#176

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 25.12.2018 23:13
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Ich verfolgte auch still und heimlich immer mal wieder die Bewegung in den Medien zu Vivis Fall. Seriöse Quellen hätten nur Berichte über den Stand der Ermittlungen geteilt, die Boulevardzeitung wollte aber lieber mehr und mehr zu berichten haben. Sie wollten Gespräche mit den Tätern zu den Motiven, sie wollten Vivis Sicht erfahren und lebensnah wiedergeben. Bisher hatte es noch keiner getan, aber sie priesen an, dass sie alle Hebel in Bewegung dafür setzen wollten. Ich hoffte, dass sie es nicht schafften oder dass sie von der Polizei einen Riegel vorgeschoben bekamen, auch wenn ich bezweifelte, dass das aufgrund der Pressefreiheit passieren würde. Ich machte mir dabei keine Sorgen um meinen Ruf ode den des Hofes, sondern nur darum, dass sie es bis zum Äußersten ausschlachten würden und auch Aspekte dafür heranziehen würden, die damit nichts zu tun hatten. Als Vivi meinte, sie würde mir gerne Russland zeigen, lächelte ich sanft. Ihre Heimat. Sie kannte alles von mir, aber ich so wenig von ihr. Ich hoffte wirklich, dass wir das mal ändern konnten und ich nahm es mir fest vor, endlich mal meinen Kalender durchzuplanen um einschätzen zu können, wann es wohl mal möglich war. Vermutlich nur im Winter, weil da die Saison vorbei war und nur einzelne Hallenturniere stattfanden. Andererseits wurden da meist die Jungpferde trainiert, weil man ihnen dann mehr Aufmerksamkeit widmen konnte. Wie brauchten dringend einfach einen neuen Bereiter, der mir die Arbeit zum Teil abnehmen könnte. Das Problem war ja nur auch leider, dass ich gerne die Zügel in der Hand hatte - im wahrsten Sinne. Ich verdrängte die Gedanken aber schnell wieder und kam zum hier und jetzt zurück. Ich sollte mich nicht blamieren. Weder beim Tanzen noch beim Billard spielen. "Bitten? Nein. Sie müssen nur schnipsen und ich liege Ihnen zu Füßen", sagte ich charmant, aber mit frechem Lächeln. "Nicht schlecht für den Anfang, gehst wohl auf die Vollen", riss ich einen schlechten Spruch, ehe ich schließlich dran war. Ich begutachtete einen Moment den Tisch mit den Kugeln, ehe ich mich an Vivi vorbei schob - nicht ohne mir einen kurzen Kuss zu stehlen. Dann beugte ich mich über den Tisch, ließ den Queue über die Beuge meines linken Daumen gleiten und stieß die weiße Kugel in Richtung einer halben Kugel, die etwas abseits von den anderen lag. Nach dem ersten Schlag sah es immer noch etwas eng aus, deshalb fing ich mit einer einfachen Kugel an. Zielsicher verschwand sie in einem Loch. Also ein weiterer Zug. Wieder schob ich mich an Vivi vorbei, grinste frech und stahl mir wieder einen Kuss. "Du bringst mir Glück", meinte ich, ehe ich mich neu in Position brachte. Auch eine zweite Kugel versenkte ich, wobei die weiße die anderen noch etwas auseinander brachte. Es lockerte das Feld zwar etwas auf, aber ich schaffte es leider nicht, eine dritte auch noch zu versenken.


zuletzt bearbeitet 25.12.2018 23:23 | nach oben springen

#177

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 28.12.2018 22:55
von Alex • Senior Member | 5.831 Beiträge | 1037624 Punkte

Lächelnd beobachtete ich Kieran dabei, wie er sich dem Tisch näherte und und dann mit der weißen Kugel eine der halben Kugeln ansteuerte. Diese landete natürlich in einem der Löcher. Das hätte ich wohl auch geschafft. Auch eine zweite Kugel wurde von meinem Freund noch ins Jenseits befördert, wobei dieser Stoß auch die ganzen anderen Kugeln etwas ins rollen brachte. Mit meinen Augen folgte ich der schwarzen Kugel, welche relativ sicher etwas abseits lag. Nachdem dem jungen Mann jedoch keine dritte Kugeln versenken konnte, schob ich mich an ihm vorbei und lehnte mich etwas provokant über den Billardtisch, streckte ihm dadurch meinen Arsch entgegen, ehe ich zwei der vollen Kugeln fixierte und die weiße Kugel in die Richtung schob. Sehr erfolgreich sogar, denn ich versenkte beide Kugeln in zwei beieinander liegende Löcher. Grinsend drehte ich mich zu Kieran um und funkelte in mit meinen Augen fröhlich an. "Anfängerglück oder Ausnahmetalent?", fragte ich unschuldig nach und legte ihm kurz die Arme um den Hals, um ihn zu küssen. "Ich hoffe, du bist ein guter Verlierer.", flüsterte ich scherzend und drehte mich wieder dem schwarz grünen Billardtisch zu, um eine weitere Kugel erfolgreich in eines der Löcher zu bugsieren. Ich lachte leise auf und legte den Kopf in den Nacken. Leider nahm mein Glück bei der vierten Kugel jedoch ein jähes Ende und ich hätte fast die schwarze Kugel eingelocht und das Spiel somit beendet. Erleichtert atmete ich dann auf und trat wieder zurück. "Du bist.", informierte ich meinen Freund und beobachtete diesen mit einem glücklichen Lächeln. Die interessierte Bedienung hatte wohl inzwischen eingesehen, dass sie bei Kieran keine Chance hatte. Sie würdigte uns beide keines Blickes mehr, was ich als durchaus positiv betrachtete. Ich wollte nicht, dass eine andere Frau meinem Freund zu nahe kam. Vor allem nicht so eine Frau wie diese Kellnerin. Ich biss mir auf die Unterlippe und sah wieder zu Kieran. Er war ein so wunderbarer Mensch und ich konnte froh sein, ihn zu haben. Ich konnte nicht sagen, was ich ohne ihn gemacht hätte. Er war mein engster Vertrauter und eine ausgezeichnete Stütze. Ich liebte ihn wirklich mehr als alles andere. Vielleicht sogar mehr als das Ballett und Thunderblood. Dennoch war ich mir nicht sicher, ob wir eine märchenhafte Zukunft vor uns hatten. Es gab so viel, was noch vor uns lag. Die Gerichtsverhandlung, die Sache mit meiner Ballettkarriere, die Sache mit seiner Reitkarriere. Ich seufzte leise und verschränkte die Arme vor der Brust. Würden wir das schaffen? Ich wusste, dass Kiri hinter mir stand. Aber würde er das auch, wenn ich mich für Russland und gegen Amerika entscheiden würde? Eine Karriere am Moskauer Ballett würde bedeuten, dass ich für mindestens zehn Jahre durch die Welt reisen würde. Jeden Abend eine andere Vorführung. Stundenlanges Training. Kaum Freizeit. Kaum Zeit für eine Beziehung. Ich wollte nicht daran denken, denn der Moment gerade war dafür einfach viel zu schön. Nachdenklich legte ich Kieran von hinten die Arme um seinen Bauch und ließ dabei eine Hand unauffällig nach unten in seine Hose wandern. "Hmmm...", machte ich leise und vergrub meinen Kopf in dem Stoff seines Shirts, atmete seinen guten Geruch ein. Ausnahmsweise roch Kieran mal nicht nach Pferd, Schweiß und Mist. Mit sanftem Druck massierte ich dann seinen Penis, was jedoch lediglich als unfaire Ablenkung vom Spiel dienen sollte.



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#178

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 29.12.2018 22:23
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Ein leichtes Schmunzeln legte sich auf meine Lippen, als ich Vivi dabei beobachtete, wie sie sich über den Billardtisch lehnte. Es war wirklich eine gute Idee, mit der Freundin solche Unternehmungen zu machen. Die Aussicht war zumindest grandios. Als sie mich nach meiner Meinung zu den zwei versenkten Kugeln fragte, grinste ich sie leicht an. "Vielleicht beides. Aber ich hab eher deinen Stand beurteilt. Sieht sehr gut aus. Vor allem dein Hintern kommt dabei sehr gut zur Geltung", sagte ich mit einem charmanten Lächeln und umfasste ihren wundervollen Arsch mit meinen Händen, als sie ihre Arme um mich legte. Ich erwiderte ihren Kuss, ehe ich lachte. "Wenn du meine Stimmung danach mit etwas Zuwendung wieder aufbesserst, verliere ich gerne", erklärte ich mich bereit zu verlieren. Im nächsten Moment fragte ich mich, ob das so gut war. Sex sollte niemals nur eine Gefälligkeit für uns sein, ich würde es auch nie von ihr einfach verlangen. Aber so eine Situation verlangte mir ab und an eben einen frechen, anrüchigen Spruch ab Ich hatte ihr nie versprochen, sie mit Samthandschuhen anzufassen diesbezüglich und Sinn und Zweck konnte es den Rest des Lebens ja auch nicht sein. Dennoch fragte ich mich manchmal, ob es bei Vivi zu viel Druck auslösen könnte, weil sie es ernst nahm. Sie hatte gelernt, dass Männer immer Sex wollten und ihn auch bekamen, wenn sie wollten. So sollte das aber niemals bei uns sein.
Als sie fast die schwarze Kugel versenkte, sog ich Luft durch meine Zähne. "Ouh, das war aber knapp. Wer wird hier verlieren, hm?", grinste ich und widmete mich wieder der weißen Kugel um sie geschickt gegen eine halbe Kugel zu stoßen, die daraufhin in einem Loch verschwand. Um die Nähe der schwarzen Kugel zu vermeiden, wählte ich für die nächste Halbe ein weiter entfernt liegenden Loch. Eine ihrer vollen brachte ich dadurch in die Nähe der schwarzen, auch knapp. Dann wollte ich mich einer dritten Kugel zuwenden, suchte mir einen guten Winkel und auf einmal lagen ihre Arme um meinen Bauch. Ich lächelte kurz vor mich hin, ehe ihre Hand auf nicht gerade unschuldige Weise in meine Hose wanderte. "Ich sagte Zuwendung nachdem ich verliere. Du möchtest das, damit ich verliere. Richtig?", sagte ich über meine Schulter hinweg zu ihr, schmunzelte leicht. Und dann stand ich da, gefangen in einer leichten Unsicherheit, was ich nun machte. Wie sollte ich so denn noch ordentlich spielen? Ich konnte sie und was sie tat nicht einfach ignorieren und mich konzentrieren. "Vielleicht sollte ich mit Absicht die schwarze Kugel versenken, damit wir woanders hingehen können", überlegte ich, spielte aber erst einmal sehr bedacht eine meiner Kugeln in ein Loch. Ich machte aber keine Anstalten, mich woanders hinzubewegen um weiter zu spielen.


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#179

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 30.12.2018 21:17
von Alex • Senior Member | 5.831 Beiträge | 1037624 Punkte

Bei seinem Kompliment musste ich schmunzeln und schüttelte lachend den Kopf. „Jaja.“, murmelte ich grinsend und seufzte auf, als Kieran seine Hände an meinen Po legte. „Hmmm…“, gurrte ich und suchte kurz mit meinen Augen nach den Toiletten. Bei seinen nächsten Worten lachte ich auf. „Das sollte sich einrichten lassen.“, stimmte ich dem Vorschlag amüsiert zu und widmete mich dann wieder dem Spiel, wobei ich es ja fast beendet hätte. Nachdem ich also meinen Sieg in Gefahr sah, überlegte ich mir schnell einen guten Plan. Dieser sah so aus, dass ich meinen Freund von hinten umarmte und ein wenig mit Streicheleinheiten verwöhnte. „Mein Freund bekommt doch immer Zuwendung.“, warf ich lächelnd ein und küsste seinen Rücken einige Male. „Wir können gerne wo anders hingehen…“, stimmte ich ihm ein weiteres Mal zu und sah dann seitlich an Kiri vorbei. Tatsächlich landete eine weitere Kugel in einem der Löcher. „Oha.“, schmollte ich und löste mich von ihm. „Also wegen mir können wir das Spiel gerne ein anderes Mal beenden und uns anderweit beschäftigen.“, murmelte ich leise und sah mich um. Hier würde ich mich wohl kaum auf etwas Sexuelles einlassen. Doch in seinem Auto? Nachdenklich sah ich auf die Straße und dann wieder zu Kieran. „Was denkst du?“, überließ ich es schließlich meinem Freund, da wir sowieso nicht einfach abhauen konnten, bevor die Rechnung nicht beglichen worden war.



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#180

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 31.12.2018 23:21
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Hatte ich es doch gewusst. Sie war ein manipulatives, böses Mädchen. Da wollte sie sich doch wirklich den Sieg erschleichen und erkaufen durch eine sexuelle Gegenleistung. Furchtbar. So furchtbar, dass ich ganz begeistert einfach weiter vor mich hin grinste, auch während ich nicht versuchte zu verlieren, sondern eher schnell zu gewinnen. Vielleicht würde ich zur Belohnung zwar nicht weiter solch tolle Versprechungen, Berührungen oder auch Sex bekommen, aber mein Gedanke zählte auch andersrum. Wenn sie verlor, würde ich ihre Stimmung sicher wieder heben können. Und wenn ich dafür ihr ganzes Zimmer mit Kerzen dekorieren müsste, würde ich es tun. Aber ich glaubte nicht einmal, dass das nötig wäre, auch wenn ich sicherlich mal einen romantischen Abend zuhause einrichten könnte. Ich schrieb es mir auf eine imaginäre ToDo Liste, ehe sie mich doch sehr von jedem normalen Gedanken abbrachte. Dennoch schaffte ich es irgendwie, relativ gut zu spielen, auch wenn es scheinbar dazu führte, dass sie von mir abließ mit einem kleinen Schmollen. Aber ich ließ mir ihr Angebot durch den Kopf gehen und sah sie nachdenklich an. Ich lehnte mich gegen den Billardtisch, legte den Queue darauf und legte meine Hände an Vivis Taille. Ich stahl mir einen kurzen, aber leidenschaftlichen Kuss. Als ich mich wieder von ihr löste, griff ich kurz hinter mich, nahm die schwarze Kugel und schob sie mit einer Hand in ein Loch. "Oh Handspiel. Mieses Foul. Du hast gewonnen", war meine Antwort auf ihre Frage, was ich dachte, und grinste sie frech an. Dann kramte ich meine Autoschlüssel hervor und drückte sie ihr in die Hand. "Geh ruhig schon vor. Ich zahle eben", meinte ich, ehe ich dann in Richtung des Bartresens schlenderte.


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#181

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 10.01.2019 11:40
von Alex • Senior Member | 5.831 Beiträge | 1037624 Punkte

Ich konnte förmlich sehen, wie es in Kieran's Kopf ratterte und ratterte. Amüsiert zog ich mit einem frechen Grinsen im Gesicht die Augenbrauen nach oben und beobachtete meinen Freund dabei, wie er mit der Hand die schwarze Kugel versenkte. "Oh. Du bist ein richtig unfairer Mitspieler.", stellte ich lachend fest und schüttelte den Kopf. Schmunzelnd nahm ich seinen Autoschlüssel entgegen, als Kiri mir mitteilte, dass er noch zahlen wollte. "Geht klar. Beeil dich. Ich warte auf dich."; flüsterte ich mit erotischer Stimme und griff ihm kurz zwischen die Beine, ehe ich mit schwingender Hüfte den Ausgang ansteuerte und das Auto öffnete. Nachdenklich baute ich es dann ein wenig um, sodass wir mehr Platz hatten. Die vorgeklappte Rückbank und der leere Kofferraum würden wohl reichen. Ungeduldig zog ich an meinen Schuhen, bis ich diese achtlos nach vorne warf und auch der Rest meiner Klamotten folgte schließlich. Nachdenklich griff ich nach einer dünnen Decke, welche ich so über mich zog, dass sie das Wichtigste verbarg, aber dennoch einen verlockenden Anblick freigab. Bis Kieran kam, verbrachte ich die Zeit noch an meinem Handy. Schritte ließen mich aufhorchen, weswegen ich das Smartphone zur Seite legte und mich etwas aufrichtete. Sofort erkannte ich meinen Freund, welcher den Kofferraum öffnete. "Da bist du ja.; stellte ich erfreut fest und zog die Decke etwas beiseite, um die Beine minimal zu spreizen. "Aber eigentlich habe ich mit Verlierern keinen Sex...", warf ich mit strenger Miene ein und überlegte kurz. "Aber vielleicht kannst du mich ja dennoch überzeugen. Komm her...", hauchte ich liebevoll und streckte die Arme aus, um Kieran an und auf mich zu ziehen. Schnell griff ich nach dem unteren Saum seines Shirts, welches ich mit einer geübten Bewegung nach oben zog und auch irgendwo nach vorne warf. Wir mussten danach nur unsere Sachen wieder einsammeln. Zufrieden betrachtete ich seinen muskulösen Oberkörper. "Du siehst so heiß aus...", murmelte ich mit rauchiger Stimme und richtete meinen Oberkörper minimal auf, sodass ich seine Brust mit sanften Küssen bedecken konnte,während ich mit der einen Hand seine Hose öffnete und langsam nach unten zog. Sex im Auto hatte ich tatsächlich auch noch nie gehabt. Doch der Wagen war zum Glück groß genug für solche Aktionen. "Wenn unsere Dates immer so enden, haben wir ab jetzt jeden Tag ein Date.", flüsterte ich liebevoll in sein Ohr und suchte mir dann mit den weichen Lippen einen Weg über seine stoppelige Wange bis zu seinen Lippen, um Kieran dann leidenschaftlich zu küssen. "Ich will dich, Kiri...", gab ich zwischen zwei Atemzügen von mir und blickte den jungen Mann verliebt an. Diesen Satz hatte ich schon oft gesagt, aber niemals freiwillig."Ich liebe dich eindach so sehr..."; fügte ich noch liebevoll hinzu und ließ meine Hände über seinen Oberkörper wandern. Es war einfach unglaublich, was dieser Mann mit mir angestellt hatte. Ich, die vom Schicksal gezeichnete Vivi, hatte mich in diesem früheren Rüpel verliebt. Hals über Kopf. Ich hatte meine Ängste überwunden und konnte erstmals Sex haben, ohne dass es mir davor grauste. Ich genoss die gemeinsame Zeit wirklich sehr. "Bleib bitte für immer bei mir, ja?", bat ich ihn leise und legte die Arme um seinen Hals. Er war der erste Mann, dem ich mich nach meinen dramatischen Erfahrungen geöffnet hatte, und Kieran würde wohl auch immer der einzige Mann bleiben.



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#182

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 10.01.2019 15:10
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

"Ich weiß, aber dafür ein brillanter Freund"; erwiderte ich mit einem verschmitzten Grinsen, als die schwarze Kugel versenkt war. Immerhin gab ich unser Spiel zugunsten unserer Beziehung auf. Dabei hätte ich jetzt sicherlich auch noch gewonnen. Zumindest würde ich das für mich einfach weiterhin denken für mein Ego, während Vivi sicherlich für sich dachte, dass sie gewonnen hätte. Aber es war ja auch recht irrelevant. Der Abend war bisher bis auf eine zu flirtende Kellnerin wunderbar, zumindest hatte ich mich selten so ausgelassen gefühlt in letzter Zeit. Ich sollte unbedingt öfter mit Vivi ausgehen. Bei ihrem erotischen Flüstern und dem Griff zwischen meine Beine atmete ich einmal tief durch. "Ich beeile mich", versprach ich rau, ehe ich ihrer schwingenden Hüfte hinterherblickte. Was hatte ich nur für ein Glück. Dann riss ich mich von dem Anblick los, ging zurück zu dem Tisch,an dem wir zuvor gesessen hatten und winkte die Kellnerin heran. Sie nickte mir zu, kam dann sobald sie die paar Teller zu Gästen gebracht hatte zu mir und sie lächelte strahlend. Immerhin war ja Vivi gerade nicht da. "Hat es dir hier gefallen?", fragte sie mich schon fast lasziv, während sie mir die Rechnung überreichte. "Ja. Früher war ich öfter hier. Sollte ich wohl auch wieder"; meinte ich mit einem freundlichen Lächeln. Sie fasste es wohl als Kompliment für sie auf. Zumal ich ihr natürlich ein großzügiges Trinkgeld überreichte. Sie nahm meine Hand, statt mein Geld und zog mit der rechten ihren Kugelschreiber. "Du kannst mich jederzeit hier besuchen kommen oder dich melden", sagte sie mit einem Augenaufschlag, während sie Namen und Nummer auf mein Handgelenk schrieb unter meine Tattoos. Dadurch fiel die Schrift nicht sofort ins Auge. "Ehm.. danke für das Angebot, aber ich bin vergeben. Sehr fest vergeben. Ich liebe meine Freundin und werde sie sicher nicht für ein kleines Abenteuer mit dir verlassen", wies ich sie deutlich zurück. Dann drückte ich ihr das Geld in die Hand, ehe ich mich umdrehte und ging. Ich versuchte kurz die Schrift von meiner Haut zu entfernen, aber der Stift war sehr schmierfest. Ich gab es also auf und kehrte einfach zum Wagen zurück. Ich würde es Vivi sicherlich erklären können, ohne dass sie ausflippte. Neugierig warf ich einen angestrengten Blick durch die Fenster des Wagens, bevor ich den Kofferraum öffnete. Was ich vorfand, ließ mich einen Moment innehalten. Ich betrachtete ihre langen Beine, den Stoff der gerade so eben noch ihre Intimzone bedeckte und auch nur knapp über ihren Brüsten "Ich gewinne dafür bei vielen anderen Dingen"; erwiderte ich zu meiner Verteidigung und folgte gerne ihrer Aufforderung und ihrem Zug um mich zu ihr zu begeben. Ich hatte mir fast den Kopf gestoßen am Dach des Wagens, aber zog rechtzeitig den Kopf noch ein. Ich ließ sie breitwillig mein Shirt ausziehen und wegwerfen. "Und du erst"; erwiderte ich ihr Kompliment, ließ meine Hände unter die Decke und über ihren Körper wandern, während sie meine Hose hinabzog. Mir hatte sie die Arbeit, aber eigentlich auch Freude sie auszuziehen bereits abgenommen. Aber im Auto war auch nur begrenzt Platz, so war das wesentlich einfacher nur meine Sachen noch zu entfernen. "Das lässt sich sicher einrichten"; erwiderte ich rau, als sie vorschlug, jeden Tag so ein Date zu haben. Es ließ sich zwar zeitlich sicher nicht einrichten, aber daran dachte ich gerade gar nicht. "Ich liebe dich auch", flüsterte ich an ihre Lippen nach unserem leidenschaftlichen Kuss, ehe ich sie wieder küsste und meine Hand zwischen ihre Beine wanderte um sie ein wenig zu verwöhnen. Bei ihrer Bitte, für immer bei ihr zu bleiben, nickte ich leicht. "Ich bleibe", bestätigte ich. Und wieder kam der Hauch eines Gedankens auf, der sehr viel mit einem Ring mit einem Steinchen und einem Kniefall zu tun hatte.


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#183

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 10.01.2019 23:47
von Alex • Senior Member | 5.831 Beiträge | 1037624 Punkte

Amüsiert beobachtete ich Kieran dabei, wie er einen Blick in das Auto warf und dann den Kofferraum öffnete. Na endlich, ich hatte ja lange genug gewartet. Die Schrift auf seinem Arm entging mir vorerst, da ich auf ganz andere Dinge achtete. Räkelnd streckte ich mich ein wenig aus und zeigte ihm dabei meine trainierte Figur, die allmählich nicht mehr so abgemagert aussah. "Soso. Und bei welchen Dingen gewinnst du?", hakte ich grinsend nach und sah ihn warnend an. Kieran sollte jetzt besser nichts falsches sagen, sonst würde ich mich eindach wieder anziehen. Doch ich war schon viel zu geil auf ihn, auch wenn ich das eigentlich nicht zugeben wollte. Zufrieden zog ich dann den jungen Mann dichter an mich und schob seine Hand weg, welche zwischen meine Beine gewandert war. "Das hier ist ein Quickie, mein Schatz.", tadelte ich und schob meine Hand an meinem Bauch entlang zwischen seine Beine, um sein erregtes Glied zu ergreifen und direkt an meiner Mitte anzusetzen. Für besonders intensiven und zeitaufwendigen Sex war das Auto dann doch eher ungeeignet. Außerdem war eine schnelle Nummer eine willkommene Abwechslung. Willig streckte ich ihm mein Becken entgegen und sorgte dadurch dafür, dass er noch tiefer in mich eindringen konnte. Die Arme hatte ich in seinem Nacken verschränkt, die Augen hielt ich geschlossen und die vollen Lippen leicht geöffnet. Immer wieder kamen wohlige Geräusche hervor. Die Fensterscheiben des Autos waren bereits beschlagen. "Oh ja!", schrie ich lustvoll auf und schnappte mir mit den Zähnen die Decke, um auf diese zu beißen. Ich wollte und durfte nicht zu laut werden. Ich näherte mich schnell meinem Orgasmus und auch Kieran schien meine Ansage bezüglich der schnellen Nummer ernst zu nehmen. Beinahe zeitgleich als er sein Sperma in mich spritzte, überkam mich ein unbeschreibliches Gefühl. Zitternd und schwer atmend blieb ich für einen Moment mit geschlossenen Augen liegen, ehe ich mich auf den Unterarmen abstützte und leicht aufrichtete. "Wow...", hauchte ich und drückte Kieran einen sanften Kuss auf die Wange, während meine Hand nach der Packung Taschentücher suchte. Ich schob mir eins davon zwischen die Beine und drückte auch Kieran eins auf die Eichel, damit wir das Auto nicht einsauten. Bestimmt schon ich den jungen Mann dann von mir runter und richtete mich ganz auf. Die Scheiben ließen keinen Durchblick mehr. Grinsend zeichnete ich mit dem Finger ein Herz und schrieb 'V+K' in dieses, ehe ich nach den Händen meines Freundes griff. "Daran könnte ich mich echt gewöhnen. Ausgeführt und befriedigt werden.", stellte ich kichernd fest und sah nach unten, wobei mir nun die seltsame Zahlenfolge unter seinem Tattoo auffiel. Mein Lächeln verschwand augenblicklich und ich sah Kieran zutiefst verletzt an. "Verstehe...", stieß ich angepisst hervor und griff nach meinen Klamotten, um mich schnell anzuziehen. "Deswegen hast du mich vor geschickt. Damit du dir von der Kleinen die Nummer geben kannst.", schniefte ich und die Tränen schossen mir sofort in die Augen. Ich war nun mal sensibel und eifersüchtig, auch wenn ich es bei Kieran eigentlich besser wissen sollte. Kopfschüttelnd krabbelte ich an Kieran vorbei aus dem Wagen und lief mit vor der Brust verschränkten Armen in die Dunkelheit.



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#184

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 12.01.2019 00:48
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

"Kennst du das Sprichwort: Pech im Spiel, Glück in der Liebe? Mit dir habe ich auf jeden Fall gewonnen"; erwiderte ich schmeichelnd, während meine Augen hungrig ihre räkelnden Bewegungen beobachteten. Als sie meine Hände von ihrer Mitte wegzog, grummelte ich enttäuscht. "Dabei fasse ich dich so gerne an"; wandte ich ein, aber ich würde ihren Forderungen natürlich auch gerne Folge leisten. Wie sollte ich auch anders können, wenn sie sich so deutlich mitteilte und mir ihr Becken so entgegen reckte. Bereitwillig drang ich also in sie ein, stahl ihr leidenschaftliche Küsse, biss sanft in ihren Hals. Mit schnellen Bewegungen stieß´ich in sie, atmete rau, als sie laut aufschrie. Ich hätte es vielleicht nicht zugegeben, aber sie tat recht daran, einen Quickie gefordert zu haben. Lange Zeit war es hier sicherlich nicht mehr bequem, wenn auch die beschlagenen Scheiben unsere Aktivitäten vor der Außenwelt verbargen. Sicherlich wackelte das Auto dennoch und würde uns verraten. Aber das störte mich gar nicht, ich war gerade sehr glücklich, vor allem, nachdem uns der Orgasmus überrollte und wir einen Moment einfach nur schwer atmeten. Bei ihrem leichten 'Wow' schmunzelte ich leicht und küsste sie sanft, während sie Taschentücher verteilte. Ein wenig umständlich machte ich es mir neben ihr mehr oder weniger bequem, putzte mich ab, während sie ein Herzchen an die beschlagene Scheibe zeichnete. "Hoffnungslos romantisch"; kommentierte ich das, ehe sie meine Hände griff. Ich verschränkte meine Finger mit ihren, schmunzelte über ihre Worte. Ich wollte gerade erwidern, dass wir es sicherlich häufiger mal schaffen würden, auszugehen, als ihre Miene auf einmal gefror. "Was..?", gab ich verwirrt von mir, als sie angepisst ihre Sachen zusammensuchte und sich anzog. Ich hatte die Nummer schon ganz vergessen gehabt, erst jetzt fiel sie mir wieder ein. "Vivi,,", versuchte ich sie mit sanfter Stimme zu beruhigen, aber sie hatte sich ihre Version schon zurechtgesponnen. Ich wäre kurz fast ein wenig sauer gewesen, dass sie mir nicht vertraute, aber als ich sah, dass sie weinte, verflog mein Ärger. "Vivi, warte", versuchte ich sie aufzuhalten, als sie auch schon halb aus dem Wagen verschwunden war. "Scheiße", fluchte ich leise, zog schnell meine Sachen wieder über und kletterte hastig aus dem Auto. Nicht ohne mir schön den Kopf zu stoßen. Mit zusammengekniffenen Augen sah ich erst in die eine Richtung der Straße, dann in die andere. In der Dunkelheit sah ich Vivi dort und wie sie um eine Ecke verschwand. "Vivi!", rief ich, lief ihr dann eiligen Laufschrittes nach. Ich war gerade nicht in der Stimmung auf Drama, hätte sie gerne einfach im Arm gehalten, aber das stand gerade scheinbar nicht zur Debatte. Als ich sie eingeholt hatte, griff ich sachte nach ihrem Arm. "Nun bleib doch stehen und hör zu. Ich habe nicht nach der Nummer gefragt." Meine Stimme war schon fast ein wenig streng. Ich war doch ein wenig angefressen. Warum vertraute sie mir nur nicht?


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#185

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 12.01.2019 22:34
von Alex • Senior Member | 5.831 Beiträge | 1037624 Punkte

Zutiefst enttäuscht und verletzt lief ich planlos durch die Dunkelheit und endete schließlich in einer dunklen Gasse. Dennoch hatte mich Kieran bald eingeholt und griff nach meinem Arm. "Lass mich los!", fauchte ich ihn mit Tränen in den Augen und schob den jungen Mann bestimmt von mir weg. "Klar.", antwortete ich mit einem ironischen Unterton und nahm aus den Augenwinkel vier fremde Männer wahr. "Alles okay, Miss?", fragte mich einer von ihnen und musterte Kieran abwertend. "Jaja, alles gut...", antwortete ich abwesend und wollte die Fremden abschütteln, allerdings ohne Erfolg. "Bedrängt der Mistkerl Sie, junge Frau?", mischte sich nun ein Zweiter ein und drängte sich zwischen Kieran und mich. "Es ist nicht...", warf ich ein, doch da hatte der Mann schon ausgeholt und Kieran die Faust ins Gesicht geschlagen. "Verdammt!", schrie ich auf und versuchte, die Situation irgendwie zu schlichten. Doch während zwei Männer auf meinen Freund einschlugen, zogen mich die anderen Beiden etwas weiter weg. "Keine Sorge, Miss. Wir werden uns um diesen Mistkerl kümmern. Keine Frau sollte so belästigt werden.", versicherte mir der Größere zuversichtlich und schüttelte den Kopf. "Aber...", versuchte ich es erneut ohne eine Chance zu haben. Mein Blick wanderte zu den drei Männern, die sich prügelten, und dann auf die Lederjacke meines Gegenübers. Ein Bandenzeichen war auf der rechten Seite auf Brusthöhe eingestickt. Es musste sich wohl um irgendeine Gang handeln. Schluchzend verschränkte ich die Arme vor der Brust, ehe ich mich duckte und an den zwei Männern vorbei drückte. "Verdammt, jetzt hört mir doch mal zu!", schrie ich und schubste einen der Männer, die sich auf Kiri konzentrierten, weg. "Er hat mich nicht belästigt. Er ist mein Freund!", klärte ich die Situation auf und die vier Männer zogen sich endlich mit einem entschuldigenden Blick zurück. Weinerlich eilte ich zu Kiri und ging neben ihm in die Hocke. "Es tut mir so leid...", schluchzte ich voller Entsetzen und holte aus meiner Handtasche ein Taschentuch, mit welchem ich vorsichtig seine blutigen Wunden abtupfte. "Ich liebe dich, Kieran...Bitte verzeih mir...", murmelte ich immer wieder und griff sanft nach seiner Hand. "Ich hätte nicht weglaufen dürfen...und dich die Sache in Ruhe aufklären lassen sollen. Es tut mir leid...", entschuldigte ich mich immer wieder verzweifelt. Wieso hatte ich überhaupt so dämlich reagiert? Kieran würde mich wohl kaum betrügen. "Du bist einfach mein erster Freund und ich habe so viel Angst...", erklärte ich schuldbewusst und senkte den Blick. Ich war noch weit davon entfernt, eine gesunde Beziehung führen zu können. Das wurde mir heute ein weiteres Mal klar. Unglücklich richtete ich mich auf und hielt den Blick betroffen gesenkt. "Ich..wir..sollten nach Hause.", stieß ich schließlich noch immer unter Tränen hervor und lief langsam zurück zum Wagen, in welchen ich mich schweigend setzte und starr geradeaus sah. So hatte der wunderbare Abend doch noch eine beschissene Wendung genommen und war zu einem noch beschisseneren Ende gekommen. Und mal wieder war ich daran Schuld. So wie immer.



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#186

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 13.01.2019 17:29
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Es machte mich fertig, dass ich nicht in Ruhe mit Vivi reden konnte. Ich konnte ja verstehen, dass es ziemlich falsch aussah, dass ich diese dämliche Handynummer da stehen hatte, allerdings bräuchte ich doch lediglich ein paar kurze Sekunden um es zu erklären. Wir sollten vielleicht ein paar Regeln feststellen, wie sie auf mich wütend sein durfte und wie sie beleidigt tun durfte. Weglaufen in eine dunkle Gasse würde definitiv bei den No-Go's landen. Als sie mich anfauchte sie loszulassen, kam ich ihrem Wunsch nicht nach. Sie musste sich dringend beruhigen oder zumindest kurz stehen bleiben, damit ich sie beruhigen konnte. Ich passte natürlich auf, nicht zu fest zuzupacken, sondern einfach nur nicht nachzugeben, auch als sie mich wegschieben wollte. Bei ihrem spöttischen 'Klar' seufzte ich leise, wollte gerade ansetzen zu erklären, als die fremden Männer dichter kamen und sich bei Vivi erkundigen wollten, ob alles okay war. Ich löste langsam und argwöhnisch meine Hände von Vivi, als ich diese stechenden Blicke kassierte. "Ey, Moment mal", knurrte ich, als der eine mich einen Mistkerl nannte. Da sie aber zu viert und definitiv nicht von der kuscheligen Sorte waren, hob ich leicht abwehrend meine Hände, als sie sich zwischen uns drängten. "Ich bin ihr Freund", versuchte ich zu erklären, aber in dem Moment holte der eine Kerl auch schon aus und schmetterte seine Faust in mein Gesicht. Ich taumelte einen Schritt rückwärts, keuchte leise auf. Gut, sie waren eindeutig nicht auf Friede, Freude und Eierkuchen aus. Dass sie mir nicht glaubten, war ja auch klar. Für sie war ich nur ein Kerl, der eine Frau verfolgte, anpackte und energisch versuchte zu erklären, dass sie mir hatte zuhören sollen. Ich versuchte so gut es ging, mich gegen die beiden zu verteidigen, aber es war gar nicht so einfach. Sie waren erfahren in Straßenkämpfen, ich nicht. Und sie waren zu zweit, was bedeutete, das mich einer immer dann aus dem Gleichgewicht bringen konnte, wenn ich mich gegen den anderen wehren wollte. Es endete damit, dass mich der eine mit einem Tritt in die Kniekehlen zu Boden brachte. Ein nächster Tritt ging in die Rippen. Ich schnappte keuchend nach Luft, rechnete fest damit, dass ich beim nächsten, wenn der gegen den Kopf ging, das Bewusstsein verlieren würde. Aber da drang Vivis Schrei zu mir durch und es folgten keine weiteren Schläge mehr. Ächzend setzte ich mich hin, lehnte mich an eine kühle Hauswand und versuchte die Schmerzen irgendwie weg zu atmen. "Schon okay. Nicht deine Schuld"; presste ich hervor, griff nach ihrer Hand und hielt sie fest, während sie mit der anderen meine Wunden abtupfte. Ich verzog leicht das Gesicht, was die Schmerzen nicht unbedingt besser machte. Kurz befühlte ich mit der Zunge meine Zähne. Die schienen alle noch heil und da zu sein. Wenigstens etwas. Bei Nase und Rippen war ich mir nicht so sicher, ob die nicht angeknackst waren. "Das war so geplant. Damit du einmal am Exempel lernst, nicht wegzurennen", scherzte ich und schenkte ihr ein schwaches Grinsen. "Ich versteh das. Es ist alles gut. Ist nun mal auch doof gelaufen. Ich hab ihr gesagt, dass sie keine Chance hat, aber diese dumme Schrift ging nicht ab"; seufzte ich. Als sie dann meinte, dass wir nach Hause sollten, nickte ich leicht. Ich stützte mich an der Wand nach oben, streckte mich unter Schmerzen. Das würde sicher auch die nächsten Tage noch wehtun. Den Weg zum Auto schwieg ich. Ich war bedacht darauf, nicht raushängen zu lassen, dass mir die Rippen ein paar Probleme machten. Ich wollte nicht, dass Vivi sich noch schlechter fühlte, als eh schon. Ich ließ mich mit leicht zusammengebissenen Zähnen ins Auto sinken, atmete kurz durch, ehe ich über Vivis Wange strich, auf der man die Tränenspuren noch sah. Ich versuchte sie aufmunternd anzulächeln. "Es ist wirklich nicht deine Schuld. Ich liebe dich", beteuerte ich, ehe ich den Wagen startete um uns nach Hause zu fahren.


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#187

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 13.01.2019 23:31
von Alex • Senior Member | 5.831 Beiträge | 1037624 Punkte

Mir war wirklich nicht mehr nach lachen zumute. Griesgrämig starrte ich also den ganzen Heimweg über aus dem Fenster und sagte kein Wort mehr. Auch wenn Kieran mir versicherte, dass es nicht meine Schuld war, wusste ich, dass es meine Schuld war. Ich brachte nur Ärger in sein Leben. Vom ersten Tag an. Er hatte mich anfangs nicht haben wollen. Wieso hatte ich nicht nachgegeben und war direkt wieder aus dem Leben seiner Familie verschwunden? Ich hätte dem armen Kerl so viel ersparen können. Ich liebte ihn mehr als alles andere, doch ich war nicht gut für ihn. Er hatte einfach etwas Besseres verdient. Ein Mädchen ohne Vergangenheit. Ein Mädchen ohne Probleme. Am Gestüt angekommen stieg ich nach wie vor wortlos aus dem Wagen, blieb aber im Eingangsbereich stehen, um meinen Freund mit verzweifelter Miene zu begutachten. Die Schläge hatten deutliche Spuren hinterlassen. "Vielleicht hätten wir ins Krankenhaus fahren sollen...", warf ich ein und gähnte leicht. "Wenn du morgen früh nicht besser aussiehst, fahre ich dich persönlich hin.", beschloss ich kurzerhand und legte für einen Moment die Arme um seinen Nacken, drückte mich Schutz suchend an ihn und bedeckte dann sein demoliertes Gesicht mit Küssen. "Schlaf gut, ja?", murmelte ich leise und tapste auf Zehenspitzen ins Haus und die Treppe nach oben. Im Bad blieb ich seufzend am Waschbecken stehen und betrachtete mein verheultes Spiegelbild. Schnell schminkte ich mich ab, putzte mir die Zähne und verzog mich dann in mein Zimmer, wo ich mich mühsam aus den Klamotten schälte und in meine Schlafsachen warf. Müde und erschöpft zog ich dann die Bettdecke bis zu meinem Kinn und war tatsächlich ziemlich schnell in einem unruhigen Schlaf gefallen.

Am nächsten Morgen erhob ich mich ziemlich früh. Extra noch früher als Kieran, damit ich noch in Ruhe ein zwei Stunden mit Mephisto arbeiten zu können. Also schlüpfte ich beinahe mitten in der Nacht in meine Reitklamotten und verließ ohne ein Frühstück das Haus, um zu Mephisto's Box zu eilen und den jungen Hengst liebevoll zu putzen und zu satteln. Neben ihm lief ich dann die spärlich beleuchteten Wege zur Reithalle entlang, in welcher ich den Lichtschalter betätigte und noch einmal den Sattelgurt nachzog. Die Trainingseinheiten mit dem Hengst fanden nach wie vor überwiegend im Geheimen statt. Hin und wieder war Alexander Collins anwesend, doch wir suchten uns immer Termine raus, bei denen wir ungestört waren. Vor allem Kieran sollte einfach nicht unbedingt davon erfahren, denn er hieß die ganze Sache nach wie vor nicht gut. Offiziell bekam ich von Alex also nur Unterricht auf Estrella und es stand sogar im Raum, ob ich nicht bald an dem Reitturnier auf dem Hof teilnehmen sollte. Ich war inzwischen eine sehr gute Reiterin geworden, Alex bezeichnete es immer als 'godgiven talent'. Er traute es mir zu, mit der top ausgebildeten Stute einen hohen Rang zu belegen. Es würde gewiss spannend werden, vor allem weil auch mein Freund sicher teilnehmen würde. Innerlich träumte ich natürlich davon, in jeder Disziplin den ersten Platz zu belegen und vor allem Kieran damit zu überraschen. Doch wie hoch war schon die Wahrscheinlichkeit, dass ich bei meinem ersten Turnier alle drei Disziplinen der Vielseitigkeit gewinnen würde? Springen, Dressur und der Geländeritt waren nicht gerade einfach zu meistern. Leise seufzte ich, während ich mit Mephisto die Aufgaben absolvierte, welche Collins mir aufgetragen hatte. Er war nach wie vor extrem schwierig im Umgang und bockte immer wieder.



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#188

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 14.01.2019 01:29
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Normalerweise sagte ich gerne über unsere Beziehung, dass wir auch sehr gut miteinander schweigen konnten. Aber diese Rückfahrt gefiel mir nicht. Nur vorsichtig sah ich ab und zu zu Vivi, die verbissen ins Nichts zu starren schien. Es bekümmerte mich. Die Schmerzen waren noch nicht einmal das Problem, auch wenn sie wirklich nicht angenehm waren. Ich machte mir mehr Sorgen um Vivi als um mich. Oder eher um unsere Beziehung. Ich liebte sie über alles, ich wollte ihr alles Glück der Welt schenken und doch stolperten wir immer wieder über riesige Steine in unserem Weg. Ich verbiss mir ein Keuchen, als ich aus dem Auto stieg, machte gute Miene zu schmerzhaftem Spiel, bis wir im Eingangsbereich waren. Bei ihrer Aussage, dass wir ins Krankenhaus hätten fahren sollen, schüttelte ich leicht den Kopf. Bei den pochenden Schmerzen von den Schlägen vielleicht nicht gerade die beste Idee. "Es ist alles gut. Mach dir keine Sorgen. Und ich seh morgen sicher besser aus - nämlich wie ein Regenbogen"; meinte ich scherzend und schloss trotz der Schmerzen in der Seite meine Arme um sie. Ich glaubte, dass sie von dem Tritt in die Rippen nichts gesehen hatte. Ich würde ihr sicherlich auch nicht zeigen, dass mich das ziemlich beschäftigte. Ich war zu trotzig um ins Krankenhaus zu gehen. "Du auch", sagte ich liebevoll, küsste erst ihre Stirn, dann ihre Nasenspitze und zuletzt ihre Lippen, betrachtete sie einen Moment verliebt, ehe sie vorlief nach oben. Ich ließ mir Zeit, die Treppe hochzukrackseln. In meinem Zimmer angekommen, streifte ich die Jeans ab und zog den Pullover aus. Das Shirt ließ ich an, hob es aber vorsichtig an um meine Seite im Spiegel zu betrachten. Deutlich blau und rot. Na herrlich. Vielleicht geprellte oder gebrochene Rippen. Aber es durfte mich nicht wieder aus dem Training reißen. Nachdem Vivi aus dem Bad kam, tappte ich hinein, ging auf Toilette, wusch vorsichtig mein Gesicht und putzte recht vorsichtig meine Zähne. Die Wunden tupfte ich leicht mit einer Wundsalbe ein und schluckte lieber eine Schmerztablette, ehe ich in mein Zimmer schlurfte um zu schlafen. Ich hatte kurz gezögert, ob ich mich zu Vivi kuscheln sollte, aber rirgendwie war die Stimmung noch ein bisschen gedämpft und ich war mir sicher, dass ich diese Nacht furchtbar schlafen würde.

So war es dann auch. Ich schlief fürchterlich. ich konnte nur auf einer Seite liegen, selbst auf dem Rücken zu liegen tat weh. Mein Schlaf war dementsprechend unruhig und ich verpasste es dennoch, aufzustehen, als mein Wecker klingelte, weil ich ihn im Halbschlaf ausschlug und verschlief sicherlich um eine Stunde. Erst dann stand ich auf, zog mich langsam und mit zusammen gebissenen Zähnen an für den Stall, ging kurz in der Küche was essen, ehe ich in den Stall ging. Ich fühlte mich fürchterlich gerädert und sah auch so aus, aber ich war eh schon im Trainingsrückstand. Und gerade mein Hengst nahm es mir etwas übel. Er war unausgelastet. Und auch heute würde ich sicher keine hohen Sprünge mit ihm machen können. Während ich über den Hof lief, sah ich, dass auf dem Platz ein Parcours und verschiedene Übungsreihen noch aufgebaut waren. Perfekt. Wenn ich irgendwas springen konnte, dann das. Ich holte For Succcess von der Weide, putzte ihn ziemlich langsam und schwächlich. Eigentlich liebte er das Striegeln mit ordentlich Druck. Es war Massage. Aber diesen Druck konnte ich mit der Seite absolut nicht aufbringen. Beim Hufekratzen hatte ich sogar das Gefühl, Sterne vor Augen zu sehen. Dennoch ließ ich mich von meinem Plan nicht abbringen, sattelte den Großen und setzte meine Kappe auf. Unter ziemlichen Schmerzen zog ich mich auf dem Platz auf seinen Rücken, keuchte, aber jetzt war ich ja eh schon oben. Ich ritt eine Weile lang Schritt. Das ging noch. Also baute ich viele Seitengänge und Wendigkeitsübungen ein, ehe ich ans Traben ging. Weiches Reiten erschien mir so gut wie unmöglich. Ich verkrampfte aufgrund der Schmerzen, mein Pferd hingegen, weil ich verspannte und ihm eher in den Rücken fiel. Verbissen versuchte ich über meine Schmerzen hinweg zu sehen, parierte zunächst wieder zum Schritt durch um zu Atem zu kommen, verzog schmerzerfüllt das Gesicht.


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#189

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 14.01.2019 01:50
von Alex • Senior Member | 5.831 Beiträge | 1037624 Punkte

Ich hatte tatsächlich ziemlich lang mit Mephisto trainiert. Irgendwann nahm ich aus dem Augenwinkel wahr, wie es draußen allmählich heller und heller wurde. Etwas überrascht blickte ich auf meine Uhr und zog die Augenbrauen nach oben. Vier Stunden waren vergangen und der Hengst zeigte immer noch keine Müdigkeit. Kopfschüttelnd hielt ich ihn an und stieg ab, klopfte ihm liebevoll den Hals und drückte ihm dann einen Kuss auf die warmen Nüstern. "Du bist schon so einer...", murmelte ich verliebt und führte ihn dann aus der Halle, wobei ich natürlich noch das Licht ausschaltete. Auf dem Weg über den Hof begegnete ich schon einigen Leuten. "Guten Morgen.", gab ich immer wieder von mir und hatte bereits eine Notlüge parat. Ich hatte Mephisto lediglich vom Boden aus gearbeitet und den Reithelm trug ich aus Sicherheitsgründen. Jeder hier kannte den Hengst und würde selbst wahrscheinlich nur von oben bis unten geschützt in seine Nähe kommen. Auf dem Reitplatz entdeckte ich ein bekanntes Pferd und lief stirnrunzelnd näher, bis ich am Zaun stehen blieb. Mephisto senkte den Kopf und schnappte sich den ein oder anderen Grashalm, was ich ihm nun einfach mal erlaubte. "Was zur Hölle machst du da, Kieran?", schrie ich wütend über den Reitplatz und ließ kurzerhand die Zügel fallen, um über die Umrandung zu klettern. "Steig sofort von dem Pferd runter! Bist du verrückt?! Nachdem was gestern passiert ist?!", schrie ich aufgebracht weiter, wobei meine Wut schnell verschwand, als ich sein blasses Gesicht sah. "Kiri...", murmelte ich besorgt und blieb mit etwas Abstand entfernt stehen. "Bitte...ich mache mir Sorgen um dich.", versuchte ich es deutlich ruhiger und sah kurz zurück zu dem Hengst, welcher jedoch immer noch an Ort und Stelle graste.



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#190

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 14.01.2019 23:54
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Es war wirklich keine sonderlich tolle Trainingseinheit. Vermutlich sollte ich mir wirklich ein paar Tage geben, bevor ich mich wieder aufs Pferd schwang, aber ich musste fit sein. Das Hofturnier stand noch bevor. Es war ein recht großes Turnier und fand viel Zuspruch von außerhalb. Wir richteten nämlich auch entgegen der Üblichkeit ein Vielseitigkeitsturnier der hohen Klassen aus, für die man eigentlich die jeweilige Leistungsstufe und Lizenz brauchte, ohne dass eben jenes vorliegen musste. Hieß: Jeder Freizeitreiter jeder Altersgruppe konnte teilnehmen. Die verschiedenen Reiterzeitschriften berichteten jedes Jahr aufs Neue, waren immer dabei und es wurden sogar aus einigen Ständen Süßigkeiten, Finger Food und Reitzubehör verkauft. Und auch wenn es mir nicht in der Karriere schaden würde, wenn ich nicht gut abschnitt, weil ja keine Leistungspunkte flöten gingen, so war ich doch das Aushängeschild des Hofes. Ich musste meinen Ruf vertreten, unseren Ruf. Und dafür brauchten meine Pferde Training und Auslastung. Sonst würde es nämlich laufen wie jetzt, wo mein Pferd anfing frustriert mit dem Kopf zu schlagen, als er auf einen Sprung zuziehen wollte und ich ihn abwendete. So wollte ich das hier eigentlich weder durchziehen, noch beenden. Niemals durfte eine Stunde mit etwas negativen enden. Vivi bekam ich kaum mit, in dem Versuch mein Pferd zwar bestimmt zu lenken, aber ohne gegen ihn zu kämpfen. Erst als sie mich nahezu anschrie, blickte ich auf zu ihr. "Ruhig Socke", versuchte ich meinen gerade so explosiven Hengst mit seinem leicht kindischen Spitznamen zu beruhigen, weil er schon nahezu tänzelte, weil er nicht vernünftig Schritt gehen wollte. "Es geht mir gut", erwiderte ich, wenn auch etwas gepresst, auf ihre Tirade hin. Als sie ruhiger sagte, dass sie sich Sorgen machte, seufzte ich leise. "Ich bin im Rückstand. Ich kann mir keine Pause leisten. Es geht schon", meinte ich. Eine klare Lüge. Mein Kopf pulsierte von den ganzen Schlägen und ich atmete flach, auch wenn ich das fast gar nicht mehr richtig bemerkte. "Und er braucht die Bewegung. Er ist so aufgedreht", erklärte ich, während ich eine großzügige Volte um Vivi ritt. Kurz gab ich die Zügel etwas vor um ihn zu loben, weil er sich wieder etwas entspannte. Scheinbar ein Fehler, denn die neue Weisheit nutzte er um energisch anzutraben. So körperlich angeschlagen, konnte ich das nicht schnell genug ausgleichen. Es warf mich kurz etwas nach vorn, weil er wieder mit dem Kopf schlug, dabei natürlich an den Zügeln zog. Das nächste, ungeplante Einsitzen war deshalb härter als gedacht. Und das zog tierisch in meine lädierte Seite und schmerzte durch bis zu meinem Kopf. Ich versuchte nach Luft zu schnappen, aber ich bekam keine Luft. Und mein Pferd trabte unbekümmert meiner Versuche ihn zu stoppen weiter. Es dauerte ein paar Schritte, ehe sich der Schmerz mit dem Luftmangel zu einer Schwärze vor meinen Augen ausprägte. Ich bekam gar nicht mehr mit, wie meine Finger sich von den Zügeln lösten und ich seitlich einfach von meinem Pferd rutschte und auf dem Boden aufschlug.


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#191

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 16.01.2019 10:56
von Alex • Senior Member | 5.831 Beiträge | 1037624 Punkte

Natürlich hörte Kieran nicht auf mich. Ich hatte es nicht anders erwartet. Kieran blieb eben Kieran. Genervt verdrehte ich die Augen und beachtete das Pferd nicht weiter. For Success war mir gerade ziemlich egal, einzig und allein sein Reiter und Besitzer bereitete mir Sorgen. "Du siehst alles andere als gut aus.", warf ich inzwischen eher sauer als besorgt ein und ließ den jungen Mann nicht aus den Augen. Skeptisch beobachtete ich, wie er mich umrundete und konnte dann gar nicht so schnell schauen, ehe Kieran auch schon auf dem Boden lag. Auf Russisch fluchend eilte ich zu ihm und blickte kurz zu dem Hengst, welcher nervös über den Platz trabte und dann bei Mephisto zum Stehen kam. Neugierig beschnupperten sich die beiden Hengste, doch darum konnte ich mich gerade nicht kümmern. Neben meinem Freund fiel ich auf die Knie und griff vorsichtig nach seiner Hand. "Kiri?!", rief ich besorgt und schob sein Shirt nach oben. Schockiert betrachtete ich die Blessuren, die zu hundert Prozent von gestern stammen mussten. Zumindest konnte ich mir nicht vorstellen, dass diese blau-grünen Flecken gerade eben erst durch den Sturz aufgetaucht waren. "Du Idiot...", murmelte ich mit einem vorwurfsvollen Ton, ehe ich mein Handy zückte und die Nummer des Notrufs wählte. "Guten Tag, Vivienne Karamakov mein Name. Mein Freund ist gerade vom Pferd gestürzt.", erklärte ich hastig und nannte noch schnell die Adresse des Gestüts und unseren Standort, ehe ich auch schon Kieran's Vater anrief und ihn bat, so schnell wie möglich zu kommen. Ein paar Minuten später tauchte der Mann zum Glück auch schon auf und rannte mit Sorgenfalten auf der Stirn zu seinem Sohn. "Was ist passiert, Vivi? Ist sein Gaul durchgegangen? Kieran ist doch so ein geübter Reiter..." Nun, was sollte ich darauf antworten? Ich seufzte leise und senkte den Blick, ehe ich beschloss, meinem Schwiegervater in spe von dem gestrigen Vorfall zu erzählen. Entgeistert blickte er mich an, kümmerte sich dann aber auch schon wieder um seinen Sohn. Schuldbewusst wanderte mein Blick zu den beiden Hengsten, die sich mittlerweile durch den Zaun hindurch kloppten. "Kümmere dich um For Success und Mephisto, Vivi.", wies der Chef mich an und ich nickte zögernd. Natürlich würde ich lieber bei meinem Freund bleiben, doch ihm konnte ich gerade nicht helfen. Die beiden kämpfenden Hengste konnte aber wahrscheinlich nur ich absatteln und in ihre Boxen führen. Zumindest bei Mephisto war das der Fall und Socke sah gerade auch nicht so aus als würde er jemanden an sich heran lassen.Im Augenwinkel entdeckte ich den Krankenwagen, der sich mit Blaulicht und Sirene näherte und die Pferde nur noch mehr durcheinander brachte. "Verdammt, welcher Vollidiot fährt mit lauter Sirene auf ein Gestüt voller Pferde?!", stieß Kieran's Vater wütend hervor und schimpfte erst einmal mit den sich nähernden Sanitätern, ehe er noch einmal genau beschrieb, was vorgefallen war. Langsam ließ ich die Hand meines Freundes los. "Ich komme nach, sobald die Pferde versorgt sind...", flüsterte ich liebevoll und erhob mich dann auch schon, um mich vorsichtig den beiden Hengsten zu nähern. "Mephisto, Socke. Ruhig.", murmelte ich mit sanfter Stimme und griff schließlich nach den Zügeln von Kieran's Pferd. "Ist ja gut, mein Süßer...alles in Ordnung.", beruhigte ich ihn und führte ihn langsam vom Reitplatz. Bei dem Rappen angelangt blickte ich noch einmal zu Kieran, der inzwischen von den Ärzten versorgt und auf eine Trage gelegt wurde. "Komm, Schwarzer...", meinte ich zu 'meinem' Pferd und ergriff auch seine Zügel, nur um beide zum Putzplatz zu führen und dort abzusatteln. Natürlich wäre ich lieber sofort mit ins Krankenhaus, doch insbesondere Mephisto konnte ich nicht einfach irgendeiner anderen Person überlassen. So dauerte es eine ganze Weile, bis beide Hengste wieder in ihren Boxen standen und ich endlich das Wohnhaus ansteuern konnte, wo ich nach Autoschlüsseln griff und das Krankenhaus anfuhr, in welchem Kieran nun behandelt wurde.



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#192

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 16.01.2019 19:33
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Ich konnte mir gut vorstellen, dass sie sich Sorgen machte und ich wirklich keinen guten Eindruck machte. Ich fühlte mich nicht sehr gut, ich hatte Schmerzen und bekam keine Luft. Aber ich war zu stur um einfach aufzugeben und wollte mir nicht die Blöße geben, dass sie recht hatte. Wir waren zwar eigentlich schon lang genug ein Paar und emanzipiert genug dafür. dass ich auch ihre Meinung als richtig anerkennen konnte und mich nach ihr richtete, aber ich wollte es gerade nicht. Ich wollte nicht, dass sie sah, wie viel Ausmaß das Treffen auf die Männer gestern doch hatte. Weder wollte ich schwach sein oder wirken, noch dass sie sich deshalb noch mehr Vorwürfe machte. Es passte uns beiden nicht ins Leben, dass ich schwächelte und deshalb wollte ich es einfach ausblenden, nicht zugeben. Leider konnte ich deshalb nicht einfach wieder gesund sein und ehe ich mir das wirklich eingestand, kippte ich auch schon vom Pferd.
Bewusstlos und nur flach atmend lag ich am Boden, bekam zunächst nicht mit, wie Vivi zu mir stürzte und mein Shirt hochschob, den Notruf wählte. Keuchend kam ich kurz zu Bewusstsein, rang nach Luft, hatte aber das Gefühl zu ersticken. In einem halben Ausdruck von Panik sah ich zu Vivi hoch, die gerade noch telefonierte, dann zu meinem Vater, als er angelaufen kam, dämmerte aber immer wieder halb weg, weil ich einfach zu wenig Luft bekam. Ich hörte die Sirenen, das Fluchen meines Vaters, aber ich verstand es nicht so wirklich. Dann kamen fremde Männer zu uns, mir wurden die Augen geöffnet und mit einer kleinen Taschenlampe hineingeleuchtet. Ich zuckte mit dem Kopf weg, was sie zwar nicht erwartet hatten, aber als gutes Zeichen sahen. "Wir legen dich jetzt auf eine Liege und fahren mit dir ins Krankenhaus, versuch ruhig zu atmen", sagte einer, dann schoben sich Arme unter mich und hoben mich vorsichtig an. Ich keuchte auf, verlor wieder vollends das Bewusstsein. Im Krankenwagen, der eilig davon rauschte, wurde ich noch intubiert, nachdem sie meine Lungen abgehört hatten. Die verletzte Seite war eingefallen. Im Krankenhaus angekommen, wurde ich sofort geröntgt. Eine Rippe war gebrochen, hatte sich beim Sturz dann verschoben und dadurch auf die Lunge gedrückt, sie glücklicher Weise nicht verletzt. So reichte eine kleine Korrektur und das Anlegen eines strammen Korsetts um die Rippen. All das verpasste ich zum Glück und wachte erst wieder auf, als ich in ein Zimmer geschoben wurde. Die Schmerzen waren betäubt, mein Atem wieder ruhiger.


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#193

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 17.01.2019 21:56
von Alex • Senior Member | 5.831 Beiträge | 1037624 Punkte

Es war doch einige Zeit vergangen, bis ich schließlich im Krankenhaus angekommen war und mich bei einer Krankenschwester nach Kieran erkundigt hatte. Es dauerte noch einmal mehrere Minuten, bis ich schließlich Matt erblickte. Ich verlangsamte meinen Schritt und blieb dann unsicher stehen. Ich gab mir die Schuld für Kiri's Unfall und hatte Angst, seinem Vater gegenüber zu treten. Ich holte einmal tief Luft, zählte in Gedanken auf Russisch bis zehn und steuerte dann den Ende 40 Mann an. "Matt..entschuldige, dass ich erst jetzt komme. For Success und Mephisto waren total durch.", stotterte ich und blickte zu der Tür, welche er anstarrte. "Wie geht es ihm?", fragte ich besorgt und hatte direkt wieder Tränen in den Augen. "Oh, Vivi. Kleine, süße Vivi...", gab der ältere Mann schmunzelnd von sich und zog mich in seine Arme. Trotz meiner Angst vor Männern ließ ich es problemlos über mich ergehen. Matt war eine Art Ersatzvater für mich geworden und würde mir niemals wehtun. "Er wird wieder, mach dir keine Gedanken, Kleines. Der Arzt meint, Kieran muss jetzt nur einige Wochen Pause machen. Keine Stallarbeit, kein reiten. Einfach nur Bettruhe.", erklärte er mir und legte einen Arm um mich, um das Einzelzimmer anzusteuern. "Er wird deine Hilfe brauchen, Vivi. Das Turnier steht an und er darf erst ein paar Tage vorher wieder reiten. Das wird ihn fertig machen.", warnte Matt mich und ich nickte leicht, bevor er die Tür öffnete und nach mir den gelb gestrichenen Raum betrat. Skeptisch betrachtete ich die grellen Wände, die wohl einen fröhlichen Eindruck hinterlassen sollten. Meine Aufmerksamkeit zog dann aber ziemlich schell das Häufchen Elend im Bett auf sich. Sofort stürmte ich auf das Einzelbett zu und ließ mich neben Kieran auf die Matratze sinken. "Schatz...", murmelte ich besorgt und musterte ihn. Kieran sah gar nicht gut aus und nachdem der Arzt ihm wohl schon die Neuigkeit über seine verordnete Bettruhe erzählt hatte, wirkte er auch ziemlich down. "Wir schaffen das schon irgendwie, ja?", versicherte ich ihm und griff nach seiner Hand. Matt hielt sich etwas zurück, was ich ihm hoch anrechnete. "Ich bin zwar noch lange nicht so gut wie du und werde es wohl auch nie sein, aber ich kann mit Socke trainieren, damit du dann mit ihm beim Turnier antreten kannst, wenn es dir bis dahin wieder gut geht.", schlug ich nachdenklich vor und blickte zu Kiri's Vater, welcher nur nickte. Wie ich es zeitlich unterbringen sollte, noch ein weiteres Pferd zu trainieren, wusste ich nicht. Ich arbeitete jetzt schon von früh bis spät auf dem Gestüt, arbeitete mit Mephisto und nahm Unterricht auf Estrella. Doch irgendeine Lösung würde ich schon finden, Kieran zu liebe. Lächelnd beugte ich mich zu ihm und küsste ihn liebevoll, wobei ich den Moment nutzte, mich seinem Ohr zu nähern. "Und ich werde mich ganz gut um dich kümmern. Versprochen.", raunte ich ihm leise ins Ohr und zwinkerte ihm aufmunternd zu.



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#194

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 18.01.2019 20:01
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Weiße Wände, graugrüner Linoleum Boden und karge schlichte Einrichtung. Ich richtete das Kopfstück meines Bettes auf, bis ich wieder relativ aufrecht saß. Ich kannte Krankenhäuser und die Abläufe dort zur Genüge. Ich saß seit frühster Kindheit auf Pferden und auch wenn ich schnell sattelfest geworden war, so waren Pferde nun einmal doch keine Maschinen, konnten sich erschrecken und durchgehen und wenn man unglücklich fiel, dann kam man halt hier her. Vermutlich kannten mich ein paar Krankenschwestern nicht nur bei meinem Namen, sondern konnten auch die Verletzungen aufzählen, die mich schon hierher gebracht hatten. Ich machte mir deshalb keine besonderen Sorgen, weil ich kurz alleine in diesem Zimmer war. Stattdessen musterte ich den Tropf und die Geräte, wollte dann sehen, ob meine Akte schon am Fußende steckte. Wenn ich durch den strammen Korsettähnlichen Gurt um meinen Brustkorb nicht körperlich sehr eingeschränkt wäre, dann hätte ich mich vielleicht umgesetzt um sie zu lesen. Aber während ich mich mühselig versuchte eigenständig hinzusetzen, kam ein Arzt herein. Ich sah meinen Vater vor der Tür stehen und erwiderte seinen besorgten und auch tadelnden Blick in leicht verbissener Scham. Wir hassten es beide, wenn wir uns im Krankenhaus trafen. Er, weil er sich Sorgen machte und ich ausfiel - zumindest seit ich am Hof viele Aufgaben übernommen hatte, war das ein Problem - und zum anderen ich, weil ich es hasste, Fehler einzugestehen und man sie mir hier aber sehr gut ansehen konnte. Selbst wenn ich den Angriff nicht hatte verhindern können, wobei auch das schon irgendwie auch meine Schuld war, wusste ich immer noch, dass es dumm war, aufs Pferd zu steigen. Wir beide wussten das und selbst der Arzt wusste es, so wie der seufzte, als die Tür ins Schloss fiel. "Ich bin auf dem Laufenden. Sie wurden gestern angegriffen und ihnen wurde dabei eine Rippe geprellt und eine gebrochen. Bis auf oberflächliche Verletzungen im Gesicht gibt es sonst aber keine tragischen Folgen. Er nahm ein Röntgenbild aus der Akte und klemmte es an die Leuchtfläche an der Wand, damit man es gut betrachten konnte. Dann zeigte er auf die eine gebrochene Rippe. "Es ist eigentlich nicht nötig zu zeigen, wo die Rippe gebrochen ist. Durch den Sturz vom Pferd hat sie sich so verschoben und dadurch auf die Lunge gedrückt. Zu ihrem Glück hatten Sie kein Blut in der Lunge, sie ist nur eingefallen. Wir mussten intubieren und die Rippe wieder richten. Daher müssen Sie eine Woche Antibiotika nehmen um einer Lungenentzündung vorzubeugen und das Korsett zum Stabilisieren der Rippe vier Wochen tragen und haben solange Bettruhe. Kein Reiten, kein Stall, keine Pferde, kein Sport. Danach kommen Sie noch einmal zur Kontrolle. Wenn die Rippe gut heilt, heißt es nur noch einmal vier Wochen Ruhe, wenn nicht, dann müssen wir sie gegebenenfalls durch eine OP mit einem Draht fixieren und dann heißt es noch einmal zwei bis drei Monate Ruhe", erklärte der Arzt. Frust legte sich auf mein Gesicht. "Na super", grummelte ich leise, etwas träge von den starken Schmerzmitteln. "Ich glaube, wir wissen alle, wie gut die Option von Bettruhe ist, damit die Rippe ordentlich heilt, hm?", meinte der Arzt, ehe er das Bild abnahm und in die Akte steckte, die er dann ans Fußende steckte. "Sie bleiben bis morgen zur Kontrolle wegen der Lunge. Dann sollten Sie wieder nach Hause können. Ich nickte nur stumm und frustriert, sank zurück in die Kissen und starrte an die Decke.
Nur wenige Minuten war ich alleine, ehe die Tür erneut aufging. Ich war fast einen Augenblick genervt, dachte es wäre vielleicht eine Schwester, die noch irgendwas wollte. Ich wollte gerade sogar einen unhöflichen Kommentar loswerden, ehe ich sah, dass es Vivi war zusammen mit meinem Vater. "Vivi", sagte ich leise, schloss meine Finger um ihre, als sie neben mir saß. Bei ihren mehr oder weniger motivierenden Worten seufzte ich leise. Zwei Monate nicht bewegen? Wie sollten wir das denn bitte schaffen? Es war eine Katastrophe. Als sie vorschlug, mit meinem Hengst zu trainieren, schenkte ich ihr ein trauriges, aber auch leicht sarkastisches Lächeln. "Und was ist mit Sky? Und den Youngstern, die ich ausbilde? Der Stallarbeit? Vivi, wenn du das alles auch noch machen möchtest, müsstest du dich zweiteilen. Und ich würde dich trotzdem nicht mehr sehen", hielt ich ihr frustriert vor, wie es doch nun einmal aussah. Als sie mich küsste, erwiderte ich den Kuss, wenn auch etwas verzögert. Ich fühlte mich so betäubt, da wurde Küssen schon zu einer neuen Erfahrung. "Darauf komme ich gerne zurück", schmunzelte ich leise, auch wenn ich bezweifelte, dass ich zunächst viel dazu beitragen konnte oder durfte. Dann glitt mein Blick wieder kurz zu meinem Vater und ich fühlte mich doch glatt etwas verlegen. "Ich muss eine Nacht hier bleiben und in vier Wochen zur Kontrolle herkommen", brachte ich beide kurz auf den Stand der Dinge. Ich ließ vielleicht ein paar Dinge aus, aber die waren einfach nicht so wichtig zu erzählen und beide würden sich nur noch mehr Sorgen machen, wenn ich die Details erzählen würde.


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#195

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 20.01.2019 20:15
von Alex • Senior Member | 5.831 Beiträge | 1037624 Punkte

Als Kieran die ganze Arbeit aufzählte, die er nun erst einmal nicht mehr erledigen konnte, seufzte ich leise und zuckte dann mit den Schultern. "Irgendwie bekomme ich das schon hin.", stellte ich nüchtern fest und warf einen kurzen Blick zu seinem Vater, welcher zuversichtlich nickte. Irgendwie musste ich es einfach schaffen, die nächsten Wochen nicht nur meine, sondern auch die Aufgaben meines Freundes zu übernehmen. Ich würde einfach schon früh am Morgen, eher mitten in der Nacht, aufstehen, die Boxen misten, die Pferde füttern und auf die Weide bringen. Dann hatte ich den ganzen Tag Zeit, mit den Pferden zu arbeiten. Irgendwie würde es schon gehen. Ich lächelte den jungen Mann nachdenklich an, während er wieder das Wort ergriff. "Ich kann dich morgen abholen.", schlug ich vor und richtete mich wieder etwas auf. "Du solltest jetzt schlafen, Kieran.", mischte sich Matthew ein und trat neben mich. "Und wir müssen noch einiges erledigen, Vivi.", erinnerte er mich und ich nickte. "Klar.", stimmte ich ihm zu und beobachtete die beiden Männer bei ihrer Verabschiedung, ehe Matt mich noch kurz alleine mit Kieran ließ. "Mach dir keine Gedanken, ja? Wir bekommen das schon alles hin. Versprochen.", murmelte ich liebevoll und küsste Kieran sanft auf die Wange. Innerlich war ich leider nicht sonderlich zuversichtlich, wollte mir aber vor ihm Nichts anmerken lassen. "Konzentrier du dich darauf, wieder fit zu werden.", meinte ich noch mit einem leichten Befehlston und erhob mich dann. "Ich komme morgen Mittag und hole dich ab.", verabschiedete ich mich schließlich schweren Herzens und verließ dann das Zimmer.
Wenig später war ich auch schon wieder auf dem Gestüt und erledigte nicht nur meine täglichen Aufgaben, sondern auch die von Kieran. Ich merkte jetzt schon, wie verdammt anstrengend es werden würde und dass ich es wahrscheinlich nicht schaffen würde. Hundemüde fiel ich dann ins Bett, als auf dem Gestüt schon alle Lichter erloschen waren. Nur um keine vier Stunden später schon wieder von meinem Wecker aus dem Schlaf gerissen zu werden. Gähnend und mit viel Muskelkater schliff ich mich selbst in Bad, duschte kalt und schlüpfte langsam in meine Stallsachen. Ein kurzer Blick auf mein Handy sagte mir, dass es gerade einmal vier Uhr war. Eine unmenschliche Zeit. Leise schlich ich durchs Haus und verzichtete auf ein Frühstück, da dafür einfach die Zeit fehlte. So schnell ich konnte füllte ich dann auch schon die am Vortag hergerichteten Futterboxen der Pferde in die Tröge der Boxen und trieb dann Herde für Herde auf die Koppeln, um in Ruhe misten zu können. Ich war so in meine Arbeit vertieft, dass ich Matt gar nicht bemerkt hatte. "Vivi? Ich will dich ja nicht stören, aber wolltest du nicht Kieran abholen?", erkundigte er sich grinsend und musterte mein rotes Gesicht. Hastig nickte ich, leerte die letzte Mistkarre und schnappte mir dann auch schon einen Autoschlüssel, um dreißig Minuten später keuchend die Tür von Kieran's Zimmer zu öffnen. "Sorry, ich habe die Zeit total vergessen...", gab ich peinlich berührt von mir. "Kann ich dir irgendwie helfen?", erkundigte ich mich und betrachtete meinen Freund, der in Anwesenheit des Arztes gerade irgendwelche Unterlagen ausfüllte.



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#196

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 28.01.2019 01:08
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Ich war wirklich ungemein frustriert und diese Krankennhausumgebung sorgte auch nicht gerade für ruhige Zuversicht. Ich konnte nicht einmal so tief seufzen, wie ich gerne würde wegen dieses dummen Korsetts um die Rippen. Es war zu stramm um ordentlich tief zu atmen. Ich beließ es also bei einem ganz kleinen Seufzen und strich mit meinen Fingerspitzen einfach kleine Muster auf ihren Handrücken. Ich wollte meiner Freundin nicht widersprechen. Ich war mir sicher, dass sie so oder so so dickköpfig war, dass sie sich erst einmal daran probieren würde. Ich hatte keine Chance gegen sie an zu reden, schon gar nicht in meiner jetzigen Situation. Sie würde bis zum Umfallen arbeiten und nicht auf mich hören. Etwas, worin wir beide super waren. Ich hörte nicht auf sie, sie nicht auf mich. Ein Wunder, dass wir sonst so wenig Schwierigkeiten im Alltag hatten - aber wir hatten ja auch mehr von Action und Drama als einen Alltag.
"Okay", erwiderte ich flüsternd mit einem liebevollen Lächeln, als Vivi anbot, mich am nächsten Tag abzuholen. Dann nickte ich leicht bei den Worten meines Vaters. Ich wollte es vielleicht nicht wirklich zugeben, aber die Schmerzmittel machten mich doch ziemlich müde. Dabei war es gerade mal früher Mittag und der Tag hatte noch so viele zu erfüllende Aufgaben. Und ich war hier als Bett gefesselt und würde auch die nächste Zeit alle hängen lassen. Ich bekam noch ein väterliches Tätscheln auf die Schulter, während ich mich von meinem Dad verabschiedete, ehe er das Zimmer verließ und Vivi noch kurz blieb. "Ich versuch's". schmunzelte ich leicht, als sie befahl, dass ich mich nur dem Gesund Werden widmen sollte. Während sie aufstand, zog ich ihre Hand, die noch in meiner lag an meine Lippen, drückte einen sanften Kuss darauf. "Ich werde hier sein", versuchte ich in einer aufmunternden Tonlage den Abschied aufzulockern, aber leider waren wir dennoch beide einfach nicht in bester Stimmung.
Ich verbrachte den Rest des Tages damit, zu schlafen, rumzugammeln, eine schlechte Zeitschrift zu lesen und fernzusehen. Die Zeit vermochte trotzdem nicht so recht vergehen und selbst das Essen war sehr fade. Die Nacht war ebenso zäh wie der Tag. Dadurch dass es recht hellhörig war und ein deutlicher Lichtschein unter der Tür ins Zimmer fiel, war es weder richtig ruhig, noch richtig dunkel. Die Schmerzmittel hatten irgendwann ihre Wirkung leicht aufgegeben und neue wollte ich aber auch nicht. Ich schlief also schlecht. Sowieso, weil es ein fremdes Bett war, in dem ich lag. Geweckt wurde ich dann durch das Frühstück am Morgen, das mir gebracht wurde. Auch das schmeckte nicht so wirklich grandios, aber der Hunger brachte mich dazu zu essen. Dann folgte eine Untersuchung meiner Atmung, ich bekam Medikamente und dann hieß es wieder warten, gammeln und noch mehr warten. Ich war wirklich nicht dafür geschaffen, so viel herumzuliegen. Nach dem Mittagessen war schließlich wieder der Stationsarzt derjenige, der eine letzte Kontrolle durchführte und mir schließlich die Entlassungspapiere reichte. "Denken Sie dran: Es ist wichtig, dass Sie sich schonen und nicht körperlich arbeiten. Nehmen sie die Antibiotika und auch die Schmerzmittel. Es ist keinem geholfen, wenn Sie sonst mit Lungenentzündung wieder hier landen, weil Sie nicht auf sich achten", betonte er gerade, während ich die Unterlagen unterschrieb. Dann schneite auch schon Vivi in die Tür. Sofort bildete sich ein Lächeln auf meinen Lippen. Sie sah aus, wie gerade aus dem Stall gestolpert. In Reitsachen, staubig, ein bisschen zerzaust. Aber wunderschön. "Alles gut, Ihr Freund ist so gerade eben entlassen. Geben Sie gut auf ihn acht" meinte der Arzt zu ihr, nahm die unterschriebenen Papiere wieder entgegen und verabschiedete sich mit einem freundlichen Lächeln. "Ich bin froh hier weg zu kommen. Mir fällt die Decke auf den Kopf", murmelte ich und stand vorsichtig aus dem Bett auf. Kurz ging ich zu meiner Freundin , begrüßte sie mit einem liebevollen Kuss, ehe ich den Schrank öffnete, wo meine Sachen drin verstaut waren. Ich rannte bisher ja in einem wunderschönen Krankenhaushemd rum. Das ließ ich nun auf das Bett fallen, griff mit einem leicht verzogenen Gesicht nach dem Stapel Klamotten. Man sah die unschöne Verfärbung meiner Seite auch unterhalb der Bandagierung noch, aber ich machte es nicht zu einem großen Thema, während ich meine Boxershorts wieder anzog und dann das T-Shirt. Ich freute mich schon auf saubere Klamotten und eine ordentliche Dusche.


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#197

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 28.07.2019 22:31
von Alex • Senior Member | 5.831 Beiträge | 1037624 Punkte

Ich nickte auf die Aussage des Arztes leicht. Kieran musste sich auf jeden Fall noch weiter schonen, so viel stand fest. Die Frage war nur, ob er das auch tun würde. Gähnend erwiderte ich seinen Kuss liebevoll und musterte sein Outfit. "Gut siehst du aus.", stellte ich leise lachend fest und folgte dem jungen Mann dann unsicher durch den Raum. Kieran wirkte noch ziemlich schwach und ich wollte vermeiden, dass er am Ende noch stürzte und länger im Krankenhaus bleiben musste. Ich wollte ihn endlich wieder zuhause haben und nicht die Nacht von ihm getrennt verbringen müssen. Schmunzelnd beobachtete ich meinen Freund dabei, wie er sich aus dem Krankenhaushemd schälte und seine eigenen Klamotten anzog. "Du siehst wirklich schlimm aus.", stellte ich trocken und dennoch besorgt fest. "Wir fahren jetzt nach Hause und dann legst du dich erstmal in die Badewanne. Ich koche was für dich und dann legst du dich ins Bett und startest einen Serienmarathon.", beschloss ich kurzerhand und mein Blick deutete an, dass ich keine Widerworte dulden würde. Immerhin brachte es niemandem etwas, wenn Kieran sich direkt wieder in die Arbeit stürzen würde. Da ackerte ich lieber noch ein paar weitere Wochen für zwei. "Fertig?", fragte ich ihn schließlich, griff nach seiner Hand und verschränkte meine Finger mit den seinen, um das triste Krankenhauszimmer zu verlassen und durch die sterilen Gänge zu schlendern. Auf dem Krankenhausparkplatz hatte ich zum Glück ziemlich nah am Eingang einen Parkplatz gefunden. Ich verfrachtete Kieran's Tasche, welche ich getragen hatte, in den Kofferraum und nahm hinter dem Lenkrad Platz. "Dann genieß mal den Abholservice.", neckte ich Kieran, der am liebsten immer selbst am Steuer saß, amüsiert und drehte leise das Radio an. "Du hast einiges verpasst, mein Schatz. Ich habe mich so gut es ging um Socke und Skyline gekümmert, aber für intensive Betreuung oder sogar intensives Training hatte ich einfach keine Zeit..", erklärte ich schuldbewusst und lenkte den Wagen Richtung Gestüt. Irgendeine Lösung mussten wir uns überlegen, denn Kieran durfte auf jeden Fall noch nicht wieder in den Sattel steigen.



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#198

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 11.08.2019 00:28
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Ich war wirklich nicht der Typ, der sich lange hinlegen und entspannen konnte. Selbst wenn mir das Aufstehen am frühen Morgen manchmal schwerfiel, so war ich es doch gewohnt. Verließ ich mal nach acht Uhr morgens das Haus, hatte ich schon fast das Gefühl, dass ich den halben Tag versäumen würde. Natürlich war das Quatsch und natürlich gab es auch Ausnahmen. Meistens schlich sich der Wunsch nach Freizeit und Entspannen, Ausgehen oder was auch immer tun immer dann ein, wenn ich Vivi ansah. Dabei konnte sie in noch so schmuddeligen und verschwitzten Stallsachen stecken. Sie war mein Ruhepol, ich liebte sie einfach unglaublich stark. Deshalb hätte ich ihr auch nie übel nehmen können. dass mich die unheimlichen Kerle des Nachts zusammengeschlagen haben. Sie war ja eh nicht Schuld, es war nur eine Reihe an Missverständnissen. Was es aber leider auch gezeigt hatte war, dass ich leider scheinbar nicht in der Lage war mich, geschweige denn sie zu verteidigen. Gut, ich hatte meine vorige Verletzung noch nicht auskuriert und hatte halt nie Erfahrung mit Gewalt machen müssen, aber ich wollte, dass sie sich bei mir sicher fühlen konnte. Ich wollte unbedingt verhindern können, dass ihr je wieder etwas schlimmes zustieß oder sie sich Sorgen machte.
"Ja nicht wahr", meinte ich mit einem ironischen Grinsen und raffte kurz das Krankenhaushemd. "Ich sollte daraus eine Modekollektion designen, wenn ich das Haus ja nicht verlassen darf"; meinte ich, zum Ende leiser und frustrierter werdend. Ich würde zwei Monate kaum etwas machen können. Zumindest die ersten Wochen. Und ich musste Medikamente nehmen. Ich hasste das. Vermutlich sollte ich Vivi lieber sagen, dass sie aufpassen musste, dass ich brav zwei Wochen lang nun alle 8 Stunden immer eine Tablette einwerfen durfte - weil meine Lunge nur um ein Haar einer ernsten Verletzung entgangen, aber dennoch kurzzeitig eingefallen war. Aber ich wollte ihr gleichzeitig die Sorge ersparen. Auch ihren Kommentar zu meiner in Regenbogenfarben Seite bedachte ich nur mit einem versucht ironischen Lächeln, wobei es durch meine gleichzeitigen Bewegungen vermutlich etwas verzerrt wirkte. "Was für eine Serie kann ich denn gucken, die mehr Spannung als mein eigenes Leben bereithält, das ich jetzt erstmal verpasse?", meinte ich, vielleicht etwas düster in meiner Einstellung. Ich wollte nicht rumliegen und mir über irrationale Charaktere den Kopf zerbrechen und ihnen beim Leben, Lieben und Scheitern zusehen. Das konnte ich selbst. Inklusive sportlichem Wettkampf und Action und Drama. Ein bisschen weniger davon wäre aber sicher ganz gut fürs echte Leben. Normalerweise hätte ich mir kein Auflehnen gegen ihren strengen Blick erlaubt, aber ich war wirklich einfach zu frustriert.
Ich warf noch mal kurz einen Blick durchs Krankenhauszimmer und in meine Tasche, ob ich alles dabei hatte. Es lag nichts mehr von mir herum, nur dem Bett konnte man ansehen, dass dieses Zimmer nicht steril geputzt ist. In einer halben Stunde war es sicherlich so, als wäre ich nie da gewesen. Nur ich würde mich noch eine ganze Weile leider dran erinnern können, dass ich im Krankenhaus war. ich schloss meine Tasche mit einem letzten Blick, ob die Medikamente alle drin waren, ehe ich sie auch schon an Vivi abtreten durfte. Ich war zwar nicht der konventionellen Einstellung, dass Frauen nichts konnten oder durften, aber dennoch sträubte sich etwas in mir dagegen, der Schwache zu sein, der sich seine Sachen tragen ließ. Aber in Anbetracht dessen, dass mir jeder Schritt in den Rippen schmerzte und jeder Atemzug in der betroffenen Seite der Lunge brannte, ließ ich sie einfach gewähren. Am Auto versuchte ich zu verbergen, dass das Beugen zum Einsteigen und selbst das Anschnallen unglaublich unangenehm waren. Würde es mir etwas besser gehen, hätte ich vielleicht noch darum argumentiert, selbst zu fahren. Die stille Akzeptanz bedeutete also schon viel. "Das tue ich. Immerhin habe ich die schönste Servicekraft für mich, die ich mir hätte wünschen können", meinte ich mit einem Zwinkern als ich wieder einigermaßen entspannt sitzen und atmen konnte. "Ach... ist schon okay. Ich werde einfach weiter in den Züchterkreisen meinen 'Spaß' haben und erst nächste Saison wieder wirklich reiten", brummte ich. Zufrieden war ich damit nicht. Ich mochte die ganzen Snobs nicht, die so viel versuchten zu fachsimpeln und sich damit versuchten auszustechen, wer das höchstprämierte Fohlen oder den teuersten Auktionspreis erzielt hatte. Gefühlt verloren die ab und an mal den Blick für das Wesentliche. Und als junger Mann hatte man da einfach nichts zu sagen, weil man ja keine Ahnung hätte. was das wirklich wäre. Und davon ganz abgesehen würde es mir wirklich schwer fallen, zwei Monate nicht auf ein Pferd zu klettern oder nicht wenigstens vom Boden aus zu arbeiten. Ob nun meine eigenen beiden oder unsere Jungpferde, die ja auch ein Grundtraining brauchten um auf Auktionen, Championaten oder Körungen vorgestellt werden zu können. Wie sollte man bei der ganzen rumliegenden Arbeit nur an einen Serienmarathon denken.


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#199

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 10.11.2019 18:11
von Alex • Senior Member | 5.831 Beiträge | 1037624 Punkte

Nachdenklich lauschte Vivi den Worten Kierans. Er tat ihr ziemlich leid, so viel stand fest. Es musste schwer für den passionierten Reiter sein, die nächsten Monate kürzer treten zu müssen. Auch Vivi konnte davon ein Lied singen. Ihr selbst war es nach der Sache mit ihrem Stiefvater und Stiefbruder ewig dreckig gegangen. Doch so wie Kiri ihr beigestanden hatte, würde sie ihm jetzt eben auch beistehen. "Wir schaffen das schon.", gab die Dunkelhaarige nachdenklich von sich und sah in der Ferne schon das Gestüt auftauchen. "Ich bin zwar nicht so gut im Sattel wie du, aber ich gebe mein Bestes.", fügte sie schmunzelnd hinzu und dachte kurz an Mephisto. "Der schwarze Teufel hat sich übrigens echt gut gemacht. Collins meint, dass ich bald mal versuchen kann, Mephisto bei Turnieren vorzustellen.", wechselte die 17-Jährige das Thema und lächelte glücklich. Auch der Hengst hatte sehr viel Arbeit und das Leben aller Beteiligten nicht immer leicht gemacht. Doch langsam machte sich der Kleine unter Vivi's liebevoller Hand. Niemand verstand, warum ausgerechnet ein Mädchen ohne Pferdeerfahrung mit dem Problemtier so gut klar kam. Auf dem Gestüt nannte man die Russin schon Pferdeflüsterin und es suchten sie immer mehr ratlose Pferdebesitzer auf. Vivi konnte sich schon fast vorstellen, ihr ganzes Leben dieser wundervollen Arbeit mit den edlen Tieren zu widmen. Doch da war ja immer noch das Ballett. Ballett war doch schon immer ihre große Liebe gewesen. Konnten Kieran oder Mephisto da mithalten? Zweifelnd biss sich die Russin auf die Unterlippe und sah kurz zu ihrem Freund. Sie liebte Beide, das stand außer Frage. Doch wenn sie sich entscheiden musste, würde das Ballett wohl immer den Längeren ziehen. Inzwischen hatten sie das Gestüt erreicht und Vivi hatte den Wagen auf dem Parkplatz geparkt. "Willst du erstmal zu Socke und Skyline?", fragte die fast 18-Jährige mit einem sanften Lächeln und schnappte sich die Sporttasche mit seinen Sachen.



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#200

RE: Bisherige Posts III

in New Life | Dodo & Alex 13.11.2019 00:15
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Kieran würde es sicher niemals aussprechen oder gar denken, dass es Vivis Schuld war, aber dennoch nagte es an ihm, dass er seit sie da war, immer mehr zurückstecken musste. Es gab einfach Verkettungen von Umständen und Situationen, die sich in neue verstrickten und wieder etwas anderes hervorbrachten, dass er nun jetzt hier saß. Kurzatmig und voll mit Schmerzmitteln, grün und blau und wohl wissentlich, dass er die nächste Zeit nichts machen konnte. Es war mitten in der Saison und er würde ausfallen. Und so wenig wie er sich bewegen konnte gerade, konnte er nicht einmal andere Arbeiten übernehmen, außer im Büro rumzuhängen und Telefonate anzunehmen oder Verkaufsinserate zu schreiben. Es würde eine sehr langweilige Zeit werden.
"Ich weiß. Du und der Teufel habt viel zusammen gelernt. Du hast halt nicht den einfachen, aber den intensiven Weg des Trainings genommen", schmunzelte Kieran leicht und legte sanft seine Hand auf ihren Oberschenkel. Sie war wirklich mit Leib und Seele dabei, ihr bestes zu geben und alles zu lernen, was es zu lernen gab. Sie hatte in Monaten das geschafft und trainiert, wofür andere mehrere Jahre brauchten. Aber sie verzichtete dafür auch auf Schlaf, manchmal auf eine warme Mahlzeit und sie hatte eben das Glück, auf dem Gestüt zu wohnen. "Du weißt wie ich ticke" grinste der junge Mann, stieg etwas ungelenk und mit leicht verzerrtem Gesicht auf. Dann atmete er erst einmal vorsichtig durch, ehe er langsam Richtung Stall schlenderte. Er begrüßte ausgiebig seine beiden Pferde, ehe er sich brav und unter strengen Blicken seiner Freundin das Gutshaus ansteuerte ohne gar zu versuchen, irgendwas mit seinen Tieren machen zu wollen. Er würde artig schlafen gehen und auch in der nächsten Zeit die Füße stillhalten. Zumindest solange ihn vielleicht jemand sah.


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