#76

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 16.02.2015 01:05
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Ich war schon fast ein wenig besorgt, weil sie auch so müde schien, auch wenn es wahrscheinlich total unberechtigt war. Nur war ich halt trotz allem manchmal ein wenig ein Kontrollfreak und hasste es, wenn ich von nichts wusste. Und wenn ich sie dann so sah und mir ausmalte, wie sehr sie sich überanstrengte, gefiel mir das nicht. Ich vertraute Vivi zwar, aber ich wusste auch, dass sie sich reinhängte. Und wenn sie sich sehr ausführlich um meine Pferde kümmerte, vor allem damit Socke sich beruhigte, würde sie ihre restliche Arbeit ja niemals vernachlässigen. Sie war da sehr gewissenhaft. Vielleicht aber eben ein bisschen zu sehr. "Bürde dir nicht zu viel auf. Wir haben genug Leute, die bezahlt werden und auch mit anpacken, wenn man sie fragt", meinte ich leise, seufzte dann. "Okay.. das heißt wohl, das sie auch noch hier her kommen", schlussfolgerte ich. Immerhin war ich derjenige, der den Unfall gehabt hatte und somit mehr oder weniger direkter Zeuge, auch wenn ich von nichts gewusst hatte. Ich könnte mir jetzt nur das merkwürdige Knarzen des Leders erklären. Die Stimmung war ein wenig gedrückt leider, was ich wirklich mehr als schade fand. Immerhin wollte ich eigentlich, dass wir beide gut gelaunt waren, damit wir wenigstens etwas voneinander hatten. Wobei meine Gesellschaft momentan sowieso nicht so der Wahnsinn war. Ich war doch nur halb bei mir und döste ständig weg und ehe ich mich versah, schlief ich sogar richtig ein, aber wenigstens hatte ich Vivi im Arm. So wirklich gut schlief ich zwar nicht gerade, aber dennoch verpasste ich ihren Wecker. Ich grummelte nur leicht, als ich eine Bewegung ihrerseits bemerkte, aber da ich mich selbst unterbewusst nicht so sehr bewegen wollte, tat ich nichts weiter, als einfach zu schlafen. Erst als die Tür sich ein paar Stunden später öffnete, wachte ich ganz auf, denn ich wurde von der freundlichen Krankenschwester fröhlich begrüßt, als sie mir mein Essen hinstellte. Es war immer noch Schonkost, weißes Brot, Kamillentee und magerer Aufschnitt. Meine Mittelchen gegen Übelkeit würde ich aber nur bei Bedarf bekommen. Kopfschmerztabletten ließ sie direkt da. Nach dem Frühstück ging ich ins Bad und machte mich erst einmal frisch und war froh, dass ich es gemacht hatte, denn danach wurde ich zur Untersuchung gekarrt. Mit einem Rollstuhl, damit ich nicht lief. Ganz tolle Sache, es deprimierte mich total, ich war doch nicht gehbehindert. Mein Gleichgewichtssinn in den Ohren wurde getestet, mein Pupillenreflex, Blutdruck und sie schoben mich nochmal in die Röhre und zum Röntgen um zu sehen, wie meine Kopfverletzung sich machte. Die leichte Schwellung beim Bruch war aber sogar schon etwas besser geworden, auch wenn es mir sonst nicht sehr viel besser ging. Immerhin war der Arzt ganz zufrieden damit und das war wahrscheinlich die Hauptsache, auch wenn ich trotzdem noch hier bleiben sollte. Bis zum Mittag verbrachte ich meine Zeit schlicht auf meinem Zimmer, schlief eigentlich nur, ich hatte auch nichts anderes zu tun, wobei ich eigentlich nur noch müde war vom vielen Schlafen und nicht, weil ich normal müde war.
Gegen Mittag kamen dann meine Eltern, da war meistens etwas Pause zwischen Vormittagsgeschäften und den nachmittäglichen Reitunterricht. Sie waren fast so wie Vivi am Anfang, zutiefst besorgt, vor allem weil die Wunde an meiner Schläfe durch die Klammerpflaster nicht gerade weniger schlimm wirkte, sie wurde ja nur etwas zusammengehalten. Und dann fingen sie schon an zu tadeln und zu jammern. Es war wirklich Mist, dass ich ausfiel, gerade gegen Ende der Saison, wo die größeren Turniere waren. Zudem war auf unserem Hof immer viel los und es waren bald Herbstferien, da wurden wir überlaufen. "Du suchst dir aber auch den besten Moment für so etwas aus", seufzte meine Mutter, während sie mir durchs Haar strich, als wäre ich 12. "Ich weiß, aber Ich hab mir das ganz sicher nicht ausgesucht", erwiderte ich leicht verlegen, weil sie so an mir herumtätschelte. "Was das anbelangt, wir haben schon mit Jessica gesprochen, sie ist in Tränen ausgebrochen und hat es strikt geleugnet", erzählte sie weiter, schenkte mir einen zweifelnden Blick. "Es war fast überzeugend, aber nachdem was Vivi gesagt hat... Wir haben die Polizei informiert, mal sehen was daraus wird, da wird aber sicher jemand zu dir kommen", meinte meine Mutter. Ich nickte nur, erwartet hatte ich es ja. Sie blieben noch kurz, bis ich dann auch mein Essen bekam. Immerhin mal eine Suppe mit Gemüse und Kartoffeln. Was zu beißen und das war gut so. Meinen Eltern erklärte ich noch, dass es schon okay war, wenn sie morgen nicht vorbei kämen, ehe sie verschwanden. Sie hatten viel um die Ohren, das wusste ich und wir wollten unseren Standard ja nicht vernachlässigen. Am Nachmittag kam überraschend Jace, mein bester Kumpel, vorbei. Er war Chemiestudent und sein Studium beanspruchte ihn doch sehr. Aber er war wie ich, für sein Pferd fand er immer Zeit. Und scheinbar heute auch für mich. Dafür war er wahrscheinlich direkt nach einer Praxisstunde hergekommen, er müffelte etwas nach Schwefel, Feuer und sonst was. Aber das störte mich nicht weiter, er war da und bewunderte meine Kopfwunde, wo andere sie einfach nur schockierend fanden. Ich berichtete ihm alles, denn bisher hatte er nicht wirklich mit jemanden sehr direkt darüber gesprochen und das erste was er von dem Unfall mitbekommen hatte, war der zerschlissene Sattel, der noch in der Sattelkammer an seinem eigentlichen Platz war. Meine Hoffnung, dass das Stück noch lebte, schwand also dahin. Dabei war der echt toll gewesen, eine Maßanfertigung. Ich konnte aber vielleicht immer noch hoffen, dass wenigstens der Sattelbaum noch heil war und der Sattel nur neu bezogen werden musste oder ähnliches. Ich bat ihn schließlich noch darum, dass er, wenn er es einrichten konnte, auch ein Auge auf alles warf und half, wo es ging. Wir brauchten jede helfende Hand. Er versprach mir zu tun, was er konnte, ehe er sich verabschiedete, damit er auch noch zu seinem Pferd konnte. Und abends kam endlich Vivi vorbei, lauschte immer ihren Worten und genoss es sie bei mir zu haben, hielt sie nur all zu gerne in meinem Arm, liebkoste sie mit Küssen auf Wange, Stirn und Nase, küsste sie auch richtig, aber so viele Schmusestunden kamen nicht dabei herum. Sie wirkte wirklich müde und als ich meine Kopfschmerztabletten bekommen hatte, waren wir beide fast sofort eingeschlafen.
Der nächste Tag lief nach einem ähnlichen Muster. Ich wurde dieses Mal auf dem Zimmer untersucht in der kleinen Version, bekam endlich ein normales Frühstück und weil doch wirklich zwei Polizeibeamte auftauchten und mir Fragen stellten, war der Vormittag nicht langweilig. Ein wenig nervig vielleicht, weil sie immer wieder betonten, dass schwere Anschuldigungen vor lägen und ich um die Verantwortung bescheid wissen sollte. Aber da ich niemals die Worte in den Mund nahm, dass Jessica es gewesen war, sagte ich auch nichts falsches. Ich sagte das, was ich zu Jessica wusste, das was ich beobachten konnte und das was ich daraus verstand und ich erzählte dann von dem Ablauf des Unfalls. Das schlimmste war nur, dass ich den Morgen vermehrt Kopfschmerzen hatte und keine Tablette nehmen durfte, weil ich wusste, dass ich dann nicht mehr so auf der Höhe war. Als sie weg waren, nahm ich aber endlich eine und schlief prompt bis zum frühen Nachmittag. Ruckartig wachte ich auf, als jemand die Tür aufdrückte und die Tür ins Schloss pfefferte. Im nächsten Moment stand Jessica vor mir, setzte sich ohne zu fragen auf den Bettrand. Tränenspuren waren auf ihrem Gesicht zu sehen und sie schluchzte, als sie nach meiner Hand griff. Ich entzog sie ihr, müde, aber argwöhnisch. "Was willst du hier?", brummte ich unzufrieden. "Ich.. ich war das nicht. Sie hat mir die Polizei auf den Hals gehetzt", jammerte sie. Verständnislos sah ich sie an. "Ich weiß, die haben mich gefragt, was ich weiß. Was dachtest du denn? Ich hätte sterben können und du bist ziemlich verdächtig. Natürlich taucht die Polizei bei dir auf", sagte ich hart, woraufhin sie scheinbar verzweifelt den Kopf schüttelte und wieder versuchte meine Hand zu greifen. "Aber ich war das nicht. Warum sollte ich? Sie war das, sie will mir das nur anhängen, weil es passt! Aber ich liebe dich doch, immer noch. Dann hätte ich doch wohl eher ihr etwas getan als dir", schrie sie schon fast, weshalb ich das Gesicht verzog. "Vivi hat mir von eurem Gespräch erzählt und ich glaube ihr", erklärte ich schlicht. "Geh bitte", forderte ich sie dann auf, aber als sie aufstand, machte sie keine Anstalten zu gehen, sondern lief nur auf und ab. "Vivi, immer nur Vivi! Und was ist mit mir? Du hast mich geliebt und ich liebe dich immer noch. Ich würde dir nie wehtun. Vivi bringt dich doch mit Absicht gegen mich auf. Sie will doch nur, dass du ihr vertraust und dann wird sie dich fallen lassen. Sie will dich brechen und einsam machen. Ich seh doch, wie sie mit den Menschen umgeht! Sie nutzt Collins aus, nur weil sie in Thunder verliebt ist, so vielen geht sie aus dem Weg wie so eine Schnepfe. Sie riecht doch nur dein Geld!", beschuldigte Jessica Vivi weiter. Wütend sah ich sie an. "Tickst du noch ganz sauber? Ja, vielleicht habe ich dich mal geliebt, aber jetzt nicht mehr und das hat schon seine Gründe. Ich liebe Vivi und ihr kann ich vertrauen. Also geh endlich und klär das mit deinen Eltern. Wird sich ja schon noch klären", knurrte ich entnervt. Jessica sah mich fassungslos an. "Was ist nur aus dir geworden?", fragte sie zittrig, ehe sie wirklich endlich auf dem Absatz kehrt machte und aus dem Zimmer stürmte. Ein Krankenhausaufenthalt war scheinbar doch gar nicht so langweilig. Aber ich könnte trotzdem gut darauf verzichten. Als Vivi am Abend herkam, klärte ich sie über das Gespräch mit der Polizei und mit Jessica auf, sichtlich deprimiert. Es war einfach unfassbar, was sie abzog. Also wenn es alles ein Spiel war. Ich wollte das immer noch nicht so ganz glauben, aber was sollte ich denn tun? Ich konnte nicht auf beiden Seiten stehen und ich stand nun mal auf Vivis Seite. Das einzige, was ich ihr verheimlichte war, dass ich im Affekt zu Jessica gesagt hatte, dass ich Vivi liebte. Das war etwas, was ich ihr persönlich und direkt sagen wollte und das nicht im Krankenhaus. Als ich den Abend mit ihr im Arm einschlief, hatte ich das Gefühl, dass sie wirklich sehr fertig war und sie wirkte schlapp und dünn. Meine Sorgen hielten mich noch etwas wach, wodurch ich Vivi liebevoll beobachtete beim Schlafen und ihr sanft durchs Haar strich.

Am dritten Tag durfte ich dann endlich raus. Ich wurde ein weiteres Mal komplett durchgecheckt, aber der Arzt war zufrieden mit den Bildern und gab mir noch Schmerztabletten und welche gegen Übelkeit mit, allerdings schwächere, damit die mich nicht so umhauten im Alltag. Ich blieb noch bis zum Abend. Und den Tag verbrachte ich ohne Trubel, ohne Hektik. Nur die Krankenschwester fragte mich, warum ich von zwei Mädchen Besuch empfangen hatte. Ich hatte ihr eine sehr knappe Kurzversion gegeben und sie schüttelte auch nur den Kopf. Ich nutzte den Tag um noch einmal so richtig auszuschlafen, denn ich würde garantiert fertig sein, sobald ich auch nur einen Finger krümmte, wenn ich auf dem Hof zugange war, aber das war nicht schlimm. Ich wollte arbeiten und das würde ich auch, wenigstens ein bisschen. Ich fühlte mich im Vergleich zu vor drei Tagen wieder gut. Also besser. Mein Kopf explodierte nicht gleich, nur weil ich mich mal bückte oder mehr als 10 Schritte ging und ich wankte nicht mehr so, konnte wieder essen. Meine Rippen machten mir am meisten Probleme, an den leichten Druckschmerz am Kopf hatte ich mich gewöhnt, aber meine Rippen stachen immer mal wieder bei irgendeiner ungünstigen Bewegung und das war natürlich total nervig. Schließlich packte ich am Nachmittag meine Tasche endlich ein. Ich war froh, dass ich endlich hier raus kam. Das Krankenhaus hatte ich in den Tagen nämlich gar nicht verlassen, war nur maximal durch die Gänge geschlichen und auch das nicht sehr viel. Ich war mehr als happy, als ich irgendwann aufbrechen konnte, als meine Eltern in der Tür standen. Mein Vater nahm meine Tasche, den Teddy, den Vivi noch hier gelassen hatte, nahm ich zu gerne. Natürlich sah es etwas merkwürdig aus, wie ich mit einem Teddy durch die Gänge ging, aber ich war verletzt, ich durfte das. Auf dem Weg nach Hause wurde nicht viel geredet. Am meisten darüber, was ich die nächsten Tage machen konnte und was nicht, wie es mir ging, dass sie den Hof irgendwie unter Kontrolle hatten und sehr dankbar für Vivis Hilfe waren, aber auch sie sagten, dass ihnen aufgefallen war, wie sehr Vivi sich in alles hineinhängte.
Als wir zuhause waren, brachte ich erst einmal die Sachen in die Wäsche, ehe ich dem Duft in die Küche folgte. Ein wenig enttäuscht war ich vielleicht, als ich Vivi nicht entdecken konnte. Auch fehlte ein vierter Teller. "Hatte sie euch etwas gesagt?", fragte ich vorsichtig, aber beide schüttelten den Kopf. "Dabei sollte das Kindchen mehr essen"; seufzte meine Mutter. Ich nickte leicht. "Ich esse sonst oben mit ihr, wenn das okay ist"; sagte ich dann, traf auf Zustimmung, weshalb ich dann zwei Teller befüllte, das Besteck in eine Hosentasche steckte und mir den Teddy unter den Arm klemmte um alles mitzubekommen, ehe ich mit dem Essen die Treppe hochging. Die Treppe fand ich nicht sehr toll zu gehen. Ich hatte einmal das Gefühl rückwärts wieder runterzufallen, aber ich schaffte es bis oben und war auch erleichtert, es hinter mir zu haben. Dann stand ich vor Vivis Tür, konnte nur nicht wirklich klopfen, sondern öffnete die Tür mit dem Ellenbogen. "Klopf, klopf?", sagte ich leise, späte in die Tür und sah, wie sie im Bett lag. Sie sah aus wie ein zusammengefallenes Etwas, das unter der Decke unterging. Ich stellte die Teller auf dem Nachttisch ab, platzierte den Teddy an seinem eigentlichen Platz und schloss die Tür wieder, ehe ich wieder zu ihr kam und mich neben das Bett hockte um auf eine Augenhöhe mit ihr zu kommen. Ich legte sanft eine Hand an ihre Schulter. "Hey Vivi", begrüßte ich sie sanft, hauchte ihr einen Kuss auf die Stirn, auch wenn das Vorlehnen in den Rippen zog. "Ich hab dir was zu essen mitgebracht. Du musst wieder mehr essen", sagte ich leise, sah sie besorgt an. Sie sah so fertig aus, aber bevor sie nur schlief und wieder nichts aß, wollte ich lieber, dass sie etwas aß. Ich setzte mich neben sie ins Bett, hielt ihr auffordernd einen Teller und Besteck hin.


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#77

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 17.02.2015 13:34
von Alex • Senior Member | 5.812 Beiträge | 1036674 Punkte

Zugegeben, es hatte mich wirklich getroffen, dass Jessica die Schuld auf mich schob und behauptete, sie hätte nie etwas getan und würde Kieran noch immer über alles lieben. Als der junge Mann mir von Jessi's Erscheinen im Krankenhaus erzählt hatte, war ich beinahe aufgebrochen um dieses hinterfotzige Weibsbild umzubringen und selbst Kiri's beruhigende Worte und die verstrichenen Tage hatten meine Laune nicht verbessert. Eigentlich war eher das Gegenteil der Fall, da ich diesen Drecksstück jeden Tag sehen musste und sie keine Gelegenheit ausließ mich fertig zu machen. Wenn ich mit Thunderblood am Platz arbeitete, stieß sie plötzlich mit ihrem Gaul hinzu und ritt extra dicht an dem wilden Hengst vorbei, sodass er sich aufregte. Oder aber sie ging direkt zu Fuß auf Thunder zu und ärgerte ihn. Es war wirklich schrecklich, vor allem weil ich nie Zeugen für ihre Taten hatte. Daher ließ ich es auch ganz sein, überhaupt jemanden von Jessica's Provokationen zu erzählen. Zwar war ich mir sicher, dass niemand ernsthaft dachte, dass ich Kieran's Sattel sabotiert hatte, doch die Polizei war eben dazu verpflichtet, jedem Hinweis nachzugehen. Also war auch ich mehrfach aufs Revier geladen worden, um meine Aussagen zu machen. Am Tag Kieran's Heimkehr hatte sich Jessica mal wieder einen ihrer Späße erlaubt und Thunder hatte sich dabei verletzt. Bisher hatte zum Glück niemand den Verband an seinen rechten Hinterbein bemerkt, da ich ihn sofort in die Box gebracht hatte. Doch dieses Mal war dieses Biest eindeutig zu weit gegangen. Sie konnte mir schaden so viel sie wollte, mich beleidigen und mich notfalls auch körperlich angreifen. Aber sie sollte gefälligst ihre Finger von Thunderblood lassen und die Pferde einfach aus der Sache raushalten. Ich machte mich schließlich auch nicht an ihrem Pferd zu schaffen. Jessica war wahrscheinlich der schlimmste Mensch, den ich kannte. Ausgenommen Andrej und Danilo, versteht sich. Wieso kam diese erbärmliche Hure nicht damit klar, dass ich nun die Frau an Kiri's Seite war? Auch wenn es eigentlich noch nicht so ganz der Fall war, es war nicht zu übersehen, welche Gefühle Kieran für mich hatte. Ebenfalls konnte man deutlich erkennen, dass der junge Reiter auch mir sehr zusagte. Doch wenn Jessi sich weiterhin in diese Angelegenheit einmischte, müsste ich das Feld räumen. Denn ich wollte diesen Kampf nicht mit den Pferden austragen, Jessica schien es allerdings ganz anders zu sehen. Diesem Gör traute ich es sogar zu, dass sie ein Pferd umbrachte. In diesem Fall wohl am ehersten Thunder. Erst Kiri's Stimme riss mich aus meinen Gedanken und ich runzelte sofort die Stirn, da er ziemlich komische Worte von sich gab. Doch als ich den Teller und den Teddy in seinen Händen sah, war mir klar, dass er nicht klopfen konnte. Die Tür schloss Kieran nachdem er die Sachen abgestellt hatte. "Hi...", murmelte ich müde und blinzelte meinen Gegenüber verschlafen an. "Essen?", wiederholte ich seine Aussage mit fast geschlossenen Lippen und schüttelte ablehnend den Kopf. "Keinen Hunger. Will nur schlafen. Stressiger Tag gewesen.", nuschelte ich und gähnte, hob nur noch weiter ablehnend die Hand, um Kiri's Hand wegzuschieben, welche mir auffordernd den Teller und Besteckt entgegen streckte. "Ich esse morgen. Oder übermorgen. Irgendwann, wenn ich Zeit habe. Versprochen.", murmelte ich weiter. "Ich muss jetzt schlafen, bin schon viel zu lange auf den Beinen. Ich muss morgen früh raus, Thunder wurde verletzt.", erklärte ich leise und benutzte extra das Wort 'wurde' damit direkt klar wurde, dass Thunder sich nicht selbst verletzt hatte, sondern Fremdeinwirkung die Verletzung verursacht hatte. Ich schloss wieder die braunen Augen, schlug sie allerdings kurz darauf noch einmal auf. "Schön, dass du wieder da bist.", gab ich ehrlich zu und zwang mich zu einem zaghaften Lächeln, ehe ich mich zur Seite rollte und zusammen kauerte. Ich wollte nur noch schlafen. Die Wecker für den nächsten Morgen waren gestellt. Kein Grund zur Sorge. Nur jetzt wollte ich einfach schlafen. Ich brauchte mal wieder wenigstens ein paar Stunden Schlaf, damit ich nicht zusammen klappte.


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#78

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 21.02.2015 02:15
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Ich hatte natürlich gemerkt, wie gereizt Vivi war, wie schlecht ihre Laune war und ich hätte gerne etwas für sie dagegen getan. Ich wäre mit nach Hause gekommen, hätte sie stundenlang im Arm gehalten oder sie irgendwie abgelenkt. Und während ich im Krankenhaus lag, alleine, konnte ich über nichts anderes nachdenken, als darüber, wie ich meine Zeit noch mit Vivi verbringen könnte, statt hier so doof herum zu liegen. Ich könnte mit ihr zusammen arbeiten, was insofern schön war, dass man etwas schaffte und erfolgreich auf den Tag gemeinsam zurückblicken konnte. Ich könnte endlich mal mit ihr ausreiten, eine kleine Runde durch den Sonnenuntergang mit Cardi, die nun wirklich lammfromm wäre auch außerhalb des Hofes. Ich könnte mit ihr vielleicht mal in die Stadt, einen entspannten Nachmittag mit ihr in einem Café verbringen, mit ihr ins Kino gehen, kegeln, bosseln oder gar in eine Bar und mich beim Karaoke für sie zum Deppen machen, auch wenn ich für mich gerne mein Gitarrenspiel begleitete. Es war eigentlich egal, was ich mit ihr machen würde, es würde irgendwie gut sein. Und sei es nur wie Kinder uns in der Scheune ein Bett auf den Heuballen zu bereiten und ein Picknick und eine Nacht da zu verbringen, als wäre es das spannendste der Welt, auch wenn man davon nur überall Heu in den Sachen und Haaren finden würde, Rückenschmerzen hätte und man eigentlich nicht so viel Schlaf fand. Wenn weniger los war, sollte ich ihr das dringend mal vorschlagen. Oder wenn die Ferienkids eintrafen, dann könnte man das auch anbieten, auch wenn es bedeutete, erst etwas herum zu räumen, damit man mit vielen gemütlich schlafen konnte. Aber für die Kinder wäre das garantiert ein Highlight. Und vielleicht würde es Vivi auch Spaß machen, das mit mir zusammen durchzustehen. Und sei es nur für Schnupperwochenenden oder etwas der Art. Und auch wenig Schlaf und mehr Stress wären besser als hier so herumzuhängen. Ich war kein Mensch dafür und zerbrach mir nur den Kopf über alles, was ich verpasste und was ich eigentlich auch noch alles zu tun hatte.
Als es endlich zurück auf den Hof ging, war ich wirklich mehr als erleichtert. Selbst wenn ich nicht viel machen konnte. so konnte ich wenigstens Pferde putzen und beim Unterricht helfen. Ich könnte im Stall die Pferde zu den Paddocks, den Weiden oder zur Führanlage bringen oder wieder zurück. Spazieren gehen sollte ich vielleicht nur noch nicht, den Hof würde ich wohl vorerst nicht alleine verlassen dürfen. Jedenfalls würde ich irgendwie schon helfen und das sicher. Man müsste mich ans Bett fesseln, damit ich nichts tun würde. Am liebsten hätte ich schon an diesem Abend gleich wieder irgendwas getan, aber man hatte mich ja ohne Abendessen sitzen lassen und so würde ich hier was essen und danach wohl wissentlich nicht mehr raus dürfen. Und das würden meine Eltern garantiert mitbekommen, weil sie den ganzen Papierkram noch vor sich hatten, weil sie tagsüber eher unterwegs waren oder auf dem Hof unter die Arme griffen. Alle waren ziemlich fertig, obwohl es mir nicht so vorkam, als würde ich so viel auf dem Hof reißen. Ich packte halt überall mit an, aber sonst? Nun gut, es war Spätsaison und Absetzer wurden verkauft und dadurch waren meine Eltern viel unterwegs. Wie sehr es vor allem Vivi traf, merkte ich, als ich ihn ihr Zimmer kam. Ich Blick war ziemlich müde und verschlafen und ihre gemurmelte Begrüßung unterstrich das noch. Mein Lächeln wurde zärtlich, als ich sie so sah, während ich mich zu ihr ins Bett setzte. "Ja, Essen", meinte ich etwas besorgt. Sie sah fertig aus, aber nicht nur müde, sondern auch dünn. Sie war sowieso schon sehr sehr schlank - auch wenn das ihren Kurven keinen Abbruch tat - aber im Gesicht sah man schneller, wenn man abnahm und sie sah schon so aus, dass ich sie am liebsten füttern würde. "Du musst etwas essen. Ich kann dich nicht ins Bett tragen, wenn du umkippst", meinte ich besorgt und mit einem leichten Grinsen. Zumindest wurde mir vom Arzt verboten, Gewichte von über 10 Kilo zu heben, oder eher hat er es mir geraten, da alles andere dazu führen könnte, dass meine angebrochenen Rippen mir das Atmen erschweren konnten. Und Vivi wog wohl doch mehr als 10 Kilo und ich wollte mich nicht zusammen mit ihr im Arm auch noch auf die Nase legen. Sie bestand nur leider darauf, nichts zu essen und nur zu schlafen. Ich hielt ihr den Teller trotzdem hin, vielleicht würde sie sich vom leckeren Geruch ablenken lassen. Aber nein, natürlich nicht und sie vertröstete mich damit, dass sie die nächsten Tage etwas essen würde. Ich seufzte frustriert. "Du wirst morgen etwas essen. Mindestens zwei Mahlzeiten. Ansonsten werde ich dich füttern", meinte ich streng, aber meine Sorge klang dabei durch. Sie konnte doch auch nicht gut arbeiten, wenn sie unterzuckerte und ihr die Kraft fehlte. Sie musste was essen. Die Arbeit konnte so weit dann auch kurz warten. Ihre Gesundheit ging doch vor. Bei ihren nächsten Worten stellte ich ihren Teller beiseite, fing an zu essen, hielt aber fast sofort wieder inne, weil sie sagte, dass Thunder verletzt wurde. "Wodurch?", fragte ich misstrauisch, ich hatte mir die Tage ja immer Gedanken gemacht, ob Jessica Stress machte, ob es Vivi zu viel wurde und sowieso. Und das jetzt alarmierte mich. Ein sanfter Ausdruck huschte über mein Gesicht, als sie sagte, dass es schön wäre, mich wieder hier zu haben, strich ihr nur kurz sanft über den Arm, ehe ich weiter dem Essen zu wandte, auch wenn sie sich schon auf die Seite drehte um zu schlafen. Nachdem ich sogar den zweiten Teller geleert hatte, stand ich leise noch einmal auf, sammelte das Geschirr zusammen. "Schlaf schön, ich komm gleich wieder", flüsterte ich sanft, ehe ich ihr Zimmer verließ. Ich brachte das Geschirr weg und verschwand noch einmal ins Bad. Danach rief ich Jace noch einmal an, mein Bester ging doch immer ans Telefon. Ich legte ihm meine Sorge in Bezug auf Vivi nahe und fragte, ob er nicht Zeit hätte um einzuspringen, da meines Wissens nach morgens keine Lesungen an dem Tag wären. Er nutzte die Zeit eigentlich fürs Lernen oder sein Pferd, aber ich fragte trotzdem. Er gestand auch breitwillig seine Hilfe zu und beruhigte mich, dass er auch beim Zaun anpackte. Alte Pfähle ziehen und neue in die Erde bekommen war nun mal nichts für ein Mädchen, vor allem, wenn es nichts aß. Schließlich ging ich leise zurück in Vivis Zimmer zurück. Ich beobachtete sie ein wenig, wie sie schlief. Wie ein Engel sah sie aus. Wie ein erschöpfter Engel. Ich seufzte leise, ging auf ihre Bettseite und kontrollierte ihren Wecker und schaltete ihn kurzerhand ab. Sie sollte nicht um vier Uhr morgens aufstehen, wenn sie jetzt schon so müde war und nichts aß, das würde nichts werden. Nach einem Zögern sah ich auch auf ihr Handy um da den Wecker auszustellen. Eigentlich ging ich nicht gerne an fremder Leute Dinge, aber ich wollte ihr damit nur Entlastung schaffen. Sie würde nicht mit dem Gedanken einschlafen, dass sie zwar länger schlief, aber der Stress dadurch höher war. So schlief sie vielleicht einfach etwas länger. Und würde sich wohl dann aufregen. Ich schrieb ihr deshalb noch einen Zettel.
"Ich wollte, dass du ausschlafst - Keine Sorge, ich habe Ersatz für deine Arbeit organisierst. Also nimm dir auch die Zeit und iss etwas. Sonst mache ich meine Drohung wahr! ♥
Mit der Drohung meinte ich eigentlich den Spaß, dass ich sie füttern würde, wenn sie nicht selbstständig essen würde. Den Zettel legte ich auf ihren Nachttisch und legte mich dann vorsichtig wieder zu ihr, wollte sie ja nicht wecken. Ich biss dabei kurz die Zähne zusammen, als ich die Decke zurechtmachte und meine Rippen kurz etwas stachen. Ohne mich anzukuscheln, löschte ich schließlich das Nachttischlicht, lag noch etwas wach, bis ich endlich einschlief. Angekuschelt hatte ich mich nur nicht, damit ich sie nicht erschreckte. Wobei ich im Schlaf auf Kuschelkurs kam und einen Arm um sie legte, wie so oft. Mein Schlaf war wunderbar, immerhin hatten wir endlich wieder etwas mehr Platz, die Kissen waren fülliger, die Decke nicht so schwer und die Matratze auch gemütlicher. Wenn es nach mir ginge, könnten wir den ganzen Tag einfach zusammen im Bett bleiben.


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#79

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 22.02.2015 20:25
von Alex • Senior Member | 5.812 Beiträge | 1036674 Punkte

Panisch schreckte ich unsanft aus dem Schlaf hoch als mich ungewohnte Helligkeit von draußen weckte. Verwirrt strich ich mir die Haare aus dem Gesicht und drehte den Kopf zur Seite. Kieran. Er war wohl hier bei mir eingeschlafen nachdem ich mich geweigert hatte zu essen und er auch meine Portion für sich beansprucht hatte. Meine Augen wanderten langsam weiter in Richtung Fenster. Wieso war es so hell? Normalerweise ging die Sonne doch immer erst auf, wenn ich schon lange im Stall war. Müde blinzelte ich und grabschte mit einer Hand zu dem Nachttisch auf welchem mein Handy über Nacht immer lag. Als sich das Display erhellte, wurde ich leichenblass. Sechs Uhr? Verdammt nochmal, wieso hatte ich die Wecker nicht gehört? Hastig entsperrte ich das Iphone und ging auf den integrierten Wecker. Ausgeschalten. Auch die Überprüfung des normalen Weckers machte es nicht besser. Grummelnd sprang ich auf und entdeckte dabei einen Zettel. Hastig überflog ich die Zeilen und wurde bei jedem Wort wütender. Was bildete sich Kieran bitteschön ein? Aufgebracht knallte ich alles zurück auf den Nachttisch und sammelte schnell frische Unterwäsche, alte Jeans und einen Pulli ein. Mit den Klamotten bewaffnet rannte ich ins Bad, unterzog mich einer Katzenwäsche und verließ nur drei Minuten später im Eiltempo das Wohnhaus der Familie. Für Frühstück blieb natürlich keine Zeit mehr. Wollte Kieran nicht, dass ich mehr aß? Wie stellte er sich das vor, wenn er meine Wecker ausschaltete? Dann war ich ja nur noch mehr unter Zeitdruck und hatte nicht die Zeit für eine Mahlzeit. Als ich im Stall ankam, waren die Stallburschen schon fleißig am arbeiten. Entschuldigend warf ich müde Blicke in die Runde. Allerdings ging es den anderen Leuten wohl genauso wie Kieran. Sie fanden, dass ich viel zu viel arbeitete. Seufzend fügte ich mich dann schweigend in den laufenden Vorgang ein und ging wie gewohnt meinen Aufgaben nach, welche dieses Mal schneller ablaufen mussten als sonst. Einige Stunden später war ich weitgehend fertig. Ich machte noch etwas an den kaputten Zäunen, beschloss aber dann mal zu meinem geliebten Thunderblood zu gehen, welcher recht benommen in seiner Box stand. Vorsichtig streifte ich das rote Halfter über seinen Kopf und führte ihn nach draußen zum Putzplatz. Liebevoll und fürsorglich kümmerte ich mich dann um das verletzte Bein. Besorgt holte ich dann sein Zaumzeug und eine Longe und steuerte mit dem Hengst den Platz an. Ich musste erst einmal schauen, ob ich mit dem Rappen arbeiten konnte. Doch Thunder machte sich meines Erstaunens sehr gut, auch mit der Verletzung. Also brachte ich den Hengst nach der Longenarbeit auf eine der einzelnen Weiden. "Bis später.", murmelte ich verliebt und drückte dem Wilden einen Kuss auf die weichen Nüstern, gab ihm einen Klaps auf das Hinterteil und sah ihm nach wie er davon galoppierte. Lächelnd blieb ich noch einige Minuten am Gatter stehen und beobachtete Thunderblood, bevor ich mich abstieß und langsam zum Haus zurück lief. In der Küche bereitete ich für Kieran und mich ein kleines Frühstück vor, auch wenn ich eigentlich nicht die Zeit dafür hatte und Kiri es sich meiner Meinung nach nicht verdient hatte. Mit dem Tablett bewaffnet kam ich gegen elf Uhr zurück in mein Zimmer und stellte es auf dem Bett ab. "Aufwachen.", murmelte ich leise und strich Kieran über die Wange, bis er die Augen aufschlug. "Du schaltest nie wieder meine Wecker aus, verstanden?", knurrte ich dann wieder etwas wütender und sah den jungen Mann eindringlich an. "Ich habe dir Frühstück gemacht und bevor du dich wieder aufregst, esse ich auch mit.", informierte ich Kieran trocken und schlüpfte aus den dreckigen Stallsachen, damit ich nicht mit diesen in mein sauberes Bett musste. Stattdessen entschied ich mich für ein bauchfreies Top und eine einfache kurze Shorts. Im Schneidersitz saß ich dann gegenüber von Kieran und biss immer wieder von meinem Brot ab. "Ich bin ab heute Nachmittag übrigens nicht mehr da.", warf ich dann völlig unerwartet ein und lächelte etwas nervös. "Ich habe heute den ersten Auftritt mit meinem neuen Studio . Wir müssen schon früher da sein wegen der Generalprobe und dem Aufbau.", erklärte ich lächelnd und zuckte ein wenig mit den Schultern.


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#80

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 24.02.2015 16:44
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Ich hatte mir das ganze ja ein wenig anders vorgestellt. Ich hatte gehofft, dass sie ausschläft und wenn sie bemerkt, dass sie verschlafen hat und den Zettel las, dass sie es einfach gemütlicher angehen ließ. Nur für diesen einen Tag. Dass sie meinen Plan nicht befolgte, hätte ich wohl vermuten können, sie war genau so pflichtbewusst und strebsam wie ich, aber ich hatte mir einfach gewünscht, dass sie sich dieses mal etwas zurücknahm und auch an sich dachte. Ich durfte schließlich auch nicht machen, was ich wollte. Leider war es nur auch so, dass ich sie nicht aufhalten konnte. Ich hatte einen tiefen Schlaf und sie machte nicht gerade Lärm, als sie aufstand und sich anzog. Sie weckte mich nicht einmal um sich zu beschweren oder mir anzubieten wenigstens die Pferde zu versorgen, sondern ließ mich einfach schlafen. Und ich tat das auch. Bei Licht zu schlafen war ich inzwischen gewöhnt, ich zog lediglich die Decke etwas enger an mich und drehte mich auf die gesunde Seite, während sie den Raum verließ. Ich schlief einfach weiter, träumte von nichts bestimmten, die Bilder wechselten häufig, Zusammenhänge gab es nicht, aber Vivi tauchte häufig auf. Wie die Zeit verging, bekam ich nicht mit, schlief einfach tief und fest und erst als ich Vivis Stimme und eine leichte Berührung vernahm, öffnete ich meine Augen, atmete tief durch und streckte meine Beine etwas. Gerade bildete sich ein verschlafenes Lächeln auf meinen Lippen, als sie mich auch schon wütend anknurrte. Ich blinzelte, fuhr mir mit einer Hand über die Augen. Dann musterte ich sie. "Du warst schon arbeiten", stellte ich fest, seufzte leise, während ich mich aufsetzte. Entschuldigen tat ich mich vorerst nicht, da war sie aber auch schon dabei, mich eher kühl darüber zu informieren, dass sie jetzt etwas mit mir essen würde. Ich sah sie nachdenklich an, als sie sich mir gegenüber hinsetzte. "Tut mir leid, dass ich die Wecker aus gemacht habe. Du sahst nur so fertig aus, ich wollte einfach, dass du wenigstens etwas Zeit für dich hast. Jace wird sich heute auch um den Pfeiler des Zauns kümmern und ich helf später beim Vorbereiten für den Reitunterricht. Du solltest dir wieder etwas mehr Zeit für dich nehmen", meinte ich und ein wenig besorgt war ich auch immer noch. Ihr bauchfreies Top zeigte nur, wie dünn sie war und da konnte wirklich wieder etwas mehr drauf. Das halb gekrümmte Sitzen im Schneidersitz war nicht so wirklich gemütlich, drückte etwas an den Rippen, aber ich beschwerte mich nicht, während ich mir ein Brot belegte und herzhaft hinein biss. Bei ihren Worten sah ich auf, musterte sie fragend, weil sie etwas unruhig wirkte. Als sie dann erläuterte, was sie vorhatte, lächelte ich erfreut. "Das ist schön. Ich freu mich, dass du da schon so gut integriert bist", meinte ich schon fast ein wenig stolz. Ich biss wieder von meinem Brot ab, sah nachdenklich aus dem Fenster, während ich kaute. "Möchtest du.. dass ich mitkomme? Also, ich würde mir das gerne ansehen und dich anfeuern", meinte ich mit einem leicht verlegendem Lächeln. Meine Pläne heute schon auf dem Hof zu helfen, würden dann zwar flach fallen, aber das würde sowieso nur auf allgemeine Gegenwehr treffen, auch wenn es mir schon wesentlich besser ging und nicht nach 10 Schritten eine Stütze brauchte, weil sich alles drehte. Aber es wäre mir willkommen, wenn Vivi mich dabei haben wollte. Zumal ich ihr wirklich gerne zusehen würde. Ich hatte zwar keine Ahnung vom Ballett, das einzige, was ich konnte, waren die Standardtänze, aber ich hatte von Zeit zu Zeit ja bemerkt, wie sehr sie sich da rein hängte. Vielleicht freute sie sich auch, wenn ich sie unterstützte und wertschätzte, was ihr wichtig war. Das war ja auch die Aufgabe eines festen Freundes, oder? Auch wenn wir noch keine richtige Beziehung hatten, wie 'normale Pärchen'.


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#81

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 24.02.2015 19:11
von Alex • Senior Member | 5.812 Beiträge | 1036674 Punkte

Nachdem Kieran die Chance, sein Verhalten zu erklären, meiner Meinung nach ganz gut genutzt hatte, war ich wieder deutlich besser gelaunt und das bekannte, vielleicht etwas falsch wirkende, Lächeln wieder in meinem Gesicht erschien, schloss ich die Sache mit einem schmunzelnden Nicken ab und lächelte verständnisvoll. Ich konnte es wirklich nachvollziehen, dass der junge Mann sich Sorgen um mich machte. Mir selbst war auch schon klar, dass die letzten Tage auf meinen Körper kaum gute Auswirkungen gehabt hatten. Ich sah jeden Abend das Gewicht, welches auf der Waage im Bad angezeigt wurde. Ich sah mein Spiegelbild, wenn ich mich umzog. Noch dazu kam das harte Balletttraining der letzten Tage. Ich hatte die Hauptrolle bekommen, auch wenn niemand, mir eingeschlossen, die Entscheidung der Lehrerin verstehen konnte. Ich tanzte erst seit kurzem in dem Studio und andere trainierten seit Jahren dort für diese Chance. Eifersüchtig war glücklicherweise niemand auf mich, da ich auf der Beliebtheitsskala relativ weit oben stand. Als Kieran mir anbot mich zu begleiten, sah ich ihn kurz fassungslos an, ehe ich mich nach vorne beugte und dem jungen Mann einen sanften Kuss auf die Wange drückte. "Natürlich darfst du kommen.", gab ich ihm meine Zustimmung und strahlte Kieran überglücklich an. Es freute mich sehr, dass mein Schwarm sich für mein Hobby interessierte. Es gab sicher nicht viele Männer, die es von sich aus vorschlugen. "Also es geht um 19 Uhr los. Einlass ist ab 18 Uhr.", gab ich Kieran einige Information und dachte kurz nach. "Naja und du solltest schick angezogen sein. Aber du hast ja jetzt einen tollen Anzug.", stellte ich grinsend fest und zwinkerte Kiri kurz zu, ehe ich einen Schluck Orangensaft trank und meinen Gegenüber mit einem liebevollen Blick beobachtete. "Und danach würden wir noch feiern gehen. Beziehungsweise eigentlich nur eine Kleinigkeit trinken. Neben dem Studio ist ein netter Club und wir waren schon einige Male dort. Du kannst gerne auch da mitkommen. Meine Tanzfreunde haben sicher nichts dagegen und mein Tanzpartner wollte dich sowieso schon kennen lernen.", machte ich einen weiteren Vorschlag und sah Kieran erwartungsvoll an. Ich hatte wirklich nichts über ein zusätzliches Mitglied in unserer Runde und vor allem war Kiri auch echt in Ordnung. Mein Tanzpartner war schwul, nur deswegen ließ ich mich überhaupt auf den engen Körperkontakt mit ihm ein. Die anderen Jungs blieben auf abstand und die Mädels waren alle super nett. Mittlerweile fühlte ich mich schon so als würde ich seit Jahren im Studio tanzen. Lächelnd erhob ich mich und musterte Kieran von oben. "Du siehst schon viel besser aus.", lobte ich den jungen Mann lachend und steltle das Tablett vorerst auf dem Schreibtisch ab. Schnell huschte ich danach zurück zum Bett und drückte Kiri vorsichtig zurück auf die Matratze, damit ich mich zumindest für einige Minuten in seine starken Arme kuscheln konnte. Gesagt getan, kurz darauf lag ich dicht an Kieran und unter der warmen Decke in meinem großen Bett und sah den jungen Mann verliebt und mit großen Augen an. "Denkst du, dass eine Ballettvorführung etwas für dich ist? Es dauert ziemlich lange und außer klassischer Musik und langsamen Tanzen passiert da wirklich nichts.", murmelte ich etwas besorgt. "Nicht, dass du einschläft und dich blamierst.", erklärte ich meine Befürchtung amüsiert und zuckte leicht mit den schmalen Schultern. "Aber ich finde es schön, dass du mitwillst.", meinte ich ehrlich und lächelte unsicher, ehe ich Kieran einen weiteren Kuss auf die stoppelige Haut an der Wange drückte und vorsichtig mit den Fingerspitzen an den Bartstoppeln zupfte. "Steht dir.", stellte ich flüsternd fest und umschloss Kieran's Bauch vorsichtig mit einem Arm, da ich ihm nicht weh tun wollte. "Vielleicht hast du Recht und ich sollte einfach mal nichts tun.", murmelte ich nachdenklich und beschloss tatsächlich den Nachmittag nicht im Stall zu verbringen. "Und du wirst auch ganz sicher noch nicht arbeiten, mein Süßer. Du musst ja schnell gesund werden.", befahl ich Kieran mit strenger Stimme und sah ihn kurz an. "Was hälst du davon, wenn wir uns jetzt ein heißes Bad mit viel Schaum gönnen und einen Wellnessnachmittag einlegen? Wir uns beiden sicher gut tun.", machte ich einen Vorschlag und erhob mich kurzerhand schon einmal. Mit eleganten Bewegungen lief ich zu meinem Kleiderschrank und kramte meinen flauschigen Bademantel hervor. "Warte hier.", wies ich Kieran an und verschwand mit dem Bademantel aus dem Zimmer. Im Bad warf ich das Kleidungsstück über einen Haken an der Tür und drückte den Stopsel der Badewanne nach unten. Der Wasserhahn war schnell nach oben gedreht und ein Mix aus verschiedenen Duschgels führte zu einer großen Menge von Schaum. Hastig holte ich von unten aus dem Wohnzimmer noch Duftteelichter, welche ich auf dem Badewannenrand plazierte und anzündete. Die Jalousie des Badfensters machte ich nach unten und daher erhellte nur noch das Kerzenlicht den Raum. Zufrieden schlüpfte ich aus meinen Klamotten, warf sie zu der restlichen Dreckwäsche in den Korb und hüllte mich in den Bademantel. In letzter Sekunde kam mir noch eine weitere Idee, welche ich sofort in die Tat umsetzte. Auf Zehenspitzen eilte ich erneut die Treppe nach unten, nur dieses Mal war mein Ziel die Küche. Aus dieser holte ich zwei Sektgläser, welche ich mit Champagner füllte und ebenfalls auf dem Badewannenrand plazierte. Nach fünfzehn Minuten drückte ich mit einem verliebten Lächeln meine Zimmertür auf, zog Kieran aus dem Bett und entledigte ihm seiner Kleider. Meine bewunderten Blicke wanderten für einige Sekunde über seinen nun nackten Körper. Unsicher legte ich die Hände auf die muskulöse Brust und fuhr mit den Fingerspitzen langsam nach unten während ich mich leicht an ihm anlehnte. "Du musst nur sofort Bescheid geben wenn es dir schlechter geht, ja?", warnte ich den jungen Mann doch etwas besorgt, ehe ich kurz vor seinem Intimbereich meine Hände von seinem Körper nahm und stattdessen seine Hand ergriff, damit ich ihn hinter mir her ziehen konnte. Im Bad angekommen drehte ich den Schlüssel herum, damit uns ja keiner stören konnte. Bisher waren seine Eltern oder auch andere Menschen nur selten hier aufgetaucht, doch sicher war sicher. Mit einem eventuell zu heißen Lächeln ließ ich nun den Bademantel auf den Fliesenboden fallen und schmiegte mich glücklich an den jungen Mann. "Du bist wunderbar...", flüsterte ich sanft und stieg dann langsam in die Badewanne, streckte allerdings sofort die Hand nach ihm aus. "Komm.", flehte ich beinahe und sah ihn erwartungsvoll an.


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#82

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 25.02.2015 20:23
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Ich hatte nicht das Gefühl, dass ihr Lächeln wirklich echt war, als ich mich erklärte, aber das konnte auch daran liegen, dass ich mir immer noch Sorgen machte und zweifelte, ob sie es mir wirklich verzieh, so wie sie mich angesehen hatte, als sie mich geweckt hatte. Es war aber auch wirklich selten, dass man bei ihr ein strahlendes Lächeln sah, bei dem man in ihren Augen sehen konnte, dass sie sich in dem Moment wirklich freute. Es wurde mit der Zeit ja besser, ich bekam mehr Einblicke in ihre Gefühle, vielleicht, weil sie sich hier langsam wohler fühlte und mich mochte, oder vielleicht nur, weil ich sensibler auf sie reagierte und genauer hinsah als vorher. Nur manchmal war ich mir eben nicht sicher, ob sie aufrichtig lächelte oder nur, weil die Situation es so anbot und um Stress aus dem Weg zu gehen. Dass ihre Reaktion auf meine Frage, ob ich mitkommen könnte, echt war, das konnte man dagegen durchaus sehen. So fassungslos sah sie normaler Weise nicht aus. Ich schmunzelte darüber, auch wenn ich befürchtete, dass sie mich lieber nicht dabei haben wollte. Über den Kuss auf meiner Wange lächelte ich, während sie sich darüber begeisterte, dass ich mit wollte. "Gut", sagte ich sanft, hob meine Hand und strich ihr sanft über den zu einem strahlenden Lächeln gezogenen Mundwinkel. "Und wann musst du da sein? Vielleicht könnte ich ja ein bisschen helfen. Natürlich nicht viel. Aber getrennt zu fahren, würde ja keinen Sinn machen", meinte ich und nickte wegen dem Anzug, fragte mich kurz, was mit dem in den paar Tagen passiert war. Am Morgen nach dem Date hatte ich ihn noch hier im Zimmer gelassen und dann war der Unfall gewesen. Wahrscheinlich hatte Vivi sich aber akribisch darum gekümmert. "Wo finde ich den denn wieder?", fragte ich also, vielleicht hatte sie ihn weiß Gott wo untergebracht. Im Keller hatte ich immerhin einen Schrank voll mit Sachen für spezielle Anlässe. Wobei eigentlich alles davon eher Turniersachen waren. Die weiße Ausrüstung für die Pferde, die Reithemden und Jacketts, die weißen Hosen und die Stiefel - ja, ich hatte mehrere Paare. Welche fürs Training und dann noch für die Turniere, welche fürs Springen und welche für die Dressur. "Ich komm gerne danach auch noch mit", sagte ich lächelnd, während ich mich aber fragte, warum ihr Tanzpartner mich kennen lernen wollte. Wobei ich auch wissen wollte, was für ein Typ mit ihr zu tun hatte.
Als ich aufgegessen hatte, wischte ich die letzten Krümel von meinen Fingern auf den Teller und sah zu Vivi auf, als sie aufstand um das Tablett beiseite zu stellen. "Ich fühle mich auch besser. Du siehst auch schon etwas besser aus als gestern Abend", meinte ich mit einem Schmunzeln. Das unterschwellige 'Aber' war aber hörbar. Dass sie immer noch zu dünn war, wusste sie wohl selbst. Und ich hatte meine Resignation darüber, dass sie trotz allem schon wieder heute morgen einfach zum Arbeiten verschwunden war, deutlich gemacht. Und ich war nicht in der Position ihr Vorschriften zu machen. Sie war für sich selbst verantwortlich und sollte es auch sein. Ich konnte sie ja nicht nur verhätscheln und nach meinem Bilde formen, das brauchte ich aber auch nicht und wollte es auch nicht. Ich konnte sie nur bitten, etwas mehr zu essen und zu schlafen und mal Pause zu machen. Ich ließ mich von ihr zurück ins Kissen drücken, schob meinen Arm um Vivi, als sie sich an mich kuschelte. Mit der freien Hand strich ich zärtlich eine lose Strähne hinters Ohr und lauschte ihren Worten. "Keine Sorge. Klassische Musik mag ich und du bist dabei. Da würde ich niemals einschlafen", meinte ich mit einem liebevollen Lächeln. Ich würde natürlich auf meine abendliche Dosis Schmerztabletten verzichten, da die mich eher ermüden ließen, aber ich würde das schon überstehen. Als sie mir einen weiteren Kuss auf die Wange drückte, lächelte ich leicht, beobachtete ihren Blick, während sie an meinen Bartstoppeln herum zuppelte. "Soll ich mich mir einen stehen lassen?", fragte ich grinsend. Ich würde ihn vielleicht ein wenig in Form bringen, damit es nicht einfach so wirke, als hätte ich keine Zeit zum Rasieren gehabt. Aber warum nicht wenigstens einen kleinen Dreitagebart lassen. Auf einen Vollbart könnte ich zwar gut verzichten, aber so ein bisschen ging gut. Bei ihren nachdenklichen Worten lächelte ich zufrieden, drückte ihr einen Kuss auf die Stirn. Das sah man mal wieder, man musste gar nicht mal vorschreiben, dass sie die Füße still halt, es reichte, wenn man daran appellierte. Ergeben seufzte ich nur, als sie mir sagte, dass ich auch nichts machen sollte. "Na gut, weil du es bist"; meinte ich grinsend. "Jace wollte sich heute auch Zeit nehmen und hilft beim Zaun die Pfeiler zu wechseln. Es bleibt also nicht mehr so viel Arbeit liegen", meinte ich lächelnd. Bei ihrem Vorschlag zog ich eine Augenbraue hoch und lächelte sie breit an. "Klingt sehr gut", meinte ich mit einem Nicken, war aber ein wenig überrascht, dass sie direkt aufsprang. Ich stützte mich trotz schmerzender Rippen auf die Ellenbogen hoch und beobachtete, wie sie in ihrem Schrank nach dem Bademantel griff. "Okay" meinte ich zögernd, als sie meinte, ich sollte warten. Ich ließ mich zurück ins Kissen sinken und versuchte zu hören, was sie machte. Ich hörte das dumpfe Geräusch des Wassers, das in die Badewanne lief, mehr aber nicht. Ich sah ab und an zur Uhr, fragte mich etwas ungeduldig, wann sie denn wiederkam, bis schließlich die Tür endlich wieder aufging und sie in ihrem Bademantel erschien.
Ein breites, liebevolles und auch etwas angetanes Lächeln erschien auf meinen Lippen, als sie sich mir näherte. Ich ließ mich aus dem Bett ziehen und ließ sie mich nach einem kurzen Zögern ausziehen. Mein Herz klopfte, während ich sie machen ließ und sie einfach beobachtete. Ich hatte kein Problem damit, nackt vor ihr zu stehen. Sie hatte mich jetzt schon oft genug nackt gesehen. meine Hände wanderten an ihre Taille, während sie ihre Hände an meine Brust legte und ihre Finger dann abwärts wandern ließ. Freudige Erwartung packte mich, vor allem bei ihren Worten. In meinem Kopf hatte es einfach eine tiefere Bedeutung, auch wenn ich mir das ganz schnell wieder aus dem Kopf schlagen wollte. "Wie sollte mir es hierbei schlecht gehen", murmelte ich leise, etwas rau und je weiter ihre Finger sich nach unten schoben, desto mehr stieg mein Verlangen, dass sie mich weiter berührte, dass ihre Finger nur ein bisschen weiter wanderten, aber natürlich brach sie das ganze in dem Moment ab. Ich atmete tief durch, versuchte meine Vorstellungen abzuschütteln, als sie meine Hand nahm und ich ihr folgte. Wenigstens bekam sie auch keine Panik, wenn ich eine Erektion hatte. Im Bad beobachtete ich sie, wie sie den Schlüssel umdrehte im Schloss und mit einem verführerischen Lächeln den Bademantel fallen ließ. Heilige Scheiße, wie sollte ich nur mit ihr unter einem Haus leben und immer meine Finger von ihr lassen, wenn sie so heiß war und mich dann auch noch so ansah. Und ich bezweifelte, dass das eben hier weiter gehen würde und wir Sex haben würden. Ich nahm sie kurz in meine Arme, als sie sich an mich schmiegte und lächelte sie bei ihrem Kompliment an. "Du aber auch", sagte ich sanft, beobachtete sie, wie sie in die Wanne stieg. Als sie mich bat zu ihr zu kommen, lächelte ich sie an, kam zu ihr in die Wanne und ließ mich in das warme Wasser gleiten. Zufrieden seufzte ich, genoss die Wärme, die Atmosphäre, die das Licht bot. "Du hättest dir die Mühe nicht machen müssen", sagte ich leise, hauchte ihr einen Kuss in den Nacken, ehe ich mich zurücklehnte.


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#83

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 26.02.2015 14:04
von Alex • Senior Member | 5.812 Beiträge | 1036674 Punkte

Ich lächelte leicht und entspannte mich bei Kieran's Berührungen deutlich. "Gegen 16 Uhr. Aber ich denke nicht, dass du helfen solltest.", murmelte ich leise und lächelte den jungen Mann sehr besorgt an. Die Besorgnis verschwand allerdings schnell wieder aus meinem Gesicht und ich lächelte unschuldig, während Kieran überlegte, ob er einen Bart wollte. Ich dachte kurz nach und zuckte dann leicht mit den schmalen Schultern. "Würde dir sicher stehen.", flüsterte ich leise und nickte dann ein wenig. "Dann steht uns ja nichts mehr im Weg.", stellte ich daraufhin erfreut fest und nickte etwas. "Wir fahren dann heute gemeinsam in den Stadt. Du kannst meinetwegen bei den Kleinigkeiten mithelfen. Aber die schweren Sachen berührst du nicht. Musst du mir versprechen.", flehte ich leise und lächelte wieder etwas besorgter. Als der junge Mann meinem Vorschlag zustimmte, nickte ich etwas und verschwand dann auch schon, bis ich Minuten später wieder auftauchte und ihn aus dem Bett zog. "Schau nicht so. Das macht mich wirklich nervös.", murmelte ich leise während ich Kieran auszog und musste schmunzeln, da es ihm mehr als nur einfach gefiel. Kopfschüttelnd lief ich mit ihm an der Hand ins Bad und begab mich noch kurz in die beiden starken Arme, bevor ich mich in das Wasser gleiten ließ. "Doch. Du tust so viel für mich. Und was mache ich für dich? Nichts.", murmelte ich bedrückt und rutschte näher an Kieran heran, auch wenn ich in dieser Position seine Erregung nur noch deutlicher spüren konnte. "Und noch dazu bist du ständig geil wie sonst was und hast bei mir keine Möglichkeit, deine Lust loszuwerden.", stellte ich plötzlich doch etwas amüsiert fest und gab ein leies Kichern von mir. Kieran hatte sich wirklich das falsche Mädchen ausgesucht. Wieso ging er nicht wirklich einfach zu Jessica? Die war doch eh ganz scharf darauf es mit ihm zu treiben. Selbst wenn die Sache zwischen uns richtig ernst werden würde, meine Angst war nicht so einfach wegzubekommen. Ich hatte mich ihm gegenüber bestimmt schon geöffnet, sonst würde ich nicht mit ihm in der Badewanne sitzen. Doch bereit für mehr? Ich konnte es in diesem Moment nicht einschätzen. Noch dazu hätte ein Wort von Kieran gereicht und ich hätte sowieso alles gemacht, was er von mir verlangte. So war ich trainiert. Er konnte es ausnutzen und es würde mich nicht stören. Ich seufzte leise, drehte mich umständlich in der Badewanne zu ihm um und kroch dann vorsichtig an ihm nach oben, bis ich meinen Kopf auf seiner Brust ablegen konnte. "Wieso magst du mich jetzt auf einmal eigentlich so?", fragte ich den jungen Mann leise und warf einen kurzen Blick zu ihm hoch während ich mit meinen Fingerpitzen kleine Kreise auf seinem nackten Oberkörper durch das Wasser zog. "Ich meine...seit meiner Ankunft vor ein paar Wochen hast du alles getan um mich loszuwerden. Du warst kalt wie ein Stein und hast mich behandelt als wäre ich die schlimmste Person der Welt. Und auf einmal...seit Dani hier war...bist du so anders. Was hat dich dazu bewegt? Mitleid?", äußerte ich meine Idee vorsichtig und biss mir selbst auf die Unterlippe. "Verstehst du, Kiri...Ich hab wirklich eine beschissene Vergangenheit und daher habe ich mich von dir auch nicht fertig machen lassen. Aber es verwirrt mich einfach so, dass du plötzlich so fürsorglich bist. Liebevoll. Hilfsbereit. Warum machst du das? Was ist an mir so besonders?", fuhr ich leise fort und schluckte. "Ich bin ein kleines, russisches Mädchen, dessen Mutter sich den falschen Mann gesucht hat, der seine Stieftochter dann mit der Hilfe seines Sohnes und Kumpels zur persönlichen Hure gemacht hat. Ich weiß gar nicht mehr wie alt ich war, als er sich das erste Mal an mir vergangen hat. Ich kann nur immer wieder sagen, dass ich in sexueller Hinsicht schon alles gemacht habe. Bestimmt nie freiwillig, aber ich habe mich irgendwann einfach nicht mehr gewehrt. Du könntest es genau so machen. Befehle mir etwas und ich werde es ausführen.", erklärte ich. "Ansonsten wird es wahrscheinlich unmöglich sein, dass du jemals mit mir schlafen wirst.", fügte ich schmunzelnd hinzu und kam mit meinen Kreisen wie zuvor beim ausziehen weiter nach unten. Nur dieses Mal hörte ich nicht wenige Zentimeter vor den Stoppeln seines Intimbereichs auf. Nur das Ziehen der sanften Kreise im Wasser stoppte. Stattdessen wanderte nun meine gesamte Hand weiter nach unten und umfasste seinen steifen Schwarz vorsichtig. "Ich will nicht wieder verletzt werden, Kiri. Ich bin von zuhause abgehauen. Kurz nach meinem 16. Geburtstag. Die Party war der Horror. Mein Stiefvater und Danilo...sie haben mich zur Feier des Tages schick ausgeführt. Das haben sie zumindest meiner Mutter gesagt. Am Morgen hat mir Andrej extrem aufreizende Unterwäsche und ein sehr knappes Kleid mit passenden High Heels gegeben. Wir haben dann zu dritt die Stadt verlassen. In eine alte Fabrikhalle irgendwo im Wald.", erzählte ich stockend und übte dabei leichten Druck auf das Ding in meiner Hand aus. "Auf uns haben schon die Kumpels der beiden gewartet. Junge Männer in Dani's Alter. Aber auch ältere wie Andrej. Sie alle haben sich die Jahre davor schon oft mit mir befriedigt. Als Danilo mich in die Halle geschubst hat, bin ich auf den hohen Schuhen gestürzt und habe mir die Knie aufgeschlagen. Andrej hat mich hoch gezogen und mich gezwungen, die Partylocation anzusehen. Nur war die Deko..nun ja..etwas speziell. Ich will nicht auf jedes Detail eingehen, was an diesem Tag und in der Nacht darauf passiert ist. Du würdest es nicht verkraften können, glaub mir.", fuhr ich leise fort und schluckte betroffen, während meine Hand weiter in einem gleichen Rythmus seinen Schwanz massierte. So konnte ich wenigstens meine Wut rauslassen. Auf merkwürdige Art und Weise. "Als ich am Tag nach meinem Geburtstag wach geworden bin, war ich in einem kleinen Raum ohne Fenstern gefesselt. Nackt. Überall Blut. Und ich war übersäht mit dem..Sperma..von ungefährt 20 verschiedener Männer.", beendete ich meine Erzählung stockend und atmete auf. Es war verdammt schwer, darüber zu reden und diese Schwierigkeit baute ich nun einfach schweigend weiter an dem harten Ding in meiner Hand ab.


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#84

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 26.02.2015 22:43
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Ihre Sorge ließ mich schmunzeln, auch wenn es mich gleichzeitig rührte. "Ja, Chefin, ich werde mich mit Kleinteilen zufrieden geben", meinte ich scherzhaft, drückte ihr einen Kuss auf die Stirn. "Versprochen", fügte ich dann ernst hinzu. Ich wollte ja nicht, dass sie mir den ganzen Tag in den Ohren lag, dass ich mich zurückhalten sollte. Es wäre wahrscheinlich auch eher peinlich, wenn ich bei etwas schwerem anpackte und dafür dann rumstöhnte vor Schmerzen und fast umkippte. Meine Wunde an der Schläfe war immer noch deutlich sichtbar, da würde ich garantiert einen Bonus bekommen. Und weil ich meine Tabletten heute Abend auslassen würde, würde mein Kopf sowieso anfangen zu stechen, wenn ich mich überanstrengte. Also ließ ich es einfach bleiben und half damit mir und auch meiner Vivi um sie zu beruhigen. Ich musste ja nicht provozieren, mich zu überfordern und dann nur halbtot in einem Sitz zu hängen, anstatt dass ich ihr zusehen konnte. Ich wusste zwar nicht, ob es mich wirklich interessierte, ich hatte mich noch nie mit Ballett auseinander gesetzt, aber ich wollte es mir wirklich ansehen, wollte sehen, wie Vivi tanzte auf einer Bühne und nicht nur an ihrer Fensterbank übte. Ich wollte ihr zeigen, dass ich mich für sie interessierte. Während sie alles für das Bad vorbereitete, fragte ich mich, was mich da so erwarten würde. Schon vom Bühnenbild, war das Studio reich genug um sich schöne Hintergründe zu zaubern oder würde es aus Billigpappe bestehen, die grob angepinselt wurde. Und was war die Story? Dass Vivi die Hauptrolle hatte, das wusste ich, das hatte sie mir gesagt und ich war wirklich stolz darauf, freute mich für sie und sah ja, wie sie darüber strahlte. Es war schön sie so zu sehen und ich wollte auch sehen, worüber sie so strahlte und wie sie sich machte auf einer Bühne, wo sie doch eigentlich so schüchtern war anfangs.
Als sie wieder da war und mich auszog, hatte ich schon wieder vergessen, dass ich sie fragte, was mich eigentlich bei dem Stück erwartete und lächelte sie entschuldigend an, als sie meinte, ich sollte sie nicht so beobachten. "Tut mir leid. War nicht meine Absicht", meinte ich leise, schob ihr eine lose Strähne hinters Ohr und lächelte sie liebevoll an. Ihr Kopfschütteln auf dem Weg ins Bad verunsicherte mich schon fast. Fühlte sie sich jetzt gestört davon, dass ich eine Latte hatte. Dafür konnte ich doch nichts. Wenn sie mich aus dem Bett holte, mich auszog und ihre Hände über meinen Körper wandern ließ, wo ich mich doch nach nichts anderem mehr sehnte. "Du sollst ja auch nichts für mich machen. Ich bin froh, wenn du etwas mit mir machst", meinte ich beruhigend, wollte ja nicht, dass sie sich schlecht fühlte. "Außerdem tust du was für mich. Du hast das hier gemacht, du hast dich um mich gekümmert und mich nicht alleine gelassen", fügte ich sanft hinzu. Bei ihrer nächsten Feststellung schüttelte ich leicht den Kopf. "Na und? Damit habe ich kein Problem", meinte ich. Natürlich hatte ich irgendwie ein Problem damit und es machte mich fertig, sie nicht berühren zu können, wie ich wollte, sie nicht überall anfassen zu können, nackt, sie nicht spüren zu können, aber das war eben etwas, womit ich leben konnte. Zumindest bisher. Ich hatte immer noch Hände und warten konnte ich noch. Ein wenig fragend beobachtete ich sie, als sie sich zu mir umdrehte, schloss sanft meine Arme um ihre Taille, als sie sich an mich schmiegte und ihre Finger wieder Muster auf meinen Oberkörper malten. Bei der Frage zögerte ich, wusste ich es überhaupt so genau. Und bei ihren Ausführungen seufzte ich leise, zuckte leicht mit den Schultern. "Ich weiß es nicht. Ich glaubte, ich konnte mich einfach nicht mehr selbst belügen und mir einreden, dass ich dich hasse. Irgendwo habe ich dich bewundert dafür, wie standhaft du warst, wie viel du ausgehalten hast und als Danilo dich dann angegriffen hat, war ich einfach zugänglicher, weil es mich geschockt hat und ich dich beschützen und helfen wollte... Ich weiß nicht", meinte ich in einem Versuch der Erklärung, während ich ihr sanft über den Rücken strich. "Ich bin auch nicht der harte Typ, für den ich mich ausgegeben hab. Nicht unbedingt. Und du bist einfach besonders, du hast es mir einfach angetan", fügte ich ein wenig verlegen hinzu. Als sie zu einer Erzählung über ihre Geschichte ansetzte, schwieg ich. Mein Blick wurde mitfühlend, während ich ihr zuhörte. Ich schüttelte den Kopf, als sie meinte, dass ich ihr einfach befehlen könnte, was ich wollte. "Ich werde dir nichts befehlen. Ich habe vielleicht Wünsche, aber die will ich nur erfüllt haben, wenn du es wirklich willst", beteuerte ich und nahm ein wenig unruhig wahr, wie ihre Hand wieder tiefer wanderte. Da redete sie, dass sie keinen Sex mit mir haben würde, und im nächsten Moment umschlossen ihre Finger meinen Schwanz. Ich atmete durch, sah sie an, prüfend, ob sie das wirklich wollte, ob sie sich bewusst war, was sie da tat, während sie doch von ihrer schlechten Vergangenheit erzählte. "Vivi", setzte ich leise an, gepackt vom Mitleid über ihr Schicksal, auf das ich mich sehr bewusst konzentrieren musste, während sie leichten Druck ausübte mit ihrer Hand und mich das eher aufgeilte und damit dazu führte, dass ich bald nicht mehr klar denken könnte. "Weißt du, was du da machst?", fragte ich beunruhigt nach, ließ meine Hand weiter zärtlich über ihren Rücken streichen, wenn auch die Bewegung etwas abgehackter wurde, wie auch meine Atmung, als sie anfing meinen Schwanz zu massieren. Ich versuchte es zu ignorieren, aber, dass das unmöglich war, war ja wohl klar. Ich wollte aber wirklich nicht kommen, während sie mir von ihrer Geschichte erzählte, die mehr als makaber war. "Vivi.. du.. ich..", brachte ich zusammenhangslos über die Lippen, ein wenig rau vor Erregung. Es ekelte mich an, was sie erzählte. Dabei sei zu beachten, dass sie mich nicht anekelte, sondern das Verhalten der Männer, die Umstände. Sie konnte da ja nichts für. Klare Gedanken gingen aber ein wenig verloren. Wahrscheinlich hätte ich sie warnen sollen, wie hoch der Druck bei mir war, dass sie das zu gut machte. Aber bevor ich einen sinnvollen Satz zustande bekam, war es auch schon passiert. Ich keuchte leise auf, als mich die Welle des Orgasmus überkam und unter der Schaumdecke des Wasses nun auch etwas anders zu finden war als sauberes Wasser mit Duschgel. Ein wenig betreten sah ich Vivi an, sie wird das ja durchaus mitbekommen haben. "Tut.. mir leid.. Ich weiß, das war jetzt mehr als unpassend. Es tut mir leid", murmelte ich und sah Vivi unangenehm berührt an. Es war mir peinlich. Es war als wäre ich wieder erst 15 und ohne jede Kontrolle, sobald ich auch nur ein hübsches Mädchen sah. Und dazu kam, dass sie mir hier ihr Herz ausschüttete und ich darauf kam? Na schöner Mist. Zumal sie eigentlich Berührungsängste hatte oder hatte sie gerade einfach ihren Kopf aus gemacht? In beiden Fällen würde es nicht positiv für mich aussehen, dass ich gerade unser Badewasser versaut hatte.


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#85

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 27.02.2015 11:28
von Alex • Senior Member | 5.812 Beiträge | 1036674 Punkte

Während wir in der Badewanne saßen, machte ich mir nebenbei auch nochmal Gedanken über unser vorheriges Gespräch, auf welches ich nun nicht mehr eingehen wollte. Streng genommen war Kieran sogar mein Chef, schließlich gehörte das Gestüt seiner Familie und ich arbeitete für ihn und seine Eltern. Hatte meine Mutter mir nicht immer geraten mich niemals auf eine Sache mit meinem Arbeitsgeber einzulassen? Doch hier war es etwas anderes, da ich wohl kaum für immer hier arbeiten würde. Ich konnte mich also gut auf den jungen Mann einlassen ohne um meine Arbeit zittern zu müssen, falls es schief ging. Ich ahnte es so oder so schon, dass es für Kieran und mich kein uns geben würde, dafür waren wir zu verschieden. Ich mochte ihn sehr, er war ein toller Kerl. Doch ich war nun mal ein Wrack. Nicht umsonst hatte ich mehrfach versucht mein Leben zu beenden. Ahnte Kieran eigentlich etwas von meinen unzähligen Selbstmordversuchen? Bedauerlicherweise hatte man mich immer im letzten Moment gefunden und die Sorgen von Andrej und Danilo waren anschließend immer enorm gewesen. Klar, schließlich hatten die beiden Männer nicht ihr Spielzeug verlieren wollen. Ich seufzte leise und lauschte andächtig seinen Worten. "Die Arbeit hier war zwar neu für mich und auch anstrengend, aber es tat gut. Ich musste zuhause auch sehr viel erledigen und war es irgendwie gewohnt. Auch wenn dazwischen Welten liegen, letztendlich ist man immer belastbar, wenn man dem Druck standhalten kann. Egal um was es geht. Für mich gibt es kein Aufgeben, auch wenn ich es oft versucht habe.", flüsterte ich leise und lächelte leicht. "Du bist also nicht dieser selbstbewusste, eiskalte, ignorante Kerl, den du mir verkaufen wolltest?", wiederholte ich seine Aussage fragend und musste schmunzeln. "Ich glaube ich habe in den letzten Tagen dein richtiges Ich kennengelernt. Und es ist um einiges besser.", beschloss ich grübelnd und senkte kurz den Blick. Mein richtiges Ich kannte niemand, auch nicht er. Bisher hatte ich auch nicht vor irgendetwas daran zu ändern. Meine Schutzmauern benötigte ich unbedingt und ich misstraute den Menschen, vor allem den männlichen, viel zu sehr. "Nichts befehlen? Eigentlich schade, ich kann Befehle sehr gut ausführen. Wenn man jahrelang gepeinigt wird, lernt man damit umzugehen.", murrte ich leise und sah Kieran danach interessiert an. "Wünsche?", wiederholte ich neugierig und lächelte leicht. "Was für Wünsche hast du denn?" Sein erschrockener Gesichtsausdruck zeigte mir, dass Kiri nicht damit gerechnet hatte, dass ich gleich seinen Schwanz in meine Hand nahm. Es gefiel ihm. Ich hatte nichts anderes erwartet. "Shhhh...", murmelte ich und hielt mir den Zeigefinger meiner freien Hand vor die Lippen um meiner Bitte Ausdruck zu verleihen. Seine Frage ließ mich kurz innehalten. "Ehm, ja?", antwortete ich also etwas überrascht und zog die Augenbrauen nach oben. "Nur weil ich noch nie freiwillig irgendetwas mit einem Kerl gemacht habe, abgesehen von dem Austausch der Küsse mit dir...heißt das doch noch lange nicht, dass ich ein unerfahrenes, kleines Mädchen bin.", erklärte ich. "Ich habe früh gelernt, den Wünschen der Männer nachzugehen. Mein Können zu perfektionieren. Sie in den siebten Himmel zu befördern. Ich mache es nicht einfach nur teilnahmslos. Ich bin eine gute Schauspielerin.", fuhr ich fort und machte mit der kleinen Massage unterhalb der Gürtellinie weiter. Ich konnte spüren, dass Kieran mehr als nur geladen war. Wie gesagt, ich kannte mich aus. Seine Bewegungen wurden abgehackter, sein Atem schneller und sein Brustkorb senkte sich deutlich auf und ab. Kurz warf ich einen Blick auf die noch geschwollene und verfärbten Stellen seines Oberkörpers, welche er aufgrund des Reitunfalls hatte. Doch gerade schien Kieran die Schmerzen verggessen zu haben. Die Wörter verließen ohne jeglichen Sinn seinen Mund, doch ich bekam schnell eine Erklärung. Ich konnte es deutlich spüren wie das Sperma sich mit dem warmen Badewasser vermischte. Auch das Keuchen des jungen Reiters deutete ganz daraufhin, dass er gerade gekommen war. Nachdenklich massierte ich seinen Penis noch etwas weiter, schließlich erschlafften Schwänze nicht sofort. Erst nachdem das große Ding langsam kleiner wurde nahm ich meine Hand weg und drückte Kieran einen sanften Kuss auf die Wange. Er sah sehr peinlich gerührt aus und fing sofort mit dem Entschuldigen an. Kopfschüttelnd wies ich alles ab und erstickte seine Worte mit Küssen. Erst nach einigen Minuten ließ ich von Kieran ab und lächelte verschwörrerisch. "Das bleibt aber unser kleines Geheimnis, ja?", bat ich ihn mit einem leichten Grinsen im Gesicht, richtete mich auf und widmete mich dann der Haarwäsche. Das Sperma im Wasser störte mich herzlich wenig. Wieso denn auch? Es war für mich einfach nichts neues und um mich anzuekeln, musste Kieran sich schon etwas anderes einfallen lassen. Nachdem ich meine Haare gewaschen hatte, griff ich nach einem kleineren Handtuch für diese, trocknete sie ab und entfernte das Wasser und den Schaum mit einem großen Badetuch von meinem Körper. Ich stieg dann aus der Badewanne und stützte mich am Waschbecken ab. "Ich konnte doch nicht mitansehen, wie du mich vor Geilheit fast vergewaltigst.", scherzte ich und cremte hastig meinen Körper mit Bodylotion ein. Hin und wieder warf ich einen Blick zu ihm. "Wir fahren in einer Stunde. Anzug nicht vergessen. Ich würde ihn aber eher erstmal nur mitnehmen, wenn du beim Aufbau helfen willst. Umziehen kannst du dich dort. Ich habe ihn nach deinem Unfall in meinen Schrank gehängt.", erklärte ich. "Hol ihn dir einfach ab wenn du fertig bist.", schlug ich vor und verschwand dann auch schon nackt und mit wiegender Hüfte aus dem Bad in mein Zimmer. Dort entschied ich mich für eine einfache schwarze Leggings und einen von Kiri's Pullis, von denen mittlerweile locker fünf in meinem Besitz waren. Leise singend föhnte ich mir dann die Haare trocken. Eine Frisur brauchte ich jetzt noch nicht, also band ich sie mir locker zu einem Dutt hoch. Make-Up würde ich erst vor dem Auftritt auftragen, da ich mit dem übertriebenen nicht raus wollte. Meine Ballettsachen waren alle im Studio. Ich hatte allein 12 Paar Spitzenschuhe. Für das ganze Zeug hatte ich hier wirklich nicht den nötigen Platz und immer alles hin und her schleppen war auch nicht das Wahre. Abwartend sah ich immer wieder zur Tür, da Kiri jeden Moment auftauchen konnte.


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#86

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 28.02.2015 00:01
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Vor noch gut zwei Wochen hätte ich nicht erwartet, mit ihr in einer Badewanne zu sitzen. Ich hatte sie nur herum kommandiert, ihr Druck gemacht, ihr Informationen vorenthalten und sie behandelt wie ein Dienstmädchen, das nichts wert war. Wo es ging, hatte ich sie schikaniert, hatte ihr gesagt, dass ich wollte, dass sie ging und das sehr deutlich. Ich hatte Streit mit meinen Eltern gehabt und war einfach nur noch frustriert gewesen. Ich hatte es einfach nicht leiden können, dass über mich hinweg entschieden wurde, wer mit mir unter einem Dach lebte. Ich hatte niemanden bei mir haben wollen. Mit meinen Eltern konnte ich sein, wie ich wirklich war, aber ich war es nicht gewohnt, jemanden fremdes an mich heran zu lassen. Der Druck machte es nicht einfach, sich nicht zu verstellen. Ständig ein Sponsorenball hier, ein Züchtertreff dort. Ich schüttelte so viele Hände, lächelte so viele Menschen an und kannte nicht einen. Ich heuchelte Offenheit, gab nur das nötigste preis und hier auf dem Hof war es ähnlich, nur dass ich eher gar nicht freundlich war. Je nach Laune und je nach Umgangspartner war ich recht anstrengend. Ich wusste, wem ich trauen konnte und wem nicht. Und neuen Angestellten war ich genau so skeptisch gegenüber, neuen Bereitern erst recht. Ich ließ deshalb kaum einen "Profi" an meine Pferde. Sollten sie mir lieber vernünftigen Unterricht geben, wenn sie meinten, meine Tiere liefen nicht gut genug. Immer dieser Druck, gut genug zu sein, präsent zu sein. Dass ich nicht immer der selbstbewusste Sunnyboy war, den ich der Öffentlichkeit präsentierte, hatte niemand sehen sollen. Und was nun? Nun saß ich hier mit ihr in der Badewanne, dachte nicht mehr daran, wie es wäre sie einfach nur zu ficken, sondern wollte für sie da sein und ja, natürlich wollte ich auch Sex - ich war ein Mann, dafür konnte ich nichts. Aber ich wollte gefühlvollen Sex, wollte ihr zeigen, wie schön körperliche Nähe sein konnte und mich nicht nur schlicht an ihr befriedigen. Wie es dazu kam, dass ich jetzt so viel für sie empfand. Ein kleiner - oder doch eher großer - Anstoß hatte genügt. Sie hatte mir ihre Schwäche gezeigt an dem Abend, ich hatte Verzweiflung in ihren Augen gesehen. Für mich stand da fest, dass ich ihr helfen wollte. Ich hätte sie nicht einfach liegen lassen können. Und dabei kam das alles hoch, was ich verbarg. Immer war ich angespannt, gab mich für jemanden aus, der ich nicht war und das war nicht mehr wichtig gewesen, als sie Hilfe brauchte, als ich mir dachte, dass es nicht für Spott sorgen würde, wenn ich meine weiche Seite zeigte. Wenn ich das in der Öffentlichkeit tat, wurde ich sofort gefragt, ob ich schwul wäre. Ein Reiter, der so zuvorkommend war, das gab es nicht in hetero. Wahlweise sahen sie mich nur als Muttersöhnchen, als Rolle des Sohns erfolgreicher Eltern, immer musste ich mich behaupten. Und bei ihr war ich endlich frei, entspannt.
Als sie meinte, dass es nicht so schlimm gewesen war, so hart zu arbeiten, weil sie nicht aufgeben wollte, obwohl sie das schon versucht hatte, drückte ich ihr einen liebevollen Kuss auf die Stirn. Ich kannte ihre Narben inzwischen, hatte welche gesehen, bei denen ich mir denken konnte, dass sie sich die selbst zugefügt hatte, Ich hoffte nur, dass sie das in Zukunft nicht mehr machte und nicht mehr machen musste, um den Schmerz von der Seele zu bekommen. Ich verstand vielleicht nicht wirklich, wie man sich selbst verletzen konnte, aber dafür war ich vielleicht auch einfach nicht belastet genug. Wie es Vivi wirklich ging, wusste ich auch nicht. Ich fragte sie nicht immer wieder, wie schlimm ihre seelischen Wunden waren. Ich war einfach froh über jedes Lächeln. "Nicht unbedingt. Es ist eine einfache Fassade", meinte ich, lächelte sie dann verlegen dankbar an, als sie meinte, dass mein wirkliches Ich besser war. Ich wusste nicht wirklich, was ich darauf antworten sollte, wo ich doch eigentlich die Fassade aufgebaut hatte um mit meinem Charakter nicht so kritisiert zu werden. Ihr Murren darüber, dass ich ihr nichts befehlen wollte, schockierte mich ein wenig. Es war ja etwas anderes, wenn ich mir etwas wünschte oder sie bat, aber ich würde ihr doch nicht befehlen, die Beine breit zu machen, nur weil sie so trainiert war. Als sie mich nach meinen Wünschen fragte und nahezu zeitgleich meinen Schwanz umfasste, sagte ich nach einem Moment ein wenig rau:"Das zum Beispiel." Ich war immer noch ein wenig überrumpelt, während ich ja fast Einspruch erheben wollte. Wir redeten über ihr Training und sie wollte mir einen runter holen? Wollte sie das wirklich? Genau das besorgte mich. Ich sah sie an, während sie sich den Zeigefinger an die Lippen hob und bei ihren Worten schüttelte ich leicht den Kopf. "Ich meinte nicht, dass du das nicht kannst. Ich frage mich eher, warum du das machst. Ich will nicht, das du das tust, weil du drauf trainiert wurdest und dich schuldig fühlst", murmelte ich mit dem letzten Faden Verstand, den ich noch zusammenkratzen konnte um einen Einwand zu geben.
Aufhalten ließ sie sich nicht. Also genoss ich es doch einfach ein wenig, auch wenn ich nach wie vor nicht sicher war, wie sehr Vivi das wollte. Es würde aber nichts bringen, sie noch einmal zu unterbrechen, vor allem weil es mich gang schön leiden lassen würde. Trotzdem kam es mir falsch vor und als ich meinen Höhepunkt gehabt hatte, machte ich das eben ein wenig deutlich, hatte einfach das Gefühl, sie gerade ausgenutzt zu haben, weil sie mich befriedigte und selbst kaum etwas davon hatte. Meine Entschuldigungen erstickte sie aber in Küssen und ich ließ mich dazu hinreißen, sie einfach zu erwidern. Sie beruhigten mich, zeigten mir trotzdem ihre Zuneigung, es sei denn sie hätte sich einfach abgeschaltet, aber das wagte ich zu bezweifeln. Bei ihrer Bitte sah ich sie mit erhobener Augenbraue an. "Okay", sagte ich mit einem Lächeln und beobachtete sie, wie sie ihr Haare wusch und spülte und dann aufstand und sich abtrocknete. Ich ließ mich etwas tiefer ins Wasser sinken, während sie sich eincremte, genoss das warme Wasser trotz Spermas. Aber wie wenig davon kam auf die ganze Wanne? Bei ihrem Scherz verzog ich leicht die Miene. "Das hätte ich nie getan", stellte ich ernst fest, nickte dann bei ihrem Vorschlag. "Ist gut", meinte ich mit einem Lächeln, beobachtete dann wie sie, ihren knackigen Hintern schwingend, das Bad verließ. Dennoch waren ihre Rippen etwas zu deutlich zu sehen, aber das besserte sich vielleicht in den nächsten Tagen. Seufzend raffte ich mich nach ein paar Minuten auf um mir auch die Haare zu waschen und das Wasser abzulassen. Ich trocknete mich ab und löschte dann die Kerzen, zog das Rollo wieder hoch. Nachdem ich meine Stoppeln ein wenig in eine gepflegte Form gebracht hatte und recht zufrieden mit dem Ergebnis war, wandelte ich in mein Zimmer. Ich zog eine Slipboxer an, damit der Anzug später keine blöden Falten warf, darüber aber erst einmal eine schlichte Jeans und dazu ein Shirt. Ein ordentliches Hemd nahm ich schon einmal heraus für später. Meinen liebsten Pulli vermisste ich mal wieder, konnte mir aber denken, wo er gelandet war und zog einfach einen anderen über. Mit dem Hemd in der Hand und wild gelassenen Haaren klopfte ich dann bei Vivi an, kam aber in alter Manier ins Zimmer ohne, dass ich auf eine Antwort wartete. "Ach, da ist der Pulli abgeblieben", schmunzelte ich, als ich sah, welchen sie trug und trat kurz zu ihr um sie zu küssen. Die paar Augenblicke hatten wir auch noch Zeit. Erst danach wandte ich mich ihrem Schrank zu. "Ich darf doch, oder?", fragte ich, während ich darauf zu trat um den Anzug zu suchen, wobei er zwischen ihren Kleidungsstücken auffiel. Wenigstens war er schön ordentlich aufgehängt. Das Hemd legte ich zur Hose über die Stange des Bügels, den ich so auch mitnehmen würde, damit der Anzug nicht zerknitterte während der Vorbereitungen.
Zusammen gingen wir schließlich zum Wagen, den ich inzwischen mit ihr teilte und heute ließ ich sie fahren. Mit meinem Kopf wollte ich keinen Unfall provozieren. Außerdem kannte sie den Weg besser. "Was für eine Vorstellung ist das eigentlich genau? Also worum geht es so?", fragte ich auf der Fahrt dann schließlich neugierig nach. Bisher hatte ich nicht gefragt gehabt, aber vielleicht half es, schon mal wenigstens ein bisschen zu wissen. Ich wollte ja nicht dastehen wie der letzte Trottel, weil ich nicht mal von der Thematik wusste. Ich wollte mich also sozusagen auf den letzten Drücker noch informieren, damit ich wenigstens etwas mitreden könnte. Nach der Fahrt quälte ich mich langsam wieder aus dem Auto. Dadurch, dass ich heute noch keine Schmerzmittel genommen hatte, tat jede krümmende Bewegung weh in den Rippen. Ich strich den Anzug auf dem Bügel glatt, ehe wir zum Studio gingen. Ich war wirklich etwas gespannt auf ihre Tanztruppe, immerhin hatte Vivi bisher eigentlich nur gutes erzählt und ich war wirklich froh, dass sie etwas Fuß fasste. Ganz der Gentleman hielt ich ihr die Tür auf, den Anzug in der anderen Hand und sah eigentlich für beides, für einen Gentleman und für einen Anzug ein wenig zu verwegen aus mit meinem stoppeligen Bartansätzen und den wilden Haaren.


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#87

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 01.03.2015 20:17
von Alex • Senior Member | 5.812 Beiträge | 1036674 Punkte

Nachdem wir endlich beim Tanzstudio angekommen waren und ich gemeinsam mit Kieran durch die endlos langen Gänge schlenderte, stellte ich ihm dann recht schnell meine Gruppe vor, welche sich bereits in einem der Tanzsäle zusammengefunden hatte. Doch noch bevor ich überhaupt seinen Nachnamen nennen konnte, erledigten einige Mädchen, welche neben dem Ballett auch in einem Reitverein waren, den Rest. Entgeister hielt ich mir die Ohren zu als zwei der jüngeren Tänzerinnen anfingen wie verrückt zu kreischen. Etwas überrascht sah ich zu meinem Begleiter und zog beide Augenbrauen nach oben, während die zwei 14-Jährigen auf ihn zustürmten und ihn anflehten ein gemeinsames Bild zu machen, ließ ich meine Handtasche fallen und schüttelte nur amüsiert den Kopf. "Einen guten Nachmittag ihr Lieben.", ertönte die Stimme unserer Lehrerin Annabelle und die junge Frau musterte Kieran interessiert. "Ich sehe du hast Hilfe mitgebracht, Vivi.", stellte sie fröhlich fest. Kurz nach ihr betrat mein Tanzpartner Diego den Raum und begrüßte mich sofort mit einer herzlichen Umarmung. "Also da es ja nun schon allen aufgefallen ist...Meine Begleitung heißt Kieran und er wird heute erst helfen und später auch zuschauen.", stellte ich Kiri lächelnd vor und sah zu wie Diego auf ihn zusteuerte und ihm die Hand reichte. "Freut mich dich kennenzulernen. Vivi hat viel von dir erzählt.", stellte der Spanier grinsend fest und ließ seine Augen über den jungen Mann wandern. Diego war stockschwul, auch wenn man es ihm wirklich nicht ansah. Nachdenklich lauschte ich dann wieder Annabelle, welche gerade ihr Klemmbrett aus der Tasche zog und die Einteilung der Aufgaben überflog. Nacheinander zählte Anna dann einen Namen nach dem anderen auf und die Tänzer verschwanden aus dem Saal. Die letzte Gruppe beinhaltete Diego und mich, außerdem sollte nun auch Kieran mithelfen. "Also Vivi...du hast die Leitung für die letzte Gruppe, welche sich um den Backstagebereich kümmert. Die Kostüme sind noch oben auf dem Dachboden.", erklärte die ehemalige Ballerina lächelnd und schlenderte dann summend hinter einer anderen Gruppe her. Ich nickte etwas und warf kurz den Anderen aufmunternde Blicke zu. "Dann sollten wir uns auch mal an die Arbeit machen.", stellte ich fest und lief voller Tatendrang die Treppen nach unten ins Theater, welches an die Schule anschloss. Im Bereich hinter der Bühne musste noch alles aufgebaut werden was man so brauchte. Die Schminktische und die Kleiderstangen mit den Kostümen. "Kieran...Du bleibst am besten hier mit den drei Mädels. Ich gehe mit Diego hoch zu den Kostümen.", beschloss ich und verzichtete aufmerksam auf seinen Spitznamen, da er ihm eventuell peinlich sein könnte. Auch wollte ich ihn lieber hier unten haben, da mit seinen Rippen das Steigen der ganzen Treppen und das Tragen der Sachen nicht gut waren. "Also macht ihr hier bitte alle sauber. Überprüft die Technik. Diego und ich kommen sofort wieder mit den ersten Sachen.", wies ich meine Gruppe lächelnd an und verschwand hinter meinem Tanzpartner her laufend. Nach einer halben Stunde kamen wir beladen mit den ersten Kostümen zurück. Neugierig sah ich mich um und nickte anerkennend. Ich hänge die Kostüme auf die Kleiderstangen und blieb dann neben Kieran stehen. "Wie geht es dir?", fragte ich leise und lächelte besorgt. Doch viel Zeit blieb uns beiden nicht, weswegen ich ihm nur kurz über den Oberarm strich und mich darauf konzentrierte, die Schminktische mit dem Make-Up zu bestücken. Es dauerte einige Stunden bis alle Aufgaben endlich erledigt waren und es war wohl auch für Kieran sehr anstrengend, da er noch immer Schmerzen hatte. Wahrscheinlich hatte er auch kein Schmerzmittel genommen, damit er während der Aufführung nicht einschlief. Ich hatte den jungen Mann irgendwann mit nach draußen gezogen und die Arme um seinen Hals gelegt. "Alles okay?", flüsterte ich vorsichtig und lächelte ihn liebevoll an.


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#88

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 02.03.2015 13:44
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Ich war ein wenig erstaunt darüber, wie groß dieses Studio war, aber ich war in diesem auch noch nie gewesen. Ich bestaunte die schon edel wirkenden Gänge mit den hohen Decken und verzierten Wänden, lugte in die leeren Säle, bis wir schließlich einen betraten, wo bereits ein paar Leute warteten. Ich fühlte mich ein wenig zurück versetzt in die Zeiten, in denen ich die Standardtänze wie Walzer gelernt hatte, damit ich bei offiziellen Anlässen eine gute Figur machte und mich nicht blamierte. Als wir zu den anderen kamen, hob ich grüßend die Hand und lächelte in die Runde, während Vivi mir die Gruppe vorstellte und zumindest versuchte mich vorzustellen, als aufeinmal mein Name gekreischt wurde und zwei Mädels doch wirklich auf der Stelle hüpften vor Enthusiasmus und dann auf mich zu stürmten. Perplex sah ich von Vivi zu den Mädchen, während meine Ohren noch ein wenig schmerzten wegen dem Geschrei. Ich kannte von unserem Hof, dass ich von den jungen Mädels bewundert wurde und sie anfingen zu stottern und rot zu werden, wenn ich mit ihnen sprach, aber dass es jetzt auch andere Kreise zog, überraschte mich, auch wenn man nur die richtige Seite einer Zeitung aufschlagen musste und man fand etwas über unsere Zucht und meine Turniererfolge. Da die Mädchen ja auch noch in diesem Tenniealter waren, sei ihnen diese Euphorie auch verziehen und ich stimmte ihrem Wunsch Rob Foto zu machen zu. Aufgeregt drückten sie einer anderen Tänzerin ein Handy in die Hand und drängten sich an mich. Immer noch ein wenig überfordert legte ich ihnen die Arme um die Schultern und lächelte charmant amüsiert in die Kamera, löste mich dann wieder von ihnen, als das Handy zurück gegeben wurde und sie erfreut kicherten. Ich sah Vivi etwas hilflos an, als ich mich wieder zu ihr gesellte und begrüßte dann auch schon die Tanzlehrerin. Als der junge Mann, der ihr folgte, zu Vivi ging und sie innig umarmte, sah ich ihn misstrauisch an, während Eifersucht in mir aufkeimte. Schließlich wurde ich ganz vorgestellt und schon trat Diego zu mir und reichte mir die Hand. Ich erwiderte mit einem kräftigen Händedruck. "Hat sie das? Von dir auch", sagte ich ein wenig nüchtern und erwiderte sein Mustern wie bei einem Konkurrenten. Immerhin schien er das für mich zu sein, da er sie einfach so frei und stürmisch umarmen durfte, gut trainiert war und sehr männlich wirkte für einen Tänzer. Ich dachte nicht eine Sekunde daran, dass er schwul sein könnte.
Als die Gruppen schließlich eingeteilt waren, folgte ich Vivi und verzog leicht die Miene, als sie meinte, ich solle hier bleiben und helfen zu putzen oder die Technik zu prüfen, während sie mit Diego auf den Dachboden wollte. Ja klar. Meine Eifersucht wuchs, während ich ihnen nachsah und mich auch während der Arbeit öfter mal nach und ihnen umsah. Aber erst nach einer halben Stunde tauchten sie mal wieder auf. Immerhin kam sie kurz zu mir um sich zu erkundigen, wie es mir ging. "Passt schon ", meinte ich und rang mir ein Lächeln ab. Eigentlich ging es mir nicht so gut, aber ich wollte ihr keine Sorgen bereiten und meine Eifersucht wollte ich ihr auch nicht erklären. Dann mussten wir leider auch schon weiter machen. Zwischendurch machte ich ab und an mal Pause, wenn meine Rippen oder mein Kopf doch mal Probleme machten und wimmelte von Zeit zu Zeit die Mädels ab, die mich baten, mal beim Training zuzusehen, aber wegen der Verletzung konnte oder durfte ich ja sowieso nicht. Es war eine willkommene Abwechslung, als Vivi mit mir raus ging. Ich atmete die frische Luft und lächelte sie an, als sie ihre Arme um meinen Nacken legte. Ich schlang meine Arme um ihre Taille und nickte leicht bei ihrer Frage. "Langsam bin ich etwas KO, aber wir sind soweit ja durch",murmelte ich, grinste dann leicht. "Ich habe Groupies",amüsierte ich mich, ehe ich mich leicht vorbeugte und sie sanft küsste. Meine Eifersucht nagte wegen Diego immer noch, aber es fühlte sich an wie vorher und ich vertraute ihr. Schließlich mußten wir doch noch zurück um die letzten Vorbereitungen zu treffen, sie musste sich noch umziehen und schminken, ich musste mich auch noch in Schale werfen. Also gingen wir zurück und ich suchte mir eine stille Stelle, auch wenn ich keine Scheu hatte, mich hier offen umzuziehen. Zunächst ließ ich die Oberteile verschwinden, streifte das Hemd über und ließ es zunächst offen, während ich meine Hosen wechselte. Erst dann knöpfte ich mein Hemd zu und zog das Jackett über, ließ es aber offen. Die richtigen Schuhe hatte ich vorher schon angehabt, befreite sie nur schnell von dem Staub und perfekt war es.


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#89

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 02.03.2015 20:32
von Alex • Senior Member | 5.812 Beiträge | 1036674 Punkte

Nachdem sämtliche Aufgaben püntlich erledigt worden waren, verzogen sich die Tänzer langsam in die Umkleideräume. Ich blieb allerdings noch hinter der Bühne stehen und überprüfte alles genau. Ich wollte kein Risko eingehen und bei meinen Sinn für Perfektionismus musste es einfach sein. Nachdenklich lächelte ich vor mich hin und setzte vorsichtig einen Fuß vor den anderen während meine Augen die Umgebung musterten. Der Saal war bisher noch nicht geöffnet, doch die erwarteten Zuschauer konnte man schon in der Lobby hören. Ich schüttelte amüsiert den Kopf, da ich es nicht wirklich verstehen konnte, wieso Menschen Geld für Karten bezahlten, wenn wir doch nur ein kleines Tanzstudio waren. Bei den großen Theatern konnte ich es verstehen. Die russische Version von Schwanensee in Moskau beispielsweise. Ich war so konzentriert auf meine Gedanken, welche sich nun kurz vor der Vorstellung überschlugen, dass ich den armen Kieran vollkommen übersah und in ihn hineinrannte. Erschrocken sah ich auf und starrte zu ihm hoch. "Oh Gott. Tut mir leid.", murmelte ich benommen und lächelte verunsichert. "Habe ich dir wehgetan?", erkundigte ich mich betroffen und senkte den Blick. Ich wollte Kiri gewiss nicht weh tun, doch mit meiner Abwesenheit geschah so etwas leider immer wieder mal. "Wenn die Schmerzen zu stark werden, sag mir bitte Bescheid. Wir haben hier haufenweise Tabletten für die Wehwehchen der Tänzer. Ich kann dir eine geben, die dich nicht sofort ins Reich der Träume versetzt.", versicherte ich ihm liebevoll und legte die Arme um seinen Hals. "Du solltest langsam hier verschwinden. Eigentlich.", stellte ich trocken fest und lachte leise. Die Kostüme waren bereits alle verschwunden, nur meine hingen noch schön an einer der Kleiderstangen. "Wobei du auch noch kurz warten und mir beim Anziehen helfen kannst. Die Ballettkostüme sind echt etwas umständlich. Bei den Anproben hatte ich solche Schwierigkeiten, dass Diego mich teilweise in meine Sachen hineinpressten musste.", erzählte ich lachend und merkte noch immer nichts von Kieran's Eifersucht gegenüber meinem Tanzpartner. Wieso sollte ich mir auch darüber Gedanken machen? Ich wusste, dass der temperamentvolle Spanier schwul war. Sehr schwul sogar. So schwul, dass ich mittlerweile sogar davon ausging, dass er ziemlich angetan von Kieran war. Ich seufzte leise und schlüpfte zuerst aus meinen Schuhen, damit ich mich auch von den restlichen Kleidungsstücken trennen konnte. Letztendlich stand ich also vollkommen nackt im Bereich hinter der Bühne, da außer Kieran und mir momentan eh keiner dort war. Ich hatte auch keine Angst vor dem plötzlichen Auftauchen anderer Leute, da alle mit sich selbst beschäftigt waren. Schmunzelnd beobachtete ich Kieran und lächelte unschuldig. "Schau nicht so, ja?", bat ich ihn vorsichtig und lief zu der Kleiderstange. Immerhin die nahtlose, hautfarbene Unterwäsche konnte ich die ganze Zeit über anlassen. Nur die Kostüme musste ich beinahe nach jeder Tanzszene wechseln. Ich lächelte stumm vor mich hin und zog mir die Unterwäsche hastig an. "Sexy, oder?", fragte ich lachend und griff nach einem der Kleiderbügel mit dem ersten Outfit. "Du weißt noch nicht mal was wir spielen, nicht?", fiel mir auf einmal schuldbewusst ein und ich seufzte. "Du kennst doch sicher 'Die Schöne und das Biest'?", erkundigte ich mich vorsichtig und legte den Kopf schief während ich in das Kostüm stieg und es langsam nach oben zog. "Nun ja...Dieses Märchen gibt es auch als Ballett. Ich bin die Schöne und Diego ist das Biest.", erzählte ich schmunzelnd und legte den Kopf in den Nacken. "Naja und am Ende breche ich den Fluch und er verwandelt sich zurück in den wunderschönen Prinzen. Romantisch.", beendete ich meine kurz gehalte Information und drehte Kiri dem Rücken zu. "Kannst du den Reißverschluss bitte schließen?", bat ich ihn mit gedämpfter Stimme und beugte mich noch schnell nach unten zu den Spitzenschuhen, damit ich diese noch etwas einarbeiten konnte. Ansonsten war es beinahe unmöglich, mit nagelneuen Schuhen zu tanzen. Allerdings hatte ich für eine Tänzerin sehr schöne Füße, worauf viele meiner Freundinnen neidisch waren. In diesem Moment hörte ich das Knirschen der Holzdielen und drehte den Kopf nach rechts. "Diego.", murmelte ich erfreut und strahlte den jungen Mann an, welcher bereits in seinem ersten Outfit steckte und den Kopf des Biestes unter dem Arm klemmen hatte. "Du siehst schick aus.", stellte ich trocken fest und wartete danach doch wieder auf Kieran, damit dieser endlich den Reißverschluss schloss.


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#90

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 07.03.2015 02:25
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Als alles erledigt war, war es leider immer noch unmöglich noch etwas Zeit mit Vivi zu verbringen und zu entspannen. Gut, ich musste mich auch noch umziehen, aber Vivi war, sobald wir wieder das Studio betreten hatten und zum Backstagebereich der Bühne gegangen waren, schon wieder unterwegs gewesen, stellte alles in Frage und kontrollierte alles. Als wäre ich schlampig gewesen. Ich war eine super Bauaufsicht, wenn ich nichts machen durfte, da ich dann einfach nur mein -Besser-Wissen gerne einbrachte. Und wenn ich mal Pause gemacht hatte, hatte ich doch gerne gesagt, wie man etwas besser machen könnte, wenn auch sehr charmant. Ich wollte den Eindruck nicht versauen, die Leute hier waren ja eigentlich ganz nett und sie waren wichtig für Vivi. Und sie konnten nun wirklich nichts dafür, dass ich vom Pferd geflogen war und mich verletzt hatte, also sollte ich meinen Frust auch nicht an ihnen abarbeiten und tun, als wäre ich der stellvertretende Chef. Das machte ich auf dem Hof schon oft genug. Hier hatte ich nichts zu sagen. Ich war die Deko, eine Begleitung und ein Arm für Vivi, ein Mutmacher. Mehr Funktionen hatte ich gerade kaum, weshalb ich mich damit begnügte, mich in Schale zu werfen und die Alltagskleidung über den Bügel zu hängen, damit ich die Sachen immer schön beisammen hatte. Ich wollte sie irgendwo sichtbar platzieren, wo sie aber auch nicht störten und als ich meine Stelle gefunden hatte und mich umwandte, fand ich Vivi ein wenig unkontrolliert an meiner Brust wieder. Ich stolperte einen überraschten Schritt zurück, griff gleichzeitig nach ihren schmalen Schultern um sie etwas abzufangen, damit sie nicht auch noch über ihre Füße fiel und entspannte mich nach dem kurzen Schrecken wieder, schmunzelte über ihre Zerstreutheit. "Ist alles okay",beschwichtigte ich sie grinsend, strich ihr eine wirre Strähne aus den Augen. Als sie mir Tabletten anbot, schüttelte ich leicht den Kopf. Ich wollte einfach keine Schmerzmittel mehr nehmen und mich zupumpen. Ich vertraute auch meinem Kopf nicht so weit, dass er trotz sanfterer Mittel nicht abschaltete. "Es geht schon. Ich trink einfach etwas mehr und dann entspannt sich das wieder", meinte ich, während ich meine Arme um ihre Taille legte und die kurze Zweisamkeit genoss. Bei ihren Worten seufzte ich dann leise. "Schon so spät? Naja, ich seh dich dann ja direkt wieder, ich hätte nur gerne einen guten Platz", meinte ich mit einem liebevollen Lächeln. Bei ihren nächsten Worten nickte ich leicht, auch wenn dann auch wieder ein Stich Eifersucht aufkeimte. Sollte sie Kostüme wechseln, dann würde ich nicht mal eben hinter die Bühne hechten können und dann würde wieder Diego an ihr herumfassen. Das machte er sowieso schon zu viel. "Ich hoffe nur, dass ich nichts kaputt mache", äußerte ich meine Sorge in einem Lachen, auch wenn es ein wenig halbherzig wegen meiner Eifersucht war. Natürlich beobachtete ich sie, als sie sich auszog, spähte nur zwischendurch danach, ob irgendjemand im Begriff wäre, hier aufzutauchen. Ich wollte sie nicht teilen und das fing schon bei ihrem Aussehen an, weshalb ich Diego nicht mochte. Wenn er ihr in Kostüme geholfen hatte, dann hatte er sie auch nackt gesehen oder zumindest fast. "Tut mir leid"; murmelte ich leise, als sie meinte, ich sollte sie nicht so ansehen und wandte meinen Blick ab. Bei ihrer Frage grinste ich leicht und betrachtete die Unterwäsche, die nach nichts aussah und trotzdem nicht schön war. "Über Geschmäcker kann man streiten, aber du bist sexy, durchaus", scherzte ich spielerisch wie ein Schleimer. Bei ihrer Frage schüttelte ich den Kopf. Sie hatte mir bisher nicht gesagt, was sie spielten, aber ich hatte ja auch nicht alle zwei Minuten nachgefragt. Ich betrachtete sie, wie sie in das Kostüm stieg, während sie mir sagte, was sie spielen würden. Jaja, romantisch würde es werten. Hatte ich irgendetwas anderes gedacht? Vielleicht nicht, Liebe kam doch immer gut an. Ich hatte mir nur leider vorgestellt, dass ihr Tanzpartner eher eine Tunte war und nicht wirkte wie ein besserer Freund, der sie zum Strahlen brachte. Mich lächelte sie zwar auch an, suchte von selbst ein wenig Nähe, aber ich war trotzdem bedrückt und wütend wegen Diego. Als sie mir den Rücken zuwendete, brauchte ich einen kurzen Moment, ehe ich mich aus meinen Gedanken löste, musterte fragend ihren Rücken, als sie sich vorbeugte. Ich wartete also, bis sie sich wieder aufrichtete, ehe ich den Reißverschluss zuziehen wollte, aber mit einer Hand an ihrem Rücken verharrte, als Diego auftauchte. Ich schenkte ihm ein nüchternes Lächeln und musterte ihn kurz. Schön, dass sie ihm Komplimente machte. Auch wenn sie etwas trocken klang. Ich seufzte leise, ehe ich den Reißverschluss am oberen Ende zusammenhielt um dann den Reißverschluss mit einem Ruck hochzog, als könnte ich meinen Frust daran auslassen. Dennoch war ich vorsichtig genug um nichts kaputt zu machen oder Haut und Haare von ihr da rauszuhalten. Ich wollte ihr ja nicht "Ich lass dich dann mal mit deinem Biest alleine", meinte ich ein wenig trocken, lehnte mich noch kurz leicht vor und küsste ihren Hals, meine Arme kurz um ihre Taille geschlungen. Dabei schenkte ich Diego einen deutlichen, besitzergreifenden Blick, ehe ich mich von Vivi löste. "Viel Spaß", hauchte ich ihr noch zu, ehe ich von ihr wegtrat und widerstrebend den Backstagebereich zum Flur verließ, nur um Vorneherum in den mit Stühlen besetzten Saal zu kommen. Ein paar Leute waren doch wirklich schon da, ließen sich auf ihren Sitzen nieder. Nachdem ich mir etwas zu trinken abgegriffen hatte und ebenfalls den Zuschauerraum betrat, wanderte ich bis noch vorne. Ich wollte möglichst viel sehen, wollte, dass sie mein Lächeln sehen konnte, wenn sie es brauchte, um sich besser oder einfach nur bestätigt zu fühlen. Und ich war wirklich froh, dass ich keine Mittel genommen hatte. Der Schmerz würde mich wach halten. Zumindest pochten meine Rippen ein wenig und mein Kopf stach. Die kleine Wasserflasche hielt ich mir vorsichtig etwas gegen die verletzte Schläfe, bis es ein wenig nachließ und der Saal sich füllte. Gespannt wartete ich schließlich irgendwann, bis der Vorhang sich lichten würde, als erste, einleitende Musik erklang.


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#91

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 22.03.2015 19:24
von Alex • Senior Member | 5.812 Beiträge | 1036674 Punkte

Nachdem Kieran mehr gezwungen als freiwillig den Bereich hinter der Bühne verlassen hatte und ich beobachten konnte wie er sich auf seinen Platz zubewegte, widmete ich mich wieder dem grinsenden Diego, welcher keine Spur von Nervosität zeigte. Stirnrunzelnd legte ich den Kopf in den Nacken und sah zu dem großgewachsenen jungen Spanier hoch. "Lass' ja die Finger von Kieran.", warnte ich ihn besorgt und lächelte unsicher. Mir waren die Blicke, welche der Schwule meinem Kiri zugeworfen hatte, nicht entgangen. Was bildete Diego sich eigentlich ein? Er war es doch, der sich regelmäßig die Neuigkeiten über die Kiri-Vivi-Sache anhören musste. Ein wenig deprimiert ließ ich mich von dem Dunkelhaarigen in die Arme nehmen und mir beruhigend über den Rücken streicheln. "Mal schauen.", flüsterte Diego mir ins Ohr und ich rammte ihm daraufhin spielerisch die Faust in die rechte Seite. Ihn interessierte es allerdings null und er reagierte ausgenommen mit einem frechen Lachen gar nicht darauf. Grummelnd ließ ich von ihm ab und bemerkte, dass sich der Backstagebereich inzwischen gefüllt hatte. Die Leiterin des Studios stand neben unserer Tanzlehrerin und auch die anderen Tänzer hantierten schon fleißig herum. Vor allem die kleineren Tänzerinnen und Tänzern waren sehr nervös und leichenblass. Lächelnd bewegte ich mich auf sie zu und sprach ihnen Mut zu. Für mich war es überhaupt kein Problem, schließlich hatte ich bereits einige Auftritte hinter mir. Bis das Orchester mit der leisen Musik begann, unterhielt ich mich noch gut gelaunt mit meinem Tanzpartner, ehe Diego mich auch schon eilig an den Bühnenrand zog. Im ersten Akt hatte ich zumindest zu Beginn nichts zu suchen. Das Stück fing in der Schlosskulisse an. Unsere Lehrerin tanzte die Rolle der hässlichen, alten Frau. Diese suchte während einer kalten Winternacht Schutz im Schloss des Prinzen und wollte ihm als Gegenleistung eine Rose geben. Doch der Prinz wies die Frau arrogant und herzlos ab. Daraufhin verwandelte sich die Frau in eine wunderschöne Zauberin und der Prinz bat um Vergebung. Allerdings war es zu spät und die Frau belegte den Prinzen und das Schloss mit einem Fluch. Der Prinz verwandelte sich in ein schreckliches Biest und sein Gefolge in Hausrat wie Teetassen, Besen, Gabeln und Möbeln. Die einzige Möglichkeit, den Fluch zu brechen, war die verzauberte Rose. Bis zum Fall des letzten Blütelblattes sollte das Biest sich verlieben und Liebe empfangen. Wenn die Rose alle Blüten verlor, würde der Fluch für immer bleiben. Als einziges Fenster zur Außenwelt diente dem Prinzen ein magischer Spiegel, der ihm alles zeigte, was er sehen wollte. Mit den Jahren fiel das Biest in Depression und fragte sich, wer ein solch Monster wie ihn nur lieben könnte. In der nächsten Szene war dann endlich ich an der Reihe. Ich verkörpere die Rolle der schönen Belle, welche in einem kleinen französischen Dorf wohnte, gemeinsam mit ihrem Vater Maurice. Die anderen Dorfbewohner beäugten meine Vorliebe für Bücher, doch ich ließ mich davon nicht beeindrucken. Gaston, ein Jäger und Besitzer einer Taverne bemerkte meine Schönheit und drängte mich, ihn zu heiraten. Dies ließ mich jedoch kalt. Und so ging es eben weiter, bis Belle's Vater im Schloss des Biests gefangen gehalten wurde und Belle sich gegen ihn eintauchen ließ. Wahrscheinlich war jedem im Publikum die Geschichte bewusst, weswegen es wie im Ballett typisch auch keinen Text gab. Nur den Tanz. Für mich lief alles gut und ich vergaß keinen einzigen Schritt. Auf der Bühne war ich ein Profi und das entging auch einigen Herrschaften im Publikum nicht, welche ich sofort erkannte. Sie waren aus Russland. Sicher suchten sie neue Tänzerinnen und Tänzer für ihre erfolgreiche Tanzakademie. Diese Tatsache spornte mich noch extra dazu an, besser zu tanzen als jemals zuvor. Auch die letzte Szene, der anstehende Tod des Biests, meisterten Diego und ich geradezu perfekt. Nach der Aufführung öffnete sich der rote Vorhang noch mehrere Male, bis wir Tänzer endlich entlassen wurden und ich glücklich, aber total erschöpft und verschwitzt, in eine der leeren Umkleide stolperte und stöhnend aus den Spitzenschuhen schlüpfte. Meine Zehen waren rot und an meinen Füßen erkannte ich die ein oder andere Blase. Gequält seufzte ich auf und wies ein kleines Mädchen an, Kieran zu mir zu schicken. Die Kleine lief eilig die Gänge entlang in den großen Saal, fand Kieran und informierte ihn über meinen Wunsch. Ich blieb in der Zwischenzeit jedoch in der Umkleide und saß schwer atmend auf der Bank. Bisher hatte ich mich nach wie vor nur von den Schuhen befreien können und massierte nun seit einigen Minuten meine schmerzenden Füße. Die weiße Strumpfhose und das letzte Kostüm konnte ich beim besten Willen nicht ausziehen. Als die Tür aufging, rechnete ich nur mit Kiri und lächelte breit in Richtung Türrahmen. Doch da stand ein nur mit Boxershorts bekleideter Diego. Verwirrt legte ich die Stirn in Falten und sah meinen nassen Tanzpartner verwirrt an. Auf jeden Fall hatte er eben geduscht. "Glückwunsch. Du hast prima getanzt, Belle.", lobte der junge Mann mich und kam auf mich zu. Aufmunternd zog er mich auf die Beine und hielt mich an der Hüfte fest als ich stolperte. "Danke, Diego. Du aber auch.", bedankte ich mich schmunzelnd und lächelte schüchtern. Nach einem kurzen Smalltalk half mir Diego glücklicherweise mit dem engen Kostüm und zog es mir vorsichtig nach unten, bis ich nur noch in Unterwäsche vor ihm stand und ihn anstrahlte. "Du bist wirklich die beste Tänzerin, die mir je begegnet ist, Vivi.", flüsterte Diego leise und drückte mich an seinen nassen, muskulösen Oberkörper. Beschämt legte ich ihm die Arme um den Hals und lächelte erleichtert in mich hinein.


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#92

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 22.03.2015 23:13
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Wo ich mir doch Sorgen um meine kleine Vivi machte, bemerkte ich überhaupt nichts von Diegos Blicken, die eher mir als Vivi galten. Ich hatte das gar nicht auf dem Schirm, für mich wirkte Diego nicht so schwul, eher echt männlich. Er war hoch gewachsen und muskulös gebaut. Dazu hatte er eine normale Stimme und Sprechweise und ging auch nicht so tuntig. Er schien einfach keinen Fehler zu haben und Vivi vergötterte ihn ja schon fast. Er sah gut aus, war ja ein ach so toller Typ und teilte auch ihr Hobby, ach nein, ihr Leben, wie sie sagte. Wie sollte ich denn da mithalten? Ich war ein Reiter, kein Tänzer und am Anfang echt scheiße gewesen. Ich hatte sie zwar nie bedrängt und jetzt war ich immer für sie da, lag nachts Arm in Arm mit ihr im Bett, wir waren zusammen in der Wanne gewesen und sie hatte mir einen runtergeholt -wobei ich mir da immer noch nicht so sicher war, ob sie das nicht nur aus Mitleid gemacht hat, was ich definitiv nicht gewollt hätte. Zumal ihre Erzählungen dabei eher verstörend als antörnend waren. Ich wusste gerade jetzt, wo ich sie mit Diego sah, nicht, ob ich eher nur funktional eine Rolle für sie spielte, weil sie bei uns ein Dach überm Kopf hatte und alles. Vielleicht ließ sie sich echt nur aus Mitleid mit mir ein, weil ich so auf sie stand. Und ich stürzte zeitgleich Hals über Kopf in Gefühle. War ich einfach nur naiv und dämlich oder war ich so eifersüchtig, dass ich mir das alles einbildete? Die Zweifel waren der einzige Grund für mich, nicht einfach den Kopf hängen zu lassen, auch wenn sie mich gleichzeitig voll zermürbten. Besonders, als ich sie schließlich mit Diego alleine lassen musste. Nur ungern verließ ich sie, begab mich in den Zuschauerbereich und wartete darauf sie wieder zu sehen, während der Saal sich füllte, bis schließlich Musik einsetzte.
Konzentriert lauschte ich der Musik, folgte der Spannung der Melodie und Takte und beobachtete Tänzer und Bühnenbild. Ich kannte den Grobumschlag der Geschichte und wollte es ja wirklich verstehen. Ich hatte noch nie ein Ballett Stück gesehen, aber es war atemberaubend. Vivi ganz besonders, aber ich war ihr ja sowieso verfallen. Sie war großartig, wie ich fand. Ihre Bewegungen passten zur Musik und ihr Ausdruck dabei stark. Ich war begeistert und gleichzeitig bedrückt, denn auch Diego vertanzte sich nicht und passte gut zu ihr. Stolz und immer noch missmutig applaudierte ich, bis der Vorhang letztendlich geschlossen blieb. Durch die Lautstärke des Applaus schmerzte mein Kopf wieder ein wenig und meine Rippen taten seit Mitte des Stückes langsam wieder weh. Ich beschwerte mich aber bei niemandem und folgte unschlüssig den Leuten zu einem kleinem Empfang. Recht schnell tauchte irgendwann die Tanzlehrerin auf und begrüßte verschiedene Leute. Ich nippte nur halbherzig an einem Glas Wasser, lauschte, wie sie sich in ein Gespräch mit ein paar Männern verstrickte. Und das über Vivi, recht schnell zumindest. Ich horchte auf, nahm auf, dass sie Vivi haben wollten für ihre Tanzschule oder Internat oder irgendetwas. Aber scheinbar etwas Großes, wie es klang. Ich ging davon aus, dass sie aus der Nähe kamen, weil die Veranstaltung dann doch nicht so groß war, aber ich konnte ja auch nicht ahnen, dass sie vom Tochterunternehmen kamen und trotzdem für Russland suchten. Ich freute mich einfach für Vivi, weil sie vielleicht das erreichte, was sie wollte, wenn auch nicht in Russland, so dachte ich. Ich wollte es ihr am liebsten sofort erzähle, wusste aber nicht, ob ich einfach wieder nach hinten gehen sollte. Ich wurde dann aber sowieso abgefangen von der Tanzlehrerin, die mir eine Tablette in die Hand drückte. "Du siehst schlecht aus", meinte sie, fast ein wenig besorgt. "Danke ", grinste ich schwach und sie lächelte leicht, als ich die Tablette zusammen mit einem Schluck Wasser herunter spülte. Erst dann kam zögernd ein Mädchen näher und sagte mir, dass Vivi auf mich wartete. Sie hatte schon eine Weile da gestanden wie es schien. Ich lächelte ihr zu mit einem Nicken und verabschiedete mich von der Tanzlehrerin, nachdem ich das Stück nochmals gelobt hatte. Ich atmete ein wenig durch, als ich aus dem stimmenerfüllten, warmen und schon fast etwas stickigen Saal trat. Mit eher zügigen Schritten ging ich zum backstage Bereich, wollte unbedingt mit Vivi reden und ihr von dem Gespräch der Scouts berichten. Das war doch ein weiterer Grund zum Feiern für später. Grinsend stand ich schließlich vor der Tür, schob sie lautlos auf. Ich wollte sie überraschen, aber die Idee fiel so schnell ins Wasser, wie sie sich spontan entwickelt hatte. Ich blieb sprachlos in der offenen Tür stehen, starrte zu den Turteltauben herüber. Diego flüsterte ihr gerade leise ein Kompliment zu, seine Hände an ihrer Hüfte, ihre Arme um seinen Hals. Beide halbnackt. Der Stich in meinem Herzen war stärker als erwartet, die Wut genau so groß. "Ich weiß um ehrlich zu sein nicht, was ich ich hier soll, wenn du doch ihn hast. Ich werde euch garantiert nicht weiter zugucken und erst recht nicht mitmachen. Meinen Segen habt ihr, falls ihr den wolltet.", sagte ich bissig von der Tür her, verschränkte meine Arme und starrte die beiden bitter an. Ich hatte nicht wirklich nachgedacht, als ich gesprochen hatte, hatte Vivi vielleicht verletzt, aber sie mich auch. Ich war gekränkt, verstand das ganze nicht und mein Herz zog sich einfach zusammen bei diesem Anblick.


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#93

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 07.04.2015 21:33
von Alex • Senior Member | 5.812 Beiträge | 1036674 Punkte

Ich hoffte inständig, dass Kieran Diego's Anwesenheit nicht in den falschen Hals bekam. Denn man sah es dem jungen Spanier einfach gar nicht an, dass er gar nicht auf Frauen stand. Sein Aussehen, sein Charakter und überhaupt sein ganzes Ich deuteten keinesfalls auf seine schwule Ader hin. Ich hatte es Diego anfangs nicht einmal geglaubt. Erst die gemeinsamen Bilder mit seinem Ex-Freundin und die Zusicherung der anderen Tänzer hatten mich letztlich überzeugt. Hoffentlich hatte Kieran die Aufführung wenigstens gefallen. Ballett war ja nun wirklich nicht unbedingt seins und ich wusste nicht einmal, ob der junge Mann überhaupt einen Walzer hinbrachte. Zuerst einmal freute ich mich aber weiter mit Diego und wir beide bekamen gar nicht mit, dass sich die Tür der Umkleide leise öffnete. Ich stand sowieso mit dem Rücken zu der Tür und Diego machte dann räuspernd auf den Besucher aufmerksam. Genau in diesem Moment drehte ich mich überstürzt um und geriet direkt ins stolpern. Auf der Bühne konnte ich auf meinen Zehenspitzen jede erdenkliche Schrittfolge ohne Probleme blind tanzen. Doch in diesem Moment landete ich etwas unsanft auf den Knien und konnte sofort die kleinen Bluttropfen spüren, welche sich ihren Weg an meinem Schienbein nach unten suchten. Perplex richtete ich mich wieder auf und lehnte dabei Diego's angebotene Hilfe schuldbewusst ab. "Kiri.", stieß ich geschockt hervor und wurde blasser als eine Leiche. "Das ist nicht so wie es aussieht.", versicherte ich ihm hastig und wurde durch seine abweisende Haltung eingeschüchtert. Schon lange hatte ich meinen Kiri nicht mehr so erlebt und der plötzliche Wandel jagte mir einen eiskalten Schauer über den Rücken. Stotternd mühte ich mich vergeblich ab die Situation zu erklären, leider ohne Erfolg. Seine Blicke brannten auf meiner Haut und ich wäre am liebsten im Erdboden versunken. Ging der junge Mann wirklich davon aus, dass ich irgendetwas mit Diego hatte? Gerade Kieran sollte es doch am besten wissen. Nur er wusste hier von meiner schlimmen Vergangenheit. Wieso sollte ich also ausgerechnet Diego an mich heranlassen, wenn ich doch eigentlich schon Gefühle für Kiri entwickelt hatte? Verzweifelt spürte ich wie mir die Tränen in die Augen schossen, die schmerzenden Knie ignorierte ich geschickt. Panisch stopfte ich in Rekordgeschwindligkeit sämtliche Sachen in meine große Sporttasche, warf mir diese über die Schulter und stürmte humpelnd aus dem Raum in den Flur. Dort legte ich trotz meiner spärlichen Bekleidung noch einmal an Tempo zu, um mich dann in eine Kabine auf der Damentoilette einzusperren. Dort brach ich entgültig hemmungslos in Tränen aus und ließ mich auf den zum Glück sauberen Boden gleiten. Wieso dachte Kieran so etwas von mir? Ich konnte es einfach nicht verstehen. Sein Verhalten eben hatte mich um mehrere Schritte zurück geworfen und ich war einfach wieder das verängstigte, schüchterne Mädchen, welches mit niemanden sprach und still ihre Arbeit erledigte. Währenddessen war Diego mir zwar nachgerannt, hatte jedoch im Türrahmen neben Kieran gestoppt. Diesen starrte er nun verständnislos an. "Was sollte das denn?", fragte er verwirrt und kratzte sich am Kopf, während er hastig in seine Klamotten für die After-Show-Party schlüpfte. "Denkst du wirklich, ich habe was mit Vivi am laufen? Vivi ist so ungefähr das schüchternste und zurückhaltenste Mädchen hier im Studio. Wenn nicht sogar in der ganzen Stadt. Sie wollte am Anfang nicht einmal tanzen wenn Jungs zugeschaut haben. Es hat ewig gedauert bis sie mich als Tanzpartner akzeptiert hat und selbst da hat sie kein Wort mit mir geredet. Ich musste mich so ins Zeug legen um bei ihr soweit zu kommen. Aber ich will nichts von ihr! Sie ist für mich völlig uninteressant, Kieran!", zischte Diego aufgebracht und besorgt zugleich. "Weißt du wie viel Vivi in letzter Zeit von dir redet? Als du diesen Reitunfall hattest, war sie mega besorgt und hat so viele wichtige Trainingsstunden ausfallen lassen nur um bei dir im Krankenhaus zu sein. Und auch so ist ihr Lieblingsgesprächsthema der Sohn der Besitzer des Gestüts wo sie arbeitet.", versuchte Diego die Situation aufzuklären. "Es war einfach nur eine Umarmung zwischen Tanzpartnern. Ich hab Vivi echt gerne. Sie ist ein wundervolles Mädchen und erinnert mich stark an meine verstorbene Schwester. Aber ich will von ihr wirklich nichts und sie auch nicht von mir. Sie hat dich doch gern! Und ich will außerdem von keinem Mädchen etwas.", fuhr Diego deutlich ruhiger fort und schüttelte nur den Kopf. "Ich werde jetzt nach Vivi sehen. Gegen mich hat niemand was wenn ich auf der Damentoilette bin. Du kannst froh sein wenn das arme Ding jetzt keine Angst vor dir hat. Man kann Vivi doch nicht so wütend entgegen treten.", warf der Spanier Kieran einige Dinge an den Kopf. "Ich versuche sie zur Party zu bringen. Warte am besten dort.", beendete Diego seine Rede und lief mir dann auch schon nach. Wir verbrachten gut fünfzehn Minuten auf dem Fußboden in der engen Kabine und irgendwann brachte mich Diego doch dazu, mein kleines Schwarzes und die passenden High Heels anzuziehen. Geschickt entfernte der Schwule dann noch meine verschmierte Wimperntusche und brezelte mich innerhalb weniger Minuten wieder auf. Nachdem er mir noch die Haare gekämmt hatte, legte mir der Spanier fürsorglich einen Arm um meine schmalen Schultern und führte mich nach unten in den großen Saal in welchem nun die Party stattfand. Schnell verabschiedete sich Diego dann aber von mir, da irgendwelche Talentscouts zuerst mit ihm und dann mit mir reden wollten. Ich blieb etwas verloren am Fenster stehen und starrte teilnahmslos in die sternenklare Nacht hinaus.


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#94

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 07.04.2015 23:55
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Dieser Diego war mir von Anfang an ein Dorn im Auge. Er hatte Ausstrahlung und sah nach meinem Ermessen nicht schlecht aus. Und er war zu nah an Vivi. Ich wollte ihn da nicht haben, wollte nicht in Konkurrenz mit ihm stehen, wo ich das Gefühl hatte, dass ich ihn sogar mögen könnte, wenn das nicht zwischen uns stünde. Dieses Dilemma war nur etwas, was mich wirklich aufrieb und mir immer mehr Zweifel ins Herz trieb, je mehr ich von Diego und Vivi sah. Wie sie harmonierten, wie sie sich ansahen. Vielleicht lag es nur daran, dass ich schlecht in sowas war, aber ich könnte solche Blicke, Gesten, so einen Ausdruck nicht spielen - Was also, wenn sie sich wirklich verliebt hatten, weil sie so eng tanzten, so intim und das doch irgendwie die Welt von Vivi war. Meine war es nicht so ganz. Ich könnte es nicht, es war nichts, was mich extremst mitriss, aber es war doch eine bessere Version eines Theaters. Ich war fasziniert von dem Talent, den Bewegungen und der Körperbeherrschung und wenn ich es gewöhnt wäre, dass Erzählungen durch Sprache fehlten, so würde ich es auch öfter besuchen. Vor allem, wenn ich dann vorher auch die Geschichte weiß und so besser verfolgen kann. Und ich wollte es ihr sagen, wollte sie in den Arm schließen und loben. Und ich wollte ihr erzählen, dass die Scouts von ihr sprachen und sie fördern oder zumindest einmal vorgestellt haben wollten. Es wäre endlich etwas, was sie voll erfüllen würde. Außerdem könnte ich ja hoffen, dass sie dann nicht mehr nach der Schule in Russland suchte, sondern hier blieb und das als ausreichend empfand. Nur wusste ich leider ja nicht, dass sie gerade für Russland suchten.
Als ich sie da so sah, das war hart. Harte, bittere Realität, wie mir schien. Sie stand da, in seinen Armen, nicht in meinen und bemerkte es nicht, bis er sich räusperte und mir dann auch schon die verbitterten Worte heraus rutschten. Es war ja nicht so, dass ich sie verletzen wollte und gezielt das sagte. Es kam einfach aus meinem Mund vor Wut und Schmerz. Mit verschränkten Armen und dabei geballten Fäusten stand ich da, wollte, dass das nicht wahr war und eine sinnige Erklärung. Eine, die ich wahrscheinlich nicht einmal für wahr halten würde. Ihre Reaktion war schon fast Erklärung genug, als sie so herumwirbelte, dass sie den Halt verlor und hinfiel. Aus einem Impuls heraus, ihr eigentlich aufhelfen zu wollen, schwankte ich kurz, doch ich zwang mich, stehen zu bleiben, auch wenn es mir nicht gefiel. Ich war zu verletzt um einfach nachzugeben, auch wenn ihre aufgeschlagenen Knie mir kurz meine Aufmerksamkeit entlockten und ich sie versorgen wollte. "Fällt dir nichts besseres ein, als das was jeder sagt?", erwiderte ich bissig, als sie doch meinte, es wäre nicht das, nach was es aussah. Ich hatte innerhalb der ersten paar Momente es gut geschafft, mir meine Mauer wieder zu errichten. Mein Blick, meine Mimik war ausdruckslos, wenn nicht noch etwas wütend. Den Schmerz unterdrückte ich, schloss ihn einfach weg, schob alles in die Schublade ab, in der doch alles landete, was mit Mädchen zu tun hatte. Sie taten nur, als würden sie was empfinden, weil es sich lohnte. Sie hatte bei uns Arbeit, verdiente Geld und wurde gleichzeitig durchgefüttert und hatte ein Dach über dem Kopf, bekam kostenlosen Unterricht und Verständnis. Ich hatte gedacht, dass sie anders war, wirklich, aber mein Kopf redete mir ein, dass es nicht so war. Deshalb hörte ich ihr kaum zu, wollte nicht wahrhaben, was sie doch schon eher unsicher erklärte. Da ich davon ausging, dass sie eigentlich keine Angst vor mir hatte, erklärte ich mir das Stottern doch eher so, dass sie nicht so schnell Erklärungen fand, die sie brauchte. Weil sie nicht existierten. Außerdem schien mir einfach ihr Umgang zu logisch. Sie hatte beim Aufbau schon Zeit mit ihm alleine verbracht, hatte mich nur als Begleitung, nicht als Freund vorgestellt und kaum öffentlich Zeit mit mir verbracht. Warum hätte sie das sonst tun sollen, wenn nicht um das Dilemma zu vertuschen.
Mit Skepsis beobachtete ich, wie sie irgendwann nach ihrer Tasche griff und Sachen rein stopfte. Tränen standen in ihren Augen, als sie an mir vorbei stürmte. Ein wenig überrascht und trotzdem noch genau so abgestumpft, sah ich ihr nach, ehe die Tür eigenständig wieder ins Schloss fiel und mich mit Diego zurück ließ. Wut keimte wieder auf, als ich mich ihn zuwandte. "Kannst du dir das nicht vorstellen", knurrte ich, als Diego mich fragte, was das sollte. Ich fragte mich, was ich überhaupt da blieb, während er sich in seine Kleidung warf. So ein Arsch, ich sollte ihm einfach eine runterhauen oder ihn alleine stehen lassen. Nur wohin sollte ich? Wahrscheinlich einfach nach Hause fahren, ich wollte sicher nicht auf einer Party bleiben, bei der ich doch irgendwie nichts verloren hatte. Entschlossen trat ich an ihm vorbei, wollte meine Klamotten einsammeln, die ich für den Aufbau angehabt hatte, während Diego mir doch ebenfalls erklären wollte, was wirklich los war. "Hmmh, klar. Hab ich ja gesehen", antwortete ich nur knapp, als er meinte, er sei ja nicht an ihr interessiert. Den Rest konnte ich ja schlecht nachempfinden. Ich konnte es mir vorstellen, aber das war es dann auch. Es war lange kein Beweis. Mürrisch sammelte ich meine Sachen ein, versuchte sie wenigstens halbwegs wieder zu richten und kramte in der Jeans nach meinem Autoschlüssel. Seine weiteren Worte wollte ich gar nicht hören, aber die Mauer, die ich mir errichtet hatte, hielt nicht gegen das aufkeimende Schuldgefühl stand. Ich hielt inne, sah Diego prüfend an, weil seine Stimme ruhiger wurde, hörte ihm zu und seufzte leise. Als er verdeutlichte, dass er von keinem Mädchen etwas wollte, sah ich ihn ein wenig irritiert an. Er wirkte nicht schwul und auf einmal war er es doch? Diese Überraschung war im ersten Moment etwas beunruhigend, irgendwie aber auch insofern beruhigend, dass Vivi wirklich nichts mit ihm hatte. Aber ob das half? Sein Vorwurf war nämlich durchaus berechtigt und brachte mich dazu, dass ich das Vorhaben, abzuhauen, fallen ließ und schuldbewusst meine Sachen wieder beiseite legte. Da hatte ich mich aufgeregt, war hart gewesen und abweisend und jetzt? Jetzt war es doch so, dass ich es missverstanden hatte und mein Verhalten in Bezug auf Vivis Verfassung nicht gerade passend gewesen war. Ich war eigentlich doch zu stolz um mich zu entschuldigen, auf Knien zu kriechen und meine Kehle offen zu legen, damit mir jemand wieder verzieh und wieder vertraute, doch befürchtete ich, dass es bei Vivi notwendig war. Nach Party war mir gar nicht zumute, doch ich nickte nur bei seinen letzten Worten und sah ihm nach. Ein paar Momente nutzte ich, um mich zu sammeln, ehe ich mich auf die besagte Party begab. Ich wurde belagert von den kleinen Tänzerinnen, die wissen wollten, wie ich die Aufführung gefunden hatte und das Gespräch doch wieder auf meinen Sport lenkten. Irgendwann konnte ich mich schließlich langsam lossagen, als ich Vivi entdeckte. Ich holte zweimal alkoholfreien Sekt und trat dann unsicher zu Vivi, die am Fenster stand und nur raus sah, anstatt an der Party teilzuhaben. Ich räusperte mich leise, um ihre Aufmerksamkeit zu erlangen. "Ich wusste jetzt nicht, ob du Alkohol trinken wolltest, deshalb hab ich alkoholfreien Sekt. Wenigstens auf die tolle Aufführung können wir doch sicher anstoßen, oder?", fragte ich schließlich, blickte sie verlegen an und hielt ihr ein Glas entgegen. Ich wollte sie nicht direkt mit einer Entschuldigung von der Seite anfallen, wollte mich nicht so schuldig und schlecht fühlen, doch leider hing das unmittelbar miteinander zusammen. "Tut mir leid, dass ich so hart reagiert habe. Es hat mich einfach verletzt und... es tut mir leid", meinte ich schließlich, rechtfertigte mich lieber doch nicht mit dem Schubladendenken, denn es traf einfach nicht auf Vivi zu. Ich wollte sie nicht mit den Ausmaßen belasten, die diese dumme Umarmung in meinem Kopf und Herzen angerichtet hatte. Es reichte schon, wenn ich mich deshalb schlecht fühlte, ich wollte nicht auch noch das letzte Vertrauen von ihr verlieren.


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#95

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 08.04.2015 01:33
von Alex • Senior Member | 5.812 Beiträge | 1036674 Punkte

Als an meiner Seite ein männliches Räuspern erklang, zuckte ich kurz erschrocken zusammen und drehte langsam meinen Kopf in die besagte Richtung. "Ach du bist es.", stieß ich leise und deutlich gekränkt hervor und griff langsam nach dem Sektglas. "Auf welche Aufführung, Kieran? Die auf der Bühne oder die eben in der Umkleide?", fragte ich leise und vorwurfsvoll. Das Lächeln und die Fröhlichkeit, was mir beides durch ihn über die letzten Tage und Wochen hinweg ins Gesicht gezaubert wurde, war verschwunden. Vielleicht ganz, vielleicht nur für einen bestimmten Zeitraum. Ich konnte es beim besten Willen nicht sagen. Stattdessen nippte ich lieber vorsichtig an dem Sekt um zu überprüfen ob er auch wirklich ohne Alkohol war. Schweigend starrte ich Kieran auf die Brust und hob erst den Blick als er seine Stimme wieder erneut erhob. Mühte sich der junge Reiter tatsächlich gerade ab sich irgendwie dafür zu entschuldigen? Kurz schenkte ich ihm ein unechtes Lächeln und leerte das Glas mit meinem zweiten Schluck. Nachdenklich legte ich den Kopf in den Nacken und ließ meine Blicke einige Sekunde durch den Raum wandern bevor sie wieder an Kiri hängen blieben. "Ist gut.", stieß ich leise hervor und sah im Augenwinkel Diego auf uns zuschleichen. "Vivi? Entschuldigt die Störung, aber du sollst jetzt kurz nach nebenab zu den Herrschaften aus Russland.", brachte es der Spanier schnell auf den Punkt und ich nickte erleichtert. Gerade wollte ich einfach nicht mit Kieran reden. Mit eleganten Schritten und wiegender Hüfte verließ ich also den Raum. Die Blicke der anwesenden Männer entgingen mir dabei nicht. Sogar Diego starrte mir einige Sekunden diskret auf den Arsch und wandte sich dann grinsend Kiri zu. "Ich verstehe schon irgendwie warum du so auf sie abfliegst. Sie ist einfach scharf. Wäre sie nur ein Mann.", stellte der Schwule gequält lächelnd fest und zuckte mit den Schultern. "Aber naja. Gibt ja genügend heiße Kerle hier.", fügte er hinzu und schenkte nun Kieran eindeutige Blicke. In der gleichen Zeit begrüßte ich im Nebenraum die drei Herrschaften aus meiner Heimat, welche nur kurz einen Blick auf meine Akte warfen und sich dann direkt auf russisch nach meiner Herkunft erkundigten. Erleichtert antwortete ich in meiner Muttersprache und es entwickelte sich rasch ein Gespräch. Es tat wirklich gut mal wieder richtig russisch reden zu können. Die Herrschaften boten mir an in Russland eine Ballettschule zu besuchen. Ich sollte dort nur zuvor ein oder zwei Wochen eine Art Praktikum machen. Nickend nahm ich die Unterlagen an mich, verabschiedete mich freundlich und kam deutlich besser gelaunt zurück in den großen Saal. Als ich Diego und Kieran entdeckte, blieb ich stehen und beobachtete die beiden Männer gespannt. Sie wirkten auf mich schon beinahe so wie gute Kumpels. Langsam steuerte ich meinen Tanzpartner und meinen was auch immer daher an und lächelte etwas. "Hast du nicht diese Unterlagen bekommen, Diego?", fragte ich den Tänzer verwirrt und musterte ihn kurz. Er zuckte mit den Schultern und trat einen Schritt zur Seite. "Sie haben es mir angeboten. Aber da ich kein russisch spreche und auch nur ungern die Stadt verlassen will, habe ich direkt abgelehnt.", erklärte er mir ruhig und ich sah ihn entgeistert an. "Es ist dein Ziel, ins russische Ballett zu kommen, Kleine. Nicht meins.", beruhigte er mich mit sanfter Stimme und drückte mir zur Verabschiedung noch einen Kuss auf die Wange. Seufzend verstaute ich die Unterlagen in meiner Tasche, welche bei der Garderobe lag und sah Kieran erwartungsvoll an. "Magst du mit dem Mädchen, das dich einfach hintergeht und mit ihrem schwulen Tanzpartner vögelt, tanzen?", fragte ich leise und hielt dem jungen Mann auffordernd die Hand hin. Als er diese nahm, zog ich ihn vorsichtig hinter mir her auf die bereits gefüllte Tanzfläche. "Du musst mit mir auch kein Pas-de-deux hinlegen. Ein einfacher Walzer tut es auch. Kannst du doch, oder?", erkundigte ich mich etwas besorgt und übernahm zumindest zur Sicherheit bei den ersten Takten die Führung. Doch wie Männer eben so waren, ließ Kiri das nicht lange zu und ergriff die Initiative. Also Walzer konnte der Reiter schon einmal. Ich lächelte unterkühlt und hielt mich etwas auf Abstand, was bei einem Walzer nur schwer möglich war. Noch dazu hatte ich das merkwürdige Gefühl, dass Kieran mich absichtlich ziemlich fest im Griff hatte. "Ich laufe schon nicht weg.", murmelte ich daher leise und hielt weiterhin den Blick gesenkt. Der junge Mann hatte es mit nur wenigen Gesten und Worten geschafft all das was er sich mit mir erarbeitet hatte, zu zerstören. Hatte das nicht einen Applaus verdient?


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#96

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 08.04.2015 21:39
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Ich hatte wahrscheinlich kein Recht darauf, dass es mich irgendwie kränkte, dass sie so zusammen zuckte, als ich neben ihr auftauchte. Zum einen, weil sie mich vorher nicht gesehen hatte und ihre Scheu vor Männern doch noch normal war, zum anderen, weil ich ja selbst Schuld daran war. Dennoch war es schade, genau wie ihre Worte. Sie klang nicht erfreut, mich zu sehen. Nun ja, man könnte nun sagen, dass man es verstand, allerdings hatte bei mir noch die kurzzeitige Hoffnung gelebt, dass sie erleichtert wäre, dass das wieder geklärt war. Aber vielleicht hatte ich auch etwas gehofft, dass Diego ihr meinen Standpunkt hätte irgendwie näher bringen können. Das wurde aber wohl mir überlassen. Wie gerne würde ich doch zurückspulen und nichts gesagt haben. Ich hätte sie mit einem Lachen in die Arme schließen sollen und scherzen sollen darüber, wie es aussah und es nicht ernst nehmen. Aber dafür war es zu spät, ich hatte es nun einmal falsch aufgefasst und war verletzt gewesen. Nicht, dass das irgendwie Thema war, es wurde scheinbar nicht verstanden, immerhin hatte Diego mich auch nur verständnislos angeschaut. Bei ihrer vorwurfsvollen Frage sah ich sie geknickt an, sah kurz an ihr vorbei in die Nacht. "Ich habe von der tollen Aufführung gesprochen.. nicht von dem miserablen Missverständnis", erwiderte ich schließlich mit einer kleinen Rechtfertigung, musterte sie vorsichtig. Ihr Gesichtsausdruck gefiel mir nicht. Sie sah so trostlos wieder aus, dass ich sie einfach nur noch in den Arm nehmen wollte und alle finsteren Gedanken wegwischen wollte. Wo ich ihr doch helfen wollte, froh und stolz war über Entwicklungen, da machte ich es gleich einfach wieder kaputt. Ich fühlte mich schlecht deshalb, hätte das Gefühl am liebsten in Alkohol ertränkt, aber bisher hatte ich mir doch lieber alkoholfreien Sekt mitgenommen. Wenigstens etwas Vernunft könnte ich mir ja noch beibehalten. Dieses Gefühl wollte ich dann lieber in der Entschuldigung loswerden, hoffte auf ein bisschen Verständnis, doch ihr Lächeln beruhigte mich nicht. Ich konnte sehen, dass es nicht echt war, dass es ihre Augen nicht erreichte und einfach nur eine willkürliche Reaktion war anstatt einer echten. Ein wenig unsicher sah ich ihr zu, wie sie ihr Glas leerte und dann den Blick schweifen ließ. Ihr kleines 'ist gut' nahm ich nicht für voll, kaufte es ihr nicht ab. Es machte es auch nicht gerade besser, dass sie mir nicht sagte, was genau sie bedrückte, was ich tun konnte oder sollte. Dass ich es nicht rückgängig machen konnte, war ja wohl klar, aber was sollte ich tun, als mich zu entschuldigen. Sie musste mir schon helfen und mir nicht vorgaukeln, dass alles okay wäre. Selbst wenn die Hilfe nur aus weiteren Vorwürfen bestand und ich daran zu knabbern hatte. Ihre kurze Antwort machte es auch nicht gerade besser.
Als Diego auf uns zu kam, lächelte ich ihm bedrückt entgegen, bei seinen Worten verrutschte meine Miene ein wenig. Ich hatte mich erst für sie gefreut, aber das änderte sich schlagartig, als Diego aussprach, dass sie aus Russland kamen. Ich sah verzweifelt, wie Vivi nickte und sich dann auf den Weg machte. Ich sah ihrer tollen Figur in dem wunderschönem Kleid nach, ihrem wundervollen knackigen Hintern, den wohl die halbe Menge, die sie durchschritt, betrachtete, ehe ich mich frustriert abwandte. Ich zerstörte das, was ich ihr gegeben hatte an Vertrauen und Sicherheit und sie sollte mit Scouts aus Russland sprechen. Ich rechnete nicht damit, dass ich noch irgendeine Chance haben könnte. Bei Diegos Worten grinste ich leicht, doch ich war gedanklich etwas abwesend, was man wahrscheinlich merken konnte. Erst bei seinem nächsten Kommentar sah ich ihn an, begegnete seinem eindeutigen Blick. Ich lachte verhalten auf, zuckte leicht mit einer Schulter. "Wären sie nur schwul", meinte ich daraufhin verschmitzt. Den Konflikt, den ich vorher mit Diego hatte, hatte sich ja in Luft aufgelöst. weshalb ich mich jetzt eigentlich gut mit ihm verstand, wie sich in einem doch eher lockerem Gespräch herausstellte. Das, was hinter der Bühne abgelaufen war, vermied ich allerdings als Thema und über seine Anspielungen lächelte ich nur hinweg. Es war ein wenig merkwürdig, wenn man wusste, dass sein Gegenüber auf einen stand, wenn es einem selbst unmöglich erschien etwas wie Gefühle oder Anziehung für einen Mann zu verspüren, aber es musste ja nicht automatisch dazu führen, dass man sich von ihm abwendete. Mit Mädchen, die auf mich standen, konnte ich ja auch umgehen, ohne darauf einzugehen. Und es machte mir deutlich, dass er wirklich nichts von Vivi wollte. Als sie wieder zu uns trat, lächelte ich sie kurz an, lenkte mich kurz damit ab, mein Glas langsam zu leeren, während die beiden sich unterhielten. Meine Miene verfestigte sich ein wenig bedrückt. Sie hatte Unterlagen bekommen, er nicht, weil er abgelehnt hatte. Sie hatte also zugesagt zu was auch immer. Aber zwangsläufig würde es wohl darauf hinaus laufen, dass sie dorthin verschwand. Es war doch irgendwie ihr Lebenswunsch, in Russland zu tanzen. Ich beobachtete, wie er ihr einen Kuss auf die Wange drückte und was das anbelangte, war ich wenigstens wieder entspannt. Nachdem sie die Unterlagen weggelegt hatte und mich so erwartungsvoll ansah. Bei ihren Worten seufzte ich deprimiert, ergriff aber ihre Hand. "Tut mir leid. Ich wusste ja nicht, dass er schwul ist und ihr seid so harmonisch zusammen. Er teilt mit dir dein größtes Hobby und ist ein cooler Typ und dann noch einer, der dir so nahe sein darf. Was sollte ich denn davon halten, dass du halbnackt in seinem Arm stehst", versuchte ich mich zu rechtfertigen, während ich sie in meinen Arm zog, als wir die Tanzfläche erreichten. Bei ihrer Frage nickte ich leicht, schon fast mit einem Schmunzeln, weil sie doch fast besorgt schien. "Standardtänze habe ich früh gelernt. Hilft auf den Bällen ungemein und Taktgefühl beim Reiten sowieso", erklärte ich, während ich nach ein paar Takten die Führung übernahm. Ich merkte, dass Vivi etwas verspannt war oder reagierte, doch ich wollte es nicht wahrhaben. Ich wollte dem irgendwie ein wenig entgegenwirken, hielt sie dicht bei mir, versuchte mein bestes sie irgendwie zu beeindrucken in einem doch leider nur kleinen Spielraum. Bei ihren Worten seufzte ich leise. "Tut mir leid", entschuldigte ich mich etwas, entspannte meinen Griff ein wenig um ihr wieder etwas mehr Raum zu lassen. Ich musterte sie kurz, wie sie den Blick gesenkt hielt und es machte mir das Herz schwer. "Wenn ich irgendetwas tun kann, damit du wieder lächelst, dann sag es mir", bat ich bedrückt, hoffte, dass es nicht darauf hinauslief, dass sie einfach ihre Ruhe vor mir haben wollte.


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#97

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 09.04.2015 15:56
von Alex • Senior Member | 5.812 Beiträge | 1036674 Punkte

Ich hatte wirklich keine Ahnung von dem, was dem armen Kieran gerade alles in seinem Kopf vorging. Wie denn auch? Bis jetzt waren wir noch lange nicht so weit um über eine gesamte Zukunft zu sprechen. Vor allem wäre das höchstwahrscheinlich unmöglich. Er musste wohl oder übel hier auf dem Gestüt seiner Eltern bleiben, um dieses in ein paar Jahren zu leiten. Ich hatte zwar durchaus Gefallen an diesem Leben gefunden, doch ich wollte nicht umsonst jahrelang auf eine Ballettkarriere hingearbeitet haben. Und Russland war einfach ein Glücksgriff. Egal ob in Moskau oder in Sankt Petersburg. Mein Heimatlang war schlicht und ergreifend das Land des Balletts. Kieran schien sehr geknickt zu sein und seinen Fehltritt ernsthaft zu bereuen. So leicht wollte ich es dem jungen Mann allerdings nicht machen. Er hatte mich echt verletzt und ich hätte es niemals zum jetzigen Zeitpunkt von ihm erwartet. Nachdem ich von dem Gespräch zurück gekehrt war und Kieran noch einmal auf den Vorfall zu sprechen kam, legte ich die Stirn in Falten. "Du wusstest ja nicht, dass er schwul ist?", wiederholte ich seine Worte argwöhnisch. "Kieran, ehrlich. Du solltest mich kennen und es besser wissen. Selbst bei Diego hatte ich wochenlang Probleme. Obwohl ich wusste, dass er schwul ist und mich daher niemals anrühren würde.", erklärte ich leise und sah ihn vorwurfsvoll an. "Du hättest doch einfach mal etwas nachdenken müssen. Dann hättest du schnell kapiert, dass Diego vom anderen Ufer sein muss. Ansonsten hätte ich doch niemals diesen Körperkontakt zugelassen. Nur weil es mir bei dir mittlerweile leichter fiel, ist das doch nicht automatisch bei jedem Typen so!", fuhr ich traurig fort. Auf dem Weg zur Tanfläche wollte ich jedoch einfach damit abschließen. "Na dann kannst du wenigstens einen kleinen Walzer mit mir tanzen.", stellte ich sichtlich erfreut fest während Kiri dann auch die Führung übernahm. Tatsächlich schien der junge Mann zumindest einen klassischen Walzer fehlerfrei hinzubekommen. "Nicht schlecht. Wie sieht es mit anderen Tänzen aus?", fragte ich interessiert und lächelte ein wenig. Meine Augen strahlten zwar nicht mehr, doch immerhin dieses Lächeln wirkte echter als in den letzten Minuten. "Ich habe von der Schule aus mal einen Tanzkurs gehabt und hin und wieder auch mal zusätzlich zum Ballettunterricht. Immer nur Ballett wird irgendwann langweilig, egal wie sehr du es liebst."; erzählte ich leise und kam Kieran nach und nach doch etwas näher, bis ich letztendlich meinen Kopf auf seiner Brust bettete und die Augen schloss. Tanzen konnte ich schließlich auch blind. "Ich lächel doch.", murmelte ich leise und zog den herben Männerduft ein. Eigentlich konnte ich auf Kieran doch gar nicht sauer sein. Leider hatte er es sich mit mir aber vorerst verbockt. Ich konnte keinen Mann in meinem Leben gebrauchen, der sich so vorwurfsvoll und kalt verhalten konnte. Ich brauchte einen von der liebevollen und zärtlichen Seite. So war Kieran mir auch ausgenommen zu Beginn meiner Anwesenheit auf dem Gestüt entgegen getreten. Niemals hätte ich von ihm so ein Verhalten erwartet. "Du musst einfach verstehen, dass ich diese Aktion vorhin richtig scheiße von dir fand. Du bist der erste Mann, dem ich mich zumindest ein wenig geöffnet habe. Dem ich einige Teile meiner Vergangenheit erzählt habe. Den ich freiwillig angefasst habe und der mich mit meinem Einverständnis berühren durfte. Ich habe dir vertraut. Und du hast dieses Vertrauen eben zerstört indem du mir einfach kein Vertrauen geschenkt hast und irgendwelche Verschwörungstheorien mit Diego und mir entwickelt hast.", erklärte ich traurig und entdeckte meinen schwulen Tanzpartner, welcher gerade heftig mit einem jungen Mann flirtete. Ich lächelte erfreut und schmiegte mich doch enger an Kiri. Es fühlte sich einfach zu gut an. Trotzdem traf ich noch in seinen Armen eine wichtige Entscheidung. Nachdem wir den inzwischen dritten Tanz beendet hatten, befreite ich mich vorsichtig aus seinen Armen und sah ihn bedrückt an. "Es tut mir leid, aber ich würde die nächsten Tage gerne meine Ruhe haben. Es ist so viel passiert und ich bin einfach nur noch total fertig.", fing ich leise an und senkte den Blick. "Diego hat mir vorher während unserem Gespräch angeboten, vorerst zu ihm zu ziehen. Er hat eine eigene kleine Wohnung und überlasst mir sein Schlafzimmer. Ich brauche einfach eine kleine Auszeit von allem. Nicht nur von dir.", versuchte ich es Kieran klarzumachen. "Ich erwarte nicht, dass du diese Entscheidung verstehst. Du sollst sie nur akzeptieren und mich zumindest für ein paar Tage einfach in Ruhe lassen.", murmelte ich leise und kam dem jungen Mann nun doch noch einmal kurz näher. Währenddessen warf ich bereits Diego einen alles sagenden Blick zu. Vorsichtig legte ich meine Arme um Kiri's Hals, hauchte ihm einen Kuss auf die Wange und schenkte ihm einen letzten Blick, ehe ich mich entgültig von ihm wegdrehte und zu Diego flüchtete. Dieser verabschiedete sich von seinem Flirt, warf Kieran einen zuversichtlichen Blick zu und schob mich dann auch schon bestimmt aus dem Tanzstudio zu seinem Auto.


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#98

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 09.04.2015 22:41
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Der Tag war doch einfach für die Katz. Er hatte so schön angefangen, wir haben uns einfach mal die Zeit für uns genommen, was auch besser so war. Für mich wegen meiner Verletzungen und für sie, weil sie in der letzten Zeit zu viel zurückgesteckt hatte, zu viel gearbeitet und sich zu wenig um sich gekümmert hatte, nur damit der Hof weiter lief und sie mich immer noch besuchen konnte. Ich hatte den Tag genossen, das gemeinsame Bad. Gut, wie auch nicht, wenn sie mir einfach mal einen runterholte. Wozu ich sie nie gezwungen hätte, wahrscheinlich hätte ich sie nicht einmal darum gebeten. Und sie hatte mir mehr von ihrem Vertrauen entgegen gebracht. Und jetzt hatte ich ihr nicht vertraut, nur weil es im ersten Moment so falsch schien. Ich hatte aber nicht anders denken können. Wenn sie mir vertraute, warum auch nicht jemand anderem. Und Diego war nun mal ein sehr korrekter Typ, sah nett aus und teilte ihr allergrößtes Hobby. Warum sollte sie denn nicht ihm auch so gegenüber stehen wie mir? Natürlich war das blöd gelaufen, aber verstand sie das denn nicht? Ich hatte vielleicht keine scheiß Vergangenheit, aber ich hatte so viele Leute kennen gelernt, die mich auch nur ausnutzen wollten. Ich war ihr am Anfang nicht umsonst so skeptisch gegenüber gewesen. Und die Szene hatte eine Kurzschlussreaktion ausgelöst. Jetzt war ich auch schlauer, hatte mich entschuldigt. Konnte sie das nicht verstehen, mir nicht mal ansatzweise verzeihen? Ich konnte mir vorstellen, dass es schwer für sie war, aber dann sollte sie mit mir reden, mir sagen, was half und was nicht. Ich konnte dann doch besser tun oder lassen, was sie wünschte. Und ich würde so gut wie alles tun, ich konnte es doch nicht ertragen, wenn sie so unsicher wieder war, so kühl und emotionslos wirkte. Es reichte schon, wenn mein Schuldgefühl mich fertig machten, dann sollten es nicht auch noch Folgen sein. Aber irgendwie brachten die Gespräche keine Besserung, denn es endete immer darin, dass ich schuld war. "Ich konnte da aber einfach nicht denken..", verteidigte ich mich schwach, während die Trauer in ihrer Stimme noch weiter mein Herz zerdrückte. Zu gerne hätte ich sie einfach nur in meinen Arm gezogen und irgendetwas aufmunterndes gesagt, aber leider war ich derjenige, der sie verletzt hatte. "Es tut mir leid", setzte ich erneut hinzu, bevor sie mich zum Tanz aufforderte und das Thema fallen ließ.
Bei ihren doch fast erfreuten Worten über den zu tanzenden Walzer konnte ich nur nicht so sehr lächeln. Ich konnte meine Stimmung nicht einfach wandeln wie sie und so wirkte mein Lächeln doch eher immer noch erzwungen und bedrückt. "Ich würde sagen, dass ich die Standardtänze soweit hinbekomme. Also Foxtrott, Slowfox, Wiener Walzer bekomme ich auf jeden Fall hin. Die lateinamerikanischen Tänze kenne ich nur im Grundprinzip", antwortete ich mit einem flüchtigen Lächeln bei ihrer interessierten Frage. Sie sah wenigstens ein bisschen lockerer aus, ein bisschen zufriedener. "Ja, den aus der Schule habe ich auch mitgemacht, aber das meiste konnte ich schon", meinte ich schmunzelnd und war erstaunt, dass sie nun doch etwas dichter kam bis sie ihren Kopf an meine Brust lehnte. Ich entspannte mich ein wenig, aber noch nicht völlig. Es war doch nie so einfach, oder? Auch wenn ich es mir wünschte. Es fehlte noch das Funkeln in ihren Augen, ihre Energie, ihr Temperament. Bei ihren Worten, dass sie doch lächelte, seufzte ich lautlos. "Aber nicht wie vorher", sagte ich leise, bedrückt. Ich bezweifelte, dass es ausreichte, dass ich aufmerksam genug war, um das zu bemerken. Das würde ihr wahrscheinlich nicht reichen, immerhin war Aufmerksamkeit nicht das gleiche wie Vertrauen. Ihre Worte hoben das noch deutlichst hervor. "Ich weiß und ich wünschte, ich hätte nicht so überreagiert", sagte ich leise, genoss, wie sie sich an mich schmiegte. Vielleicht würde doch alles wieder wenigstens halbwegs gut werden wieder. Ein wenig zuversichtlicher war ich zumindest. Doch als sie sich von mir löste und die Stimme erhob, gefror mein halbes Lächeln sofort wieder und mein Blick wurde schon fast ein wenig erschüttert. "Aber.. ", setzte ich leise an, als sie fertig erklärt hatte, brach aber ab. Ich sollte es akzeptieren. Klar, war ja auch ganz einfach, wenn man Scheiße baute und das Gefühl hatte, alles zu verbocken, einfach loszulassen. Was, wenn sie nicht wiederkam, wenn sie von Diego aus gleich nach Russland verschwand und nur einer größeren Verabschiedung aus dem Weg ging. "Okay", gestand ich schließlich traurig zu, zwang mir ein kurzes Lächeln auf, aber ich konnte es nicht halten. Ich kaufte ihr auch nicht wirklich ab, dass es nicht nur wegen mir war. Natürlich war es wegen mir. Ich war aber auch bescheuert, dachte es würde schon wieder werden und in ihr sah es ganz anders aus. Meine Hoffnung hatte sie sehr überraschend und sehr rapide geköpft - da half auch die Umarmung nicht mehr. Nur kurz legte ich meine Arme um ihre Taille, ehe ich ihr wie betäubt nachsah, irgendwie dämlich auf der Tanzfläche stand und ihr nachsah. Diegos zuversichtlichen Blick erwiderte ich nur niedergeschlagen. Sie konnte doch nicht einfach ausziehen, mich einfach so wieder alleine lassen. Einen Moment verharrte ich noch dort, ehe ich mich auch auf den Weg machte. Ich lief noch einmal zurück in den Backstage Bereich, sammelte meine Sachen von vorhin wieder ein und kramte den Autoschlüssel hervor. Eigentlich war es nicht so angedacht, dass ich Auto fuhr am späten Abend, wo doch mein Kopf manchmal noch Probleme machte, aber ich schaffte den Weg ohne weitere Probleme.
Zuhause angekommen war erst einmal das größte Problem, meinen Eltern zu erklären, warum Vivi nicht dabei war. Ich wich ihnen größtenteils aus, erklärte es einfach anhand der stressigen Umstände der letzten Tage und erwähnte nicht den Streit mit mir. Lange wollte ich dann auch nicht mehr aufbleiben, ich wollte lieber dann aushelfen am Morgen, wo Vivi das alles nicht mehr auffangen konnte. Es war merkwürdig still in der oberen Etage, die doch nur von uns beiden bewohnt wurde, und so leer als ich im Bad stand und mir die Zähne putzte und doch sah alles so aus wie vorhin noch. Einen Moment sah ich in Vivis Zimmer, frustriert und bedrückt, ehe ich die Tür wieder schloss und mich in mein Bett begab. Ich stellte meinen Wecker um früh raus zu kommen, versuchte dann zu schlafen. Ich brauchte allerdings eine Weile um einzuschlafen, war ich doch inzwischen gewohnt, Vivi im Arm zu halten, ihren Duft in der Nase zu haben und sie atmen zu hören. Irgendwann fand ich schließlich meinen Schlaf, leider keinen guten und nicht sehr viel, da mich mein Wecker viel zu früh wieder aus den Träumen riss. Müde quälte ich mich aus dem Bett, in meine Sachen, schläfrig machte ich mir Frühstück und auch nach einem Kaffee immer noch kaputt verließ ich das Haus. So viel helfen konnte ich nicht, brachte dafür die Pferde raus, versuchte mich wenigstens ein bisschen am Misten, auch wenn es in den Rippen stach. Nachdem ich aber angewiesen wurde es doch zu lassen, bereitete ich eher die Heuportionen vor, kümmerte mich am Vormittag um meine beiden Tierchen. Mit Sky arbeitete ich an der Doppellonge, mit Socke ging ich spazieren, wollte auch sehen, wie er auf die Unfallstelle reagierte und ihm die Panik vor der Waldstrecke nehmen. Dann entließ ich ihn zu den anderen Hengsten und Wallachen auf die Weide. Widerwillig ließ ich mich zum Essen rufen, vermisste mal wieder Vivi auf dem Platz neben mir und verdrückte mich schnell wieder in den Schulstall um den Reitschülern zu helfen bei den Pferden. Ich sollte eigentlich noch nicht so viel unterwegs sein, aber ich konnte nicht still sitzen, dann hätte ich definitiv Vivi angerufen oder sie mit Nachrichten bombardiert. Ich tat mich schwer damit, nicht darüber nachzudenken, abzuwarten und nichts zu tun. Ständig sah ich nach, ob ich eine Nachricht bekommen hatte, ob sie doch wieder auftauchte, aber nein, gar nichts. Ich hielt es durch, schwer, bis zum Abend. Da setzte ich mich an den PC, suchte nach Diego, soziale Netzwerke machten alles möglich. Ich haderte mit mir, ob ich schreiben sollte oder nicht, aber ich entschied mich letztendlich doch dagegen, quälte mich wieder in das große Bett ganz alleine und auch den zweiten Tag verbrachte ich so, ignorierte die Schmerzen und beschäftigte mich einfach irgendwie, auch wenn ich dann wieder am Ende des Tages total platt war. Es kam mir vor, als wäre Vivi schon viel zu lange weg, eine Ewigkeit. Es war eigentlich recht früh, als ich mich ins Bett legte, aber ich hielt es einfach nicht mehr so aus, alleine da zu liegen, unwissend. Murrend sammelte ich meinen Laptop wieder auf, suchte mir erneut Diego und schrieb ihm eine Nachricht, musste einfach Gewissheit haben.

~Hi Diego,
ich kann einfach nicht mehr stillsitzen. Wie geht es Vivi? Was sagt sie so? Ich vermisse sie, echt.
Ist scheiße gelaufen, aber was soll ich tun? Sie hat gesagt, sie möchte ein paar Tage Ruhe, sorry
also, dass ich dich belange..
LG ~

Seufzend machte ich mir dann mein Bett irgendwie so zurecht, dass ich halb aufrecht sitzen konnte, wartete ab, ob ich noch eine Nachricht bekommen würde oder nicht. Ich wollte zumindest eine Weile lang warten, vertrieb mir die Zeit nebenher mit Videos und hoffte auf eine Antwort.


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#99

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 11.04.2015 23:38
von Alex • Senior Member | 5.812 Beiträge | 1036674 Punkte

Ich war mehr als nur froh als ich mit Diego in seiner kleinen Wohnung ankam. Er holte sich noch seine Schlafsachen aus dem Schlafzimmer und gab mir dann eine Jogginghose und ein T-Shirt von ihm, damit ich nicht in meinen Straßenklamotten schlafen musste. Nachdenklich beobachtete mich der junge Mann im Türrahmen stehend während ich in seine Sachen schlüpfte. "Was?", fragte ich traurig und senkte nervös den Blick. "Ich verstehe deinen Freund wirklich, dass er so reagiert hat, Vivi.", erklärte mir der Spanier schmunzelnd und ich sah ihn fragend an. "Du bist eine wunderschöne junge Frau. Wäre ich nicht schwul, würde ich mich auch in dich verlieben und so eifersüchtig sein.", klärte mich Diego grinsend auf und ich seufzte. "Ich möchte schlafen...", murmelte ich nur leise und Diego nickte, schaltete das Licht aus und schloss die Tür. Mit Tränen in den Augen verkrümmelte ich mich in das große Bett und versuchte nicht daran zu denken was der Schwule hier schon alles mit anderen Männern getrieben haben könnte. Ich verbrachte die gesamte Nacht wach und weinte mich erst in den frühen Morgenstunden in den Schlaf. Plötzliches Licht riss mich dann aber aus dem schlechten Schlaf. "Guten Morgen, Prinzessin.", hörte ich Diego's Stimme und kurz darauf saß der junge Mann nur in Boxershorts und mit einem Tablett auf dem Bett. Argwöhnisch sah ich vom Frühstück zu Diego und wieder zurück. "Hast du gut geschlafen? Ich hoffe es doch. Die Couch war so unbequem.", plapperte der Spanier munter drauf los und ich seufzte deprimiert. "Passt schon. Den Umständen entsprechend gut.", murmelte ich also eine kleine Lüge und ließ mir von meinem Tanzpartner eine belegte Semmel in die Hand drücken. "Iss. Du hast seit gestern nichts gegessen.", befahl Diego mir besorgt und ich tat einfach brav was er von mir wollte. Den ganzen Tag über brachte mich der junge Mann nicht aus dem weichen Bett heraus und ich konnte mich nicht einmal selbst dazu aufraffen ins Bad zu gehen. Aufs Klo musste ich merkwürdigerweise trotz der vielen Liter Tee nicht. Diego kümmerte sich rührend um mich und war insgesamt vielleicht nur zwei Stunden nicht bei mir in seinem Schlafzimmer. In der zweiten Nacht bat ich den jungen Mann bei mir zu bleiben. Ich brauchte einfach eine Schulter zum anlehnen und da er so oder schwul war, interessierte es mich nun wirklich nicht die Bohne. Wir unterhielten uns bis weit nach Mitternacht und ich schlief irgendwann unruhig in seinen Armen ein. Am Morgen musste mein Tanzpartner leider doch wieder ins Tanzstudio und kam erst am späten Nachmittag zurück. Ich hatte mich zumindest aufraffen können das Bett zu verlassen und mir in der Küche etwas zu essen zu machen. Ehrlich gesagt tat mir die Auszeit vom Gestüt super, auch wenn ich vor allem Thunderblood vermisste. Irgendwie fehlte mir auch Kieran und mein Herz tat unglaublich weh. Doch ich konnte einfach nicht vergessen was er getan hatte. Diego kam gegen 17 Uhr zurück und verzog sich mit seinem Laptop ins Wohnzimmer, da ich noch einmal eine Runde schlafen wollte. Ich ahnte daher nichts von der Nachricht, welche Kieran meinem schwulen Kumpel geschickt hatte. ~Hallo Kieran. Ich möchte zu Vivi nichts sagen, aber du kannst gerne jetzt sofort kommen. Ich wohne in der Dodo-Alex-Straße 69.~

Als es eine Stunde klingelte, rechnete ich natürlich nicht mit Kieran. Erst als ich ein männliches Gespräch hörte, wurde ich hellhörig. Dann geschah alles viel zu schnell. Die Tür öffnete sich, Diego schob Kieran in das Schlafzimmer und sperrte die Tür von außen ab. Geschockt zog ich die Decke etwas höher, da ich am Nachmittag geduscht hatte und seitdem nichts angezogen hatte. Eigentlich hatte Kieran mich zwar bereits nackt gesehen, doch die aktuelle Lage hielt das wohl nicht für angebracht. "Ich sperre erst wieder auf wenn ihr euch vertragen habt.", ertönte Diego's Stimme und dann verschwand der junge Mann auch schon ins Schlafzimmer. Sprachlos starrte ich den Reiter an und schluckte nervös.


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#100

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 14.04.2015 01:44
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Es war die Hölle für mich. Vielleicht nicht die Hölle, ich hatte ja damit gerechnet, sie zu verlieren. Nur hatte ich gedacht, dass ich bis dahin noch viel Zeit hätte und der Schmerz war so überraschend gekommen, dazu vor allem so stark gewesen. Von einem Moment auf den nächsten hatte es mich erwischt und mir die Kehle zugeschnürt. Ich hatte versucht, nicht mehr zu denken, wollte ihre Erklärungen ignorieren, nur weil ich befürchtete, dass sie hätte lügen können. Klar war es scheiße gelaufen, aber mein Vertrauen war einfach zerbrochen wie eine Glasscheibe in dem Moment, in die man einen riesigen Felsbrocken schmettert. Dass sie das Vertrauen gebraucht hätte, war mir jetzt im Nachhinein auch bewusst, aber dafür war es zu spät gewesen. Und ich hatte nicht gewusst, wie ich es richten konnte. Ich wollte es doch versuchen, hatte mich entschuldigt und bereute es zutiefst. Wobei die Eifersucht eine Kurzschlussreaktion gewesen war, die ich nicht mehr hatte beherrschen können. Ich hatte versucht es zu erklären und war einfach gescheitert. Wahr wahrscheinlich auch meine eigene Schuld, was verliebte ich mich auch ausgerechnet in das komplizierteste, am meisten verletzte und traumatisierte Mädchen, das es gab. Warum konnte ich es mir nie einfach nur leicht machen? Nicht, dass ich das verteufelte. Ich mochte Vivi wie sie war, mochte sie wirklich. Es war eigentlich zu früh um es Liebe zu nennen, aber dieses Mädchen hatte es mir einfach angetan und es war so viel schlimmer geworden, je öfter sie gelächelt hat, je offener sie gelacht hat, auch wenn es noch selten war. Immer mehr hatte ich sie bewundert, desto mehr ihre Augen strahlten, hatte mich in ihre Geste verguckt, wie sie ihr Haar zurückstrich und dabei den Blick niederschlug, Und jetzt? Jetzt rannte sie weg, vor mir, floh, weil ich trotz all ihrer Geschichten nicht genug Vertrauen in sie gehabt hatte. Ich war wie betäubt, als sie mich stehen ließ, immer wieder liefen die letzten Momente vor meinem inneren Auge wieder ab. Wie ich erst gedacht hatte, dass es sich wenigstens etwas fängt, es vielleicht nicht gut war, aber dennoch reichte, damit sie mit nach Hause kam und sie mir langsam wieder verzeihen konnte. Die Sorgen, die sich gerade gelegt hatten, hatte sie einfach so krass wieder entfacht, dass es mich einfach nur erschlagen hatte.
Ich litt. Also gerade in Anbetracht dessen, dass Männer alles überdramatisierten und trotzdem das starke Geschlecht sein wollten, ja ich litt. Viel zu sehr, dafür, dass sie doch gar nicht lange weg war bisher. Das Problem war eben nur die Sorge, dass sie vielleicht nicht wieder kam. Oder wenn, dann nur um ihre Sachen zu holen. Ich sollte ihr Zimmer abschließen, den Schlüssel immer mit mir herumtragen und wenn sie dann wiederkam, dann musste sie mit mir reden und irgendwie könnte ich sie sicher dazu bringen zu bleiben, oder? Vielleicht machte ich es auch nur einfach noch schlimmer, ich war ja scheinbar ein Held, was das anbelangte. Die Gedanken schleifte ich zwei Tage mit mir herum, zwei Tage, in denen ich für meinen Zustand doch zu viel machte, dafür dass ich eine Schonfrist einhalten sollte. Es hatte halt niemand so wirklich ein Auge auf mich. Nur zwischendurch wurde ich von diversen Menschen ermahnt, weniger zu machen. Aber ich konnte einfach nicht dumm rum sitzen. Am späten Nachmittag des zweiten Tages gab ich dann auf. Ich war müde vom Tag und musste eine Pause machen. Und diese Pause nutzte ich dann doch um Diego anzuschreiben. Ich inkonsequenter, respektloser Idiot. Sie wollte ihre Ruhe und ich nervte trotzdem. Wenn auch nicht direkt sie. Ich blies ein wenig Trübsal, während ich auf eine Antwort wartete. Als die dann schließlich kam, war ich wieder hellwach. Ich antwortete nur kurz, dass ich mich gleich auf den Weg machte, dann war der PC auch schon wieder aus und ich stand schon fast direkt unter der Dusche. Ich wollte ja wenigstens nicht den Eindruck schinden, als hätte ich viel gearbeitet, dann würde ich nur wieder Ärger bekommen von Vivi. Also machte ich mich frisch, zog mir frische Sachen an und schnappte meine Autoschlüssel. In der Stadt kannte ich mich zum Glück aus, fuhr also zielstrebig zur genannten Adresse und suchte mir einen Parkplatz, ehe ich klingelte. Ich war irgendwie ein wenig nervös, hatte Angst, es wieder zu verspielen, zumal sie ihre Ruhe haben wollte. Na, das konnte was werden. Als Diego mir die Tür öffnete, spähte ich kurz unsicher an ihm vorbei, ehe ich mich kurz mit ihm unterhielt und herein bitten ließ. Ich versuchte mich zu erkundigen, ob Vivi überhaupt wusste, dass ich da war oder wie ihr genereller Zustand war, aber die Antworten waren eher unklar und er lenkte mich einfach den Flur entlang, schob mich dann einfach in ein Zimmer und schloss hinter mir die Tür. Ein wenig erstarrt blieb ich stehen in seinem Schlafzimmer, hörte, wie er den Schlüssel im Schloss herum drehte und fühlte mich meinem Schicksal einfach nur ausgeliefert. Ein wenig verlegen lächelte ich Vivi an, die mit hochgezogener Decke im Bett lag. Unsicher räusperte ich mich, trat nur einen weiteren Schritt ins Zimmer hinein, wollte eigentlich zu ihr und ging das Risiko doch lieber nicht ein. "Hey.. tut mir leid, dass ich dir deine Ruhe nicht lasse, aber... Ich vermisse dich. Ich kann nicht schlafen ohne dich, ich.. dreh einfach durch. Es tut mir wirklich leid, dass ich dir nicht genug Vertrauen entgegen gebracht hab, nach allem was du mir erzählt hast, was du alles getan hast, Ich kann auch verstehen, dass es ein bisschen viel Stress war und meinetwegen, nimm dir deine Pause, fühl dich zu nichts verpflichtet, aber bitte, bitte, komm wieder mit nach Hause", befreite ich mich von meiner Last, rieb mir mit einer Hand befangen durch den Nacken, während ich auf ihre Reaktion wartete.


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