#51

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 27.01.2015 18:44
von Alex • Senior Member | 5.811 Beiträge | 1036624 Punkte

Wahrscheinlich hatte Kieran nicht die Reaktion meinerseits erwartet, welche er bekommen hatte. Ich konnte es durchaus nachvollziehen, dass Mann nicht gerne so eine Antwort wollte, obwohl ich letztendlich ja zugestimmt hatte. Außerdem wusste Kieran ganz genau, wie es in meinem Leben aussah. Sex hatte ich natürlich schon ausreichend gehabt, doch von auch nur einem Date war nach wie vor Fehlanzeige. Also sollte der junge Mann sich bitte auch zusammen reißen und verstehen, dass ich einfach anders war. Gewiss freute ich mich auf diesen Ball, doch war ich wirklich geeignet dafür? Viele Leute, viele Männer, viel Körperkontakt, viel reden, viel tanzen. Wobei letzteres gar kein Problem für mich darstellte, da ich tanzen liebte. Egal ob ich jetzt in Spitzenschuhen und Tatu über eine Bühne schwebte oder auch im Bikini über eine Wiese tanzte. Also würde ein Ball mit den typischen Standardtänzen gewiss kein Problem darstellen. Ich beherrschte einige Tänze, weswegen ich mir darüber keine Sorgen machte. Kieran war also einer dieser 'Das Glas ist halb voll, nicht halb leer.' - Menschen. Ich verzog kurz wenig überzeugt das Gesicht und zuckte mit den schmalen Schultern. "Ich hoffe, du kannst verstehen, dass es mir schwer fällt, mich deiner Meinung anzuschließen.", murmelte ich nur leise und schluckte kurz. Zu viel Drübsal geblasen. Kieran schien es jedenfalls nicht zu stören, dass der Verkäufer nun davon ausging, bei seiner Kundschaft handelte es sich um ein verliebtes Paar. Allerdings trug dieser Umstand nichts zur Sache bei, weswegen der Herr einige Anzüge zu uns brachte und Kiri immer wieder in die Umkleide verschwand, ehe er wieder auftauchte. Ich hatte es mir auf einem bequemen Sessel bequem gemacht und nach anfänglichen Bewertungen nur noch den Daumen nach oben oder unten gestreckt. Der Kerl brauchte wirklich lange für so einen scheiß Anzug. Die Männer hatten doch am wenigsten Probleme wenn es um Abendgarderobe ging. Wir Frauen mussten uns erst einmal für die Länge des Kleides entscheiden, den Schnitt, die Farbe, und und und. Einfach grauenvoll. Die Wahl fiel am Ende auf einen einfachen schwarzen Anzug, welcher jedoch trotzdem seinen Preis hatte. Ich lächelte zufrieden, da Kieran einfach verdammt heiß in dem Stück aussah. Ein Anzug machte seinen Träger so oder so sofort hübscher. Wobei Kieran auch ohne Anzug total gut aussah. Als mein Kleid erwähnt wurde, seufzte ich deprimiert. Ich hatte herzlich wenig Lust, bereits jetzt ein Abendkleid für den Ball zu suchen. Wieso denn auch? Es kostete verdammt viel, wahrscheinlich dreimal so viel wie der Anzug. Ich konnte bis zu dem Ball dünner oder dicker werden. Und falls ich bis dahin gar nicht mehr hier war, würde das Kleidchen im Schrank vergammeln. Außerdem shoppte ich lieber direkt online im Internet und sendete dann nicht passende Ware zurück. Doch Kieran ließ mir kaum eine andere Wahl, weswegen ich ihm brav in einen Kleiderladen folgte und dann doch die Stangen entlang lief, hin und wieder ein Kleid genauer inspizierte und Kieran mit meinen Auswahlen belud. Wenn er schon unbedingt dabei sein wollte, sollte er sich wenigstens nützlich machen. Etwas genervt verschwand ich irgendwann in der Umkleide, schälte mich aus meinen Klamotten und probierte ein Kleid nach dem anderen an. Jedes Kleid musste ich meinem Begleiter präsentieren, weswegen sich die Sache ziemlich in die Länge zog. Meine Laune sank von Minute zu Minute, weswegen ich irgendwann wieder in meine Alltagskleidung schlüpfte und Kiri, nachdem er irgendetwas mit der Verkäuferin getuschelt hatte, aus dem Laden zog. Erleichtert atmete ich auf und zog die frische Luft ein. "Ich glaube, ich gehe einfach nackt.", stellte ich trocken fest und seufzte. Nachdem wir wieder auf dem Gestüt angekommen waren, wurde Kiri von seinem Papa sofort wieder verscheucht, da er seine Pferde heute ziemlich vernachlässigt hatte. Arme Tierchen. Also verbrachte der junge Mann den Tag bei seinen Pferden und ich beschäftigte mich überwiegend mit Thunderblood. Ich gönnte ihm mal wieder eine kühle Dusche am Waschplatz, seifte sein Fell ein und flocht dann auch noch die lange schwarze Mähne ein, damit er am nächsten Tag Locken hatte. Hengst hin oder her. Herr Collins tauchte am späten Nachmittag auf und bot mir eine Reitstunde auf Felicitas, Thunder's Mutter, an. Ich zögerte eine Weile, da es sich bei der Stute um ein weltklassiges Turnierpferd handelte, doch der Besitzer überzeugte mich. Er unterrichtete um einiges strenger als Kieran und hin und wieder musste ich mir die Tränen tatsächlich verkneifen. Nach der Reitstunde schaffte ich es gerade noch so von der schönen Stute, versorgte sie und drehte noch eine kurze Runde mit Thunderblood am Führstrick. Vor dem Abendessen verschwand ich im Bad und machte mich selbst sauber. Haare waschen, eine Kur rein gehauen, eine Maske ins Gesicht und während der Einwirkzeit rasierte ich mich sorgfältig. Das Abendessen verlief merkwürdig. Kieran's Eltern sahen uns wahrscheinlich an, dass wir nicht mehr verfeindet waren. Wobei ich ja nie etwas schlimmes gemacht hatte. Nur er. Aber nun ja, dass war Schnee von gestern. So irgendwie zumindest. Nach dem Abendessen verzog ich mich wie Kieran auch in mein Zimmer, schlüpfte in einen einfachen schwarzen Trainingsanzug und in meine rosanen Spitzenschuhen und nutzte mein Fensterbrett als Ballettstange. Kieran tauchte urplötzlich im Raum auf, weswegen ich aus meiner aktuellen en pointe Position knickte und mich gerade noch so am Fensterbrett halten konnte. "Kiri!", schrie ich gespielt wütend. "Irgendwann bekomme ich noch einen Herzinfarkt. Du kannst nicht einfach mal eben klopfen und sofort rein kommen. Was ist, wenn ich gerade nackt bin oder so?", tadelte ich den jungen Mann lächelnd und sah argwöhnisch den Koffer an, welchen er aufklappte. "Eine Waffe?", fragte ich misstrauisch und presste die Augen zusammen. "Soll ich mich dafür bedanken?", erkundigte ich mich neugierig und grinste den jungen Mann kurz an. "Ich werde sie sicher aufbewahren. Aber damit umgehen kann ich. Wir Russen sind doch bekannt für unsere Waffen.", erklärte ich ihm lachend. Tatsächlich hatte ich hier in Cleveland mein Lachen wieder gefunden. Allerdings klang es noch immer ziemlich gequält. Kieran verschwand dann auch schon wieder, ich setzte mein Training noch eine Weile fort und verkrümmelte mich irgendwann ins Bett, wo ich allerdings keine Ruhe finden konnte. Jedes Geräusch und jeder Schatten ließen mich sofort aufrecht im Bett sitzen und das Licht anmachen. Also erhob ich mich am Ende und tapste barfuß nur mit String und Shirt bekleidet rüber zu Kieran. Die Nacht verlief für mich sehr angenehm, für den jungen Mann wohl eher weniger. Ich hatte ein Gespür für die Geilheit der Männer und bei Kieran schien sich wirklich einiges angestaut zu haben. Armes Kirichen.

Die nächsten Tage verliefen sehr interessant. Die erste Überraschung erlangte mich, als ich durch den Garten in Richtung Gartentor lief. Dort klemmte eine schöne Rose mit einem kleinen Kärtchen. Neugierig las ich den Spruch durch und lächelte etwas. Für wen war diese süße Geste wohl? Normalerweise hatten ja nur Kiri, seine Familie und ich Zugang zu dem Tor. Konnte es etwa sein, dass...? Ich beschloss, die Rose einfach zu behalten und in eine Vase in mein Zimmer zu stellen. Das Kärtchen dazu legte ich auf dem Schreibtisch ab. Den Morgen verbrachte ich hauptsächlich mit der Arbeit, da es viel zu tun gab. Gegen Mittag trainierte ich Thunderblood und stieß dabei auf Kieran. Sollte ich etwas sagen? Ich beschloss, vorerst zu schweigen. Vielleicht war die Rose auch gar nicht für mich gedacht gewesen. Kiri half mir dann ein wenig mit dem Hengst und der Rest des Tages verlief ruhig. Am Nachmittag war ich in die Stadt gefahren, hatte noch einmal bei den Tanzschulen vorbei geschaut und das Training beobachtet. Am Abend schlich ich mich wieder still und heimlich zu dem jungen Mann ins Bett und erschwerte ihm das Leben somit wahrscheinlich wieder ungemein. Am nächsten Morgen hatte ich mich frühzeitig aus dem Zimmer geschlichen und mich zu Thunderblood verzogen. Der Hengst wurde von mir sorgfältig geputzt und mit Streicheleinheiten verwöhnt, ehe ich mit ihm joggen ging. Als ich zurück kam, erwartete mich die zweite Rose, dieses Mal an Thunder's Boxentür. Lächelnd laß ich den Spruch und verstaute später auch diese zwei Dinge in meinem Zimmer. Am Abend kam Kieran dieses Mal direkt auf mich zu und bot mir an, bei ihm zu schlafen. Auch dieser Tag verging wie im Flug, weswegen ich spät abends nur noch den Riegle der Tür betätigte. Rose und Spruch Nummer 3. Nachdenklich schmunzelte ich und fügte beides meiner Sammlung hinzu. Wer steckte hinter diesen Botschaften? Doch am vierten Tag kam Licht ins Dunkle. Auf meinem Schminktisch erwartete mich die nächste Rose mit einer Karte. Gottchen, ich fand es wirklich süß und ich spührte irgendetwas fremdes in mir aufkeimen. Langsam wurde mein Strauß größer, wobei die erste Rose schon wieder am verblühen war. Ich nahm mir vor, sie kopfüber aufzuhängen und mit Haarspray einzusprühen. Am nächsten Tag lag die Rose in meiner Handtasche, als ich zur finalen Entscheidung über meine Aufnahme in einer Tanzschule ging. Mittlerweile erwartete ich schon täglich diese eine Rose und jeden Tag aufs Neue hatte ich Angst, dass es keine mehr gab. Am sechsten Tag wurde mir alles klar, als Kieran mich mit einem Frühstück weckte, allerdings sofort verschwand. Interessiert griff ich nach Rose und Karte. Die nächste Rose befand sich am nächsten Tag in seinem Auto, mit welchem ich mich mit einer Freundin traf. Wobei diese Freundin eigentlich nur eine Tänzerin der von mir ausgesuchten Schule war. Doch netterweise wollte sie mir das Studio schon mal zeigen und dann wollten wir noch einen Kaffee trinken gehen. Ich schwieg wie ein Grab, doch es kam nun häufiger vor, dass ich verstohlen lächelte und summend durch die Gegend lief. Die Überraschungen wurden immer niedlicher. Eine gefüllte Badewanne mit Schaumbad, Rosenblättern und duftenden Kerzen. Nicht zuv ergessen Rose und Karte. Die nächste Rose befand sich auf meinem Kopfkissen, gemeinsam mit der Nachricht. Die meisten Blumen waren inzwischen verblüht und hatten ihren Platz im getrockneten Zustand in einer schönen weißen Vase gefunden, welche auf meinem Schminktisch stand. Die einzige Person, die meinem Glück im Weg stand, war Jessica. Sie ahnte zwar nichts von den Rosen, doch sowohl Kieran's Verhalten wie auch meine gute Laune deuteten deutlich darauf hin, dass irgendetwas in der Luft lag. An einem Abend fand ich den Teddybären, welchen mein Vater mir zu meiner Geburt geschenkt hatte, mittig auf meinem Bett sitzen. Er hielt sozusagen Rose und Karte in seinen Plüschpfoten. Strahlend warf ich mich ins Bett und drückte das Kuscheltier an mich. Ich fühlte mich toll. Momentan lief alles wunderbar. Die Tanzschule war ein Glücksgriff gewesen und ich hatte wunderbare Menschen dort kennen gelernt. Trotz meiner kurzen Anwesenheit dort hatte ich auch heute die Rolle der Clara aus 'Der Nussknacker' erhalten. Mein Tanzpartner war ein 25-jähriger junger Mann, welcher nicht schwuler hätte sein können. Daher stellte er für mich absolut keine Gefahr dar. Doch am Freitag änderte sich zumindest für mich alles. Ich wurde erst später als sonst wach, da ich am Vorabend lange wach gewesen war. Kostüm designen. In diesem Studio war es üblich, dass die Tänzer ihre Bühnenoutfits selbst herstellten. Auf meinem Bett lagen rote Rosenblätter, eine gelbe Schachtel und eine weiße Rose. Mit roten Wangen griff ich nach dem Zettel und überflog die Zeilen. Ein Date? Es war also nun soweit. Ich würde meinen geheimen Verehrer kennen lernen. Wobei ich ja mittlerweile wusste, wer er war. Es war kaum zu übersehen. Vorsichtig öffnete ich die Schachtel und wurde blass. Vor mir lag eines der Kleider, welches wir einst angesehen hatten. Wow. Ich zog scharf die Luft ein und lächelte selig. Welches Mädchen wünschte sich so etwas denn nicht? Den Tag verbrachte ich nur im Haus. Ich aß wenig, um nicht aufgebläht zu sein. Ich machte viel Sport. Ich gönnte mir ein heißes Bad mit besonderen Zusätzen, rasierte jede einzelne Körperstelle babyweich und cremte meine gebräunte Haut sorgfältig ein. Ich verbrachte lange Zeit im Bad und verzog mich erst, als ich die Schritte des jungen Mannes hörte. Der gesamte Raum roch nach Frauendüften. Ich hüllte mich in einen weichen Bademantel und lächelte leicht. Ich ließ mich vor meinem Schminktisch fallen und starrte mich eine Weile im Spiegel an, bis ich nach Make-Up griff. Heute würde ich mal etwas tiefer greifen. Mit verschiedenen Foundationtöne konturierte ich mein Gesicht, schminkte mir die Augenbrauen geschickt nach und zog mir einen perfekten Lidstrich, ehe ich meine dichten Wimpern tuschte und passenden Lippenstift auftrugt. Erst dann griff ich nach passender Unterwäsche, zog das Kleid an und wählte High Heels, die genau die selbe Farbe hatten. Meine Haare steckte ich mirzu einer eleganten Hochsteckfrisur nach oben und ließ einige Strähnen heraus fallen, welche ich mit einem Lockenstab lockte. Mit etwas Schmuck verleihte ich dem Outfit den letzten Pfiff, trug noch Make Up auf und betrachtete das Ergebnis im Spiegel. Ich sah wunderschön aus. Um sechs Uhr atmete ich noch einmal tief durch, ehe ich eine schwarze Clutch mit goldenen Akzenten über meine Schulter hängte und langsam in Richtung Tür lief. Ich setzte mein schönstes Lächeln auf, zupfte noch einmal das trägerlose und beinfreie Kleid zurecht und ergriff dann die Türklinke. In Zeitlupe trat ich dann auf den Flur hinaus, sah in Richtung Zimmertür von Kieran und erblickte den jungen Mann, welcher den Anzug trug, welchen wir gemeinsam gekauft hatten. Daher wehte also der Wind. So einen Anzug konnte man echt immer gebrauchen. Vorsichtig legte ich den Kopf schief und betrachtete den jungen Mann musternd. Er sah so gut aus. "Hey...", murmelte ich leise und musste mich räuspern.


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#52

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 30.01.2015 21:38
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Dass Vivi nicht unbedingt eine Optimistin war, die das Leben und dessen Möglichkeiten positiv sah, konnte ich durchaus verstehen. Ich würde ihr auch nie aufzwängen so zu denken, aber ich nahm mir vor, dass ich mich nicht selbst runter ziehen lassen würde davon. Ich würde durchaus einfühlsam mit ihr umgehen, ihren Standpunkt akzeptieren, aber nicht unbedingt übernehmen. Ich hatte zwar auch so meine Zweifel an der Menschheit, aber es zog mich nicht so sehr runter und das wollte ich auch lieber vermeiden. Ich brauchte einen freien Kopf um mit meinen Tieren zu arbeiten und es war für niemanden gut, keine Hoffnung zu haben. Ich hoffte inständig, dass Vivi endlich ein besseres Leben haben konnte und diese Mistkerle nie wieder auftauchten. Auch wenn sie das nicht so sehr glaubte. Ich lächelte sie sanft an, einfühlsam während ich nickend bestätigte, dass ich sie verstehen konnte.
Dass ich bei der Suche nach einem Anzug vielleicht doch ein wenig eitel war, fiel mir auch auf. Ich war normaler Weise nicht so der Typ, der wollte, dass ein Kleidungsstück zu zweihundert Prozent topp aussah, aber bei einem Anzug, für den man auch etwas mehr Geld hinlegte und der für spezielle Anlässe war. Und in einem Anzug sah man viel zu schnell zu breit aus und das wollte ich wirklich nicht. Und auch wenn ich irgendwo darauf Rücksicht nehmen wollte, dass sie keine Lust hatte, Kleider anzusehen, so wollte ich doch wissen, was ihr stand, was sie mochte und vor allem was passte. Auch unter Kleidern fiel mal irgendwas wahrscheinlich anders aus, kam auf den Schnitt an und all sowas, was ich nicht so gut abschätzen konnte. Vor allem, weil sie einen Bombenkörper hatte, wie selten eine Frau. Viele, die ihre schlanke Taille hatten, hatten kaum Hüfte oder Oberweite und sie sah einfach aus wie ein lebendig gewordenes Schönheitsideal. Ich gab trotzdem mein bestes sie irgendwie zu überzeugen, auch wenn es mir ein bisschen ein schlechtes Gewissen machte, weil ihr so oft schon ein fremder Wille aufgezwungen worden war und ich eigentlich nicht so jemand sein wollte, der ihr sagte, was sie zu tun und zu lassen hatte. Aber ich wollte wirklich nicht in ihrem Schrank stöbern um ihre Maße zu wissen
Als wir auf dem Rückweg waren und sie meinte, dass sie nackt gehen würde, schmunzelte ich. „Also mich würde es ja nicht stören, aber ich glaube da sind zu viele unterwegs, die empört sein würden oder glatt einen Herzinfarkt bekommen“, meinte ich fröhlich. Ich hatte eine super Laune, weil ich mich schon auf das Date freute. Ich hatte einen Anzug und ihr ein Kleid zurücklegen lassen und das Date würde einfach super werden. Ich versuchte mich ein wenig zurückzuhalten, weil ich nicht wollte, dass sie fragte, woher meine gute Laune kam, und irgendwie schaffte ich es auch bis nach Hause ohne ganz und gar merkwürdig zu werden. Aber selbst, dass mein Vater mich raus scheuchte, trübte meine Laune nicht und mit einem leichten vor mich hin Pfeifen kümmerte ich mich um meine Tiere, bemerkte dabei flüchtig, dass Collins sich Vivi annahm und ihr Unterricht gab. Ich war ein wenig überrascht. Und das viel mehr über mich, weil es mich irgendwie eifersüchtig machte. Nicht, dass ich glaubte, dass Collins auch was von ihr wollte, aber ich wollte meinem Mädchen beibringen, was ich wusste und nicht, dass sie bei anderen lernte. Auch wenn es Schwachsinn war, weil eigentlich lernte man mehr, desto mehr man auch ausprobierte. Neues Pferd, neuer Trainer, das konnte helfen. Ich würde es sehen, wenn ich sie wieder unterrichtete und das würde ich, da würde ich drauf bestehen. Also, es sei denn sie wollte wirklich nicht von mir unterrichtet werden wollen, weil sie Collins mehr vertraute, er hatte immerhin mehr Lebenserfahrung und Felicitas war die Mutter von Thunderblood und dementsprechend lernte sie wahrscheinlich gleich Reiten und Thunders Umgang genauer. Wobei er wohl weniger nach seiner Mutter kam, die war nämlich ziemlich lieb und er war für die meisten einfach eine Furie.
Das Essen nahm ich einfach so hin, wie es war. Ein wenig merkwürdig und angespannt und ich hatte das Gefühl mich rechtfertigen zu müssen für meinen Wandel, für mein vor mich hin lächeln und meine gute Laune. Und zwischendurch schweiften meine Gedanken immer mal wieder ab, weshalb ich nur eher schlecht als recht zuhörte und auch das traf auf ein wenig Argwohn, aber ich überstand das Abendessen schließlich. Als ich dann irgendwann bei ihr ins Zimmer kam, lächelte ich entschuldigend bei ihrem wütenden Ausruf. Ich war auch ein wenig erschrocken, weil ich sah, dass sie gerade bei Ballettübungen war und sich an die Fensterbank klammerte. Vielleicht sollte ich echt mal vorsichtiger werden. „Ich werde es wohl nie lernen“, verwarf ich den Gedanken gleich wieder für sie auch hörbar mit einem leicht verlegenem Schulternzucken. Als ich ihr dann die Waffe darlegte und ihr Misstrauen bemerkte, keimten Zweifel in mir auf, ob das eine gute Idee gewesen war, aber darüber sagte ich nichts. „Ob du dich bedanken willst, musst du entscheiden. Mich würde es einfach nur beruhigen, wenn du es annimmst“, meinte ich und musste grinsen, als sie ihre Waffenkenntnis aufgrund der Tatsache begründete, dass sie ja Russen war. Das stimmte wohl. Sie war in mehreren Bereichen wohl typisch russisch. Lange dunkle Haare, ein feines hübsches Gesicht und kannte sich mit Waffen aus.

Während der nächsten Tage spähte ich immer mal wieder in ihr Zimmer und ich sah natürlich, wie der Strauß wuchs. Ein wenig überrascht war ich, als ich sah, dass sie anfing die Rosen zu konservieren. Irgendwie war es ja süß und es stärkte mein gutes Gefühl, meine kleine Hoffnung, dass alles problemlos laufen würde. Zumindest weitestgehend, aber eigentlich schien bisher nichts im Weg zu stehen und ich sah aufgeregt dem Date entgegen. Es kratzte mich ziemlich auf und gerade auch an dem Tag war es besonders schlimm. Zweifel überkamen mich, zermarterten mir den Kopf. Was, wenn die Rosen und Kärtchen schon genug gewesen waren? Wenn sie vor der direkten Annäherung Angst hätte und ein Date zu viel für sie werden würde? Sie hatte mich bisher nicht darauf angesprochen, ich wollte die Stimmung aber auch nicht zerstören, indem ich nachhakte. Also sah ich dem einfach entgegen mit leicht flauen Magen. Ein kurzes Überprüfen des eigenen Aussehens, dann trat ich aus meinem Zimmer und lehnte mich leicht gegen den Türrahmen und sah auf zu Vivis Zimmertür, als diese sich öffnete. Einen Moment war ich einfach nur sprachlos, sah sie mit erhobenen Augenbrauen an und bemühte mich, meinen Mund geschlossen zu haben. Dann stellte ich mich endlich richtig hin, auch wenn ich nicht wirklich wusste, wohin mit meinen Händen. „Hey“, begrüßte ich sie genau so leise, fühlte mich wie ein bekloppter Teenie. Dass sie vielleicht aufgeregt, neugierig und unsicher war, war ja zu verstehen. Sie hatte kein Date gehabt und keine Ahnung, wohin es ging, aber ich wusste doch Bescheid und so eine große Sache war das doch nicht, oder? „Du.. wow... du siehst bezaubernd aus“, brachte ich dann über die Lippen, auch wenn ich mir nicht einmal sicher war, ob sie das Kompliment annehmen würde. Meine direkten Komplimente über ihre Schönheit hatte sie ja eher abgewunken oder nur milde belächelt. Aber ich hatte einfach etwas sagen müssen. Sie war wunderschön, das Kleid saß perfekt, schmiegte sich um ihre Kurven und ihre Beine wirkten noch länger als sonst, was vielleicht auch die perfekt passenden Schuhe machten. Kurz war ich froh, dass ich so groß war und sie mich deshalb nicht überragte in den hohen Schuhen, das wäre irgendwie komisch, wenn auch nicht schlimm. Außerdem hatte sie sich scheinbar echt Mühe gemacht. Ihre Frisur war wundervoll, Make Up und Accessoires passten perfekt. Sie sah aus wie aus einem Magazin entsprungen. Und zwar nachdem man Photoshop angewendet hatte. Während ich sie so betrachtete, schlug mein Herz viel zu stark, zeigte mir mal wieder, dass sie viel zu viel Bedeutung für mich gewonnen hatte. Kurz räusperte ich mich, um mich von dem Gedanken ein wenig loszureißen. „Wollen wir los? Nicht, dass wir zu spät kommen“, meinte ich ein wenig verschwörerisch. Ein Lächeln stand auf meinen Lippen, Freude machte sich in mir breit, dass sie meine Einladung angenommen hatte, und Vorfreude auf das, was noch kommen würde.
Ich geleitete sie also bis zum Auto, öffnete ihr wie ein Gentleman die Tür, damit sie sich darauf konzentrieren konnte, das Kleid zu richten, damit es nicht im Spalt eingeklemmt werden würde. Auf dem Weg verriet ich auch nicht, wohin es ging. Wenn wir auf das Thema kamen, machte ich nur sehr vage Andeutungen, dass wir in die Stadt fuhren, zu einem schönen Gebiet. Ich genoss die Fahrt. Der Sonnenuntergang tauchte alles in ein goldenes Licht, bot ein schönes Farb- und Schattenspiel in den Bäumen der Allee. Aber die wahre Schönheit saß neben mir und hin und wieder sah ich leicht verträumt zu ihr herüber. Der Verkehr war zum Glück entspannt und wir kamen super durch, bis wir schließlich vor dem Restaurant anhielten.
„Wir sind da“, meinte ich mit einem verschmitzten Grinsen, zwinkerte ihr zu. Ich war gespannt, was sie dazu sagte, ob sie überhaupt glaubte, dass ich es ernst meinte, immerhin lief hier wirklich auch mal sehr feine Gesellschaft herum. Wobei unsere Kleidung wohl dafür sehr passend war. Schließlich wurden uns die Türen von Angestellten geöffnet und nachdem ich dem einen etwas Trinkgeld gab und ihm die Schlüssel überreichte, fuhr der Angestellte meinen Wagen weg. Ja, selbst diesen Service gab es, dementsprechend waren auch die Preise. Mein armes Geld, aber es war erst einmal nur dieser Abend und das war dann auch okay. Es sollte etwas ganz besonderes sein für Vivi und ich brauchte nur einen Turnierwettkampf gewinnen und war meine Sorgen schon wieder los.
Ich bot ihr meinen Arm an, ging dann mit ihr durch das Foyer, das schon edel genug war um sehr opulent zu sein. An der Rezeption meldete ich uns an, da ich ja reserviert hatte und danach wurden wir zum Fahrstuhl weitergeschickt wurden. Mit diesem fuhren wir dann ins oberste Stockwerk. Als sich der Fahrstuhl wieder öffnete, bot sich vor uns ein wunderbar dekorierter Gang. Pflanzen säumten den Bogen, der zum Restaurant führte, weicher Teppich dämpfte die Schritte. Und dahinter bot sich der Essbereich. Die Tische waren mit cremefarben Tischdecken geschützt, eine rote Bordüre lief über den Tisch. Dazu waren sie dekoriert mit kleinen Gestecken und Kerzen. Edles Besteck und Platzteller lagen bereit. Der Raum an sich war auch schon schön. Er war weitläufig, der Teppich dämpfte Schritte oder das Schaben von Stühlen, die Decke war mit Stuck verziert und schwache, moderne Beleuchtung sorgte für ein gemütliches Ambiente. Abgesehen von den Trägern bestand die gesamte Außenwand aus einer bodentiefen und deckenhohen Fensterfront. Diese gab den Blick frei auf den Lake Erie, den Hafen von diesem und das abendliche Sonnenlicht wurde rot funkelnd auf der Wasseroberfläche gebrochen. Der Himmel war wunderschön erstrahlt von dem Licht und auch der naheliegende Park schimmerte in Gold- bis Rottönen. Es war einfach perfekt.
Von einem Kellner wurden wir schließlich begrüßt und zum Tisch geleitet, der perfekter Weise an der Fensterfront lag. Wir bekamen edle Karten gereicht, Empfehlungen wurden uns ausgesprochen. Für uns wurde es schließlich ein Drei-Gänge-Menü, wir hätten auch die Wahl gehabt, ein Menü mit noch mehr Gängen zu nehmen, aber so viel Geld wollte ich dann nicht ausgeben und ich formulierte es zum Glück sehr galant. Ich wollte ja nicht, dass sie glaubte, ich wollte ihr das nicht bieten, aber ich denke, bei den Preisen für die Zwischengänge, die bekanntlich sehr klein gehalten wurden und dafür um so feiner und edler und exotischer waren, was sich im Endeffekt aber nicht lohnte, konnte Vivi das auch gut verstehen. Zu den Gängen wurde immer passender Wein gereicht, wobei ich mich da sehr zurück hielt, weil ich immerhin noch fahren musste. Und auch wenn ich viel abkonnte, musste ich es ja nicht provozieren. Der Abend verlief sehr entspannt und trotz der teuren Umgebung fühlte ich mich wohl. Draußen versank langsam die Sonne wie ein Feuerball hinterm Horizont und langsam tauchten die Sterne am dunklen Himmel auf. Es war einfach wunderschön, genau so wie Vivi, die ich des öfteren im Kerzenschein bewunderte. Nach der Nachspeise blieben wir noch etwas sitzen, unterhielten uns noch ein wenig. Ich lehnte mich dabei leicht vor, legte nach einem kurzen Zögern meine Hand sanft auf ihre, lächelte sie zärtlich an.
„Wollen wir uns noch ein wenig die Beine im Park vertreten?“, fragte ich Vivi schließlich, bezahlte dann auch, natürlich mit Trinkgeld, ehe wir das Restaurant dann auch verließen. Als wir draußen ankamen, erklärte ich dem Angestellten, der meinen Wagen geparkt hatte, dass wir noch eine Weile spazieren gehen wollten. Dann gingen wir schließlich in den Park, schlenderten über die schönen, gesäumten Wege, an den teilweise beleuchteten Bäumen vorbei, unter Weiden hindurch. Der Sternenhimmel über uns, der Stadtlärm ganz weit weg und das leise Rauschen des Wassers von Fluss und See, es waren herrliche Eindrücke und ich genoss es einfach, genoss auch Vivis Nähe und verschränkte meine Finger mit ihren. Am Ufer des Sees auf der Kaimauer setzten wir uns schließlich auf eine Bank um uns ein wenig einfach an der Aussicht zu erfreuen. Ich legte meine Arme auf die Lehne, beobachtete die Spiegelungen auf dem Wasser, lauschte dem Rascheln der Blätter in der sanften Brise. Dann glitt mein Blick zu Vivi und ich beobachtete sie verträumt, bemerkte dann aber auch ihr leichtes Zittern. „Dir ist kalt“, meinte ich feststellend, setzte mich wieder auf und zog mein Jackett aus, rückte ein klein wenig näher und legte es ihr um ihre schmalen Schultern, verlor mich dabei ein wenig in ihren Augen. Langsam glitt mein Griff am Revers hinab. Ich konnte mich aber immer noch nicht von ihr lösen. Oder eher wollte es nicht. Ich schenkte ihr ein liebevolles Lächeln, während ich sie immer noch einfach nur bewunderte.


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#53

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 31.01.2015 16:46
von Alex • Senior Member | 5.811 Beiträge | 1036624 Punkte

Anscheinend schien Kieran mit meiner Erscheinung mehr als zufrieden zu sein. Erst einmal ging es ihm so wie mir, er brachte einfach kein Wort hervor. Ich ging für einen Moment schon davon aus, dass er seine Stimme verloren hatte, als er mich schließlich auch mit einem leisen "Hey." begrüßte. Ich lächelte schüchtern und senkte dabei den Blick ein wenig, was die Situation wohl kaum besser machte. Mir war klar, wie gut ich aussah, schließlich hatte ich auch Stunden lang im Bad und vor dem Schminktisch gesessen. Allerdings befand sich der junge Mann ganz eindeutig im Vorteil. Ich kannte zumindest eine seiner Ex-Freundinnen, wobei ich auf diese Bekanntschaft nur zu gerne verzichtet hätte. Von mehr Mädchen wusste ich zwar nichts, aber es hatte gewiss auch andere Frauen in seinem Leben gegeben. Egal ob es eine feste Beziehung oder nur eine Affäre oder ein One-Night-Stand war. Ich konnte zwar auch etwas aufweisen, allerdings nichts, worauf ich auch nur ansatzweise hätte stolz sein können. Zwar konnte ich im Bett wahrscheinlich an eine langjährige, erfahrene Prostituierte heranreichen, aber ein Date? So etwas hatte es bei mir noch nie gegeben. Leider. Nun hatte ich also mit zarten 17 Jahren das erste Rendet-Vous meines Lebens. Konnte ich darauf stolz sein? Immerhin hatte ich mich nicht aufgebraucht. Zumindest nicht freiwillig. Auch wenn es wahrscheinlich für jeden ekelhaft war, zu wissen, wie viele Schwänze sich schon in sämtlichen Körperstellen von mir befunden hatten. Deswegen würde ich es Kiri wohl auch nie ins Detail erzählen, sondern bei diesen Dingen nur oberflächlich bleiben. Zu einem Prozess gegen meine Peiniger würde es sicherlich eh niemals kommen. Und ansonsten erzählte ich niemanden davon. Nur Kieran. Und dieser würde gewiss schweigen. Davon ging ich zumindest aus. Ich schreckte ein wenig verträumt aus meinen Gedanken hoch, als Kieran's Stimme erneut und etwas sicherer ertönte. Mir schoss die Hitze in die Wangen und ich war ausnahmsweise mal froh, mehr Make Up aufgetragen zu haben. Sowohl die Foundation, Highlighter, Bronzer und zuletzt auch rotes Rouge verdeckten die natürlich aufkommende Röte perfekt. Ich atmete einmal tief ein und aus und zupfte nervös an dem trägerlosen Kleid rum, welches ich vor einigen Tagen gemeinsam mit Kieran probiert hatte. Wie viel hatte es gleich noch mal gekostet? Mir gefiel es nicht, wenn Geld für mich ausgegeben wurde. Ich seufzte kurz leise und musterte Kieran mit meinen braunen Rehaugen für einen Moment. "Dankeschön. Kann ich nur zurück geben.", murmelte ich zurück haltend und schluckte den Frosch hinunter, welcher es sich gerade in meinem Hals gemütlich machte. Normalerweise hielt ich nicht viel von Komplimenten, aber heute war alles anders. "Zu spät kommen ist nicht gut.", stimmte ich dem jungen Mann dann etwas lockerer zu und zwinkerte ihn kurz an, ehe ich ihm brav zu seinem Auto folgte. Das Einsteigen gestaltete sich als etwas schwierig, doch da Kiri die Tür aufhielt, kam ich doch irgendwie heil an. So sehr ich mich während der Fahrt auch anstrengte, das Ziel herauszufinden, Kiri schwieg eisern wie ein Grab. Vor einem ziemlich schicken Gebäude bremste der junge Mann dann schließlich und überreichte den Schlüssel einem Angestellten. Vorsichtig hackte ich mich bei ihm unter, als er mir zuvorkommend den Arm anbot. Vielleicht presste ich mich sogar etwas zu nahe an meine Begleitung, doch die fremde Umgebung und vor allem die Blicke der Männer machten mir doch Angst. Im Aufzug lockerte ich mich wieder ein wenig, löste mich von Kieran und betrachtete unser Spiegelbild an der verspiegelten Front des Aufzugs. Wir gaben schon ein süßes Paar ab. Ich grinste für einen Moment über meine Gedanken und trat dann auch schon wieder aus dem engen Raum hervor. Bei dem Anblick, welcher sich uns bot, blieb mir tatsächlich für einen Moment der Mund offen stehen. "Oh wow.", stieß ich stockend hervor und zwang mich dazu, nicht wie ein totaler Trottel auszusehen. Ein Pinguin geleitete uns dann ziemlich schnell zu einem Tisch direkt an der Fensterfront. Bevor ich mich hinsetzte, lief ich also erst einmal dicht an die Fenster heran und sah hinunter auf den See. Es war einfach wunderschön. Kieran klärte zeitgleich im Hintergrund irgendetwas zum Menü ab. Mir war es relativ egal. Ich gab mich mit wenig zufrieden und fand dieses erste Date schon jetzt überwältigend. Ich hatte eher damit gerechnet, ins Kino oder in ein kleines Restaurant zu gehen. Und was machte Kieran? Er entführte mich in das wahrscheinlich teuerste Restaurant der Stadt. Woher nahm er das ganze Geld nur? Ich hatte für ihn bisher nur den Plektrum gekauft, welcher sicher aufbewahrt in einer kleinen Schmuckschatulle zwischen meinen Bhs in einer Schublade im Schrank lag. Bisher war einfach noch nicht der richtige Moment aufgetaucht und ehrlich gesagt hatte ich es auch vergessen. Die Zeit verging wie im Flug und ich kam aus dem Staunen auch gar nicht mehr heraus, weswegen ich tatsächlich auch zuließ, dass Kieran seine Hand sanft auf meine legte. Sein zärtliches Lächeln erwiderte ich noch dazu für einen wenn auch kurzen Moment, ehe ich auf unsere Hände sah. Meine war unter seiner riesigen Pranke verschwunden. Nach dem Essen unterhielten wir uns noch ein wenig, ehe Kiri vorschlug, in den Park zu gehen. Ich stimmte ihm lächelnd zu und sah galant zur Seite, als er bezahlte. Ich wollte wirklich nicht wissen, wie viel er dafür hinblättern musste. Nachdem wir in dem Park angekommen waren, sah ich kurz nach oben. Es war mittlerweile dunkel und auch kühler. Als der junge Mann nach meiner Hand griff, hob ich kurz erschrocken den Blick, fing mich aber schnell wieder. Es war nur Kiri. Nach einigen Metern fanden wir uns auf einer Bank wieder und als Kieran bemerkte, dass mir in dem kurzen Kleidchen kalt war, konnte ich gar nicht so schnell reagieren, wie er auch schon eine Feststellung ausgesprochen und sich aus dem Jackett geschält hatte, welches er mir vorsichtig über die schmalen Schultern legte. Mit gesenktem Blick beobachtete ich seine Hände, welche am Revers hinabwanderten. Ein kleiner Seufzer ertönte aus meinen leicht geöffneten Lippen und ehe ich mich versehen konnte, fing ich auch schon an zu schluchzen. Mein innerer Monolug mit mir selbst darüber, mir nicht durch Tränen das Make Up zu versauen, scheiterte kläglich. Schon suchte sich der erste Tropfen seinen Weg über meine Wange. Immerhin war die Wimperntusche wasserfest. Schluchend drehte ich mich mit dem Oberkörper zu Kiri, vergrub den Kopf an seiner Schulter und atmete ziemlich schnell ein und aus. Ich wollte ihn aber nicht einen falschen Eindruck vermitteln, weswegen ich mich recht schnell wieder aufrichtete und ihn mit glücklich strahlenden Augenund glänzenden Tränchen ansah. "Tut mir leid...", stotterte ich entschuldigend und lächelte zaghaft. "Das ist nur alles so ungewohnt. So wunderschön...Danke.", flüsterte ich und blieb weiterhin mit meinem Gesicht dicht an seinem, während ich ihn zum ersten Mal seit meinem ersten Tag auf dem Gestüt ansah wie ein normales Mädchen, welches nie Leid erlebt hatte. Sämtliche Trauer über meine Vergangenheit war in diesem Moment verschwunden und nur die Freundentränen suchten sich hin und wieder noch ihren Weg, während ich Kieran mit großen Augen und einem zärtlichen Lippen auf den Lippen ansah.


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#54

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 01.02.2015 17:43
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Den ganzen Abend erfüllte mich ein stolzes und wohliges Gefühl. Sie hatte mein Kompliment angenommen und mir auch eines gemacht. Auch wenn sie sehr zurückhaltend geklungen hatte, sie hatte es ausgesprochen. Ich wollte es ungern als Fortschritt bezeichnen, weil es ja nicht darum ging, sie zu ändern und zu formen, aber es machte meinem Herzen ein bisschen Mut. Sie ließ Nähe zu, ließ Komplimente zu und das Date, für das ich ja einen etwas größeren Aufriss betrieben hatte und ihr das Kleid gekauft hatte und es war ja mehr als nur ein bisschen schick. Es hätte sie genau so gut abschrecken können. Aber sie hatte zugesagt, hatte sich schick gemacht und sah aus, als könnte sie auch über den Roten Teppich gehen heute Abend. Sie würde da wahrscheinlich nicht gefragt werden, wer sie war, weil sie einfach zu passend aussah und jeder sie anhimmeln würde. Aber vor sowas scheute sie, vor öffentlicher Aufmerksamkeit. Ich merkte das schon im Foyer des Restaurants, da sie sich etwas an mich drückte, als wir an den fremden Leuten vorbei gingen. Aich ihre sichtliche Entspannung im Aufzug fiel mir auf, auch wenn sie sich leider von mir löste. Ich betrachtete sie heimlich im Spiegel, immer wieder fasziniert davon, wie hübsch sie war. Aber ich mochte natürlich nicht nur ihren Körper. Ich bewunderte sie, dass sie noch so stark war. Es gab viele, die ihr Leid garantiert beendet hätten und sie lebte noch, konnte standhaft sein, wenn sie wollte und hatte ihren Humor nicht verloren. Natürlich war sie nicht der fröhlichste und optimistische Mensch, den ich kannte, aber für ihre Vergangenheit war sie doch echt stark. Ein Lächeln bildete sich auf meinen Lippen, als sie so staunte. Ja genau die Reaktion hatte ich hervorrufen wollen. Sie war heute diejenige um die sich alles drehte und es würde nur das beste für sie geben. Ich hoffte, dass sie den Abend nie vergessen würde und zwar im positiven Sinne.
Ich achtete es ihr auch an, dass sie nicht nach dem Preis fragte und auch als wir das Restaurant verlassen hatten, nicht fragte, ob sie mir etwas wiedergeben sollte. Es sollte ihr Abend sein, den ich ihr schenkte und nicht sie mit finanzieren sollte. Ich bemerkte leider, dass sie mich im Park kurz erschrocken ansah, als ich ihre Hand nahm, aber sie entzog sich nicht, weshalb ich den lockeren Griff beibehielt bis wir auf der Bank saßen und die Stille genossen, bis ich bemerkte, dass sie fror und ihr mein Jackett um die schmalen Schultern legte. Ich musterte ihren gesenkten Blick, der meinen Händen gebührte. Ihr Seufzen wusste ich schon nicht zu deuten und dann auf einmal fing sie an zu weinen und zu schluchzen. Erschrocken und besorgt sah ich sie an, ehe sie sich schon an meiner Schulter aus weinte. Zögernd legte ich meine Arme um sie, wiegte sie leicht. Ich wusste nicht, was ich falsch gemacht hatte, aber ich wollte doch nicht, dass sie weinte. Ich wollte gerade fragen, was los war, als sie sich wieder etwas löste und mich eigentlich viel zu glücklich ansah dafür, dass sie weinte. Mein besorgter Blick traf ihren, als sie sich entschuldigte und dann aber erklärte woran es lag. Erleichterung machte sich in mir breit. "Ich dachte schon.. Ich wollte doch nicht, dass du weinst", murmelte ich, legte eine Hand an ihren Hals, strich die Tränenspur mit dem Daumen beiseite und lehnte mich zögerlich vor, küsste die salzigen Tränen von der Wange. Ich dachte gar nicht wirklich darüber nach, während ich sie so liebkoste. Hauchzarte Küsse verteilte ich auf ihren Wangen, immerzu näher an ihrem Mund, bis ich schließlich ihren Mundwinkel küsste, ehe ich sie richtig küsste, ganz sanft. Ich wollte sie nicht bedrängen oder verschrecken, aber ich hatte mich weder stoppen können, noch wollen. Ich wollte ihr nahe sein, ihr zeigen, dass ich mehr empfand und dass ich dabei aber vorsichtig war.


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#55

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 01.02.2015 18:15
von Alex • Senior Member | 5.811 Beiträge | 1036624 Punkte

Hätte man mir vor einiger Zeit gesagt, dass ich in ein paar Monaten von einem gut aussehend und vor allem charakterlich starken Mann ein schickes Kleid und eine Einladung in ein nobel Restaurant bekommen würde, hätte ich wahrhaftig gelacht. Die Vorstellung hätte in meinen Ohren so absurd und unrealistisch geklungen, dass ich es niemals ernst genommen hätte. Mein Leben gehörte Andrej und Danilo, ich war ihre Sklavin und musste stets tun, was sie von mir verlangten. Selbst als ich mit Milena schwanger gewesen war, hatten die Schikanen nicht aufgehört. Ich wurde sogar noch mit fettem Bauch geschlagen und vergewaltigt, außerdem selbstverständlich für die Hausarbeit eingesetzt, damit meine Mutter und ihr neuer Mann sich ein schönes Leben machen konnten, gemeinsam mit ihren beiden Kindern, meinen jüngeren Halbgeschwistern. War es abzusehen gewesen, dass ich nach der Geburt von meiner Tochter abgehauen war? Das Baby war in die Arme der Hebamme gerutscht und sofort war diese aus dem Kreißsaal verschwunden. Nur einen kurzen Blick hatte ich auf mein Baby werfen dürfen. Ich kannte Milena nicht. Ich wusste nicht, wie sie heute hieß oder wo sie wohnte. Sprach sie russisch? Wahrscheinlich nicht. So oft hatte ich mir die Frage gestellt, ob ich sie jemals kennen lernen würde. Die Wahrscheinlichkeit war sehr gering, da die Adoption anonym abgelaufen war. Natürlich kannte das Krankenhaus die Daten ihrer neuen Familie, aber ob sie mir diese auch geben würden, wenn ich darum bat? Schließlich war sowohl damals wie auch heute minderjährig und hatte keinerlei Einfluss darauf. Ich hatte einfach stumm meine Teenagerunterschrift auf jede Zeile des Papierkrams gesetzt und dabei die drohenden Blicke meines Stiefvaters im Nacken gespürt wie Feuer. Etwa ein Jahr hatte ich es nach der Geburt von Milena noch daheim ausgehalten. Doch es war einfach nur schrecklich. Ich hatte noch öfter wie vor der Schwangerschaft zu Rasierklingen und Wachs gegriffen, war auf knappe 40kg abgemagert und hatte jegliche Freude am Leben verloren. Kurz nach meinem 16. Geburtstag, an welchen eh kaum jemand gedacht hatte, war ich also abgetaucht. Ein Jahr lang führte mich mein Weg durch die USA, bis ich eben irgendwann in Cleveland gelandet war und Thunderblood eingefangen und zurück zum Gestüt gebracht hatte. So hatte mein Leben hier begonnen. Noch immer sah ich die Wut über das fremde Mädchen in Kieran. Noch immer hatte ich das beklemmende Gefühl, fehl am Platz zu sein. Auch wenn sich die Stimmung zwischen dem jungen Mann und mir eindeutig zum Positiven verändert hatte. Konnte man uns als Freunde beschreiben? Ich konnte nach wie vor nicht einordnen, was ich für diesen Kerl empfand. Ich seufzte leise und versuchte, die schrecklichen Gedanken zumindest für diesen Abend zu verbannen. Kieran hatte es nicht verdient, dass ich mich meinen Gefühlen und meiner Trauer hingab, lieferte er mir doch den Traum eines jeden Mädchens. Ein Karton mit einem Kleid und eine Karte. Wer wollte das nicht in seinem Zimmer als Andeutung für ein Date vorfinden? Aber wieso machte Kiri das? Ich wollte nicht, dass er so viel Geld für mich ausgab. Ich war ihm und seiner Familie so oder so schon so viel schuldig. Sie taten viel zu viel für mich, wenn man mich fragte. Hatte Kiri eventuell ein schlechtes Gewissen, weil er mich anfangs so schrecklich behandelt hatte? Ich war nun seit etwa zwei einhalb Monaten bei ihm und seiner Familie. Ich hatte mich verändert, so viel war klar. Als ich dann auf der Bank plötzlich in Tränen ausbrach, erweckte Kieran einen sehr besorgten Eindruck. Aus diesem Grund haspelte ich auch sofort eine Erklärung für die plötzlichen Tränen. Manchmal überkam es mich halt einfach trotzdem, egal wie sehr ich versuchte, stark zu sein. Schwäche brachte mir nicht viel. Kiri schien erleichtert zu sein und sein Daumen beseitigte auch schnell die Spüren der Tränen. Als der junge Mann sich etwas nach vorne lehnte und meinem Gesicht näher kam, zog ich nicht hörbar die Luft ein. Was hatte er vor? Zuerst spürte ich die rauen Männerlippen auf meinen Wangen, dann wanderten sie zärtlich weiter nach unten in Richtung Mund. Sichtlich nervös wippte ich ein wenig mit dem Fuß und überlegte fieberhaft, wo ich meine Hände hintun sollte. Doch als Kieran's Lippen die meinen berührten, waren alle Sorgen wie weggeblasen. Ich hob die Arme an und legte sie vorsichtig um seinen Hals, nur um meinen Körper dann dicht an ihn zu pressen und diesen vorsichtigen Kuss, welcher so liebevoll war, sanft zu erwidern. In meinem Kopf überschlugen sich die Gedanken, allerdings ausnahmsweise mal nur gute. Mir wurde abwechselnd kalt und heiß, während ich mich an den jungen Mann schmiegte, als hätte ich nie etwas anderes getan. Natürlich hatte ich schon Männer geküsst. Aber immer unfreiwillig und nur deswegen, weil man es von mir verlangte. Zwar hatte Kieran angefangen, aber ich nahm es ihm keine Sekunde übel. Es fühlte sich gut an und streng genommen war es tatsächlich mein erster Kuss, da man alles davor ja nicht wirklich als Kuss bezeichnen konnte, wenn man mich doch dazu gezwungen hatte. Genauso würde es mir wahrscheinlich ergehen, wenn ich mit Kiri rummachte oder mit ihm schlief. Ich musste meine Gedanken zügeln, da ich merkwürdigerweise schon viel zu weit dachte. Warum überhaupt? Ich hielt es für relativ unwahrscheinlich, jemals mit Kieran oder irgendeinem anderen Typ freiwillig im Bett zu landen. Dafür war meine Angst einfach noch immer viel zu groß. Auch wenn es sich um Kieran handelte. Ich schluckte und löste mich erst nach einigen Sekunden wieder von den rauen Lippen, welche verdammt gut küssen konnten. Ein wenig überfordert sah ich erst meinen Gegenüber an, dann in Richtung See und am Ende senkte ich einfach ein wenig mitgenommen den Blick. Ich bekam keinen einzigen Ton über die Lippen und war mir absolut sicher, dass der junge Mann den schnellen und lauten Schlag meines Herzens gar nicht überhören konnte.


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#56

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 02.02.2015 02:33
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Hätte ich Details über Vivis Vergangenheit gekannt, könnte ich wahrscheinlich gar nicht hier mit ihr sitzen und so mit ihr umgehen. Ich fand es schon mehr als schrecklich, was sie mir überhaupt erzählt hatte. Über ihren Stiefvater, über Danilo und man konnte ihr anmerken, wie tief ihre Angst saß. Ihre Blicke schienen viel zu oft leer zu sein, man hatte ihr die Gefühle genommen und sie so tief verletzt, dass ihre Seele einen immensen Schaden erlitten hatte. Ich wusste es und es nahm mir den Glauben an die Menschheit. Ich fragte mich noch immer, wie man einem Mädchen so etwas antun konnte, so einem hübschen Mädchen. Aber genau das war wahrscheinlich der Grund, dass die Mistkerle ihr das angetan hatten. Es war trotzdem unglaublich. Aber ich wollte auch gar nicht zu viel darüber nachdenken, ich wollte nicht nur Mitleid übrig haben für sie, das half ihr nicht weiter und wenn ich mir vor Augen führte, was sie durchmachen musste, machte es mich auch kaputt. Es half uns beiden nicht, ich wollte für sie da sein und meine Gefühle für sie nicht töten. Ich wollte sie nicht nur mit Samthandschuhen anfassen, als wäre sie gar nicht eigenständig. Ich wollte normal mit ihr umgehen, tun was ich immer tat und trotzdem zerbrach ich mir immer den Kopf darüber, ob es zu viel war, ob ich sie verletzte und sie verlieren könnte, ob ich dies oder jenes tat. Die letzten Tage waren für mich auch gewesen wie ein Balanceakt über eine Schlucht. Mit verbundenen Augen. Im Sturm und, wenn überhaupt, dann nur wenig gesichert. Ich wollte einfach alles richtig machen und ihr eine andere Welt zeigen. Dass ich das mal wollte, nachdem ich sie zunächst doch so gehasst hatte, war zwar ein wenig merkwürdig, aber ich war an sich eigentlich kein Arsch. Ich hatte lange versucht, sie zu vergraulen und hatte dabei nur gelernt, wie standhaft sie sein konnte, dass sie einem im Notfall auch die Stirn bot und anhand der Kinder oder Collins, mit denen sie Kontakt hatte, hatte ich gelernt, wie gut sie vom Charakter her eigentlich war. Und ausschlaggebend war dann die Zeit, die ich nicht da war und das folgende Lagerfeuer. Ich hatte endlich aufgegeben, sie aus Prinzip zu hassen, eigentlich war sie ja eine große Hilfe und ich kam endlich mehr zum Gitarre spielen oder auch mal dazu entspannt auszureiten nach der Arbeit. Und meine gute Laune hatte es gebrochen, auch wenn ich da erst bemerkt hatte, wie scheu sie eigentlich war. Ich war vorher zu voreingenommen gewesen um das zu kapieren. Und dann war auch schon Danilo aufgetaucht. Ich hatte eher gedacht, dass er ihr Freund war, war neugierig und hatte nachgesehen. Ich war mehr als geschockt gewesen über ihr verwüstetes Zimmer. Ich hatte nicht verstanden, wer sowas machen sollte und warum, aber ich durfte ja schnell miterleben, dass Danilo nicht ihr Freund war. Es sei denn sie hätte auf Schmerzen gestanden und auf Vergewaltigung. Der Abend hatte mir einfach nur den Rest gegeben, den heimlichen Respekt für sie und die kleine Bewunderung über ihren Charakter verstärkt und stark an meinen Beschützerinstinkt appelliert. Und kaum hatte ich meinen Kopf geöffnet, öffnete sich auch mein Herz, war erfrischt von ihrer Art, nicht an meinem Geld oder meinen Pferden interessiert zu sein. Und ehe ich mich versah, saß ich hier, Hals über Kopf in sie verknallt.
Und dass ich verknallt war, war auch am meisten der Grund gewesen, sie auf dieses Date auszuführen. Natürlich hatte sie gesagt, dass sie noch nie auf einem Date war und das spielte da auch mit rein, aber auch war es eben, weil ich ihr die Welt zu Füßen legen wollte, ihr zeigen wollte, dass ich mich um sie bemühte. Ich wusste nicht, ob ich genügte für sie, auch wenn sie sonst noch keine Zärtlichkeit erfahren hatte. Ich war auch nicht perfekt und gerade nach unserer Anfangszeit, konnte sie sich nicht vorstellen, je etwas mit mir anzufangen. Und gerade, als sie anfing zu weinen, ging ich in Zweifeln auf. Was hatte ich falsch gemacht? Oder dachte sie wieder an die Mistkerle, dass sie auftauchen könnten? Sie sollte doch einen unbeschwerten Abend haben und ich war froh, dass sie nur weinte, weil es so schön war. Wobei es natürlich auch gelogen sein könnte, nur um mich zu beruhigen. Als ich die Tränenspuren von ihren Wangen küsste, spürte ich ein leichtes Zittern ihrerseits. Ich redete mich einfach nur ein, dass es von der Kälte kam, auch wenn ich befürchtete, dass sie vielleicht Angst hatte. Dass es davon kam, dass sie mit dem Fuß wippte, wusste ich nicht, immerhin sah ich gerade nicht auf ihre Füße. Als ich sie dann küsste, war ich überrascht, wie schnell ich eine positive Reaktion bekam. Ich hätte erwartet, dass sie nichts tat, wenn sie sich nicht gar zurückzog. Aber ich spürte wie sie ihre Arme hob, ehe sie schon um meinen Nacken lagen und sie sich an mich schmiegte. Mein Herz fing schon fast an zu rasen, während sie den Kuss sanft erwiderte. Ich hob auch meine zweite Hand, legte sie sanft in ihren Nacken. Es war ein unglaublich zärtlicher, süßer Kuss, der einem trotzdem fast den Atem raubte. Ich musste ehrlich zugeben, dass ich nicht wusste, wann ich zuletzt einen so intimen Kuss hatte und ich genoss den Moment einfach. Als sie sich von mir löste und mich ansah, lächelte ich sie an, strich mit dem Daumen noch einmal über ihre Wange, ehe ich langsam meine Hände senkte und sie betrachtete, wie sie den Blick senkte. Ich war - scheinbar wie sie - ziemlich sprachlos und spürte noch immer ihre zarten Lippen an meinen. Ein breites, sanftes Lächeln lag auf meinen Lippen, während der nächtliche Wind in ihrem Haar spielte und das Licht über die Wasseroberfläche tanzte. "Ich war mir erst nicht sicher, ob ich dich zu einem Date einladen soll, aber ich bin mehr als froh, dass ich es gemacht habe", sagte ich leise, während ich wieder sanft ihre Hand einfing und meine Finger mit ihren verschränkte. "Möchtest du noch etwas sitzen bleiben oder wollen wir uns langsam auf den Rückweg machen?", fragte ich dann. Ich wollte ihr die Entscheidung überlassen, mir war viel zu warm von dem Kuss, aber ich wusste nicht, wie es um sie stand, denn das Kleid hatte auch viel Beinfreiheit und das Jackett half nur bei der Kälte an den Armen.


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#57

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 02.02.2015 12:07
von Alex • Senior Member | 5.811 Beiträge | 1036624 Punkte

Verträumt sah ich Kieran an und versank für einen Augenblick im zärtlichen Blick seiner Augen. Mir wäre es am liebsten gewesen, wenn diese Nacht niemals geendet hätte. Ein liebevolles Lächeln erschien auf meinem Gesicht und ich legte den Kopf ein wenig schief. Erst als Kiri's Stimme ertönte, erwachte ich wieder aus meiner Traumwelt. "Ich bin auch froh, dass du es gemacht hast.", gab ich ehrlich zu und lächelte zaghaft. Ich konnte gut nachvollziehen, dass Kieran sich unsicher gewesen war. Er wusste schließlich, wie ich im Bezug zu Männern war. Der junge Mann konnte wirklich von Glück reden, dass ich mich auf das Date eingelassen hatte und ihn sogar geküsst hatte. Ich lächelte stumm in mich hinein und sah auf unsere Hände, die sich wieder berührten. "Vielleicht sollten wir wirklich langsam los.", willige ich leise ein und hielt mit der freien Hand sein Jackett fest, als ich aufstand. Sein Kleidungsstück wärmte mich zwar obenrum, doch an den Beinen zog es aufgrund der kalten Abendluft ziemlich. Nachdem ich sicher auf den Beinen stand, ließ ich Kiri's Hand los, nur um seinen Arm zu ergreifen und ihn über meine schmalen Schultern zu legen. Beschützt und glücklich schlenderte ich vorsichtig neben dem jungen Mann den Kieselweg entlang, was sich mit High Heels nach wie vor als ziemlich schwierig herausstellte. Trotzdem kam ich unbeschadet auf der Straße an und nachdem der Angestellte Kieran's Auto gebracht hatte, ließ ich mich auf den Beifahrersitz fallen und schloss für einen Moment die Augen. Irgendwie war mir schwindlig. Ich war total überwältigt von diesem Abend und konnte meine Gedanken einfach nicht ordnen. Aus diesem Grund verlief die Rückfahrt schweigend, doch mein überglückliches Lächeln sprach wohl dennoch Bände. Als wir auf dem Gestüt ankamen, ließ ich mir von Kieran die Tür öffnen und mir aus dem Wagen helfen. Er war wirklich ein Gentleman. "Es wundert mich echt, dass jemand wie du solche guten Manieren hat.", lobte ich den jungen Mann leicht amüsiert. Schließlich kam er letztendlich doch eher vom Lande, da das Gestüt außerhalb der Stadt lag. Außerdem arbeitete er überwiegend mit Pferden und könnte demnach gut ein einfacher Bauerntrampel sein. Doch genau das Gegenteil war der Fall. Noch nie war mir so ein charmanter Kerl begegnet. "Magst du heute bei mir schlafen?", fragte ich dann leise und sah Kieran beinahe flehend an. Ich wollte den Tag neben ihm liegend beenden und in seinen Armen schlief ich mittlerweile wie ein Stein. Selbst die Albträume hatten aufgehört und seit Jahren wurde ich kein einziges Mal in der Nacht wach. "Ich will nur noch kurz zu Thunder.", informierte ich Kiri, ohne eine Antwort seinerseits abzuwarten. Er hatte sicherlich nichts gegen eine Nacht bei mir einzuwenden, also würde er gewiss einfach in meinem Zimmer auf mich warten. Ich schenkte meinem Gegenüber noch ein kleines Lächeln, ehe ich auch schon in der Dunkelheit in Richtung Privatstall verschwand. Dort öffnete ich vorsichtig das schwere Tor und knipste das Licht an, damit ich die Pferde und vor allem den wilden Thunder nicht unnötig beunruhigte. "Baby!", rief ich schon aus der Ferne und bekam sofort eine erfreute Antwort. Eilig stolzierte ich in dem unpassenden Outfit zu seiner Box und legte meine Hand auf seine Nüstern. "Hallo mein Schatz.", flüsterte ich und öffnete mit der freien Hand die Tür, um ihm eine glückliche Umarmung zu schenken. "Ich hatte einen wunderschönen Abend, Thunder. Ich war mit Kieran ganz schick in einem Restaurant, wie du vielleicht an dem Kleid siehst. Kennst du an mir gar nicht, mhm?", murmelte ich mit ruhiger Stimme und drückte dem Hengst einen liebevollen Kuss auf die warmen Nüstern. "Morgen früh komme ich aber sofort zu dir und dann gehen wir arbeiten, ja?", versprach ich meinem Liebling, steckte ihm noch hastig einen Apfel zu und verschloss die Tür wieder gewissenhaft. Auch der Eisenriegel des Tors fiel wieder ins Schloss, während ich zitternd zurück zum Haus der Familie eilte. Noch vor der Haustür schlüpfte ich aus den hohen Schuhen, um Kieran's Eltern nicht zu wecken. Auf Zehenspitzen schlich ich dann die Treppenstufen nach oben, bis ich direkt ins Bad ging, um dort das Make-Up ordentlich zu entfernen. Die Hochsteckfrisur öffnete ich auch noch direkt im Bad, kämmte meine Haare vorsichtig aus, um das Haarspray zu entfernen und betrachtete mein Spiegelbild. Die dunklen Wellen waren noch lockiger wie üblich und selbst ohne dem aufwändigen Make-Up musste ich zugegen, dass ich wunderschön aussah. Lächelnd lief ich dann auf meine Zimmertür zu und drückte vorsichtig die Klinke nach unten, ehe ich die Tür aufschob. Das Erste, was ich sah, war dann Kieran, welcher noch immer in dem schicken Anzug wie selbstverständlich auf meinem Bett lag und mich so an irgendein Männermodel erinnerte. Ich grinste etwas und stellte die High Heels zurück an ihren Platz im Schuhregal. "Schläfst du im Anzug?", informierte ich mich amüsiert und leerte meine Clutch auf dem Schminktisch aus, um den Inhalt ordungsgemäß aufzuräumen. Die Handtasche landete dann bei ihren Artgenossen. Erst jetzt fiel mir auf, dass der junge Mann die weiße Rose zwischen den Zähnen hielt. Argwöhnisch zog ich die Augenbrauen nach oben und legte den Kopf schief. "Schmeckt's?", fragte ich grinsend und drehte Kieran etwas verwirrt den Rücken zu, um zuerst aus seinem Jackett zu schlüfen, welches ich über einen Stuhl hängte, damit es nicht zerknitterte. Kurz warf ich dem jungen Mann einen zärtlichen Blick über die Schulter hinweg zu. Wie sollte ich jetzt das Kleid ausziehen? Anziehen war definitiv leichter gewesen, doch nun bekam ich den Reißverschluss am Rücken nicht mehr auf. "Kiri?", murmelte ich leise und drehte mich ihm wieder zu. "Könntest du mir mit dem Kleid helfen?", bat ich den jungen Mann vorsichtig und drehte ihm erneut den Rücken zu.


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#58

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 03.02.2015 01:53
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Es war so schön einen Abend fern ab des Alltags und weit weg von dem Stress der Stadt zu verbringen und das in so schöner Begleitung. Ich war immer noch überwältigt von meinen Gefühlen, von den ganzen Eindrücken des Abends, aber am meisten berührte mich ihr Gesichtsausdruck. Ihr Blick war verträumt, nicht so leer wie sonst und ihre dunkel Augen glitzerten so schön im Licht der Sterne und der etwas entfernten Straßenlaterne. Und ihr Lächeln dazu. Es war einfach so wunderschön, sie so zu sehen, vor allem wenn man es damit verglich, wie sie angekommen war, dumpf, hart und verletzt. Oder als Danilo sie angefallen hatte. Verletzt, verängstigt und niedergeschlagen. Und jetzt, jetzt sah sie mich richtig an, lächelte und sie meinte es auch so. Ich freute mich auch darüber, dass sie ebenfalls sagte, dass sie froh wäre, dass ich sie zum Date gebeten hatte. Bei ihrem zaghaften Lächeln hob ich meine freie Hand wieder, strich sanft mit meinem Daumen über ihren leicht erhobenen Mundwinkel. Sie sollte wirklich öfter lächeln, es stand ihr so gut. Es vollendete erst ihre Schönheit und es war wirklich schade, dass man sie so gebrochen hatte. Wenn sie eine heile Seele hätte, würde sie öfter unbeschwert lächeln, sie könnte mehr genießen, sie könnte vertrauen und jemanden, mich, glücklich machen und das auch nur, wenn sie da war und lächelte. Aber vielleicht waren wir auf einem guten Weg dahin. Ich würde nicht erwarten, dass sie mir in den nächsten Wochen mehr schenkte als zarte Küsse und Umarmungen, aber das war auch nicht schlimm. Ich würde mich freuen über jeden Tag, an dem sie lächelte und sich nur ansatzweise berühren ließ. "Okay, es wäre auch schade, wenn du dich erkältest", meinte ich dann, bei ihrem Entschluss zu gehen und erhob mich dann ebenfalls. Langsam kroch wirklich die Kühle auch unter das dünne Hemd, das ich trug. Kurz war ich fast enttäuscht, als sie ihre Hand entzog, allerdings griff sie nur etwas um, damit ich meinen Arm wieder um ihre Schultern legte. Ich lachte darüber leise auf, weil sie es scheinbar gerne so handhabte und mich nicht einfach darum bat. Zufrieden ging ich dann mit ihr zurück bis zum Eingang des Restaurants. Mein Wagen wurde vorgefahren, Türen geöffnet. Natürlich drückte ich dem Mann noch einen kleinen Schein in die Hand, ehe ich den Wagen auf die Straße manövrierte und uns beide nach Hause zu fahren. Ich sah immer mal wieder zu Vivi, immer wieder überrascht und bezaubert von ihrem Lächeln und ich brach diese Stille nicht.
Als wir angekommen waren, half ich ihr natürlich wieder beim Aussteigen und öffnete ihr die Tür. Ein wenig verwirrt sah ich sie an, als sie meinte, sie wäre überrascht über mein Verhalten. "Jemand wie ich?", hakte ich nach, wusste nicht ob ich vielleicht ein bisschen gekränkt sein sollte, weil sie mich vielleicht in irgendein Klischee steckte. Aber ich grinste leicht, immerhin schien sie auch eher amüsiert und im Grunde war es ja ein Kompliment gewesen. Als sie mich fragte, ob ich bei ihr schlafen wollte, lächelte ich leicht, schmunzelte ein wenig über ihren flehenden Ton. Ich wollte gerade antworten, als sie noch schnell zwischenschob, dass sie zu Thunder wollte. Und dann ließ sie mich einfach stehen und verschwand in der Dunkelheit Richtung Stall. Ich sah ihr ein wenig verdutzt nach, ehe ich mit den Schultern zuckte und die Haustür öffnete. Ich zog meine Schuhe aus, schlich leise die Treppe hoch und ließ die eine knarzende Stufe, die es wohl in jedem Haus gab, aus. Das Licht im Flur ließ ich Vivi an und ging automatisch direkt in ihr Zimmer. Es war wieder wunderschön ordentlich und dekoriert und die konservierten Rosen standen in einer Vase noch da. Mit einem leichten Lächel trat ich zu dem noch frischen Strauß, zog die weiße Rose des heutigen Abends hervor und sog den sanften Duft ein, strich mit den Fingern vorsichtig über die zarten Blütenblätter. Rein aus einer Laune heraus, wandelte ich mit der Rose zum Bett, drapierte mich wie ein Model auf dem Bett, nahm die Rosenstiel in den Mund und wartete ab. Als schließlich Vivi ins Zimmer kam, schenkte ich ihr einen frechen Blick. Eigentlich wollte ich sie damit ein wenig mehr ermuntern, aber sie grinste nur kurz und wandte sich dann ab. Bei ihrer Frage seufzte ich innerlich und als sie sich erneut zu mir umdrehte und mich etwas argwöhnisch betrachtete und fragte, ob es schmeckte, nahm ich schließlich die Rose aus dem Mund. Dann fand sie es eben nicht amüsant. Zumindest nicht so, wie es geplant war, aber nun gut. Ich setzte mich leicht auf, betrachtete sie, während das Jackett von ihren zarten Schultern glitt. Ich lächelte sie an bei ihrem zärtlichen Blick, ehe sie fragte, ob ich ihr aus dem Kleid helfen konnte. "Klar, meinte ich leise, stand auf und brachte die weiße Rose wieder an ihren Platz, ehe ich hinter sie trat. Ich hauchte ihr kurz einen zarten Kuss auf die Wange, ehe ich den Reißverschluss des Kleides vorsichtig aufzog. Ich musste sagen, dass mein Herz ein wenig klopfte. Ich hatte sie natürlich schon nackt gesehen, aber sie auszuziehen war etwas anderes, das war in diesem Moment irgendwie intimer, auch wenn ich den Gedanken wieder runterschluckte, bis der Reißverschluss ganz offen war. "Meine Sachen kann ich doch heute Nacht hier lassen, oder?", fragte ich dann, während ich ein paar Schritte von ihr weg trat, damit sie sich nicht bedroht fühlte, wenn ich mich direkt hinter ihr auszog. Ich knöpfte mein Hemd schließlich auf, hängte es über das Jackett. Dann schlüpfte ich aus Hose und Socken, legte die Hose ebenfalls über den Stuhl. Ich überlegte, ob ich mir vielleicht doch noch eben etwas überzog, da ich nur eine Boxer und keine Boxershorts trug - die konnte man unter einem Anzug nicht tragen ohne dass es bescheuert aussah - und die aber auch entsprechend weniger locker waren und dadurch doch Konturen zeigten. Andererseits hatte sie mich ja auch schon nackt gesehen, weshalb ich mich einfach zum Bett umwandte und die Decke zurückschlug, damit wir gleich reinklettern konnten und schlüpfte auf meine eingebürgerte Seite neben ihr.


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#59

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 03.02.2015 16:00
von Alex • Senior Member | 5.811 Beiträge | 1036624 Punkte

Kieran erweckte den Eindruck, dass er recht enttäuscht über meine Reaktion bezüglich der Rose war. Was hatte er sich denn erwartet? Nachdenklich biss ich mir auf die Unterlippe und lächelte zaghaft, als sich Kieran aufrichtete und hinter mich trat. Der Kuss, welchen er mir kurz auf die Wange hauchte, ließ mich erschaudern. "Du machst mich wahnsinnig.", flüsterte ich leise und schloss die Augen, während der junge Mann den Reißverschluss des schicken Abendkleids langsam nach unten zog. Wahrscheinlich wollte Kieran gerade etwas mehr als nur diesen Reißverschluss zu öffnen. Allerdings wollte ich nicht viel mehr. Oder vielleicht doch? Jedenfalls war ich noch nicht bereit dazu. Selbst wenn ich es gewollt hätte, ich konnte es nicht. Wobei ich mir ernsthaft die Frage stellte, ob ich überhaupt irgendwann bereit dazu war, mit jemanden zu schlafen. Zumindest freiwillig. Doch wenn ich es irgendwann tun konnte, würde es sicher Kieran sein. Ich war mir relativ sicher, da er der einzige Junge war, dem ich einigermaßen vertrauen konnte. Bei seiner Frage wurde ich stutzig. "Bitte was?", fragte ich vorsichtshalber nach und drehte mich noch kurz zu Kieran um, bevor ich das Kleid nach unten gleiten ließ und meine Füße von dem Stoff befreite. "Natürlich kannst du deine Sachen hier lassen. Du kannst sie auch noch morgen bei mir lassen. Stören tut es mich sicher nicht und solange deine Klamotten noch so gut riechen, würde ich sie eh nur ungern rausrücken.", erklärte ich ihm ruhig und fuhr mir durch die lockigen Haare, während ich das Kleid vom Boden aufhob, ordentlich zusammen faltete und zurück in den schönen Karton legte, welchen ich anschließend vorsichtig unter die Stange im Schrank schob, an welcher meine Kleider und Röcke hingen. Als ich mich wieder zu Kieran drehte, stand er gerade in einer engen Boxer im Raum. Fasziniert ließ ich meine Augen über seinen Körper wandern. "Nicht schlecht.", lobte ich ihn leise und lächelte schüchtern. Ein Traum jeder Frau, sogar von mir. Nur weil ich mein Leben lang schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht hatte, hieß das noch lange nicht, dass ich nicht gerne gut trainierte Körper sah und es auch zu schätzen wusste, wenn ein Mann auf sein Aussehen achtete. Während Kieran sich schon einmal dem Bett widmete, in dem er die Decke zurückschlug, fummelte ich mit meiner rechten Hand am Verschluss des trägerlosen Bhs herum, bis sich die Ösen öffneten und ich das Kleidungsstück zurück in die Schublade legen konnte. Sehr ordentlich, natürlich. In meinem Zimmer war Unordnung und Dreck nicht zu finden. Alles hatte seinen festen Platz und ich sorgte beinahe täglich dafür, dass man kein Staubkorn finden konnte, egal wie sehr man auch suchte. Meinen Wahn für Sauberkeit und Ordnung hatte ich inzwischen auf das gesamte Gestüt übertragen. Zuerst war es nur diese Etage hier inklusive Kieran's Zimmer gewesen. Später das gesamte Haus und seit einigen Tagen eben das komplette Gelände. Sogar die Sattelkammern glichen mittlerweile eher einem Ausstellungsraum. Jedes Stück Leder glänzte und hing ordentlich über Haken. Ich war zufrieden mit mir und die anderen Menschen ebenfalls. Vor meinem Schminkspiegel löste ich sämtlichen Schmuck und verstaute auch diesen ordnungsgemäß, ehe ich mich auf den Weg ins Bett machte. Oben ohne. Ich hatte Kiri vor einigen Tagen eines seiner Shirts geklaut, welches noch immer wunderbar nach ihm roch. Nach diesem griff ich lächelnd und schlüpfte hinein, damit Kieran nicht noch total verrückt wurde. Lächelnd schwang ich mich in das weiche Bett und zog mir die Bettdecke bis zum Kinn, sah dann abwartend zu dem jungen Mann. "Kommst du, Kiri?", murmelte ich liebevoll und lächelte ungeduldig.


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#60

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 03.02.2015 21:00
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Ihr Erschaudern bemerkte ich durchaus, zweifelte aber kurz, ob es gut oder schlecht war, ehe ich ihre Worte mir Gewissheit gaben. So wie sie es sagte, gefiel ihr das eigentlich, Mit einem leichten Grinsen beugte ich mich zu ihrer anderen Seite, hauchte auch dort einen federleichten Kuss auf die Wange, während ich den Reißverschluss öffnete. Auf diese Weise machte ich sie doch gerne wahnsinnig. Zu gerne hätte ich mich ihren Nacken hinab geküsst und hätte sie zum Bett gezogen, aber ich wusste mich zu beherrschen. Es wäre zu viel verlangt auch nur auf so viel zu hoffen, aber ich war ein Mann und hatte Vorstellungen. Nur konnte ich sie im Griff halten und würde brav warten, bis sie selbst klar machte, dass sie mehr wollte. Ich würde sie nicht bedrängen, egal wie sehr mich das Verlangen quälte. Bei ihren Worten lachte ich amüsiert auf. "Tu dir keinen Zwang an. Hauptsache ich hab sie wieder, wenn ich sie brauche"; meinte ich. Inzwischen war mir durchaus bewusst, dass sie gerne mal Sachen von mir nahm. Gerade meine Shirts, die ich mal zum Schlafen trug, verschwanden dann einfach nach einer Nacht und ich erwischte Vivi, wie sie ins Bad huschte morgens eben in diesem Shirt. Es war aber okay, irgendwie war es ja niedlich, vor allem weil meine Shirts ihr viel zu lang waren, ihre Schultern zu schmal und sie etwas verloren darin aussah. Auf ihr Kompliment und ihren Blick auf meinem Körper hin, lächelte ich sie frech an. "Danke, kann ich nur zurück geben", meinte ich mit einem Zwinkern, ehe ich mich ja dem Bett zu wandte und die Decke zurück schlug. Ich setzte mich auf die Bettkante, während ich Vivi beobachtete und sie mal wieder heimlich bewunderte. Sie war so perfekt, sehr schlank bei doch ausgeprägten Kurven, lange, wilde Haare und ein wunderschönes Gesicht. Ich konnte jeden verstehen, der sie begehrte, aber nicht, wie man sich es einfach nehmen konnte. Egal, wie lange ich warten müsste, ich würde sie nie einfach anfassen gegen ihren Willen. Ich könnte so etwas gar nicht. Als sie auf das Bett zu kam, schluckte ich leicht. Wenn sie oben ohne schlief, wäre ich die ganze Nacht hypnotisiert von ihren perfekten Brüsten, aber schließlich zog sie sich ein Shirt über. So so, hier her war das letzte also auch verschwunden. Kopfschüttelnd grinste ich, während sie schon fast ungeduldig schien. Ich kroch zu ihr unter die Decke, schob ihr sanft eine Strähne hinters Ohr. "Ich hoffe, der Abend hat dir gefallen", sagte ich dann leise, wagte mich, ihr einen kurzen, zarten Kuss zu geben. Schließlich löschten wir das Licht und irgendwann schlief ich mehr als zufrieden und glücklich ein, meine Vivi im Arm.

Am nächsten Morgen weckte mich mein Wecker. Das war schon irgendwie ziemlich mies, immerhin stand der auch in meinem Zimmer auf dem Nachttisch, was ich aber erst bemerkte, als ich auf dem Nachttisch herum tastete und nichts fand. Verschlafen setzte ich mich auf, sah kurz mit einem Lächeln zu Vivi, die noch zu schlafen schien und stand dann auf. Ich tappte leise in mein Zimmer, wechselte auch gleich die Unterwäsche und zog mir eine Jogginghose über. Ich machte mich auf dem Weg die Treppe runter um ein Frühstück vorzubereiten, trug es mit dem Tablett nach oben. Ich stellte es kurz auf dem Nachttisch ab, ehe ich sanft Vivi weckte und mich wieder neben sie ins Bett setzte um mit ihr zu frühstücken. Der Alltag rief aber dennoch, dementsprechend früh hatte mich der Wecker ja auch geweckt, aber auch einen frühen Morgen konnte man sich gut versüßen. Schließlich machten wir uns dann aber doch auf, halfen im Stall beim Füttern, rausbringen und misten, bis die größte Arbeit fertig war. Auf Vivis Vorschlag hin, joggen zu gehen, willigte ich ein. Ich zog mich also um. holte meine Stute aus der Box, putzte sie ausgiebig und machte mich dann mit Vivi auf den Weg. Ich ging viel zu selten joggen in letzter Zeit, trainierte ich doch eher die Stärke meiner Muskeln und nicht die Ausdauer. Die besaß ich allerdings durch die ganze Arbeit im Stall und das Reiten. Wenn man jeden Tag den ganzen Tag immer auf den Füßen war, wurde man zäh. Es machte mir Spaß, das Gelände mal zu Fuß zu verlassen und vielleicht tat es meiner Stute auch mal ganz gut, ich wollte sie noch einmal auf einer Stutenschau vorstellen und sehen, wie ihre Wertnote war und vielleicht zog ich dann ein Fohlen mit ihr, vielleicht sogar von meinem eigenen Hengst. Beide hatten hohe Qualitäten und waren von der selben Rasse. Ein Fohlen könnte ziemlich groß raus kommen. Oder teuer verkauft werden. Mal sehen. Die Vormittagsluft war erfrischend und nach dem Joggen war ich zum Glück nicht zu erschöpft, denn danach wollte ich noch mit Socke ein paar Vielseitigkeitssprünge üben und die Militarystrecke abreiten.
Nachdem ich mich also umgezogen hatte fürs Reiten, machte ich mein zweites Pferd fertig, während meine Stute die Weide genießen durfte. Sorgfältig legte ich meinem Tier die Ausrüstung an, Sattel, das Fünf-Punkt-Martingal und Trense. Dazu die Gamaschen und diese Schutzcreme für die Beine, damit nichts passierte, falls Socke doch mal hängen bleiben sollte. Ich benutzte das Zeug lieber immer auch beim Training, nicht wie andere teilweise nur beim Turnier. Hufglocken legte ich auch noch an und dann ging es auch schon los. Kurz verabschiedete ich mich von Vivi, die Thunder auf dem Platz noch etwas förderte und ritt dann vom Hof. Hoch motiviert, warf mein Hengst die Beine in die Luft, spitzte die Ohren, schon als wir nur trabten. Als wir bei der Strecke ankamen, gurtete ich nach, wunderte mich nicht über das leichte Knarzen. Das kam schon mal vor bei einem Ledersattel. "Gut mein Großer. Trotz deiner guten Laune, hältst du dich bitte etwas zurück", schmunzelte ich, strich über den muskulösen Hals, ehe ich ihn wieder antreten ließ und ihn schließlich auf die Strecke lenkte, die sich durch den Wald zog. Ich spürte die Energie, die For Success loswerden wollte, hielt ihn tapfer zurück, auch wenn seine Sätze manchmal etwas übertrieben waren. Wir steuerten schließlich eine Kombination an, bei der man über einen Baustamm in einen Graben sprang und über einen nächsten wieder auf die normale Ebene wieder raus. Normaler Weise war das kein Problem für uns. Als mein Hengst zum Sprung ansetzte, hörte ich allerdings wieder das Knarren vom Leder, merkte wie der Sattel sich im Flug löste. Dann ging alles viel zu schnell. Wir kamen auf und der Sattel konnte meinen Schwung nicht mehr abfangen. Ich stürzte über die Schulter meines Pferdes, den Sattel riss ich dabei mit, weil sich ein Steigbügel um meinen Fuß verkeilte. In Panik machte mein Hengst den Galoppsprung zwischen den Hindernissen und riss mich dabei mit. Trotz des seitlichen Gewichts, wagte er den Sprung aus der Kombination. "Scheiße", fluchte ich noch stockend, ehe ich gegen den Baumstamm schlug mit der linken Seite und dem Kopf. Immerhin hatte sich der Steigbügel gelöst und ich fiel mit einem dumpfen Geräusch zu Boden, blieb benommen und nach Luft ringend liegen, drehte mich vorsichtig auf den Rücken, während Sterne vor meinen Augen tanzten.
Mein Pferd schoss indes weiter durch den Wald. Panisch versuchte er das abzubuckeln, was noch an seiner Seite hin. Der Sattel mit gerissenem Gurt und wild schlagenden Steigbügeln. Davon angetrieben hetzte er durch das Dickicht, ließ sich nicht aufhalten von Hindernissen oder tiefem Geäst. Irgendwann trat er auf den Gurt, wobei endlich die Verbindung vom Martingal riss und der Sattel zu Boden fiel. Trotzdem rannte er im gestreckten Galopp weiter, machte aber einen Schlenker Richtung Heimat. Verstört und mit weit geblähten Nüstern klapperten seine Hufe irgendwann wieder auf dem Pflastersteinboden auf dem Hof. Das was vom Martingal übrig geblieben war, hing schief über einem Hals, die Zügel ebenso. Am Stall wollte ein Pfleger ihn abfangen, aber er machte einen erschrockenen Satz zur Seite, trabte laut prustend und mit erhobenem Schweif quer über den Hof.


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#61

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 03.02.2015 21:35
von Alex • Senior Member | 5.811 Beiträge | 1036624 Punkte

Ich sollte mir wirklich angewöhnen, nicht ständig so halb nackt zu sein. Kieran war zwar ein anständiger Kerl, aber eben genau auch nur ein Kerl. Ich kannte die Männer gut genug um zu wissen, dass sie sich irgendwann nicht mehr kontrollieren konnten. Wobei der junge Mann in solch einem Falle wohl eher die Zimemrtür abschloss und es sich selbst besorgte. Und dass, obwohl ich es doch so viel besser konnte. Diese Tatsache konnte Kiri nicht wissen, aber genauer bedacht eigentlich vermuten. Schließlich hatte ich die letzten Jahre fleißig gelernt und alles probiert, um meine Peiniger einigermaßen zufrieden zu stellen. Nachdenklich warf ich dem jungen Mann hin und wieder einige verstohlene Blicke zu, da auch er mich musterte. "Pass auf, dass deine Augen nicht rausfallen.", warnte ich ihn spöttisch und konnte einen Hauch von Erleichterung in seinem Gesicht sehen, als ich in sein Shirt schlüpfte. Dieses erkannte Kiri wohl auch sofort als eines seiner verschwundenen. "Ich wasche es morgen mit, ja?", versprach ich ihm und meine Wangen färbten sich für einen Moment etwas rot. Die Röte verblasste allerdings nach einigen Sekunden, da es wirklich schlimmeres und peinlicheres gab. Aufmerksam beobachtete ich Kieran, als er zu mir unter die Decke schlüpfte und kam dabei nicht dran vorbei, auf den engen Stoff der Boxer zu starren. Ach du dickes Ding. Dann spürte ich auch schon für eine Millisekunde seine Lippen auf meinen, doch es war viel zu schnell wieder vorbei. "Dieser Abend war der schönste meines Lebens.", hauchte ich ihm in sein Ohr und lächelte zaghaft, ehe er das Licht ausmachte und ich mich an ihn schmiegte. Es tat gut, neben Kieran einzuschlafen. Ich fühlte mich sicher und falls jemand hier auftauchte, war er da um mich zu beschützen. Jetzt hatte ich zusätzlich die Pistole, doch ob ich diese jemals benutzen würde war eine ganz andere Sache. Ich wollte niemanden erschießen. Höchstens vielleicht Andrej und Danilo, aber diese Mistkerle waren es letztendlich nicht wert, in den Knast zu wandern. Wobei...bei meiner Vorgeschichte und aus Notwehr konnte mir eigentlich kaum etwas passieren. Hoffte ich zumindest. Trotzdem wollte ich es nicht darauf anlegen und hatte die Waffe auch gut versteckt. Ich lag noch sehr lange wach und erlebte den Abend erneut in Gedanken. Er war so wundervoll gewesen. Kieran war so liebevoll und fürsorglich, dass es schon beinahe unwirklich war. Wie konnte ein Mann so sanftmütig sein? Ich konnte es wirklich nicht verstehen und wechselte gedanklich irgendwann zu den beiden Küssen, welche wir heute ausgetauscht hatten. Ich hatte durchaus etwas dabei gefühlt, konnte es aber noch nicht einordnen. Wie denn auch? Ich kannte diese Dinge wie Liebe nicht. Es würde sicher schwer werden, mich auf Kieran einzulassen. Mich ihm vollends zu öffnen, ihm zu vertrauen, ihn vielleicht auch zu lieben. Doch woher sollte ich wissen, wie sich dieses berüchtigte verliebt sein anfühlte? Man sagte doch immer, es fühlte sich an wie Schmetterlinge im Bauch. Spürte ich so etwas? Wie fühlte es sich überhaupt an? Als ich spät nachts endlich doch einschlief, drehten sich selbst meine Träume noch um den jungen Mann neben mir.

Ich bekam weder das Klingel des Weckers in Kieran's Zimmer mit, noch dass er mein Zimmer verließ. Dafür war ich viel zu müde und unausgeschlafen. Erst als er mich kurz darauf vorsichtig weckte, schlug ich die Augen auf und sah ihn einen Moment recht panisch an, bis ich realisierte, wer er war. Ein beruhigtes Lächeln glitt über mein Gesicht, während ich mich aufrichtete und im Schneidersitz auf dem Bett saß. "Du hast Frühstück gemacht? Ich komme mir langsam vor wie eine Prinzessin.", stellte ich schmunzelnd fest und köpfte zeitgleich das gekochte Ei. Leider rief die Arbeit schon und wir hatten nicht viel Zeit für ein langes Frühstück. Ich schlüpfte also ebenfalls noch in anständige Klamotten, ehe ich mit Kieran das Haus verließ und ihm fleißig bei der Stallarbeit half. Ich schlug dann irgendwann einfach vor, erst einmal eine Runde joggen zu gehen und dabei gleich noch zwei Handpferde mitzunehmen. Also sah ich Kiri noch kurz nach, erhob mich dann auch sofort und stellte das Tablett vorerst auf dem Schreibtisch ab. Gut gelaunt und fröhlich vor mich hin summend band ich meine langen Haare zu einem hohen Pferdeschwanz zusammen, verzichtete auch für die Joggingrunde auf Make-Up und schlüpfte in eine einfache schwarze Leggings und ein beiges Tank Top. Darüber warf ich mir noch einen kuscheligen Cardigan, da es um diese Zeit doch noch sehr kühl war. Noch vor Kieran befand ich mich wieder im Privatstall, streifte Thunderblood das Halfter über und hakte den Führstrick in den Eisenring ein. "Komm mein Hübscher.", flüsterte ich liebevoll und führte ihn auf den Putzplatz. Nach kurzer Zeit stieß auch Kiri mit seier Stute zu uns, wobei er sie einige Meter entfernt anbinden musste, da Thunder sofort die Nüstern blähte und den Kopf in die Höhe riss. Nach wenigen Minuten waren beide Pferde sauber und wir machten uns vorerst etwas langsamer auf den Weg. Die Runde verlief relativ angenehm, auch wenn Thunderblood immer wieder vor ungewohnten Dingen erschrak, scheute und einen Gang zu legte. Mich störte es nicht, doch dennoch hing ich ziemlich im Führstrick und riss mir dabei sogar die Handflächen blutig auf. Wenn man auf Thunder einfach querfeldein ritt, würde er wohl sicher sehr viel Tempo an den Tag legen. Als wir zurück auf dem Gestüt waren, wollte Kieran noch zu Pferd ins Gelände, weswegen ich beschloss, mit meinem geliebten Hengst ein wenig Bodenarbeit zu machen. Als Kiri das Gelände verließ, sah ich ihm noch eine Weile nach, ehe Thunder auch schon wieder zickte. Als allgemeine Panik auf dem Gelände ausbrach, hob ich verwirrt den Blick und eilte mit Thunder im Schlepptau vom Platz, bis ich Kiri's Pferd über den Hof buckeln sah. Der Sattel fehlte vollkommen und ansonsten sah die Ausrüstung auch recht spärlich aus. "Shhhh. Socke..Shhh.", murmelte ich beruhigend und ließ vorerst Thunder's Führstrick achtlos auf den Boden fallen, um erst einmal den anderen Hengst einzufangen. Als es mir schließlich gelang, strich ich ihm sanft über den verschwitzten Hals. "Wo ist Kieran, Socke?", fragte ich leise und zutiefst besorgt. Aus dem Stallgebäude tauchte gerade Jessica auf, welche triumphfierend grinste. Was zur Hölle...? Ich spürte, dass etwas passiert war und seine Ex damit zu tun hatte. Was dann geschah, tat ich ohne weiter darüber nachzudenken. Ich griff panisch nach dem Rest der Zügel von Socke, zog ihn zurück zu Thunder und bat, dass die beiden sich nicht kloppten. Ohne Probleme schwang ich mich dann auf den blanken Rücken des schwarzen Hengstes, ergriff de Führstrick und rammte Thunder die Fersen in die Seite. Ich sah nur noch Alexander Collins, welcher mit den Armen fuchtelnd versuchte, mich aufzuhalten. Doch es war schon zu spät. "Zeig uns, wo Kieran ist, Socke.", rief ich und ließ die beiden Hengste einfach Seite an Seite laufen. Es war ein unbeschreibliches Gefühl und ich nahm es nicht einmal wahr, da ich viel zu sehr um Kieran besorgt war. Die Sorge bewahrheitete sich nach einigen Minuten auch. Schon aus der Ferne sah ich den jungen Mann auf dem Boden liegen. Regungslos. Ich wurde leichenblass und trieb Thunderblood noch einmal an. Dieses Pferd war wirklich verdammt schnell. Und ich ritt gerade auf dem Hengst, der doch als unzähmbar galt. Kurz vor Kiri riss ich etwas unsanft an dem Führstrick und dem Stück Zügel, damit die Hengste zum stehen kamen. Mit wackligen Knien ließ ich mich von dem Pferd gleiten und fiel neben Kieran auf den Boden. "Kiri? Verdammt, hörst du mich?!", schrie ich aufgebracht und die Tränen floßen schon jetzt hemmungsglos. "Red mit mir! Du kannst doch jetzt nicht...", murmelte ich und schluchzte auf. An seinem Kopf klaffte eine riesige Platzwunde. "Oh Gott, Kiri. Tu mir das nicht an...Bitte.", stotterte ich und bedeckte sein Gesicht mit zahlreichen sanften Küssen. "Du kannst mich doch nicht einfach alleine lassen...Ich brauche dich!"


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#62

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 04.02.2015 02:30
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Ich konnte die ganze Zeit am nächsten Morgen noch nicht aus dem Kopf bekommen, wie viel offener sie mir gegenüber geworden ist. Sie lächelte, sie machte Witze. Und klaute meine T-Shirts. Ich hatte ihr natürlich versichert, dass es nicht schlimm war, wenn sie es noch behielt. Ich fühlte mich ja irgendwie geschmeichelt damit und ich konnte mir eigentlich immer recht sicher sein, dass nichts verschwand, was ich mir hinlegte um es erst noch anzuziehen. Nur danach verschwanden meine Shirts wie von Geisterhand. Aber ich hatte genügend, also warum darüber aufregen. Ich konnte vielleicht besitzergreifend sein, aber da Vivi mein Mädchen war, durfte sie auch meine Shirts haben. Auch lächelte ich die ganze Zeit versonnen darüber, dass sie den Abend so toll gefunden hatte. Etwas verbittert war ich nur kurz darüber, dass sie mich so panisch ansah, obwohl ich sie vorsichtig weckte und das ohne sie irgendwie weiter zu berühren. Da hätte ich mit der Reaktion ja gerechnet, aber jetzt hatte ich sie leise angesprochen und meine Hand nur vorsichtig an ihre Schulter gelegt. Zum Glück legte sich der Ausdruck schnell und ein Lächeln erschien, ehe sie sich auch schon für das Frühstück begeisterte. "Bist du keine?", fragte ich gespielt überrascht beim Frühstück, das leider nicht so sehr in Ruhe verlief, wie gerne gewollt, aber immerhin war es ein Frühstück mit Eiern und am Bett und gemeinsam. Ich war total auf Wolke sieben während der ganzen Zeit, auch bei der Arbeit pfiff ich munter vor mich hin, streichelte hier und da ein Pferd, wenn es davon etwas irritiert schien. Meine Stute war auch ein wenig verwundert von meiner Laune, musterte mich argwöhnisch, wenn sie nicht gerade skeptisch zu Thunder sah und die Ohren anlegte. Sie war gerade nicht rossig zum Glück. Sie war kurz davor, roch für Thunder deshalb wahrscheinlich super, der mit seinen pubertären Gefühlen noch nicht klar kam, aber sie würde ihm zeigen, dass er es gar nicht erst versuchen brauchte. Deshalb nahm ich sie mit, auch damit Thunder es lernte im Umgang mit Stuten ruhig zu bleiben. Ansonsten wurden Turniere oder Leistungsbeschauungen schwierig. Von seiner Unruhe ließ sie sich beim Laufen manchmal etwas anstecken, da kam das Dressurpferd durch, das ein wenig penibel war, aber manchmal behielt sie zumindest ihre selige Ruhe bei und folgte brav wie ein Lamm. Warum ich danach an alles dachte außer an meine eigene Sicherheit, wusste ich auch nicht so genau. Vielleicht vertraute ich meinem Pferd und mir einfach zu sehr oder ich war einfach abgelenkt gewesen, als ich Vivi mit Thunder auf dem Platz gesehen hatte. Ich hatte aber auch nicht daran gedacht, dass irgendwas passieren würde. Meine Ausrüstung war immer gut in Schuss, gepflegt und sobald Zweifel aufkamen, wurde es überprüft und damit nur noch auf dem Hof geritten.
Dass meine Ex mir so übel mitspielen würde, hätte ich nie gedacht. Sie hatte mir sogar noch freundlich zurückhaltend zugewunken, als ich im Stall aufgetaucht war um meinen Hengst zu holen und hatte sich fern von mir gehalten. Ich hatte mir nichts dabei gedacht, dachte mir nichts bei den normalen Ledergeräuschen und das hatte ich dann davon. Selbst als ich am Boden lag, wiederholte sich der Sprung vor meinem inneren Auge, der Fall, bei dem ich samt Sattel hinterm Pferd hergezogen wurde. Ich hatte Glück gehabt, dass ich nicht unter die Hufe geraten war, die natürlich beschlagen waren. Der Stamm war dafür auch nicht so viel netter gewesen, aber immerhin wurde ich nicht weiter mitgezerrt. Darüber konnte ich aber nicht lange nachdenken, weil sich nur alles in meinem Kopf drehte und ich viel zu benommen dafür war. Ich war stolz, dass ich meinen Atem befreien konnte, indem ich mich auf den Rücken drehte, aber das bisschen Sauerstoff half mir auch nicht, bei Bewusstsein zu bleiben. Es war, als würde eine große Welle auf mich niederschmettern und mich erdrücken, als ich in das tiefe Schwarz sickerte.
Mein Pferd war wenigstens zuverlässig. Es gab Pferde, die nur weg rannten, so wie Thunder und die, die immer nach Hause kamen. Socke lief nach Hause, nachdem er den Sattel irgendwo losgeworden war. Er war eigentlich auch eher der, der zurück zum Reiter kam, aber dafür war er viel zu aufgedreht. Als er da ankam, wollte den Menschen ausweichen, die versuchten, ihm den Weg zu versperren und wurde nur langsam ruhiger. Bei Vivi kam er leicht bebend zum Stehen, strotzte vor Schweiß und Schaum vorm Maul. Sein Blick war gehetzt, als er seinem Artgenossen begegnete, aber der war ihm wahrscheinlich lieber als herumfuchtelnde Menschen. Vivi war ruhiger, weshalb sich Socke schließlich ergab und sich spärlich beruhigen ließ. Um sich mit Thunder zu prügeln, war Socke gerade zu sehr durch mit den Nerven und eigentlich war er sich sehr bewusst, dass er hier der wahre Hengst war und Thunder nur ein Jüngling, wenn auch ein dominanter. Mit einem prusten setzte er zum Galopp an, als Vivi Thunder antrieb, schlug Richtung Collins aus, der versuchte ihnen in den Weg zu springen und preschte vor. Thunder war etwas schneller als Socke, aber der war auch platt von dem Stress, war vorher durch unwegsames Gehölz gestolpert und hatte einen Sattel unter den Hufen gehabt. Er wollte gar nicht mehr, lenkte aber dennoch zu mir, schnaufte schwer, als Vivi sie endlich bremste und pumpte ordentlich, trottete ihr die paar Schritte nach und blieb neben Vivi stehen.
Ich bekam davon nichts mit, war die Minuten einfach nicht anwesend. Wahrscheinlich hatte ich Glück, dass sich mein Atem selbst ein wenig normalisierte, wenn auch etwas kurz war. Dass Vivi mich anschrie, erreichte mich nur ganz dumpf. Ich konnte es nicht einordnen, nicht verstehen. Nur langsam kam ich wieder zu mir, während Tränen auf mich tropften und leichte Berührungen merkbar wurden. Ich war ein wenig irritiert, blinzelte und sah das Mädchen über mir, ordnete es als leichte Küsse ein. Aber einen Moment schockte es mich, weil ich nicht einordnen konnte, wer sie war. Und im nächsten Moment brach dann alles andere über mich ein. Die Schmerzen in den Rippen , mein dröhender Kopf, der das gefühlte Maß eines Medizinballs hatte, schwer und groß. Dazu kam Schwindel und Übelkeit. "Ich bin doch da", murmelte ich leise, gefühlte zehn Minuten, nach dem Gedanken selbst. Ich hob vorsichtig meinen Kopf, keuchte auf, als mir Schmerz durch die Rippen fuhr und mir sofort schlecht wurde. "oh Gott", hauchte ich, legte eine Hand an die schmerzende Stelle an meinem Kopf, die das alles verschlimmerte und wunderte mich über die Nässe, bis ich sah, dass es Blut war. "Mist", murmelte ich, sah dann neben Vivi zu Socke. "Ist bei ihm alles okay? Ist der Sattel in Ordnung?", fragte ich dann, stempelte mich selbst als Nebensache ab.
Natürlich spielte sie da aber nicht so mit. Sie war mehr als nur ein wenig besorgt, wie mir schien. Da hier kein Empfang für Handys war und es so unwegsam war und sie mich hier trotzdem raus schaffen wollte, half sie mir langsam auf. Ich torkelte mehr, als dass ich ging und ich fühlte mich aber auch wie auf schwankendem Boden. Ich schaffte nicht einmal drei Meter, ehe ich auf die Knie fiel und mich übergeben musste, so eklig war mir vor Schwindel. "Tut mir leid", sagte ich heiser, wollte nicht unbedingt, dass Vivi sich das mit ansah. Sie bestand darauf mich sofort zum Krankenhaus zu bringen. Ich willigte ein, weil mich die Schmerzen in den Rippen fast umbrachten und ich mir denken konnte, dass die Wunde an meiner Schläfe nicht sehr nett aussah und Grund für den Schwindel war. Mit ihrer Hilfe und einem der Hindernisse als Tritt schaffte sie mich auf mein Pferd, wobei ich einen Aufschrei unterdrückte wegen meiner Rippen. Als ich saß und es endlich losging, krallte ich mich in der geschnittenen Mähne meines Pferdes fest, wurde immer bleicher. Irgendwann konnte ich nicht mehr, rutschte von seinem Rücken um mich ein weiteres Mal zu übergeben. Einen Moment blieb ich auf dem Boden sitzen, schwankte selbst dabei. "Wie kommt es, dass du Thunder reiten kannst? Ich hab doch gesagt. keine großen Schritte ohne Hilfe", beschwerte ich mich kurz, sah unfokussiert zu Vivi. Der Weg zum Krankenhaus zu Pferd war nicht meine Idee, aber wahrscheinlich dauerte es genau so lang wie auch mit dem Auto, wobei man da eben im Verkehr stecken bleiben würde. Ich konnte mich kaum zu Pferd halten. Wenn ich lag, konnte ich nicht atmen und verlor fast das Bewusstsein aufgrund der Schmerzen. Und wenn ich saß, dann kippte ich fast runter, weil sich alles drehte. "Ich kann nicht mehr", jammerte ich ständig zwischendurch und wir machten häufiger mal Pausen, damit ich mich erholen konnte.
Schließlich kamen wir bei dem nächsten Krankenhaus an, angegafft von Verkehrsteilnehmern und anderen Passanten, die uns sahen. Die Pferde befestigte Vivi an einer Halterung, die eigentlich für Hunde vorgesehen war und half mir dran nach drinnen, damit ich nicht gegen Wände oder Menschen lief. Bei der Notaufnahme kamen wir recht schnell dran, das kam wohl von der schönen blutenden Wunde. Die Assistenzärztin kam herbeigeeilt und brachte mich in irgendeinen Behandlungsraum, bat Vivi zu warten. Ein Arzt kontrollierte und säuberte die Wunde, sicherte die Wundränder mit Klammerpflastern, damit die Wunde schneller zuwachsen konnte. Dabei nahm er meine Personalien auf. Dann kontrollierte er meine Empfindlichkeit auf Licht und mein Gleichgewichtsorgan im Ohr. Begeistert schien er nicht zu sein, gerade bei der Schilderung des Unfalls und der Übelkeit. Er ließ ein Krankenbett holen, damit ich nicht laufen musste und schickte die Assistenzärztin dann mit mir in Richtung Röntgen. Auf dem Gang sah ich Vivi sitzen, wie ein Häufchen Elend saß sie da. "Es ist alles okay", versuchte ich sie zu erreichen, ehe ich auch schon um die Ecke geschoben wurde und nach dann in einen Röntgenraum geschoben wurde. Es wurden ein paar Aufnahmen gemacht, dann musste ich wieder in einem Behandlungszimmer warten, bis der Arzt damit reinkam. "Da haben Sie Glück im Unglück gehabt, dafür, dass Sie keinen Helm getragen haben", sagte er mit einem tadelnden Blick. Er klemmte die Aufnahmen an die Leuchttafel und seufzte leise. "Sie haben zwei angebrochene Rippen und ein zwei weitere geprellt. Das größere Problem ist wohl die Kopfverletzung. Ihr Schädelknochen hat einen Riss und Sie haben eine starke Gehirnerschütterung davongetragen. Es hätte schlimmer sein können, aber wir müssen Sie dennoch ein paar Tage zur Kontrolle hier behalten", sagte der Arzt und wünschte mir noch alles Gute. Mal wieder wurde ich nur herumgeschoben, leider ohne aufrechte Position der Liege, weshalb ich mich vergeblich nach Vivi umsah. Auf einem Zimmer wurde ich schließlich geparkt und auf meine Bitte hin wurde ich endlich von den Stiefeln befreit. Am liebsten hätte ich mir auch die Zähne geputzt, aber ich sollte erst mal nicht aufstehen. Also seufzte ich deprimiert und angelte mir was zu trinken und wartete sehnsüchtig, dass Vivi auftauchte.


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#63

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 04.02.2015 18:56
von Alex • Senior Member | 5.811 Beiträge | 1036624 Punkte

Als ich bemerkte, dass Kieran langsam wieder zu sich kam, stieß ich einen mehr als nur erleichterten Seufzer aus und lächelte sogar ein wenig. Als der junge Mann die ersten Worte von sich gab, war ich baff. "Ist das jetzt echt dein Ernst?", zischte ich entgeistert und robbte ein Stück zurück. "Ich arbeite schön mit Thunder auf dem Platz, auf einmal herrscht helle Aufregung auf dem Hof. Ich gucke nach, was da los ist. Und was ist? Dein Gaul taucht ohne Reiter auf. Weißt du, was für Sorgen ich mir gemacht habe?", schrie ich aufgebracht und mein russisches Temperament kam nun wahrscheinlich zum ersten Mal zum Vorschein. "Du hast ein Loch im Kopf und ich will gar nicht wissen, was du dir alles gebrochen hast. Und du fragst tatsächlich zuerst nach Socke und dem Sattel?", fuhr ich hysterisch weiter und schüttelte ablehnend den Kopf. "Socke geht es den Umständen entsprechend gut. Er ist nur richtig verschwitzt und aufgeregt. Der Sattel...Er muss ihn irgendwo verloren haben. Als er auf dem Gestüt ankam, trug er ihn jedenfalls nicht mehr.", beruhigte ich Kieran dennoch und war immer noch total sauer auf den jungen Mann. "Du hättest tot sein können, verdammt! Mir ist das Herz in die Hose gerutscht, als ich dich liegen hab sehen!", schrie ich Kieran an und konnte mich nur schwer zurück halten. "Was fällt dir überhaupt ein, einfach vom Pferd zu fallen, Kieran?! Du kannst doch nicht einfach alleine ausreiten, keinen Helm tragen, runterfallen und dafür sorgen, dass ich beinahe einen Herzinfarkt bekomme!", beschuldigte ich Kiri und schluchzte. Meine Anschuldigungen waren keineswegs böse gemeint und ich ging davon aus, dass der Verletzte das auch ganz genau wusste. "Ich dachte, ich müsste gleich deine Leiche zurück zum Gestüt bringen, Kiri...", murmelte ich und wischte mit die Tränen aus dem Gesicht. "Du musst sofort in ein Krankenhaus.", stellte ich dann ruhiger fest und half ihm langsam auf die Beine. Doch laufen war anscheinend für ihn in seiner Situation nicht mehr möglich, da er schwankte wie ein Schiff im Sturm. Und dann landete er auch schon wieder auf dem Boden und übergab sich. Als er sich entschuldigte, schnaubte ich empört. "Unnötig.", kommentierte ich die Entschuldigung. "Wäre genauso, wie wenn ich mich dafür entschuldigen würde, keine Jungfrau mehr zu sein.", fügte ich trocken hinzu und bestand dann wirklich darauf, sofort ein Krankenhaus aufzuschen. Ich wollte ihn nicht zuerst zum Gestüt bringen, um danach mit dem Auto zu fahren. Dafür fehlte die Zeit. Irgendwie gelang es uns gemeinsam, Kieran auf den Rücken seines Pferdes zu befördern, auch wenn er beim Aufsteigen einen Schrei ausstieß, der mir einen Schauer über den Rücken jagte. Schweigend ergriff ich die Zügel von Socke und schwang mich zurück auf Thunderblood. Weit kamen wir allerdings nicht. Zum einen sah Kieran so aus, als würde er jeden Moment vom Pferd rutschten, zum anderen war nur Schritt möglich. Und irgendwann landete er tatsächlich auf dem Boden und kotzte ein zweites Mal. Als er sich darüber aufregte, dass ich auf Thunder saß, zog ich die Augenbrauen nach oben. "Nun ja. Ich weiß es nicht so ganz. Das war eine Kurzschlussreaktion. Ich habe Socke gesehen, seine Zügel gepackt und mich auf Thunder gesetzt. Ohne Sattel, nur mit Zaumzeug und Führstrick...Und es klappt ja. Wahrscheinlich spürt er, dass es sein muss. Und wenn ich dann ernsthaft auf ihm reiten will, tickt er aus.", stellte ich scherzend fest. "Und tut mir wirklich leid, wenn ich nicht auf deine Hilfe gewartet habe.", murmelte ich genervt und verdrehte die Augen. Der weitere Weg verlief als äußerst schwierig und irgendwann ließ ich die beiden Hengste so nebeneinander laufen, dass ich mit einer Hand Kiri festhalten konnte, damit er nicht runterflog. Als wir irgendwann unser Ziel erreichten band ich beide Hengste einfach draußen an, wobei ich zumindest bei Socke mit den Zügel einfach einen x-beliebigen Knoten band. Und auch Thunder band ich nicht richtig fest. Zum Glück war Kieran viel zu benommen, um es zu bemerken. Hastig führte ich den jungen Mann zur Notaufnahme, wir kamen glücklicherweise und aufgrund der schweren Verletzung bereits nach einigen Minuten dran. Als eine Assistenzärztin auftauchte und mich bat, zu warten, sah ich Kieran gequält nach. Doch wenig später tauchte der junge Mann in einem Bett liegend wieder auf und versicherte mir, dass alles in Ordnung war. Ich hob nur spöttisch die Augenbrauen. Und dann war mein geliebter Kiri schon wieder verschwunden. Verzweifelt ließ ich mich an der weißen Wand auf den Boden gleiten und vergrub den Kopf zwischen den Knien. Dort saß ich bewegungslos bis eine Krankenschwester mich an der Schulter antippte. Ich hob den Kopf und fragte sofort nach Kieran. Mir war klar, dass ich als Nicht-Familienmitglied wohl kaum Zutritt bekommen würde, weswegen ich auf ihre Frage zu meiner Verbindung zu Kieran einfach kurz und knapp antwortete, ich wäre seine Freundin. Zufriedengestellt führte mich die Dame durch die Gänge, bis wir bei einem Zimmer stehen blieben. Ich bedankte mich kurz, klopfte dann an und schob zeitgleich die Tür auf, trat leise hinein und sah Kiri vorwurfsvoll und besorgt an. "Du siehst scheiße aus.", murmelte ich und schluckte, während ich zu dem Einzelbett ging und mich vorsichtig an den Rand setzte. "Wie geht es dir?", erkundigte ich mich vorsichtig und fuhr mir mit den Fingern durch die Haare, welche voller Laub waren. Blass war ich noch immer und meine Hände, welche auf meinen Oberschenkeln lagen, zitterten.


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#64

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 05.02.2015 16:07
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Ich war viel zu benommen um wirklich über meine Verletzungen nachzudenken. Ich sah mein Pferd und machte mir Sorgen, hatte immerhin ja noch kurz gesehen, wie er mit dem Sattel an der Seite davon geschossen war in voller Panik. Er hätte sich wirklich verletzen können und ein Pferd war schwieriger wieder zu flicken als ein Mensch und man lief immer Gefahr, dass es dann für den Sport immer ausfallen würde und auch wenn ich meine Tiere liebte, so war es immer noch mein Sportpartner und wichtig dafür, immerhin verdiente ich durch Preisgelder immer mal ganz gut. Um mich würde ich mir Sorgen machen, wenn mein Pferd in Ordnung war. Und der Sattel, natürlich war der nicht so wichtig, wie die Gesundheit, aber man konnte ja wohl mal fragen. Es war ein verdammt toller Sattel gewesen. "Er ist kein Gaul, maulte ich, ehe ich sie ansah. "Aber danke, dass du mich gesucht hast", sagte ich dann um sie etwas zu beschwichtigen. Mein Kopf beschwerte sich, als sie mich anschrie und ich kniff leicht die Augen zusammen. Ich wusste, dass sie aufgewühlt war vor Sorge und würde mich auch nicht mit ihr darüber streiten, legte einfach eine Hand an ihren Arm und strich sanft darüber und verschwieg lieber, dass ich nicht mal ein Handy dabei gehabt hatte für den Notfall. Okay, bisher hätte es mir auch nichts gebracht, ich hatte bis eben unfreiwillig geschlummert. "Oh Vivi..", flüsterte ich, als sie meinte, sie hätte gedacht, dass ich tot wäre. Hob meine Hand etwas weiter um ihr die Tränen vorsichtig von den Wangen zu streichen. "Ich werd schon wieder, keine Sorge", meinte ich dann aufmunternd, ehe ich irgendwann auf die Beine kam, nur um schnell wieder auf die Knie zu fallen und mich zu übergeben. Ich fühlte mich einfach nur schlecht, sobald ich den Kopf oben hatte. Wie ich den Weg so tapfer überstand, war schon fast ein Wunder. Ich musste mich zwar bemühen, mich nicht zu übergeben und die Schritte meines Tieres unter mir, gingen mir hart durch die schmerzenden Rippen. Jeder Atemzug schmerzte und jede Bewegung hing in meinem Kopf einen Moment hinterher. "Das heißt, du hast es schon mal probiert?", fragte ich ein wenig vorwurfsvoll. Immerhin klangen ihre Worte so und ich war doch ehrlich ein wenig schockiert. Vor Angst um sie, ich vertraute dem Schwarzen noch nicht so ganz und wollte nicht, dass ihr etwas passierte, weil sie meint, es könnte funktionieren. Dass sie mich stützen musste, damit ich nicht vom Pferd fiel, nahm ich einfach so hin, war vielleicht auch ein wenig dankbar. Dann war ich gerade halt nicht der starke Held, aber dafür tapfer, dass ich durchhielt bis zum Krankenhaus. Auf die Knoten, die sie machte, achtete ich lieber nicht. Ich hätte wohl sagen können, dass man ein Pferd nie am Gebiss anband, aber sie konnte die Pferde auch schlecht an einem Fremden in die Hand drücken. Ich hoffte nur, dass die beiden nicht verschwanden, wobei beide auf Fremde ja nicht so entspannt reagierten und sich schätzungsweise nicht entführen ließen.
Dass ich Vivi versicherte, dass alles okay war, lag daran, dass ich sie beruhigen wollte, weil sie so besorgt schien. Ich erfuhr ja erst bei der nächsten Behandlung nach dem Röntgen, dass eigentlich ja nicht alles okay war. Wäre ich nurr ein bisschen stärker gegen das Hindernis geknallt, hätte ich wirklich tot sein können. Als ich aufs Zimmer gebracht wurde, wurde mir gesagt, dass ich was gegen die Übelkeit und Schmerzen bekommen würde und als ich nach Vivi fragte, wurde mir versichert, dass jemand nach ihr sehen würde. Ein paar Minuten später klopfte es dann auch schon an der Tür. Ich hatte meine Augen geschlossen, damit der Schwindel etwas nachließ und als sich die Tür öffnete und ich die Augen wieder aufschlug, erkannte ich Vivi. Ich lächelte ihr leicht entgegen, schmunzelte bei ihren Worten. "Danke", meinte ich, als würde mir das Kompliment, das keines war, viel bedeuten. Dann seufzte ich leise. "Es geht. Ich hatte wohl wirklich Glück, dass es nicht noch schlimmer ist, dann nehme ich die Schmerzen, Schwindel und Übelkeit doch gerne an". meinte ich. Ich erklärte ihr, legte eine Hand auf ihre, weil sie so zitterte. "Es wird schon wieder", meinte ich leise mit einem zaghaften Lächeln. Nach ein paar Augenblicken klopfte es wieder und die Krankenschwester brachte mir meine Mittelchen und betonte, dass ich mich ausruhen sollte. Seufzend nahm ich die Tabletten ein und erklärte Vivi, was der Arzt festgestellt hatte. Ich war dabei sehr behutsam, wollte sie immerhin nicht schockieren. Wobei man wohl kaum einen Riss im Schädelknochen herunterspielen konnte, die angebrochenen und geprellten Rippen schon eher. Schließlich bat ich Vivi, dass sie meine Eltern informierte, dass ich ein paar Tage hier bleiben musste und dass sie die Pferde bitte wieder nach Hause brachte und dabei auf sich aufpassen sollte. Dem Rappen vertraute ich nicht und meiner war auch noch ein wenig nervös.
Als sie ging, schloss ich meine Augen, die Mittel fingen an zu wirken und ich fühlte mich nur noch benommener als vorher, aber langsam ließ das Stechen an der Wunde und in den Rippen nach. Ich döste vor mich hin, als ich wieder leise Schritte hörte. "Vivi?", murmelte ich leise, in dem Moment wurde ich geküsst. Ich seufzte leise, dachte gar nicht darüber nach, dass es jemand anderes sein könnte und ließ meine Augen einfach geschlossen. Der Kuss war nicht so zart und süß wie die beiden, die wir ausgetauscht hatten, aber ich dachte mir nichts weiter, bis ich merkte, dass sie sich auf meine Hüfte setzte, sich an mich schmiegte und mit der Zungenspitze um Einlass bat. Ich reagierte, bevor ich nachdachte, öffnete leicht meine Lippen, aber in dem Moment auch meine Augen und konnte es nicht fassen. Das war nicht Vivi. "Nein"; hauchte ich leise, hob meine Hände und legte sie an ihre Schultern um sie wegzudrücken, aber sie wehrte sich. "Jessica", beschwerte ich mich gegen ihre Lippen. Immerhin hielt sie ihre Zunge wieder zurück, dafür schob sie ihre Hände unter mein Shirt. "Ich weiß nicht, warum du mich für diese Schnepfe aufgegeben hast. Ich würde dir alles geben", säuselte sie, küsste mich dann einfach weiter, heiß und feurig, schob irgendwie die Decke beiseite und öffnete meine Hose. Irritiert keuchte ich auf, presste meine Hände gegen ihre Schultern, aber sie ließ sich nicht beeindrucken. "Nein.. lass das", murmelte ich gegen ihre verdammten Lippen, die sie einfach nicht von mir löste.


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#65

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 05.02.2015 16:41
von Alex • Senior Member | 5.811 Beiträge | 1036624 Punkte

Ich war mehr als erleichtert darüber, den Weg zum Krankenhaus einigermaßen unbeschadet überstanden zu haben, da es Kieran ja wirklich schlecht ging. Und auch wenn er mich versuchte zu beruhigen und auch besorgt darum war, dass ich auf Thunderblood ritt, änderte es nichts. Seine empörte Frage ließ mich aufschrecken. "Was?", stieß ich hervor und schüttelte sofort den Kopf. "Nein, ganz sicher nicht. Ich kenne Thunder und auch wenn er mir vertraut, wollte ich nichts überstürzen und darauf warten, dass er bereit dazu ist, dass ich ihn reite. Was denkst du von mir?", erklärte ich geschockt und seufzte deprimiert. Ich war doch die einzige Person, die Thunderblood überhaupt verstand. Selbst sein Besitzer hielt ihn für einen hoffnungslosen Fall. Kieran hatte ständig Angst, dass Thunder mich verletzte und die restlichen Hofmenschen machten generell einen weiten Bogen um den störrischen Hengst, welcher in der ganzen Stadt bereits berüchtigt für seine Taten war. Ich liebe meinen Schwarzen mehr als alles andere und hätte gewiss niemals unüberlegt gehandelt. Außer vielleicht heute, doch es schien ihn nicht großartig gestört zu haben. Dennoch wollte ich ihn nicht noch einmal besteigen. "Du hattest verdammt Glück, Kiri.", murmelte ich bedrückt und lächelte leicht, als ich seine große Hand über meinen spürte. Als die Krankenschwester das Zimmer betrat und Kiri einige Tabletten gab, beobachtete ich sie misstrauisch und waer froh, als die Dame wieder verschwunden war. Aufmerksam lauschte ich dann dem jungen Mann, welcher mir von den Untersuchungsergebnissen erzählte. Ich versuchte wirklich, nicht auszurasten, wurde aber dennoch wieder um einige Nuancen blasser. Also war ich ganz froh, als Kieran mich bat, seine Eltern zu informieren und ihm ein paar Sachen zu bringen. Außerdem sollten die Pferde auch wieder aufs Gestüt. Thunder's hysterisches Wiehern hörte ich sogar durch die geschlossenen Fenster des Zimmers. Armes Ding. Liebevoll hauchte ich dem jungen Mann einen Kuss auf die Stirn, ehe ich aufstand und leise das Zimmer verließ. Vor dem Krankenhaus löste ich die Knoten der Pferde und sah beide nachdenklich an. Wie sollte ich zwei Hengste den weiten Weg zum Gestüt bringen? Thunder wollte ich nicht unbedingt reiten und Socke war wohl auch nicht ein geeignetes Pferd für eine Reitanfängerin. Also beschloss ich notgedrungen, den langen Weg zurück zu legen, was mich dann auch schon eine gute Stunde kostete. Zum Glück hatte ich einen flotten Schritt drauf, ansonsten hätte ich wahrscheinlich doppelt so lang gebraucht. Ich wählte natürlich nicht die befahrenen Straßen, sondern Feldwege. In der Nähe des Gestüt fand ich dann auch den Sattel von Socke, beziehungsweise seine Überreste. Seufzend legte ich dem Hengst die Überreste auf den Rücken. Ich wollte mir das später noch genauer ansehen. Auf dem Gestüt traf ich auf einen aufgeregten Collins, welcher mir erst einmal eine Standpauke hielt, bis ich endlich zu Wort kam und ihm von dem Vorfall erzählte. Sofort verstummte der Turnierreiter und erklärte sich dazu bereit, Kieran's Eltern zu informieren, welche allerdings gerade mit dem Auto auf dem Weg zu einem Gestüt in einer anderen Stadt waren. Ich führte die beiden Hengste nachdenklich in den Privatstall und band beide vor ihren Boxen an, ehe ich mich zuerst um den verschwitzten Socke kümmerte. Fürsorglich trocknete ich sein nasses Fell ab, legte ihm eine Decke über und schaltete vorsorglich die Tränke in seiner Box aus, damit er nicht zu viel kaltes Wasser auf einmal trank. Als Ersatz füllte ich in einen Eimer lauwarmes Wasser. Anschließend kümmerte ich mich auch um Thunder, welcher ebenfalls seine rote Decke aufgelegt bekam. Eilig machte ich mich dann auf in Kiri's Zimmer, griff nach einer Reisetasche und durchwühlte den Kleiderschrank, um einige wichtige Klamotten zusammen zu packen. Wobei ich nur einige Sätze Boxershorts und Socken, zwei lange Jogginghosen und eine kurze, drei T-Shirts und eine Sweatjacke auswählte. Mehr brauchte Kieran im Krankenhaus gewiss nicht. Im Bad packte ich trotzdem noch hastig seinen Kulturbeutel ein, griff in meinem Zimmer nach dem Teddy meines Vaters und fuhr dieses Mal mit dem Bus zurück in die Stadt ins Krankenhaus.

Dreißig Minuten später schob ich mit einem fröhlichen Lächeln auf den Lippen die Tür auf, erstarrte allerdings sofort im Rahmen. Meine Augen verengten sich zu einem kleinen Schlitz und wütend schleuderte ich die Reisetasche auf einen Sessel. "Super, Kieran.", schnaubte ich und die eingebildeten Blicke von Jessica brannten auf meiner Haut. "Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich so in dir getäuscht habe. Du bist keinen Deut besser als Danilo oder sein Vater.", knurrte ich leise und schüttelte enttäuscht den Kopf. Es fühlte sich an als hätte mir jemand das Herz mit bloßer Hand aus dem Körper gerissen. Noch während ich aus dem Zimmer rannte schossen mir die Tränen in die Augen. Stolpernd rannte ich durch das Krankenhaus nach draußen in den hauseigenen Park, in welchem ich mich auf einer Bank niederließ und den Kopf mit den Händen abstützte. Ich versuchte, erst einmal wieder einen klaren Gedanken fassen zu können, wobei ich schnell wieder auf den von mir zuvor inspizierten Sattel kam. Zögerlich zählte ich alles zusammen und stand fassungslos auf. Konnte es wirklich sein? Meine Überlegungen wurden von dem Klackern hoher Schuhe unterbrochen und schon tauchte Jessica vor mir auf. "Na du kleine Hure.", säuselte sie. "Liegt dein Prinz Charming mit Aua Aua im Krankenhaus? Jetzt bist du wohl vorerst ganz alleine auf dem Gestüt und glaube mir, ich werde dir das Leben zur Hölle machen, Miststück.", knurrte sie. "Seh es endlich ein, Vivi. Kieran gehört mir. Nur mir. Und wenn du nicht die Finger von ihm lässt, wird dein geliebter Thunderblood wohl bald an der Fleischtheke im Supermarkt zu kaufen sein.", drohte sie mir und ich wurde leichenblass. "Und auch wenn Kieran jetzt gerade noch nichts von mir will und nur dich im Kopf hat. Ich kann ihm so viel mehr bieten als du. Du verklemmtes Stück. Männer warten ungern, Liebes. Merke dir das. Und wenn er dann doch nicht mehr warten kann, werde ich schön die Beine für ihn breit machen. Dass habe ich früher ja auch schon und er war sicher sehr zufrieden mit mir und meinen Künsten.", informierte mich Jessica eiskalt. Kopfschüttelnd drehte ich mich von dem Mädchen weg und machte mich schleunigst zurück ins Krankenzimmer, in welchem Kieran mit geschlossenen Augen im Bett lag. Leise griff ich nach meinem Teddy, schlich mich an das Bett heran und platzierte das Kuscheltier auf seinem Bauch. "Hallo Kiri. Vivi tut es ganz dolle leid, dass sie eben so ausgerastet ist.", meinte ich mit piepsiger Stimme und lächelte leicht, als der junge Mann die Augen aufschlug. Ich wollte nicht weiter darüber reden, weswegen ich gleich zur Sache kam. "Pass auf. Ich habe den Sattel gefunden und mal näher angeschaut. Der Gurt ist nicht zufällig gerissen. Das war eindeutig Sabotage. Und ich denke, dass es Jessica war. Ich habe sie eben draußen getroffen...", fing ich leise an und griff mit der freien Hand, welche nicht den Teddy auf seinem Bauch hielt, nach seiner Hand, ehe ich von dem Gespräch erzählte.


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#66

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 06.02.2015 16:39
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Natürlich machte ich mir Sorgen um sie. Den jungen Hengst kannte ich schon seit seiner Geburt und es hatte nicht lange gedauert, bis er frech und störrisch war und das obwohl er mit anderen Absetzern aufgewachsen war und Sozialverhalten gelernt haben sollte. Es war anfangs vielleicht noch ganz niedlich gewesen, wenn er am Strick rumgebuckelt hatte, aber er ist schnell größer und stärker geworden und hat gut gelernt, dass Menschen zurückwichen, wenn er drohte. Und die Trainer, die Collins auf ihn angesetzt hatten, hatten sich leider als herbe Enttäuschung herausgestellt und es sogar noch etwas schlimmer geworden war. Und es kam leider viel zu oft vor, dass sich Menschen, sobald sie kleine Fortschritte sahen, mehr vornahmen. Bei Pferden lief ganz viel über Annäherung und Rückzug um Vertrauen aufzubauen und nicht wie in den Filmen, wo alles innerhalb von zwei Wochen funktionierte. Und ihre Worte hatten eben den Anklang gehabt, als hätte sie es versucht und das wäre etwas, was ich nicht gerade gut gefunden hätte. Aber sie erklärte ja, dass sie das nicht versucht hatte und irgendwie schien ihre geschockte Stimme schon ein halber Vorwurf zu sein. Wahrscheinlich sollte ich ihr einfach mehr Vertrauen entgegen bringen, bisher war sie doch immer gut uns besonnen vorgegangen und hatte sehr viel gelernt in der letzten Zeit. Und in der nächsten Zeit dürfte sie noch mehr selbstständig arbeiten, ich würde wahrscheinlich erst einmal eine kleine Weile ausfallen. Wobei ich wohl spätestens wieder arbeitete, sobald ich auf dem Pferd sitzen konnte ohne mich zu übergeben und wenigstens halbwegs atmen konnte. Meine Tiere brauchten ihre Bewegung und ich konnte nicht still sitzen und abwarten. Dafür war ich einfach nicht der Typ, wurde jetzt aber erst einmal dazu verdonnert und die Krankenschwester, die mir irgendwann meine Schmerzmittel brachte, betonte auch sehr deutlich, dass ich Ruhe brauchte und sah dabei streng zu Vivi. Als ich ihr berichtete von meinen Verletzungen und sie so bleich wurde, lächelte ich sie zärtlich an. "Hey, Kopf hoch. Es ist schon okay und mir wird nicht noch mehr passieren, ich werd hier schon gut versorgt, denke ich", sagte ich, wobei es natürlich immer die Gefahr gab, dass durch den Riss im Schädelknochen eine Hirnblutung auftrat oder eine Schwellung, die aufs Gehirn drücken könnte. Aber die Wahrscheinlichkeit war gering, da es nur ein leichter Riss war. Ich lächelte leicht, als sie mir einen Kuss auf die Stirn hauchte und seufzte zufrieden und müde.

Dass Jessica mich weckte und das durch einen Kuss, hatte ich nicht erwartet. Für mich war das zwischen uns schon lange Vergangenheit und kein Thema mehr, ich dachte aber sowieso ständig nur noch an Vivi. Jessica sah das anscheinend anders und ich fragte mich wirklich, was das sollte. Wollte sie mich wieder rum bekommen, ausnutzen, dass ich auf Schmerzmitteln war? Und sie gab ja auch nicht auf, sondern machte immer weiter, obwohl ich versuchte mich von ihr zu lösen und sie wegzuschieben, sie lachte sogar leise über meine unbeholfenen Versuche und machte einfach weiter. Sie wusste leider auch, wie man einen Kerl verführte, kannte meine Vorlieben und was mir die Gedanken raubte. Aber ich war noch gut genug dabei immer wieder nein zu sagen. Ich wollte das nicht, aber sie hörte einfach nicht auf. Bis auf einmal ein dumpfes Geräusch erklang. Ich zuckte leicht zusammen, als Vivis wütende Stimme erklang, sah zu ihr, nachdem Jessica sich ja endlich ein wenig gelöst hatte, wenn auch ihre Hände immer noch ein meinem Hosenbund lagen. Verzweifelt sah ich sie an, während ich Jessicas Handgelenke packte und von mir weg zog. "Vivi, es ist nicht so wie du denkst", sagte ich verletzt. Ihre Worte hatten tief gesessen. Sie hatte mir erzählt, was für eklige Kerle das waren und ich wollte nicht mit ihnen auf eine Stufe gestellt werden. "Lass mich endlich zu frieden", fluchte ich dann Jessica an, die ihre Hände wieder befreit hatte und wieder an mir herum fasste. "Verschwinde oder ich rufe eine Krankenschwester und dann wirst du rausgeworfen. Also gehst du freiwillig?", knurrte ich sie an. Mit einem Seufzen hob sie gespielt ergeben die Hände und erhob sich sehr lasziv. "Was sollte das eigentlich?", fluchte ich dann, bekam stechende Kopfschmerzen vor Wut. "Ich wollte dich ein wenig aufmuntern. Ich konnte ja nicht ahnen, dass du dich wegen der da moralischen Verpflichtungen unterworfen hast", meinte sie unschuldig, ehe sie auch schon Hüfte schwingend verschwand. Am liebsten wäre ich aufgestanden und hätte Vivi gesucht, aber mit der Wunde, die sich über meine Schläfe zog mit den Klammerpflastern würde mich jede Krankenschwester direkt wieder aufs Zimmer schicken und mich im Notfall da festbinden. Und vielleicht war sie inzwischen über alle Berge und mein Handy hatte ich immer noch nicht hier, es sei denn es war in der Tasche, aber am Telefon würde sie vielleicht gar nicht zuhören. Und meine Kopfschmerzen brachten mich gerade ein wenig um, ich hatte mich zu sehr aufgeregt. Seufzend zog ich die Bettdecke weiter über mich, schloss also wieder die Augen und hoffte nur, dass ich noch einmal mit ihr sprechen konnte um das zu klären.
Ich döste ein wenig vor mich hin, während der Kopfschmerz zum Glück wieder abnahm. Ich hörte nicht, wie sich die Tür wieder öffnete, zuckte minimal zusammen, als ich eine Berührung an meinem Bauch merkte, ehe ich die Augen wieder öffnete und Vivi ansah. Erleichtert lächelte ich bei ihrer Entschuldigung, hielt dann den Teddy fest und betrachtete ihn. Wenn sie mir nicht verzeihen würde, dann hätte sie mir den nicht gegeben, er bedeutete ihr eigentlich ja recht viel. "Schon okay. Ich kann es verstehen. Ich wollte das aber wirklich nicht", murmelte ich leise mit einem schwachen Lächeln. Als sie dann zu ihrer Erzählung ansetzte, sah ich verblüfft an. Ich wollte oder konnte erst gar nicht glauben, dass sie glaubte, dass das Jessicas Werk wäre. Aber dann erzählte sie von dem Gespräch und ich sah Vivi schockiert an, während Wut sich wieder in mir breit machte. Ich legte eine Hand an meine heile Stirnseite und massierte mir die Schläfe, als mein Kopf wieder anfing zu stechen. "Was läuft bei ihr nur falsch? Ich habe echt mal gedacht, sie wäre ein ganz nettes Mädchen", grummelte ich, ehe ich seufzte. "Das mit dem Gurt werden wir noch mal prüfen und vielleicht sagst du Collins Bescheid, dass er organisiert, dass immer jemand ein Auge auf unsere Pferde hat. Nicht dass sie da noch irgendwas anrichtet", murmelte ich leise. Wahrscheinlich sollte man dem Mädchen lieber alles zutrauen. "Hast du meine Eltern erreicht? Denen sollten wir das vielleicht auch sagen", murmelte ich leise, schloss meine Augen mit einem leisen Seufzen und senkte meine Hand endlich wieder, schlug die Decke dann ein wenig zur Seite. Ich wollte wenigstens endlich aus der Reithose raus. Die war nicht gemütlich genug um damit zu entspannen.


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#67

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 07.02.2015 16:40
von Alex • Senior Member | 5.811 Beiträge | 1036624 Punkte

Erschrocken zuckte ich zusammen, als ich merkte, wie wütend Kieran wurde. Ich seufzte leise und stellte den Teddybären auf dem Nachttisch ab, damit ich näher zu dem jungen Mann rutschen konnte. Dabei schlüpfte ich aus meinen Straßenschuhen und schwang die Beine auf das gemütliche Krankenbett. "Shhh.", murmelte ich beruhigend und griff nach seiner Hand. "Jessica? Ein nettes Mädchen?", wiederholte ich ungläubig und drehte mich zur Seite, damit ich Kieran gut ansehen konnte, während ich den Kopf schüttelte. "Nein.", stellte ich trocken fest. "Deine Eltern wurden informiert, die waren leider außerhalb auf einem Gestüt und wollen ein paar Fohlen von euch verkaufen.", erklärte ich lächelnd und fuhr mir durch die dunklen Haare. "Werd du einfach nur gesund, ja? Ich kümmer mich um alles. Auch um deine Pferde. Ich habe den armen Socke auch schün beruhigt. Er war echt extrem aufgeregt.", erzählte ich und lächelte leicht. "Ich habe nur etwas länger gebraucht für den Weg, da ich beide geführt habe.", informierte ich den jungen Mann vorsichtshalber. "Nicht, dass du dich wieder aufregst, dass ich Thunder reite.", fügte ich mit einem frechen Grinsen hinzu und beobachte misstrauisch, wie Kieran die Decke zurück schlug. "Unbequem?", fragte ich mit einem Nicken auf die Reithose und kniete mich auf dem Bett hin. "Bleib liegen.", flüsterte ich und drückte Kiri leicht an der Brust auf die Matratze, damit er sich nicht überanstrengte. Geschickt öffnete ich den Knopf und den Reißverschluss. "Popo hoch.", befahl ich grinsend und zog die Reithose vorsichtig nach unten, bis ich sie über seine Füße zog und sie achtlos auf einen der Stühle warf. "Besser?", erkundigte ich mich mit sanfter Stimme und strich mit der Handfläche sein Bein entlang nach oben, bis ich kurz unter seiner Boxershorts stoppte und Kiri ansah. "Ich habe dir lange und kurze Jogginghosen mitgebracht. Was willst du?", fragte ich ruhig und stand auf, damit ich zu der Tasche gehen konnte. Ich entschied mich einfach für eine kurze Version, welche ich Kiri dann wie bei einem Kleinkind anzog. Endlich konnte ich mich wieder zu ihm legen und kuschelte mich besorgt an ihn. "Wie lange musst du hier bleiben?", murmelte ich und schluckte etwas, während ich den Stoff seines Shirts etwas nach oben schob und mit einem Finger Kreise auf seinem Bauch zog. "Ich bin jetzt ganz alleine auf dem Gestüt. Und wer weiß, was deine gestörte Ex noch vor hat. Ich habe echt kein gutes Gefühl, Kiri.", klärte ich den jungen Mann auf und schenkte ihm einen nervösen Blick, ehe ich meinen Kopf auf seiner Brust ablegte und seinen Geruch einzog. "Außerdem bist du der beste Reitlehrer.", lobte ich Kieran noch grinsend und dachte an die Stunden mit Collins und Thunder's Mutter. "Alexander unterrichtet zwar auch sehr gut, aber eben richtig streng. Er als weltweit erfolgreicher Turnierreiter sieht die Dinge ganz anders als du und außerdem bin ich für ihn nur ein einfaches Mädchen.", flüsterte ich traurig und schluckte kurz. "Wie soll ich überhaupt ruhig schlafen, wenn du nicht bei mir bist?", warf ich ihm unglücklich vor. "Du hättest wenigstens einen Reithelm tragen sollen. Dann wäre es sicher nicht so schlimm. Mir liegst du immer in den Ohren, nie ohne Helm aufs Pferd zu steigen und dann bist du so ein schlechtes Vorbild.", beschwerte ich mich mit einem milden Lächeln und drückte dem jungen Mann einen sanften Kuss auf die muskulöe Brust. "Du bist echt scheiße, Kiri. Weißt du das?", flüsterte ich und richtete mich wieder auf, damit ich ihn besser ansehen, mich nach unten beugen und ihm einen leichten Kuss auf die rauen Lippen drücken konnte. "Tu mir das verdammt noch mal nie wieder an!", flehte ich verzweifelt.


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#68

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 08.02.2015 01:48
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Ich sah zu, wie sie den Teddy auf den Nachttisch setzte und hätte darüber wohl lächeln können, aber ich war dafür viel zu wütend und durch die Wut kam der Kopfschmerz, der an der angeschlagenen Stelle pochte und stach. Als sie nach meiner Hand griff und versuchte mich zu beruhigen, versuchte ich ruhig zu atmen. Nicht sehr tief, aber langsam. Bei ihrer ungläubigen Tonlage schenkte ich ihr ein ironisches Lächeln und verdrehte die Augen. "Ja, scheint gerade ziemlich unmöglich, ich weiß", murmelte ich dazu, aber mir hatte sie sich früher ja immer ganz freundlich und zuvorkommend gegenüber verhalten. Aber vielleicht auch nur, weil sie sich ja was davon erhofft hatte. Hatte sie mich einfach nur von Anfang an als Chance für ihre Zukunft gesehen? Oder war sie echt verknallt in mich und hatte versucht mich nur mehr auf sie aufmerksam zu machen und mich zu halten? Was nur nicht funktioniert hatte, weil ihre Einstellung doch nicht so sehr meiner entsprach und ich mich einfach nicht verliebt hatte. Es hatte eben etwas gefehlt und das konnte ich auch nicht einfach auf Dauer runterspielen, egal wie gut der Sex war. Als sie erklärte, dass meine Eltern noch unterwegs waren, nickte ich leicht. Sie würden wohl vorbei schauen, wenn sie wieder da waren, aber keineswegs würden sie einfach aufbrechen ohne den Absetzer an den Mann zu bringen, wenn sie schon unterwegs waren. Es war aber auch okay, immerhin wussten sie, dass ich hier gut versorgt wurde. "Werde ich schon", murmelte ich, lächelte sie dann an, strich mit dem Daumen über ihren Handrücken. "Danke dafür", murmelte ich leise, würde ihr aber jetzt nicht vorhalten, was sie mit meinen Tieren machen sollte. Sie kannte inzwischen Bodenarbeit genug und konnte auch ein paar Sprünge für ein Freispringen zusammenstellen, falls sie Socke da ein wenig fördern wollte, wobei auch Sky mal etwas springen durfte, es förderte Rücken und Hinterhand. Nur war sie nicht so sehr mit hohen Höhen vertraut. Dass sie sich einfach draufsetzte, glaubte ich eigentlich nicht. Bisher hatte immer jemand auf ihre Finger geschaut und dann direkt ohne Aufsicht auf meine beiden umsteigen, war nicht sehr produktiv und das wusste sie auch. Ihre Hilfen waren noch ein wenig zu schwammig für Sky, dass die Stute sie zufrieden annehmen würde und Socke testete zu viel aus, da war Vivi noch nicht standhaft und sattelfest genug für.
"Zumindest nicht gemütlich", meinte ich mit einem halben Grinsen, während ich mich langsam aufsetze, nur damit ihte Hand mich sanft wieder zurück schob. Ergeben sank ich wieder ins Kissen und beobachtete sie, wie sie sich hin kniete und dann meine Hose öffnete. Und anstatt mir Sorgen zu machen um meine Gesundheit, dachte ich nur daran, wie es wäre, mit ihr zu schlafen, wenn wir uns Zeit nahmen füreinander, uns gegenseitig auszogen, uns küssten und berührten. Aber darauf dürfte ich noch warten. Wahrscheinlich sehr lange. Ihrem Befehl kam ich brav nach und hob meinen Hintern, während sie die Hose runter zog, bis sie im Sessel landete. "Ja besser", meinte ich leise, starrte auf ihre Hand, die mein Bein wieder hinaufwanderte. Warum musste sie es einem aber auch immer so schwer machen. Oder zumindest mir, sie sollte es keinem anderen so schwer machen auf diese Art und Weise. Sie war meine Vivi. "Ich denke eine kurze reicht", meinte ich, wobei sie ja sowieso schon aufgestanden war und mit eben der auch ankam. Ich würde mich wahrscheinlich erniedrigt fühlen, wenn mich jemand anderes so anziehen würde, aber ich ließ Vivi einfach mal machen. Als sie sich an meine Seite legte, rückte ich ein kleines bisschen zur Seite, damit sie mehr Platz hatte und strich ihr eine Strähne aus dem Gesicht, als sie sich ankuschelte. "Ich weiß nicht, garantiert zwei Tage und je nachdem wie sicher ich dann auf den Beinen bin und wie sich meine Kopfverletzung entwickelt", murmelte ich. Ich wusste, dass ich in zwei Tagen noch mal unter die Lupe genommen wurde, ob ich Einblutungen bekam oder ob sich die Knochenhaut löste. das wäre ziemlich unschön, aber ich wollte den Teufel mal nicht an die Wand malen, ich würde schon wieder auf die Beine kommen. Und ich wollte Vivi nicht beunruhigen, wenn es nicht sein musste. Sie war schon so besorgt genug. Ich schloss kurz die Augen, als sie anfing ihren Finger über meinen Bauch kreisen zu lassen, schüttelte innerlich den Kopf. Hatte ich schon mal erwähnt, dass sie es einem schwer machte? So lasziv, sexy und doch wirkte sie oft noch so unschuldig. Eine bösartige Mischung, auf die doch fast jeder ansprang und so auch ich.
Ich seufzte leise bei ihren Befürchtungen, runzelte die Stirn, bis es leicht zog. Sanft strich ich ihr über den Kopf, als sie ihn auf meiner Brust ablag. "Am besten sagst du Collins explizit bescheid, dass er auf Thunder Acht geben soll und bei dem morgendlichen Treff vor dem Stalldienst weist du die Pfleger noch einmal darauf hin, dass sie ein Auge auf alles haben. Wenn du dir ganz große Sorgen machst, darfst du sogar die Futterluken und die Boxen abschließen"; meinte ich mit einem Schmunzeln, hauchte ihr einen Kuss aufs Haar. Ich lachte leise, als sie mich so lobte und hörte ihr dann weiter zu. "Ich werde mich schon dafür einsetzen hier wieder raus zu kommen. Ich kann nicht so lange faul sein. Wenn ich wieder da bin, holen wir gerne die verpassten Tage nach", versprach ich und strich ihr weiter sanft über den Kopf, als sie so traurig klang. Als sie dann anfing mir Vorwürfe zu machen, senkte ich meine Hand an ihre Schulter und seufzte leise. Als sie mich doch wirklich als scheiße bezeichnete und sich aufsetzte, machte ich mir schon fast Sorgen, dass sie wieder ging, griff nach ihrer Hand. "Tut mir leid", sagte ich schnell, als sie sich auch schon vorbeugte und mich küsste. Okay, sie ging nicht, das war schön. Zufrieden erwiderte ich den Kuss, bis sie sich wieder löste. "Mach ich nicht. Versprochen. Ich weiß, ich hätte einen Helm tragen sollen, tut mir leid. sagte ich mit einem leichten Lächeln. Ich zog sie sanft wieder näher an mich um sie ein weiteres mal zu küssen. In dem Moment klopfte es an der Tür, ehe auch schon eine Krankenschwester rein kam. "Wie geht es Ihnen? Ich werde jetzt einmal Blutdruck messen und dann bekommen sie ihr Mittagessen, allerdings nur eine Gemüsebrühe, nachdem Ihr Magen so empfindlich reagiert", plapperte sie ungehalten los und ich löste mich gestört von Vivi. Warum kam sie jetzt, wo ich ein wenig Ruhe haben wollte mit Vivi. "Geht schon. Die Übelkeit ist weg. Der Kopf geht auch"; murmelte ich, weil ich nicht von meinen stechenden Kopfschmerzen reden wollte. Ich hatte die aber ja auch nur, weil ich mich aufgeregt hatte. Sie maß dann meinen Blutdruck, nickte, ehe sie mir eine Schüssel mit Seitengriffen auf den Nachttisch stellte, nachdem sie mit einem leichten Lächeln den Teddy etwas zur Seite geschoben hatte. "Sie brauchen viel Ruhe, keine Überanstrengungen", meinte sie und warf uns beiden einen sehr deutlichen Blick zu, wenn auch mit einem Schmunzeln. "Entschuldigung?", rief ich ihr nach, als sie gerade das Zimmer verlassen wollte. Sie blickte noch einmal zurück und sah mich fragend an. Kann Vivi vielleicht die Nacht über hier bleiben?", fragte ich dann ein wenig nervös. Sie lächelte leicht, wenn auch nicht sehr zuversichtlich. "Das muss ich mit dem Stationsleiter klären. Ich sage Bescheid, wenn ich es weiß", meinte sie und verschwand dann auch schon. Ich sah dann zu Vivi. "Also... falls du bei mir bleiben willst?", fragte ich dann und sah sie unsicher an. Wer blieb schon gerne in einem Krankenhaus, aber wenn sie nachts sonst nicht schlafen konnte, konnte ich sie ja fragen, ob sie meinen Arm auch hier annehmen würde.


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#69

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 09.02.2015 19:12
von Alex • Senior Member | 5.811 Beiträge | 1036624 Punkte

Ich legte nachdenklich den Kopf schief und beobachtete Kieran dabei, wie er sich langsam abreagierte. Aufregung war sicher nicht gut in seiner Situation und ich wollte doch, dass er schnellstmöglich wieder aufs Gestüt konnte. Alleine würde ich dort sicher untergehen und mein Zimmer nur noch verlassen, wenn ich arbeitete. "Ich habe Jessica nur von ihrer schlechten Seite kennen gelernt und ich glaube auch nicht, dass dieses Wesen überhaupt etwas gutes in sich trägt.", stellte ich recht kühl fest und war selbst überrascht von meiner Ausdrucksweise. "Tja, der Sohn von Gestütsbesitzern ist eine sehr gute Wahl und ein guter Einstieg in die Turnierwelt, mhm?", meinte ich schmunzelnd und zuckte mit den Schultern. "Vielleicht hatte sie echt Gefühle für dich, weil sonst wäre sie nicht auf mich so verdammt eifersüchtig.", rätselte ich nachdenklich und fuhr mir durch die Haare, welche noch immer etwas Laub in sich trugen. "Oder sie fand dich einfach nur so heiß, dass sie unbedingt mit dir ficken wollte.", stellte ich eine weitere Vermutung an und mustere Kieran nachdenklich. "Und das könnte sogar ich verstehen, was etwas heißen muss.", fügte ich leise hinzu. "Und mache dir keine Sorgen um deine zwei Schätze, ja? Ich bin zwar gewiss alles andere als eine gute Reiterin, aber mittlerweile trage ich eh schon den Spitznamen Pferdeflüsterin. Spazieren gehen, Bodenarbeit und verwöhnen schaffe ich also und aufmuntern, weil ihr Besitzer nicht da ist, werde ich auch hinbekommen.", versprach ich lächelnd. Kieran's Blicke sprachen dann für sich, während ich an seiner unteren Körperhälfte beschäftigt war. "Atmen nicht vergessen.", warnte ich den jungen Mann grinsend vor und lächelte unschuldig. Schmunzelnd beobachtete ich ihn und fragte mich, was gerade in seinem Kopf vorging. Wobei ich es mir denken konnte, schließlich hatte ich meine Erfahrungen gemacht, wenn auch unfreiwillig. "Dann musst du schnell gesund werden.", bat ich Kieran lächend und sah ihn für einen Moment zweifelnd an. "Kann ich dich nicht irgendwie gesund machen?", erkundigte ich mich vorsichtig und ließ meine Augen nicht von Kieran abschweifen. "Ja, der war eh schon richtig besorgt, weil ich auf Thunder davon gejagt bin. Ich hoffe, dass ich überhaupt noch mit ihm arbeiten darf...", flüsterte ich besorgt. "Allerdings kommt ja sonst niemand mit Thunder klar, daher hat Alexander kaum eine andere Möglichkeit.", munterte ich mich selbst auf. "Ich werde höchstpersönlich dafür sorgen, dass Thunder nichts passiert. Das könnte ich mir nie verzeihen. Er ist doch mein Ein und Alles.", murmelte ich beinahe verzweifelt. Als die Krankenschwester herein kam, lauschte ich dem Gespräch schweigend und lächelte nur hin und wieder ein wenig, als Kiri sich über das Essen beschwerte. Und als die Dame gerade wieder verschwinden konnte, rief Kieran ihr doch tatsächlich noch einmal etwas nach. Allerdings machte seine Frage es wieder gut, weswegen ich nur etwas grinste, bis die Krankenschwester endlich ganz weg war. "Gerne würde ich bleiben.", antwortete ich glücklich und drückte dem jungen Mann einen Kuss auf die Wange. "Aber ich muss nachmittags zurück zum Gestüt. Aber über Nacht bleibe ich, ja?", schlug ich vor. Auch wenn das hieß, am nächsten Morgen schon um vier Uhr aufstehen zu müssen, damit ich rechzeitig das Gestüt erreichte. Für Kieran hätte ich eh noch viel mehr getan.


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#70

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 10.02.2015 18:01
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Bei ihren Worten senkte ich schon fast beschämt den Blick, nur weil ich mit Jessica mal was angefangen hatte. Ich hatte mich einfach in dem Mädchen getäuscht. Ich hatte geglaubt, dass sie als Pferdebesitzern es nicht auf mein Geld oder meine Tiere abgesehen hatte, hatte geglaubt, dass sie meine Einstellung einfach teilte und ich normale Gespräche mit ihr führen konnte. Dass es nicht ganz so war, hatte ich ja selbst festgestellt und unsere Beziehung doch eher auf das äußerliche und Sex beschränkt. Vielleicht war es auch das gewesen, was sie wollte, dass sie mich zu Züchter- und Sponsorentreffs begleitete. Irgendwann hatte es mir jedenfalls nicht mehr gepasst, weil sie nur für den Erfolg ritt und dabei kaum mehr Rücksicht auf das Pferd nahm. Ich war vielleicht gut und erfolgreich, aber ich gab meinen Pferden auch mal einen Tag Pause, machte Bodenarbeit und nahm mir Zeit zum Betüddeln und ließ sie nicht von anderen satteln. Die Tiere waren mir wichtiger als der weltweite Erfolg, aber viele Punkte fehlten nicht mehr und ich würde bei einem riesigen Youngster-Turnier starten dürfen und das wäre so die Sprungschanze in den Erfolg. Wäre Jessica noch mit mir zusammen, hätte sie vielleicht auch diese Chance. Ging es ihr wirklich nur darum? "Wahrscheinlich hast du recht", seufzte ich leise, als auch sie meinte, dass ich wahrscheinlich einfach praktisch für sie gewesen war. Bei ihren Überlegungen, ob sie vielleicht wirklich Gefühle hatte, wollte ich schon fast reagieren, als sie auf einmal weiterrätselte, ob sie mich einfach nur heiß fand und ficken wollte. Ich fühlte, wie meine Ohren warm wurden. Das war kein Thema. über das ich mich so strikt mit Vivi unterhalten wollte. Es war merkwürdig über Sex mit der Ex zu reden, zumindest mit der nächsten angehenden Freundin, besonders, wenn sie bisher keine tollen Erfahrungen mit Sex gemacht hatte. "..Danke..", meinte ich zögerlich mit einem leichten Grinsen, als sie doch wirklich meinte, dass sie es verstehen konnte. Ich war ja auch ganz stolz auf meinen Körper soweit. Ich schenkte ihr ein sanftes Lächeln als sie versprach, sich um meine Pferde zu kümmern. "Dafür, dass du erst so kurz reitest, bist du ziemlich gut. Ich bin mir sicher, dass sie es bei dir mit am besten haben", sagte ich mit einem zärtlichen Lächeln.
Als sie mich aus meiner Hose befreite und dabei einfach zu gut aussah, schenkte ich ihr ein schon fast entschuldigendes Grinsen, als sie mich ermahnte, weiter zu atmen, und musterte ihr unschuldiges Lächeln. Ich hob meine Hand an ihr Haar, zog einen kleinen Zweig heraus. "Lange Haare sind magnetisch für Zeug, hm?", murmelte ich leise, ließ das Teil neben dem Bett fallen. Wahrscheinlich hatte sie das ganze Zeug sich dabei eingefangen, als sie neben mir gekniet und mich geküsst hatte. Da lagen ihre Haare garantiert auf dem Boden. "Ich weiß", seufzte ich leise, als sie schon fast flehte, dass ich wieder gesund wurde, während ich weiter vorsichtig gefühlt den halben Waldboden aus ihren Haaren befreite. Okay, so viel war es auch nicht, aber ein paar kleine Halme und etwas Laub fand ich noch, das war bei so dichten langen Haar aber auch leicht, sich so viel einzufangen. "Ich glaubte nicht wirklich, aber ich fühle mich schon besser, wenn du da bist", schleimte ich ein wenig kitschig, schenkte ihr ein liebevolles Lächeln. Als sie ihre Sorge äußerte, dass Collins ihr vielleicht Thunders Umgang verwehrte, seufzte ich leise. "Natürlich wird er dich mit ihm arbeiten lassen, du hast doch nur helfen wollen und es ist weder dir noch ihm etwas passiert", meinte ich, strich ihr über den Rücken, als sie so verzweifelt klang. "Es wird schon nichts passieren", versuchte ich sie zu beschwichtigen, auch wenn ich echt nicht mehr wusste, wo Jessica ihre Grenzen setzte, wenn sie den Unfall echt verursacht hätte.
Nachdem die Schwester wieder verschwunden war, griff ich schließlich demotiviert nach der Suppe und dem Löffel. Von Brühe wurde man doch nicht satt und mir war nicht mehr schlecht, aber ich musste mich wohl damit begnügen. Ich fing also an mich darüber her zu machen, solange sie wenigstens noch warm war. Ich lächelte Vivi zufrieden an, als sie sagte, dass sie bleiben würde. Hauptsache der Stationsleiter würde auch zustimmen. "Klar, die Tiere sollen ja nicht vernachlässigt werden", seufzte ich. Ich würde schon damit klar kommen müssen, dass ich ein bisschen Zeit alleine verbringen musste. Irgendwie würde ich das auch schon packen. Als die Suppe alle war, blickte ich frustriert auf den Teller. Ich könnte gut noch eine Portion verdrücken. Suppe machte nicht satt. Ich würde aber wohl nichts mehr bekommen. Ich stellte den Teller also seufzend beiseite und lehnte mich wieder zurück. Ein wenig flau wurde mir doch wieder, aber ich versuchte, mir nichts anmerken zu lassen. Immerhin wollte ich nicht, dass Vivi sich Sorgen machte. Schon recht bald klopfte es wieder an der Tür, gerade als ich vielleicht doch nach der Klingel fischen wollte, weil mich die Übelkeit störte. Herein kam ein Mann mittleren Alters mit einem leichten Bart, der ein paar graue Stoppeln aufwies. Er hatte einen warmen Blick, als er ins Zimmer kam und sich an das Fußende stellte. "Ich habe gehört, Sie wollen nächtliche Gesellschaft?", fragte er, während er kurz durch die Akte sah und dann auf der Bettseite näher kam, auf der Vivi nicht war. Ich lächelte leicht verlegen. "Schon", gab ich einfach zu und sah zu dem Mann auf. Er griff nach einer kleinen Lampe und lächelte mich an. "Ich teste noch einmal ihre Pupillenreflexe. Wie ich sehe, haben Sie gegessen - Wie geht es ihrem Magen?", fragte er, beugte sich dann über mich, während er mich blendete mit dem Licht. Als er es ausmachte, blinzelte ich erst einmal, es war unangenehm gewesen. "Mir ist ein bisschen schlecht", gab ich dann zu und er nickte leicht, schrieb sich irgendeinen Vermerk auf. "Sie bekommen dann noch einmal die Mittel und dann ruhen Sie sich aus, ja? Wenn was ist, können Sie immer klingeln", sagte er freundlich und lächelte Vivi an. "Sie können gleich auch noch etwas zu Essen haben, wenn Sie wollen. Suppe oder reguläres Abendbrot?", fragte er sie dann. "Oh, den Teller nehm ich schon mal mit", meinte er nach ihrer Antwort und griff nach dem Geschirr, verließ dann kurz den Raum. Nach ein paar Augenblicken brachte eine Krankenschwester mir die Medikamente und Vivi das Essen. Sie forderte mich auf, dass ich noch viel trinken sollte und blieb, bis ich die Medikamente eingenommen hatte. Als sie verschwunden war, lächelte ich Vivi an. "Guten Appetit", murmelte ich, wurde langsam müde. Zusehends fielen mir die Augen immer wieder zu, ich wurde wieder so benommen und bekam bald nichts mehr mit sondern schlief tief und fest.


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#71

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 10.02.2015 19:27
von Alex • Senior Member | 5.811 Beiträge | 1036624 Punkte

Ich wollte und konnte nicht weiter über dieses Miststück reden oder sogar nachdenken. Ich hatte mir meine Meinung über Jessica schon kurz nach meiner Ankunft angeschafft und bisher hatte dieses Mädchen nichts dafür getan, diese Meinung zu ändern. Es war mir letztendlich egal, da ich nicht ewig auf dem Gestüt bleiben wollte. Auch wenn es hieß, Kieran nicht mehr zu sehen. Vielleicht war es seine Welt, aber nicht meine. Ich liebte die Pferde, aber das Tanzen eben mehr. Und ich wollte meinen Kindheitstraum Realität werden lassen. In Russland. Moskau. Ballett. Ich wollte nichts anderes mit meinem Leben anfangen, da war ich mir seit Jahren sicher. "Klar, demnächst reite ich Thunder noch beim Grand Prix oder so.", scherzte ich schmunzelnd und runzelte die Stirn. An sich klang die Idee sogar ganz nett. Aber nein. Ich wollte definitiv nirgends antreten, da die Gefahr zu groß war, dass mich jemand entdeckte. Also schoss ich die Idee sofort wieder ab und nahm mir vor, nie wieder einen Gedanken daran zu verschwenden. Während Kieran mir in meinen Haaren herumfummelte, runzelte ich argwöhnisch die Stirn und biss mir einmal kurz auf die Unterlippe als es ziepte. "Autsch.", stieß ich empört hervor und schenkte dem jungen Mann einen tadelnden Blick. "Ich denke, ich werde demnächst mal einen Frisur aufsuchen. Meine Haare sind schon viel zu lang und sind echt schwer zu bändigen. Ich hatte früher als Kleinkind mal einen Bob. Sah echt gut aus.", erzählte ich nachdenklich. "Wunderheilmittel Vivi, mhm? Hoffentlich klappt das nur bei dir, sonst werde ich ja bald für Experimente missbraucht.", murmelte ich gespielt geschockt und legte den Zeigefinger vor meine Lippen. "Also bleibt das lieber unser Geheimnis, ja?", beschloss ich kurzerhand und lächelte in mich hinein. "Klar...Und ich glaube, Alexander hat mich echt lieb gewonnen. Er selbst hat ja keine Kinder und vielleicht bin ich so eine Art Tochterersatz.", rästelte ich leise und verschwieg die Sache, welche mir der Besitzer meines Schatzes mir anvertraut hatte. Collins hatte nämlich Mitte 20 eine kleine Tochter gehabt, welche ironischerweise durch einen Reitunfall ums Leben gekommen war. Ein kleines Mädchen, gerade mal fünf Jahre alt war die kleine Paula anscheinend gewesen. Wirklich traurig. Ich seufzte kurz und dachte an meine eigene Tochter, welche ich nur kurz gesehen hatte, als man sie mir schreiend in die Arme gelegt hatte. Doch dann war auch schon ein Arzt gekommen, hatte sie mir entrissen und seitdem hatte ich mein Baby nicht mehr gesehen. Ich schluckte die aufkommende Trauer runter und setzte ein starkes Lächeln auf, damit Kiri nichts bemerkte. Ich vertraute dem jungen Mann zwar mittlerweile schon, allerdings noch nicht in solchen Dingen. Interessiert beobachtete ich ihn dann dabei wie er die Suppe recht unbegeistert löffelte. Ich zog die Augenbrauen nach oben und musste einfach lachen. Als ein Arzt auftauchte lauschte ich dem Gespräch nur schweigend und beantwortete die Frage nach einem Essen für mich mit einer knappen Antwort. Hatte ich Hunger? Eigentlich nicht wirklich. Immerhin bekam ich die Erlaubnis, bei Kieran bleiben zu dürfen. Und als einige Minuten später eine Krankenschwester die Medikamente für Kiri brachte und mir den Teller reichte, seufzte ich. Ich hatte wirklich keinen Hunger. Desinteressiert stocherte ich in dem Nudelauflauf herum, schob mir hin und wieder eine Gabel in den Mund und kaute extra lang, nur um den nicht einmal halb geleerten Teller kurz darauf auf dem Tisch abzustellen. Kiri war inzwischen schon eingeschlafen, weswegen ich mich mit einem sanften Kuss verabschiedete und leise den Raum verließ. Schließlich musste ich arbeiten und Geld verdienen. Zurück auf dem Gestüt begab ich mich sofort in den Stall, mistete fleißig die Boxen und richtete die nächsten Futterationen der Schulpferde her, damit man die Eimer nur noch in die Tröge leeren musste. Als auch die anderen Ställe versorgt waren, sah ich noch einmal bei Thunderblood vorbei, steckte ihm einen Apfel zu und verwöhnte den jungen Hengst mit Streicheleinheiten, ehe ich zu Kiri's Pferden wanderte und beide streichelte. Am späten Nachmittag half ich noch mit, die Schulpferde für den Reitunterricht fertig zu machen und holte einige Koppelgänger rein. Gut gelaunt und mit Kopfhörern in den Ohren mistete ich noch im Schnelldurchlauf die Koppeln ab, damit es nicht zu Problemen gab. Dabei entdeckte ich noch einige giftige Pflanzen, welche ich natürlich entsorgte. Mittlerweile kannte ich mich glücklicherweise mit Pferden aus. Theorie lässt grüßen. Seufzend begab ich mich dann ins Haus, sprach kurz mit Kieran's Eltern und gönnte mir noch eben eine Katzenwäsche unter der Dusche, ehe ich in eine gemütliche Jogginghose, einen Pulli von Kiri und Schuhe schlüpfte. Mit noch nassen Haaren machte ich mich dann auch schon wieder auf den Weg in die Stadt, besorgte mir noch einen Salat und einen Drink von Starbucks, ehe ich auch schon wieder bei Kieran auf der Matte stand. Das Zimmer war dunkel, also kämpfte ich mich blind zum Bett. "Kiri?", flüsterte ich leise und stellte meine Sachen auf dem kleinen Tisch ab. Die Handtasche landete bei seiner Tasche am Bettende.


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#72

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 11.02.2015 23:54
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Ich grinste leicht, als sie scherzend darüber spekulierte, ob sie bald einen Grand Prix reiten würde. "Definiere demnächst", meinte ich mit einem Zwinkern. Man konnte nie wissen, was wann auf einen zukam und für Thunder wäre demnächst zeitlich gesehen etwas weiter entfernt als für unsere normalen Begriffe. Und warum sollte sie nicht in den großen Sport kommen, wenn sie es sich nur selbst zutraute und wir vielleicht auch sicher sein könnten, dass diese Ärsche ihr nicht mehr an den Fersen hefteten. Wenn sie mit auf den Sponsorenball kam und ich ein bisschen berichtete, würde garantiert ein Sponsor sich ihre Geschichte genau anhören wollen, wollte sie kennen lernen und reiten sehen und würde sie groß raus bringen. Ob sie das nun wollte und überhaupt könnte, sollte die Gefahr wirklich so nahe sein. "Tut mir leid", sagte ich sanft, als ich scheinbar etwas an ihren Haaren gezogen hatte und schenkte ihr ein entschuldigendes Lächeln. Als sie davon erzählte ihr Haar abzuschneiden, sah ich sie schon fast geschockt an. "Also.. ein bisschen vielleicht, aber ein Bob?", meinte ich zögernd, seufzte leise. "Aber ich will dir keine Vorschriften machen. Deine Haare sind nur so schön und wenn sie ab sind, sind sie ab und das dauert dann lange bis sie wieder so sind", setzte ich dann hinzu. Ich würde es aber wirklich schade finden, wenn sie ihre Haarpracht aufgeben würde. Sie waren doch echt verdammt schön. Als sie sich selbst als Wunderheilmittel bezeichnete, musste ich lachen, aber es ging schnell in einem leisen Stöhnen unter, weil meine Rippen schmerzten. Ich legte vorsichtig eine Hand über die schmerzende Stelle. "Natürlich bleibt das unter uns, versprochen", meinte ich dann lächelnd, überspielte den Stich der Schmerzen. Ich wollte nicht so wehleidig sein. Ich nickte leicht bei ihren Worten zu Collins. "Er ist auch einfach ein guter Typ", meinte ich lächelnd. Ich schätze Collins wirklich. Er war sehr sympathisch und packte auch mit an, wenn man höflich fragte. Er war einer der Einsteller, die ich eher respektierte als so manch andere und das hat er sich auch erarbeitet, immerhin hat er mich als pubertäres Bürschchen schon kennen gelernt und mir manchmal doch eine sehr direkte Meinung vor die Brust geknallt, wo es nötig war, aber wenn ich Probleme hatte bei was auch immer, hatte er auch geholfen. Und seinen Unterricht kannte ich auch, er hatte mir ein paar mal, besonders zur Turniervorbereitung auf die Finger geschaut und ordentlich an Feinheiten kritisiert und gefeilt. Grummelnd bedachte ich ihr Lachen, als ich die Suppe löffelte. Das war ganz und gar nicht witzig, dass ich hier hing wie ein Schluck Wasser in der Kurve und Suppe schlürfte wie ein Opa ohne Zähne. Als ich meine Medikamente gebracht bekam, stierte ich zu dem Nudelauflauf, der wunderbar duftete. Ich spielte mit dem Gedanken nur die Tablette gegen Übelkeit zu nehmen und mir dann etwas von dem Auflauf zu klauen, aber die Krankenschwester passte ja gut auf, dass ich beide Mittel nahm und dann war ich zu müde um noch was zu essen. Und eigentlich wollte ich mich doch noch ein wenig mit Vivi unterhalten, aber meine Zunge wurde zu schwer und ich irgendwann zu gleichgültig und so ruhte sich mein Kopf lieber etwas aus und schlief ein. Davon, wie sie ging, bekam ich nichts mehr mit und schlief gut weiter ohne zu träumen.

Ich schlief ein paar Stunden durchgehend, ehe ich irgendwann aufwachte und mich langsam auf die Beine begab. Vivi war nicht da, das hatte ich bemerkt. Wie spät es war, wusste ich nicht. Eine Schwester hatte scheinbar die Vorhänge zugezogen. Ich tastete nach einem Lichtschalter und kniff die Augen zu, als das Licht den Raum etwas mehr erhellte. Ich ging dann langsam zu der Tasche, die Vivi da gelassen hatte und räumte die Kleidung in den Schrank neben meinem Bett. Ich hielt inzwischen ja auch Ordnung. Handtuch und Kulturbeutel nahm ich mit ins Bad. Ich ging auf Toilette und machte mich etwas frisch. Nicht, dass mich noch irgendjemand auch daran hinderte. Eine Krankenschwester wollte ich nicht dabei haben und Vivi sollte hier auch nicht nur da sein um mich zu pflegen, ich konnte mich immerhin gut auf den Beinen halten - zumindest momentan. Nachdem ich mich etwas besser fühlte, schlurfte ich wieder durchs Zimmer und schaltete das Licht ab, legte mich vorsichtig wieder hin, bis meine Rippen keine Probleme mehr machten. Entspannt seufzte ich auf, griff nach dem Teddy und hielt ihn im Arm um Vivis Duft nahe bei mir zu haben. Nach einer Weile, die ich wieder gedöst hatte im Dunkeln, öffnete sich irgendwann die Tür. Ich bekam es mit, aber hielt es nicht für nötig meine Augen zu öffnen. Erst als ich merkte, dass es keine Krankenschwester war, weil Vivi leise flüsterte, lächelte ich. "Hmmh", seufzte ich leise, schob den Teddy etwas zur Seite und gähnte leise. "Ich bin wach..Moment", murmelte ich, tastete nach dem Lichtschalter für das Nachttischlicht. Als das Licht anging, verzog ich wieder das Gesicht. Es war echt nicht schön von der Dunkelheit direkt ins Licht zu gucken. Dann wandte ich mich wieder Vivi zu und streckte eine Hand nach ihr aus. "Hey", sagte ich dann sanft mit einem Lächeln, das sie jetzt wohl auch sehen konnte. Ich streckte eine Hand nach ihr aus, damit sie sich wieder neben mir niederließ. Aufsetzen wollte ich mich nicht, die Bewegung tat immer in den Rippen weh.


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#73

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 12.02.2015 21:32
von Alex • Senior Member | 5.811 Beiträge | 1036624 Punkte

Ich schluckte nervös, da ich Kieran eigentlich nicht wecken wollte, doch nun war er schon wach und kurz darauf ging die kleine Lampe an. "Tut mir leid.", murmelte ich bedrückt und senkte den Kopf. "Ich wollte dich nicht wecken. Schlaf weiter.", flüsterte ich liebevoll und ergriff die Hand, welche Kieran mir entgegen streckte. "Wie geht es dir?", erkundigte ich mich vorsichtig und schlüpfte aus den Schuhen, welche ich achtlos ein Stück unter das Bett schob. "Ich habe das Gefühl, dass diese 90cm etwas eng werden könnten.", stellte ich schmunzelnd fest, band mir die langen Haare zu einem lockeren Dutt nach oben und schlug die Bettdecke etwas nach oben. "Immer mit der Ruhe, ich komme gleich.", beruhigte ich den ungeduldigen jungen Mann lachend und ließ mich langsam aufs Bett nieder. Nachdenklich legte ich den Kopf etwas schief und lächelte ein wenig, ehe ich meine Beine ins Bett schwang und die Decke über uns beide zog. "Zuhause ist alles erledigt. Deinen Pferden geht es gut. Socke hat sich auch wieder beruhigt, aber ich glaube, er spürt, dass es dir nicht so gut geht.", erzählte ich mit gedämpfter Stimme und war froh, dass Kieran in einem Einzelzimmer lag. "Und Collins scheint nicht sauer zu sein, weil ich auf Thunder geritten bin.", fuhr ich fort und versuchte möglichst leise zu sprechen, damit der junge Mann keine Kopfschmerzen bekam. Er sah noch immer etwas benommen aus, weswegen ich total vorsichtig war. "Naja, deine Eltern sind zurück gekommen und ich habe kurz mit ihnen geredet. Sie haben fünf Fohlen und zwei ältere Pferde verkauft und werden morgen mal vorbeikommen, sobald es die Arbeit zulässt. Aber du kennst das ja. So ein Gestüt kann man nicht einfach mal vernachlässigen.", stellte ich schmunzelnd fest und drehte mich auf die Seite, ehe ich noch näher an Kiri rutschte und einen Arm vorsichtig um seinen Bauch legte. "Du wirst das Gestüt ja wahrscheinlich mal übernehmen, wenn deine Eltern nicht mehr so können, oder?", fiel es mir dann ein und ich musterte den Verletzten ein wenig verunsichert, da seine Zukunft und meine Zukunft ziemlich unterschiedlich waren. Obwohl ich mir über meine Zukunft noch nicht so im Klaren war. Ich wusste eigentlich nur zwei Dinge: Ich wollte tanzen. Bestenfalls in Russland, doch notfalls auch irgendwo anders. Ansonsten hatte ich keine großen Pläne für meine Zukunft. Kieran schon. Turniere reiten, Karriere machen und irgendwann das Gestüt übernehmen. Meine Welt war das bestimmt nicht, auch wenn ich die Pferde und den Alltag mittlerweile lieb gewonnen hatte. Würden wir überhaupt eine Chance haben, unsere Zukunft gemeinsam zu verbringen? Spätestens seit dem Date war mir klar, was Kieran für mich empfand. Meine Gefühle konnte ich nach wie vor nicht richtig einordnen, aber dieser Kerl war mir verdammt wichtig und das musste eine Bedeutung haben. Denn freundschaftlich hätte ich einen Mann niemals gemocht. Doch wahrscheinlich würde Kiri mich früher oder später fallen lassen, wenn er von den schlimmeren Geheimnissen aus meiner Vergangenheit erfuhr. Von meiner kleinen Tochter, deren Vater mein Stiefvater und somit der Ehemann meiner Mutter war. Oder von den genaueren Details gewisser Dinge. Wollte man so etwas überhaupt auch nur hören? Ich konnte es mir gar nicht vorstellen, da mich die Gedanken daran schon zutiefst deprimierten. Ich seufzte leise und schenkte dem jungen Reiter einen gequälten Blick, ehe ich das Gesicht für einen Moment an seiner starken Brust vergrub und schluchzte. Beruhigt hatte ich mich glücklicherweise schnell wieder, sodass ich Kieran auch keinen Grund zur Sorge bot. Erst einmal sollte er gesund werden, mehr war aktuell nicht wichtig. "Du wirst wohl etwas länger nicht reiten oder schwere Sachen tragen können, nicht?", stellte ich eine Vermutung auf und war mir ziemlich sicher, dass ich richtig lag. Auch wenn er nur ein paar Tage hier bleiben musste, so schnell heilten die Verletzungen gewiss nicht. "Deine Eltern waren nicht begeistert. Es fällt momentan viel Arbeit an und anscheinend ist ein kompletter Zaunteil von einer der Koppeln morsch und muss ausgewechselt werden. Und die ganzen Feriengäste, Reitschüler, Turniere,...Ich kann zwar viele deiner Aufgaben zusätzlich zu meinen machen, aber manche Sachen kann ich einfach nicht erledigen. Du wirst vorerst wohl eher den Papierkram machen, nehme ich an.", murmelte ich leise und hob den Kopf ein wenig an, damit ich Kiri ansehen konnte. "Du bist verdammt blass um die Nase.", flüsterte ich besorgt und drückte ihm einen Kuss auf genau diese. "Willst du weiter schlafen?", schlug ich fragend vor und ließ meine Hand unter den Stoff seines Oberteils wandern.


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#74

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 15.02.2015 01:00
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Ich lächelte zärtlich, als sie so bedrückt den Kopf senkte und sich entschuldigte. "Das braucht dir doch nicht leid zu tun, ich hab den Tag über genug geschlafen", meinte ich sanft bei ihrem Flüstern und umschloss sanft ihre schlanken Finger mit meinen und zog sie sanft zu mir, während ich sie anlächelte. Ich war froh, dass ich wenigstens mitbekommen hatte, dass sie wieder hier war, nachdem ich schon nicht mehr mitbekommen hatte, als sie gegangen war. Und ich war auch froh, dass ich es hinbekommen hatte mich etwas frisch zu machen ohne umzukippen. Der letzte Hauch von saurem Gefühl im Mund war weg und ich roch nicht mehr so sehr nach Pferd und hatte mir etwas Blut von der Stirn getupft, dass da noch gewesen war und den verklebten Dreck hatte ich auch beseitigt. "Etwas besser", antwortete ich dann und grinste leicht, als sie meinte, es könnte hier etwas eng werden. "Ach was, wir sind doch nicht dick. Und kuscheln tun wir sowieso", meinte ich, rückte mit einem leisen Ächzen etwas zur Seite, damit sie auch Platz hatte. Wenn ich in der Mitte liegen blieb, dann würde das eng werden, das stimmte schon. als sie meinte, ich sollte mich beruhigen, war ich doch wirklich versucht ihr die Zunge rauszustrecken wie ein kleiner Junge, aber ich grummelte nur leise, beobachtete sie, wie sie sich einen Dutt machte und sich dann zu mir legte, nachdem sie die Decke zurückgeschlagen hatte. Bei ihren Erzählungen nickte ich leicht und ich konnte auch verstehen, dass meine Eltern es heute nicht mehr schafften. Wenn sie den halben Tag unterwegs gewesen waren, dann blieb die Arbeit von der Zeit ja auch liegen und wurde nicht weniger. "Na wenigstens haben sie was erreicht, kann schon verstehen, dass sie heute noch nicht vorbeischauen. Schon schlimm genug, dass ich jetzt ausfalle", meinte ich und seufzte leise. Ich war ja schon fast sowas wie ein workaholic. Meine Pausen waren die Zeiten, die ich mit meinen Pferden verbrachte und selbst das war schon fast wieder Arbeit, weil es zu meiner angehenden Karriere dazu gehörte. Wenn nachts auch Arbeit anfallen würde, würde ich auch da sein. Zum Beispiel wenn die Stuten hochtragend waren und unruhig wurden, falls sie Hilfe brauchten. Momentan waren sie aber noch nicht so weit. Immerhin war es Spätherbst und wie hielten uns an die Natur und ließen die Stuten für das Frühjahr und maximal zum frühen Sommer decken. Das würden wieder spannende Zeiten werden. In einer Nachbarbox oder auf Heuballen Wache halten und mehr oder weniger schlafen, im Notfall da sein, um zu helfen und später ein kleines staksiges Fohlen zu sehen, das die Welt erblickte. Ich hoffte, dass ich vielleicht für die nächsten Fohlen jetzt eine neue Mitwächterin hätte. Vivi musste unbedingt diesen unglaublichen Moment des ersten Mutter-Fohlen-Kontakts miterleben.
Als sie fragte, ob ich das Gestüt übernehmen würde, nickte ich, bedachte innerlich schon fast besorgt ihren unsicheren Blick. "Höchstwahrscheinlich ja", meinte ich mit einem leichten Lächeln, das aber auch nicht sehr selbstsicher. Ich wusste nicht, was ich von der Frage, von ihrem unsicheren Blick halten sollte. Für mich war es eigentlich klar, wie mein Leben lief. Ich war ganz und gar dieser Branche zugeschrieben und würde wahrscheinlich erst einmal durch das Reiten mein Lebensunterhalt bestreiten. Und entweder ich baute mir irgendwann meinen eigenen Hof auf oder ich blieb hier. Aber dann würde bald ein zweites Wohnhaus gebaut werden, ein kleineres aber. Nur wollte ich vielleicht nicht unbedingt mein ganzes Leben mit meinen Eltern unter einem Dach leben. Ich liebte sie, keine Frage. Aber mit 40 sich von Mama noch bekochen lassen und mit der eigenen Frau im selben Haus leben, in dem die Eltern auch lebten, war für mich ein NoGo. Ich fragte mich, ob Vivi diese Frau wäre, die mit mir das Leben teilte, aber einschätzen konnte ich es nicht. Wir hatten ein wundervolles Date gehabt. Wir hatten uns geküsst und kuschelten jede Nacht. Aber so wirklich konnte ich ihr nicht zeigen, wie viel ich für sie empfand, weil ich die Grenzen nicht ahnen konnte, aber wenn ich eine überschritt, würde es wahrscheinlich direkt einen Rückschlag geben. Ich wollte sie nicht bedrängen, ihre Grenzen reizen. Sie sollte von sich aus erst einmal wissen, was okay war und was nicht, bevor ich einfach drauf los probierte und sie nur dazu brachte, sich mehr vor mir zu verschließen. Nur konnte es auch sein, dass sie ihre Grenzen auch nicht kannte, im Grunde unsicher blieb und deshalb abbrach. Sie wollte nach Russland zurück, sie sagte, sie sparte ihr Geld dafür. Sie würde mich wahrscheinlich irgendwann verlassen und entweder ich ließ sie gehen, weil mein Leben hier war oder ich folgte ihr und gab alles für sie auf. Und ich wusste nicht, ob ich das konnte. Alles aufzugeben. Ich würde sehr viel für sie tun, aber ich müsste meine Heimat zurücklassen, meine Eltern, mein Leben, meine Karriere, alles was ich kannte. Ich würde ihr in ein Land folgen, das ich nicht kannte und dessen Sprache ich nicht sprach. Konnte das was werden?
Nachdenklich legte ich meinen Arm um sie, sah sie an und als ich bemerkte, wie verzweifelt und schmerzerfüllt ihr Blick war, wurde mein Blick besorgt. "Vivi.. was ist denn?", fragte ich besorgt, als sie auch schon ihr Gesicht an mir vergrub und aufschluchzste. Zart strich ich ihr über den Rücken, wartete einfach ab und fragte nicht weiter. Sie würde schon reden, wenn sie es wollte. Aber ich fragte mich innerlich, ob es darum ging, dass ich den Hof übernehmen würde und sie auch über mein bereits geplantes Leben nachdachte. Das würde mich wirklich sehr beunruhigen, wenn sie deshalb anfing zu weinen. Bei ihrer Vermutung seufzte ich leise, deprimiert. "Ja. Grausam. Ich kann doch nicht stillsitzen", brummte ich unzufrieden, während meine Hand sanft weiter über ihren Rücken strich. Dass sie mir aufzählte, was alles auf uns wartete, machte es nicht gerade besser. "Hmmh. Papierkram. Gespräche mit besorgten Eltern. Um die Kinder kann ich mich kümmern und beim Unterricht helfen. Das wird hart. Ich werde einfallen", jammerte ich schon fast. Ich konnte ja nicht mal richtiges Bauchmuskeltraining machen, wenn ich kaum atmen konnte, sobald ich irgendwas da bewegte. Ich würde aussehen wie ein Schlaks. Ein leichtes Schmunzeln legte sich auf meine Lippen, als sie mir einen Kuss auf die Nasenspitze gab, seufzte wieder leise. "Hmmh. Ein bisschen. Aber bitte weck mich, wenn du gehst. Ich will nicht wieder einfach alleine aufwachen", sagte ich leise, während ich ihre Hand an meinem Bauch spürte. Ich stützte mich kurz auf einen Ellenbogen hoch um sie sanft zu küssen. Nachdem der Kuss langsam ausklang, drehte ich mich vorsichtig auf die unverletzte, rechte Seite, legte meinen Arm um ihre Taille und schloss die Augen. "Danke, dass du da bist", flüsterte ich leise, hauchte ihr einen Kuss auf die Schulter, ehe ich die Augen schloss und nach ein paar Momenten die Augen schloss und bald eingeschlafen war.


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RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 15.02.2015 16:37
von Alex • Senior Member | 5.811 Beiträge | 1036624 Punkte

Auch wenn Kieran versuchte mich zu beruhigen, hatte ich noch immer ein schlechtes Gewissen. Immerhin war der junge Mann verletzt und sollte unbedingt gesund werden, damit er bald wieder aufs Gestüt kommen könnte. Er fehlte jetzt erst seit in der Früh und schon jetzt machte sich die Abwesenheit deutlich bemerkbar. Lächelnd beobachtete ich Kieran während er mir etwas Platz machte und musste schmunzeln. Nein, dick waren wir bestimmt nicht. Nur er war breiter und kräftiger, aber das sollte auch so sein, schließlich war ich ein zierliches Mädchen und er ein starker Mann. Mich störte es nicht, mir das Bett mit ihm zu teilen. Mit der Enge hatte ich kein Problem, schließlich hatte mein Stiefvater mich oft im Wandschrank eingesperrt. Richtig Harry Potter mäßig, wenn ich genauer darüber nachdachte. Und es gab für mich schlimmeres als auf engsten Raum neben Kieran zu liegen. "Mhm.", gab ich schmunzelnd von mir und zuckte mit den Schultern. "Deswegen sollten sie sich trotzdem die Zeit nehmen, ihren Sohn zu besuchen. Aber sie haben versprochen, morgen vorbeizuschauen. Ich bin ja auch noch auf dem Gestüt und kann noch mehr anpacken.", erklärte ich ihm leise und gähnte. "Sie werden auch morgen mit Jessica reden, sobald sie im Stall ist. Deine Eltern sind stinksauer und wollen auch noch zur Polizei.", fuhr ich fort und hoffte wirklich, dass Jessica ihre gerechte Strafe bekam. Der Sattel war vorsätzlich sabotiert worden, das konnte niemand bestreiten. Und wer außer Jessica hatte einen Grund dazu? Niemand. Meine Frage bezüglich der Übernahme schien auch Kieran nachdenklich zu stimmen. Seine Antwort bejahte es zwar, doch irgendwie überzeugte er mich damit nicht so ganz. "Mhm.", murmelte ich wenig begeistert und seufzte leise. Ich hätte niemals zulassen dürfen, dass wir uns so nahe kommen. Ich wusste, dass es niemals gut enden konnte. Selbst wenn Danilo und Andrej zukünft nicht mehr in meinem Leben auftauchten, unterschieden Kieran und ich uns in zu vielen Dingen. Bisher schien Kiri sich eh noch total verunsichert von mir fernzuhalten, was ich nicht verstehen konnte. Er behandelte mich tatsächlich manchmal wie ein rohes Ei, wenn es um bestimmte Dinge ging. Ich wollte einfach nur normal behandelt werden, ohne dass er ständig Angst hatte, mir zu nahe zu treten. Aufmerksam lauschte ich noch seinen folgenden Sätzen und nickte nur hin und wieder mal. Ich zweifelte gerade alles an und spielte mit dem Gedanken, bei seinen Eltern zu kündigen und Amerika vorzeitig zu verlassen. Doch wollte ich Kieran aus meinem Leben verbannen? Nein, dafür bedeutete er mir zu viel. Doch dann legte der junge Mann mir schon einen Arm um die schmale Taille und bedankte sich für meine Anwesenheit. Ich lächelte nur sanft, da Kiri eh sofort einschlief. Ich selbst lag noch lange wach und stellte mir noch hastig einen Wecker für den Morgen. Dieser riss mich auch um vier Uhr nachts aus dem Schlaf. Leise erhob ich mich, zog mich an und suchte nach Zettel und Stift, damit ich dem jungen Mann eine Nachricht hinterlassen konnte. ~Guten Morgen, mein Süßer. Ich musste leider schon los, die Arbeit wartet nicht. Deine Eltern kommen gegen Mittag und ich werde abends wieder auftauchen.~, schrieb ich in geschwungener Schrift und setzte an das Ende der kurzen Nachricht ein Herz mit einem V dahinter.

Die nächsten drei Tage verliefen sehr anstrengend, da ich sowohl Kiri's wie auch die Arbeit seiner Eltern zusätzlich zu meiner erledigen musste. Wie versprochen kam ich die beiden Abende ins Krankenhaus, erzählte dem jungen Mann immer die Neuigkeiten, schlief aber dann vor Erschöpfung recht schnell ein. Während Kieran sich im Krankenhaus ausruhen konnte, arbeitete ich tagsüber ohne Unterbrechung und man musste mich tatsächlich von der Arbeit wegzerren und mir beim essen zuschauen, damit ich überhaupt feste Nahrung zu mir nahm. In diesen stressigen drei Tagen hatte ich letztendlich sogar zwei Kilo abgenommen, obwohl ich eh schon so dünn war. Am dritten Tag fuhr ich in der Früh wie immer zurück zum Gestüt, nahm aber dieses Mal meine Sachen mit, da Kieran am Abend von seinen Eltern geholt wurde. Ihm ging es zwar schon deutlich besser, aber er hatte immer noch wahnsinnige Schmerzen. Die Turniere, welche die nächsten Wochen anstanden, hatte ich für ihn abgesagt, da er noch nicht reiten durfte. Der Arzt hatte streng verordnet, dass er die Arbeit meiden sollte. Und auch wenn Kiri wohl am liebsten sofort wieder angefangen hätte, wollte ich das nicht zulassen. Er sollte einfach ganz gesund werden. Seine Eltern holten den jungen Mann vor dem Abendessen ab, damit er dieses wieder im Kreise der Familie essen konnte. Ich bereitete die Mahlzeit zu, verschwand aber nebenbei immer wieder nach draußen, da es viel zu erledigen gab. Die Koppelzäune hatte ich angefangen auszutauschen, doch alleine war die Arbeit vor allem für ein Mädchen viel zu hart, weswegen ich noch eine Weile brauchen würde. Wahrscheinlich sah ich auch richtig beschissen aus. Die Haare waren total zerzaust in einen unordentlichen Dutt gebunden, meine Klamotten total verdreckt und zerrissen und mein Gesicht sah auch nicht besser aus. Hundemüde deckte ich den Tisch für drei Leute und stellte das heiße Essen ab, ehe ich nach oben verschwand. Eigentlich sollte ich noch duschen, doch ich schaffte es nicht mehr. Also warf ich nur die Klamotten in die Wäsche, wusch mir den gröbsten Dreck weg und verzog mich gähnend in mein Bett. Allerdings schloss ich nur die braunen Augen, schlafen ging noch nicht.


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