#101

RE: Boston High School Start

in Boston High School 28.11.2019 20:08
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


LUCIEN
-Leni, Monty, [Jake]


Wissend, dass sein Kumpel unverbesserlich ist, schüttelt Lucien den Kopf. „Das Bisschen das es braucht, dich betrunken zu machen, kannst du dir auch noch selbst finanzieren.“
Der Schalk ist begründet: Lucien und Hardin kennen sich schon lange und in den Augen des Franzosen gab es tatsächlich Zeiten, in denen sein Freund alleine vom Geruch oder Anblick des Alkohols betrunken war.
In Dorchester schaut niemand drauf, in welchem Alter die Kinder das erste Mal die Bar betreten. ID-Kontrollen oder Sicherheitskräfte am Eingang, das ist dort Wunschvorstellung. Zu manchen Gerichten wird sogar Schnaps pur gereicht, um den Körper zu reinigen – keine schlechte Idee, wie Lucien schon so manche Male festgestellt hat.
Magenverstimmungen erspart man sich trotzdem nicht.
Außerhalb seines Stadtteils blickt Lucien sich lieber einige Male um. Alkohol ist laut Gesetz noch nichts für seine Finger, erst in vielen Monaten, und Ärger mit dem der Polizei will er sich nach Möglichkeit ersparen. Er hat ihn schon oft genug – das geht mit ein, wenn man mit Jake befreundet ist. Der Neunzehnjährige zieht patrouillierende Streifen, die ursprünglich gar keinen Verdacht hegen, magisch an. Er schafft es, immer genau dann in Ärger zu geraten, wenn die Gesetzeshüter vorbeischauen.
Ob einem auf der anderen Seite überhaupt etwas passieren kann, wenn man mit Montgomery unterwegs ist? Der Reichtum wirkt manche Male wie eine Art Schutzumhang. Man kauft sich das Recht, statt dass man wirklich im Recht ist.
Recht haben und Recht bekommen, das sind unterschiedliche Dinge – der längere Hebel, in dem Fall das gedeckte Konto, entscheiden zu wessen Vorteil es sich dreht.
„Lädst du mich dazu ein die Nacht mit dir oder die Nacht bei dir zu verbringen?“ Eine Rückfrage kann Lucien sich nicht verkneifen. „Bei ersterem muss ich dir leider sagen, dass ich das Angebot nicht annehmen kann – du bist nicht mein Typ.“
Es scheitert alleine daran, dass Montgomery keine Frau ist – zumindest war er das bisher nicht und Lucien hofft inständig, daran hat sich nichts gedreht. Nicht, dass er es verurteilen würde, es wäre lediglich befremdlich.
Auch irgendwie komisch, in seinen Augen. In Dorchester wird man für Minderheiten nicht sensibilisiert. Man frisst oder man wird gefressen – man schwimmt mit den Vorurteilen oder die eigene Meinung kostet einem Kopf und Kragen.
Was nichts daran ändert, dass Lucien froh ist, das laut ausgesprochene Angebot zu hören.
Er erwidert kein Danke und doch sagt das gepresste Lächeln, das er Hardin zuwirft als er dessen Blick einfängt, genau dieses eine Wort aus. Lucien ist dankbar – und noch immer viel zu klar im Kopf.
„Seid froh“, brummt er schließlich leise, als sie an einem Stehtisch neben einem der Stände halten. Luciens Erziehungsberechtigte, er hat schon lange aufgehört sie anders zu nennen, ist immer zuhause und er hasst es. Für ihn wäre es schön, einmal die Wohnung zumindest für ein paar Stunden für sich zu haben.
Gar fast so schön, als wie wenn er seine sieben Sachen packen könne und nie wieder dort zurückkehren müsste.
Er fängt Lenis Blick ein und hält ihn kurz, dann schüttelt er kaum merkbar den Kopf und schiebt die Hände in die Hosentaschen seiner Jeans.


So I will keep you day and night, here until the day I die
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#102

RE: Boston High School Start

in Boston High School 28.11.2019 21:05
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


DANIEL
- Nour


Dass seine Antwort so nicht viel Sinn macht, fällt Daniel tatsächlich nicht auf:
Irland ist schöner als Amerika, aber er vermisst Irland nicht, weil er jetzt in Amerika wohnt. Es steckt wirklich nichts dahinter, das mit simpler Logik und dem wenigen Wissen, das Nour über ihn hat, nachvollziehbar wäre.
Danny nickt, als der seine Frage auch nur verneint: er war noch nicht dort gewesen. Das hatte er doch gefragt, oder?
Manchmal entfallen ihm solche Dinge. Da fragt er etwas und weiß den exakten Wortlaut wenige Minuten später schon nicht mehr. Oder er stellt die gleiche Frage innerhalb von zwanzig Minuten dreimal, weil er sich sicher ist, das vorher nicht schon in Erfahrung gebracht zu haben.
Wenn er ehrlich ist, stellt er sich Afghanistan auch nicht schön vor. Ihm kommen Bomben in den Sinn, Krieg, Tod und ganz viel sandig-braune Gebiete. Eben das, was einem die Medien so vorgaukeln und vom Land zeigen. Daniel kann aus dem Stegreif heraus auch nicht zuordnen, wo es auf der Landkarte liegt.
Irgendwo östlich, oder? Eben in diesem großen Gebiet, in dem schon Krieg und Terror und Wut herrschen, seit der Siebzehnjährige denken kann. Das ist alles in der gleichen Richtung.
Den Vorurteilen kann der brünette Junge dann auch nur zustimmen: was Nour sagt, das wird tatsächlich oft gedacht. Und zwar von der Mehrheit der Bevölkerung.
Das liegt an den wenigen Negativbeispielen, die in medial aber natürlich eine viel höhere Aufmerksamkeit erhalten, als alle anderen.
Er beobachtet Nour dabei, wie er die Bestellung aufgibt – und nur anderthalb Minuten später halten die beiden den Pfannkuchen, den er im Beisein eines Franzosen wohl nie so nennen dürfte, in den Händen. Zwei exakt gleiche Exemplare: weiße Schokolade und saftige Erdbeeren, Puderzucker on top. Eine Sünde.
„Hm… a-also, man sagt immer, dass die Iren nur Bier trinken und immer betrunken sind.“ Das ist das wohl am meisten verbreitete Klischee. Von dem hat auch jeder schon einmal gehört – und wer könnte die Wahrheit dahinter besser ans Licht kommen lassen, als ein waschechter Ire?
Daniel zuckt mit den Schultern. „Ist überhaupt nicht so. U-und am St. Patricks Day drehen auch nur die Touristen durch. A-aber a-ansonsten… wüsste ich nichts. Keine s-so Vorurteile wie bei dir.“
Zumindest fallen ihm keine ein: Iren werden nicht gemieden, müssen nicht fürchten, das Land nicht mehr verlassen oder betreten zu müssen. Anders als Nour es bei seinen Landsleuten darstellt.
Daniel und Nour schieben sich ein paar Meter zur Seite, um nicht den Platz vor dem Tresen zu besetzen, und dann beißt der Ire einen ersten Bissen von seinem Crêpe ab.
Der Teig ist dünn, die Schokolade flüssig und die Erbeeren in mundgerechte Stücke zerkleinert – ein wenig weiße Schoki bleibt auf seiner Unterlippe hängen, was er mit dem Finger abwischt.
Vielleicht ist es hier doch nicht so schlecht, schießt es ihm durch den Kopf. Nour scheint immerhin echt nicht übel zu sein – obwohl der den Siebzehnjährigen fast überfahren hat. „Danke“, murmelt Daniel.
Fürs Essen und fürs Aufnehmen.


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#103

RE: Boston High School Start

in Boston High School 28.11.2019 22:26
von KimEule • Junior Member | 388 Beiträge | 21300 Punkte


Daniel | Jahrmarkt | isst Crêpes mit Schokolade und Erdbeeren

Das Schmunzeln in meinem Gesicht wurde zu einem Grinsen, als er von dem Bier und Betrunkensein anfing. Das hob doch gleich die Stimmung. Ich hatte auch eigentlich nicht vorgehabt zu nörgeln. Kam schnell so rüber. Aber so stellten wir doch einen lustigen Haufen dar: Ein Attentäter und ein Alkoholiker. Passte doch.
„St. Patricks Day war der Tag, an dem alle in Grün rumrennen, oder?”, fragte ich zurück, weil ich mir da gerade echt nicht so sicher war. Ich hatte noch irgendwas mit einem Feiertag und viel der Farbe Grün im Kopf, wenn es um diese Inseln in Europa ging und wusste, dass es nicht Groß Britannien war. Schottland war da ja auch noch. Da konnte man schnell mal war verwechseln. „Aber sei froh: Alki ist immer noch besser als hinterweltlerischer Attentäter.“
Ich zwinkerte ihm zu und hoffte, dass er den Spaß verstand. Ich wollte ihm nicht zu nahe treten. Mir machte es nichts aus, darüber Witze zu machen, was andere über mich und meine Familie dachten. Ich hatte gefühlt unendlich viele Geschwister. Uns hielten die meisten eh erst mal für Assis, wenn sie davon hörten. Oder dass durch uns Kinder die Rente gesichert sein soll. All so einen Quatsch eben. Wobei ich auch zugeben musste, dass meine älteren Geschwister da noch mehr mit zu tun gehabt hatten und ich jetzt davon profitierte, dass diese Vorurteile der Vergangenheit angehörten. Die meisten hatten sowieso Angst vor meiner Mutter. Sie hatte bei uns nicht umsonst den Spitznamen Momzilla.
Ich biss von der Sünde ab und was soll ich sagen. Das war süßer, als ich gedacht hatte. Man konnte das schon essen, aber noch mal müsste das jetzt auch nicht sein. Ich beobachtete unbewusst, wie Danny auch seinen ersten Bissen nahm, bis mir bewusst wurde, dass ich die helle Schokolade an seiner Lippe doch ein wenig zu sehr anstarrte. Das sollte ich lassen.
„Ganz schön süß, oder?“ Das gute darin waren die Erdbeeren, die noch ein wenig Säuerlichkeit ins Spiel brachten. Er wischte sich die Schokolade mit dem Finger weg und ich leckte mir ausversehen die Lippen, obwohl da keine Schokolade hing. Ich riss den Blick von ihm los und ließ diesen durch die Menge streifen. Das sollte ich ganz unbedingt lassen.
Ich nickte nur, als er sich bedankte. Ich hatte ja gesagt, dass ich ihn einladen würde. Außerdem hatte ich ihn ganz vielleicht fast angefahren. Laut meiner Schwester. „Magst du Achterbahnen?“


Song: Neffex – Grateful
Fc: Enrie Scielzo


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#104

RE: Boston High School Start

in Boston High School 29.11.2019 11:37
von Mivaka • Member | 1.116 Beiträge | 79550 Punkte



Lucien, Leni


Selbst wenn es so sein sollte, dass Leni die Schnauze voll hat von ihm, dann wäre es so.
Monty ist es gewohnt, dass die meisten Dinge nur kurzfristig sind. Das er früher oder später von eigentlich fast allen wieder verlassen wird. Auf welche Art und Weise auch immer. Aber Monty hat gelernt, dass nie wirklich jemand bleibt. Gibt nicht zu, auch nicht vor sich selbst, dass es ihn doch mehr stört als es sollte. Er braucht niemand anderen, kommt gut alleine zurecht. Und schlussendlich weiß der Braunhaarige, dass er sich die meisten Dinge mit seinem Verhalten eben selbst kaputt macht. Die meisten Freundschaften, Bekanntschaften oder was es sonst noch gibt, beruhen lediglich auf dem Interesse seines Ansehens und mit seiner Persönlichkeit kommen die wenigstens zurecht. Er versucht aber auch nicht wirklich es anderen einfacher zu machen. Kommt man nicht mit Monty zurecht, dann hat man nichts in seinem Leben zu suchen.
Leicht abschätzend hebt er eine Augenbraue. Hoffnung? Weiter geht er darauf nicht ein, verfolgt das Geschleime von Leni auch nicht weiter. Lucien und er unterscheiden sich dann doch in einigen Punkten. Monty würde weder auf die Idee kommen ihre Tasche zu tragen, noch sie selbst zu tragen. Daraus kann er keinen Nutzen ziehen, jedenfalls keinen ersichtlichen. Und nur aus Freundlichkeit macht er es für Leni nicht. Für manch andere vielleicht, aber nicht für die Blonde Diva. Dafür spielt sie doch noch zu wenig Bedeutung in seinem Leben. Ob sich so etwas noch ändern kann? Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht,
Ein leises Lachen seinerseits. „Das hat sich inzwischen geändert“ gibt er gespielt entrüstet von sich, kann aber nicht anders als seinen Kumpel anzugrinsen. Die Worte sind nicht ganz unbegründet und natürlich verträgt Lucien dann doch etwas mehr als er selbst. Kein Wunder. Die Zwei sind unter anderen Umständen aufgewachsen und auch wenn Monty relativ früh schon ALkohol getrunken hat, so ist es gewiss nicht vergleichbar zu Lucien.
“Autsch...du brichst mir das Herz.“ theatralisch legt er seine Hand auf die Brust, so das sie auf seinem Herzen liegt. Meint es natürlich nicht ernst. Nicht Hardin. Der Braunhaarige vertritt doch recht konservative Ansichten. Hält nichts von homosexuellen und er braucht es nicht einmal laut aussprechen, seine Freunde wissen sicherlich davon. So kommt für Monty so etwas gewiss nicht in Frage. Das er mehrere Freunde hat, die genau dieses Geheimnis doch eigentlich so sehr bewahren, ist ihm nicht bewusst. „Dann begnüge ich mit eben damit, dass du nur die Nacht bei mir verbringst.“ Ein ‚Danke‘ braucht Lucien nicht aussprechen. Die Zwei verstehen sich bei solchen Dingen einfach ohne Worte und Monty möchte nicht, dass sein Kumpel sich immer für alles bedankt. Denn für ihn selbst ist es keine große Sache.
Ein leichtes Schulterzucken seinerseits. Das Leni‘s Worte ihn eigentlich mehr treffen, als er zugeben will, lässt er sich nicht anmerken. Lässt er sich auch selbst nicht merken. Hardin kann so etwas gut leugnen. Vor sich selbst und dem Rest der Welt. Das Problem ist nicht einmal, dass seine Eltern nie da sind, es ist eher die Angst davor, dass er von restlos allen verstoßen wird. Eine Angst die tief in ihm schlummert und die er sich selbst niemals eingesteht. Die kalten Mauern sind schon viel zu lange standhaft. Lucien hat bei den Sachen andere Ansichten. Monty gibt lediglich ein brummen von sich. Will jetzt keine Gespräche in diese Richtung führen.
Bei einem der Stände angekommen bestellt Monty für die Drei etwas. Reicht etwas Geld rüber. Geld hat in seinem Leben gleichzeitig so wenig und so viel Bedeutung. Denn Monty geht damit um, wie er will. Macht sich keinerlei Gedanken darum, hat einen Geldschein wahrscheinlich noch nie wirklich länger angeschaut, sieht davon tagtäglich genug und ist der Meinung, dass er damit alles kaufen kann. Er wurde so erzogen, dass er nur mit dem Finger schnipsen muss und alles bekommt, was er will. Monty hat keine Angst vor dem Gesetz, hat keine Angst davor, den Abschluss nicht zu schaffen. Das Konto seiner Eltern regelt alles und irgendwo ist jeder bestechlich. So braucht er sich darum keine Gedanken machen, anders als Lucien.


you gave it all away
didn't even let me in
you gave the worst goodbye
and people ask me how I've been

so let me tell them
friday nights got me feeling lonely
saturdays when the bottles empty
why'd you have to leave me

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#105

RE: Boston High School Start

in Boston High School 29.11.2019 16:52
von Kati • Member | 764 Beiträge | 54350 Punkte






Lucien - Monty




Das Monty anders war als Lucien, zu mindestens, wenn es um sie selbst ging, war Leni auch klar. Der Footballer und die Cheerleaderin teilten des Öfteren mal das Bett, aber sonst… er würde nicht ihre Tasche tragen, noch sie in den Arm nehmen noch sonst irgendwas. Und die Blonde machte ihm daraus definitiv keinen Vorwurf, sie waren keine Freunde oder so. Eher gute Bekannte, zwar verbrachten sie oft Freizeit zusammen, aber nicht absichtlich. Die Beiden kamen einfach aus der selben Welt, hatten viele gemeinsame Freunde und trafen sich also öfter unbewusst. Bei Lucien sah die Sache ganz anders aus. Der Braunhaarige kam aus anderen Verhältnissen, hatte definitiv andere und schwerere Probleme, auch wenn er darüber nie ein Wort verlieren würde und trug ganz offensichtlich ihre Tasche. Die Amerikanerin mochte Lucien wirklich und wollte auch sicher nicht auf ihn verzichten.
Schmunzelnd hörte die Schülerin den Beiden zu. Sie war niemand der immer im Mittelpunkt stehen musste oder gar wollte und das Gespräch zwischen den Freunden zu unterbrechen nur um über sich zu reden war definitiv nichts was sie tun würde. Eigentlich fand die Blondine es ganz schön mal einfach nichts sagen zu müssen und sich ihre Kommentare denken zu können. Zum Beispiel das bevor sich Monty den Alk nicht mehr leisten konnte, er an Leberkrebs gestorben wäre. Oder dass Luciens Typ wohl eher blond war als männlich.
Leni schüttelte leicht und kaum merkbar den Kopf bei den Worten des Quaterbacks. Nein sie war darüber nicht so glücklich, wie viele wohl dachten. Denn so cool war es nicht, allein in einem riesigen Haus zu leben und das Gefühl zu haben, das ihren Eltern alles wichtiger war als ihr Kind. Wenn ihr Dad da war, dann war es auch nicht so, dass sie irgendwie ein Thema hatten worüber sie reden konnten. Meistens saßen sie in irgendeinem Restaurant aßen schweigend vor sich hin und probierten sich in Smalltalk. Aber das war noch die schöne Variante, schlimmer war es, wenn Shelly dabei war, sie war 23 und hohl. Und hohl war Lenis Meinung nach noch sehr schmeichelnd. Ganz abgesehen davon das sie wie gesagt 23 war und Ryan ihr Dad sein könnte. Noch schlimmer waren die meisten Treffen mit ihrer Mum. Denn die ersten Worte von Emma waren meistens ‚Hast du etwa zugenommen?‘ Ja, motivierend. Und dann kam meistens der Kommentar, dass die 18-jährige wohl deswegen den xy Job nicht bekommen hatte. Das wichtige war auf Presseevents so zu tun, als ob sie ein inniges Mutter-Tochter Verhältnis hätten und das war’s dann auch schon.
Die blauen Augen lagen auf Lucien und sie nickte leicht. Bevor sie nach dem Handy griff, das angefangen hatte, ihren Klingelton zu spielen. „Hey Cutie, was gibt’s?... Ja ich weiß, die Frau hat so einen Klamsch. Clair wollte einen Striper, ich so ja bestell dir einen, aber ich zahl’s nicht. Okay die dumme Kuh hat diesen Striper für einen echten Polizisten gehalten und sie nur so, ja endlich tut mal jemand was und ich schau nur so unschuldig aus, aber eigentlich bin genau das Gegenteil und er nur so, ja also er wurde nur gebucht. Und dann hat sie noch mal mein Auto zerkratzt und ihr Sohn steht ja auf mich und begafft mich immer, wenn ich mal mal in Unterwäsche oder nur in einem Oversizepulli raus gehe, weil ich irgendwas im Auto liegen gelassen habe oder was auch immer. Und dann schreit sie immer extrem Laut ‚Charles!!!‘ und ich muss immer lachen und dann erklärt sie ihm lautstark, was ich doch für eine Schlampe oder ein Flittchen bin und ja. Ich hab immer den Lachflash meines Lebens… Ignorier sie einfach und hol die Jimmy Choos, aber vergiss nicht doppelt zuzusperren, ich hab keine Ahnung auf was für dumme Ideen die noch kommt“, und mit diesem Satz legte die Amerikanerin auf. Ja, ihre Nachbarin war furchtbar. Zum Glück mochte sie die andere um so mehr, denn das war ihre beste Freundin.


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#106

RE: Boston High School Start

in Boston High School 29.11.2019 17:36
von Zonya • Junior Member | 510 Beiträge | 36900 Punkte

















MALAKAI
bei und mit Kelly






Nur eine einzige Minute.
Lange, schmerzhafte sechzig Sekunden, in denen Malakai einzig und allein sich selbst ausgesetzt ist, den Gespenstern in seinem Kopf, den Geruch Kellys einatmend, horchend auf ferne Geräusche von laufendem Wasser und Toilettenspülungen. Auf eine seltame Art fühlt er sich getröstet, wie zuhause. Er ist nicht besonders, sagt Ernie sich. Aber er weiß, dass das nicht wahr ist.
Dann spürt er weiche Lippen auf seiner Haut, Lippen um die es sich zu trauern lohnt.
Kai erinnert sich sehr genau an sein erstes Treffen mit Kelly. Daran, wie er aussah, dunkelblaue Augen, die einen Punkt zwei Zentimenter hinter seinem Nasenrücken zu fixieren schienen, und dieses Piercing in der Zunge, bei dem es Kai plötzlich ganz anders wird, wenn der Blonde es spielend bewegt.
Es hängt mit dem Zusammen, was er als nächstes gesagt hat, dass ihn sich so deutlich daran erinnern lässt, 'Kelly. Mein Name. Oder Coda. Oder einfach Kelly'. Die Worte sind wie gedruckt, mit Tinte, die der braunhaarige nicht mehr auslöschen kann. Er hat sie aufgeschrieben, der Stift in seinen Fingern fast sinnlich. Lebendig, als spürte er seine Macht, die Macht der Worte, die er enthält. Seine Gedanken schweifen ab in andere Welten, die der Junge lediglich in den Augen seines Gegenübers ergründen kann.
Ernie sieht bestürzt aus und eine gewisse Beschämung tanz ihn seinem Gesicht, als wäre er bei etwas ertappt worden, woran er nicht hätte denken dürfen.
Zwanzig Sekunden noch. Sekunden, die sich wie stunden anfühlen. Dunkelheit erhebt sich, wie Rauch von einem unsichtbaren Feuer, ein Feuerstreif dicht unter dem Horizint, ein Buschfeuer oder eine brennende Stadt. Ein dichter Vorhang der vor seine Augen gezogen wird. Eine Wolldecke. Ernie wünscht sich, er könnte in der Dunkelheit sehen, besser, als er es kann. Er versteht nicht. Kann Kelly nicht ergründen, was er sich dabei denkt, oder was er fühlt. Malakai wird heiß. Ihm steigt Hitze empor, man kann sie fast sehen. Rote Strahlen, die aufwärts wabern wie das Flimmern über Asphalt in der Mittagssonne.
Zehn Sekunden. Das sollte nicht passieren, Ernie sollte nicht hier sein. Man kann nichts für seine Gefühle, hat seine Mutter mal gesagt, aber man kann etwas für sein Verhalten. Was schön und gut ist. Die Vernunft ist alles - oder ist es das wohlige Gefühl in seiner Brust? Das eine oder das andere.
Fünf Sekunden. Er versucht zu zaubern, seine eigenen Geister heraufzubeschwören von dort, wo sie sind. Er muss sich daran erinnern, wie sie aussehen. Er versucht, sie festzuhalten hinter seinen Augen, ihre Gesichter, wie Fotos in einem Album. Aber sie wollen nicht stillhalten für ihn, sie bewegen sich. Da ist ein Lachen, und schon ist es verschwunden, ihre Gesichtszüge kräuseln sich und biegen sich, als brenne Papier, als würden sie von der Schwärze verzehrt. Ein kurzer Blick, ein blasser Schimmer in der Luft, ein Glühen, eine Aurora, tanzende Elektronen, dann wieder ein Gesicht, Gesichter. Aber sie verschwinden, obwohl er die Arme nach ihnen austreckt, sie entschlüpfen ihm.
Seine Fingerkruppen streichen über Kellys Wange, die fleckige Haut, die ihm fahlen Licht in allen Farben strahlt. Seine Lippen beben.
Plötzlich fühlt er sich schlecht. Furchtbar elendig, Kelly nicht vorher gefragt zu haben, nur die eigenen Bedürfnisse im Kopf, gleichgültig, wie es ihm doch geht. "wie ist das passiert?" fragt der braunhaarige und lässt die Augen über sein Gesicht huschen.


ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʟɪᴀʀs, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʙᴇᴀᴜᴛɪғᴜʟ ᴀɴᴅ ᴘʀɪᴠɪʟᴇɢᴇᴅ, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ᴄʀᴀᴄᴋᴇᴅ ᴀɴᴅ ʙʀᴏᴋᴇɴ. ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ʟᴏᴠᴇ ᴀɴᴅ ʀᴏᴍᴀɴᴄᴇ, ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ᴛʀᴀɢᴇᴅʏ.
ᴡʜɪᴄʜ ᴀʀᴇ ʟɪᴇs? ᴡʜɪᴄʜ ɪs ᴛʀᴜᴛʜ. ʏᴏᴜ ᴅᴇᴄɪᴅᴇ


zuletzt bearbeitet 29.11.2019 17:38 | nach oben springen

#107

RE: Boston High School Start

in Boston High School 30.11.2019 17:35
von yulssi • Junior Member | 178 Beiträge | 8900 Punkte










Malakai

Sekunde Null, Kellys Gedanken blieben stehen, formten sich zu einem enormen Klumpen im Hals, der einfach nicht wegzugehen schien, ihm die Atmung schwerer fallen ließ. Finger auf der geschundenen, in vielen dunklen Farben erleuchtenden Wange, jede Berührung wie ein ganz neues Prickeln. Feuerwerke. Fehlzündungen. Darauf unerwartete Explosionen. In Kellys Kopf. In Kellys Herzem. In seiner wie eine schlecht gestrichenen Wand aussehender Wange. Überall.
,,Das ist gar nichts. Ich hab' jemanden provoziert, dann ist's einfach passiert…" ,kam es von Bedauern geziert aus dem mittlerweile durch von Zähnen zerbissenen, blassen Munde heraus, der Kopf ein kleines bisschen in die Waagerechte gebracht, sodass die hellen, von Nässe befleckten Locken vereinzelt ihren Weg in die Rechte kippten. Ein paar von ihnen strähnchenweise in seinen Augen umrandenen, kurzen Wimpern hängengeblieben, weggeblinzelt wie die restliche Trübheit, angesammelt und einen Schleier über die Netzhaut gezogen. ,,Dieser große Russe." War schließlich auch egal, wer oder was es war, wegen wem Kelly wie eine Hochzeitstorte nach dem Abschnitt aussah. Man petzte nicht, verriert niemanden wie ein kleines Kind, welches sich nicht gänzlich wehren konnte, doch bei Vogel war dies ein klein wenig anders. Kelly vertraute ihm. Vertraute ihm mehr, als denen, die es nicht ernst meinten, obwohl der Andere keinen Menschen darstellte, bei dem man gerade das vermuten würde.
Sicht alles vernebelte. Trüb. Verschiedene Definitionen, doch keine für den Neunzehnjährigen passend. Das Wetter war es definitiv nicht, doch auch das flaue Gefühl, welches sich langsam, so wie eine Katze nach einer Maus schleichend in seinem Magen ausgebreitet hatte, hatte er nicht als solches beschreiben wollen. Irgendwie hatte er generell keine passenden Worte dafür, egal, wie sehr sich der Amerikaner dafür an Anstrengungen bemühte, letzten Endes war Vogel, nein, Malakai halt Malakai und Malakai war eben er. Ließ Gefühle in dem Blonden emporsteigen, von welchen er nicht einmal wusste, dass diese in seinem Inneren geruht, fest umschlossen von Worten und Taten waren, die dagegen sprachen. Kelly war anders. War schon immer anders gewesen. Nicht schwul. Er wollte das nicht, überhaupt nicht und schon gar nicht mit jemandem, dem dieses Thema genauso gleichgültig war, wie dem hellen Lockenkopf selber. Die an seiner Wange verewigten Fingerspitzen folglich eingefangen und kurz beäugt, umfasst, als wären sie die Seinen. Als würden sie nur Kelly alleine gehören. Als würde eine einzige Sache dieser verdorbenen Welt in seinem Besitz sein, die er nicht wieder hergeben müsste, sie nicht teilen musste. Schön wäre es ja gewesen. Kelly schloss die Augen für einige Sekunden, erinnerte sich an das erste Mal, seinen Gegenüber erblickt zu haben. Das erste mal Vogel. Eine Party, bunt flackerne Lichter und betrunkene Menschen. Einen Joint zwischen den Beiden, dunkle, ihn erblickende Iren, als wäre der Blonde Frischfleisch. Was gesagt, oder getan wurde, daran konnte er sich nicht mehr gänzlich erinnern, war wie Courtney Love in ihren besten Zeiten gewesen. Besoffen. Auf diversen Drogen und anderen Substanzen, Malakai noch immer derselbe. Manchmal dachte er darüber nach, warum eigentlich. Warum er sich so oft veränderte und Vogel doch gleich blieb. Der Gleiche, den er schon am Anfang gemocht hatte, immer die selbe Suppe, das selbe Gemüse, welches innen schwamm. Sie waren so unterschiedlich und gleichermaßen ähnlich, dass es schon wieder keinen Sinn ergab, wahrscheinlich auch keinen ergeben musste, damit es funktionierte. ,,Weißt du noch, was ganz am Anfang passiert ist ?…. Du hast mich geküsst."
Er trinkt. Er ertrinkt. Förmlich. In seinem Becher, in seinem Gras, in den Augen seines Gegenübers, mit denen er sich Sachen mit ihm vorstellte, die man besser lieber im Geheimen behalten und komplett verdrängen wollte. Alles drehte sich. Die Welt war verzogen. Zu viele Gedanken. Leider entsprach dies alles nicht der Wahrheit, denn beide waren nüchtern, Kelly mittlerweile von seinem halben Trip herunter, konnte es auch nicht mehr darauf schieben, dass die Situation gerade peinlich wurde, er somit zugeben musste, wie real das alles war. Konnte nichts mehr verleugnen, egal, wie sehr Kelly dies wollte. Er wollte normal sein. Sich normal verhalten können. An Vogel vorbeigehen können, ohne sich anfangs zu vergewissern, dass niemand die Beiden zusammen erblickte. Es schmerzte nicht nur, nein. Es tat richtig weh. ,,Als ich vierzehn war dachte ich, dass mich eine fast Vierzigjährige liebt, weil ich sie geküsst hab… ich glaub' aber das du- ,egal." Doch er küsste keine anderen Kerle, egal was davor und danach passierte, selbst, wenn er dies nun mehr wollte, als alles andere. Malakai diese Regel gebrochen und ein sarkastisches Lachen von sich gegeben hatte, als es passiert war. Nun tat er es ein weiteres Mal, dieses Mal ging es von Kelly aus, beide Hände an den Hals seines Gegenübers gelegt, kleiner gemacht, um ihn erreichen zu können.

Tell me why you can't control
The feelings you desire
Burning on my bridges
As you said my world's on fire


𝙻𝚎𝚝'𝚜 𝚛𝚞𝚗 𝚊𝚠𝚊𝚢 𝚝𝚘𝚗𝚒𝚐𝚑𝚝

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zuletzt bearbeitet 30.11.2019 17:56 | nach oben springen

#108

RE: Boston High School Start

in Boston High School 01.12.2019 00:04
von yulssi • Junior Member | 178 Beiträge | 8900 Punkte










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Artur Marquardt > Eliotts

Adrenalin. Adrenalin ist ein Stresshormon und schafft als solches die Voraussetzungen für die rasche Bereitstellung von Energiereserven, die in gefährlichen Situationen das Überleben sichern sollen, so sagte es Google aus. Wikipedia. Die Höllenseite, der man nicht trauen sollte, da die meisten Lehrer sie als unzuverlässige Quelle von beliebigen Informationen abstempelten. Eine Seite, die jeder nach belieben bearbeiten, verschieben und neu definieren konnte. So, wie es einem lieb war.
Eliotts Definition war da gänzlich anders. Er würde das Wort "Stress" durch Glück austauschen, Stresshormon somit eine neue Bedeutung verpassen, sodass dieses einen besseren, passenderen Eindruck für ihn hinterlassen würde. Es einen größeren Sinn in seinem von dunklen und dichten Haaren umgebenen Kopfe machte, er das Wort auf seinen Gegenüber anwenden konnte. Glück und Stress waren doch leicht voneinander zu unterscheiden. Glückshormon klang schön.
"Sshsh, Eliott" ,verständlich, wenn der Ältere sinnlose Worte von sich gab, nach Synonymen und Taten suchte, um seine geistige Verwirrung besser, für sich selbst klarer ausdrücken zu können. Der Dunkelhaarige glaubte zwar nicht an Liebe auf den ersten Blick, glaubte generell nicht an dieses ganze Gefasel darüber, den perfekten Partner zu finden, die perfekte Liebe zu kreieren, wie sie im Bilderbuche gemalt war. Glaubte nicht daran, wie es war, jemanden richtig zu lieben. Glaubte generell nicht an Liebe. Glaubte zwar nicht an Liebe, doch Artur war verdammt nah dran, ihm die Definition neu zu zeigen.
Lippen von dunklen Sünden gezeichnet auf Lippen. Von vielen, sanften und unsanften Küssen geschwollen, geschunden, doch nicht am schmerzen. Von Rasuren entstandene Bartstoppeln am kratzen, dadurch errötete Haut, Eliott am lachen, da die weiblichen Menschen dieser Welt doch ganz anders aufgebaut waren. Weiche Gliedmaßen, nach Blumen und anderen, teuren Substanzen duftend, lange,schwarz-geschminkte Wimpern und kurze Kleidung, wenn man ihnen im Schwarzlicht der Feiern begegnete.
Der Deutsche hatte keine glatten Beine, keine Weiche, im Gegensatz aber definierte Haut, roch nach einer frischen Männerdusche, die Haare kurz und griffbereit, kein Make-up, keine Stellen, an welchen man sich erfreuen konnte, wenn man nichts daran fand.
Artur war Artur. Artur war ein Kerl. Artur war völlig okay so, wie er einfach war. Die gezeichneten Bilder des Neunzehnjährigen kamen da nur vage an die Realität heran, unterstrichen nur das, was er sich letzten Endes merken, in sein Gedächtnis einbrennen konnte, um es im Nachhinein aufs Papier zu bringen, diese Erinnerungen festhalten konnte. Nein, eine sie wäre ihm nicht lieber gewesen, Arturs anschließenden Worte wiederholt. ,,Du bist genug."
Mehr hatte der sonst so gesprächige Franzose nicht von sich zu geben, fing die so sachte, fast schon puren und an seinem Hosenbund verweilenden Hände mit den eigenen ein, zog den Jüngeren ein kleines bisschen weiter nach oben, um die rosigen Lippen ein weiteres Mal erkunden, die ozeanblauen Augen noch wieder erblicken zu können, welche sein Herz schon am ersten Tag so aus dem Konzept gebracht hatten.
Inspizierte diese, als würden sie ihm im tiefen verborgene Geheimnisse verraten, ihm die Karte zum Mittelpunkt der Erde aufmalen. Ihm einen Weg zeigen, den er bisher nicht kannte. Eliott hatte Angst. Angst vor Abweisung, weshalb er sich kurzerhand abstützte, den Jüngeren ebenfalls mit, auf sich positionierte, um sein Gesicht mustern, nach falschen Wahrheiten suchen zu können.
,,Willst du das wirklich ?" ,kam es aus seinem Munde heraus, sich nicht mehr halten könnend. Artur sollte ihn danach nicht hassen. Sollte sich sicher sein, dass er das nicht aus welchen Gründen auch immer tat. Sich im Nachhinein sicher war, dass dies keinen Fehler darstellte. Eliott gab nach.
Drehte sich so herum, dass der nur ein bisschen Kleinere nun unten lag, die zwei Hände erneut an seinen Hosenbund gelegt, das eigene Shirt über den Kopf gezogen, dem Anderen ebenfalls genommen und von der Couch rutschen lassen.


𝙻𝚎𝚝'𝚜 𝚛𝚞𝚗 𝚊𝚠𝚊𝚢 𝚝𝚘𝚗𝚒𝚐𝚑𝚝

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#109

RE: Boston High School Start

in Boston High School 01.12.2019 17:27
von Zonya • Junior Member | 510 Beiträge | 36900 Punkte




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JAKE RILEY
Auf Dorchesters Straßen mit Rainn




Im fahlen Licht der flackernden Laterne, blitzen Jake, für den Bruchteil einer Sekunde, Tränen aus glasigen Augen entgegen. Und dann hält der Film an, auf dieses einzelne schreckliche Bild fixiert. Aber in seinen Gedanken bleiben sie nicht stehen, die Vorwürfe kreisen und drehen sich ratternd in seinem Kopf, wie ein Hamster in seinem Rad. Wenn er besser gewesen wäre, dann würde Rainn Nachts nicht an einem Ort wie diesem nach ihm suchen.
Er ist mit nichts als Ärger zu seiner Mutter nach Hause gekehrt. In sein Zuhause, nach allgemeinem Irrglauben der Ort, wo man aufgenommen wird und immer willkommen ist. Im Scherz hat Jake einmal gesagt, seine Beziehung zu dem schwarzen Kater aus der Nachbarschaft, sei die einzige funktionierende in seinem Leben. Das Problem ist, dass er damit der Wahrheit zu nahe kommt, als dass es lustig ist. Das Leid seiner Mutter lässt ihn unaufhörlich spüren, dass er nur eine Last ist, Rainn hat ihn von sich weg gestoßen, so wie er es jetzt auch mit ihr getan hat. Den schwarzen Kater hat er seit Monaten nicht mehr gesehen.
Sirenen heulen in unmittelbarer Nähe auf und vermischen sich mit dem Schluchzen der Rothaarigen. Dann fällt sie ihm in die Arme - wie bereits zuvor.
Ihr Körper bebt, das Gesicht hat sie an seine Brust gebettet. Jake ist in eine Wolke aus Alkohol und Rauch gehüllt und seine Hände zittern, als Rainn den Weg mit ihren, zu den seinen findet. Sie sind angenehm kühl, doch die Berührung brennt, lässt seine Haut in Flammen aufgehen. Jeder Muskel seines Körpers ist angespannt, wie elektrisiert.
Der Junge aus Dorchester bringt nicht genügend Geschick und Mühe auf, um eine coole Fassade aufrechtzuerhalten. Mit jeder Sekunde wird er wütender. Etwas in ihm wartet schon den ganzen Tag darauf, zornig sein zu dürfen. Jeder kennt diesen finsteren Ausdruck, er gehörte zu ihm, doch seit der siebten Klasse, als Jake dem kleinen Dupree den Arm gebrochen hat, hat er nicht mehr so finster drein geblickt.
Der neunzehnjährige ignoriert die kratzige Stimme Rainns und seine Hand löst sich aus der ihren.
"Was machst du hier?" fragt er erneut, die Stimme abweisender und forderner als zuvor.
"Du solltest nicht hier sein".


ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʟɪᴀʀs, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʙᴇᴀᴜᴛɪғᴜʟ ᴀɴᴅ ᴘʀɪᴠɪʟᴇɢᴇᴅ, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ᴄʀᴀᴄᴋᴇᴅ ᴀɴᴅ ʙʀᴏᴋᴇɴ. ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ʟᴏᴠᴇ ᴀɴᴅ ʀᴏᴍᴀɴᴄᴇ, ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ᴛʀᴀɢᴇᴅʏ.
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#110

RE: Boston High School Start

in Boston High School 02.12.2019 17:26
von Zonya • Junior Member | 510 Beiträge | 36900 Punkte




ADRIAN MARQUARDT

- Auf dem Jahrmarkt; redet mit Jolina; denkt über seinen Bruder nach




"Currywurst?"
Die Bedienung hat gerade den Schein, welchen Jolina mit den Worten 'Passt so' quittiert hat, verstaut und den Weg zum nächsten Tisch gesucht, als Adrian die Augenbrauen in die Höhe hat schnellen lassen und seiner Begleitung einen mürrischen Blick zuwirft. "Das nächste mal nehme ich eine Pommes" meckert er und lehnt sich mit seinem Gewicht auf den runden Tisch vor ihm. Den Fuß hat er auf einer der Stangen abgestellt.
Langsam wippt der dunkelblonde vor und zurück, verzieht das Gesicht zu einem feixenden Grinsen. Er weiß genau, wie er anderen Menschen auf den Nerv gehen kann, sich in Situationen unmöglich verhält und die beste Seite von sich zeigt. Manch einer würde so weit gehen und ihn als unhöflich bezeichnen. Schabernack sagt der Deutsche da nur. Immerhin ist er ehrlich, dass ist doch auch etwas wert - oder nicht?.
Doch die Wahrheit, .. die legt Adrian sich immer wieder aufs neue aus, so wie es ihm gerade in den Kram passt. Manchmal zweifelt er daran, ob sein wirklicher Nachname überhaupt Marquardt ist, denn mit seiner Familie, hat er im Grunde überhaupt nichts gemein, Artur und Adrian könnten nicht unterschiedlicher sein. Wie der Tag und die Nacht. Eins hässlicher als das andere.
Dann muss er lachen. Jolina ist einiges, doch am meisten selbstverliebt. Das Selbstbewusstsein größer als ihr Haus, in dem der Junge sich spätestens fünf Schritte nach der Haustür verirrt hat. Doch In diesem Punkt unterscheidet der Deutsche sich nicht sonderlich von ihr, Fehler macht er nicht, und wenn doch, dann sieht er sie nicht als solche, dem Jungen aus Hamburg ist schon nahe zu alles egal, das ganze Leben nichts weiter als ein riesen Scherz. Sagt gerade heraus was er denkt und hat Spaß daran, seine eigene Macht auszuleben und seine Mitmenschen gegeneinander auszuspielen. Viel zu verlieren hat er dabei nicht.
Ein perverses Spiel, dass ihm eindeutig im Blut liegt.
"Dich gibt es auch nur, weil Gott einen Sinn für Humor hat" sagt er und schüttelt schmunzelnd die blonden Locken.
Die Augen des jungen Deutschen blitzen auf als er ihre Bestellung kommen sieht. Von der Currywurst steigt heißer Dampf auf und die Schaumkronen auf dem flüssigen Gold sehen verheißungsvoll aus, ja fast sinnlich.
Mit einer Hand umfasst er das feuchte Glas, und hebt es in die Höhe.
"Auf bigotte Arschlöcher wie dich und mich!"


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zuletzt bearbeitet 02.12.2019 17:28 | nach oben springen

#111

RE: Boston High School Start

in Boston High School 03.12.2019 17:47
von Zonya • Junior Member | 510 Beiträge | 36900 Punkte

















MALAKAI
bei und mit Kelly




"Ivan?" fragt der braune Lockenschopf und schnaubt.
Der Klischee Russe schlecht hin. Kriminelle, Waffenliebende, immer nur Fisch essende, laute und abergläubische Menschen mit der Lebensweisheit: Wodka macht glücklich! Sie haben einen Hang zum Militarismus, sind immer die Bösen und tragen fette Goldketten zum Posen und Protzen. Hat er schon erwähnt, dass sie trinken? Viel. Wirklich viel. Der blonde Riese fällt vielleicht nicht in jede Kategorie, doch in die meisten schon. "Blyat" lacht Malakai, lässt seine Hand an Kellys Hals herabwandern, bevor er sie an seine Wange legt und mit flacher Hand vorsichtig dagegen klatscht.
Wer ist auch blöd genug um sich mit einem der Football Jungs anzulegen? "Was hast du gesagt?".
Er versucht nicht einmal, sich Mühe zu geben, ernst drein zu blicken. Er weiß, dass egal was auch immer der Blonde, ihm gegenübersitzende, verdammt attraktive Typ, sagen wird, es wird ihn zum Lachen bringen. Auch wenn es gar nicht lustig ist. "Du bist verrückt!".
Es ist schwer zu beschreiben, doch auf eine gewisse Art und Weise fühlt der braunhaarige sich unbeschwerter als je zuvor, als dürfe er endlich er selbst sein, ohne fremde Augen, die ihren starren Blick auf ihn gerichtet haben, ihn ohne jegliche Worte verurteilen, weil er anders ist als die Menschen die sie kennen. Vogel hat einen Vogel, aber das weiß er selbst. Dafür braucht er niemanden, der ihn sich schlecht fühlen lässt. Und Kelly.. bei ihm ist dieses Gefühl nicht da, er kennt ihn, irgendwie, irgendwie auch nicht, hat keine Ahnung von seinen Dämonen oder was er braucht, was sich ihn gut fühlen lässt, schafft es dennoch, all diese Gefühle in ihm zu wecken. Das Kribbeln in seinem Bauch, das rasende Herz und die schwitzigen Hände. Das verschmitzte Lächeln, als hätte er ihm einen unanständigen Witz erzählt. Kelly schafft all das, .. ganz ohne Hilfe. Kai mag abweisend zu ihm sein, ihm weh tun, doch der blonde Lockenkopf ist noch immer da, wann immer ihm nach seiner Gegenwart ist, die Last auf seinen Schultern wieder zu schwer wird. Nimmt ihm das Gespäck ab, von dem er gar nichts weiß.
Malakai spinnt Gedanken, die in seinem Kopf nichts zu suchen haben. Diese Gefühle sind falsch, dass wurde ihm von klein auf vorgelebt. Er darf nicht so über den Jungen vor ihm denken, doch egal was er tut, die Gedanken finden immer einen Weg zurück zu ihm, setzten sich in seinem Kopf fest und schlagen Wurzeln.
Am Anfang. Am Anfang, da war nichts. Nichts, bis Kelly gekommen ist. Sowohl wörtlich, als auch symbolisch.
Malakai nickt kaum merklich. Natürlich weiß er das noch, das könnte er nie vergessen. Doch was glaubt er? Dass er ihn liebt? Ihn deshalb geküsst hat.
Ernie sagt nichts. Das ist lächerlich. Zumindest erzählt er sich das immer und immer wieder, solange, bis er es glaubt und alles andere unlogisch klingt.
Seine Augen hat er auf die seines Gegenübers gerichtet, unfähig sie zu ergründen. Hände, die ihm einen Schauer über den Rücken jagen, legen sich in seinen Nacken, ziehen den kaum merklich größeren ein Stück nach unten. Nur für einen kurzen Augenblick erlaubt Malaki es sich über Flucht nachzudenken, doch die Gedanken verfliegen so schnell wie sie gekommen sind. Das Gefühl der Geborgenheit überwiegt.
Der achtzehnjährige fühlt sich frei, frei wie ein Vogel.


ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʟɪᴀʀs, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ʙᴇᴀᴜᴛɪғᴜʟ ᴀɴᴅ ᴘʀɪᴠɪʟᴇɢᴇᴅ, ᴡᴇ ᴀʀᴇ ᴄʀᴀᴄᴋᴇᴅ ᴀɴᴅ ʙʀᴏᴋᴇɴ. ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ʟᴏᴠᴇ ᴀɴᴅ ʀᴏᴍᴀɴᴄᴇ, ᴀ ᴛᴀʟᴇ ᴏғ ᴛʀᴀɢᴇᴅʏ.
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#112

RE: Boston High School Start

in Boston High School 03.12.2019 21:20
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


DANIEL
-Nour


Der Ire nickt. „Ja.“
Das ist der Tag, an dem alle in grün rumlaufen. Zumindest die Touristen und auch die Angestellten in Einzelhandel und Gastronomie – die, die von dem Hype profitieren. „I-In Dublin und anderen Städten gibt es an dem Tag auch große Paraden. So wie hier am 4. Juli… nur halt in grün und mit Kobolden als Thema.“
Das ganze Spektakel hat er zweimal in seinem Leben gesehen und Danny muss zugeben, dass er dem Zirkus wenig abgewinnen hat können. Ob er es anders sieht, wenn er mal einige Zeit lang von Irland weg wohnt? Vielleicht begegnet er dem Ganzen dann mit mehr Nationalstolz und auch mehr Ehrfurcht vor der Kultur.
Soweit will er aber noch gar nicht denken. Erst muss er hier einmal gesund werden.
Leise prustet Daniel, als Einstimmung in Nours Spaß. Als Zeichen, dass er den Wink durchaus verstanden hat So, wie man es auch macht, wenn man auf dem Handy ein lustiges Bild sieht: man lacht nicht laut los, aber man atmet so komisch durch beide Nasenlöcher ein und jeder weiß, dass man sich über etwas amüsiert.
Durch das Heben seiner Mundwinkel bilden sich kleine Lachfältchen um seine dunklen Augen – das passiert bei Daniel gar nicht so oft.
Der Siebzehnjährige zuckt mit den Schultern. Süß ist der Crêpe allemal, aber er ist durchaus ein Fan von der Mischung – er wusste, was auf ihn zukommt. Die Geschmäcker der beiden unterschieden sich im Punkt Pfannkuchen-Topping also wohl scheinbar.
„Geschmacksache“, gibt er mit einem Lachen zurück.
Mit den Gedanken an seinem außerplanmäßigen Abendessen hängend, bemerkt er Ire dabei in keinem Moment, dass Nour ihn auffällig und vor allem auffällig lange beobachtete. Das ist auch besser so, denn andernfalls wäre ihm wahrscheinlich nicht mehr so wohl – Danny wüsste nicht ganz, was das denn auf sich habe, was er im Gesicht hat, das den anderen irritiert.
Das Bisschen weiße Schokolade wischt er letztendlich mit dem Finger an der Serviette ab, nimmt gleich noch einen zweiten Bissen. Wie soll man sich bei der Menge an sündhaft guten Kalorien auch lange beherrschen können?
Dann runzelt er die Stirn, hakt nach: „Achterbahnen?“
Wieso sein Gegenüber ihn nach Achterbahnen frägt, wenn sie beide mitten auf dem Jahrmarkt stehen, leuchtet ihm im ersten Moment nicht ganz ein. Im Nachhinein nicht Daniels hellster Moment.
„Die kleinen Kinderachterbahnen, bei denen man nicht plötzlich über Kopf hängt oder sich zu sehr im Kreis dreht… ja, die schon… wieso?“


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#113

RE: Boston High School Start

in Boston High School 03.12.2019 22:15
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte

RAINN
- Jake


Sekunden, in denen die Rothaarige ihn einfach nur anstarrt, vergehen. Jake rührt sich nicht, er spricht nicht – atmen und blinzeln sind die einzigen Bewegungen, die der Neunzehnjährige ausführt.
Eine Antwort auf ihre Frage, die wird Rainn wohl nie bekommen. Dabei fühlt sie sich tatsächlich ein wenig unwohl hier. Wissend, dass der junge Mann ihr gegenüber getrunken hat.
Ob er dann unberechenbar ist?
Jake hat ein Temperament, das ihrem ähnlich ist:
man kann ihn reizen, ihn auf die Palme bringen, ihm regelrecht beim Explodieren zusehen.
Er hat sich bei Weitem besser im Griff als Rainn es hat - aber wenn er wütend wird, dann mit einem enorm großen Knall.
Rainn hat immer die ruhige Seele vor Augen, die sie in ihrem Apartment um sich hatte. Kein Stück von Hass und dem Wahn, Dinge zerstören zu wollen – gegensätzlich dazu das Tier, in das Jake sich verwandelt, wenn er auf dem Spielfeld ist, wenn er in einen harschen Wortwechsel am Gang gerät. Wer ist er wirklich? Ist er eines davon oder beide Seiten?
Rainn lässt seine verkrusteten Hände los. Oder passiert es anders herum, weißt er sie denn ab? Ganz bei Sinnen nimmt sie es nicht wahr, sie kann sich nicht zu einhundert Prozent daran erinnern.
Jakes Stimme durchreißt die Nacht.
Er blickt finster drein, verbildlicht den Ausdruck eines Donnergrollens vor dem losreißenden Sturm alleine mit seinen dunklen Augen. Jake Riley wirkt nicht nur aufgebracht, er wirkt wütend. Ganz so, als wolle er alles um sich herum kleinhacken.
Seine Worte prallen in einer Wolke von Rauch und Alkohol an Rainn auf.
Ihr Herz rast weiter so schnell, als würde es gleich aus ihrer Brust springen, die Tränen haben nicht aufgehört, über ihre Wangen zu rollen. Sie ist aufgelöst – spielt die Rolle so wahrhaft gut auf einer Bühne, die ihr eigentlich gar nicht gehören sollte.
Rainn ist egoistisch genug, sich in dieser Situation als Opfer zu sehen. Dabei hat sie das ganze Chaos verursacht.
„Dich suchen“, wispert sie. War die Antwort richtig? Macht sie ihn noch wütender? Sie kann Jakes Gemüt nicht einschätzen: was passiert, wenn ihm alkoholisiert die Sicherungen durchbrennen?
Trotz allem will Rainn die Hand nach ihm ausstrecken - die Finger an seine Wange legen, die Blessuren, deren Ursprungsfrage er so geflissentlich ignoriert hat, begutachten.
Bewegungen führt sie trotz allem, zu dem ihr Körper sie zu verleiten versucht, nicht aus.
Grelle Scheinwerfer erleuchten die Straße, gefolgt von schweren Schritten auf dem unebenen Untergrund. “Du hast fünf Sekunden, um drei Schritte von ihr wegzugehen.“


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#114

RE: Boston High School Start

in Boston High School 03.12.2019 22:26
von Jazz • Junior Member | 274 Beiträge | 33650 Punkte

NEVIO ROMEO DÍAZ
-Luke,Toya,Carly


Nevio verfolgte den Blick von Carly etwas skeptisch, ließ sich davon aber nicht die gute Laune verderben. Schon leicht angeheitert strahlte der Spanier seine gute Freundin an. "Oh dann musst du aber auch bei mir schlafen.", zwinkerte er.
Das war schon oft passiert, Toya und er schliefen oft in einem Bett, auch ohne dabei miteinander zu schlafen. Meist tratschten die beiden nur und Nevio blühte zu der Diva auf die er eigentlich war, lästern konnte er gut und dazu war Romeo einfach der perfekte Zuhörer, meist schleimte er und stimmte einem zu. Ob es wirklich seiner Meinung entsprach war in unwichtigen Sachen meist ein anderes Thema.
Er konnte sich gut vor Menschen präsentieren. Wenn man möglichst Jedem gefallen will, kann dies allerdings auch eine Menge Stress hervorrufen.
Das macht sich bei dem Rothaarigen dann meist durch kleinere oder eben größeren Straftaten bemerkbar.
Einer dieser ging er also nun auch heute nach.
Ein breites Grinsen machte sich auf seinem Gesicht breit. "Na dann, auf auf my ladys!", kicherte er, wie ein kleines Kind was einen Lolly geklaut hatte.
Moment. War das so richtig?
Nevio hob Toya kurzerhand auf seine starken Arme und trug sie in Richtung Schwimmhalle. An dieser angekommen, ließ er die Dame runter und stapfte los über das Gras, hinter die Halle. Dort wartete er auf Luke und machte für ihn eine Räuberleiter. Von drinnen könnte der Shark ihnen das Fenster der Umkleide öffnen. Dort konnten sie dann alle einfacher einsteigen. "Beweg deinen Arsch Abercrombie!", rief er fröhlich.




The devil you know.

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#115

RE: Boston High School Start

in Boston High School 04.12.2019 17:58
von Zonya • Junior Member | 510 Beiträge | 36900 Punkte














• • •



JAKE RILEY
- Rainn




Tränen laufen über das Gesicht der rothaarigen. Tränen, die ganz alleine ihm und niemandem sonst gehören.
Jake sollte nicht zulassen, dass sie auch nur eine Träne wegen ihm verliert, doch sein Kopf, so betäubt von dem Gefühl des Zorns, lässt ihn nicht sehen, was er anrichtet. Seine Augen glühen und es ist, als blicke man durch ein Bullauge ins Höllenfeuer.
Rainns Worte verlassen ihre Lippen so leise, dass das rauschende Blut in seinen Ohren, ihn ihr Wispern beinahe nicht hören lässt.
Er will etwas sagen, als ein Auto mit Reifen, die auf dem brüchigen Asphalt und Kies knirschen, hinter ihm zum stehen kommt. Helle Scheinwerfer strahlen den Jungen aus Dorchester von hinten an, zeichnen seine Umrisse ab.
"Du hast fünf Sekunden, um drei Schritte von ihr wegzugehen".
Jake bleibt stehen und die Sekunden vergehen, er bewegt sich keinen einzigen Schritt zurück, hat einzig und allein die Augen fest auf die von Rainn gerichtet. Eine unnötige Provokation. Was er als nächstes spürt, sind kräftige Hände, die sich auf seine Schultern legen, ihn ruppig herumdrehen wollen. Er ist in die Krallen der Katze geraten und sollte besser stillhalten.
Stattdessen reißt er sich aus dem Griff und stößt den Mann in Uniform zurück. Jake kommt drei Schritte weit, bevor ein Hieb, vermutlich mit zu einer einzigen großen Faust gefalteten Händen, ihn in die Seite trifft. Sein blutiges Gesicht wird auf die Motorhaube gedrückt, die Füße außeinander geschoben, der Arm schmerzhaft auf den Rücken verdreht. Grobe Hände fahren über seinen Körper, werden aber nicht fündig. Kaltes Metall schließt sich um seine Handgelenke.
Der Junge aus Dorchester hat nicht den Hauch einer Chance.


Grelles Neonlicht, Plastikbänke, Gitterstäbe vor den Fenstern und Kameraüberwachung.
Jake starrt die gekachelte, kalte Wand vor sich an. Sein Gesicht pocht und fühlt sich an, als könne es jeden Moment in Flammen aufgehen.
Eine Uhr gibt es nicht und das Wasser aus dem Hahn schmeckt rostig.
Jake kann nicht aufhören sich zu fragen, wo Rainn ist und wie es ihr geht. Wie all das auf sie wirken muss. Ob sie Angst hat? Angst vor ihm? Und er fragt sich, ob er jemals wieder die Gelegenheit haben wird, sie danach zu fragen. Er macht sich Sorgen darüber, ob sie sicher Zuhause ist. Dorcherster ist kein Ort für ein Mädchen wie sie, weder bei Tag noch bei Nacht. Er hätte sie nach Hause bringen müssen, sich um sie kümmern sollen. Doch er hat alles nur noch schlimmer gemacht. Jakes Brust zieht sich zusammen.
Die Erkenntnis, so krass und unabänderlich, trifft ihn mitten ins Herz.




Crush me in your arms
Kill me with your eyes
Hang me by the neck
Drag me by the tongue




we are liars, we are beautiful and privileged, we are cracked and broken. A tale of love and romance, a tale of tragedy. Which are lies? Which is truth. You decide.


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zuletzt bearbeitet 04.12.2019 19:31 | nach oben springen

#116

RE: Boston High School Start

in Boston High School 05.12.2019 21:46
von Kati • Member | 764 Beiträge | 54350 Punkte





Carly - Nevio - Montoya




Luke war niemand der an Horoskope auch nur ansatzweise glaubte. Gleiches galt für die Beschreibung für sein Sternzeichen, die ja angeblich auf ihn zutreffen musste. Wobei man den Schwimmer in manchen Stellen schon wiedererkennen konnte, dafür in anderen überhaupt nicht. Denn Bescheidenheit und Unauffälligkeit waren definitiv keine seiner Eigenschaften und dass er es nicht mochte Aufmerksamkeit zu bekommen war wohl auch nicht ganz richtig. Zwar legte der Sportler es nicht immer darauf an, aber das Gefühl Augen auf sich zu spüren kannte er ziemlich gut und er scheute es auch nicht im Geringsten. Wahrscheinlich hatte sein Bruder diese unnötigen Eigenschaften abbekommen. Interessierte ihn eigentlich nicht. Dafür langweilte sich Abercrombie ziemlich schnell, manche würden wohl behaupten zu schnell. Seine Nerven waren auch nicht die Besten, was nicht unbedingt eine gute Kombi war. Und dieses Gespräch, das er sich gezwungenermaßen auch anhören musste, war so gar nicht nach seinem Geschmack und langsam war es seiner Meinung nach Zeit es zu beenden und wenn sein Kumpel schon nicht in der Lage dazu war, dann würde ihm eben helfend unter die Arme greifen. „Gut, hätten wir das auch geklärt, geht zusammen nach Hause, schläft miteinander/beieinander was auch immer“, übernahm der Braunhaarige den letzten Satz mit kompromissloser Stimme. Es reichte, am liebsten hätte er vorher schon seinen Kopf auf einen Tisch geschlagen, aber da war eben keiner, weshalb er sich mit einem Seufzen ausgedrückt hatte.
Den fragenden Blick von der Blondine hatte er vorher zwar bemerkt, aber nur leicht den Kopf geschüttelt. Warum musste Nevio ihm seinen Abend vermiesen? Anstatt, dass sie einfach Spaß zusammen gehabt hätten, musste er irgendwen einladen. Grundsätzlich hatte Luke nichts gegen Gesellschaft, er war kein Einzelgänger oder so und vor allem weibliche Gesellschaft lehnte er normalerweise nicht ab, aber der Amerikaner bezweifelte stark, dass es mit 2 jungen Frauen, die Beide ziemlich unschuldig waren, besser werden würde. Er mochte Montoya nicht besonders, sie war einfach langweilig und wie man langsam bemerkt haben sollte, hatte er dafür nicht viel übrig. Vielleicht war Toya auch gar nicht so langweilig, aber dafür müsste er sie kennenlernen, aber da nutzte der Badboy seine Zeit lieber anders. Und Carly… sie kannten sich flüchtig, ihre Gespräche waren ausbaufähig, allerdings hegte er Sympathie für sie. Trotzdem war er skeptisch, ob es eine gute Idee war 2 Mädchen, die unschuldiger nicht sein könnten bei einem mehr oder weniger Einbruch mitzunehmen. Der Schüler warf Romeo einen kurzen Blick zu, die Beiden kannten sich so gut, dass dieser genau wusste, was Luke durch den Kopf ging. „Wo sind eigentlich Monty, Leni oder Jolina? Die könnten wir eigentlich auch noch nerven“, meinte er dann mit einem leichten Lachen, das war wohl das erste Mal, das sowohl Toya als auch Carly in den Genuss seines Lachens kamen. Zwar Lachte der Schwimmer gar nicht so selten, aber das bekamen live wohl eher nur seine Freunde zu sehen oder Leute die ihn beobachteten als sonst jemand. Warum er gerade die Namen genannt hatte? Monty war einer seiner besten Freunde seitdem sie in den Windeln lagen, Leni kannte er auch schon viel zu lange und Jolina kannte er auf eine andere Art und Weise.
Nachdem der Rothaarige Montoya hochgehoben hatte und mit ihr auf den Armen vorging legte er kurz einen Arm um Carolines Schultern um sie vorwärtszuschieben. Denn die hübsche Blonde schaute aus als hätte sie einen Geist gesehen. „Alles gut? Wenn dich Nevio gedrängt hat und du das eigentlich nicht willst, musst du es nur sagen“, meinte er dann sanfter und fuhr sich kurz durch die braunen Haare. Das Carly wegen Silas blass geworden war konnte der Abercrombie-Sprössling schließlich nicht ahnen. Sein Blick wanderte kurz auf das Geschehen vor ihm. Und er musste kurz grinsend den Kopf schütteln, er trug grundsätzlich niemanden herum, manchmal zwar für ein paar Schritte Romeo, aber das wars dann auch schon. Einmal hatte er Leni für ein Schritte getragen, aber nur um sie dann ins Wasser fallen zu lassen. Böse? Jeder der das Model etwas kannte wusste, das sie es verdient hatte. Zwar mochte er Leni wirklich, aber sie war eben sie selbst.
Sie kamen etwas nach den Beiden an. „Jaja, was kann ich denn dafür, dass ich der Einzig sportliche hier bin“, gab der Dunkelhaarige schmunzelnd zurück und ließ sich von dem Spanier auf die Plattform zu kommen und von dieser ein Schiebefenster hochzudrücken, um dieses einschnappen zu lassen. Von dieser Position aus ließ er sich durch das Fenster gleiten nur um sich kurz daran zu hängen und dann auf dem Boden der Halle zu landen. Wieder auf dem Boden musste der Amerikaner nur ein paar Schritte gehen, um ein niedriges Fenster öffnen zu können.


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#117

RE: Boston High School Start

in Boston High School 08.12.2019 15:24
von Mivaka • Member | 1.116 Beiträge | 79550 Punkte



talking with Toya, Nevio & Luke ; Silas


Es ist einfach zu sagen, dass man über Jemanden hinweg ist, wenn man denjenigen nicht mehr sieht.
Wenn derjenige einfach aus dem eigenen Leben verschwunden ist und man sich nicht mehr über den Weg läuft. Die eigentliche Schwierigkeit liegt doch darin, dass man den Menschen in die Augen sieht, ihn Lachen sieht, seine Stimme hört und trotzdem sagen kann, dass man über die Person hinweg ist. Das sie nicht mehr das ist, was man will. Und Carly ist der festen Überzeugung, dass sie über Silas Burrows hinweg ist, dass sie mit diesem Kapitel ihres Lebens einfach abgeschlossen hat und die grünen Augen aus ihren Gedanken und Erinnerungen gestrichen hat. Und trotzdem kann sie die Augen nicht abwenden. Ist unfähig sich zu bewegen. Einerseits zieht der Moment in einer Geschwindigkeit an ihr vorbei, dass das alles auch Einbildung sein könnte, andererseits fühlt sich Carly beinahe so, als ob jemand die Zeit anhalten würde. Die grünen Augen wenden sich von ihr ab, sie sieht die Lippenbewegungen, kann auf die Entfernung weder hören noch lesen was er sagt. Und dann dreht er sich um, verschwindet und nichts erinnert daran, dass Silas Burrows eben noch dort stand.
Ihr Name aus dem Mund von Toya, reißt sie endlich von dem inzwischen leeren Fleck los. Carly dreht ihr Gesicht zu der Schwarzhaarigen um. "Äh...das klingt gut." ein kurzes Stammeln, ehe sie die passenden Worte gefunden hat. Natürlich fällt ihrer Freundin auf, dass nicht alles stimmt. So wendet Toya den Kopf, folgt ihrem Blick. Hat Silas wahrscheinlich noch gesehen. Dann dreht sie den Jungs den Rücken zu, stellt sich etwas vor Carly und ihre Worte machen die Situation nicht einfacher. Carly will nicht darüber sprechen, will die Sache nicht wieder aufleben lassen. So weiß auch nur ihr engster Freundeskreis von dem Vorfall. Die Blondine wollte daraus nie eine große Sache machen, hat es so gut es geht einfach nur vergessen wollen. Und jetzt kommen all die Erinnerungen wieder hoch.
Die blauen Augen richten sich auf Toya. "Ja..ich..alles gut. Lange Geschichte..." winkt sie ab. Will jetzt nicht darüber sprechen. Einmal wegen der Anwesenheit der Jungs und andererseits weil sie nicht bereit ist, das Thema überhaupt wieder anzuschneiden. Und genau jetzt in diesem Augenblick ist sie froh drüber, dass sich Romeo nicht davon aufhalten lässt, sondern einfach Toya hochhebt und los marschiert. Carly ist noch zu verwirrt um den beiden zu folgen. Wirft noch einmal einen Blick auf die Stelle wo Silas vorhin stand. Dann spürt sie auch schon den kräftigen Arm von Luke um ihre Schulter. Die fast schon sanften Worte von Luke, lassen sie zu ihm aufsehen. Allmählich bekommt ihr Gesicht wieder etwas mehr Farbe. "Nein nein, alles gut...und notfalls sag ich das schon." Versucht sich an einem leichten Lächeln, ehe sie sich dann von Luke führen lässt. Sie selbst hat ja keine Ahnung wohin es gehen soll. So kamen sie also bei einer Halle an. Romeo deutete eine Räuberleiter an, Luke verschwand kurz darauf durch ein Fenster in der Halle. Was auch immer die Jungs vorhaben, Carly hat noch keine wirkliche Vorstellung. Ist mit etwas Abstand stehen geblieben und hat die Arme vor der Brust verschränkt. Sieht abwartend zu und legt leicht den Kopf schief. Versucht die Situation von vorhin zu verdrängen. So weit zu verdrängen, dass Silas einfach wieder aus ihren Gedanken verschwindet und dennoch klappt es nicht.
Geht sie ihm aus dem Weg oder muss sie mit ihm sprechen?


you gave it all away
didn't even let me in
you gave the worst goodbye
and people ask me how I've been

so let me tell them
friday nights got me feeling lonely
saturdays when the bottles empty
why'd you have to leave me

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#118

RE: Boston High School Start

in Boston High School 08.12.2019 15:44
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


IVIE
ruft Eliott an, [Silas]


Ivie will weg.
Wer dann aber tatsächlich die Füße bewegt, einen Schritt zurückstolpert und dann völlig perplex in der Menge verschwindet, der ist nicht sie.
Seine Worte, ich muss weg, klirren in der Abendluft und fallen dann zu Boden. Sie fallen so laut, wie Ivies gute Laune. Von der ist jetzt nämlich nichts mehr übrig.
Keine Vorfreude darauf, über den Jahrmarkt zu schlendern, keine Zier vor der Geisterbahn und auch kein Liebäugeln mit dem süßen Riesenrad mehr.
Was fühlt sie eigentlich?

Nichts weiß sie. Leere, Wut, Trauer, mehr Leere, Verwirrung. Ivie hat ihre Gefühle nicht gezählt und doch eine gute Übersicht über ihr Inneres bekommen. Zumindest wiederholen sich die vorgenannten Emotionen ziemlich oft.
Sie zu zählen, das hat sie damals in der Therapie gelernt. An den Erfolg hat sie nicht wirklich geglaubt. Was ist das denn auch für eine schwachsinnige Idee? Schäfchen zählen hat sie nie zum Einschlafen gebracht, wie soll sie denn dann besser atmen können, wenn sie zählt wie oft sie den Tränen nahe ist, nur um Sekunden später laut schreien zu wollen?
Ihre eigenen Gefühle sind zu viel für Ivie.
Irgendwann hat sie Silas davon erzählt – und auch davon, wie bescheuert sie sich in diesen Momenten vorkommt. Er hatte den Kopf schief gelegt, diesen dann geschüttelt. Der Junge fand den Ansatz keineswegs idiotisch – er hat sie genötigt, die Gefühle laut zu nennen, während sie der Sonne beim Aufgehen zugesehen haben.
Ivie hat es danach besser gegangen.

Abseits der Menge lässt Ivie sich auf eine Bank fallen. Das Gedrängel ist nichts für sie.
Die Bushaltestelle ist nicht weit und wenn sie sich nicht irrt, fährt die Linie12 in sieben Minuten ein. Führerschein hat sie keinen und ohne Silas kommt sie hier anders nicht weg.
Ziemlich ironisch. Er ist scheinbar sogar sehr gut ohne sie gegangen.
Ivie ist froh, sitzen zu können. Sie ist ziemlich durch den Wind, sie zittert am ganzen Körper. Das Mädchen reißt sich zusammen, den Kopf hier nicht zu verlieren. Atmen. Sie kann sich selbst vergessen, wenn sie einmal irgendwo ist, wo sie sich nicht alleine verliert.
Das Handy, das sie sich ans Ohr hält, piept schrill. Einmal, Pause, Pause, ein zweites Mal, Pause, Pause, ein drittes Mal.
Sie weiß nicht ob sie durchkommt oder ob sie auf der Mailbox landet, aber noch weniger weiß sie, wo sie sonst hinsoll.

„Eliott? Kann ich zu dir kommen?“


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#119

RE: Boston High School Start

in Boston High School 08.12.2019 17:34
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


LUCIEN
-Leni, Hardin, [Jake]


Lucien lacht. Geändert hat es sich tatsächlich, und doch hält er es ihm gerne vor. Das ist eine gute Erinnerung, eine von wenigen.
Tatsächlich kennt er Montgomery schon lange. Nicht so lange wie Jake, neben dem er schon beim Windeln wechseln lag, und doch länger als Leni, die nur seine schönen Seiten sieht.
Sie hat Lucien noch nie aufgelöst erlebt, noch nie so betrunken dass er sich selbst nicht mehr kannte und er meint, auch nicht high auf Amphetaminen. Hat die wirren Sätze, die er dann murmelt nicht gehört und nicht gesehen wie er sich die Decke über den Kopf zieht und hofft, sie hebt sich nie wieder.
Er tut auch alles dafür, dass sich das nicht ändert. Dass sie ihn nur so kennt, wie er immer ihr gegenüber ist. Er ist gerne fröhlich, wenn er um sie herum ist, und er bringt sie gerne zum Lachen. Er trägt ihr gerne ihre Sachen hinterher. Lucien will sie nicht seinen Stimmungsschwankungen aussetzen und er will sie vor allem so behandeln, wie sie es verdient hat.
Manchmal denkt Lucien, dass er sich ein kleines Bisschen in die schöne Blondine verliebt hat, und dann schlägt er sich wieder die Hände vor den Kopf und presst sich den Gedanken aus dem Gehirn. Wahrscheinlich fühlen viele so und Lucien weiß, dass das nur einseitig ist.
Dass es eine verdammt dumme Situation ist.
Und, dass er nicht weiß, ob er wirklich vom verliebt sein reden kann, weil er das Gefühl nicht kennt. Es nie kennenlernen wird.
Er muss dringend an etwas anderes denken und deswegen guckt er schließlich Monty an. Hebt die Augenbraue. Getrost nach dem Motto:
„Was du nicht hast, kann ich dir nicht brechen.“ Manchmal würde er ihm gerne etwas anderes brechen, den Kiefer zum Beispiel, weil Hardin fürchterlich nervig sein kann. Weil er mit seiner Weltansicht bei Lucien manchmal aneckt.
Aber nie so weit, dass er ihn wirklich zum Mond schießen wollen würde.
„Machst du mir dann auch Frühstück?“, will er stattdessen weiter wissen. Das ist die wichtigste Mahlzeit des Tages – ob man dachte, dass er zu der Tageszeit am liebsten Pfannkuchen mit Ahornsirup aß und sein Kaffee auf keinen Fall schwarz und ohne Zucker sein durfte?
Lucien ist immer für Überraschungen gut.
Und manchmal fühlt der Franzose sich auch fehl am Platz:
Mit dem Inhalt von Lenis Telefonat kann er wenig anfangen. Während Monty also zur Bude stampft und etwas bestellt, das auf jeden Fall nach Bier aussah, bleibt er stumm neben der Blondine stehen und versucht, sich den Inhalt ihrer Sätze nicht allzu sehr durch den Kopf gehen zu lassen.
Seine Unterarme stützen sich am Stehtisch auf und Lucien guckt, was die Stände um sie herum so bieten. Man kann Stofftiere losen und man kann sich Crêpes kaufen, Holzofen-Baguettes gibt es – alles, was man mit einem Jahrmarkt in Verbindung bringt. Unzählige Buden, eine einzige Reizüberflutung. Ein richtiges Schlaraffenland, wen man ihn fragte.
Leni legt in dem Moment auf, in dem auch Monty wieder kommt. Er kann drei Flaschen tragen, ohne über die eigenen Füße zu fallen, was Lucien zu einem kleinen Applaus bewegt.
„Wurde aber auch Zeit, Montgomery.“


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#120

RE: Boston High School Start

in Boston High School 08.12.2019 18:30
von Zonya • Junior Member | 510 Beiträge | 36900 Punkte




- Carly




Silas flüchtet.
Er hat kein Ziel vor Augen, möchte einfach nur fort. Alleine sein, genau das ist es was er sich in diesem Moment wünscht. Dass ist es, was er am besten kann. Man kommt alleine auf diese Welt, lebt alleine und am Ende stirbt man alleine.
Für einen kurzen Moment wünscht er sich in eine Zeit zurück, die er schon lange hinter sich gelassen hat. Zumindest glaubt er sich das eingeredet zu haben. Silas ist nicht mehr die selbe Person wie er es früher einmal gewesen ist. Boston hat ihn zu einem anderen Menschen gemacht, doch Chicago scheint ihn einzuholen. Vielleicht wäre es einfacher gewesen, hätte er die Straßen der Southside nie verlassen. Das Viertel, eine triste Einöde, in denen erwachsene Männer an einem Dienstagmittag um 14 Uhr im Unterhemd auf der Veranda sitzen und Gin trinken. Unkraut wuchert vor verlassenen Häusern, deren Türen und Fenster mit Holzbrettern vernagelt sind. Wo der schnell verdiente Dollar an der Ecke ein besseres Geschäft ist, als im Supermarkt fremde Einkaufstüten zu packen. Die Sorgen und Mentalität der Menschen ist eine ganz andere als hier. Dort gehört der Junge hin, dort passt er ins Bild. Hier fühlt er sich fremd und ausgeliefert. Hier weiß Silas nicht, wie er mit einer Situation wie der solchen umgehen soll.
Seine Füße haben ihn von dem Jahrmarkt getragen, in Richtung der Schwimmhalle der Schule. Eine der wenigen Ecken, die Nachts nicht beleuchtet sind. Silas Schritte verlangsamen sich und sein Herz beruhigt sich.
Doch nur für einen kurzen Moment, um anschließend wieder in die Höhe zu springen. Fremde Stimme hallen durch die Dunkelheit. Silas kann sie keinen Gesichtern zuordnen und bleibt wie angewurzelt stehen.
Dann sieht er sie. Luke hat einen Arm um Carly gelegt, ein Detail, an dem er sich nicht stören sollte. Doch er tut es.
Unwillkürlich formt er die Hände zu Fäusten und presst den Kiefer zusammen, dass die Muskeln im schwachen Mondlicht tanzen.
Einer nach dem anderen verschwinden sie wieder aus seinem Blickfeld, bis nurnoch das Mädchen mit den blonden Haaren zu sehen ist. Silas Kopf sagt ihm, er solle umdrehen und gehen, einfach nicht weiter darüber nachdenken. Doch sein Körper scheint ihm nicht mehr zu gehören.
Er tritt aus seinem Versteck und nähert sich Carly Schritt für Schritt, bis er mit einer Distanz von fünf Metern neben ihr stehen bleibt. Ihr Profil hebt sich deutlich von der Dunkelheit ab. Seine Stimme ist rau, als er anfängt zu sprechen. Silas muss sie zu Tode erschrecken.
"Warum bist du hier?"


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zuletzt bearbeitet 08.12.2019 18:31 | nach oben springen

#121

RE: Boston High School Start

in Boston High School 08.12.2019 18:33
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


ARTUR
- Eliott


Du bist genug.
Dass er genug ist, das ist wie ein Startschuss. Das trillernde Los, auf das man bei einem Marathon nur so wartet, um dann die Hacken in den Boden graben und den Körper vorwärts schieben zu können.
Um dann, nach dem befreienden Pfeifen, Richtung Zielgerade zu hechten.
Eliott fängt seine Hände ein und gibt sie nicht mehr frei, was Artur dazu zwingt, sich dem Kuss völlig hinzugeben. Der blonde Deutsche verschränkt die Finger fest mit denen des andren, keucht leise, als die Lippen sich voneinander lösen. Dieses Mal schließt er die Augen nicht wieder genießerisch wie am Anfang, er behält sie offen. Die ganze Zeit schon, seit das hier eine andere Richtung einschlägt.
Die Luft ist zum Schneiden dick, aber auf keine schlechte Art und Weise, wie die, für die man die Redewendung sonst gewöhnlich benutzt.
„Du glaubst gar nicht, wie sehr ich das will“, nuschelt er zurück und wird die Worte auch Monate später nicht bereuen. Arturs Kopf ist klar und so ist auch sein Willen.
Der Junge lässt sich herumdrehen, als ob das so einfach erledigt wäre, und er ist darauf gespannt, was Eliott als nächsten Schritt ansetzt. Das Spiel das sie spielen, es ist wie Russisch‘ Roulette – einer wird sicher sterben, aber Artur ist sich sicher, dass es ein schöner Tod wird.
Einer, der sinnlich ist.
Artur biegt Eliott den Rücken entgegen, als der an seinem Shirt herumhantiert und wenn ihn einer fragt, dann wurde es schon lange Zeit, dass sie den Stoff verloren. Ist er ehrlich, dann darf sogar noch mehr folgen.
Er lässt seine Finger Eliotts Kontouren nachzeichnen, ist sichtlich angetan von ihm. Wie könnte er auch nicht?
Der junge Franzose ist schön. Schön echt und gleichzeitig auch unnormal. Surreal, so als wäre er einem Katalog entsprungen. Bunte Augen unter fast schwärzlichen Haaren, eine Schwäche, die Artur erst jetzt als solche erkennt, weil sie das erste Mal unmittelbar vor ihm ist.
Wenn das sündigen ist, dann will er es tun – so unsagbar oft.
Eliotts Körper ist nicht ganz so definiert wie Arturs und das alleine bringt seine Augen dazu, verrückt nach ihm zu werden. Eliotts Proportionen wirken so verdammt perfekt, wie für ihn abgemessen.
Arturs Herz schlägt schneller als es sollte und er meint für den Moment, es liegt an Adrenalin und Affektion – und später soll er merken, dass es in Wahrheit ganz, ganz anders ist.
„Mach endlich weiter“, quengelt er dann, weil er selbst wenig ausrichten kann – Artur würde sich am liebsten aufsetzen, das Ruder in seine Hand reißen. Er will das alles schneller geht als es das im Moment tut und auf der anderen Seite soll der Abend für die Ewigkeit anhalten.

So lange, bis das Telefon klingelt.


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#122

RE: Boston High School Start

in Boston High School 08.12.2019 22:39
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


RAINN
- Jake


Eine Polizeistation hat die Rothaarige in ihren achtzehn Jahren auf Erden tatsächlich noch nie von innen gesehen. Erste Male sind Sachen, die sie mit Jake in Hülle und Fülle erlebt.
Ungeduldig trommeln Rainns Fingernägel auf der Tischplatte herum: die Beine hat sie überschlagen, eine Tasse mit Kaffee bereits geleert. Abgesehen von den noch immer geröteten Augen und den ungewöhnlich legeren Klamotten, die die sie nach dem Spiel eben angezogen hat, zeugt nichts an ihrer Präsenz mehr von dem mentalen Zusammenbruch, den sie Stunden zuvor noch erlitten hat.
Stunden – tatsächlich sitzen sie jetzt bereits seit beinahe drei Stunden hier.
„Meint ihr nicht, dass ihr in langsam mal da rausholen könnt?“, fragt sie in die Runde. Rainn zeigt auf den Bildschirm, auf den sie eigentlich nicht blicken dürfte, durch den sie Jake aber beobachtet hat, seit er da drinnen ist. Ausgenommen einer Pinkelpause.
Die Stimme ist kalt und sie zeigt ihren Gegenübern nichts von dem Sturm, der im Inneren herrscht. Jake so zu sehen, tut ihr physisch weh. Er starrt nur so vor sich hin, gegen die kahle Wand. Da drinnen gibt es sonst nichts zu tun.
Ganz so taff wie sie tut, ist Rainn in diesen Stunden nicht. Sie ist sich nur bewusst, dass sie hier keinen Funken an Schwäche zeigen darf.
Sieben Gesichter, die im ganzen Büro verteilt sitzen, blicken sie an.
Manche verachtend und manche bewundern. Alles halten die Mimik aus dem gleichen Grunde inne: weil Rainn eben Rainn ist. Die verzogene Göre, das reiche Mädchen. Die, die offiziell nicht existiert, aber in ihren Kreisen für eine Menge Arbeit sorgt.
„Ich meine…“, zieht sie den nächsten Satz in die Länge, „… ihr dürft ihn da drinnen nicht mehr festhalten, oder irre ich mich?“
Immerhin hat Jake nichts angestellt. Zumindest abgesehen davon, dass er einem der Polizisten eine staubige Uniform verpasst hat, wohl kaum. Leider interessiert die Männer hier das geschriebene Gesetz wohl scheinbar wenig. Wäre er aus Dorchester, wie er es eben ist, und dazu noch schwarz, hätten sie ihn auf der Straße schon erschossen.

Anhand der schweren Schritte weiß Rainn, wer auf der anderen Seite der Tür auf sie zukommt.
Aber auch so wäre es schwer zu erraten: sie hat ihn immerhin selbst angerufen. Rainn spielt das Ass, das sie sonst lieber im Ärmel lässt, aus.
Bis die Tür sich öffnet, dreht sie den Oberkörper langsam in die Richtung. Optisch sind sie sich kaum ähnlich, bis auf ein einziges Detail.
Die Augen. Rainn hat die bernsteinfarbenen Iren von ihrem Vater geerbt, das lässt sich nicht leugnen. Braun ist nämlich nicht gleich braun und in diesem Fall ist es unverkennbar.
Ein leichtes Lächeln, der schleichende Triumph, breitet sich auf ihrem Gesicht aus. Alexander Healey, der mit zwei Bodyguards im Gepäck den Raum mit seiner Präsenz ausfüllt, lässt den Groll der Beamten verpuffen.
Gouverneur schlägt Cop.

Langsam aber sicher wird die Rothaarige doch nervös. Immerhin ist nochmal eine Stunde vergangen und aus dem Abend ist tiefste Nacht geworden. An Müdigkeit ist dennoch nicht zu denken.
Das Mädchen ist wie gestromt. Es kostet sie enorm viel Beherrschung und Kraft, nicht weiterhin andauernd auf der Tischplatte zu trommeln oder mit dem Fuß zu wippen.
Hier zu warten ist schlimmer als jede Folter. Mittlerweile befinden sie sich im Wartezimmer – wo ihr nicht mehr die Möglichkeit gibt, über den Monitor das ganze Geschehen mitverfolgen zu können.
Es macht Rainn kirre.
Gefühlte Jahre vergehen, bis sich die Tür endlich öffnet, bis sie ausgetretene Schuhe sieht, die sie nur allzu gut kennt. Dan der dicke Uniformiert, der sie vorher so abschätzend betrachtet hat, ist es, der Jake schlussendlich in den Raum herein schubst. So stark, dass der Neunzehnjährige, der ohnehin nicht zu wissen scheint wie ihm geschieht, strauchelt.
Rainn sieht ihn an – geräuschvoll zieht sie die Luft ein.
Er sieht schrecklich aus. Geschunden und um Jahre gealtert und scheinbar auch wieder nüchtern.
Jake Riley steht vor versammelter Mannschaft wie ein Häufchen Elend, wie ein räudiger Hund im Scheinwerferlicht.

Letztendlich ist es Alexander Healey, der das Schweigen im Walde bricht. Der gebräunte, dunkelhaarige Mann, dessen Augen funkeln wie Rainns, erhebt sich aus dem Sessel, tritt auf den Neunzehnjährigen zu. „Ich hatte mir eigentlich gedacht, dass ich meinen zukünftigen Schwiegersohn unter anderen Umständen kennenlerne“, lacht der Politiker, reicht dem Jungen die Hand und zieht diesen dann in eine kurze Umarmung.


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#123

RE: Boston High School Start

in Boston High School 08.12.2019 23:45
von Mivaka • Member | 1.116 Beiträge | 79550 Punkte



with Toya, Nevio & Luke ; Silas


Hört man eigentlich tatsächlich auf jemanden zu lieben?
Es ist schwer vorstellbar, dass die Gefühle für jemanden, der einen glücklich gemacht hat, einfach so verschwinden. Vielleicht hört man gar nicht auf diese Person zu lieben, man ist lediglich auf der Suche nach jemandem, den man mehr liebt. Die Erinnerungen an die alte Liebe bleiben, sie sind fest verankert in einem und dennoch. Carly ist über Silas hinweg, sagt sie sich jedenfalls. Sie hat den Vorfall mit ihm so weit verdrängt, dass die kompletten Erinnerungen an ihn verschwunden sind. Gut eingepackt in der letzten Ecke ihres Gedächtnisses. Nicht dazu gedacht, dass sie noch einmal hervorgekramt werden und der Staub von ihnen gepustet wird.
Und genau das passiert grade. Das Auftauchen des Braunhaarigen wirft sie aus der Bahn. Es wirft sie viel mehr aus der Bahn, als es das sollte. Carly kann nicht einschätzen wie es ihm dabei geht. So ist sie aber doch eigentlich der festen Überzeugung, dass es für Silas nicht so eine große Sache gewesen ist, wie für sie. Vielleicht ist es einfacher für Carly gewesen, wenn sie sich das einredet.
Und jetzt will sie doch eigentlich nur den Abend geniessen. Die Jungs scheinen eine wirklich nette Gesellschaft zu sein und Toya ist inzwischen eine gute Freundin. Carly will hier einfach neu anfangen und genau dieser Plan wird von Silas durchkreuzt. Auch wenn er theoretisch nichts dafür kann. Schließlich ist die Blondine her gezogen, auch wenn sie nicht geahnt hat, dass sie hier auf den jungen Mann treffen könnte.
Luke ist im Inneren der Halle verschwunden, hat ein Fenster geöffnet und ermöglicht somit den Anderen den Zutritt zu der Halle. Die Blondine kann sich nur schwer vorstellen, dass dies erlaubt ist. Fragt aber auch nicht nach. Es kümmert sie gerade in dem Moment nicht. Und so sieht sie den Anderen dabei zu, wie sie sich in die Halle begeben. Will den anderen doch eigentlich folgen, nicht mehr weiter darüber nachdenken wen sie vorhin gesehen hat.
Die raue Stimme, die beinahe aus dem Nichts kommt, lässt Carly heftig zusammenzucken. Für einen Moment hat sie das Gefühl, ihr rutsche das Herz in die Hose und gleichzeitig springe es aus ihrer Brust. Ein Wunder, dass sie nicht vor Schreck aufgeschrien hat. So hat sich Carly viel zu hastig umgedreht, die Augen noch immer vor Schreck geweitet und dann sieht sie Silas vor sich stehen. Es braucht viel zu lange, dass sie seine Worte wirklich realisiert. Ihre Gedanken rasen, ihr Herz pocht wie verrückt und alles in ihr schreit danach, dass sie sich einfach umdreht und flieht.
„Ich..äh...“ im ersten Moment bekommt sie lediglich gestammelte Worte über die Lippen. Bricht ab, beißt sich dann auf die Unterlippe und versucht die Gedanken zu sortieren. „Mein Dad...“ mehr bringt sie nich hervor, dann bricht ihre Stimme ab und sie schluckt. Weiß nicht wie sie mit der Situation umzugehen hat. Weiß nichts mit sich selbst anzufangen.


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#124

RE: Boston High School Start

in Boston High School 09.12.2019 18:11
von Mivaka • Member | 1.116 Beiträge | 79550 Punkte



Lucien, Leni


Ein Grinsen ziert seine Lippen, als Lucien eine Augenbraue hebt.
Vielleicht hat er Recht. Vielleicht besitzt Hardin kein Herz. Anatomisch besitzt der Montgomery Sprössling sicherlich eines, jedoch ist es lediglich zum Blut pumpen da. Seine Freunde wissen wie er ist, kennen seine Eigenarten und eigentlich ist es fast ein Wunder, dass Lucien ihn schon so lange aushält. Mehr oder weniger aushält. Gerade weil sie zwei aus vollkommen unterschiedlichen Gesellschaftsschichten kommen und Monty wirklich das Leben eines Rich Kids auslebt. Wieso auch nicht? Wenn er die Chance dazu hat, warum sollte er sie nicht nutzen. Sicherlich teilt Hardin nicht gerne und dennoch hat er in diesem Punkt kein Problem, seine Privilegien mit Lucien oder anderen Freunden zu teilen.
„Lässt sich bestimmt einrichten. Ob ich es mache, oder wer anders, ist ja egal.“ Wenn Lucien ein üppiges Frühstück will, dann bekommt er eines. Die Bediensteten können alles zaubern, wonach sich das Herz des Jungen sehnt. Hardin selbst wird jedoch nicht in aller früh in der Küche stehen um seinem Kumpel ein Frühstück zu zaubern. Das ist dann doch zu viel des Guten.
Beim Weggehen zur Bude bekommt er nur den Anfang des Telefonates von Leni mit. Kann sich dabei seinen Teil schon denken. Sicherlich irgendeine Freundin und Lucien tut ihm fast leid, dass dieser jetzt das Gespräch mitbekommen muss. Denn in dieser Hinsicht ist Leni wirklich nicht besser als irgendwelche anderen Püppchen der Schule. Monty hat solche Gespräche schon oft genug erlebt. Mit den drei Flaschen in der Hand kehrt er also wieder zu den anderen zurück. Grinst seinen Kumpel an und drückt beiden eine Flasche in die Hand. Glücklicherweise legt Leni bei seiner Ankunft gerade auf. Das Telefonat hätte er jetzt wirklich nicht gebrauchen können.
„Auf den wohl Weltbesten Quarterback.“ mit einem verschmitzten Grinsen kommen die Worte über seine Lippen. Monty lobt nicht oft und dennoch sind diese Worte, so unernst sie vielleicht auch wirken mögen, komplett ehrlich. Lucien ist wirklich gut in dem was er macht und wenn einer ein Stipendium verdient hat, dann der Braunhaarige.


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#125

RE: Boston High School Start

in Boston High School 09.12.2019 18:39
von Zonya • Junior Member | 510 Beiträge | 36900 Punkte














• • •



JAKE RILEY
- Rainn




Es ist Rainn, die Jake beobachtete, als er grob aus dem Arrest gezerrt wird: Jake getreten wie ein Straßenhund, Jake mit dem dreckigen, schwarzen T-shirt, auf dem scharlachrotes Blut glänzt und dessen Kopf hämmert und dröhnt. Sie beobachtete ihn aus dem Wartezimmer heraus, einen Mann in Gesellschaft, dessen Name der Junge aus Dorchester nicht kennt. Jake wird sich erklären müssen, das weiß er, aber vorerst will er nur die rothaarige um sich haben. Und er will die Dunkelheit. Er will sogar ihren Zorn, den er sich verdient hat. Alles, alles, was seine tobenden Kopfschmerzen mildern kann.
Ein korpulenter Deputy schubst ihn achtlos vor sich her und der dunkelhaarige gerät ins Straucheln. Die Knöpfe an seinem Hemd drohen bei jedem Schritt wie ein Geschoss abzuspringen. Doch dazu kommt es nicht und ehe er sich versieht, steht er alleine dort, der Deputy verschwunden.
Jake fokusiert den fremden Mann, der unmittelbar zu Rainn gehört, kann sich aber nicht erschließen, wer er ist. Sein Gesicht kommt ihm merkwüridg bekannt vor, doch der junge Mann schafft es nicht einen klaren Gedanken zu fassen. Die Fetzen in seinem Kopf sind grau und taumeln wie auf Stöckelschuhen von ihm fort, werden immer kleiner und weniger greifbar.
Seine Worte treffen ihn wie ein Fausthieb ins Gesicht und mit einem mal wird ihm klar wer da vor ihm steht. Nur das wieso schwebt noch frei im Raum herum. Jake kann sich weder erklären, warum Rainn noch hier ist, geschweige denn ihr alter Herr.
Seine trüben Augen wandern über das Gesicht des schwarzhaarigen. Rainn ist ihm alles andere, als aus dem Gesicht geschnitten. Nur die Augen, die hat sie von ihm. Das wunderschöne bernsteinfarbende tief, in dem er sich vom ersten Moment an verloren hat. Mit der selben Gelassenheit wie ihr Vater kann der Junge nicht an die Sache herangehen, für ihn ist es nicht selbstverständlich. Jake kennt niemanden, der so für ihn einstehen würde, geschweige denn das Geld dazu hätte.
Verwirrt blickt er zwischen Tochter und Vater hin und her, bleibt mit dem Blick letztendlich auf der rothaarigen hängen. Seine Augen lasten schwer auf ihr und noch immer hat er getrocknetes Blut im Gesicht. Die Fingerknöchel sind aufgerissen und rot und schütteln nur einen kurzen Augenblick später auch schon die des Mannes, der auf ihn zugetreten kommt und ihn in eine kurze, freundlich Umarmung zieht. Jake weißt kaum wie ihm geschieht, geschweige denn, wie er auf seine Aussage reagieren soll.
"..Danke" ist alles was seinen Mund mit rauer Stimme verlässt. Kurz schweigt er, "Sie hätten nicht- .. ich werde ihnen alles zurück zahlen", wohlwissend, dass er das Geld nicht ohne weiteres aufbringen kann. Für einen kurzen Moment denkt er, es wäre besser gewesen, wenn sie ihn hier vergessen hätten. Er fühlt sich Rainn gegenüber schrecklich, doch zugleich macht sein Herz auch einen Satz, wenn er daran denkt, dass sie bei ihm geblieben ist, ganz egal, wie sehr er sie versucht hat vom Gegenteil zu überzeugen.
Wieder sieht er sie an, will einfach nur vorwärts in eine tröstliche Umarmung sinken. Doch der Junge aus Dorcherster hält sich zurück, nicht sicher, ob all das doch nur einer dieser Fieberträume ist, aus denen er gleich erwacht, merkend, dass sie nicht bei ihm ist. Nicht mehr bei ihm sein will.
Der Deputy kommt zurück und Jake bekommt seine Sachen zurück. Das alte Handy mit dem zersprungenen Display, sein Portemonnaie und die Schlüssel. Dann darf er gehen.
Vor der Tür schlägt ihm kühle Luft entgegen, die ihn angenehm einhüllt. Während es bei dem Spiel noch warm war, ist die Temperatur deutlich gesunken. Ein Blick auf sein Handy verrät, dass mehrere Stunden vergangen sind.
Jake lässt den Blick für einen Herzschlag sinken, bevor er ihn wieder hebt und Rainn in das hübsche Gesicht blickt.
"Es tut mir Leid, das ist alles meine Schuld, Ich-.. Ich hätte es niemals so weit kommen lassen sollen". Der Junge streckt eine Hand nach ihr aus und legt sie an ihre Wange.
"Ich bin nicht gut genug für dich."


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