klar, man kannte die ein oder andere Person vom sehen, doch mit diesen Leuten gab sich Toya nur ungern ab. ”Dann würde ich sagen, wir begleiten die beiden Jungs. Oder was sagst du, Carly?”, erkundigte sie sich bei der Freundin, welche gerade jedoch aussah, als hätte sie einen Geist gesehen. Was war denn nun schon wieder los? Fragend folgte Toya dem Blick der Blondine und legte den Kopf leicht schief. War das Silas? Warum starrte Carly ausgerechnet ihn an? Nicht, dass Montoya ihn nicht leiden konnte. Doch bisher war sie davon ausgegangen, dass Carly noch nicht mit so vielen Mitschülern Kontakt gehabt hatte. Dieser Blick sagte jedoch etwas ganz anderes und ließen bei Toya selbst sämtliche Alarmglocken schrillen. Immerhin verstand sie sich auch mit Ivie sehr gut und Ivie und Silas waren eben...Ivie und Silas. Doch welche Rolle spielte die Neue in dieser Sache? Beinahe besorgt legte die Spanierin die Stirn in Falten und griff nach Carly’s Arm. Die junge Frau schien noch immer hypnotisiert zu sein. Was war da nur vorgefallen? Obwohl Toya nur zu gerne wissen würde, was die Blicke zu bedeuten hatten, wollte sie es vermutlich gar nicht wissen. Sie wollte nicht zwischen Ivanka Bennett und Caroline Danvers stehen. Toya war einfach nicht die Art von Mensch, die sich für eine Seite entschied. ”Carly?”, flüsterte die Dunkelhaarige mit abgeschwächter Stimme und wandte den Jungs den Rücken zu, um notfalls etwas geschützt mit ihrer Freundin sprechen zu können. ”Ist alles okay? Was hast du mit Silas zu tun?” Ihre Stimme war leise und beinahe emotionslos. Toya wollte doch nur Spaß haben an diesem Abend. Doch gerade wirkte es so, als würde sich der Abend in eine ganz falsche Richtung entwickeln. Und diese Richtung gefiel der Spanierin ganz und gar nicht.



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#100

RE: Boston High School Start

in Boston High School 28.11.2019 11:31
von Alex • Senior Member | 5.811 Beiträge | 1036624 Punkte




Schweigend beobachtete Jolina den jungen Mann und den Rauch, welcher seinen Mund verließ. Darüber konnte die Russin nur den Kopf schütteln. Sie rauchte zwar auch immer wieder mal, war aber kein großer Fan davon. Manche nannten es Gruppenzwang, für sie war es eher ein Zeichen von Verbundenheit. Jemand wie Jolina wollte nicht in einer Gruppe von Rauchern stehen und als einzige keine Kippe in der Hand halten. Jemand wie Jolina wollte auf keinen Fall außen vor sein oder gar ausgeschlossen werden. Im besten Fall stand Jolina einfach immer im Mittelpunkt. Dann war die 19-Jährige glücklich. Ihr Lebensmittelpunkt bestand darin, ihr ganzes Leben zu einer Bühne zu machen. Mit ihr als Hauptrolle und am liebsten ohne Nebencharaktere. Einfach nur Jolina Aphrodite Romanowa. Nicht mehr und nicht weniger. Ja, die Russin war definitiv eingebildet und besaß ein Selbstbewusstsein, von welchem viele andere Frauen in ihrem Alter nur träumen konnten. Vermutlich hätte es für drei schüchterne Frauen ausgereicht.
Allein Adrian’s Stimme riss die junge Frau wieder aus ihren sich um sie selbst drehenden Gedanken. Wer konnte auch erwarten, dass ausgerechnet Jolina sich über etwas anderes oder jemand anderen Gedanken machen konnte? Und dennoch war sie hier bei Adrian und führte ein halbwegs normales Gespräch mit dem Deutschen. Noch immer schweigend lief der Cheerleader Captain also hinter Adrian her, nickte hier und da der ein oder anderen Person zu oder zwinkerte einen Kerl an. Noch immer trug sie das knappe, rote Kostüm und die flachen Schuhe. Jolina hasste flache Schuhe. Immerhin brauchte sie sich über den Weg keinerlei Gedanken zu machen. Es reichte vollkommen aus, der Menge zu folgen. Kurz verlor sie Adrian aus den Augen, was wohl auch daran lag, dass sie ihn nicht im Blick gehabt hatte. Erst sein Arm, der sich um sie legte, ließ sie aufhorchen und neben ihm zum stehen kommen. Bei seiner Aussage, dass sie zahlen würde, lachte die 19-jährige Russin auf. Empathisch wie immer, der junge Herr. Doch jemand wie sie ließ sich davon nicht beirren. Jolina Romanowa besaß bei Gott mehr als genug Geld, um notfalls auch alle weiteren Gäste des Jahrmarkts durchzufüttern. Einer der vielen Vorteile, wenn man das letzte Kind eines russischen Milliardärs war. Es war kein großes Geheimnis, dass Dimitrij Romanow sein Geld nicht nur mit den Immobilien und zahlreichen Luxushotels machte. Der 55-Jährige war auch ein ganz großes Tier in der russischen Mafia. Doch an den Pranger stellen würde man jemanden wie ihn niemals. Genauso wenig wie die letzte Tochter, die ihm nach dem Verschwinden der beiden Älteren noch blieb. Bei dem Gedanken spannte sich die Russin kurz an. Ana war nun schon seit zehn Jahren verschwunden und Fee seit sechs Jahren. Erklären konnte sich das niemand. Nun war nur noch sie übrig. Alleinerbin des Romanow-Imperiums. Über ihr Schicksal konnte sich Jolina nicht beschweren. Die Bedienung war mittlerweile auch an dem runden Stehtisch der Beiden angekommen und blickte erwartungsvoll in Jolina’s geschminktes Gesicht. ”Wir bekommen zwei Bier und zweimal Currywurst.”, gab sie von sich, zückte ihren Geldbeutel und schob der Frau desinteressiert und mit einem gelangweilten ”Passt so.” einen Geldschein zu. Dann folgte sie mit ihrem Blick dem von Adrian, welcher wohl Silas und Ivie entdeckt hatte. Die junge Frau stand ebenfalls auf der Abschussliste der Russin. Nicht, dass Ivie Jolina jemals etwas getan hatte. Doch Ivie war befreundet mit Montoya und das allein war schon Grund genug, die Kleine nicht zu mögen. Silas hingegen...interessierte Jolina nicht. ”Romantisch?”, wiederholte die Russin dann Adrian’s Worte skeptisch und lachte bitter auf. Nein, die 19-Jährige war kein sonderlich großer Fan von Romantik. ”Komm, schenk deine Aufmerksamkeit doch lieber den interessanten Menschen dieser Welt. Also mir.”
Eine Aussage, die viele Leute ins falsche Ohr bekommen und entsprechend reagieren würden. Doch gewiss nicht Adrian, welcher doch genau so verkorkst war wie Jolina selbst.



zuletzt bearbeitet 28.11.2019 11:31 | nach oben springen



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