#201

RE: Boston High School Start

in Boston High School 05.01.2020 12:14
von Mivaka • Member | 1.116 Beiträge | 79550 Punkte



im Schneegestöber unterwegs ; Adrian – thinking Silas


Seit dem Abend auf dem Jahrmarkt hat Carly nicht mehr mit Silas gesprochen. Vielleicht hat es sich einfach nicht ergeben, vielleicht weiß die Blonde aber auch einfach nicht, was sie sagen soll. Versucht den Abend zu verdrängen oder jedenfalls so weit zu vergessen, sodass sie nicht jede freie Minute darüber grübelt. So hat sie noch keinerlei Antworten auf die ganzen Fragen gefunden, die seitdem in ihrem Kopf umherschwirren. Silas hat sich entschuldigt, versucht ihr klar zu machen, dass ihm der Vorfall an jenem Abend leid tut und hat die Blonde nur noch verwirrter zurückgelassen.
Natürlich hat Carly ihn auf den Gängen in der Schule gesehen. Ist ihm begegnet, aber wahrscheinlich wusste keiner von Beiden wie man am besten mit der Situation umgeht. So sind sie einem Gespräch aus dem Weg gegangen. Carly hat weitere Leute kennengelernt. Lebt sich allmählich hier ein und dennoch ist es nicht unbedingt ihre Traumvorstellung, dass sie ihr erstes Weihnachten in Boston alleine verbringt. Auch wenn sich die Blondine nicht so gut, wie manch andere, mit ihrem Vater versteht. So ist Weihnachten alleine nicht das, was sie sich erhofft hat. Ihr Vater ist vor wenigen Tagen auf Geschäftsreise gefahren. Steckt jetzt irgendwo anders wegen dem Wetter fest, knüpft dort wahrscheinlich neue Bekanntschaften und schafft es somit nicht zeitig wieder nach Hause.
Und was macht man am 25. Dezember wenn man alleine ist?
Carly hat keine Ahnung. Hat nicht die große Lust gehabt sich etwas besonderes zu Essen zu machen. Geschweige denn Geschenke auszupacken, die eh nicht vorhanden sind. Es ist das erste Weihnachten an dem die Blondine sich wirklich noch einsamer fühlt als zuvor. In Boston hat sie keine Familie. Ihre Freunde, die sie in der Zeit gefunden hat, sind alle anderweitig beschäftigt. Feiern wahrscheinlich, im Gegensatz zu ihr, mit ihren Familien. So begibt sich die Blonde dann tatsächlich nach draußen in die Kälte. Wird dort von dem kalten Wind in Empfang genommen, ist froh über den Schal, den sie sich umgemacht hat. Bereut es aber, dass sie sich keine Mütze oder Stirnband aufgesetzt hat. Etwas fröstelnd stapft sie durch den Schnee. Weiß selbst nicht so genau wo sie hin will, aber ein Spaziergang durch die verschneite Stadt ist wohl noch besser als den gesamten Tag alleine im Haus zu sitzen und gar nichts mit sich anfangen zu können. Die Hände hat Carly in den Jackentaschen vergraben, lässt die Gedanken schweifen, welche immer wieder auf Silas und den Umzug zurückführen. Glaub die Blonde eher an Zufall oder Schicksal?
Irgendwann sieht sie in der Ferne eine dunkle Gestalt, die sich auch ihren Weg durch das Schneegestöber bahnt.


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#202

RE: Boston High School Start

in Boston High School 05.01.2020 19:33
von Zonya • Junior Member | 502 Beiträge | 36500 Punkte














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JAKE RILEY
- Rainn




Langsam nickt Jake.
Das ganze sagt ihm nicht viel, so kann er sich nicht daran erinnern Pflaumenpunsch mit Apfelsaft einmal probiert zu haben, oder etwas, dass dem ganzen ähnlich kommt. Doch verwunderlich ist das nicht, immerhin besteht seine Getränkekarte nur aus Wasser und Whisky, erweiterbar um eine Flasche Bier.
Doch der Geruch des Punschs, der in der Luft liegt und die Wohnung in seinen Duft einhüllt, riecht vielversprechend.
Nur nicht zu süß denkt der Junge sich und blickt ein letztes mal auf den Topf, bevor Rainn ihn aus seinen Gedanken holt.
"Ich weiß.." murmelt er mit rauer Stimme und lässt den Blick sinken.
Jake ist es unangenehm, seine Probleme auf einen Mann abzuwelzen, den er nicht kennt und der allen überflusses auch noch der Vater seiner Freundin ist.
Gerne würde er das Kuvert und den Brief zurück an sich nehmen. Dann schüttelt er den Kopf, Jake kann sie und ihren Vater unmöglich um diesen Gefallen bitten. "Das ist zu viel Arbeit. Ich kann mich selbst darum kümmern" sagt er und verfolgt wie sie den Brief beiseite legt.
Er hätte erst gar nicht davon anfangen sollen.
Rainn möchte das komplette Paket Weinachten und ein laufendes Verfahren gegen ihn zählt nicht unbedingt dazu.
"tut mir Leid, ich-.. okay, reden wir morgen darüber" sagt er und schüttelt kaum merklich den Kopf.
Die rothaarige macht sich daran den Punsch, welcher eben noch auf dem Herd geköchelt hat, in zwei Tassen zu füllen. Jake ist froh, dass sie die Tassen nicht bis obenhin füllt, so kann er erst einmal probieren, ob es ihm überhaupt schmeckt.
Mit einem bezaubernden Lächeln auf den Lippen wendet Rainn sich ihm zu und für den Moment genießt er das warme und wohlige Gefühl, welches sich in seiner Brust ausbreitet. Jake hat vergessen, wie schön sich Weinachten anfühlen kann, wenn man es mit Menschen verbringt, die man liebt.
Es dauert viel zu lange, bis er ihr Antwort gibt, "Ist das eine rhetorische Frage?".
Natürlich entscheidet Jake sich für den Whisky, zu gut sieht die Flasche aus, die er vorhin schon beäugt hat. Rainn weiß, dass er niemals nein zu Whisky und dem damit verbundenen rauchig oder torfigen Geschmack sagen könnte. Es ist eine der wenigen Sachen, die ihm wirklich gut schmecken.
Jake umschließt die Flasche mit seinen Fingern und schänkt sich etwas ein.
"Wir können von mir aus gerne erst die Pizza machen" antwortet er leise und folgt ihrem Blick zu den Geschenken.
Vorsichtig nippt er an seiner Tasse. Der Alkohol nimmt dem ganzen die Süße und macht es für den dunkelhaarigen erst richtig schmackhaft.
Der dunkelhaarige folgt Rainn langsam und stellt dann die Tasse ab.
"Eine Sache muss ich aber vorher wissen.." sagt Jake und sieht sie fragend an.
"Hast du Ananas da?"


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zuletzt bearbeitet 12.01.2020 12:47 | nach oben springen

#203

RE: Boston High School Start

in Boston High School 05.01.2020 23:38
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


ARTUR
- Eliott, Nour


Wenn er ehrlich ist, dann ist Artur nicht einmal verwirrt - es ist noch viel mehr als nur die Verwirrung, die sein Gehirn in Schach hält.
Artur weiß nicht, wie er Eliott begegnen soll. Was vor allem daran liegt, dass er nicht weiß, was die beiden eigentlich sind.
Keine Fremden, keine Freunde – Eliott ist kein Verflossener.
Einfach nur ein One Night Stand, der irgendwie gehörig schief gelaufen ist.
Heiser räuspert der blonde Artur sich. Er nickt langsam, ganz bedächtig..
Eliott sollte unbedingt mit ihm reden. Es klingt gehörig bitter, aber Artur ist einfach der Meinung, dass er ihm etwas schuldet: eine Erklärung, eine Entschuldigung.
Eben irgendetwas, das sein Verhalten rechtfertigt.
Etwas, das Arturs Gedankenstrudel zur Ruhe bringt.
Der Blonde will es nicht zugeben, aber jener Abend im September hat ihn gehörig aufgewirbelt. Artur schafft es nicht, den Franzosen aus seinem Kopf zu bekommen. Er wirbelt dort hindurch wie ein dunkler Wirbelsturm, nur stoppt er nicht. Niemals. Es hört nicht auf.
Eliott nimmt in seinem Kopf eher noch stetig an Geschwindigkeit zu und damit auch immer mehr Platz. Solange, bis es dort gar nichts anderes mehr gibt.
Dabei weiß Artur gar nicht, wie es soweit hat kommen können. Er will sich nicht eingestehen, dass er sich auf nur wenige Stunden, waren es überhaupt zwei?, in ihn verguckt hat. Artur will sich in niemanden vergucken, vor allem nicht in einen Jungen, das kann er nicht gebrauchen.
Nicht, wenn er in einem halben Jahr zurück nach Deutschland geht, und nicht, wenn er einen glasklaren Kopf für seinen Abschluss braucht.
Artur kann Eliott wirklich nicht in seinem Leben brauchen.
Dennoch zehrt es ihn danach, den Dunkelhaarigen wieder zu berühren, ihn zu hören, zu fühlen, zu küssen.
Stumm hört er ihm deswegen zu. Artur genießt den Stimmton des anderen, er kommt aber nicht umhin, nach dem Enden der Ausführung, gerade dann als es schon an der Tür klingelt, leise zu seufzen.
Er dachte, wünschte sogar eher, er hätte mehr Zeit, um alles Geschehene aufzunehmen.
Eliotts Hand löst sich von seinem Unterarm, aber so schnell will er ihn nicht gehen lassen. Artur greift nach seinem Handgelenk. „Hau nicht wieder ab“, zischt er gar.
Das soll nicht wieder ablaufen, wie beim letzten Mal. Ganz und gar nicht. Arturs sonst so tiefe Augen sind stechend und starr auf den Lockenkopf gerichtet: „Du wolltest es grade wieder gut machen, oder nicht? Dann bleib. Warte.“
Dass er sich dabei unfair verhält, das weiß er tief in sich drinnen. Einsehen mag er es allerdings nicht.
Er hat Nour am Telefon gerade weißgemacht, dass niemand außer ihm hier ist – direkt schuldig mag der Deutsche sich dabei aber auch nicht fühlen. „Was hätte ich ihm sagen sollen, Eliott? Hm? Dass ich gerade keine Zeit für einen Freund habe, weil mein verkackter One-Night-Stand vom letzten Quartal vor ein paar Sekunden in meiner Tür aufgetaucht ist und ich nicht weiß was er will?“
Leicht schüttelt Artur den Kopf. „Petty steht dir nicht, Eli.“
Ein letzter Blick in dessen Gesicht, kurz unbewusst auf der Unterlippe gekaut, und dann wendet Artur sich ab. Er tut, wie ihm befohlen: Artur öffnet die Tür, um auf der anderen Seite einen bibbernden Nour vorzufinden.
Zitternd, patschnass und nicht für das Wetter angezogen, und auf alle Fälle durch den Wind.
Dass Artur selbst auch ein wenig aufgewühlt ist, ist vor allem an seiner Stimme zu erkennen. „Komm‘ rein“, erbittet er und geht sogleich zur Seite, um dem Gegenüber das überhaupt zu ermöglichen.
„Eliott ist auch da… keine Ahnung ob ihr euch kennt? Wahrscheinlich schon? … Ich weiß aber nicht ob er bleibt.“ Mit den letzten Worten wirft Artur nochmals einen eindringlichen Blick zu seinem dunkelhaarigen Augenstern.
Jetzt muss er vor allem eines tun: das Pokerface aufrechterhalten.


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#204

RE: Boston High School Start

in Boston High School 06.01.2020 17:04
von Zonya • Junior Member | 502 Beiträge | 36500 Punkte



















A D R I A N
Auf dem Weg zum Krankenhaus; Carly




Das scharlachrote Blut, verschmiert in seinem Gesicht, auf den Klamotten und den Händen, stellt einen krassen Kontrast zu der weißen Winterwunderlandschaft, die den neunzehn jährigen umgibt, dar.
Die Kälte und das viele Laufen wirkt wie das Lösen einer Bremse für seine Gedanken und Emotionen. Adrian kann sich zusammennehmen und streng mit sich sein, er kann sich sagen, dass er sich anstrengen muss.
Es ist noch nicht so weit, das der Nebel in seinem Kopf sich lichtet, doch so dicht wie vorhin noch, dass ist er auch nicht mehr. Das er anscheinend in die falsche Richtung läuft versteht er aber.
Adrian wünscht, er hätte die Klappe halten können. Es hätte ihm vieles erspart, allemvoraus die Schmerzen, welche durch die kalte Luft nur noch vervielfacht werden. Jeder Atemzug schmerzt ein wenig mehr als der zuvor. Bei solchen Gelegenheiten wünscht Adrian sich, er hätte einen tatsächlich fahrbaren Wohnwagen, und ein Blaulicht, das er auf sein gezeichnetes Dach klemmen kann. Er würde diesen dreisten Autofahrern das Fürchten lehren und sich einen Pfad durch den Verkehr bahnen. Doch das hat er nicht, dafür aber zu viel Alkohol intus, der plötzlich nurnoch seine schlechten Seiten zeigen will. Mit jeder Sekunde betäubt er den Schmerz etwas weniger, lässt ihn aber umso grüner im Gesicht werden.
Angestrengt versucht er zu überlegen, womit er das nur verdient hat. Adrian fällt beim besten Willen kein Grund dafür ein.
Lucien hat völlig überreagiert. Seine Worte haben bei ihm gefruchtet, und der Quaterback musste auf Ohrfeigen, Schläge und Tritte zurückgreifen. So funktioniert die Welt eben.
In der Ferne kann der Junge mit den dreckig blonden Locken eine Gestalt ausmachen. Sie stapft durch den Schnee, der immer höher zu werden scheint. Wenn Adrian sich nicht bald beeilt, denkt er, wird er unter einer Decke von Eis erfrieren.
Je näher die Person kommt, desto schärfer werden ihre Umrisse und als sie nurnoch wenige Meter von ihr entfernt ist, erkennt der Deutsche, die langen blonden Haare, die sanduhrförmige Figur, versteckt unter einer dicken Jacke, die Stupsnase und zum Wetter passenden winterbläulichen Augen.
"Lar- .. Sam-.. äh..", ihm will einfach kein Name einfallen, der richtig klingt. "Hey, du!", ruft er schließlich und streckt den Arm nach ihr aus.
Adrian muss fürchterlich aussehen. Voll mit Blut, am ganzen Körper zitternd und unverkennbar betrunken.
"Kannst du mir sagen wo ich das Krankenhaus finde?".


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#205

RE: Boston High School Start

in Boston High School 06.01.2020 18:27
von Mivaka • Member | 1.116 Beiträge | 79550 Punkte



im Schneegestöber unterwegs ; Adrian – Silas


Wahrscheinlich ist es nicht die beste Idee gewesen, dass sie eine Runde an die frische Luft will. Die Kälte kommt schon jetzt durch die Jacke und setzt sich in ihren Knochen fest. Nur kann Carly zuhause nicht mehr alleine rum sitzen, muss irgendetwas tun. Sich vielleicht mal wieder von den Gedanken ablenken, die sie in letzter Zeit immer heimsuchen. Silas und der Abend vom Jahrmarkt beißen sich in ihrem Gedächtnis fest, lassen sie nicht los und so sehr sie auch darauf hofft, dass sie ihn einfach wieder vergessen kann, so schwer fällt es ihr. Carly weiß nicht wie sie dazu stehen soll, weiß nicht damit umzugehen. Und würde es noch viel weniger wissen, wenn sie erfährt, dass Silas zu dem Zeitpunkt doch eigentlich eine Freundin hatte.
Die Gestalt kommt ihr näher, sieht definitiv nicht so dick eingepackt aus wie die Blondine selbst und alleine bei dem Anblick friert sie nur noch mehr. Erst beim Näherkommen erkennt Carly ein bekanntes Gesicht. Kann das Gesicht zwar noch keinem Namen zuordnen, weiß aber, dass sie ihn schon öfter in der Schule gesehen hat. Viel erschreckender ist jedoch, dass sein Gesicht, seine Kleidung und seine Hände voller Blut sind. Die angeknackste Nase lässt Carly relativ schnell darauf schließen, dass diese gebrochen ist und daher das ganze Blut kommt. Hofft oder vermutet sie einfach mal. Der Dunkelblonde stammelt irgendwelche Namensanfänge, bis er sie schliesslich einfach mit du anspricht. Sie nimmt es ihm nicht übel, kennt seinen Namen schliesslich auch nicht.
Beinahe schon verzweifelt streckt er seinen Arm nach ihr aus, will dadurch vielleicht sicher gehen, dass sie nicht einfach verschwindet, sondern ihm hilft. Bei seinen Worten runzelt sie leicht die Stirn, schnell wird ihr klar, dass ihr Gegenüber viel zu tief in's Glas geschaut hat. Woher die Verletzung kommt, weiß sie allerdings noch nicht. "Ich...das Krankenhaus ist ganz woanders als hier." gibt sie also von sich. Weiß wenigstens schon wo das Krankenhaus hier ist. Nachdenklich beißt sie sich auf die Unterlippe. Zu Fuß zum Krankenhaus laufen lassen, kann sie ihn ja wohl schlecht. Das würde er sicherlich nicht überleben. Jedenfalls nicht in dieser Verfassung. Zu ihr nach Hause ist es ohne Umwege vielleicht ein Fußmarsch von 10 Minuten.
"Komm mit, ich fahr dich hin...du siehst gar nicht gut aus..." gibt sie also von sich. Wenn man genau hinhört, dann schwingt vielleicht sogar ein wenig Besorgnis in ihrer Stimme mit sich. Auch wenn sie ihn doch eigentlich gar nicht kennt. Da er viel zu wenig für das Wetter anhat, löst sie - zwar schwerzenherzens - den großen Schal von ihrem Hals, faltet diesen etwas auseinander, sodass ihr Gegenüber sich diesen umlegen kann. "Damit du mir auf dem Weg nicht noch erfrierst." gibt sie also von sich und schiebt ihn dann die ersten Schritte in die Richtung ihres Zuhauses. Der Weg gestaltet sich nicht gerade einfach mit ihm und bei der Kälte haben wahrscheinlich beide nicht wirklich viel Interesse an einem Gespräch. Dennoch kommen sie heil bei ihr an, Carly zückt den Autoschlüssel, welcher an dem Haustürschlüssel befestigt ist. Lässt das Tor der Garage hochfahren und bewegt sich zu dem Audi ihres Vaters. Lässt diesen kurz aufblinken, sodass die Türen nicht mehr verschlossen sind und geht zur Fahrerseite. Der Sportwagen ist sicherlich nicht so geeignet für das Wetter, nur ist es eben der Autoschlüssel den sie gerade mithat und der SUV steht irgendwo am Flughafen und wartet auf ihren Dad.


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#206

RE: Boston High School Start

in Boston High School 06.01.2020 22:00
von KimEule • Junior Member | 388 Beiträge | 21300 Punkte


Artur (Eliott) | Arturs Home | His world (and he himself) turned completely upside down

Ich stand vor der imposanten Tür, als mein Handy in meiner Hand vibrierte. Schnell war entsperrt, fast wie in Trance, gefangen in Gewohnheit. Mein Daumen berührte die Nachricht, ließ diese abspielen.
Nina gehörte zu den Menschen, die ich wohl niemals anlügen würde. Ich war schlicht und ergreifend nur schwerlich bis gar nicht in der Lage dazu, irgendetwas vor ihr geheim zu halten und für mich war sie so etwas wie ein Familienmitglied. Jemand der ihr etwas Böses tat würde sein (oder ihr, wollen wir mal fair bleiben) Leben nicht mehr glücklich werden, das schwöre ich auch. Es kam mir falsch vor – fast wie ein Betrug – jetzt hier vor Arturs Tür zu stehen und nicht vor ihr. Aber wenn ich ihr jetzt so sagte, was wirklich los war, würde sie sich Sorgen machen und das wollte ich auch nicht. Wenn ich ihr sagte, sie solle sich keine Sorgen machen, würde sie sich erst recht welche machen. Es war eine wirklich verfahrene Situation.
~ Bin bei Artur. Gebe dir bescheiden, wenn du dir wirklich welche machen müssen ~ tippte ich schnell, wenn man das mit starr gefrorenen Fingern und einer ätzenden Autokorrektur schnell nennen könnte. Ich tippte gerade auf Senden, als die Tür sich mit einem leisen Geräusch öffnete und den Blick auf den blonden Deutschen freigab, der vermutlich gerade aus dem Bett gekrochen war. So sah er jedenfalls aus. Hier her zu gehen war vielleicht doch keine so gute Idee. Diesen Gedanken vergaß ich jedoch sofort wieder, als mir die Wärme aus dem Inneren des Hauses ins Gesicht schlug und mich verführerisch nach drinnen versuchte, zu locken.
Ich trat schweigend zwei Schritte hinein, nachdem Artur beiseite gegangen war und wäre auch gleich aus den Schuhen geschlüpft, da erwähnte er Eliott. Ich kannte Eliott. Ich sah Artur an. Einige Momente, in denen ich versuchte, klare Gedanken zu fassen, um irgendetwas zu sagen, was irgendeinen Sinn ergab. Stattdessen:
„Meine Eltern sind nicht meine Eltern“, trocken und recht kalt, ungewohnt und fast fremd klang meine Stimme. Ich blinzelte. „Und ich bin schwul – was unwahrscheinlich toll im Islam ist. Fröhliche Weihnachten.“
Ein eigenartiges Lächeln legte sich auf meine Lippen. „Und ihr so?“
Derweil tropfte ich den Flur von Arturs Eltern voll. Vermutlich sollte ich bescheiden sein und gehen. Artur hatte schon Besuch und ich wollte nicht stören. Aber das hieße auch, dass ich zurück in die Kälte müsste. Vielleicht sollte ich doch Nina suchen gehen. Bei ihr zu Hause würde vermutlich aber auch nur Chaos herrschen und draußen war es zu ungemütlich, um sich dort die Nacht um die Ohren zu schlagen.


Song: Wasted Penguinz – Make It One Day
Fc: Enrie Scielzo


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#207

RE: Boston High School Start

in Boston High School 07.01.2020 15:30
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


LUCIEN
- Leni


Lucien hat kein System in seinen Gedanken, keine Peilung im Kopf, sobald sich die Trailertür hinter ihm schließt. Er bleibt einen Moment lang stehen und atmet tief durch, dann bohrt er die Spitzen seiner schwarzen Boots in den Schnee. „FUCK“, entfährt es ihm nochmal, dieses Mal viel lauter als alles, was er heute gesagt hat.
Einerseits kocht er innerlich, irgendwie aber auch wieder nicht.
Die vielen Emotionen, die in seinen Venen zirkulieren, sind mehr, als er für gewöhnlich kennt. Er will sie rauslassen, aber er weiß nicht wie. Gewalt ist die einzige Lösung die er kennt. Aber die, die hat ihm jetzt auch nichts gebracht, außer noch viel mehr Gedanken im ewigen Strudel, denen er nicht Herr werden kann.
Ein kleiner Schneeball, halb gefroren, findet den Weg vor seine Füße.
Lucien kickt ihn zur Seite. Der Schneeball verschwindet im Gestöber. Glücklicher macht es ihn nicht.
Lucien weiß, dass Leni hier gleich auftauchen wird – sie hat es am Telefon angekündigt und er weiß dass die Blondine eine Person ist, die das Gesagte auch in die Tat umsetzt. Normal schätzt er die Eigenschaft an Leni, weil er weiß, er kann sich auf ihre Worte verlassen. Heute scheut er sich davor.
Lucien will nicht, dass Leni ihn abholt, auch wenn es das Beste für ihn ist und er will auch nicht mit ihr reden müssen.
Dass er am Ende der Einfahrt ankommt und sofort in die grellen LED-Scheinwerfer ihres Wagens blickt, damit hat er nicht gerechnet. Er dachte, er hätte noch Zeit zu verschwinden.
Falsch gedacht, wie sich nun herausstellt. Verzweifelt stöhnt er auf.
Lucien fühlt sich wie im Rampenlicht, wie ein Reh, das mitten auf der Straße steht und vom Lichtkegel angeleuchtet wird. Ihm ist verdammt unwohl und leider fühlt er sich auch von jetzt auf gleich nüchtern. Schlimmer noch: im bleibt wortwörtlich die Spucke weg.
Lucien bleibt stehen, mit beiden Händen in den Jackentaschen, und sieht zu dem zierlichen Mädchen, das durch das Schneegestöber auf ihn zukommt.
Leni sieht hübsch aus, so wie immer, und sie macht es ihm damit noch schwerer, an Ort und Stelle zu bleiben und nicht einfach vor den nächstbesten Schneepflug zu springen. Nicht, dass davon viele den Weg in den Trailerpark überhaupt finden würden. Lucien schluckt schwer, dann zieht er zumindest einen Mundwinkel halbherzig hoch. „Äh, ich schon, schätze ich?“, sagt er gegen den Schnee, wesentlich leiser als Leni, und auch erst als sie unmittelbar vor ihm steht. Lucien selbst wäre auch tierisch wild, würde ihm jemand einfach auflegen: in der Rolle des Täters steckend ist es aber wieder etwas ganz anderes.
Er wusste sich nicht anders zu helfen.
Die Situation ist komisch. Und auf jeden Fall ist er der, der die Situation überhaupt erst komisch hat werden lassen. Lucien weiß nicht so recht, ob er Leni jetzt zur Begrüßung umarmen soll oder ob er es lieber lässt. Am liebsten würde er die Arme nämlich ganz um sie schlingen und sich festhalten.
Das macht er aber nicht.
Ihm geht es wie an dem Morgen, an dem er neben Leni in ihrem Bett aufgewacht ist. Lucien war dort zum Weinen zumute und jetzt ist es das auch. Die Sache ist nur die: ein neunzehnjähriger Junge aus Dorchester, der weint nicht. Nie und niemals.
Deswegen steht er ihr nur gegenüber, sieht die Blondine an und blinzelt gelegentlich.
„Ist doch egal…“, weist er lasch ab und will das Thema unbedingt wechseln.
„Ist dir kalt?“, fragt er deswegen, weiß aber, dass die Nachfrage höchstens rhetorisch sein kann. Es ist wirklich frostig hier draußen.
Lucien öffnet den Reißverschluss seiner pechschwarzen Jacke, um sie sich auszuziehen und sie dann Leni über die Schultern zu legen. Ihm selbst ist schon eiskalt – aber sie soll keine Erkältung davonziehen, nur weil sie ihn in seinem Suff ohne Jacke abholt. „Ich will nicht, dass du krank wirst.“
Lucien lächelt leicht, dann aber senkt er den Blick auf die Fußspitzen und nimmt auch die Hände, die gerade eben noch die Jacke um Leni gelegt haben, zu sich.


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#208

RE: Boston High School Start

in Boston High School 07.01.2020 16:21
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


IVIE
- Silas


Ich habe ein anderes Mädchen geküsst.
Silas‘ Worte bringen Ivie aus der Bahn. Das merkt man an der Art, wie ihre Gesichtszüge entgleisen und auch daran, dass sie sich am Treppengeländer festhalten muss. Silas‘ Gesagtes wirft sie in ihrer Bahn enorm zurück.
Zwischen Ivies Ober- und Unterlippe steht ein kleiner Spalt offen, der Mund ist zu einem leichten ‘O‘ verzogen.
Was Ivie mit gar am Meisten verletzt ist die starre Miene, die Silas weiter aufrechterhält.
Zwar hat er ein ersticktes, wirklich und wahrlich verzweifelt klingendes Geräusch ertönen und ein einziges Blinzeln sein zu Stein erstarrtes Gesicht überlaufen lassen, eine weitere Reaktion aber bleibt aus. Sie kann ihn nicht einschätzen. Ivie hat sogar für einzelne Momente das Gefühl, dass ihr ein vollkommen fremder Mensch gegenüber steht: kennt sie Silas überhaupt noch?
Leicht schüttelt die Rotblonde den Kopf. Wie reagiert man in einer solchen Situation?
In ihr kommt keine Wut mehr auf, weil sie eben sekundär ist. Das vorangehende Gefühl, die primäre Emotion, hat sie noch gar nicht verarbeitet. Was ist Ivie denn eigentlich?
Traurig. Ivie ist von einem Moment auf den anderen unendlich traurig. Ihren Kopf durchzieht der Gedanke, ob sie denn vielleicht einfach nicht genug für ihn ist? Wieso würde Silas einem anderen Mädchen überhaupt so nahe kommen? Er geht auf keine Partys, zumindest bekommt sie nicht mit dass er regelmäßig geht, wo er betrunken auf jemanden treffen könnte und auch sonst ist er eher ein Mensch, der lieber für sich alleine handelt. Das muss er also bewusst getan haben: Ivie wird klar, dass er sich bewusst für jemand anderen entschieden haben muss.
Das schürt natürlich eine andere Emotion: Angst. Angst, die unmittelbar an die Trauer anknüpft.
Ivie hat Angst davor, wie es denn jetzt weitergeht. Immerhin leben si eunter einem gemeinsamen Dach: sie sieht ihn jeden Tag. Hat ihn jeden Tag gesehen und sich schon, noch in schützender Unwissenheit gewogen, in den letzten Wochen schier verrückt gemacht.
Ivie atmet zittrig aus. „Oh…“
Worauf ihr Blick eigentlich fokussiert ist, kann sie selbst nicht sagen. Silas traut sie sich nicht weiter anzusehen, weil sie sich davor fürchtet, in ein Gesicht ohne Reue zu sehen. Einen Menschen zu erblicken, dessen Welt gerade nicht auseinanderbricht, so wie die ihre es mit lautem Getöse tut. Celine, die hinter ihm steht, will sie nicht ansehen. Ivie weiß, dass sie ihr und William gerade das schöne Weihnachtsfest ruiniert hat. Ihre verfluchte Neugierde, die sie einfach nicht in sich halten konnte. Ivie musste ja unbedingt nachfragen.
Der Körper der Siebzehnjährigen wird von einer Gänsehaut überzogen. Keine, die von Kälte rührt, sondern eine, die mit der Überforderung zusammenhängt. Salzige Tränen bedecken ihre Wangen ohne dass sie gemerkt hätte, dass sie angefangen haben zu fließen. Die Zurückweisung auf dem Jahrmarkt war der Beginn von allem, aber der physische Schmerz damals ist mit jetzt nicht zu vergleichen. Ivie kann das Herz regelrecht brechen spüren.
Die verfluchte erste Liebe.
Mit dem Handrücken streicht sie sich über das Gesicht, viel Unterschied macht es dennoch nicht. Die sonst so blassen Wangen sind gerötet und sie glänzen im künstlichen Licht. Leise schnieft Ivie.
„Ich… wann?“, will sie dann schließlich wissen, aber denken kann sie es sich schon fast.
Langsam setzt Ivie sich auf die Treppenstufte hinter ihr, sie sinkt am Geländer hinab und lässt die Schultern hängen.
Ivie liebt. Silas nicht.


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#209

RE: Boston High School Start

in Boston High School 07.01.2020 16:51
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Lucien




Man konnte von Leni halten was man wollte, aber sie war immer für ihre Freunde da. Sie würde ihnen immer helfen, wenn sie konnte. Natürlich war es bei ihr auch so, dass es verschiedene Stufen gab. Zum Beispiel würde sie sicher nicht jeden bei sich wohnen lassen, wie Luke oder eben im tiefsten Schnee jemanden abholen, obwohl Lucien wahrscheinlich gar nicht so unglücklich gewesen wäre, wenn sie nicht kommen würde. Die Amerikanerin kannte den Braunhaarigen gut genug, um zu wissen, dass er sich einen Kopf machen würde, weil er Sachen gesagt hatte, die sie wohl eher nicht erfahren hätte, sollen. Aber das Alles war Leni komplett egal, sie wolle Lucien definitiv nicht bei Adrian lassen, wenn er so betrunken war. Lucien hatte sich irgendwann in ihr Herz geschlichen, die Schülerin konnte gar nicht so genau sagen, wann es passiert war oder wie, sie wusste nur das es passiert war. Mit der Zeit wurde er einer der wichtigsten Menschen in ihrem Leben und für ihn würde sie sogar einen Platz in ihrem begehbaren Kleiderschrank freiräumen, wo sich noch immer sein Hoodie befand und dieser hatte sogar einen besonderen Platz, er lag nicht einfach auf den anderen oder unter den anderen. Und sie würde das Ganze nicht irgendwie abschwächen lassen, nur weil der Quarterback in seinem Rausch Sachen gesagt hatte, die er im nüchternen Zustand nicht mal denken würde.
Ihr Auto fiel in dieser Gegend einfach auf, sie waren in Dorchester, dem billigsten Stadtteil, wo normalerweise niemand ein 130.000 Doller Sportauto besaß. Und trotzdem war es für Leni was ganz normales teure Autos zu haben und in einer Villa zu leben. Sie wusste, dass Lucien aus anderen Verhältnissen kam, aber genaueres nicht. Denn die Blondine wusste auch, dass der Dunkelhaarige darüber nicht reden wollte, dieses Thema abblocken würde, wenn sie ihn fragen würde. Und das war okay für sie. Die Cheerleaderin würde ihn sicher nicht dazu drängen, aber jeder Zeit zuhören, wenn er darüber reden wollen würde.
Die 18-jährige wurde von einer eisigen Kälte begrüßt, als sie ausstieg, vielleicht auch, weil sie keine Zeit verloren hatte und dadurch nicht mal eine Jacke anhatte. Aber trotzdem überkam sie eine irrsinnige Ruhe, als Leni sah, dass es Lucien augenscheinlich gut ging. Irgendwie hatte sie sich im Kopf schon Horror-Szenarien vorgestellt, wie es ihm gehen würde, wenn sie ausstieg. Jetzt wo er unversehen wirkte, konnte die Blonde aufatmen. Auch wenn sie es definitiv nicht gutheißte, dass er einfach aufgelegt hatte, konnte sie ihm in dem Moment nicht böse sein. „Darüber reden wir nochmal“, erwiderte das Model und schenkte ihm ein kleines Lächeln.
Die Situation erinnerte sie sofort an die mit Monty vor ein paar Monaten. Damals war es auch seltsam zwischen ihnen gewesen und diesmal ist der Footballer schon wieder verhalten ihr gegenüber. Etwas was Leni so schnell wie möglich wieder ändern wollte.
Für jetzt lässt sie ihn damit in Ruhe. Nickt nur schweigend, aber sie würden früher oder später darüber reden, soviel stand fest. Die Amerikanerin ist verständnisvoll, wenn Lucien ihr nichts über seine Familie oder sein Zuhause erzählen wollte, machte sie selbst auch nicht so gerne, aber das war was anderes. Ihr war es nicht egal, was passiert war, dass der 19-jährige so vor ihr stand.
„Nur ein Bisschen“, antwortet die Schülerin schmunzelnd. Das sie sich hier wortwörtlich den Hintern abfror, traf es wohl eher, aber das musste der Quarterback nicht wissen. Und trotzdem beobachtete sie ihn, als er seine Jacke öffnete und sie sie wenige Sekunden später auf ihren Schultern spürte. Auf seine Worte hin musste die Blonde lachen. „Danke“. Doch jetzt konnte sie nicht mehr anders und legte ihre Arme um den hübschen jungen Mann, nur um ihn dann fest an sich zu drücken. Leni war es egal ob sie sich gerade eine Grippe einfing oder nicht, sie war einfach nur froh, Lucien an sich gedrückt zu spüren. „Fahren wir zu mir?“, murmelte sie dann in seine Halsbeuge.



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zuletzt bearbeitet 07.01.2020 22:38 | nach oben springen

#210

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A D R I A N
Auf dem Weg zum Krankenhaus; Carly




"Danke, ohne dich wäre mir diese offensichtliche Tatsache nicht klar gewesen" murrt Adrian etwas unfreundlicher als geplant. Die Schmerzen und die Kälte, die Übelkeit und das Wissen, dass sein gutes Aussehen, durch die angeknackste Nase, nur noch eine zehn und keine elf von zehn mehr ist, lässt seinen eigentlich so grünen Kopf rot werden. "tut mir leid, ... ich wollte nich- mir ist kalt und alles tut weh" versucht er die Situation wieder in den Griff zu bekommen. Adrian sollte nicht auch noch die letzte Person, die bereit ist ihm zu helfen, mit seiner prolligen Art verschrecken. Vorsichtig nickt er, als sie ihm anbietet ihn zu fahren. "Danke, danke" kommt es zitternd aus seinem Mund, als sie ihm auch noch ihren Schal über die Schultern legt. Die Besorgnis in ihrer Stimme hört er nicht. Adrian ist zu beschäftigt damit, über seine eigenen Probleme zu jammern. Wie ein getretener Straßenhung mit eingezogenem Schwanz, der jede hilfsbereite und ausgestreckte Hand erst einmal anbellen muss, bevor er demütig aus ihrer Hand frisst. Den Weg zu ihr verbringen sie mehr oder weniger schweigend, keiner der beiden hat das große Bedürfnis mit dem jeweils anderen zu reden. Wäre Adrian nicht betrunken, oder hätte gar eine gebrochene Nase, sähe das sicherlich anders aus. Dann würde er reden wie ein Wasserfall, sie mit unangebrachten Kommentaren in Verlegenheit bringen und seine Macht demonstrieren. Gerade aber, da hat er einfach nur Schmerzen, die nie wieder zu enden scheinen wollen. Das Haus der Blonden Schönheit, unanständig hat Adrian über diese Tatsache auf dem Weg nachgedacht, erinnert ihn an sein eigenes Zuhause. Früher, als er noch bei seinen Eltern gelebt hat. Der Audi, dessen zugehöriger Schlüssel in ihren Händen klimpert, ebenfalls. Sie müssen viel Geld haben. Ganz anders, als er selbst. Sein schäbiger Wohnwagen, den liebt er trotzdem und sich deswegen schlecht fühlen, tut er auch nicht. Der Junge mit den dreckig blonden Locken setzt sich auf die Beifahrerseite und mit einem lauten Knall zieht er die Tür zu.
"Ich weiß, ich weiß.. ist kein Panzer bla bla.." äfft er, ohne dass sie überhaupt etwas gesagt hat.
"ach ja, ... Ich bin übrings Adrian.. und du?"


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#211

RE: Boston High School Start

in Boston High School 09.01.2020 14:08
von Mivaka • Member | 1.116 Beiträge | 79550 Punkte



auf dem Weg ins Krankenhaus ; Adrian


Die unfreundlichen Worte nimmt sich Carly nicht zu Herzen.
Unter Schmerzen, die er ganz offensichtlich haben muss, sagt man oftmals Dinge, die nicht so gemeint sind. Direkt im Anschluss entschuldigt er sich dafür. Carly winkt das nur kurz ab. Er braucht sich nicht zu entschuldigen, gibt lediglich noch ein "Alles gut." von sich. Carly kann selbst nicht erklären warum sie ihm so großzügig ihre Hilfe anbietet und sich freiwillig bei diesem Wetter hinter's Steuer klemmen will. Vor allem, da sie den Lockenkopf nichtmal kennt. Vom Sehen her ausgeschlossen. Und dennoch würde Carly es nicht übers Herz bringen ihn lediglich mit den Informationen wo das Krankenhaus ist, einfach stehen zu lassen.
Ohne große Umschweife steigt der Lockenkopf auf der Beifahrerseite ein. Lässt die Autotür mit einem lauten Knall zuschlagen, für den er von Carly's Vater sicherlich nicht nur einen missbilligenden Blick erhalten hätte, die Blondine hingegen sagt nichts dazu. Würde auch gar nicht dazu kommen. Denn im nächsten Moment äfft er die alt bekannten Worte schon nach. Für einen winzigen Moment hebt Carly eine Augenbraue, sieht zu ihm. Sagt aber nichts dazu. Nimmt seine Worte einfach so hin. Vielleicht ist es besser, wenn sie auf so etwas nicht eingeht. Der Motor des Sportwagens heult auf, als sie diesen startet. Carly lässt den Wagen aus der Garage rollen, welche sich hinter ihnen wieder schließt. Dann biegt sie auf die verschneite Straße ab. Spürt schon auf den ersten Metern, dass der Sportwagen für das Wetter nicht unbedingt gemacht ist. Dagegen kann sie jetzt aber nichts unternehmen. "Carly...du gehst auch auf die Boston High oder?" Die Blonde hat die Hoffnung, dass sie Zwei nicht die gesamte Fahrt über schweigend nebeneinander sitzen. Das wäre irgendwie etwas...unangenehm. Worüber sie sich jedoch keine Gedanken gemacht hat, dass ihr Vater sie umbringt, wenn irgendwelche Blutsflecken auf dem teuren Sitz des Sportwagen zu sehen sind oder was sie macht, wenn sie Adrian zum Krankenhaus gebracht hat. Begleitet sie ihn dann oder fährt sie einfach wieder? Vielleicht hätte sie sich das Ganze etwas besser durchdenken sollen.
Dafür ist es jetzt zu spät. Sie sitzen in dem Wagen und die Blonde sucht sich ihren Weg durch die verschneite Stadt bis zum Krankenhaus. Die Straßen sind beinahe komplett verlassen. Hier und da sieht man mal einen einzelnen Menschen der durch das Wetter hetzt und einfach nur wieder nach drinnen will. Autos fahren kaum welche. Carly kann gut verstehen warum. Die dicken Schneeflocken landen auf der Frontscheibe, werden immer wieder von den Scheibenwischern beiseite geschoben, im Innenraum des Wagens wird es allmählich etwas wärmer, sodass die Blondine etwas auftaut.


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#212

RE: Boston High School Start

in Boston High School 10.01.2020 21:24
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


LUCIEN
- Leni


Leni will, dass er sich wohlfühlt. Das will sie immer.
Ihr zarter Körper drückt sich sachte an Luciens, dabei merkt er dass sie sich hier an der frischen Luft reichlich kühl anfühlt, und mit wenigen Sekunden Verzögerung schließt er seine Arme schließlich auch um sie. Langsam und mit fahrigen Bewegungen streicht der Franzose ihren Rücken auf und ab, er muss leise lachen, als sie gegen seine Halsbeuge spricht.
Lenis Worte kitzeln ihn. Wortwörtlich – der warme Atem, der auf seine kalte Haut trifft, hinterlässt dort einen Schauer und bringt ihn zum Lachen. „Du kitzelst“, beschwert er sich, er kippt den Kopf langsam und sachte zur Seite um damit gegen den ihren zu tippen.
Zwischen die beiden passt kein Blatt mehr - nicht mal mehr ein dünner Luftzug könnte durch sie hindurch pfeifen. Obwohl auch dem Jungen langsam der eisige Wind in die Glieder kriecht und vor allem seine Hände die Kälte enorm spüren, würde Lucien gerne ewig so stehen bleiben.
Für den einen Moment ist es so schön – es ist ruhig um sie herum und er denkt an nichts, außer dass Lenis Haare angenehm nach Apfel duften und er sie gerne so festhält wie gerade.
Ihre Umarmungen geben ihm immer Kraft, er fühlt sich wohl bei ihr. So leicht wie im Rausch, selbst wenn er nicht getrunken hat, nur dass er nach dem Trinken die Chance auf einen Kater hat und bei Leni auf einen Korb.
Eine Gänsehaut beginnt, seine trainierten Arme, die in einem dünnen Sweatshirt stecken, zu überziehen, und schließlich nickt der Achtzehnjährige. „Ja“, stimmt er zu und dann löst er seinen Griff sachte, „… also, falls ich nicht störe?“
Die Blonde ist nicht viel kleiner als er, nur knappe zehn Zentimeter, weswegen er den Kopf kaum neigen muss, um in ihr Gesicht zu sehen.
Von der Kälte rosige Wangen und leuchtend blaue Augen. Leicht verziehen sich Luciens Mundwinkel nach oben. Er schafft es nicht, die Finger ganz von ihr zu lassen, und schließlich hat er den Arm um ihre Schultern gelegt, als sie sich die wenigen Meter zum Auto durchkämpfen.
„Danke, dass du hier bist.“
Selbstverständlich ist es schließlich nicht.
Augenblicke später lässt Lucien sich auf den Beifahrersitz fallen, legt seine ohnehin schon ausgezogene Jacke auf den Fahrersitz, damit seine Hose das Leder nicht durchnässt. Im Auto ist es noch warm, die Heizung ist ein brutaler Unterschied zur Außentemperatur, und er merkt, wie durchgefroren er eigentlich ist. Lucien hätte nichts gegen eine warme Dusche, eine Decke oder eine heiße Schokolade – am liebsten aber wäre es ihm, alle drei Optionen abhaken zu können.
Leicht zittern seine Finger, als sie wieder aufzutauen beginnen, und der Franzose schließt die Augen für ein paar Momente, um tief und ruhig zu atmen.
Ein wenig merkt man eben doch noch, dass er getrunken hat.
Der Wagen macht sich lautstark bemerkbar, als Leni ihn startet – Lucien mag das Gefühl, das die enorme Power des Autos einem gibt, man spürt sie selbst als Beifahrer. Er mag es auch, den Blick zu Leni abzuwenden, als sie schließlich an einer Ampel halten. Draußen ist es trüb und finster, lediglich die Straßenlampen und das rote Ampellicht beleuchten ihr hübsches Gesicht von der Seite.
„Leni? Frohe Weihnachten.“


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#213

RE: Boston High School Start

in Boston High School 11.01.2020 14:34
von Kati • Member | 764 Beiträge | 54350 Punkte





Lucien

erwähnt Luke - Monty




Leni musste Lächeln, als sie Luciens Arme um sich spürte. Sie selbst hatte ihre Arme um seinen Hals geschlungen und drückte sich an ihn oder ihn an sich? Wahrscheinlich Beides. Es war schön in den Armen des Footballers, er gab ihr immer das Gefühl von Sicherheit. So als ob sie zusammen abgeschirmt wären vor der großen, bösen Welt. Die für jeden ihre eigenen Probleme bereit hatte. Teilweise ähnelten sie sich sicher, wie bei Monty, Luke und ihr oder Lucien und Jake, aber trotzdem hatte jeder sein eigenes Päckchen zu tragen, was keiner einem wirklich abnehmen konnte. Viele dachten, dass reiche Menschen keine Probleme hatten und wenn sie dann auch noch reich und schön waren, hatten sie fast schon glücklich zu sein. Das das aber nicht der Fall war, konnte Leni aus erster Hand sagen. Aber trotzdem verflogen alle Probleme wenigstens für einen Moment, wenn sie mit Lucien zusammen war.
Die Amerikanerin hatte sich ein paar Momente zeitgelassen, um zu antworten. Spürt den Kopf des 18-jährigen an ihrem und schaut mit ihren blauen Augen zu ihm auf. „Kann es sein, dass du ziemlich kitzlig bist?“, fragte sie dann leiser mit einem Schmunzeln auf den rosé farbenen Lippen. So stehen sie eine ganze Weile lang da und auch wenn es kalt war, war es angenehm. Es war ein Moment, den man normalerweise fotografierte, um die Erinnerung daran nicht zu verlieren. Und auch wenn sie kein Foto davon hatte, war sich Leni sicher, es immer im Hinterkopf gespeichert zu haben. Irgendwie war es ja fast schon malerisch, wenn man die Umgebung mal wegließ. Ein hübscher dunkelhaariger junger Mann Kopf an Kopf mit einer Blondine, während die Zufriedenheit der Beiden spürbar ist und sanfte Schneeflocken sie bedecken.
„Du störst nie und außerdem besuchst du mich sowieso viel zu selten“, meinte die Cheerleaderin lächelnd. Und das stimmte, der Braunhaarige konnte ihretwegen auch gerne bei ihr einziehen, wenn er das wollen würde. Die einzige Frage war ob Luke das so geil finden würde. Wahrscheinlich nicht. Ihr war natürlich auch nicht entgangen, dass der Schwimmer und der Footballer sich nicht sonderlich mochten und irgendwie verwunderte es die Blonde doch. Schließlich war Lucien mit Monty befreundet, der sich eigentlich noch wichtiger nahm als Luke. Das Abercrombie gerade auch bei ihr war, würde sie ihm später sagen, schließlich wollte sie den Franzosen bei sich wissen und irgendwie war sich die halbe Deutsche etwas unsicher ob er ablehnen würde, wenn sie erwähnte, dass sie nicht ganz allein zu Hause war.
Es störte Leni nicht, wenn der junge Mann sie anfasste oder so oft anfasste, denn teilweise hatte sie bei anderen doch ihre Probleme damit. Sie hasste grundsätzlich schon mal fremde Menschen, die sie irgendwie berührten, auch wenn sie es nicht unbedingt absichtlich taten. Und auch bei ihren Ex-Freunden stand sie nicht immer auf diesen dauerhaften Körperkontakt. Doch bei dem Dunkelhaarigen sah es anders aus, er kannte es gar nicht anders und würde sich wohl wundern, wenn er sowas mal irgendwann von irgendwem mitbekam.
Die Schülerin schenkte ihm auf seine Worte hin ein Lächeln, ein breites Lächeln sogar. „Kein Ding… Du kannst mich immer anrufen, dass weißt du, oder?“, stellte sie dann klar. Sie würde Lucien immer abholen, egal wann und egal wo.
Die Blondine konzentrierte sich aufs fahren, was diesmal viel ruhiger und mehr den Verkehrsregeln entsprach. Bei einer roten Ampel drehte sie sich zu ihm. „Dir auch“, meinte Leni dann sanft und fuhr sich kurz durch die Haare, ließ ihre blauen Augen allerdings weiterhin auf ihm ruhen. Irgendwie hatte sie ganz vergessen, dass heute Weihnachten war, es fühlte sich an wie jeder andere Tag auch. „Warum verstehst du dich eigentlich nicht mit Luke?“, platzte dann die Frage aus ihr heraus. „Ich meine du bist mit Monty befreundet…“, fügte sie dann grinsend hinzu, bevor sie ihren Blick abwenden musste, da die Ampel umgesprungen war.


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#214

RE: Boston High School Start

in Boston High School 12.01.2020 12:09
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


LUCIEN
- Leni
erwähnt Jake, Luke, Monty, Adrian



Ertappt schmunzelt Lucien. „Vielleicht ein wenig“, bestätigt er Lenis Mutmaßung: kitzelig ist der Achtzehnjährige wirklich. Oder, wie er es manchmal zu retten versucht: eben extrem empfindlich.
Zumal er sich einfach nicht davor retten kann. Lenis Atem, so nah an ihm, hat ein wohliges Gefühl ausgelöst, gleichermaßen kitzelnd als auch wohltuend, dass er sich darüber nicht einmal ärgern kann.
Lucien will öfter lachen und sich so gut fühlen.
Aber er weiß, dass ihn die Realität bald wieder einholen wird.
Dann wird, oder viel eher muss, er mit Leni über das gesagte Sprechen und dann muss er sich wieder einmal vor Augen führen, dass er das, was er will, nie haben kann.
Mit einem Seufzen lehnt er sich tiefer in den Autositz hinein. Der Sitz ist bequem und Lucien merkt langsam aber sicher, dass ihm alles gehörig schmerzt. Eine Aspirin würde später vermutlich auch nicht schaden, oder aber alternativ eine gehörige Mütze Schlaf. Auf Lenis Couch hat er schon oft genug übernachtet und er muss zugeben, dass sie für ein Sofa erstaunlich bequem ist.
Manchmal ist sie ihm lieber als sein eigenes Bett.
Noch dazu ist es bei Leni zuhause immer warm und ruhig: man hört keine klappernden Türen aus den Wohnungen ringsum, einen Stock höher oder tiefer. Dort knistert höchstens der Kamin.
Deswegen kann er dem blonden Mädchen nur zustimmen: „Du musst mich einfach öfters zu dir entführen.“ Er würde kaum nein sagen können.
Momente lang wendet Lucien seinen Blick ab, er beobachtet die vielen Schneeflocken, die sich auf der Windschutzscheibe sammeln, und wie sie immer und immer wieder vom Scheibenwischer weggeschoben werden. Abgesehen von ihnen beiden ist kaum jemand auf den Straßen: Boston ist wie ausgestorben.
Immerhin ist es Weihnachten.
Das Fest, das man mit seinen Liebsten verbringen sollte.
Der Dunkelhaarige nickt, weil er weiß, dass er Leni wirklich immer anrufen kann und darf. Trotz dem Nicken weiß er aber auch, dass er davon zu selten Gebrauch machen wird. Wenn Jake ihm in den dunklen Tagen nicht helfen kann, dann kann es auch sonst niemand.
Oder vielleicht könnte Leni es, aber er will nicht zulassen, sie ganz an sich heranzulassen. Lucien will sie nicht zu dem Punkt vordringen lassen, an dem es dann kein Zurück mehr gibt.
Lucien will sie, aber er will nicht, dass sie ihn sieht, wenn alles bergab geht.
Hätte er vorhin nicht an sie denken müssen, hätte er sie auch heute nicht angerufen. Sein dummer Kopf aber, der musste ihr unbedingt sagen, was er in diesem Moment gedacht hat.
Lucien sieht der Ampel zu, wie sie auf Grün springt und nur einmal Blinzeln später fährt Leni los.
Er ist froh über den Themenwechsel, der ihn von seinen Gedanken abbringt, aber dass sie dann auf Luke zu sprechen kommt, erhellt seine Situation nicht gerade.
Leicht zuckt Lucien mit den Schultern. „Es ist nicht so, als würde ich mich nicht mit Luke verstehen“, murrt er und denkt daran, dass die beiden doch schon einige Auseinandersetzungen hatten. „Zumindest ist es nicht ganz so einfach.“
Vielleicht ist es doch so, dass auch er sich nicht mit dem Neunzehnjährigen versteht, primär ist der Grund aber ein anderer: „Es liegt eher daran, dass Luke sich nicht mit mir versteht – oder verstehen will.“
Leise schnaubt Lucien. L
uke gefällt es nur zu gut, dass der soziale Status mancher Menschen unter dem seinen ist und das zeigt er ihm auch nur allzu gerne. Die provokativen Blicke und die zynischen Kommentare: natürlich hat er irgendwann den Punkt erreicht, an dem Lucien völlig durchgedreht ist.
Irgendwann sieht er rot, so, wie es auch vorhin bei Adrian war. Dann kann er sich einfach nicht mehr halten und dann spricht er auch lieber mit den Fäusten, als mit irgendwelchen leeren Worten.
„Monty ist ein anderes Kaliber. Er… ist ganz okay, auch, wenn sich seine Welt fast nur um ihn dreht.“
Nicht wissend, was er mehr sagen soll, kratzt Lucien sich im Nacken. Von seiner Seite aus ist alles gesagt. Eines will er im Gegenzug aber doch von ihr wissen:
„Wie kommst du auf Luke?“


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#215

RE: Boston High School Start

in Boston High School 12.01.2020 16:53
von Zonya • Junior Member | 502 Beiträge | 36500 Punkte






S I L A S
Ivie, Carly




Es ist ein Wunder, dass Silas Backenzähne nicht knacken, obwohl er sie so fest zusammen beißt.
So hat er Ivie noch nie erlebt. Die schreckliche Stille, nach seinem Geständnis, hat sich zu einer schwarzen, überbordenden Leere entwickelt. Silas kann die Traurigkeit spüren, die sie erfüllt.
Die Schmerzen.
Die schlimmsten, die er ihr nur hätte antun können.
Silas denkt nicht einmal daran, sich ihr gegenüber zu erklären. Eine Ausrede zu finden, die letztendlich gar keine ist. Keine Worte dieser Welt könnten wieder gut machen, was er innerhalb von Sekunden vernichtet hat. Nichts würde reichen, damit sie sich besser fühlt.
Damit er sich besser fühlt.
Lange hat Silas schon darüber nachgedacht, wann er es ihr erzählen soll. Wie er es machen soll. Eine richtige Antwort darauf hat er nie gefunden und mit dem heutigen Tag die wohl schlechteste aller Optionen gewählt. Silas hat gehofft, das es sein Gewissen erleichtern wird, wenn er es endlich über die Lippen bringt. Doch die Last auf seinen Schultern fühlt sich nur noch um ein vielfaches schwerer an. Der Gedanke war egoistisch, denn indem er versucht seine Welt wieder gerade zu rücken, zerstört er die ihre.
Plötzlich wünscht der Junge aus Chicago sich nur eins. Ivie soll so wütend werden, wie sie nur kann. Sie soll ihn all das spüren lassen. Als könne er ihr damit die Schmerzen ein wenig erträglicher machen. Aber das kann er nicht und der Gedänke zieht sich quälend durch seinen Kopf. Das Wissen, Ivie so verletzt zu haben, zerfrisst ihn.
Selbst wenn er wollte, Silas schafft es nicht, auch nur einen Ton von sich zu geben. Das Blut in seinen Adern ist gefroren und hält ihn starr und mit ausdrucksloser Miene auf Ort und Stelle.
Silas hat es nicht verdient von jemandem geliebt zu werden.
Und der eine Person, die bereit war es zu tun, laufen nun glasklare Tränen über die geröteten Wangen.
Warum musste Carly hier auftauchen? Warum hat es Silas mehr gepackt, als erwartet? Warum kann er sie nicht aus seinen Gedanken streichen?
Fragen über Fragen auf die der braunhaarige keine Antworten findet. Das ungute Gefühl, welches ihn seit Wochen begleitet rückt wieder in den Vordergrund. Was wenn er das Mädchen, in welches er sich vor Jahren verliebt hat, nicht einfach vergessen kann? Was wenn er sie noch immer liebt?
Kann man überhaupt zwei Menschen auf die selbe Art lieben?
Oder sind es nur die Schuldgefühle, die ihn an Carly gebunden halten?
Silas ermahnt sich selbst, keinen Schritt auf Ivie zu zutreten, wie er es am liebsten tun würde. Er möchte das Mädchen in seine Arme nehmen, spüren, warum er sich so schuldig fühlt. Verstehen, warum Liebe so verdammt weh tut.
Ein Nachdenklicher und trauriger Blick hat sich in seine Augen geschlichen. Es waren schon immer die Augen, die Silas verraten haben. Der Rest seines Gesichts ist zu Stein erstarrt und seine Stimme ist fest und klar als er spricht.
"Beim Jahrmarkt".


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#216

RE: Boston High School Start

in Boston High School 12.01.2020 17:18
von Zonya • Junior Member | 502 Beiträge | 36500 Punkte



















A D R I A N
Auf dem Weg zum Krankenhaus; Carly




Mit einem lauten Heulton startet der Sportwagens und trotz Adrians unaufmerksamen Art und der Tatsache, dass er noch immer einen im Tee hat, kann er den Motor unter sich schnurren spüren.
Verdammt, wie gerne würde er gerade selbst am Steuer sitzen. Es ist die eine Sache, die der Junge an seinem alten Zuhause vermisst. Mit Papas Auto das rechte Pedal durchdrücken. Und den Teil mit der Wäsche. Und dem Essen. Aber ansonsten, ist er mehr als nur zufrieden mit seiner Art das Leben zu genießen.
Ungefragt drückt Adrian auf dem Amaturenbrett herum, verstellt die Heizung und lehnt sich wohlig im Sitz zurück. Lange dauert es nicht, bis er wieder auftaut. Alles ist besser, als draußen unterwegs zu sein.
"mhm jaja.." gibt der Deutsche beiläufig von sich. Schule ist gerade wirklich das letzte, worüber er nachdenken möchte. Wie ein kleines Kind, hat das Auto Adrians gesamte Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Es steckt wohl doch noch ein wenig Deutsches Blut in ihm.
"He, kennst du das 3-Fragen-Spiel?", fragt der Junge plötzlich und dreht den Kopf zu Carly. "Nein? Okay.. Ich stell dir drei Fragen und du musst immer lügen.. verstanden? Gut.". Für einen kurzen Moment legt er die Stirn in Falten, dann legt er auch schon los, lächelnd, weil er sich für unglaublich gerissen hält.
"Hast du einen Nachnamen?". Im Grunde interessiert ihn die Antwort kein bisschen.
"Ist das dein Auto?". Es wird interessanter.
"Willst du mich damit fahren lassen?". Bingo.
Grinsend schüttelt Adrian die dreckig Blonden Locken auf seinem Kopf. "Fahr einfach rechts ran, dann tauschen wir schnell die Plätze."
Adrian ist es erschreckend egal, wie dreist er sich benimmt. Er findet das alles sehr amüsierend und es lenkt ihn doch tatsächlich von den Schmerzen, welche sich mitten in seinem Gesicht abspielen, ab. Angst, dass Carly es sich anders überlegen könnte, und ihn einfach am Straßenrand aus dem Wagen schmeißt, die hat er nicht. So ein freundliches Gesicht wie das ihre, würde doch niemals so egoistisch handeln und einen armen verletzten jungen Mann sich selbst überlassen. Irgendwie sowas, oder so.
Und für des Hoflichkeits Willen, "Bitte, danke"
Dann lacht der Junge und sieht das Mädchen mit den blonden Haaren ertwartungsvoll an. Dass er so betrunken wie er ist, niemals auch nur hundert Meter geradeaus fahren könnte, dass kommt ihm nicht einmal in den Sinn.


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zuletzt bearbeitet 12.01.2020 17:18 | nach oben springen

#217

RE: Boston High School Start

in Boston High School 12.01.2020 17:43
von Mivaka • Member | 1.116 Beiträge | 79550 Punkte



auf dem Weg ins Krankenhaus ; Adrian


Ihr Vater ist sicherlich nicht ganz begeistert, dass seine Tochter bei diesem Wetter mit dem Audi auf die Straße fährt. Und das nicht aus Angst um seine Tochter, sondern aus Angst, dass seinem teuren Sportwagen etwas passieren könnte. Demnach kann man sich denken, dass Carly nicht unbedingt vollkommen freiwillig in Boston ist, ist aber irgendwo auf ihren Vater angewiesen, nachdem ihre Mutter einfach mit ihrem neuen Mann verschwunden ist.
Adrian scheint nicht wirklich interessiert an dem Thema Schule. Macht sich ohne zu Fragen an dem Armaturenbrett des Sportwagens zu schaffen und stellt sich alles passend ein. Scheint für einen kurzen Moment wirklich begeistert von dem Wagen zu sein. Weiter achtet die Blonde aber auch nicht auf den jungen Mann neben sich. Sieht viel eher auf die verschneite Straße. Wendet für einen kurzen Moment das Gesicht zu ihm, als er seine Worte an sie richtet. Kommt gar nicht dazu irgendwie auf seine Worte zu reagieren. So schnell rattert er seine Worte hinunter. Carly kann lediglich ein "mhm.." von sich geben während er nachdenkt.
"Nein?" es klingt fast nach einer Frage. Hat sie das Spiel wirklich richtig verstanden?
"Ja." Der Wagen gehört ihrem Vater.
"Dann bin nicht nur ich, sondern auch du nicht nur einen Kopf kürzer."
Wenn ihr Vater schon allgemein nicht begeistert davon ist, dass Carly mit dem Sportwagen durch dieses Wetter fährt, dann wird er gewiss nicht erfreut darüber sein, wenn irgendein fremder, betrunkener Kerl mit gebrochener Nase den Audi durch die verschneiten Straßen lenkt und wahrscheinlich einen Unfall baut. Und da Carly doch ein klein wenig an ihrem Leben hängt, lässt sie Adrian natürlich nicht fahren. Auch wenn dieser der festen Überzeugung ist, dass sie seinem Wunsch nachkommt. Also schüttelt sie den Kopf auf seine nächsten Worte. "In deinem Zustand ist das keine gute Idee." gibt sie von sich, sieht dabei kurz zu ihm. Die Dreistigkeit die er gerade von sich zeigt, beeindruckt sie nicht wirklich. Jedenfalls versucht sie sich nicht davon beeindrucken zu lassen. Zwar hat sie im ersten Moment beinahe ein wenig skeptisch geschaut, aber hat sich jetzt so weit im Griff. Lenkt den Wagen weiterhin durch die verschneiten Straßen in Richtung des Krankenhauses, denkt gar nicht daran, rechts ranzufahren. Und wenn er darauf besteht, dann nur um ihn aus dem Wagen aussteigen zu lassen. Sicherlich würde Carly das nicht wollen, weil sie dafür einfach zu hilfsbereit ist, aber falls er unter allen Umständen darauf besteht, führt wohl kein Weg daran vorbei.
"Vielleicht irgendwann anders mal, wenn du überhaupt gerade aus fahren kannst.."


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#218

RE: Boston High School Start

in Boston High School 12.01.2020 19:26
von Kati • Member | 764 Beiträge | 54350 Punkte





Lucien
erwähnt Luke - Monty - Jake




Im Auto ist es noch immer wohlig warm, zwar noch immer nicht so warm, wie Leni es gerne hätte, aber definitiv ein extremer Unterschied zu den Außentemperaturen. Automatisch drückte die Blondine wieder auf den Knopf der Sitzheizung, es war eine brillante Erfindung, eine auf die die Amerikanerin wirklich nur sehr ungerne verzichten würde. Wie selbstverständlich drückte sie auch auf den daneben für Luciens Sitz. Ihm war mit Sicherheit genauso kalt, wenn nicht kälter wie ihr. Sie wusste nicht, wie lange der Dunkelhaarige schon draußen gesessen hatte, bevor sie gekommen war oder bevor er sie angerufen hatte. Seine Jacke war auch nicht so dick, dass er nicht gefroren hätte.
Bei Luciens Worten musste die Amerikanerin lachen. Ja, vielleicht sollte sie das wirklich machen. Irgendwie fand Leni es ja wirklich schade, dass sie den Franzosen fast schon zwingen musste zu ihr zu kommen. Natürlich wusste sie auch, dass der Footballer dachte, dass er stören könnte. Aber wie die Blonde schon gesagt hatte, er störte nie. Und irgendwie war es doch ganz schön mit ihm zu frühstücken und etwas zu plaudern, wenn er bei ihr schlief. Normalerweise hätte sie ihm auch immer eines ihrer Gästezimmer angeboten, aber naja irgendwie war es immer ein dummes Timing gewesen. Mal hatte sie gerade umgestaltet und das alte Bett war schon draußen und das Neue noch nicht geliefert oder einmal hatte sie beschlossen, dass es sie gerne andere Wandfarben hätte.
„Stimmt, anders kriege ich dich sonst ja auch nicht zu Gesicht, außerhalb der Schule…“, stimmte die Schülerin dann grinsend zu. „Oder aber ich mach mich weniger strafbar wegen Freiheitsberaubung und du besuchst weniger Monty und öfter mich“, fügte sie dann schmunzelnd hinzu. Wenn er unbedingt wollte, könnte er auch kurz zu Montgomery und dann zu ihr. Sie selbst war natürlich auch schon oft bei Hardin gewesen und aufgewacht, aber trotzdem verbrachte sie nur sehr selten wirklich Zeit allein mit ihm. Schließlich war es nicht so, dass sie Monty oder Monty ihr sowas schrieb wie, ‚Oh hast du gerne Lust und Zeit?‘ Es war eher so, dass sie zufällig auf einander trafen und dann in einem Bett oder ähnlichem landeten.
Die blauen Augen schweiften über die vorbeiziehende Umgebung. Man merkte sofort einen Unterschied, wenn man Dorchester verließ. Hier wirkte alles viel freundlicher. Auch wenn Leni selbst so gut wie keine Weihnachtsdeko besaß und nur ein paar schlichte Lichterketten am Haus hatte, fand sie es toll die ganzen bunten Lichter, Weihnachtsmänner, Schneemänner und Rentiere vor den Häusern in ihrer Nachbarschaft zu sehen. Hier gab es auch schon viel zu sehen, aber das Winterwunderland explodierte förmlich, wenn man nach Beacon Hill kam.
„Ja Luke ist manchmal etwas… kompliziert“, meinte die Cheerleaderin. „Aber wenn man es kitschig ausdrücken möchte, er hat das Herz am rechten Fleck“, fügte sie dann schnell hinzu. Sie konnte Lucien verstehen, Abercrombie hatte sich in seiner Nähe wirklich nicht mit Ruhm bekleckert. Natürlich wusste Leni, dass Luke ein ziemlich oberflächliches Arschloch sein konnte, aber dass er es ausgerechnet bei Jake und dem Footballer neben ihr raushängen lassen musste, war nicht unbedingt vorteilhaft. Zudem bestätigte er Klischees, welche auch auf sie zurückfielen, was sie auch nicht so prickelnd fand. Aber das der Schwimmer auch anders sein konnte, wusste die 18-jährige ganz genau und sie verstand einfach nicht, weshalb er sich bei Vielen in der Schule so benahm aber anderen die zum Beispiel aus seinem Box Club waren, die auch nicht mal ansatzweise so viel Geld hatten wie er gegenüber nicht. Mit manchen war er sogar befreundet.
Mit besagtem 18-jährigen war Leni vom ersten Moment an total eng gewesen, mit Monty den sie fast genauso lang kannte nicht. „Bei mir war es genau anders rum, mit Luke hab ich mich sofort verstanden und mit Monty… naja da ist irgendwie nie der sprichwörtliche Funken übergeflogen“, erzählte die Amerikanerin dann schmunzelnd.
Dann kamen sie zu einem unangenehmeren Teil. „Tja es könnte unter Umständen vielleicht möglich sein, dass Luke derzeit bei mir wohnt. Aber er sollte eigentlich gerade seinen Kater ausschlafen und falls er gemein ist, schläft er heute draußen“, erklärte Leni zögernd und schenkte Lucien ein kleines Lächeln.


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#219

RE: Boston High School Start

in Boston High School 12.01.2020 20:21
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


RAINN
- Jake


Rainn glaubt ihm nur zu gerne, dass er sich selbst um die Sache kümmern würde. Sie weiß nicht, wie unangenehm es tatsächlich für ihn ist, aber sie kann es erahnen: Jake möchte nicht, dass das Unangenehme anderen aufgedrückt wird.
In der jetzigen Situation wird er allerdings nicht drum herum kommen.
Deswegen drückt Rainn die Lippen auch zu einem entschuldigenden Lächeln zusammen und schüttelt langsam den Kopf. „Das ist leider etwas komplizierter und eine lange Geschichte.“
Das große Ganze würde sie ihm zeitnah erklären müssen - morgen, wie er die Thematik von selbst so schön mit seiner Zustimmung verschiebt. Im Grunde ist es so: sobald ihr Name oder der ihres Vaters in den Akten auftaucht, muss Vorsicht geboten werden. In diesem Fall tauchen sogar ihre beiden Namen darin auf.
Rainn, die Jake begleitet hat und Alexander, der ohne zu zögern die Kaution hinterlegt hatte.
Informationen, die in den falschen Händen wahrlich wie Dynamit wirken können.
Sie ist ihm dankbar, dass sie das ganze so aber noch um einen Tag verschieben kann. Das Lächeln wird ungezwungener und als sie beobachtet, wie penibel Jake den Whisky in den Punsch füllt, muss sie sogar leise lachen. „Ja. Die Frage war eindeutig rhetorisch.“
So, als würde er abmessen, wie viele Milliliter den Geschmack optimieren.
Rainn genießt die Stunden, die er bei ihr verbringt, weil sie immer das gleiche Gefühl hat: dass sie glücklich ist, wenn Jake bei ihr ist.
Sie ist auch glücklich, dass der Flug nach Maine ausgefallen ist. Rainn weiß, dass der Tag mit der Familie nicht so stressfrei und entspannt abgelaufen wäre, wie sie es sich erhofft hätte. Sie hätte es bereut, ihre neue Heimat überhaupt verlasse zu haben, noch bevor sie gelandet wäre.
Es ist gut, dass sie bei Jake ist. Und noch besser ist es, dass er bei ihr ist.
Die Rothaarige visiert den Baum noch ein paar Sekunden an, dann dreht sie den Kopf wieder zu ihm. Jake ist mittlerweile hinter sie getreten. Er ist ihr mit langsamen Schritten leise gefolgt, hat die Punschtasse neben ihrer am Rande der Kochinsel vorsichtig abgestellt.
Ihr Nicken stimmt ihm bedingungslos zu – und das leise Knurren ihres Magens tut sein Übriges: „Dann kochen wir zuerst.“
Anstalten sich von ihm zu entfernen macht Rainn auf der anderen Seite aber nicht. Stattdessen geht sie nur noch einen weiteren Schritt auf Jake zu, sodass sie nur mehr ein knapper halber Meter voneinander trennt.
Die Rothaarige streckt die Arme nach Jake aus, schlingt sie locker um seinen Hals. Obwohl sie größer als andere Mädchen ist, muss sie sich hierfür auf die Zehenspitzen stellen. Anders würde sie Jake nicht ansatzweise auf Augenhöhe begegnen können. „Natürlich habe ich Ananas hier“, rollt die Achtzehnjährige mit den Augen, haucht die Worte unmittelbar vor seine Lippen. Rainn überbrückt die restlichen Zentimeter, spürt Jakes weiche Lippen auf ihren, bis sie selbst schließlich den Kopf wieder zurückzieht.
Zurück zur Küche ist es nicht weit, vielleicht fünf Schritte, die folgende Frage ist dennoch einen Versuch wert: „Trägst du mich?“


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#220

RE: Boston High School Start

in Boston High School 16.01.2020 14:17
von Zonya • Junior Member | 502 Beiträge | 36500 Punkte



















A D R I A N
Auf dem Weg ins Krankenhaus; Carly




"Dein Vater würde mich lieben" sagt Adrian selbstsicher.
Das perfide Spiel, sich anders darzustellen als er in Wirklichkeit ist, das hat der junge Deutsche schon vor Jahren perfektioniert. Er kann so vieles mehr sein, als er es eigentlich ist. Adrian weiß wie man sich herausputzt oder intelligent erscheint, obwohl man es nicht ist. Wie man ein Geflecht von Lügen aufrecht erhält, ohne mit der Wimper zu zucken. Ein Abbild des Vaters darstellt, nur mit mehr Haaren auf dem Kopf. Er kann mit ihnen Lachen und scherzen, der perfekte Schwiegersohn sein, der die Tochter gleichermaßen glücklich macht, als auch ärgert. Bei den meisten Vätern gibt das Extra Punkte. Außer bei denen, die aus einer typischen Liebeskomödie entsprungen sind mit dem "Meine-kleine-Tochter-muss-ich-beschützen" Effekt.
Adrian kann ein Football Freak sein, obwohl er keine Ahnung davon hat, ein Gamer, oder der nette Junge von neben an, mit Hund und Haus.
Eine bisschen schwarzer Humor und eine Portion Sarkasmus machen das ganze erst richtig interessant.
Der Junge schlägt den Hinterkopf zurück in das Polster. "Ich bin total nüchtern .. wirklich!" versucht er zu agumentieren. Tatsächlich fühlt er sich schon um einiges klarer unter den dreckig blonden Locken, die ihm in der Stirn kleben. Das Laufen an der frischen Luft hat den Nebel in seinem Kopf gelichtet.
Nüchtern, das ist er trotzdem nicht.
Doch anstatt zu schmollen, weil sein Trick nicht funktioniert hat, fängt der Junge an verschmitzt zu Lächeln. "irgendwann anders?" wiederholt er ihre Worte fragend und hebt schelmisch grinsend eine Augenbraue. "Du willst mich also wieder sehen? .. Ich weiß ja, dass ich diese Wirkung auf Frauen haben.. aber das es so schnell geht, damit habe ich nicht gerechnet. Vielleicht sollten wir pseudo-mäßig erstmal ein wenig schreiben.. weißt du.. ich bin nicht soo einer. Aber eigentlich .. für dich bin ich wer du willst".
Zufrieden sieht der Junge wieder nach vorne, lacht sich dabei ins eigene Fäustchen.
Er darf zwar nicht mit dem Auto fahren, aber in einer gewissen Hinsicht hat er trotzdem gewonnen. Zumindest versucht er sich das einzureden.


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zuletzt bearbeitet 16.01.2020 14:28 | nach oben springen

#221

RE: Boston High School Start

in Boston High School 16.01.2020 14:52
von Mivaka • Member | 1.116 Beiträge | 79550 Punkte



auf dem Weg ins Krankenhaus ; Adrian


Liebt Christian Danvers überhaupt?
Denn seine Frau hat er anscheinend nie wirklich geliebt, genauso wenig kann ihm viel an seinen Kindern liegen. Mit seinem Sohn hat er seit Jahren nicht mehr gesprochen. Dieser ist beinahe einfach so verschollen, meldet sich nicht und die Danvers wissen nicht einmal ob er überhaupt noch lebt, ausgewandert ist oder wo auf der Erde er sich gerade aufhält. Carly hat keinerlei Chance in Kontakt mit ihm zu treten, ihre Eltern wollen es beide nicht. Sie selbst ist nur mit ihrem Vater mitgegangen, weil ihre Mutter mit ihrem neuen Lover durchgebrannt ist und der Blondine somit gar keine Wahl gelassen hat. Dementsprechend ist es fragwürdig ob Christian Danvers überhaupt jemanden liebt, wenn ihm der Sportwagen wichtiger ist als seine eigene Tochter. Die Gedanken die Adrian's Worte auslösen, wirken im Anbetracht der Situation nur noch finsterer. Carly feiert gerade ihr aller erstes Weihnachten alleine. Mehr oder weniger alleine. Schliesslich sitzt sie jetzt mit dem Lockenkopf im Auto auf dem Weg ins Krankenhaus. Ob das ihrer Vorstellung von diesem Tag entspricht? Wahrscheinlich eher nicht. Auf seine Worte hin schüttelt sie skeptisch den Kopf. "Das denke ich nicht..." leise murmelnd kommen die Worte über ihre Lippen, sind viel eher an sich selbst gerichtet als an Adrian.
Auch die weitere Argumentation wird die Blonde nicht davon überzeugen, dass sich Adrian hinter das Steuer setzten kann. Sicherlich geht's ihm schon viel besser als zuvor, aber nüchtern ist er ganz gewiss nicht. Und da kann er Carly erzählen was er will. Und ganz anscheinend hat die Blonde ihn mit ihren Worten von dem Gedanken abgelenkt. Das sie ihn dadurch in eine komplett andere Richtung gelenkt hat, war nicht beabsichtigt und jetzt ist sie es, die sich ein leicht amüsiertes Schmunzeln verkneift. Für einen kurzen Moment dreht sie den Kopf zu dem Lockenkopf. Kann nur den Kopf schütteln über seine Worte. "Ah ja..und was bist du dann für einer?" Versucht sich erst gar nicht aus der Sache rauszureden. Denn wahrscheinlich wird sie mit ihren Worten nicht viel erreichen. Adrian scheint beinahe so, als ob er sich alles passend zurecht drehen könnte und so muss sich Carly nicht die Mühe machen um ihm irgendetwas klar zu machen, sondern kann die Situation nutzen um mehr über den Lockenkopf herauszufinden.
Ihre Worte waren eigentlich nur der Versuch ihn zu besänftigen und von dem Gedanken abzubringen. Anscheinend nimmt er sie aber etwas zu wörtlich. Daran kann sie jetzt dennoch nichts mehr ändern und schlussendlich ist es eh fragwürdig, ob er jemals wieder bei ihr auftaucht, geschweige denn in der Schule anspricht. Denn ihr Vater wird es wohl in jeglicher Situation nicht gut finden, wenn irgendjemand seine Sportwagen fährt. Sein Heiligtum quasi.


you gave it all away
didn't even let me in
you gave the worst goodbye
and people ask me how I've been

so let me tell them
friday nights got me feeling lonely
saturdays when the bottles empty
why'd you have to leave me

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#222

RE: Boston High School Start

in Boston High School 19.01.2020 09:52
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


IVIE
- Silas


Ivie fällt, unkontrolliert wie im freien Fall, und sie landet unsanft. Silas‘ Geständnis ist wie ein spitzes Gebirge, mit Bergketten spitz wie Nadeln und unendlich karger Landschaft, das sich plötzlich unter ihr auftut. Die Spitzen bohren sich direkt in ihren Rücken, hindurchdurch die Knochen und bis ins letzte Mark. Ihr Herz, das durchstechen sie auch, und den Schmerz kann Ivie physisch fühlen.
Psychisch aber, da ist er fast noch schlimmer. Noch allgegenwärtiger.
Beim Jahrmarkt sagt er und das ist dort, wo sie ihm ihre Liebe gestanden hat. Es muss danach gewesen sein, als er es schon wusste.
Vielleicht ist das das Detail an der ganzen Sache, das für Ivie am meisten schmerzt.
Die Siebzehnjährige nickt langsam, während die Information sich quälend langsam in ihren Kopf einnistet. Auch wenn ihre Knie sich schrecklich weich anfühlen und sie nicht weiß, ob aufstehen wirklich die beste Option ist, kann sie hier nicht länger wie auf dem Silberteller präsentiert hocken. Nicht, nachdem sie Trauer und Reue in Silas‘ Blick gesehen hat und Celine, die Hände vor den Mund geschlagen, rückwärts stolpert und sich am Türrahmen festhält.
Ivie hat es geschafft: sie hat das erste Weihnachten, das für sie alle ein wunderschönes werden sollte, wieder erfolgreich zerstört. Sie wollte die Gewissheit, die jetzt alle zerreißt.
Die Rotblonde zieht sich am Treppengeländer langsam hoch. Ihre Schritte sind gar motorisch, sie sind alle gleich und so, als würden sie von einer Maschine ausgeführt werden. Die Hauptsache aber ist, sie führen sie in ihr altbekanntes Zimmer. Hinein in den Raum, der ihr noch am ehesten Geborgenheit und Schutz liefert – in Zeiten, in denen sie lernt, dass man sein eigenes Glück und die Fröhlichkeit nie und nimmer von anderen abhängig machen solle.
Weg von Silas, weg von dem Ehepaar, das den beiden eine heile Welt bieten will und sie zu Weihnachten adoptiert, und weg von den liebevoll ausgesuchten Präsenten, die am Fuße der Treppe verstreut liegen.
Ivie lässt sie einfach liegen.
Dort am Fuße der Treppe, neben Silas, wo auch die vielen einzelnen Teile ihres Herzen einfach liegen bleiben.

Draußen ist es kalt.
So kalt wie der Wetterbericht es seit Tagen schon vorhergesagt hat und gefühlsmäßig sogar noch ein wenig kälter. Die Schneeflocken bedecken die Stadt wie mit Zuckerguss: sanft rieselnd und im Großen und Ganzen aber doch barbarisch.
Ivie spürt den kalten Wind. Sie fühlt wie er durch ihre Glieder zieht und nichts als eine Gänsehaut hinterlässt. Sie hat sich warm angezogen, um sich dem Schnee nicht kampflos auszusetzen, aber selbst die wärmste Jacke und die dicksten Handschuhe schützen irgendwann nicht mehr. Nicht, wenn man schon länger hier ausharrt und nicht, wenn sich der Schnee langsam durch die dünne Jeans frisst. Dennoch bewegt Ivie sich nicht vom Fleck.
Die unendlich weit leuchtenden Lichter der Stadt unter ihr werden vom Schneegestöber abgeschwächt. Boston leuchtet, aber nicht so hell wie noch damals im Spätsommer. Es ist fast so, als wolle das Wetter alle schönen Erinnerungen an den Ort einfach unter sich vergraben. Als wolle der Schnee Ivie unter sich vergraben.
Die Flocken fangen sich in ihren mittellangen Haaren und sogar die Wimpern sind von Schnee bedeckt. Ivie schiebt sich die Schichten immer wieder vom Kopf und auch von den Beinen, innerhalb von Minuten ist sie aber wieder weiß.
Leise seufzt sie. Beim auf den Hügel klettern ist sie vorhin ausgerutscht und seitdem brennt das linke Knie. Das streckt sie deswegen auch aus und winkelt es nicht, so wie das rechte, im Sitzen leicht an.
Ivie wollte nicht länger im Haus der Hennleys, in ihrem Zuhause sein und ist klammheimlich durch die Hintertür verschwunden - aber auch hier ist sie nicht glücklicher. Hier wirkt das alles noch viel endgültiger.
In der Nacht ist es gespenstisch still und doch stoppt es ihre Gedanken nicht, in einer anderen Umgebung zu sein.
Der Ort, an dem sie letztendlich erkannt hat, dass Silas nicht nur das notwendige Übel im Haushalt ist, trocknet ihre Tränen nicht.


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#223

RE: Boston High School Start

in Boston High School 19.01.2020 21:19
von Mylene • Junior Member | 533 Beiträge | 26650 Punkte


LUCIEN
- Leni
erwähnt Adrian, Kelly, Jake, Monty, Luke



Luciens Sitz wird mit der Zeit angenehm warm – dass Leni seine Sitzheizung angestellt hat, hat er bis dato nicht mitbekommen. Seine dunklen Augen huschen zur Anzeige, dann verziehen sich die Lippen zu einem schwachen Lächeln.
Ein Danke, das Leni weder hört, und weil sie konzentriert fährt, noch sieht.
Links und rechts an ihnen ziehen bunte Lichter vorbei. Die Flut an Weihnachtsdeko ist, selbstverständlich, mittlerweile an ihrem Höhepunkt angelangt und Lucien schätzt, dass einige Haushalte für den Dezember eine doppelt, wenn nicht gar dreifach so hohe Stromrechnung bekommen werden wie gewohnt.
Das viele Bunt ist schon jetzt anstrengend für seinen Kopf. Lucien mag gar nicht darüber nachdenken, wie ihm denn der Schädel brummen würde, hätte er es Kelly und Adrian vorhin gleichgetan und am Joint gezogen.
Auf nüchternen Magen ist das ganze Spektakel besonders für Lucien schrecklich intensiv.
Bei dem Gedanken an Adrian seufzt er leise auf, widersteht aber doch dem Drang ebendiesem eine Nachricht zu schicken. Der Akku von seinem Handy dürfte ohnehin bald leer sein – und wenn nicht der, dann das Datenvolumen.
Zum Henker auch mit dem Billigvertrag.
Das sachte Lächeln bekommt man so leicht nicht mehr aus seinem Gesicht – noch immer trägt er es, obwohl er sogleich auch den Kopf leicht schüttelt. Nicht aber, um etwas zu verneinen.
„Ich komme öfter vorbei“, verspricht er. Er sagt es, bevor er weiter darüber nachdenken kann.
Kann er das wirklich versprechen?
Lucien weiß nicht, wie der Abend ausgeht: was, wenn alles nicht gut wird?
Die Umgebung beobachtend merkt Lucien, dass sie sich nun fast bei Leni befinden. Beacon Hill besitzt schöne Bauten, es sieht alt aus und ein wenig kommt es dem Franzosen vor, als könne er hier sogar in die Welt von Harry Potter eintauchen, ohne nach Hogwarts zu müssen. Backsteingebäude, Öllampen und enge Gassen. Der Stadtteil ist im Sommer atemberaubend, aber im Winter gar magisch.
Leni aber wohnt noch ein paar Meter weiter – in keinem der süßen Reihnehäuser, in die Jake wohl so oft verschwindet, sondern auf einem eigenen Anwesen. Eines, das sie langsam aber sicher anvisieren, wenn er sich nicht irrt.
„Monty kann… auch etwas gewöhnungsbedürftig sein, schätze ich“, gibt er leise zu.
Er ist ihm vor allem eines: einiges schuldig. Monty zieht seinen Kragen oft genug wortwörtlich aus dem Dreck und das schon lange ohne etwas dafür zu fordern.
Es fühlt sich komisch an, einen seiner besten Freunde mit jemandem zu vergleichen, den er auf der anderen Hand gar nicht leiden kann. In seinen Augen könnten Luke und Hardin nicht verschiedener sein, um des einen Loyalität weiß er Bescheid und der andere gilt als Feind.
Trotzdem kommt ihm in den Sinn, dass die beiden Jungen auf so manch anderen ganz ähnlich wirken müssen. Oder, wie Leni es sagt, die Sympathien gar umgekehrt liegen.
Lucien könnte sich dennoch nicht vorstellen, Luke lieber zu mögen als Hardin.
Ein Grund dafür liegt auch in dem, was Leni danach sagt:
Der Achtzehnjährige verschluckt sich regelrecht, als er hört, dass Luke bei Leni zuhause ist. In dem Haus, dessen Einfahrtstor sich gerade automatisch öffnet und die beiden samt dem teuren Wagen auf das Grundstück fahren lässt.
Lucien wird regelrecht schlecht, sobald die Blondine das erwähnt, weil der ihm heute noch gefehlt hat. Zumal er sich dann fragt, wieso Luke hier ist. Bei Leni. Seiner Leni.
Lucien wüsste nicht, dass zwischen den beiden etwas läuft. Auf der anderen Seite aber wusste er auch über Hardin nicht Bescheid.
„Oh“, krächzt er schief, und versucht das Bild von den beiden aus dem Kopf zu bekommen. Lucien will und darf gar nicht daran denken, auch, wenn es ihm schwerfällt.
Vielleicht ist es ja auch gar nicht so wie er denkt. Vielleicht ist es anders.
Ganz sicher aber ist es nicht so, als hätte ein Ich liebe Dich etwas geändert – die Worte bringen Leni nur Kummer und Lucien das Wissen, dass sich nie etwas ändern wird. Dass er sich damit begnügen wird, aus der Ferne auf sie aufzupassen.
Der Wagen rollt in die Garage und als der Motor stirbt, nennt auch Lucien sein letztes Friedensangebot: „… solange ich ihn nicht sehen muss.“
Am liebsten will er niemanden mehr sehen.
Vielleicht nicht einmal mehr Leni.


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zuletzt bearbeitet 20.01.2020 06:10 | nach oben springen

#224

RE: Boston High School Start

in Boston High School 20.01.2020 19:25
von Kati • Member | 764 Beiträge | 54350 Punkte






Lucien

erwähnt Luke - Jake - Monty




Leni umgibt eine angenehme Ruhe, als sie durch die leeren Straßen fährt. Es ist eine schöne Aussicht, Lucien sitzt neben ihr, im Auto ist es wohlig warm und nochmal das Wichtigste Lucien sitzt neben ihr. Sie würde gerne behaupten, dass der Footballer einfach nur ihr Sorgenkind war, aber das war er nicht. Zumal sie sich zwar öfter Sorgen um ihn machte, er ihr allerdings normalerweise keine Gründe dafür gab. Die Blondine wusste, dass sein Leben anders aussah als ihres und auch, dass der Braunhaarige sich dieses Leben traumhaft vorstellte, auch wenn er es nicht aussprach. Wer war sie also, um ihm zu erzählen, dass sie dieses Leben gar nicht so toll fand? Irgendwie fühlte Leni sich manchmal deswegen schuldig, sie hatte das was sich soo viele wünschten und war damit nicht zufrieden. Natürlich war sie dankbar, dass sie dass alles hatte, aber trotzdem fehlte was. Es war nicht einfach seinen Eltern nicht zu genügen. Früher hatte die Schülerin das wirklich mitgenommen, wollte um jeden Preis ‚perfekt‘ sein, bis sie eingesehen hatte, dass sie nie perfekt sein würde, dass konnte sie gar nicht. Mittlerweile tat es zwar in schwachen Momenten noch immer etwas weh, eine Enttäuschung für seine Eltern zu sein, aber sonst hatte sie dieses Gefühl zumindest gut unter Kontrolle.
Kurz schaute die Cheerleaderin zu dem Dunkelhaarigen und musste automatisch Lächeln. Sie hatte ihn gerne in ihrer Nähe und daran würde weder ein Luke noch ein Jake etwas ändern. Auf der einen Seite mochte nämlich Luke Lucien nicht besonders und auf der anderen Seite mochte Jake sie nicht besonders. Irgendwie witzig das es ausgerechnet Monty war, der alle miteinander verband. Schließlich war er es, der mit allen 3 Jungs befreundet war und mit Leni... naja eine Affäre hatte? Konnte man das so nennen? Die Amerikanerin verzichtete sonst dem was zwischen Hardin und ihr war einen Namen zu geben.
„Finde ich gut“, meinte die Blonde auf Luciens Versprechen hin. Sie hoffte inständig, dass es nicht nur leere Worte waren, sondern er wirklich öfter zu ihr kommen würde. Der Quarterback war etwas Besonderes, vielleicht sah das nicht jeder, aber Leni sah es. Noch immer schwirrten ihr seine Worte im Kopf herum und auch wenn sie probierte sie zu verdrängen war es so, als ob sie in Dauerschleife liefen. „Leni? Ich liebe dich“. Es ging ihr näher als sie wollte. Dabei wusste die 18-jährige nicht einmal ob der Franzose die Worte ernst gemeint hatte oder einfach im Suff gesagt hatte. Und dann gab es noch einen Grund, weshalb es wehtat, sie würden nie zusammenkommen. Leni wusste das sie eine Art hatte, die vor allem Männer Herzschmerz bereitete. Und sie wollte das Lucien das Beste bekam, was sie selbst einfach nicht war. Die Schülerin wollte den Braunhaarigen nicht verletzen und genau das tat sie immer.
Langsam, aber sicher näherten sie sich dem Anwesen der Mickelsons. „True“, stimmte das Model zu. Monty war kein einfacher Zeitgenosse und auf dieses direkte stand Leni auch nicht so. Sie kamen miteinander aus, teilten sogar regelmäßig das Bett miteinander und trotzdem war es fragwürdig ob sich daraus jemals eine echte Freundschaft entwickeln würde. Der Blonden war es ehrlicher Weise egal, wenn es so sein würde, dann war es schön, wenn nicht auch kein Problem, ganz einfach.
Natürlich merkte Leni die Reaktion auf ihre Worte, zwar beobachtete sie den 18-jährigen nicht, da sie sich aufs Fahren konzentrierte, aber man hörte es. Denn wenn Lucien gerade Wasser im Mund gehabt hätte, wäre dieses jetzt in ihrem Wagen verteilt. Kurz musste die Amerikanerin lachen. „Lucien? Ich habe schon echt viele Fehler begangen, aber Luke ist keiner davon. Er hat Stress zu Hause, deshalb blockiert er eines meiner Gästezimmer“, stellte sie dann richtig. Denn dass sie mit Luke schlief, wollte sie dann doch nicht so stehen lassen. Der Schwimmer war eine ganze Zeitlang ihr bester Freund gewesen, als sie klein waren, hatten sie sich immer zusammen ihre gemeinsame Zukunft ausgedacht, aber das war schon lange nicht mehr der Fall, sie waren Kinder gewesen und da hatte das Leben eben noch anders ausgesehen.
„Das kriegen wir schon irgendwie hin“, gab sie grinsend zurück. Die Blondine hielt dann aber noch kurz inne, bevor sie ausstieg und drehte sich auf ihrem Sitz zu Lucien. „Du kannst mit mir immer reden, egal über was, dass weißt du, oder? Du musst nur etwas sagen“, meinte Leni dann sanft. „Und wenn nicht, ist es auch okay, … aber mach dir keinen Kopf“, fügte sie dann nach einer kurzen Pause hinzu. Vielleicht war es eine Anspielung auf die ausgesprochenen Wörter von vorhin, vielleicht aber auch auf Luciens Leben, wenn er mal nicht der Starquarterback der Bosen High war.


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#225

RE: Boston High School Start

in Boston High School 21.01.2020 20:42
von Zonya • Junior Member | 502 Beiträge | 36500 Punkte














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JAKE RILEY
- Rainn




Mit gesenktem Kopf nickt der junge Mann und murmelt eine Art Zustimmung, doch seine Miene ist zu beherrscht, als dass man ihm glauben könnte. Es war von Anfang an eine schlechte Idee gewesen ihr den Brief zu zeigen und ihre Mimik verrät ihm, dass sie in dieser Hinsicht nicht länger mit sich reden lässt, aber eigentlich will er auch gar nicht mit ihr diskutieren. Vielleicht ist er sogar erleichtert, einen Vorwand zu haben, nicht über das reden zu müssen, was geschehen ist. Andererseits ist Jake niemand, der einen Vorwand braucht, um etwas zu tun oder eben nicht.
Als Rainn sich zu ihm umdreht, kann er sich nicht davon abhalten eine Hand auszustrecken. Er legt sie an ihre Wange und streicht mit dem Daumen über die samtigweiche Haut neben ihrem Mund. Bei ihren Worten muss er schwach Lächeln, sie sagt sie mit einer Selbstverständlichkeit, als würde sie ihn schon seit Jahren kennen. Rainn weiß genau was er mag.
Sein Blick ist ganz dunkel geworden, während ihre wunderschönen bernsteinfarbenden Augen ihn nicht loslassen und seine Hand liegt warm und stark an ihrem Gesicht, als sie seinen Mund mit einem leidenschaftlichen, besitzergreifenden Kuss erobert, der sich in jede einzelne Zelle seines Körpers brennt.
"Ich liebe dich, Rainn" krächzt er leise. Und während der Satz die vergangenen Jahre immer mit Schmerz und schlechten Erinnerungen verbunden war, spricht er ihn nun voller Sehnsucht aus.
Diese Frau hat den letzten Rest seiner Vernunft und seiner sowieso schon fragwürdigen Ehre abgefackelt, denn er würde alles für sie hergeben, um nur bei ihr zu sein. Er ist ein verdammtes Pulverfass, und sie die offene Flamme, sie ihn vernichten wird. Wenn er zuvor noch gemeint hat, sich ihr verweigern zu können, dann hat sich diese Entschlossenheit in Luft aufgelöst.
Und im nächsten Moment hebt der dunkelhaarige sie schon hoch. Ihr Arme liegen noch immer geschlungen um seinen Hals, während seine kraftvollen Hände ihre Oberschenkel gepackt haben. Er trägt Rainn um die Kochinsel, als würde sie nichts wiegen.
Sanft aber Bestimmt setzt er sie auf der Arbeitszeile der Küche wieder ab, ihre Beine noch immer um seine Hüfte geschlungen.
Plötzlich bezieht sein Hunger sich auf etwas ganz anderes als die Pizza, doch mit einem letzten fordernden Kuss befreit er seinen Körper, während seine Augen noch immer auf ihr heften.
"Ich hoffe ich muss nicht wieder mit ansehen, wie du den Schinken mit Sahne vergewaltigst"


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