#76

RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 17.02.2015 00:35
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Wenn ich aufgewacht wäre, wäre mir wahrscheinlich unangenehm gewesen, dass ich sie im Schlaf festgehalten und nicht gehen lassen hatte, auch wenn ich nicht wirklich etwas dafür konnte. Aber so würde es ja aussehen, als hätte ich es ausgenutzt, dass sie so schnell eingeschlafen war um mich an sie heranzumachen und zu kuscheln. Dabei hatte ich sie wirklich nur beruhigen wollen und war dann selbst eingeschlafen. Und im Schlaf hatte ich keine Kontrolle über das was ich tat und ich könnte es nicht einmal an einem Traum begründen, weil selbst wenn ich etwas träumte, so verstand ich es nicht wirklich. Es lief eben alles unterbewusst ab. Dass sie sich irgendwann anfing aus meiner Umarmung winden zu wollen, holte mich etwas aus dem Tiefschlaf, weil es in meiner verletzten Schulter zog, da der Arm um sie lag und ich sie aber nicht gehen lassen wollte. Ihre hauchzarte Berührung an meiner Wange, ihre Worte und den Kuss auf die Wange bemerkte ich eigentlich nicht, auch nicht, dass ich sie endlich losließ und sie ging. Ich schlief einfach weiter, als Ronnie ging, machte mich nur etwas breiter und seufzte leise und schlief friedlich einfach weiter. Zumindest bis ich aufwachte, weil es auf einmal hell war, aber ich ließ meine Augen geschlossen. Unzufrieden grunzte ich auf, als jemand an mir rüttelte. Als ich Ronnies Angst bemerkte, sowohl weil sie so klang, als auch weil ich die Pheromone wittern konnte, sah ich sie ein wenig verschlafen an.
"Was'n los", murmelte ich, als sie auch schon ansetzte zu ihrer Erzählung. Sofort war ich hellwach und richtete mich auf, lockerte meine Muskeln etwas, während ich ihr zuhörte. Einen Einbrecher hatten wir hier einmal gehabt. Der hatte den Fernseher und meine frei herumstehende Kinderspardose mal mitgehen lassen, etwas Schmuck auch und hatte sehr viel verwüstet. Das war mehr als nur bösartig gewesen. Niemand bestahl Kinder. Seit dem hatten wir die Fensterfront mehr gesichert. Es war Sicherheitsglas, was nicht sofort zerbrach oder nachgab und die Tür hatte einen Verschlussmechanismus, der an mehreren Stellen aufgehebelt werden müsste. Aber zu unterschätzen war das trotzdem nicht. "Hat er dich gesehen oder meinst du er wollte sowieso zum Haus? Ist dir irgendetwas aufgefallen? Eine Waffe, ein Einbruchsgegenstand?", fragte ich, verfallen in meiner schon fast professionellen Beobachterrolle und stand auf. "Keine Sorge, das wäre keine gute Idee. Selbst ohne dürfte ich ihn abknallen. Stand your Ground, schon mal gehört?", meinte ich, während ich die Tür ansteuerte, "aber ja, ich habe mein Zeug", setzte ich dann hinzu. Ich machte im Flur und im Badezimmer Licht, während ich zu meinem Zimmer ging mit flotten Schritten, auch wenn mein Kreislauf noch ein wenig nachhing. Zu schnell für meine Schulter sprang ich in meine Uniform, zog mir das Hemd über die Schultern. Ich ignorierte den Schmerz einfach. Das Licht ließ ich überall an, es schreckte oft schon ab, wenn die Einbrecher wussten, dass jemand wach war. "Bleib hier oder wenigstens hinter mir", mahnte ich sie dann, als ich an ihrem Zimmer vorbei ging und platzierte die Handschellen gut sichtbar vorne am Gürtel. Dann lief ich die Treppe runter, schaltete auch unten das Licht für den Flur an, eilte zur Vorrats- und Abstlelkammer, wo von Konserven über Getränke bis zu Putzmitteln alles drin war. Und dazu unsere Schrotflinte. Auf Nahkampf konnte man damit jemanden sehr beeindrucken und im Notfall töten. Selbst wenn man nicht zielen konnte. Die Waffe war in einer extra in die Wand eingelassenen Nische untergebracht, die durch eine Schranktür abgedeckt war, die nur weit oben zu öffnen war, damit Jesse da nicht dran kam. Ich öffnete den Schrank, zog die Schrot hervor und ließ die Sicherung ausschnappen, während ich ins Wohnzimmer trat und das Licht anmachte. In dem Moment hob ich dann auch die Waffe und legte sie an. Trotz der Spiegelungen der Scheibe sah ich die Gestalt an der Terrassentür. Ich machte einen drohenden Schritt darauf zu, während ich zielte. "Zurück von der Tür! Verlassen Sie sofort das Grundstück oder ich sehe mich gezwungen, Sie zu erschießen", rief ich laut und deutlich genug, dass man es auch draußen verstehen könnte. Dabei war es mir auch egal, ob meine Eltern schliefen. Aber ich traf dabei immerhin auf eine Reaktion, denn ich sah, wie die Person erstarrte und einen Schritt zurück wich. Ich versuchte das Gesicht zu erkennen, trat deshalb dichter. "Na los! Verschwinden Sie!", setzte ich drohend nach, bis die Person endlich die Beine in die Hand nahm und floh.
Erleichtert senkte ich die Waffe, sicherte sie wieder und verzog das Gesicht. Für die Waffe brauchte man beide Hände und auch wenn sie in meine rechte, heile Schulter gestützt gewesen war, so war die Anspannung, den linken Arm zu heben, nicht sehr angenehm gewesen und meine Schulter pulsierte nun wieder schmerzend. Einen Moment blieb ich noch stehen, kontrollierte dann, ob die Tür noch sicher verschlossen war, ehe ich jedes Fenster, auch im Essbereich und der Küche kontrollierte und schließlich auch die Haustür, ob alles heil war und ob was zu sehen war. Es schien aber wieder ruhig. Ich brachte also die Waffe wieder weg, legte sie in ihre Verankerung und verschloss sorgfältig die Klappe, ehe ich die Abstellkammer wieder verließ und langsam begann, die Lichter wieder auszuschalten. Als ich zu Ronnie zurückkehrte, sah ich sie etwas abgespannt an. "Alles okay? Du siehst blass aus", fragte ich und musterte sie, während ich mühselig einhändig das nachlässig geknöpfte Hemd wieder öffnete und auszog. Ich wollte es nicht einsauen und ich konnte nicht beurteilen, wie meine Schulter aussah nach dem Schlaf und den plötzlichen Belastungen. "Du solltest dich wieder hinlegen, du solltest gesund werden", meinte ich, stellte vorerst nicht infrage, ob sie vielleicht Angst hatte, schlafen zu gehen. Sofern der Verband noch hielt, würde ich mich auf jeden Fall hinlegen. Dieses mal vielleicht aber dann doch in mein Bett, was sollte ich schon bei Veronica. Mit ihr würde ich das Bett nur teilen wollen, wenn wir auch miteinander schliefen und das würde nicht so bald sein.


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#77

RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 17.02.2015 13:56
von Alex • Senior Member | 5.811 Beiträge | 1036624 Punkte

Noch während meiner Erzählung war Chace plötzlich putzmunterund richtete sich auf. Der Verband hatte schon einen leicht rosanen Farbton angenommen, was mich jedoch nicht verwunderte. Mir war klar, dass die Wunde die nächsten Tage noch ziemlich bluten würde, da ich sie nicht nähen konnte und der junge Mann sich schließlich strikt gegen einen Arzt entschieden hatte. Also war es eigentlich seine Schuld, auch wenn ich wohl noch ein paar Tage als Krankenschwester dienen musste. Alleine konnte Chace den Verband jedenfalls nicht wechseln, so viel war klar. Seine Fragen kamen ziemlich überrumpelt und ich stand kurz total perplex da. Hastig atmete ich tief ein und aus, um die passenden Antworten zu liefern. "Er hat mich gesehen. Ob er zum Haus wollte, weiß ich nicht. Er hatte irgendetwas in der Hand. Aber es war keine Waffe oder so. Eher ein...Fotoapparat.", erinnerte ich mich vage und musste trotz der Situation und meiner Panik grinsen, da Chace total in seine Polizistenrolle verfiel. "Stand your ground? Ach so. Ja, habe ich schon gehört.", antwortete ich schmunzelnd. Tatsächlich war es mir ein Begriff, doch viel damit anfangen konnte ich dennoch nicht, da ich nie lange in den USA gelebt hatte. Als Chace mein Zimmer verließ, folgte ich ihm hastig. Ich ignorierte in dem Moment einfach, dass ich nur mein Dessousset trug und eventuell Jesse und die Eltern durch den Tumult aufwachten. Ich hatte schließlich nur geschlafen. In Unterwäsche. Etwas ganz normales. Davon abgesehen, dass Chace neben mir geschlafen hatte, doch das wusste ja niemand. Ich blieb im Türrahmen seiner Tür stehen und beobachtete wie er flink in die Uniform schlüpfte. "Vorsichtig.", warnte ich den jungen Mann leise, da ich ahnen konnte, wie es seiner Schulter dabei ging. Chace war einfach viel zu heiß und die Uniform machte es nicht gerade besser. Frauen standen nun mal auf Männer in Uniformen und Anzügen, so ein Kleidungsstück konnte selbst einen hässlichen Kerl ansehlicher machen. Wenn man aber so wie Chace ohne Uniform schon verdammt heiß war, gehörte sein Anblick in Uniform meiner Meinung nach wirklich verboten. Wie konnte man mir so etwas als Mitbewohner zumuten? Unsicher schob ich die Oberlippe nach vorne und biss mir mit den Zähnen unterhalb der Unterlippe herum, während Chace im ganzen Haus eine echte Festtagsbeleuchtung hinterließ. "Als wäre ich so dumm vor dir zu laufen.", murmelte ich genervt und rollte mit den Augen. Was dachte Chace eigentlich von mir? Stop. Ich wollte es gar nicht wissen. Er empfand wahrscheinlich ähnlich wie ich. Verdammt heiß und geil darauf, zu ficken, doch dann noch der innere Hass, der es unmöglich macht. Schmunzelnd blieb ich also hinter dem jungen Polizisten und war froh, dass er seine Sachen bereits wieder hatte. Als er kurz in der Küche verschwand, lehnte ich mich müde und etwas zitternd an der Wand an, ehe er mit einem Gewehr wieder auftauchte. Erschrocken zog ich scharf die Luft ein und presste meinen fast nackten Körper noch mehr gegen die kalte Wand. "Oh Gott.", stieß ich leise hervor und folgte ihm leise ins Wohnzimmer. Die Hände schlug ich mir allerdings vors Gesicht, da ich manche Dinge gar nicht erst sehen wollte. Chace's strenge Tonlage verblüffte mich ein wenig, da er nun wirklich professionell klang. Nicht schlecht. Trug aber nur dazu bei, dass das Verlangen nach ihm wuchs. Scheiße. Innerlich fluchend starrte ich die Person an, welche langsam den Arm mit dem Fotoapparat hob und tatsächlich noch ohne zu zögern ein Bild machte. Also hatte dieser Kerl jetzt mindestens ein Bild von mir in sexy Dessous. Ungeschminkt. Mit zerzausten Haaren. Verdammt. Doch nach dem kleinen Shooting wich der Mann endlich zurück und war kurz darauf verschwunden. Ich stieß einen lauten Seufzer aus und ließ mich erst einmal auf den Boden sinken, da meine Knie nachgaben. Chace schien in der Zwischenzeit alles zu überprüfen und einige Lampen auszuschalten. Irgendwann kam ich wieder auf die Beine und schlürfte die Treppe nach oben, blieb im Flur stehen und sah zu Jesse's offener Zimmertür und ihrem Kopf, der sich durch den Spalt streckte. "Alles okay, Kleines.", murmelte ich beruhigend und strich ihr kurz über die Haare, ehe ich sie sanft zurück in ihr Zimmer schob und die Tür schloss. Dann tauchte auch schon Chace auf und brachte mich mit seiner Feststellung tatsächlich zum lachen. "Wenn ich blass aussehe, was tust du dann?", stellte ich die Gegenfrage und beobachtete den jungen Mann. Die Bewegungen der Schulter hatten nun wirklich ihre Spuren hinterlassen. Kurz hustete ich und schlang die Arme unterhalb der Brust zusammen. "Ich gehe gleich schlafen. Wobei ich jetzt wohl kaum noch schlafen kann...Zuerst müssen wir deinen Verband wechseln.", stellte ich ruhig fest und schob den jungen Mann vorsichtig ins Bad zurück auf seinen Platz auf dem Hocker. Mit flinken Bewegungen löste ich den blutigen Verband von seiner Schulter und verzog immer wieder das Gesicht. "Ieeeh.", stieß ich leise aus und ließ den roten Fetzen in den Mülleimer fallen. Hastig säuberte ich anschließend die Wunde, desinfizierte sie und trug eine heilungsförderne Creme auf, ehe ich wieder einen neuen Verband eng anlegte, bis alles saß. "Fertig.", murmelte ich und wurde von einem Hustanfall ergriffen. "Schlaf gut.", brachte ich irgendwie noch hervor und taumelte zurück in mein Bett. Immerhin war morgen, beziehungsweise eigentlich schon heute, Samstag. Ob Chace ab Montag wieder arbeiten würde? Mir blieb nicht die Zeit weiter darüber nachzudenken, da ich schnell eingeschlafen war.


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#78

RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 17.02.2015 21:00
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Vielleicht sollte ich selbst ein wenig überrascht davon sein, wie schnell ich objektiv darüber nachdachte, dass ein Fremder in unserem Garten herumschlich und hier rein wollte. Ich war gar nicht mal wirklich beunruhigt, eher wütend. Es war mein Revier und niemand hatte das Recht nachts einfach aufzutauchen und gerade mich zu belästigen dadurch. Ich hasste es, nachts aufzustehen und geweckt zu werden. Bei ihrer eher nur halben Information sah ich sie kurz prüfend an. "Eine Kamera?", hakte ich skeptisch nach. Nicht, weil ich ihr nicht glaubte, eher weil ich mich fragte, was er damit bezweckte. Spionage? Wenn ja, wozu? Es lohnte sich eigentlich nicht hier so groß herum zu spionieren. Wahnsinnig viel Geld oder Wertgegenstände hatten wir nicht so herum liegen und so spannend konnte unser Leben nicht sein. Wir hatten keine Probleme in der Gesellschaft meines Wissenstandes nach und was wollte jemand dann hier spionieren? Während ich so darüber nachdachte und ihr Zimmer verließ, bemerkte ich, wie sie mir so hastig nachlief, aber ich dachte mir da nicht so viel bei. Ich war gerade einfach so ein wenig ihr Beschützer. Vielleicht hätte ich sie damit bewusst etwas angemacht, mit meiner Polizistenrolle gespielt, aber dafür nahm ich das gerade zu ernst. Ihre kleine Warnung überhörte ich geflissentlich. Ich hatte keine Zeit um behutsam das Hemd anzuziehen ohne mich zu bewegen. Auch ihr genervtes Gemurmel überhörte ich einfach. Ich war es gewohnt, Leute zu warnen. Tat ich es nicht und es passierte etwas, fiel das sonst auf mich zurück, also sagte ich lieber alles, was eigentlich klar war und das zur Not auch mehrfach, und kümmerte mich lieber darum, schnell nach unten zu kommen um uns verteidigen zu können.
Ein verschlagenes Grinsen erschien auf meinen Lippen, als ich sah, wie erschrocken sie die Schrotflinte ansah. Scheinbar hatte sie nie in dem verschlossenen Fach nachgesehen. Vielleicht fand ich es kurz mal ganz schön, dass ich sie beeindrucken konnte, wobei sie eher aussah, als hätte sie Angst, und auch wenn ich nun wirklich keine Waffen und Gewalt brauchte als Schwanzprothese. Ich war auch kein Waffennarr, aber ich war sicher im Umgang und sah kein Problem damit, sie zum Schutz einzusetzen. "Kannst mich auch Chace nennen", meinte ich in einem Hauch von Anzüglichkeit, schenkte ihr ein abgeklärtes Grinsen bei ihrem leisen Ausruf nach dem Herrn im Himmel. Als wir dann im Wohnzimmer standen, auf dieser Seite der Scheibe, und der draußen doch wirklich die Kamera hob, kniff ich leicht die Augen zusammen, fragte mich, was das wurde, bis doch wirklich ein kurzer Blitz erschien. Erst dann machte sich die Person auf und davon. Verblüfft und wütend stand ich da, als ich die Waffe senkte und mit dem Klicken die Sicherung wieder einrasten ließ. Was war das denn für ein komisches Ereignis hier. Ich schenkte Ronnie einen kurzen Blick, als sie seufzend zu Boden sank, aber sie sah ganz stabil aus, wenn man von ihrem Teint absah, weshalb ich zuerst alles kontrollierte. Ich wollte nicht, dass mir jemand von einer anderen Seite in den Rücken fiel. Als ich dann auch die Waffe wieder weggebracht hatte und die Lichter löschte, war Ronnie schon gar nicht mehr unten. Ich ging also die Treppe hoch und während sich der Stresslevel senkte, wurde mir erst bewusst, wie müde ich eigentlich noch war und der brennende Schmerz in meiner Schulter wurde wieder stärker. Als ich das obere Ende der Treppe erreicht hatte, sah ich noch wie Ronnie zart Jesse zurück ins Zimmer schob. Als sie auch mir sagte, dass ich blass war, zog ich mit einem Schmunzeln die gesunde Schulter hoch, ehe ich das Hemd auszog und ins Licht hielt. Blut hatte aber zum Glück noch nicht durchgedrückt. Aber scheinbar sah es nicht so schön aus, denn sie vertrat die Meinung, dass wir erst den Verband wechseln sollten. Seufzend ergab ich mich, ließ mich von ihr ins Bad dirigieren und setzte mich. Ich ließ es einfach über mich ergehen und war vielleicht ganz froh, dass ich mich nicht im Spiegel ansah, so angewidert wie sie aussah. Mit zusammengebissenen Zähnen zuckte ich leicht zusammen, als sie die Wunde desinfizierte und die Salbe brannte, als sie die wieder auftrug. Nach dem Gefühl mehr als gestern, aber sicher war ich mir nicht und blieb einfach still, bis der Druck des Verbands langsam das Brennen etwas linderte. "Danke", murmelte ich leise, als sie fertig war und bedachte ihren Husten mit einem kurzen Blick. Sie sollte auch dringend ins Bett und sich warm halten. "Du auch", erwiderte ich ein wenig überrascht von ihrer Freundlichkeit, ehe ich auch in mein Zimmer schlurfte und die Rollläden schloss, ehe ich ins Bett kroch und irgendwann einschlief.

Ich schlief sehr unruhig, wälzte mich hin und her, lag auf meiner gesunden Seite, auf dem Bauch oder auf dem Rücken, ich wachte oft auch, war aber immer zu faul und zu müde auf den Wecker zu schauen. Irgendwann hörte ich wie Jesse lachend durch den Flur rannte, für so eine kleine Person konnte sie ganz schön laut laufen, wenn sie wollte und spielte. Genervt zog ich mir die Decke über die Ohren, unter der ich kaum noch lag, weil mir so warm war. Ich strampelte wütend die Decke von mir, blieb auf dem Bauch liegen und wollte immer noch einfach schlafen, aber mehr als zu dösen schaffte ich nicht. Ich fühlte mich schlecht, fiebrig und die Schmerzen brachten mich um den Verstand. Ich griff irgendwann nach meinem Handy, versuchte Marcus zu erreichen. Er war Assistenzarzt, es wäre besser, wenn er sich das ansah, als wenn ich zu einem richtigen Arzt ging, der dann fragte, woher so eine Verletzung kam. Allerdings reagierte er nicht, auch nicht nach einer ganzen Weile. Und irgendwann musste ich aufstehen. Kalter Schweiß stand mir auf der Stirn, als ich aufstand und aus meinem Zimmer ging. Mein Gesicht war schmerzverzerrt, meine Schulter brannte und pulsierte. Als ich vor Ronnies Zimmertür stand, atmete ich tief durch, legte mir eine bemüht entspannte Fassade auf. Dann klopfte ich, wartete kurz und öffnete dann die Tür. Zum Glück traf ich sie hier auch an, meinen Eltern hatte ich bisher noch nichts von der Wunde gezeigt oder erzählt und warum das so ausartete, wollte ich gerade auch nicht allen aufbinden. Und ich war schon echt überrascht, dass ich immer noch nicht geweckt worden war, wo es doch eigentlich schon recht spät war. "Hey..eh.. meine Schulter macht ein bisschen Probleme. Vielleicht könntest du mich doch ins Krankenhaus fahren?", fragte ich dann widerwillig und spielte meine Schmerzen und alles, was damit zusammenhing, herab.


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#79

RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 21.02.2015 14:01
von Alex • Senior Member | 5.811 Beiträge | 1036624 Punkte

Die restliche Nacht verlief zumindest für mich sehr unruhig, da ich bei jedem Geräusch sofort aufrecht im Bett saß. Kurz vor dem Sonnenaufgang gelang es mir endlich einzuschlafen, auch wenn ich noch immer Angst hatte. Das fröhliche Lachen von Jesse weckte mich irgendwann sanft auf. Lächelnd streckte ich mich und warf einen kurzen Blick aus dem Fenster. Strahlender Sonnenschein. Sehr schön. Gut gelaunt stand ich auf und blieb erst einmal vor meinem Spiegel stehen. Ich sah wirklich beschissen aus. Mein Gesicht war ungewohnt blass, die dunklen Haare standen mir zu Berge. Noch dazu brannte der Kratzer an meiner Seite tierisch. Ich seufzte leise und griff nach meiner Bürste, mit welcher ich nachdenklich meine Mähne entwirrte und lächelte ein wenig. Das Lächeln verschwand allerdings, da ich wieder von einem starken Hustanfall eingenommen wurde. Ich knurrte sofort deutlich schlechter gelaunt und band mir einen hohen Pferdeschwanz, ehe ich mich in meinen kuschligen Bademantel hüllte und mich an meinem Schreibtisch nieder ließ. Hustend klappte ich das weiße Macbook auf, startete es und tippte kurz darauf das Passwort ein. Immer wieder stieß ich merkwürdige Laute aus und mein Hals war irgendwann so gereizt, dass ich mich fast übergab. Ich verdrehte die Augen und beschäftigte mich eine gute Weile mit meinem Blog, bis sich die Tür öffnete und Chace erschien, welcher tatsächlich noch schlechter aussah als ich. Überrascht klappte ich das Macbook zu und erhob mich. "Was gibt's?", erkundigte ich mich doch etwas besorgt und konnte ein triumpfierendes Lächeln nicht zurückhalten, als er mich bat, ihn doch ins Krankenhaus zu fahren. "Männer.", murmelte ich und nickte leicht. "Klar. Wir treffen uns in zehn Minuten beim Auto, ja?", stimmte ich zu und schob den jungen Mann sanft zurück auf den Flur, damit ich mich in Ruhe fertig machen konnte. Die Tür fiel ins Schloss und ich musste leise lachen. Er war echt nach wie vor ein Rätsel für mich. Vielleicht war genau das auch der Grund, wieso ich Chace so anziehend fand. Ich wollte mir allerdings nicht weiter den Kopf darüber zerbrechen, schlüpfte schnell aus meinen Klamotten und hängte den Bademantel wieder an den Haken an der Tür. Die Unterwäsche warf ich vorerst auf den Boden. Es war warm draußen, doch ich wollte eigentlich nicht noch kränker werden. Hin und her gerissen stand ich also vor meinem Kleiderschrank. Letztendlich fiel meine Wahl auf ein wärmeres Outfit, zu welchem ich schlichte, schwarze Boots kombinierte. Hastig trug ich noch etwas Concealer, Puder und Wimperntusche auf und verließ dann auch schon mein Zimmer. Ich musste beim Auto nicht lange auf Chace warten, da er kurz nach mir aufkreuzte. Ich lächelte kurz und hustete erneut während ich einstieg und den Motor anließ. "Also auf ins Krankenhaus.", murmelte ich und steuerte den Wagen durch die Straßen. Wahrscheinlich gefiel es dem jungen Mann gar nicht, dass ich jetzt fuhr. Aber nun ja. Chace sah echt scheiße aus, also sollte er sich nicht aufregen. Vor dem Krankenhaus suchte ich einen möglichst nahen Parkplatz am Eingang, schaltete den Motor wieder ab und stieg aus. "Dann mal los.", stellte ich fest und stapfte vor Chace in den Eingangsbereich zur Rezeption. "Guten Morgen.", begrüßte ich die blonde Krankenschwester lächelnd, welche meines Erachtens eher einer Pornodarstellerin glich. Mit anzüglichen Blicken musterte die Dame den jungen Mann und ich verdrehte die Augen. "Mein...Mitbewohner hat sich gestern verletzt und jetzt macht seine Schulter richtig Probleme. Es ist dringend.", erklärte ich mein Anliegen und wir wurden sofort von der Möchtegernkrankenschwester in einen Untersuchungsraum geführt. "Der Arzt kommt gleich.", informierte sie uns und verließ den Raum erst nachdem sie Chace zufällig berührt hatte. Ich stieß einen empörten Laut aus und schüttelte angewidert den Kopf, während ich mich auf einem der Stühle nieder ließ und auf den Doktor wartete, welcher erst nach fünf Minuten kam und uns beiden die Hand drückte. Ich beschloss, dass Chace sein Anliegen dieses Mal selbst vorbringen konnte und schwieg einfach.


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#80

RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 24.02.2015 23:00
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Ich war so weit ganz entspannt. Angst, dass der Einbrecher wieder kam, hatte ich nicht. Er war verdammt nochmal nur mit einer Kamera 'bewaffnet'. Ich fand das beunruhigender als die Tatsache, dass da jemand war. Und da er aufgeflogen war, glaubte ich nicht, dass er sich her wagte, wo er doch gesehen hatte, dass ich mit einer Schrotflinte dagestanden hatte. Und ein Polizist war. Gut, er konnte nicht wissen, dass ich hier wohnte, je nachdem, wie lang er da war und vielleicht einen lautlosen Alarm ausgelöst hätte, hätte durchaus Polizei schon da sein können. Und ich hatte nicht gesagt, dass es mein Grundstück war. Nun ja, es war auch egal, ich war bewaffnet, einen Teaser hatte ich auch noch, ebenso wie die Handschellen und im schlimmsten Notfall wäre ich schnell selbst die tödliche Waffe. Mein Schlaf war nur nicht gut, weil es mir einfach schlecht ging wegen meiner Schulter. Der gestörte Schlaf von vorher und die Belastung durch das schnelle Anziehen, das Halten der Waffe hatten einfach dazu beigetragen, dass meine Schulter nun mehr als gereizt war. Zumal die Salbe brannte, aber ich hoffte, dass das normal war und so gehörte. Alles was half, brannte doch, oder? Nur leider kam ich nicht darüber hinweg, konnte nicht gut schlafen wegen dem Mist und ärgerte mich darüber, was aber nur kontraproduktiv war. Und schließlich konnte ich irgendwann einfach nicht mehr liegen bleiben, es war spät und ich immer noch müde. Es nervte mich auch tierisch, dass ich nun wirklich zu Veronica gehen musste. Ich wäre durchaus gerne stur und würde selbst fahren, aber das würde nur schlecht funktionieren. Ich würde kaum so viel realisieren, lenken mit schwerem Arm war auch nicht so schön und ich wollte die Verantwortung für Unfälle nicht übernehmen. Es würde nur wieder meinen Job gefährden und das brauchte ich nicht.
Sie wirkte schon fast besorgt, als ich bei ihr auftauchte, aber ebenso triumphierend, als ich mein Anliegen vorbrachte. Ihren Kommentar hörte ich durchaus und schenkte ihr nur einen sarkastischen Blick. "Gut", nickte ich den Plan ab und ließ mich aus dem Zimmer dirigieren. Mein gutes Gehör sorgte dafür, dass ich ihr Lachen noch hörte und ich schnaubte entrüstet. Da machte sie sich lustig darüber, während ich litt und gefühlt schon fast im Sterben lag? Murrend ging ich ins Bad, machte mich etwas frisch, ehe ich mir in meinem Zimmer eine lockere Sweatshirtjacke suchte. Ich musste ja nicht unbedingt halbnackt da auftauchen, allerdings zog ich den Reißverschluss nur halb hoch, immerhin mussten noch Hose und Schuhe angezogen werden. Und bis ich das fertig hatte und draußen war, waren die zehn Minuten wahrscheinlich sogar um. Meine Papiere sammelte ich noch schnell zusammen, damit sie uns überhaupt registrierten. Unzufrieden und schweigend ließ ich mich auf den Beifahrersitz sinken, seufzte leise, als wir losfuhren. Jeder Ruckler, der sich auf die Schulter übertrug, tat weh und machte mich fertig, aber ich hielt die Klappe, biss die Zähne angespannt zusammen und war einfach erleichtert, als wir irgendwann wieder anhielten. Widerstrebend näherte ich mich dem Krankenhaus, wurde bei jedem Schritt etwas langsamer. Ich wollte da wirklich nicht rein. Umdrehen wäre aber auch feige. Ich ergab mich also meinem Schicksal, als Ronnie schon gleich jemanden ansprach. Eine sehr nette junge Dame, die mir einen deutlichen Blick schenkte. Ich fing ihn auf, hob mit einem schelmischen Grinsen eine Augenbraue als Zeichen, dass ich das durchaus bemerkt hatte. Und es mich nicht störte. Ich wusste sogar nicht mal, ob ich wirklich froh war, dass Ronnie mich nur als Mitbewohner vorgestellt hatte. Mit der Krankenschwester könnte ich vielleicht sogar etwas anfangen. Etwas kurzweiliges. Ein oder ein paar mal Sex. Solange sie mir Aufmerksamkeit schenkte, hielt ich mich tapfer, aber als sie uns zu einem Untersuchungsraum führte, folgte ich nur mit wehleidiger Miene. Ich hasste Krankenhäuser. Wirklich. Der sterile Geruch brannte in der Nase, die Utensilien waren brutal und die Leute kalt. Okay, die Krankenschwester war heiß, aber das war auch alles. "Danke", bedankte ich mich in einer schmeichelnden, schon fast verruchten Tonlage, als sie uns erzählte, dass der Arzt gleich kam, und zwinkerte ihr zu, als sie mich leicht berührte, öffnete meine Sweatshirtjacke und zog sie aus, da ich das so oder so musste. Ronnies angewiderte Haltung der Frau gegenüber nahm ich durchaus wahr, bedachte es aber nur mit einem amüsierten Schmunzeln. "Die Kleine ist doch ganz nett", stichelte ich weiter mit einem anzüglichen Grinsen.
Dann kam aber auch schon der Arzt und begrüßte uns, begutachtete den Verband und sah dann mich an. "Was ist passiert?", fragte er, während er eine Verbandsschere holte und langsam den Verband auf schnitt. "Ein Tierangriff", meinte ich knapp, seufzte leise. "Und - nichts gegen Sie - aber ich hasse Ärzte. Das war gestern. Meine Mitbewohnerin-", ich betonte diesen Umstand, dass wir keine Beziehung hatten, "- hat mich versorgt mit Verband und Salbe, aber jetzt ist es schlimmer geworden", berichtete ich und biss die Zähne zusammen, als der Arzt den Verband abnahm und hörbar Luft durch die Zähne zog. "Damit hätten Sie aber wirklich schon gestern herkommen sollen", tadelte er mich, während er irgendwelchen Kram anschaffte und anfing vorsichtig daran herumzutupfen. Ich zuckte trotzdem zurück, meine Finger krallten sich um den Rand der Bahre. "Sieht aus, als hätte es sich entzündet", murmelte er leise. "Das wird kurz brennen, dann aber betäubt", meinte er, sprühte irgendetwas auf die Wunde. Ich verbiss mir einen Fluch, harrte einfach aus, bis es besser wurde und leicht taub wurde. Als er weiter arbeitete, war es nur noch ein dumpfer Schmerz. "Das werde ich komplett spülen müssen. Und dann nähen", meinte er. Blass sah ich ihn an, schüttelte den Kopf. "Keine Nadeln", sagte ich heiser. "Es muss sein. Wenn es so tief und dabei so offen ist, entzündet es sich schneller, weil bis in die tiefen Schichten Luft kommt. Es wird nicht heilen, wenn wir das nur verbinden", klärte er mich auf. Er rief über den Pieper nach Assistenz und die Blondine von vorhin tauchte wieder auf. Sie musterte die Wunde mit großen Augen, ehe sie angewiesen wurde, Tupfer in Mengen bereit zu halten. Der Arzt sprühte weiteres betäubendes Zeug da rauf, ehe er eine Flasche mit langem dünnen Halm holte. Vorsichtig setzte er sie an, so tief wie es ging ohne die Wundränder zu berühren und fing dann an die Wunde zu spülen. Die Krankenschwester sollte die Flüssigkeit wenigstens etwas abfangen, hielt dabei die ganzen Kompressen an meine Schulter. Ich verzog das Gesicht, weil es mehr als unangenehm war, war angespannt bis in die letzte Faser. "Geht es?", fragte die Blondine an meiner Seite und ich schenkte ihr einen halbherzigen Blick. "Ein Indianer kennt keinen Schmerz", kommentierte ich das, war aber froh, als der Arzt endlich fertig mit der Aktion war und die Wunde von der übrigen Flüssigkeit befreite und abtupfte, ehe er wirklich Nadel und Fäden holte. Und eine Spritze. "Ich werde das lokal betäuben. Eine Vollnarkose ist nicht so sinngemäß dafür. Sind sie bereit?", fragte er mich, winkte der Blondine, dass sie weitere Ausrüstung holte und wandte sich dann zu Ronnie. "Miss, das wird hier nicht schöner. Wenn Sie wollen, können sie sich draußen setzen oder sich einen Kaffee holen. Das wird ein paar Augenblicke dauern", sagte er freundlich. Als die Krankenschwester wieder da war, setzte er er die Spritze an. Verzweifelt starrte ich Veronica an. Es war die Hölle für mich, hier zu sitzen. Als meine Schulter komplett taub wurde, wurde es auch nicht besser. Es war sogar eher noch schlimmer, weil ich eher ein Kontrollfreak war, was meinen Körper betraf. Ich mochte es nicht, wenn ich etwas nicht sah oder merkte. Hier war beides der Fall. Und ich musste es über mich ergehen lassen. Nur ganz ganz leicht merkte ich, wie der Arzt da in der Wunde herumwurschtelte und manchmal nach irgendwelchen Utensilien verlangte. Elendig lang zog sich die Behandlung hin, bis irgendwann der letzte ziepende Faden die Wunde schloss und er sich seufzend zurück lehnte. Alles blutige wurde von Blondi weggeworfen und aufgeräumt, während der Arzt einen Verband anlegte ohne Salbe. "Wenn irgendwelche Probleme auftreten, kommen Sie sofort wieder. Ihre Scheu müssen sie wirklich ablegen für die Zeit. Ich gebe ihnen noch einen Entzündungshemmer in Tablettenform mit. Ansonsten kommen Sie bitte in fünf Tagen wieder. Bis dahin gilt, die Schulter so wenig wie möglich zu belasten", sagte der Arzt. Er schüttelte mir die Hand, als er die Handschuhe ausgezogen hatte und verabschiedete sich dann von Ronnie und mir.


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#81

RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 26.02.2015 15:22
von Alex • Senior Member | 5.811 Beiträge | 1036624 Punkte

Grummelnd beobachtete ich vorerst die Krankenschwester, welche eindeutig mit dem guten Chace flirtete. Als sie weg war, konnte ich mir einen bissigen Kommentar beim besten Willen nicht verkneifen. "Da kommst du doch sicher gerne hier her, wenn so ein Feger auf dich wartet.", stellte ich also knapp fest und verfolgte die folgende Untersuchung schweigend. Anscheinend hatte die Salbe dem jungen Mann nicht geholfen. War es meine Schuld? Wohl kaum. Die Creme war schon seit meiner Ankunft im Schrank des Bads gewesen. Woher sollte ich also wissen, dass Mr. Obercool irgendwie allergisch darauf reagierte? Ich seufzte leise und war froh als der Arzt den jungen Mann mit einer Warnung entließ. "Ich glaube mein Mitbewohner kann es gar nicht abwarten, wieder von dieser blonden...Schl...Pflegerin empfangen zu werden.", versicherte ich dem Doktor mit einem Zwinker und erntete ein verlegenes Schmunzeln seinerseits. "Und was ist mit Ihnen?", fragte er leise und hielt mich am Ellbogen fest als ich den Raum hinter Chace verlassen wollte. Überrascht drehte ich mich zu dem Weißkittel um und musterte ihn von oben bis unten. "Ich? Ich finde den Blondschopf auch äußerst attraktiv. Sie müssen wissen, dass mein Mitbewohner und ich uns ständig über Frauen streiten. Wenn wir gemeinsam unterwegs sind und uns die selbe Dame gefällt, gibt es immer Stress.", flüsterte ich mit erotischer Stimme. "Schade, dass ich absolut nur lesbisch bin, ansonsten hätten wir sicher einen Dreier mit der Blonden haben können, Herr Doktor.", fügte ich noch frech hinzu, löste mich aus seinem Griff und eilte kopfschüttelnd Chace nach, welcher doch recht flott unterwegs war. "Klar, lass mich nur mit diesem Idioten alleine. Gibt es hier in dem Krankenhaus eigentlich auch Menschen, die nicht sofort mit dem Flirten anfangen?", erkundigte ich mich bei dem jungen Mann und warf der Blondine noch einmal einen genervten Blick zu als sie Chace schmachtend ansah. "Kein Wunder, dass du hier nicht hin wolltest. Das nächste Mal fahren wir lieber in das nächste Krankenhaus. Auch wenn das paar Stunden entfernt ist.", stellte ich fest und lief zurück zum Wagen. "Sag mal...", fing ich dann nachdenklich an während ich die Tür aufsperrte und einstieg. Den Satz beendete ich allerdings erst als auch Chace sicher in dem Wagen seiner Eltern saß und sich anschnallte. "Ich gehe heute Abend mit ner Freundin und nem Kumpel ins Kino. Magst du mit?", erkundigte ich mich vorsichtig und lächelte vorsichtig. "Bei den beiden funkt es gewaltig, sie traut sich aber nicht alleine mit ihm zu gehen. Also muss Anstandswauwau Ronnie mit. Anstandswauwau Ronnie ist aber so gar nicht anständig und bräuchte eine gut aussehende Begleitung für den Abend.", erklärte ich lachend. Gewisse Spannungen lagen zwar noch in der Luft, doch ich wollte vor allem für Jesse mit Chace auskommen. Außerdem brauchte ich wirklich einen Kerl für den Abend. "Wir würden uns so gegen 19 Uhr treffen, ne Kleinigkeit trinken...Solange uns der Officer nicht verhaftet. Wobei du doch selbst noch nicht 21 bist und somit zumindest in Amerika keinen Alkohol trinken darfst, nicht?", erkundigte ich mich fröhlich und zwinkerte Chace zu. "Aber wir besaufen uns ja nicht sinnlos. Naja, jedenfalls beginnt der Film um 20 Uhr. Fifty Shades of Grey. Sicher schon gehört, oder?", fuhr ich amüsiert fort und gab etwas mehr Gas. Ich wollte wieder nach Hause. Ich hatte der Kleinen versprochen, den Tag mit ihr zu verbringen. Sie hatte mich anscheinend ziemlich vermisst. "Recht geil. Ich war erst am überlegen, ob ich mir den Film anschauen soll. Weit und breit ist ja niemand hier, der mir meine Geilheit danach nehmen könnte.", meinte ich schmunzelnd und warf einen kurzen Blick zu Chace. "Ich lad dich auch ein.", ergänzte ich noch lachend. "Seh es einfach als einen weiteren Teil meiner Entschuldigung an, ja?", bat ich den jungen Mann doch etwas ernster und konzentrierte mich dann wieder auf die Straße. Mittlerweile fuhr ich doch schon etwas schneller als die Begrenzung erlaubte. Kümmerte mich das? Wohl kaum. "Und wenn du nicht mehr zum Arzt willst...einer meiner Brüder ist Arzt. Hat sein Studium vor einem Jahr abgeschlossen und ist echt gut. Er lebt in New York.", erklärte ich grinsend und übersah absichtlich eine rote Ampel. "Ich liefer dich jetzt daheim ab, mache mich richtig fertig und gehe dann mit Jesse bisschen shoppen. Deine kleine Schwester ist wahnsinnig verknallt, lieber Chace. Sie will ihren Schwarm mit einem neuen Outfit beeindrucken, wenn am Montag wieder Schule ist.", erklärte ich grinsend und parkte den Wagen in der Garage. Hastig stieg ich aus und wollte auch schon den Weg zum Haus anschlagen, als ich ein gequältes Stöhnen hörte. Abrupt drehte ich mich um und sah zu Chace, welcher sich krümmte. "Na klar.", murmelte ich leicht genervt und lief zurück, damit ich ihn etwas stützen konnte. "Du bist wirklich verdammt männlich.", stellte ich lachend fest und stieß die Haustür auf. Mein Lachen verschwand augenblicklich als ich eine bekannte Gestalt neben Chace's Eltern stehen sah. Meine Gesichtszüge erfroren und auch das selbstgefällige Lächeln der Person verschwand augenblicklich. "David?", stieß ich überrascht hervor und ließ langsam von Chace ab. Das sah wahrscheinlich jetzt total anders aus als es eigentlich war. David's Gesichtszüge sprachen jedenfalls Bände. "Können wir kurz in dein Zimmer, Joyce?", stieß der junge Mann knurrend hervor und musterte Chace so abfällig wie einen Straßenköter. Ich nickte etwas und bekam gerade noch mit wie Chace's Eltern sich besorgt ihrem Sohn zuwandten und fragten, was passiert sei. Mein Freund packte mich unsanft am Handgelenk und zog mich die Treppe nach oben. Woher wusste er eigentlich wo mein Zimmer war? Er knallte die Tür hinter uns zu und drehte den Schlüssel um. "Was zur Hölle?", murmelte ich verwirrt und schon traf mich der erste Schlag. Ich unterdrückte einen Schrei und versuchte verzweifelt meinem Freund alles zu erklären. Doch David hörte wie gewohnt nicht zu, schlug mit Beleidigungen nur so um sich und schlug immer wieder wütend auf mich ein. Irgendwann konnte ich einen Schmerzensschrei nicht mehr unterdrücken. Wahrscheinlich hatten die unten es nun gehört, aber sollten sie halt. Ich spürte wie das Blut an meiner Schläfe hinunterlief nachdem ich an eine Kante geknallt war. "David, bitte.", flehte ich schmerzerfüllt und richtete mich mit Müh und Not auf. "Es ist nicht so wie es ist." "Ach nicht? Ich habe Augen, Joy. Ich bin nicht blind, du wiederliche Schlampe.", schrie er wütend wie noch nie und schubste mich erneut nach hinten.


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#82

RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 27.02.2015 00:48
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Ihr Grummeln besah ich mehr als amüsiert. Störte es sie gerade wirklich, dass wir hier nur ein wenig herum plänkelten? Man könnte ja fast denken, sie wäre eifersüchtig. Ich sollte mich unbedingt bemühen die Nummer der Kleinen zu bekommen und dann damit angeben, dass ich bald wieder jemanden zu vögeln hatte. Und dann würde ich die Kleine vielleicht mal mit nach Hause bringen und vor Ronnie mit ihr rummachen. Warum eigentlich nicht? Sie erzählte mir von ihren Sexgelüsten und ich zeigte ihr, was mir gefiel und was sie verpasste. Natürlich nicht in den Details. Beim Sex würde ich mir nun nicht zusehen lassen. "Vielleicht. Ich wollte schon immer mal eine Krankenschwester bei ihrer Schicht überraschen", meinte ich anzüglich und schenkte ihr einen verschwörerischen Blick. Während der Untersuchung schwieg auch ich lieber, ich würde sonst wahrscheinlich schreien, knurren oder erbärmlich jammern. Ich wusste, warum ich Krankenhäuser hasste. Denn selbst eine Betäubung verhinderte nicht, dass ich sah, wie viel Mist sie da rausholten, wenn sie doch Wundränder glätteten. Ich hörte, wie der Faden gezogen und geknotet wurde, die Geräusche von der Pinzette so nahe an meinem Ohr und die Vorstellung bei dem, was sie da taten, ekelten mich einfach an. Ronnies stichelnden Worte missachtete ich einfach mal, als der Arzt mich entließ und ich der Krankenschwester nachging, da sie mir noch den Entzündungshemmer geben sollte. Ich bemerkte auch, wie der Arzt Ronnie zurück hielt, was mich nicht weiter störte. Doch ich blieb in Hörweite, hatte gute Ohren und lauschte. Ich musste sowieso warten, bis das Blondchen gefunden hatte, was ich brauchte. Ein wenig sehr überrascht hörte ich zu, was Ronnie da dem Mann versuchte zu verkaufen und lachte in mich hinein. Nur den letzten Teil bekam ich nicht mehr mit, weil ich dem Blondchen entgegen kam und die Mittelchen annahm im Austausch zu einer Unterschrift, dass ich das erhalten hatte, wo ich ganz galant meine Nummer drunter schrieb und ihr zuzwinkerte. Mit einem sexy Biss auf die Unterlippe zog sie sich etwas zurück, musste ja noch arbeiten, aber sie schenkte mir eindeutige Blicke. Als Ronnie näher kam, grinste ich sie selbstgefällig an, lachte bei ihren Worten auf. "Ich wollte nur die Beute gewinnen, 'Lesbe'. Und ich finde das ganz okay hier. Solange ich nicht behandelt werden muss. Ist doch schön Zuwendung zu erfahren", meinte ich locker, folgte ihr dann, als sie Richtung Ausgang und dann zum Auto ging.
Ein wenig verwundert und fragend sah ich Ronnie an, als sie am Wagen zu einem Gespräch ansetzte, ließ mich aber schon erst auf den Beifahrersitz fallen und schnallte mich an. Meine Schulter war noch angenehm taub, puckerte nur leicht vor sich hin. Ich war aber überzeugt, dass es jetzt heilen würde. Ich wusste, dass diese selbstauflösenden Fäden in den tieferen Schichten kein Problem waren und in ein paar Tagen könnte ich die äußeren Fäden ziehen oder von Marcus ziehen lassen. Einer der wenigen Ärzte, denen ich vertraute. Aber er war nun mal auch ein Werwolf und wusste weitaus besser, was wie am besten heilte. Ein wenig überraschte mich dann ihr Angebot. Verblüfft sah ich sie an, sogar noch überraschter über ihr schon eher zögerliches Lächeln. Als sie über den verbotenen Alkoholkonsum scherzte, grinste ich leicht, hob unschuldig meine unverletzte Schulter. "Ich glaube, der Officer drückt beide Augen zu, wenn im privaten Umfeld Alkohol fließt", meinte ich, um nur wieder überrascht zu sein, dass sie mir doch wirklich anbot mit in Fifty Shades of Grey zu kommen. Es war nicht das, was ich erwartet hätte, aber nun gut. Ein wenig interessiert war ich schon, auch wenn ich keine Peitsche brauchte um zu dominieren, aber ich kannte nur den Trailer und nicht das Gesamtpaket, vielleicht konnte man da wirklich noch was mitnehmen. Und wenn sie mich mitnahm, konnte ich immer noch ihr die Schuld in die Schuhe schieben, wenn mir der Film nicht gefiel. Als sie fertig war mit ihren Erläuterungen schmunzelte ich leicht, auch wenn ich ab und an einen Blick auf die Straße warf, weil sie viel zu schnell und entgegen so mancher Verkehrsregeln fuhr. "Sehe ich das richtig? Du willst eine heiße Begleitung und siehst mich darin. Und du würdest danach Sex wollen? Ich versteh nicht, warum wir das auf kurz vor deine Abfahrt beschränken wollen", meinte ich mit einem anzüglichen Lächeln. "Naja, so oder so. Ich komm gerne mit und wenn du darauf bestehst, darfst du mich auch einladen", meinte ich entgegenkommend. und lächelte sie ehrlich an. Bei ihrem Vorschlag lachte ich auf. "Ich setz mich aber nicht in einen Flieger um zu einem Arzt zu kommen. Ich geh nur zum Arzt, wenn es ernst ist und da will ich nicht noch Stunden am Flughafen und im Flugzeug verbringen, sorry", meinte ich, hörte ihr dann wieder etwas angespannter zu. "Okay.. mit mir wird sie wohl erst darüber reden, wenn sie einen Beschützer braucht, hm?", meinte ich ein wenig deprimiert und seufzte leise. Ich fühlte mich immer noch schlecht. Ich war doch immer für sie da gewesen, sie hatte mir alles gesagt, alles. Aber ich musste mich scheinbar damit anfreunden, dass sie sich abnabelte. Ich war der, der das nicht konnte.
Als wir endlich da waren, wollte ich auch recht normal aus dem Auto steigen, war natürlich so blöd und hob den Arm um meinen Kopf heil aus dem Auto zu bekommen. Nur bekam ich deshalb die Schulter nicht so gut mit, die Fäden zogen und die Betäubung ließ wie auf einen Schlag nach. Die Welle Schmerz überrannte mich recht plötzlich und unerwartet, weshalb ich mich an das Auto lehnte, meine Hand an der verletzten Schulte rund mich leicht krümmte. Natürlich musste das alles auf einen Schlag wiederkommen, wo man es schon wieder fast vergessen hatte. "Danke", grummelte ich, als sie sich über mich lustig machte. Ich richtete mich wieder leicht auf, auch wenn meine Schulter immer noch schmerzte wegen der Fäden, auf die ich Belastung gebracht hatte. Die Entzündungshemmer hielt ich in der einen Hand, nahm ihre Hilfe aber an, weil ich meinem Kreislauf nicht vertrauen konnte, und legte deshalb einfach einen Arm um sie. Ich dachte mir ja nichts dabei. Die Spannung, die sich im Raum mit einem Schlag ausbreitete, kroch mir unbehaglich unter die Haut. Ich löste mich von Ronnie, schloss langsam die Tür hinter uns um mich abzulenken. Dann musterte ich David. Das war er also. Das besagte Arschloch, das Ronnie schlug und betrog und ein Sohn-von war und nicht mehr. Kritisch taxierte ich ihn, seine Statur und achtete auf die Nuancen seiner Stimme. Die Anspannung machte mich ganz hibbelig, aber ich ließ es mir nicht anmerken, schenkte dem Kerl einen ebenso abwertenden Blick, bevor ich dann von meinen Eltern in Empfang genommen wurde. "Was ist denn mit dir passiert. Wir haben uns Sorgen gemacht, da stehst du erst so lang nicht auf und dannbist du mit Ronnie unterwegs. Du bist ja ganz blass. Setz dich erst einmal", wurde ich ins Wohnzimmer gelenkt, eine Hand landete an meiner Stirn um Fieber zu messen, aber ich hatte immer eine hohe Temperatur. Nicht wirklich krass hoch, aber eben eher 38°C und höher anstatt 36-37 wie es normal wäre. "Es geht mir gut", wich ich aus, aber damit wollten sie sich nicht zufrieden lassen. "Wofür sind die?", fragte mein Vater, nahm mit die Tabletten aus der Hand. Ich seufzte leise. "Für meine Schulter. Ich hatte gestern einen Unfall und das hat sich entzündet und deshalb waren wir heute im Krankenhaus. Es wurde gespült und genäht und es ist okay", meinte ich entnervt, während es mich nervös machte, dass ich das Gebrüll von oben durchaus hörte. Wie es um meine Eltern stand, wusste ich nicht. Es war lang her, dass ich mich verändert hatte und ich konnte nicht mehr vergleichen, wie viel ich vorher wahrgenommen hatte. "Was für ein Unfall war denn das?", fragte meine Mutter dann. "Tierunfall", murmelte ich nur knapp, starrte zur Treppe. "Was für ein Tier?", fragte mein Vater skeptisch. Warum mussten wir das denn besprechen. "Ein Wolf", antwortete ich knapp, woraufhin meine Mutter fast einen Nervenzusammenbruch bekam, weil sie sich sorgte, weil ich jeden Tag im Wald war und das wäre viel zu nahe an der Siedlung. Mein Vater griff schon nach dem Telefon und wollte den Förster rufen. "Nein! Er war alleine und auch verletzt. Ich habe ihn überrascht, wahrscheinlich zieht er sowieso weiter", fluchte ich. "Der Förster wird das sonst die nächsten Tage wohl bemerken", setzte ich dann hinzu. Meine Mutter wollte weiter auf mich einreden, als auf einmal Ronnies Schrei erklang. Alarmiert erhob ich mich vom Sofa, schob mich an meinem Vater vorbei. "Ich geh da mal nachschauen", knurrte ich schon fast und ließ mich auch nicht aufhalten. Während ich die Treppe hoch lief, schwappte mir schon Zorn und Angst entgegen, machte mich wahnsinnig. Ich schluckte, als ich vor der Tür stand und den Blutgeruch bemerkte. Nachdenken kam nicht mehr in Frage. Meine Sinne waren geschärft, ich hörte den Zorn in Davids Worten, wie er sie stieß und sie stolperte. Anstatt zu Klopfen und zu Drohen, testete ich nur einmal, ob abgeschlossen war, ehe ich einfach ohne Vorwarnung die Tür eintrat. In Filmen sah es leicht aus. Im Realen war es anders. Es sei denn man setzte die Kraft eines Werwolfes ein. Das Schloss brach aus dem Rahmen, die Tür sprengte auf und all die intensiven Emotionen schwappten über mir zusammen. Der Blutgeruch trieb mir den Rausch durch die Adern. Schnell überbrückte ich den Abstand zwischen mir und David, der sich erschrocken umgedreht hatte. Ich sah kurz an ihm vorbei mit funkelnden Augen, mein Blick auf ihre blutige Schläfe geheftet. Eine Sekund musste ich mich fassen. David wandte seine Wut nun auch gegen mich. Er beschimpfte mich, holte aus mit der Faust. Mühelos wehrte ich ihn ab, ließ ihn ins Leere laufen und packte dann sein Handgelenk, drehte es ihm auf den Rücken und trieb ihn gegen die nächste Wand. Ich brauchte nur seinen Daumen zu halten um ihn unter Kontrolle zu halten. Sehr empfindliche Stelle. "Du erbärmliches Arschloch", knurrte ich dunkel, packte ihn mit der anderen Hand am Kragen und schlug ihn erneut gegen die Wand. "Fickst selbst durch die Gegend und dann beschimpfst du sie?", knurrte ich weiter, verstärkte meinen Griff am Kragen, sodass der Stoff ihm in die Haut schnürte. "Du bist widerlich, nicht sie. Du hättest sie ruhig mal erklären lassen sollen. Weißt du, ich mag dein Weib nicht. Sie kann mir gestohlen bleiben, aber das gibt dir nicht das Recht, sie zusammen zu schlagen", grollte ich, wirbelte ihn herum und verstärkte den Druck am Daumen, damit er sich krümmte, trat ihm in die Kniekehle, damit er vor Ronnie kniete. "Eine Entschuldigung wäre angebracht", befahl ich dann, Wildheit stand in meinem Blick, den ich auf seinen Hinterkopf heftete. Als er nichts rausbrachte, ruckte ich einmal deutlich an seinem Daumen, bis mit einem ekelhaften Geräusch der Daumen aus der Gelenkpfanne sprang. Angewidert verzog ich das Gesicht, mühte ihm weiter eine Entschuldigung ab, ehe ich seinen ausgerenkten Daumen, unter dem das Blut pochte, endlich loslassen konnte. Hier musste dringend gelüftet werden oder ich hier weg. Man sollte keinen halb sedierten Werwolf mit Wut, Angst und Blut konfrontieren. Und der Kerl verstärkte das noch, er hatte Angst, auch wenn er es nicht zeigte. Am Kragen zerrte ich ihn dann aus der offenstehenden Zimmertür, ungehindert von seinem Keuchen. Auf dem Flur ließ ich ihn einfach fallen. "Und jetzt sieh zu, dass du dich verpisst. Wie du deine Prestige-Beziehung aufrecht erhalten willst, ist mir egal. Aber wenn du sie noch einmal schlägst, bring ich dich persönlich hinter Gitter", drohte ich aufgebracht, stand verteidigend mit geballten Fäusten zwischen der kaputten Tür und dem Ekel von Kerl.


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#83

RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 27.02.2015 12:02
von Alex • Senior Member | 5.811 Beiträge | 1036624 Punkte

Wahrscheinlich hätte mich David in diesem Moment tatsächlich ohne mit der Wimper zu zucken umgebracht, wenn nicht auf einmal die Tür umgekippt wäre wie ein nasser Sack Mehl. Verdutzt starrte ich zu Chace, welcher mit wütender Miene im Türrahmen stand. Hatte der junge Mann gerade wirklich die abgeschlossene Tür aus den Scharnieren gerissen? Perplex starrte ich zwischen dein beiden Männern hin und her. Ich war unfähig auch nur einen Finger zu bewegen während Chace auf David losging wie ein tollwütiger Hund. Angespannt beobachtete ich die Situation, da David normalerweise Prügeleien mit anderen Männern geschickt aus dem Weg ging. Papi und Mami regelten Streit normalerweise mit Geld und Anwälten, für ihren Sohn versteht sich. Chace hingegen schien sich schon oft geprügelt zu haben. Er angehender Polizist, hatte viele Tricks auf Lager. Und er war eindeutig stärker. Um einiges stärker sogar. Ich lag noch immer verwirrt auf dem Fußboden, schaffte es aber irgendwann meine Hand an meine blutende Schläfe zu pressen. So viel zu Kino. Wahrscheinlich bekam ich wahnsinnige Kopfschmerzen, aber ich wollte den Abend nicht ausfallen lassen. Vor allem nachdem Chace zugestimmt hatte mich zu begleiten. Aufmerksam lauschte ich seinen Worten, die meinem Freund sogar nicht gefielen. Ich konnte spüren, dass David nun auch Chace auf seiner Liste hatte. Na prima. Als Chace beiläufig erwähnte, dass er David's Weib nicht mochte, sah ich ihn kurz empört an. Zum einen musste er nun wirklich nicht diesen abscheulichen Begriff für eine Frau für mich verwenden und zum anderen musste er mich wenigstens ein wenig mögen. Alles andere war in meinen Augen unmöglich, da er sich sonst einen Scheiß um mich scheren würde. Außerdem war der arme Chace geil auf mich und es hätte mich nicht gewundert, wenn er sich auf mich einen runterholte. Als der junge Mann meinen gewalttätigen Partner dazu brachte sich zu entschuldigen, zog ich misstrauisch beide Augenbrauen nach oben. David meinte es ganz bestimmt nicht so. Doch Chace schien es zufrieden zu stimmen, da er ihn aus dem Zimmer zerrte und ich dann deutlich das Stolpern meines Freundes hörte. Kurz darauf ertönte von draußen ein bekanntes Motorgeräusch. Jaja, David's aufgemurkste Luxuskarren. Erst jetzt zog ich mich schwer atmend auf die Beine, kippte aber beinahe wieder um. An welchen Stellen blutete ich eigentlich? Es fühlte sich an als würde mein ganzer Körper voller Blut sein. Ich verzog das Gesicht und stolperte in Richtung Schminktisch, um mir ein Wattepad gegen die Schläfe zu pressen. Mit dem gewohnt eiskalten Ausdruck in meinen Augen, welchen ich einwandfrei beherrschte, starrte ich dann zu Chace. "Das wäre nicht nötig gewesen.", stellte ich mit einer genauso kalten Stimme fest und ließ meine Augen über den jungen Mann wandern. "Misch dich nie wieder in meine Angelegenheiten ein, verstanden?", knurrte ich wütend. Normalerweise hätte ich mich bei Chace bedanken sollen, schließlich hatte er mir eben wirklich geholfen. Doch seine Aussage spukte noch immer in meinem Kopf herum. Er mochte mich nicht. Gut. Dann würde er nun eben wieder zu spüren bekommen, was es hieß, sich mit mir anzulegen. Beiläufig schlüpfte ich aus meinen Klamotten, ließ sogar die Dessous auf den Fußboden fallen. Argwöhnisch betrachtete ich meinen nackten Körper und trocknete die blutenden Stellen mit Taschentüchern notdürftig ab, damit ich mich in ein neues Outfit schmeißen konnte. Ich hatte mich schnell für eine einfache Jeans, Bluse, Jacke und Stiefel entschieden, welches ich alles über ein neues Set von Reizwäsche zog. "Ich gehe jetzt mit Jesse in die Stadt. Wenn ich wiederkomme, sollte die Tür wieder an ihrem Platz sein.", informierte ich Chace, welcher noch immer im Türrahmen stand. War ja auch irgendwie klar, immerhin war ich eben komplett nackt gewesen. Ich lächelte ihn kühl an. "Sei um..halb sieben fertig für den Abend.", meinte ich noch knapp und torkelte ein wenig benommen in seine Richtung. Sollte ich mich vielleicht doch bedanken? Nein, diesen Triumpf gönnte ich diesem Ekelpaket nun wirklich nicht. Also griff ich nur noch einmal an die blutige Schläfe, drückte Chace mit einem Finger einen Bluttropfen auf die Nasenspitze und grinste kurz, ehe ich mich an ihm vorbeidrückte als wäre nichts passiert. "Jesse? Ich bin fertig.", rief ich und kurz darauf tauchte auch schon seine kleine Schwester auf. Etwas geschockt musterte sie meine Verletzung, doch ich winkte nur ab. "Lass uns shoppen gehen.", beschloss ich mit vorgetäuschter Fröhlichkeit. Gerade war ich eigentlich total am Boden zerstört, doch ich wollte es niemanden zeigen. Ich hatte vor allem vor Chace genug Schwäche für ein ganzes Jahrhundert gezeigt. "Bekomme ich dann auch so schöne Unterwäsche wie du, Ronnie?", bat mich die Kleine flehend und ich musste lachen. "Dafür bist du noch zu jung, Süße. Aber in drei Jahren erledige ich diese Einkäufe gerne mit dir.", versprach ich schmunzelnd und schob sie die Treppe nach unten. Kurz drehte ich mich noch einmal zu Chace um, damit er nicht total verängstigt wegen seiner kleinen Schwester war. "Keine Sorge, ich kreiere keine Minischlampen. Sie bekommt nur Klamotten, die zu ihrem Alter passen.", flüsterte ich ihm zwinkernd zu und verschwand dann ebenfalls zum Auto, da Jesse sehr ungeduldigt nach mir rief.

Der Tag verging mit meiner kleinen Prinzessin ziemlich schnell. In der Stadt holten wir uns zuerst etwas Leckeres zum Mittagessen, unterhielten uns währendessen gut gelaunt und zogen dann weiter. Jesse war wirklich eine süße Maus und ich fragte mich immer wieder wie es nur möglich war, dass sie so einen schrecklichen Bruder hatte. Jedenfalls versuchte sie immer wieder mich in Geschäfte zu schleifen, die defintiv nichts für kleine Mädchen waren und irgendwann einigten wir uns auf H&M, Pimkie und Tally Weijl. In diesen Läden gab es coole Klamotten, die man in ihrem Alter auch tragen konnte. Solange man sie anständig kombinierte. Glücklicherweise hatte Jesse die beste Shoppingbegleitung der Welt dabei, nämlich mich. Ich hatte einen guten Sinn für Mode und das war mir durchaus bewusst. Jesse hatte bei ihren Eltern einiges an Geld erschnorrt und da ich selbst auch keine arme Kirchenmaus war, wurde aus unserer kleinen Shoppingtour bald ein Kauf einer komplett neuen Auffüllung meines Kleiderschranks. Hin und wieder besuchten wir auch unbekanntere Läden und gabelten schöne Stücke auf. Ich selbst kaufte mir gleich noch ein schönes Outfit für den heutigen Abend, schließlich wollte ich für Chace gut aussehen. Wieso eigentlich? Letztendlich war es nur so, dass ich den jungen Mann ärgern wollte. Ich kannte mein Ziel ganz genau und wieso sollte ich es nicht mit so einem Film erreichen, dass Chace mich einfach nur noch auf einer Toilette im Kino nehmen wollte? Zulassen würde ich es natürlich nicht, doch er sollte ein unerstättliches Verlangen nach mir verspüren. Ich liebte diese Spielchen und beherrschte sie so gut wie manche beim Lotto ständig gewannen. Selbst wenn Chace mich abgrundtief verachtete, war er leider noch immer ein junger Mann mit bestimmten Trieben. Am späten Nachmittag kehrten wir deutlich ärmer zurück und Jesse stürmte sofort mit ihren Tüten zu Chace ins Zimmer, damit sie ihm ihre Eroberungen präsentieren konnte. Ich hörte ihre schwärmenden Worte und musste schmunzeln. "Oh, Chace. Es war soooooo toll mit Ronnie shoppen zu gehen. Viel besser als mit Mama. Die will mir immer nur so hässliche Sachen kaufen. Bei Ronnie ist das anders, sie hat mich voll gut beraten und jetzt habe ich ganz viele neue Sachen. Und Ronnie hat sich Unterwäsche gekauft. Richtig schön.", schwafelte das kleine Mädchen ohne Punkt und Komma und ich sah währenddessen zufrieden auf meine Zimmertür, welche wieder sicher stand. "Wir müssen unbedingt mal zu dritt shoppen gehen, Chace. Ronnie hat einen Geschmack, der auch bei dir Wunder bewirken könnte.", schwärmte Jesse weiter und ich prustete laut los vor lachen. Mit den Tüten beladen tappte ich doch erstmal zur offenen Tür von Chace und sah Jesse tadelnd an. "Liebes, sag sowas nicht. Dein Bruder hat einen sehr guten Stil, glaub mir.", beschwichtigte ich die Kleine liebevoll und lächelte Chace kurz wirklich ernst gemeint zu. "Aber wenn du willst, dass wir zu dritt etwas unternehmen, können wir das gerne tun. Dein Bruder hat sicher nichts dagegen, mit zwei hübschen Damen auszugehen.", schlug ich amüsiert vor und seufzte als mein Handy das Gespräch unterbracht. Kurz starrte ich auf das Display und schluckte nervös. Mein Blick ging etwas verängstigt zu Chace, bevor ich den Anruf annahm. "Was willst du, David?", stotterte ich etwas durch den Wind und wurde dann etwas blass um die Nase als der junge Mann mir sagte, dass mein neuer Lover, sprich anscheinend Chace, und ich zukünftig gut auf die kleine Dame des Hauses aufpassen sollten. "Wage es nicht, ihr etwas zut un, David!", knurrte ich aufgebracht und legte auf. "Ich muss mich mal fertigmachen. Du kannst deinem Bruder ja noch deine neuen Sachen zeigen, aber er muss sich dann sicher auch noch hübsch machen.", scherzte ich und verschwand dann auch schon mit ziemlich besorgter Miene in mein Zimmer. Nein, ich würde sicher nicht zulassen, dass mein verrückter Freund oder was auch immer er nun war Jesse etwas antat. Wütend packte ich einige Sachen, verschwand für eine halbe Stunde ins Bad und verbrachte dann den Rest der verbleibenden Zeit im Zimmer. Chace's Eltern wussten bereits, dass wir am Abend nicht da waren und auch beim Abendessen nicht teilnehmen würden. Ich hatte so oder so keinen Hunger und Chace konnte notfalls in der Stadt eine Kleinigkeit essen. Also warf ich mich in mein neues Outfit, schminkte mich etwas stärker als tagsüber und kümmerte mich anschließend noc um Parfüm und Schmuck. Nachdenklich öffnete ich dann meine Tür und lehnte mich im Rahmen an, während ich gespannt zur Tür von Chace schielte.


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RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 27.02.2015 12:02
von Alex • Senior Member | 5.811 Beiträge | 1036624 Punkte

Wahrscheinlich hätte mich David in diesem Moment tatsächlich ohne mit der Wimper zu zucken umgebracht, wenn nicht auf einmal die Tür umgekippt wäre wie ein nasser Sack Mehl. Verdutzt starrte ich zu Chace, welcher mit wütender Miene im Türrahmen stand. Hatte der junge Mann gerade wirklich die abgeschlossene Tür aus den Scharnieren gerissen? Perplex starrte ich zwischen dein beiden Männern hin und her. Ich war unfähig auch nur einen Finger zu bewegen während Chace auf David losging wie ein tollwütiger Hund. Angespannt beobachtete ich die Situation, da David normalerweise Prügeleien mit anderen Männern geschickt aus dem Weg ging. Papi und Mami regelten Streit normalerweise mit Geld und Anwälten, für ihren Sohn versteht sich. Chace hingegen schien sich schon oft geprügelt zu haben. Er angehender Polizist, hatte viele Tricks auf Lager. Und er war eindeutig stärker. Um einiges stärker sogar. Ich lag noch immer verwirrt auf dem Fußboden, schaffte es aber irgendwann meine Hand an meine blutende Schläfe zu pressen. So viel zu Kino. Wahrscheinlich bekam ich wahnsinnige Kopfschmerzen, aber ich wollte den Abend nicht ausfallen lassen. Vor allem nachdem Chace zugestimmt hatte mich zu begleiten. Aufmerksam lauschte ich seinen Worten, die meinem Freund sogar nicht gefielen. Ich konnte spüren, dass David nun auch Chace auf seiner Liste hatte. Na prima. Als Chace beiläufig erwähnte, dass er David's Weib nicht mochte, sah ich ihn kurz empört an. Zum einen musste er nun wirklich nicht diesen abscheulichen Begriff für eine Frau für mich verwenden und zum anderen musste er mich wenigstens ein wenig mögen. Alles andere war in meinen Augen unmöglich, da er sich sonst einen Scheiß um mich scheren würde. Außerdem war der arme Chace geil auf mich und es hätte mich nicht gewundert, wenn er sich auf mich einen runterholte. Als der junge Mann meinen gewalttätigen Partner dazu brachte sich zu entschuldigen, zog ich misstrauisch beide Augenbrauen nach oben. David meinte es ganz bestimmt nicht so. Doch Chace schien es zufrieden zu stimmen, da er ihn aus dem Zimmer zerrte und ich dann deutlich das Stolpern meines Freundes hörte. Kurz darauf ertönte von draußen ein bekanntes Motorgeräusch. Jaja, David's aufgemurkste Luxuskarren. Erst jetzt zog ich mich schwer atmend auf die Beine, kippte aber beinahe wieder um. An welchen Stellen blutete ich eigentlich? Es fühlte sich an als würde mein ganzer Körper voller Blut sein. Ich verzog das Gesicht und stolperte in Richtung Schminktisch, um mir ein Wattepad gegen die Schläfe zu pressen. Mit dem gewohnt eiskalten Ausdruck in meinen Augen, welchen ich einwandfrei beherrschte, starrte ich dann zu Chace. "Das wäre nicht nötig gewesen.", stellte ich mit einer genauso kalten Stimme fest und ließ meine Augen über den jungen Mann wandern. "Misch dich nie wieder in meine Angelegenheiten ein, verstanden?", knurrte ich wütend. Normalerweise hätte ich mich bei Chace bedanken sollen, schließlich hatte er mir eben wirklich geholfen. Doch seine Aussage spukte noch immer in meinem Kopf herum. Er mochte mich nicht. Gut. Dann würde er nun eben wieder zu spüren bekommen, was es hieß, sich mit mir anzulegen. Beiläufig schlüpfte ich aus meinen Klamotten, ließ sogar die Dessous auf den Fußboden fallen. Argwöhnisch betrachtete ich meinen nackten Körper und trocknete die blutenden Stellen mit Taschentüchern notdürftig ab, damit ich mich in ein neues Outfit schmeißen konnte. Ich hatte mich schnell für eine einfache Jeans, Bluse, Jacke und Stiefel entschieden, welches ich alles über ein neues Set von Reizwäsche zog. "Ich gehe jetzt mit Jesse in die Stadt. Wenn ich wiederkomme, sollte die Tür wieder an ihrem Platz sein.", informierte ich Chace, welcher noch immer im Türrahmen stand. War ja auch irgendwie klar, immerhin war ich eben komplett nackt gewesen. Ich lächelte ihn kühl an. "Sei um..halb sieben fertig für den Abend.", meinte ich noch knapp und torkelte ein wenig benommen in seine Richtung. Sollte ich mich vielleicht doch bedanken? Nein, diesen Triumpf gönnte ich diesem Ekelpaket nun wirklich nicht. Also griff ich nur noch einmal an die blutige Schläfe, drückte Chace mit einem Finger einen Bluttropfen auf die Nasenspitze und grinste kurz, ehe ich mich an ihm vorbeidrückte als wäre nichts passiert. "Jesse? Ich bin fertig.", rief ich und kurz darauf tauchte auch schon seine kleine Schwester auf. Etwas geschockt musterte sie meine Verletzung, doch ich winkte nur ab. "Lass uns shoppen gehen.", beschloss ich mit vorgetäuschter Fröhlichkeit. Gerade war ich eigentlich total am Boden zerstört, doch ich wollte es niemanden zeigen. Ich hatte vor allem vor Chace genug Schwäche für ein ganzes Jahrhundert gezeigt. "Bekomme ich dann auch so schöne Unterwäsche wie du, Ronnie?", bat mich die Kleine flehend und ich musste lachen. "Dafür bist du noch zu jung, Süße. Aber in drei Jahren erledige ich diese Einkäufe gerne mit dir.", versprach ich schmunzelnd und schob sie die Treppe nach unten. Kurz drehte ich mich noch einmal zu Chace um, damit er nicht total verängstigt wegen seiner kleinen Schwester war. "Keine Sorge, ich kreiere keine Minischlampen. Sie bekommt nur Klamotten, die zu ihrem Alter passen.", flüsterte ich ihm zwinkernd zu und verschwand dann ebenfalls zum Auto, da Jesse sehr ungeduldigt nach mir rief.

Der Tag verging mit meiner kleinen Prinzessin ziemlich schnell. In der Stadt holten wir uns zuerst etwas Leckeres zum Mittagessen, unterhielten uns währendessen gut gelaunt und zogen dann weiter. Jesse war wirklich eine süße Maus und ich fragte mich immer wieder wie es nur möglich war, dass sie so einen schrecklichen Bruder hatte. Jedenfalls versuchte sie immer wieder mich in Geschäfte zu schleifen, die defintiv nichts für kleine Mädchen waren und irgendwann einigten wir uns auf H&M, Pimkie und Tally Weijl. In diesen Läden gab es coole Klamotten, die man in ihrem Alter auch tragen konnte. Solange man sie anständig kombinierte. Glücklicherweise hatte Jesse die beste Shoppingbegleitung der Welt dabei, nämlich mich. Ich hatte einen guten Sinn für Mode und das war mir durchaus bewusst. Jesse hatte bei ihren Eltern einiges an Geld erschnorrt und da ich selbst auch keine arme Kirchenmaus war, wurde aus unserer kleinen Shoppingtour bald ein Kauf einer komplett neuen Auffüllung meines Kleiderschranks. Hin und wieder besuchten wir auch unbekanntere Läden und gabelten schöne Stücke auf. Ich selbst kaufte mir gleich noch ein schönes Outfit für den heutigen Abend, schließlich wollte ich für Chace gut aussehen. Wieso eigentlich? Letztendlich war es nur so, dass ich den jungen Mann ärgern wollte. Ich kannte mein Ziel ganz genau und wieso sollte ich es nicht mit so einem Film erreichen, dass Chace mich einfach nur noch auf einer Toilette im Kino nehmen wollte? Zulassen würde ich es natürlich nicht, doch er sollte ein unerstättliches Verlangen nach mir verspüren. Ich liebte diese Spielchen und beherrschte sie so gut wie manche beim Lotto ständig gewannen. Selbst wenn Chace mich abgrundtief verachtete, war er leider noch immer ein junger Mann mit bestimmten Trieben. Am späten Nachmittag kehrten wir deutlich ärmer zurück und Jesse stürmte sofort mit ihren Tüten zu Chace ins Zimmer, damit sie ihm ihre Eroberungen präsentieren konnte. Ich hörte ihre schwärmenden Worte und musste schmunzeln. "Oh, Chace. Es war soooooo toll mit Ronnie shoppen zu gehen. Viel besser als mit Mama. Die will mir immer nur so hässliche Sachen kaufen. Bei Ronnie ist das anders, sie hat mich voll gut beraten und jetzt habe ich ganz viele neue Sachen. Und Ronnie hat sich Unterwäsche gekauft. Richtig schön.", schwafelte das kleine Mädchen ohne Punkt und Komma und ich sah währenddessen zufrieden auf meine Zimmertür, welche wieder sicher stand. "Wir müssen unbedingt mal zu dritt shoppen gehen, Chace. Ronnie hat einen Geschmack, der auch bei dir Wunder bewirken könnte.", schwärmte Jesse weiter und ich prustete laut los vor lachen. Mit den Tüten beladen tappte ich doch erstmal zur offenen Tür von Chace und sah Jesse tadelnd an. "Liebes, sag sowas nicht. Dein Bruder hat einen sehr guten Stil, glaub mir.", beschwichtigte ich die Kleine liebevoll und lächelte Chace kurz wirklich ernst gemeint zu. "Aber wenn du willst, dass wir zu dritt etwas unternehmen, können wir das gerne tun. Dein Bruder hat sicher nichts dagegen, mit zwei hübschen Damen auszugehen.", schlug ich amüsiert vor und seufzte als mein Handy das Gespräch unterbracht. Kurz starrte ich auf das Display und schluckte nervös. Mein Blick ging etwas verängstigt zu Chace, bevor ich den Anruf annahm. "Was willst du, David?", stotterte ich etwas durch den Wind und wurde dann etwas blass um die Nase als der junge Mann mir sagte, dass mein neuer Lover, sprich anscheinend Chace, und ich zukünftig gut auf die kleine Dame des Hauses aufpassen sollten. "Wage es nicht, ihr etwas zut un, David!", knurrte ich aufgebracht und legte auf. "Ich muss mich mal fertigmachen. Du kannst deinem Bruder ja noch deine neuen Sachen zeigen, aber er muss sich dann sicher auch noch hübsch machen.", scherzte ich und verschwand dann auch schon mit ziemlich besorgter Miene in mein Zimmer. Nein, ich würde sicher nicht zulassen, dass mein verrückter Freund oder was auch immer er nun war Jesse etwas antat. Wütend packte ich einige Sachen, verschwand für eine halbe Stunde ins Bad und verbrachte dann den Rest der verbleibenden Zeit im Zimmer. Chace's Eltern wussten bereits, dass wir am Abend nicht da waren und auch beim Abendessen nicht teilnehmen würden. Ich hatte so oder so keinen Hunger und Chace konnte notfalls in der Stadt eine Kleinigkeit essen. Also warf ich mich in mein neues Outfit, schminkte mich etwas stärker als tagsüber und kümmerte mich anschließend noc um Parfüm und Schmuck. Nachdenklich öffnete ich dann meine Tür und lehnte mich im Rahmen an, während ich gespannt zur Tür von Chace schielte.


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RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 01.03.2015 03:38
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Angespannt bis in die letzte Faser meines Körpers starrte ich die beiden an, während ich die Gerüche von Angst und Wut und Blut in mir aufsog. Es war eine gefährliche Mischung und nur die Schmerzen in meiner Schulter hielten mich am Boden und bei Kontrolle, da ich sonst eher sehr wölfisch in letzter Zeit war. Es ging nämlich sehr auf Vollmond zu. Ich hoffte, dass meine Schulter in ein paar Tagen wieder heil war, damit ich nicht so hin und her gerissen war zwischen den Schmerzen und der Verwandlung. Ich wollte nämlich die Nächte des Vollmonds lieber im Wald auf vier Pfoten verbringen, anstatt hier herum zu kreuchen und jedem an die Kehle zu gehen, der mir in die Quere kam. Alison hatte es mal liebevoll so verglichen, dass Werwölfe bei Vollmond drauf sein konnten wie Mädchen, die ihre Tage hatten was die Stimmungsschwankungen anbelangte. Ich fragte mich, wie sie es denn dann ertrug beides zu haben. Der Gedanke an sie machte die Situation aber nicht besser. Ich vermisste ihren Spott, wollte aber nicht von mir auf sie zugehen, dafür war ich vielleicht doch einfach ein wenig zu verletzt. Aber das konnte man ja auch wohl verstehen, so, wie sie mich einfach hängen lassen hatte. Ob nun verknallt oder nicht, das war einfach zu weit gegangen. Ebenso wie dieser Kerl jetzt. Meine gesamte Anspannung richtete sich nun auf ihn und als ich meine Finger zu Fäusten ballte, knackten die Gelenke leise. Sie waren gelöst, was nicht hieß, dass sie dadurch schwächer waren, aber ich sollte es lieber schnell unter Kontrolle bringen, bevor ich Klauen entwickelte und ihm die Kehle zerfetzte. Ich hoffte nur, dass meine Augen nicht in einem goldenen Oliv schimmerten. Es wäre verräterisch.
Ihren kurzen empörten Blick bemerkte ich durchaus, weil ich sie dabei kurz ansah. Eigentlich meinte ich es gar nicht so böse, wie es klang, immerhin war ich doch gerade dabei mich mit ihr zu verstehen. Ob ich sie mochte stand zwar noch außer Frage, aber ich hasste sie nicht, ich kannte ihre Version der Geschichte, auch wenn sie es nicht wusste. Ich wählte die Wortwahl nur, weil ich so aufgebracht war und weil ich ich den Kerl überzeugen wollte, dass ich ganz sicher nichts mit Veronica hatte, wobei es ihn eigentlich nicht interessieren brauchte, denn er vögelte doch auch einfach durch die Gegend. Und dafür sollte er sich entschuldigen, dass er so austickte, wo er doch gar kein Recht dazu hatte. Dass er es nicht ernst meinte, wusste ich, aber es war Demütigung genug und deshalb zerrte ich ihn dann aus dem Zimmer und ließ ihm die Möglichkeit abzuhauen. Als er losstolperte in einer Mischung aus Wut und Angst, sagte mir mein Jagdinstinkt ihm nachzujagen und mit einem Genickbruch zu erlegen. Mühsam angespannt wandte ich mich ab, hörte wie die Haustür ins Schloss fiel und einen Moment später den aufgemotzten Motor. Für einen Moment fragte ich mich, warum der Wagen uns vorher nicht aufgefallen war, aber das war jetzt ja auch unerheblich. Mit steifen Schritten kam ich zurück in ihr Zimmer, beobachtete, wie sie zu ihrem Schminktisch torkelte. Ich wäre ja fast besorgt gewesen, wenn nicht der Blutgeruch so stark wäre. Ich versuchte, es zu ignorieren, aber das war kaum möglich. Ich blieb deshalb auch nur im Türrahmen stehen, hoffte auf ein bisschen frischere Luft. Ich wollte gerade fragen, wie es ihr ging, ob sie klar kam, als sie mich auch schon maßregelte, dass das nicht nötig gewesen war und ich mich nicht einmischen wollte. Meine Überraschung wurde schnell von Wut abgelöst. "Oh tut mir leid. Das nächste mal lasse ich zu, dass er dich zusammenschlägt und dadurch vielleicht aus Versehen umbringt. Sorry", knurrte ich mit sarkastisch erhobenen Händen, als wollte ich sie beschwichtigen. Erstarrt blieb ich einfach stehen, während sie sich auszog. Ihr Anblick und das Blut machten es nicht besser, zumal noch etwas neues hervorquoll als sie an den Wunden herumtupfte. Ich brummte nur als Bestätigung, als sie meinte, ich sollte die Tür wieder an ihren Platz bringen. Ich musste wahrscheinlich irgendetwas reparieren, damit die wieder richtig hing, aber nun gut. Als sie näher kam, hätte ich einfach gehen sollen, sie wollte doch sowieso los, aber ich reagierte zu spät. Und kaum war sie auf meiner Höhe, tippte sie mir doch wirklich einen Bluttropfen auf die Nasenspitze. Ein wenig geschockt sah ich sie an, hielt den Atem an, damit ich nicht durchdrehte, während alles in mir schrie nach einer Verwandlung. Ich spürte wie meine Muskeln brannten, nur weil sie sich auf eine Verwandlung vorbereiteten. Mit einer schnellen Bewegung wischte ich mir mit der Hand wenigstens den größten Teil des Blutes von der Nase, ehe ich wieder wagte zu atmen. Ich bemühte mich um Kontrolle, konnte aber immerhin noch belächeln, dass Ronnie ihre Verletzungen nur abtat und so Jesse nicht mit reinzog in das Drama. Bei Jesses Wunsch wurde ich etwas blass und sah Ronnie mit einem vehementen Kopfschütteln an. Und so viel besser machten Ronnies Worte das auch nicht. Als sie sich noch einmal an mich wandte und mir sagte, sie kaufte nur für das entsprechende Alter. "In drei Jahren wird sie gerade 13. Da wird sie sicher keine Reizwäsche bekommen", meinte ich ein wenig tonlos. Ich mochte gar nicht daran denken, wie es war, wenn Jesse älter wurde und irgendwann einen Freund hatte. Ich wusste doch wie scheiße Kerle sein konnten und ich würde nicht wollen, dass ihr jemand das Herz brach. Ich sah ihr nur einen kurzen Moment nach, bevor ich schon fast ins Bad stürmte und mir das Blut von der Hand und der Nase wusch mit Seife. Aber erst als ich wirklich zum Desinfektionsmittel griff, verschwand endlich jeder Hauch des Geruchs von meiner Haut. Dann machte ich mich daran, überall die Fenster aufzureißen, damit die Gerüche verflogen. Nachdem ich es wieder etwas besser in ihrem Zimmer aushalten konnte, sah ich mir ihre Tür an. Die Scharniere waren raus gebrochen, also würde ich sie erneuern. gegen die leichten Risse im eigentlich sehr robusten Holz konnte ich nichts tun. Hätten wir billige Spanholztüren, dann würde das Schloss und die Scharniere heil sein und dafür wäre die Tür und der Rahmen kaputt. So musste ich nur die Scharniere wechseln und dann ging das wieder. Als ich dafür nach unten ging um Werkzeuge und die Wechselscharniere zu holen, lugten meine Eltern ein wenig besorgt aus dem Wohnzimmer herüber. "Was war denn los? Der Krach und das Gebrüll? Ronnies Freund ist ja Hals über Kopf weggestürmt", wurde ich gefragt. Leise seufzte ich. "Warum war der überhaupt hier?", stellte ich die Gegenfrage. Mein Vater räusperte sich leise. "Wir haben ihn als Überraschung für Ronnie eingeladen", meinte er dann. "Na die ist wohl gelungen", meinte ich ein wenig bitter, ehe ich zur Vorratskammer ging. Ich zog die Werkzeugkiste hervor und erntete skeptische Blicke von meinen Eltern, als ich an ihnen vorbeiging damit. "Was hast du denn vor?", fragte mein Vater skeptisch und ich setzte eine unschuldige Miene auf. "Eh... als ich den Streit hörte, hab ich ein bisschen überreagiert und die Tür eingetreten. Zum Glück haben nur die Scharniere nachgegeben. Aber die Tür ist noch heil", meinte ich und drückte mich vor eine, weiteren Gespräch, indem ich sagte: "Ich wollte das machen bevor sie wieder kommt", und mich direkt verdrückte. Die nächste halbe Stunde brachte ich damit zu, die Schrauben vom Schloss nachzuziehen und die der Scharniere zu lösen. Zumindest so weit das noch möglich war. Ein paar Schrauben waren kaputt, weshalb ich die Scharniere etwas verschoben wieder neu anbringen musste, aber so gut es ging, kaschierte ich die Löcher der ersten Schrauben. Als ich zufrieden mit meinem Werk war und die Tür wieder ordentlich in den Angeln hing, ohne zu quietschen, brachte ich das Werkzeug wieder weg und verzog mich in mein Zimmer. Meine Schulter brannte ein wenig von der Anstrengung eine Tür wieder einzuhängen, aber ich missachtete es einfach. Es würde schnell heilen, das wusste ich. Und damit das besser funktionierte, ruhte ich mich ein wenig aus, schrieb mit meinen Leuten und pfiff Sam und Ryan zusammen, was sie sich bei der Aktion eingebildet hatten. Erfreulich war eine Nachricht einer unbekannten Nummer. Schnell war klar, dass es das Blondchen aus dem Krankenhaus war. Ich speicherte ihren Namen so, dass ich ihren Vornamen und als Vermerk Blondi als Nachnamen eintrug und flirtete ordentlich mit ihr, schrieb aber auch, dass ich am Abend etwas vorhatte. Darauf kam von ihr aber nur, dass sie vielleicht spontan Zeit hätte, falls ich doch Lust hätte, etwas mit ihr zu 'unternehmen'. Wir wussten doch beide, wo das enden würde. Und zwar im Bett.
Erst als Jesse in mein Zimmer platzte, in jeder Hand Tüten mit neuen Sachen und sich strahlend dafür begeisterte, setzte ich mich auf und hörte ihr mit einem Lächeln zu. "Freut mich, dass du Spaß hattest", sagte ich, zog meine kleine Schwester neben mich aufs Bett und strubbelte ihr durchs Haar, ordnete es aber auch wieder. Als sie mir doch wirklich sagte, dass ich eine Stilberatung von Ronnie brauchte, sah ich meine Kleine etwas entrüstet an. Aber da trat auch schon Ronnie in mein Zimmer und erklärte, dass mein Stil in Ordnung war. Ich seufzte leise. "Danke", meinte ich, da sie es ernst zu meinen scheint. Bei ihrem Vorschlag zögerte ich kurz, sah aber Jesses bettelnden Blick. "Wenn du möchtest, finden wir garantiert mal was, wo wir zusammen hin können", meinte ich und sah dann zu Ronnie, als ihr Handy klingelte. Ihr verängstigter Blick verhieß nichts gutes. Ich hörte angestrengt dem Gespräch zu, auch wenn ich so tat, als wüsste ich nicht, was er sagte. Wobei ihre Drohung mehr als deutlich war. Mein Blick wurde finster und kurz verfluchte ich, dass ich ihm nicht wirklich aus Versehen das Genick gebrochen hatte. Vor Jesse überspielte sie ihre Sorge, verschwand aber recht schnell. Jesse war aber unbekümmert und fing wirklich an, all ihre Sachen vor mir auszubreiten um sie mir stolz zu präsentieren und zeigte wie sie was schon kombinieren wollte. Ich spielte begeistert, während ich eigentlich besorgt und wütend war. Schließlich schickte ich sie ihre Sachen in den Schrank zu packen und zog mich um. Wirklich aufgemotzt würde ich zwar nicht zum Kino gehen, aber ein bisschen Eindruck könnte ich wohl schinden. Ich schlüpfte also in eine gut sitzende Jeans und ein Hemd, ließ die oberen Knöpfe einfach offen.
Als ich die Tür zum Flur öffnete, nahm ich gleich den feinen Duft ihres Parfums wahr. Wenigstens war es ein gutes und biss nicht so sehr in der Nase. Es gab ja Weiber, die benutzten viel zu viel und dann auch noch das falsche und da wurde mir schlecht, wenn ich zu nahe bei ihnen stand. Mich dürfte man auch nie in eine Parfumerie- oder Duftkerzenabteilung mitnehmen, dafür war ich zu empfindlich. Als ich zu Ronnie trat, ließ ich meinen Blick über ihr Outfit wandern. "Schick", gestand ich ihr ein kurzes Kompliment mit einem anzüglichen Grinsen zu. Zusammen gingen wir dann zum Auto und ich ließ sie wieder fahren, weil mir aber auch nicht so viel anderes übrig blieb. Ich musste doch auf noch ein wenig Mitleid pokern wegen meiner Schulter, wobei es wesentlich erträglicher war als noch vor ein paar Stunden. Wir fuhren dann zum Kino, wo wir auf ihre Freundin und ihrem Lover trafen und unsere Kinotickets abholten. Nachdem wir uns mit Getränken und Knabberzeugs ausgestattet hatten, nahmen wir unsere Sitze ein und bald ging der Vorhang auch schon auf. Die Werbung war wie immer viel zu lang und langweilig, abgesehen von der Werbung, die auf den Film zugeschnitten war. Eine bewarb doch sogar wirklich ein "Shades of Grey"-Set an Spielzeug, das man gewinnen konnte. Und dann ging der Film los. Nach dem, was mir so über die Bücher verraten worden war, hätte es mehr ein Porno sein müssen, aber es war eher ein Liebesdrama mit SM-Sex. Anregend war es schon irgendwie. Noch mehr allerdings meine Sitznachbarin, die ach so liebe Ronnie. Überschlug sie die Beine, rutschte der Saum ihres Kleides etwas höher und kaum bemerkte sie meinen Blick, flüsterte sie mir etwas anzügliches zu. Sie besaß keine Scheu ihre Hand einfach über mein Bein wanden zu lassen bis zu meinem Schritt, mich noch mehr aufzugeilen. Und ja, es funktionierte, auch wenn ich mich noch so sträubte. Ich warf meine Abwehrhaltung aber recht schnell über Bord, ging auf ihr Spiel ein wenig ein. Dennoch war ich mir sicher, dass sie nicht mit mir ins Bett gehen würde. Nach der Vorstellung also kontrollierte ich mein Handy, sah erfreut eine Nachricht von Blondie und schrieb ihr, dass ich nun Zeit hatte. Sie antwortete sofort, dass sie noch Bereitschaftsdienst hatte, aber bald Feierabend hatte und fragte mich einfach, ob ich vorbei kommen wollte. Tja, Ronnie hatte recht, bei solchen Aussichten ging man doch gerne ins Krankenhaus. Ich verabschiedete mich also mit einer Erklärung, dass ich noch wohin müsste. Dem turtelndem Pärchen, das sich mit Blicken schon fast auszog, wünschte ich mit einem verschmitzten Grinsen noch viel Spaß, ehe ich mich verdrückte. Die Verkehrsanbindung war ja zum Glück auch zu dieser späten Stunde noch gut und so kam ich ohne Probleme zum Krankenhaus, wo ich Blondie auch schnell fand und wir schafften es auch wirklich gerade noch bis zum Bereitschaftsraum ohne uns die Sachen vom Leib zu reißen. Der Bereitschaftsraum bot ein paar Schlafplätze. Und alle waren glücklicherweise leer und wir waren für uns. Schneller als man gucken konnte lagen die Sachen verstreut in dem Zimmer. Der Sex war gut, hitzig, leidenschaftlich und ich fand in ihr eine tolle Partnerin, da sie kein Problem mit meiner Dominanz hatte, was sie mir sagte, als ich doch wirklich bei einem Keuchen von ihr nachgefragt hatte. Ich war ja ein freundlicher Mensch... Werwolf. Die Zeit, die sie danach noch bleiben musste, verbrachten wir doch wirklich mit normalen Gesprächen, lernten uns etwas kennen. Sie war ein Jahr älter als ich, machte hier ihre Ausbildung und durch den Schichtdienst war sie nicht bereit für eine feste Beziehung. Es war herrlich, wir würden auf unsere Kosten kommen, ohne Verpflichtungen zu haben. Sie war eigentlich echt in Ordnung, halt eine Blondine irgendwie, aber okay. Als sie Schichtende hatten, bot sie an, mich heim zu fahren und dem Angebot kam ich gerne nach. Es war also spät, als sie an der Straße hielt und den Motor abschaltete. Ich lehnte mich zu ihr herüber, küsste sie zum Abschied und biss ihr auf die Unterlippe, woraufhin sie mich am Hemdkragen packte um den Kuss zu intensivieren und mich näher an sich zu ziehen. Ein paar Augenblicke verstrichen, in denen wir rummachten, bis sie leise sagte:"Okay. Ich komm mit rein." - "Seit wann bestimmst du das?", fragte ich mit einem Grinsen, stieg dann aus. Einen Moment blieb sie verdattert sitzen, während ich das Auto umrundete und ihre Tür öffnete. Sie konnte sich gerade noch abschnallen und den Schlüssel abziehen, ehe ich sie herauszog und an mich zog. Sie schloss den Wagen im Gehen ab und folgte mir breitwillig bis wir in meinem Zimmer ankamen. Meine Tür fiel etwas laut ins Schloss, aber das kümmerte mich nicht, als ich Blondie verrucht auf das Bett stieß, dass sie leise aufschrie und lachte. Ich ließ meine Hände an der Innenseite ihrer Schenkel entlangwandern bis zum Bund ihrer Hose, entledigte sie dem überflüssigen Stück Stoff. Sie setzte sich wieder auf und als ich mich zu ihr setzte, schwang sie sich auf meinen Schoß, drängte ihr Becken gegen mich, während ihre Finger flugs die Hemdknöpfe öffneten. Ich riss dafür ihre Bluse auf, was dazu führte, dass ein paar Knöpfe abrissen, wenn sie nicht aus der Öse rutschten. Beide Oberteile landeten einfach auf dem Boden. Ihr BH folgte sehr schnell und als ich mich mit ihr drehte und mit neckischen Bissen ihren Hals übersähte, bog sie genießerisch den Rücken durch, grub ihre Hände in mein Haar, woraufhin ich leise brummte. Ein lautes Keuchen verließ ihre Lippen, als ich ihre Brustwarze mit meinen Zähnen reizte. Meine Hände nutzte ich dabei um mich meiner restlichen Kleidung zu entledigen. Für ein längeres Vorspiel ließ ich mir kaum Zeit. Ich schob sie etwas weiter aufs Bett, ließ ihren String verschwinden. Ich packte mit einer Hand ihr Haar, zog ihren Kopf etwas in den Nacken um besser an ihren Hals zu kommen, biss und küsste sie, während meine andere Hand zwischen ihre Beine wanderte, Stöhnend schob sie mir ihr Becken entgegen, ließ ihre Hände über meine Muskeln wandern. Ein lautes Stöhnen entwich ihr, als ich schließlich in sie eindrang. Ich merkte, dass sie immer noch einen Moment brauchte um sich an die Größe zu gewöhnen. Ihre Hände immer noch in meinem Haar vergraben, zog sie mich zu sich hoch, küsste mich feurig, keuchte gegen meine Lippen bei jedem Stoß. Mein Atem wurde rauer, schneller, während ich sie leise anknurrte, weil sie immer noch ihre Hände in meinen Haaren hatte, Kurzerhand ließ ich von ihr ab, packte sie an der Hüfte und drehte sie auf den Bauch, ehe ich sie an der Hüfte auf die Knie zog um sie mir von hinten zu nehmen. Als ich unvorbereitet in sie stieß, schrie sie erregt auf, ihre Hände krallten sich in die Kopfkissen. Eine Hand schob ich um ihre Hüfte in ihren Schritt um sie so noch anderweitig zu Stimulieren, während ich mit meiner anderen Hand kratzte ich ihre Wirbelsäule entlang, woraufhin sie den Rücken durchdrückte. Dass es auch ihr durchaus gefiel, war mehr als deutlich zu hören und ich war kurz davor, ihr den Mund zuzuhalten, als sie ihren Höhepunkt erreichte, aber da meiner ziemlich zeitgleich war, krallte ich mich nur in ihrer Hüfte fest, stöhnte nun auch meinerseits mal wirklich ungehalten. Als die letzten Wellen abebbten, löste ich schließlich meinen Griff und ließ wieder von ihr ab. Das einzige, was ich dann noch tat, war das lästige Verhütungsmittel zu entsorgen, ehe ich neben Blondie zusammenbrach, die sich bereits auf den Rücken gedreht hatte und langsam wieder zu Atem kam. "Oh mein Gott", hauchte sie tonlos, schenkte mir ein verruchtes Grinsen, als sie nach der Decke angelte und sie über uns zog. "Dafür komm ich gerne wieder her", meinte sie , während sie ein Arm auf meinem Brustkorb ablegte. Ich schmunzelte mit bereits geschlossenen Augen. "Sehr gerne", brummelte ich noch, ehe ich schließlich einschlief mit der Kleinen im Arm.


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RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 01.03.2015 18:37
von Alex • Senior Member | 5.811 Beiträge | 1036624 Punkte

Nachdem Chace's Zimmertür sich nach gefühlten hundert Jahren endlich öffnete und er sich tatsächlich selbst dazu brachte, mir ein kleines Kompliment zu machen, musste ich leicht angetan lächeln, während auch ich den jungen Mann interessiert musterte. "Kann ich nur zurückgeben, Officer.", meinte ich mit einem braven, unschuldigen Lächeln und klimperte mit den großzügig getuschten Wimpern. Gemeinsam liefen wir anschließend raus zur Garage, verabschiedeten uns allerdings zuvor noch freundlich von seiner Familie, welche im Wohnzimmer saß und sich unterhielt. Auch dieses Mal nahm ich wieder den Platz hinter dem Lenkrad ein, da Chace noch immer mit seiner Schulter zu kämpfen hatte. Doch er sah in meinen Augen schon deutlich besser aus. "Na, hat dich Schwester Blondi so schnell geheilt?", scherzte ich mit viel Sarkasmus in der Stimme und konzentrierte mich wieder auf die Straße. Vor dem Kino erwarteten uns schon meine Freunde. Während die beiden sich um die Kinokarten kümmerten, lief ich mit Chace zu den Schaltern mit den Snacks und Getränken. Endlich saßen wir alle sicher an unseren Plätzen und zumindest ich verfolgte die Werbung und Trailer aufmerksam. Ich gehörte wirklich zu den Menschen, denen diese Dinge nichts ausmachten. Der Saal füllte sich immer mehr und als der Film endlich losging war jeder einzelne Platz besetzt. Zwar war der Film selbst deutlich softer als die Bücher, welche ich natürlich gelesen hatte, doch ich sorgte fürsorglich für den jungen Mann neben mir, indem ich immer wieder den Saum des Rockes nach oben rutschen ließ. Seine Blicke entgingen mir nicht, weswegen ich mich leicht zu dem jungen Mann beugte und ihn flüsternd fragte, ob er denn auf den Nylonstoff von Strumpfhosen stand. Man konnte ja nie wissen. Irgendwann wanderten auch meine Hände von seinen Knien aufwärts und übten einen leichten, aber unauffälligen Druck in seinem Schritt aus. Es schien dem Armen durchaus zu gefallen, da er Andeutungen in meine Richtung machte. Doch nach dem Ende, welches meiner Meinung nach mehr als nur beschissen war, widmete Chace seine Aufmerksamkeit seinem Handy, lächelte erfreut und verabschiedete sich total überstürzt. Etwas beleidigt sah ich dem Polizisten nach, zuckte allerdings dann desinteressiert mit den schmalen Schultern. Der Rest unserer Gruppe beschloss noch ein wenig in einen Club zu gehen. Passend angezogen waren wir teilweise sogar. Man musste ja nicht immer wie die größte Nutte im Club auftauchen. Gut gelaunt zogen wir also durch die Straßen der Stadt bis wir eine ansprechende Location gefunden hatten. Ich kannte inzwischen trotz der wenigen Wochen hier in Oceanside beinahe jede Bar und jeden Club, da ich wirklich oft dort anzutreffen war. Mein Freundeskreis in dieser Stadt war auch schon recht groß geworden. Glücklicherweise war ich alles andere als schüchtern und sprach immer wieder mal in der Stadt fremde Leute in meinem Alter an. Nachdem ich mich in der Schlange vor einem Club weiter vor geflirtet hatte und meine Freunde einfach hinter mir herzog, fanden wir uns zuerst an der Theke und später auf der Tanzfläche vor. Allerdings fühlte ich mich tatsächlich etwas fehl am Platz, da meine Turteltäubchen nur noch aneinander klebten und mich links liegen ließen. Deprimiert saß ich also an der Bar auf einem hohen Hocker und schlürfte mit miesgelaunten Gesichtsausdruck einen Cocktail nach dem anderen. Meinen Ausweis hatte ich nicht gezeigt. Etwas Klimper Klimper und anzügliche Bewegungen und Blicke hatten bei dem Barkeeper gereicht, welcher anscheinend richtig scharf auf mich war. Gut nachvollziehbar. "Nana, wieso sitzt du denn hier so alleine und ziehst eine Miene als wäre jemand gestorben?", sprach mich plötzlich eine männliche Stimme an und ich zuckte erschrocken zusammen. Hastig drehte ich mich ein wenig der Person zu und musterte den jungen Mann interessiert. "So ist das nunmal wenn man mit zwei ineinander verliebten Freunden feiern geht. Die Beiden haben ihren Spaß und ich sitze forever alone hier und besaufe mich.", stellte ich lachend fest und erntete einen mitleidigen Blick. Mein Gegenüber lachte laut auf und reichte mir die Hand. "Chris.", stellte er sich mir grinsend vor und ich ergriff die Hand. Ein Gentleman also. "Ronnie.", nannte ich ihm auch meinen Namen und widmete mich vorerst wieder meinem Glas. "Ronnie?", wiederholte Chris meinen Namen alarmiert und ich sah ihn leicht erschrocken an. "Keine Sorge. Aber kann es sein, dass du das Kindermädchen von Jessemine Bail bist? Der kleinen Schwester von Chace Bail?", erkundigte sich der junge Mann mit großen Augen und ich nickte langsam. Schnell wurde mir bewusst, wieso dieser Kerl mir so bekannt vorkam. Chris nahm mir dann noch die letzten Zweifel mit seiner folgenden Aussage. "Ich bin sein Arbeitskollege. Ich habe dich in der Wache gesehen.", lieferte er mir eine amüsierte Erklärung und ich seufzte deprimiert. "Oh.", stieß ich hervor. Nicht in seiner Uniform sah der junge Mann einfach etwas anders aus. Kannte er mein Alter? Dann wusste er nämlich, dass ich diesen Alkohol eigentlich nicht trinken durfte. Prüfend schielte ich zu Chris während ich einen großen Schluck nahm. Außer einem wissenden Grinsen kam allerdings keine Reaktion. "Ich dachte du bist nach der Auflösung deiner kleinen Lüge verschwunden? Chace wurde schon wieder eingestellt. Der Boss war echt froh darüber. Hätten die Vorwürfe gestimmt und die Sache wär' an die Öffentlichkeit geraten...Sehr schlecht für die Polizei hier in Oceanside.", stellte Chris schmunzelnd fest und ih errötete betroffen. "Hatte ich auch vor...Aber dann habe ich Chace im Wald getroffen und er war verletzt und dann musste ich ihn verarzten...Und dann lagen wir im Bett und haben geredet. Und joa.", klärte ich die Situation schuldbewusst auf und seufzte. "Ihr seid im Bett gewesen? Interessante Art die Probleme zu lösen.", scherzte der Polizist lachend und ich hob abwehrend die Hände. "Nein. Nicht so. Wir lagen nur nebeneinander. Und haben eben geredet. Und dann sind wir eingeschlafen. Wir haben nicht miteinander geschlafen. Ich habe einen Freund. Oder hatte einen Freund. Was auch immer.", brachte ich stotternd hervor und wäre am liebsten im Boden versunken."Wie kann man nicht wissen, ob man einen Freund hat oder nicht?", erkundigte sich Chris verwirrt und ich seufzte ahnungslos. Ich unterhielt mich noch lange mit dem Arbeitskollegen von Chace und wir tauschten bereits nach einer Stunde unsere Nummern aus. Nachdem meine Freunde irgendwann ohne ein Wort zu sagen verschwunden waren und ich schon deutlich betrunken war, bot Chris an, mich nach Hause zu fahren. Chace's Adresse kannte der junge Mann zum Glück, denn ich hätte es in diesem Zustand nicht mehr gewusst. Also lieferte Chris mich sicher zuhause ab, brachte mich noch bis zum Tor und drückte mir einen sanften Kuss auf die Wange, ehe er sich verabschiedete und davonfuhr. Sehnsüchtig sah ich dem jungen Mann nach. Er kam vom Aussehen her recht weit an Chace heran und ich war durch den Film noch immer sehr geladen. Doch jetzt war ich viel zu müde und vor allem zu dicht um mir weiter Gedanken darüber zu machen. Torkelnd lief ich zur Haustür, traf das Schlüsselloch erst nach einigen Versuchen und scheiterte dann kläglich an der Treppe. "Ronnie?", murmelte eine verschlafende Jesse verwirrt und sah mich blinzelnd an. Ich lächelte nervös und seufzte. "Hey Kleine. Habe ich dich geweckt?", fragte ich vorsichtig und sie nickte. "Bist du betrunken?", wollte sie von mir wissen und hatte sofort ein fieses Grinsen im Gesicht. Ich seufzte und nickte leicht. "Was willst du, Prinzessin?" "Du fährst morgen...beziehungsweise heute nach der Nacht mit mir zum reiten.", machte sie mir ein Angebot und ich ging einfach darauf ein. Ich wollte nur noch in mein Bett, in welches ich fünf Minuten später angezogen und geschminkt fiel. Keine zehn Sekunden später schwebte ich im Land der Träume, welche sich um meine heutige Bekanntschaft drehten.

Die grellen Strahlen der Sonne rissen mich irgendwann unsanft aus dem Schlaf. Grummelnd blinzelte ich zu der Fensterfront und seufzte. Natürlich waren die Jalousien oben und nicht geschlossen. Langsam streckte ich meine schmerzenden Glieder und hielt mir die Hand an die Stirn. Mein Schädel brummte wahnsinnig. Erst nach fast einer halben Stunde konnte ich mich dazu überwinden mein Bett zu verlassen. Aus meiner Kommode holte ich eine Aspirin zum kauen und öffnete leise die Tür. Die Badtür war nur angelehnt und ich rechnete auch nicht damit, dass schon jemand wach war. Chace war wohl gestern auch lange unterwegs gewesen und würde am Sonntag noch ausschlafen wollen, bevor er morgen wieder arbeiten musste. Die Eltern standen an diesen Tagen immer sehr spät auf und Jesse war, insofern sie schon wach war, draußen im Garten oder unten in der Küche. Also stieß ich ohne eine negative Überraschung zu erwarten die Tür auf und war schon dabei den Rock nach unten zuziehen, als ich eine blonde, weibliche Gestalt an einem der zwei Waschbecken stehen sah. Perplex blieb ich wie versteinert stehen und musterte den nackten, mit Wunden übersähten Körper. Als sich die Blondine umdrehte, klappte mir der Unterkiefer nach unten. "Na sieh einer an.", stellte ich leise fest und schüttelte angewidert den Kopf. Da stand doch tatsächlich die sexy Krankenschwester vom Vortag hier nackt im Bad und ihr Erscheinungsbild deutete daraufhin, was sie letzte Nacht hier mit Chace gemacht hatte. "Ups.", zischte Blondi unschuldig und zwinkerte mich frech an, ehe sie in ihre Sachen schlüpfte. "Sag Chace bitte, dass ich los musste. Er soll sich einfach bei mir melden. Allerdings bin ich ziemlich wund gefickt. War ne geile Nacht mit ihm.", informierte sie mich kühl und verschwand dann auch schon unbemerkt. Entgeistert sah ich ihr nach, drehte mich auf dem Absatz um und riss die Tür von Chace auf. "Sag mal bist du von allen guten Geistern verlassen?!", schrie ich aufgebracht und blieb neben seinem Bett stehen. Die Tatsache, dass er nackt war, ignorierte ich gekonnt. "Schön und gut das du auf Blondi abfährst wie ein 15-Jähriger. Von mir aus kannst du sie auch..wie meinte sie eben zu mir? Weiterhin wund ficken! Aber dann mach' das um Gotteswillen nicht in diesem Haus, Chace. Ich dachte, dir liegt was an Jesse!? Was bist du ihr für ein Vorbild? Was wäre wenn nicht ich, sondern deine 8-jährige Schwester im Bad auf eine nackte Frau getroffen wäre, die eindeutige Wunden hat?! Jesse ist sehr reif für ihr Alter. Denkst du, sie weiß nichts von Dingen wie Sex? Es ist absolut unvorbildlich von dir, mein Lieber. Du liegst mir in den Ohren, dass du nicht willst, dass die Kleine älter wird. Das sie mit 12 oder 13 auch noch keine Reizwäsche braucht. Aber denkst du nicht, dass du deinen Teil zu ihrer Einstellung beiträgst?", knurrte ich und sah zu wie Chace sich aufrichtete. "Du hast keine Ahnung von Jesse, Chace. Ich kenne sie erst seit ein paar Wochen und sie erzählt mir mehr als dir ihr ganzes Leben lang. Weißt du, dass sie total in den Nachbarssohn verknallt ist und ihn für sich gewinnen will? Dass sie unbedingt ins Disneyland Paris will? Und zwar mit mir, nicht mit dir. Nachts hat sie mich gebeten, heute mit ihr reiten zu gehen. Nicht mit dir. Sie will mit mir shoppen gehen, weil ich sie verstehe. Aber wie soll ich ihr erklären, dass sie zu jung für eine Beziehung ist, wenn ihr großer Bruder vor ihren Augen irgendwelche Schlampen fickt?!", warf ich Chace noch immer wütend vor und konnte es mir nicht verkneifen, ihm eine zu knallen. "Ich schwöre dir, ich werde zu deinen Eltern gehen. Und denen wird deine Liebesgeschichte mit dieser Hure gewiss genauso wenig gefallen wie mir. Und weißt du warum? Weil jeder hier einfach total verliebt in mich ist! Sogar dein Arbeitkollege..Chris..fährt auf mich ab. Wir haben uns nach dem Kino in einem Club kennengelernt. Er will mich unbedingt wiedersehen. Vielleicht besuche ich ihn ja morgen bei der Arbeit. Im Gegensatz zu mir stehst du einfach schlecht da, Chace. Sogar deine beste Freundin hat sich gegen dich entschieden. Findest du das nicht irgendwie merkwürdig? Die von dir so verhasste Ronnie. Das Weib, dass du nicht ausstehen kannst, nimmt dir jede Person weg, die dir was bedeutet...", stichelte ich kalt und musterte den jungen Mann mit mörderischen Blicken. "Aber mach ruhig weiter so. Es ist dein Leben. Du hast ja jetzt Blondi und bei der werde ich gar nichts versuchen, weil sie einfach nur billig ist. Hab noch nen schönen Tag, ich muss jetzt meinen Kater loswerden und fahre dann mit Jesse zum reiten. Übrigens hat David es nun auf sie abgesehen und mir gedroht. Du solltest dich nicht weiter von deiner Schwester entfernen, wenn du sie eventuell bald beschützen musst.", gab ich dem Verschlafenen noch einen gut gemeinten Ratschlag, lächelte trocken und verließ das Zimmer. In der Küche traf ich auf Jesse, welche voller Vorfreude war und bereits in ihren Reitsachen steckte. Doch ihr Gesichtsausdruck zeigte mir, dass sie wohl doch von der Besucherin letzter Nacht wusste. Besorgt nahm ich sie in meine Arme und drückte sie an mich. "Es war so eklig, Ronnie. Ich lag in meinem Bett und konnte einfach nicht schlafen. Ich habe alles gehört...", stotterte sie mitgenommen und ich konnte ihre Tränen spüren. Ich seufzte und verdrehte die Augen. "Du hast es gehört...", wiederholte ich trocken und hätte Chace am liebsten umgebracht. "Pass auf. Magst du uns eine leckere Brotzeit machen? Wir werden im Stall sicher auch Hunger bekommen. Ich mache mich schnell fertig.", gab ich ihr klare Anweisungen, wischte ihre Tränen weg und eilte die Treppe zurück nach oben. In Chace's Türrahmen blieb ich stehen. "Glückwunsch. Deine 8-jährige Schwester lag die ganze Zeit wach, weil sie dich und Blondi gehört hat. Sie ist unten in der Küche und weint. Du bewegst dich jetzt raus aus dem Bett, gehst zu ihr runter und versicherst ihr gefälligst, dass es nie wieder vorkommt. Ich mache mich in der Zeit fertig und sobald das Bad frei ist, tust du das auch. Und dann kommst du mit uns mit zum reiten. Jesse ist total verstört wegen dem Erlebten. Wie kannst du so rücksichtlos sein und es so wild mit einer Frau treiben, während Jesse im Raum nebenan ist?", zischte ich fassungslos und lief ins Bad. Dort sperrte ich vorsichtshalber die Tür hinter mir ab und schälte mich dann aus den Klamotten, ehe ich mich unter die Dusche stellte und anschließend sowohl im Bad als auch in meinem Zimmer fertig machte. Ich ritt selbst seit vielen Jahren und hatte daher auch die typischen Reitklamotten, in welche ich schnell hüpfte. Haare und Make-Up waren auch schnell gemacht, weswegen ich eigentlich schnell fertig war und nur darauf wartete, dass Jesse oder Chace in mein Zimmer kamen.


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#87

RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 03.03.2015 00:38
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Der nächste Morgen begann für mich mit weiterschlafen, während das halbe Haus schon auf den Beinen war. Die Rollläden waren halb zu, weshalb das Licht in Streifen in mein Zimmer fiel, aber ich ließ mich davon nicht stören und schlief ganz entspannt. Als Blondi sich aus meinem Arm löste, drehte ich mich brummelnd auf den Rücken und blieb auch ohne Decke einfach entspannt liegen. Mir war aber ohnehin eigentlich nie kalt. Mein Stoffwechsel und mein Kreislauf waren so gut, dass ich im Winter im T-Shirt rumlaufen konnte. Oder eben nur mit den Shorts zum Joggen. Aber dafür verbrauchte ich dann auch mehr Energie und konnte dafür essen ohne Ende. Jedenfalls schlief ich einfach und war mehr als zufrieden von der letzten Nacht, als plötzlich die Tür aufdonnerte. Ich zuckte leicht zusammen, als Ronnie anfing herum zu zetern. Ein wenig benommen vor Müdigkeit blinzelte ich. "Was?", fragte ich verschlafen, aber sie fluchte ja schon munter weiter. Ich brauchte einen Moment, bis ich hinterherkam und wusste, was sie überhaupt meinte und setzte mich langsam auf, fuhr mir mit einer Hand müde über die Augen und verzog leicht das Gesicht, weil sie so schrie und meine Ohren empfindlich waren und am frühen Morgen nicht eine solche Lautstärke gewohnt waren. "Alter, komm mal runter", knurrte ich dann, als sie anfing mir Vorwürfe zu machen. Leider berechtigte, auch wenn ich das nicht eingestehen würde, weil sie gerade so herumschrie. Sie ließ mir ja nicht mal eine Chance etwas zu sagen. Und gestern hatte ich eben nicht darüber nachgedacht. Vor Blondi hatte ich vergleichsweise lange keinen Sex gehabt und hatte einfach Bock gehabt auf eine weitere Runde Sex und hatte nicht nachgedacht. Ich war doch auch nur ein Mann. Und jetzt hatte ich den Salat und musste mir anhören, was ich wusste. Als sie wirklich langsam dazu überging, mich in meiner Person anzugreifen, wurde meine Miene düster. Dass dieses Weib auch nicht einmal die Schnauze halten konnte und immer über Grenzen ging. So viel dazu, dass ich sie verstand und sogar mögen könnte, wenn ich mal beachtete, was sie gesagt hatte da im Wald. Auch wenn sie keinen Plan hatte, dass ich wusste, was so ihre kleinen Geheimnisse waren.
Als sie meinte, ich wüsste gar nichts von meiner Schwester, starrte ich sie wütend, aber auch betroffen an. Zu gerne hätte ich sie zusammengefaltet, dass sie sich hüten sollte, etwas falsches zu sagen, aber sie redete ja einfach weiter. Zugegeben wusste ich nicht, dass der Nachbarssohn der auserkorene für meine Schwester zu sein schien, aber sie hatte mit mir eben nicht darüber geredet. Und da hatte Ronnie mir noch erklärt, dass es normal war, wenn sie sich etwas abnabelte und über sowas nur mit einer anderen Frau sprach. Und jetzt kam die Schiene, dass es meine Schuld war? Grandios, schönes Spiel. Schlampe. Von Jesses Wunsch, nach Disneyland zu fliegen, hatte ich auch nicht gerade viel Ahnung gehabt. Aber für mich kam es auch eigentlich nicht wirklich in Frage, dass wir mal eben nach Paris flogen. Es war eine Schwärmerei, klar, aber ich glaubte daran, dass es auch wieder aus ihren Träumen verschwand. Trotz allem verletzte es mich, wie Ronnie betonte, dass sie mich ersetzen konnte. Ich war mir dem durchaus bewusst, aber in offenen Wunden musste man doch nicht herumstochern. "Sie weiß aber auch, dass ich nichts vom Reiten halte", warf ich ein, als einzige Rechtfertigung, die ich irgendwie finden konnte. Ob es nun daran lag, dass sie einfach eine Furie war, daran, dass ich sie unterbrach oder generell wegen des Vorfalls. Ich sah nur einen Moment ihre erhobene Hand, reagierte zu spät und deshalb schallte die Ohrfeige schmerzhaft. Die hatte gesessen. Meine Stimmung schwang von eher genervt müde zu wütend und unterschwellig fing ich an zu knurren, während sich meine Hände zu Fäusten verhärteten. Bei ihrer Drohung, die Affäre bei meinen Eltern auffliegen zu lassen, sah ich sie gänzlich entnervt an und mir stieg schon fast Ekel auf, als sie auf ihre Beliebtheit pokerte und mir vorhielt, dass doch alle sie vorzogen. Das mit meinem Arbeitskollegen überraschte mich allerdings. Ich freute mich ja irgendwie, dass er wieder loszog und sich für ein Mädchen begeisterte, aber musste das unbedingt Ronnie sein? Ich glaubte ja nicht, dass das eine glückliche Beziehung würde - oder wollte ich es nur nicht? Es war immerhin mal wieder so, dass sie sich irgendwo in meinem Leben einmischte. Vor allem so selbstgefällig. Ohne mich wäre sie vielleicht tot, wenn ich ihr nicht geholfen hätte. Nur wusste sie das nicht. Ich hätte sie in die Pfanne hauen können wegen Verleumdung und hatte es nicht getan. Warum musste sie immer so scheiße sein?
"Schlecht dastehen heißt nicht schlecht sein. Du hast doch keine Ahnung, was es bedeutet, ein We... ein Leben wie meins zu führen!", blaffte ich sie an und konnte leider nicht unbedingt verstecken, dass das mit Alison immer noch tief saß. Es war ein wunder Punkt und ich drückte mich immer noch, mich damit auseinander zu setzen. Aber auch da hatte mir Ronnie eigentlich gesagt, dass sie das wieder ins Lot bringen wollte. "Und ja, es ist merkwürdig. Und es ist mehr als scheiße von dir! Du machst mein Leben damit kaputt, dass du mir alles wegnehmen möchtetst! Möchtest! Das ist bescheuert! Anstatt dass ein nebeneinander geht - aber nein! Du bist einfach ein ignorantes, kaltes Miststück, nur weil du mutterlos und ohne viel Liebe aufgewachsen bist, musst du mir nicht alles wegnehmen!", schnauzte ich sie an, hob schon fast belustigt die Augenbrauen, als sie meinte, dass Blondi ihr zu billig wäre um sie mir wegzunehmen. "Sag mal bist du nur so scheiße drauf, weil du die einzige bist, die gestern keinen Sex hatte?", hakte ich stichelnd nach. Es war ja schön, dass sie mir zum Schluss noch mal vorhielt, dass David ja Jesse bedrohte. Das wusste ich und es war mal wieder etwas, was ich hätte vermeiden können, indem ich sie mal wieder nicht hätte verteidigen sollen. Vielleicht hätte er sie mitgenommen, vergewaltigt oder getötet. Gut, das hätte ich nicht gewollt, aber dennoch. Ich hätte sie auch einfach auch gehen lassen sollen, als sie doch sagte, dass sie gehen wollte. Warum war ich so ein Idiot und dachte an eine zweite Chance? Ob ich sie wohl doch noch rauswerfen sollte? Aber das wollte ich für Jesse ja auch wieder noch.
Mehr als frustriert ließ ich mich zurück ins Kissen fallen, als sie endlich verschwand und zog brummelnd die Decke wieder über mich. Ich hatte keine Lust, aufzustehen, meinen Tag hatte Ronnie gerade immerhin super versaut. Meinen Frust hätte ich ja gerne bei Blondi abgearbeitet, aber dass sie weg war, konnte ich mir ja denken. Sie hatte ja auch keine Verpflichtung zum Frühstück zu bleiben und eigentlich war es auch besser so, dass sie freiwillig verschwand. Genervt stöhnte ich auf, als Veronica schon wieder auftauchte uns starrte abweisend zu ihr herüber, auch wenn ich bei ihren Worten doch ein Schuld- und Schamgefühl herunterschlucken musste. Also stand ich doch auf, als sie verschwand und zog mir flugs frische Boxerhorts und Jogginghose über und griff nach einer Sweatshirt-Jacke, damit ich meine Schulter nicht in ein T-Shirt zwängen musste. Dann trabte ich die Treppe runter und ging mit einem leichten Zögern in die Küche. Meine Schwester war gerade dabei Aufschnitt zu sortieren und ich hörte ein leises Schniefen. "Hey Kleine", begrüßte ich meine Schwester, bekam aber nur einen kurzen Blick, ehe sie weiter machte. Besorgt zog ich mir einen Stuhl heran, setzte mich. Es war eine komplizierte Situation und so wirklich wusste ich nicht, was ich tun sollte, wie ich da ran gehen sollte. "Komm mal her, mein Spatz", murmelte ich schließlich, eindringlich aber besorgt. Als Jesse unsicher zu mir kam, wurde mein Blick weich. Mit einem lautlosen Seufzen zog ich sie in meine Arme, wer konnte schon sagen, wann sie gar nichts mehr mit mir zu tun haben wollte, wenn Ronnie sie mir ganz wegnahm. "Es tut mir leid, dass du das mitbekommen hast, das wollte ich nicht. Ich dachte, du würdest schlafen und hab einfach nicht nachgedacht", sagte ich leise, nahm ihr Gesicht zärtlich in meine Hände und strich mit meinen Daumen über ihre kleinen Wangen. "Ich weiß, dass rechtfertigt das nicht. Ich kann es auch leider nicht rückgängig machen, aber ich werde sie in Zukunft nicht mehr mit her nehmen, okay?", sagte ich einfühlsam, sah meine kleine Schwester entschuldigend lächelnd an. Sie sah immer noch etwas fertig aus, aber nickte leicht. Ich drückte ihr einen Kuss auf den Kopf, ehe ich fragte, ob ich noch helfen sollte. "Kommst du mit?", fragte Jesse daraufhin, vielleicht ein wenig skeptisch und ungläubig. "Klar, als würde ich dich mit Ronnie alleine auf die Pferde loslassen. Irgendjemand muss doch noch den Kopf bewahren, damit wir nicht auf einmal ein Pferd im Garten haben", scherzte ich mit einem leichten Grinsen. "Dann musst du dich aber vernünftig anziehen, so nehme ich dich nicht mit", sagte Jesse frech, wenn auch mit einem eher zögerlichen Lächeln. Ich lachte leise auf, strich ihr noch einmal übers Haar, ehe ich los joggte. Immerhin hatte sie mir nicht verwehrt mitzukommen, was mich etwas beruhigte. Da die Tür nur angelehnt war, trat ich einfach ein, nahm dann eine schnelle Dusche, ehe ich mich in meinem Zimmer anzog. Reitsachen hatte ich nicht, brauchte ich aber auch nicht. Ich hatte als Kind ein paar Mal auf einem Pferd gesessen, aber gerade seit der Pubertät und der Verwandlung in einen Werwolf hielt ich mich eher fern von den großen Tieren, wo es nur möglich war. Ich gefährdete damit nur andere, weil Pferde doch recht empfindlich auf Blicke, Körpersprache, Gerüche und Pheromone reagierten. Und mein Auftreten schrie quasi nach Raubtier. Nur heute kam ich wohl nicht drum herum und musste versuchen, mich zu beherrschen, auch wenn ich stocksauer auf Ronnie war, wenn auch gleichzeitig schuldbewusst, auch wenn ich das nie zugeben würde vor ihr. Sie konnte es sich aber selbst denken. Ich würde aber nicht zu ihr gehen und mich ihr zu Füßen legen, weil sie recht hatte.
Bei Ronnies Zimmer kamen wir dann schließlich alle zusammen und ich war ein wenig überrascht, als ich Ronnie in Reitsachen war. Dass sie auch ritt, wusste ich gar nicht. Aber ich gab dazu einfach keinen Kommentar ab. Ich hatte wirklich keinen Bock mehr auf diese Zicke, zumindest für heute hatte ich genug und bevor ich mit ihr weiter stritt vor Jesse, redete ich einfach gar nicht mit ihr. Schließlich fuhren wir zum Hof, nachdem wir nur kurz mit meinen Eltern gesprochen hatten, zum Glück nicht über die Affäre. Sobald wir hielten und ausstiegen, bellte der Hofhund schon, rannte und freudig entgegen. Da ich genau wusste, dass er an einem hochsprang, dämmte ich seine Freude mit Dominanz ein, beobachtete ihn genau, während er langsamer wurde und in seiner unsicheren Freude von Jesse geknuddelt wurde. Ich entspannte mich und meine Blicke wieder, wodurch der Hund etwas fröhlicher wurde, aber brav am Boden blieb, während er meine Schwester anschlabberte. Ich hockte mich lächelnd zu meiner Schwester, streichelte den Hund ebenfalls und als ich mich wieder erhob und den Hofbesitzer ansteuerte. Der Hund klebte förmlich an meiner Seite ohne sich um Ronnie zu scheren. Irgendwie gönnte ich es ihr ein wenig. Sie manipulierte Menschen, ich eben Tiere. "Ihr könnt euch schon mal nach Pferden umsehen", meinte ich zu den beiden Mädels, "Ich kläre das hier", setzte ich dann hinzu. Warum auch immer ich nett war. Vielleicht weil ich hier gerade der Mann der Gruppe war und sowieso, weil ich nicht einen ganzen Stall beunruhigen wollte. Und vielleicht auch, damit Jesse es bemerkte, dass ich mich für sie einsetzte, und als Entschädigung. Ich bezahlte also dafür, dass die Mädels sich Pferde leihen konnten. Als Jesse schließlich stolz ein Pony aus dem Stall führte und dabei über beide Backen strahlte, lächelte ich. Es war schön, sie so zu sehen, aber dennoch traute ich weder den Tieren noch mir. Keine gute Kombination. Dennoch streckte ich ihr einen erhobenen Daumen entgegen und sie erwiderte diese Geste. Ich atmete tief durch, als sie näher kamen, sammelte mich so weit, dass ich alle Emotionen eher herunter schluckte und ging dann neben Jesse zu dem Platz. Allerdings kam ich nicht mit rauf, sondern überließ das dem Aufpasser, der sich an Ronnie gehängt hatte. Ich setzte mich auf eine Bank der niedrigen Tribüne, von wo ich alles sehen konnte. Der Hund folgte mir immer noch, setzte sich neben mich und lehnte sich leicht an mein Bein, während ich ihn leicht hinter den Ohren kraulte. Die leichte, kühle Brise kam zum Glück mir entgegen und brachte mir dadurch den Geruch von Beutetier, statt dem Beutetier meinen Geruch, wodurch die Pferde zumindest bisher noch ruhig waren. Wobei ich es Ronnie gönnen würde, wenn sie fiel oder zumindest mit dem Pferd etwas zu kämpfen hatte. Spaßeshalber testete ich also, wie gut es funktionierte. Ich fixierte ihr Pferd mit einem hartem, wilden Blick und da Pferde Gefahren auf mehrere hunderte Meter Entfernung wahrnahmen, reichte es aus, dass ich meinen Kopf leicht senkte und meinen Blick zur Flanke wandern ließ, also zu einem Angriffspunkt, brachte es zum leichten Scheuen, als Ronnie eigentlich aufsteigen wollte und nur einen Fuß im Steigbügel hatte. Zufrieden lehnte ich mich etwas zurück und löste die Spannung, wobei das Pferd jetzt sowieso wachsamer war. Das konnte noch eine lustige Zeit werden. Ich musste nur aufpassen, dass ich das klar von Jesses Pony trennte, das zumindest bisher gelassen wartete, bis meine Kleine sich hinaufschwang und drehte nur kurz die Ohren, als es die Unruhe des anderen Pferdes bemerkte.


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#88

RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 05.03.2015 17:06
von Alex • Senior Member | 5.811 Beiträge | 1036624 Punkte

Wie konnte Chace es nur wagen meine Mutter ins Spiel zu bringen? Bei diesen total unangebrachten Worten verlor ich sämtliche Gefühle, welche ich noch irgendwie für den jungen Mann aufbringen konnte. Eiskalt und regungslos starrte ich ihn einfach nur an. Natürlich hätte ich reagieren können, doch dann wäre die Situation wohl eskaliert und ich hätte mein restlichen Lebens doch im Knast verbracht. Ich war zwar ohne Mutter aufgewachsen, aber woher wusste Chace bitte, dass ich ohne viel Liebe aufgewachsen war? Eher war das komplette Gegenteil der Fall. Mein Vater und meine vier älteren Brüder hatten mich mit Liebe überschüttet, ich konnte mich nie beklagen. Jeder tat stets sein Bestes um mich glücklich zu machen. Allerdings wollte ich nicht weiter darüber nachdenken und ging einfach nicht darauf ein. Doch ich versprach Chace mit meinen Blicken mich dafür zu rächen. Bekanntlich waren meine Racheaktionen recht erfolgreich. Nach der Sache mit der vorgetäuschten Schwangerschaft musste ich gewiss meinen Kopf anstrengen um eine neue Idee zu haben, doch mir würde schnell etwas einfallen. In Rachepläne schmieden war ich einfach spitze. Und in vielen anderen Dingen auch. Auch seine Frage zu meiner Laune aufgrund der Tatsache, dass nur er gestern gevögelt hatte, ignorierte ich gekonnt. Wieso sollte ich deswegen so aufgebracht sein? Niemals. Falls ich Sex brauchte, holte ich es mir schnell. Christian wäre sicher nur allzu bereit mit mir in die Kiste zu steigen. Immerhin schien Chace nach meinem zweiten Auftauchen einigermaßen zur Vernunft zu kommen, da er zu seiner geschockten Schwester in die Küche ging. Einerseits hoffte ich, dass sie erst einmal weiterhin sauer sein würde. Andererseits wollte ich aber nicht, dass Jesse so litt. Eine Zwickmühle. Jesse war mir eindeutig lieber als ihr großer Bruder. War aber auch nicht schwer. Die Autofahrt zum Hof dauerte nicht lange, nur knappe 20 Minuten. Hier in der Kleinstadt erreichte man vieles schnell. Auch dieses Mal saß ich wieder am Steuer, da der arme, kleine Chace wohl noch immer Aua Aua hatte. Mir war es gleichgültig, doch ich hätte wirklich gerne einen kleinen Unfall gebaut in welchem nur der junge Mann verletzt wurde. Vielleicht noch am anderen Arm. Schmunzelnd parkte ich das Auto auf dem Hof, stieg aus und starrte den Hund etwas argwöhnisch an. Ich war ein sehr tierlieber Mensch, doch einmal hatte mich ein Hund gebissen und seitdem war ich gegenüber dieser Art eher vorsichtig. Doch dieser Köter schien lieb zu sein, weswegen ich mich lockerte und etwas lächelte. Chace's Worte rissen mich aus meinen Gedanken und ich zog die Augenbrauen nach oben. "Können wir das?", gab ich bissig von mir und lief trotzig hinter Jesse her in eines der Stallgebäude. Es dauerte einige Minuten bis Jesse's Pony und mein Großpferd von uns beiden geputzt und gesattelt waren, doch mit meiner Hilfe war auch die braune Welsh-Cob Stute schnell reitfertig. Ich selbst hatte von einem der Reitlehrer die Erlaubnis bekommen, einen wunderschönen KWPN-Rapphengst zu reiten. Natürlich hatte ich zuvor zumindest einige Nachweise erbringen müssen um zu zeigen, dass ich mit Pferden klarkam. Nicht umsonst hatte ich schon früh mit Reitabzeichen angefangen. Gut gelaunt führte ich also Caprisco hinter der Stute her und schenkte Chace kurz einen abwertenden Blick, ehe ich auf dem Reitplatz beide Sattelgurte nachzog und der Kleinen auf ihr Pony half. Danach pfiff ich den jungen Reitlehrer zu mir, wickelte ihn mit anzüglichen Blicken um den Finger und ließ mich von ihm in den anscheinend neuen Sattel heben. Nachdem ich endlich sicher saß und Caprisco am langen Zügel durch die Bahn lenkte, sank ich ganz in meine Welt ab und nahm meine Umwelt und vor allem den verhassten Chace nicht mehr war. Nach einigen Runden stieg ich noch einmal ab, damit ich den Sattelgurt ein letztes Mal nachziehen konnte. Mit Caprisco konnte ich auch springen und dafür wollte ich einen gut sitzenden Sattel haben. Als ich dieses Mal alleine aufsteigen wollte und einen Fuß in den Steigbügel steckte, spürte ich sofort die aufkommende Unruhe des Hengstes. Überrascht zog ich die Zügel an und schwang mich im letzten Moment sehr elegant nach oben, ehe Caprisco auch schon anfing zu buckeln und zu steigen. Was war denn jetzt los? Verwirrt blieb ich sicher im Sattel sitzen und schaffte es schnell wieder das Pferd zu beruhigen. Bedauerlicherweise war Caprisco in seiner Unruhe der Welshstute bedrohlich näher gekommen und als diese ihm ihren Kopf entgegenstreckte, tickte der Hengst erneut aus und biss, beziehungsweise schlug nach ihr. Ich konnte gar nicht so schnell reagieren, da war die Stute auch schon mit Jesse auf sich durch das noch offene Tor des Platzes galoppiert und verschwand vom Hof. Verdutzt sah ich zu dem Reitlehrer, welcher leichenblass wurde. Mein zweiter Blick galt Chace. Wieso beschlich mich das Gefühl, dass er damit etwas zu tun hatte? Ich runzelte noch kurz die Stirn, haute dann aber auch schon dem Rappen die Fersen in die Seite, damit er noch aus dem Stand angaloppierte und eine Abkürzung über die Umzäunung und anschließend über einen Zaun nahm. Glücklicherweise war das Großpferd um einiges schneller als das kleine Pony, weswegen ich die Ausreißer schnell erreicht hatte und nach den Zügeln griff, welche Jesse losgelassen hatte. Das arme Mädchen war tränenüberströmt und mindestens genauso blass wie der Reitlehrer. Vorsichtig zog ich sie zu mir aufs Pferd, legte die Arme um sie und ritt mit der Stute als Handpferd in einem lockeren Trab zurück zum Hof. Vor Chace parierte ich Caprisco durch und wartete darauf, dass er seine Schwester von dem Hengst hob, damit auch ich absteigen konnte. Der Reitausflug war wohl für heute beendet. Seufzend sah ich zu dem Reitlehrer und einem weiteren Mann, welche aufgeregt auf uns zugerannt kamen. "Du meine Güte. Geht es euch gut?", fragte der Fremde und stellte sich kurz darauf als Hofinhaber vor. Außerdem bot er mir direkt an, hier offiziell mit dem Reiten anzufangen. Etwas überrascht stimmte ich zu und schwang mich mit wackligen Beinen vom Pferd, nachdem Chace seine Schwester aufgenommen hatte. "Ich versorge die Pferde...", murmelte ich etwas blass um die Nase herum und verschwand dann auch schon für zehn Minuten im Stall. Danach steuerte ich direkt das Auto an und ließ mich hinterm Lenkrad fallen. Ich wollte einfach nur noch zurück nach Hause, also sollten Chace und Jesse jetzt möglichst schnell einsteigen.


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RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 08.03.2015 04:48
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Natürlich konnte ich nicht unbedingt beurteilen, wie sie wirklich aufgewachsen und erzogen worden war. Sie hatte mir in der Höhle erzählt, wie es ihr ergangen war, aber das war egal. Sie hatte gesagt, sie durfte nur stark sein und männliche Liebe war nun mal etwas anderes als mütterliche. Und nur weil sie alles in den Arsch geschoben bekam, hieß es nicht, dass sie genug Liebe bekommen hatte, denn das war etwas ganz anderes, so sah ich das. Es hatte sie nur in eine ignorante Zicke verwandelt, die nicht über den Standpunkt anderer Leute nachdachte. Von ihrer Mutter hätte sie vielleicht ein wenig Mitgefühl, Fürsorge und Taktgefühl erlernen können, aber nein. Sie dachte, ihr gehörte die Welt und nichts anderes zählte. Sie würde es nie verstehen und würde sich immer einmischen und sich alles unter den Nagel krallen. Sie fing damit ja super an. Sie nahm mir mein Leben Stück für Stück, indem die mir meine Familie wegnahm, meine Freunde, jetzt sogar meine Freude an der Arbeit, sollte sie wirklich auch da nun immer wieder auftauchen. Sie machte mich kaputt. Und ich konnte dem nicht für immer Standhalten. Ich war vielleicht stark und ich war auch stur, aber ich hatte immer noch das Problem, dass ich auch den Wolf beherbergte. Ich hatte mich auf mehreren Ebenen zu kontrollieren und das war schwer. Ich würde irgendwann einknicken, weil die Gefahr zu groß wäre, irgendwann jemanden zu verletzen und das wollte ich nicht. Nicht einmal sie. Ich wollte dieses Monster nicht sein, das von Zeit zu Zeit versuchte meine Gedanken zu beherrschen, brachte dadurch oft eine Ambivalenz in meine Gedanken, nicht direkt wie bei zwei Persönlichkeiten, aber ähnlich. Es wollte mir sagen, dass ich ihr die Kehle zerfetzen sollte, ließ mich nach Blut lechzen, obwohl ich die Vorstellung von frischem Blut und Fleisch auf Körpertemperatur ziemlich eklig fand. Noch fast blutiges Steak war ja okay, aber das war auch was komplett anderes. Ich wollte nicht selbst töten, ich wollte diesen Blutrausch nicht, den ich schon bekam, wenn ich nur Blut roch. Ich hatte mich schon mal gegen dieses Biest in mir gewehrt, hatte versucht normal zu leben, ohne Verwandlungen, hatte versucht dem Vollmond zu widerstehen.. Das Problem hatte nur darin bestanden, dass ich dann richtige Schmerzen hatte, als ich dem Druck nicht mehr standgehalten hatte. Ich war zwei Tage nur als Wolf unterwegs gewesen, hatte mich gedrückt vor einer Rückverwandlung, weil die ersten Versuche einfach kläglich gescheitert waren. Ich würde das nie wieder probieren. Und das bedeutete, dass ich das alles mit unter einen Hut bekommen musste. Mein Leben bestand nun mal auch aus diesem Teil und nebenher musste ich ein guter Bruder sein und meine Arbeit unter einen Hut bekommen. Es war etwas, was Ronnie nie verstehen würde - gut, weil sie es auch nie wissen würde. Außerhalb meines Rudels wusste niemand davon und Ronnie würde ich es sicher nicht erzählen. Ihr vertraute ich so oder so nicht. Und selbst wenn, jedes Mädchen erzählte einem engt vertrauten alles. Und die erzählte es dann wieder jemandem und das zog sich so weiter, bis der falsche es wusste, zurückverfolgte und mein Rudel und ich dann ziemliche Probleme bekommen könnten und das wollte ich nun wirklich nicht. Ich trug so viel Last mit mir herum deswegen, dass ich echt aufgeben würde, wenn Ronnie mir weiter das Leben zur Hölle machte.
Und das hatte sie vor, wie es aussah, wenn man mal ihren Blick beachtete, den sie mir noch schenkte, als sie mein Zimmer verließ. Ich machte mir ein wenig Sorgen deswegen, hoffte einfach, dass ich das schlimmste irgendwie noch abwenden konnte, auch wenn ich gerade echt ein wenig weit gegangen war. Ich hätte das vielleicht verhindern können, aber ich würde mich auch nicht vor versammelter Mannschaft auf die Knie werfen und um Verzeihung betteln, auch wenn sie ein bisschen Recht hatte. Bei allem, leider. Ich hatte aber nicht nachgedacht, ich war impulsiv, besonders, wenn man mich zu irgendwas oder in eine Ecke drängte. Und sie hatte mich dazu gedrängt, war einfach reingeplatzt und hatte auf mir herumgehackt, sie bedrängte mein Leben mit allem was sie tat. Ich konnte da einfach nicht mit umgehen, ich war auf so etwas nicht vorbereitet gewesen und war es auch jetzt noch nicht. Ich hatte schon genug damit zu kämpfen, meiner Familie alles zu verheimlichen und meine Schwester nicht zu enttäuschen, während ich gleichzeitig nicht so nah an sie heran konnte, wie ich wollte. Je älter sie wurde, desto schwieriger war es, alles zu organisieren. Ich bräuchte dringend mal Urlaub von meinem Leben. Stattdessen sprach ich mit meiner Schwester, versuchte sie zu beruhigen und musste mich dann stressen um zu einem Reiterhof mitzukommen, was nun wirklich nicht meine Welt war. In meiner Verfassung war das besonders schwierig, ich konnte mich nicht beruhigen, während wir auf engstem Raum zusammengepfercht waren. Auf Ronnie war ich wütend und um meine Schwester machte ich mir Sorgen. Und sie war in ihrer Vorfreude ein wenig anstrengend bei meinen strapazierten Nerven. Wenigstens brauchten wir nicht lange und die Pferde des Hofes waren alle bisher ruhig, die Atmosphäre idyllisch und so nutzte ich ein paar tiefe Atemzüge um mich etwas zu beruhigen. Ronnie konnte das aber super wieder kaputt machen mit ihrem sarkastischen Kommentar. Gut, dann würde ich eben nicht mehr versuchen nett zu sein. "Ich weiß nicht. Kann man dir sowas zutrauen?", gab ich trocken zurück, ehe ich mich an den Hofleiter wandte und dann wartete, bis die Damen fertig waren fürs Reiten. Ich begutachtete beide Tiere, wobei schon auffiel, dass das schwarze Untier etwas sehr edles und temperamentvolles war, während die Stute von meiner Schwester sich nicht an auch nur irgendetwas auch nur störte.
Ich beobachtete, wie Ronnie sich bei dem Reitlehrer einschleimte und verzog leicht das Gesicht. So viel zum Thema Christopher. Vielleicht sollte ich den armen Kerl warnen, dass sie alles anbaggerte, was männlich war. Mich ja eigentlich auch, wenn wir mal wieder unsere Phase hatten, in der wir uns aufgeilten, nur um den anderen zu ärgern. Zumindest wenn man das dazu zählte. Heimzahlen konnte ich es ihr immerhin, als sie alleine wieder aufsteigen wollte. Ich fand es amüsant, dass sie etwas improvisieren musste, als der große Rappe vorwärts seitwärts auswich. Ihr Hintern und ihr Beinschwung sah trotzdem noch viel zu sexy aus. Aber hey, ich konnte eine ganze Stunde einfach da sein und ihr Pferd beunruhigen, während der Hund neben mir saß und mich anhimmelte. Ich beobachtete, wie das Pferd bockte und die Ohren anlegte, während die Augen weit aufgerissen und die Nüstern gebläht waren. Ich war gerade dabei ein wenig Druck aus der Situation zu nehmen, doch der große kam der Stute bereits zu nahe und sie ihm drohte, was ihm gar nicht passte, weshalb er nach ihr schlug. Mein Triumph über das Unruhestiften verflog so schnell wie er gekommen war.Meine Miene gefror, als die Stute lossprang und ihre kleinen Beine flott bewegte um weg zu kommen. Geschockt sah ich der kleinen Staubwolke nach. Ich sah noch, wie Ronnie über den Reitplatzzaum nahm, ehe ich selbst schon los lief in Sorge um meine Schwester. "Wie konnten Sie nur das Tor offen lassen, sie dämlicher Idiot", schnauzte ich den Reitlehrer an, machte meiner Unruhe platz, während Ronnie mir Handpferd und Jesse vor sich wieder kam. So ganz unter Kontrolle hatte ich meine Wut nicht, auch wenn ich noch nicht weiter rum fluchte. Ich wartete ungeduldig und als sie neben mir hielt, näherte ich mich dem Pferd. Die Unruhe von dem Hengst war deutlich spürbar, als ich direkt neben ihm stand um meine Schwester von der Höhe zu ziehen. Vorsichtig stellte ich sie wieder auf ihre Beine, ignorierte einen Moment die anderen. "Ist alles okay?", fragte ich sanft, während ich vor meiner Schwester hockte, strich meiner kleinen Prinzessin die Tränen von den Wangen. Sie nickte leicht, weshalb kurz Erleichterung sich breitmachte. Nur um dann in Wut umzuschlagen. Ich stellte mich wieder richtig hin, eine Hand auf der Schulter meiner Schwester. "Dass das so ist, war pures Glück! Wie konnten sie nur zulassen, ein kleines Mädchen auf so ein ängstliches Vieh zu setzen in verbindung mit diesem schwarzen Monster! Da müssen sie sich gar nicht mit Angeboten einschleimen!, fluchte ich wütend und Jesse fing an, an mir zu zerren. "Chace!",beschwerte sie sich, schniefte aber immer noch. Der Hofinhaber versuchte irgendetwas zu beteuern, aber ich hörte gar nicht zu. "Sie sind ein dilettanter Idiot. Das macht es nicht ungeschehen! Was haben Sie hier für ein inkompetentes Team?! Was hätten Sie gemacht, wäre was passiert?! Ich will das Geld zurück!", schnauzte ich ihn weiter an und ließ mich nicht von seinen Beschwichtigungen nicht beeindrucken, nahm nur das Geld zurück, dass er mir zögernd entgegenstreckte. Auch juckte mich nicht, dass er ihr kostenloses Reiten anbot. "Schieben Sie sich Ihr Angebot sonstwo hin! Das war das letzte mal, dass meine Schwester hier war!", setzte ich fest, woraufhin meine Schwester nur wieder anfing zu heulen. "Das ist unfair! Ich habe keine Angst. Ich will wieder kommen!", jammerte sie. Ich war zu wütend um sie zu beruhigen. "Nein! Es ist gefährlich und ich will dich nicht im Krankenhaus wiederfinden. Du wirst dich nie wieder auf ein Pferd setzen und damit basta. Das kannst du machen, wenn die selbst Verantwortung trägst. Ich werde mir das nicht mit angucken!", erklärte ich ihr etwas zu hart. Jesse sah mich verheult an, aber in ihrem Blick stand Wut. "Das ist so scheiße von dir! Das ist unfair. Du hast mir gar nichts zu sagen!", schrie sie mich an, schluchzte dabei. "So lange ich auch Verantwortung trage, habe ich dir sehr wohl was zu sagen. Und ich verbiete es dir ein für alle mal. Ich habe letztes Mal schon gesagt, dass das eine letzte Chance wird. Die ist verspielt. Du wirst dich nicht mehr auf so ein Biest setzen", herrschte ich sie an. Sie stampfte wütend auf, die Hände zu Fäusten geballt. "Du bist so scheiße! Ich hasse dich! Ich will dich nicht als Bruder.Ronnie ist eine bessere Schwester!", schrie sie, ehe sie komplett aufgelöst zum Stall lief. Betroffen, aber immer noch wütend stand ich da und sah ihr nach. Der Hund winselte leicht zu meiner Seite, der Hofbesitzer und der Reitlehrer sahen mich betreten an, aber auch sie waren wütend. Freundlich war ich ja nicht gewesen. "Schönen Tag noch", meinte ich also bissig, ging Richtung Auto. Der Hund wollte mir folgen, aber ich starrte ihn nur drohend an und er blieb unterwürfig stehen. Da das Auto abgeschlossen war, wie ich feststellen musste, als ich am Griff zerrte, trat ich wütend einen Kieselstein weg, lehnte mich gegen das Auto und wartete. Ich sollte vielleicht wieder mit meiner Schwester sprechen, aber ich wollte nicht einknicken. Sie würde sich nicht mehr auf ein Pferd setzen. Ich würde ihr nicht alles auf dem Silbertablett servieren, sonst wurde sie noch wie Ronnie, dieses scheiß Biest, das von meiner Schwester leider so verehrt wurde. Die würde sich wieder ins Fäustchen lachen. Gott, diese Welt konnte mich mal kreuzweise.


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#90

RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 08.03.2015 19:18
von Alex • Senior Member | 5.811 Beiträge | 1036624 Punkte

Nach dem meiner Meinung nach unnötigen Ausraster von Chace und der Aufgelöstheit von Jesse hatte ich noch einige Minuten im Stall gebraucht, um die Kleine zu beruhigen. Dies war bedauerlicherweise alles andere als einfach und seine Schwester lag mir weinerlich in den Ohren, zukünftig mit ihr ohne Chace's Wissen hier her zu kommen. Sie hatte schließlich das Angebot des Besitzers mitbekommen und konnte von selbst darauf kommen, dass ich nun oft hier sein würde. Ich seufzte leise und wartete im Auto auf die Prinzessin, welche noch im Stall mit der Stute schmuste. Noch bevor Chace zu dem Wagen seiner Eltern stieß, war ich allerdings schon wieder ausgestiegen und hatte das Auto abgesperrt. Irgendwie machte ich mir Sorgen um das kleine Mädchen, welches erbarmungslos und ohne Stop heulte. Nachdenklich machte ich mich auf den Weg zurück im Stall und fand Jesse in der Box der Stute wieder. Seufzend öffnete ich die Schiebetür und ging neben Jesse in die Hocke. "Jetzt komm doch endlich zum Auto, Jesse. Du kannst doch nicht hier bleiben. Was soll ich denn deinen Eltern sagen?", fragte ich vorsichtig und lächelte aufmunternd. "Soll der Doofmann denen doch erklären wo ich bin und wieso. Ich hasse ihn so, Ronnie.", stieß Jesse wütend hervor und ich verdrehte die Augen. "Dein Bruder hat sich einfach wahnsinnig erschrocken. Du hättest vom Pferd fallen und dir ernsthaft wehtun können, Liebes.", verteidigte ich doch tatsächlich den jungen Mann und bekam dafür ein verächtliches Schnauben seiner Schwester. "Ach Jesse. Jetzt beruhig dich doch erstmal und komm wie eine Erwachsene mit nach Hause. Dein Bruder kann dir doch letztendlich nichts verbieten. Nur deine Eltern. Und ich glaube nicht, dass die seiner Meinung sind.", murmelte ich und zog das Mädchen auf die Beine. Jesse schenkte mir kurz ein unglückliches Lächeln während ich sie sanft am Arm hinter mir herzog. "Aber was ist wenn nicht?", dachte sie laut nach und ich rollte mit den Augen. "Pass auf, Prinzessin. Ich habe selbst vier ältere Brüder. Du weißt, wie es mit einem ist, nicht?", fing ich schmunzelnd an und lachte etwas. "Dann stell dir doch mal vor wie es wäre, wenn du auf einmal vier von denen hättest.", fügte ich amüsiert hinzu und beobachtete ihren geschockten Gesichtsausdruck. "Och ne. Da reicht mir einer.", beschloss Jesse mit ernster Stimme und schien noch immer sehr sauer auf ihren großen Bruder zu sein. Ein wenig überfordert hob ich die Kleine hoch und stellte fest, dass ein Mädchen ihres Alters doch schon einiges wog. "Jetzt zieh nicht so ein Gesicht, bitte.", bat ich sie ächzend und entdeckte Chace, welcher mittlerweile wohl schon länger am Auto wartete. "Große Brüder sind nunmal etwas nervig und wollen ihre Prinzessin immer vor allem beschützen. So ist das einfach. Du kannst es nicht ändern. Außerdem ist es immer noch besser als wenn er sich gar nicht für dich interessiert.", erklärte ich schulterzuckend und erreichte endlich das Auto. Allerdings klammerte sich Jesse wie ein Affe an mir fest und wollte einfach nicht loslassen. Ich stöhnte leise und musste feststellen, dass sie ihren großen Bruder keines Blickes würdigte. "Glaub mir, Liebes...Spätestens wenn das erste Arschloch dir dein Herz bricht, bist du mehr als nur froh einen starken, großen Bruder zu haben.", meinte ich lachend und die Kleine zuckte mit den Schultern. "Dann habe ich dich. Du bist viel stärker als er. Und notfalls fragen wir deine Brüder. Die sind sicher netter.", beharrte Jesse auf ihrer momentanen Abneigung und ich sah Chace etwas flehend an. "Ich war so oft sauer auf meine Brüder und habe sie auch mal vor ein paar Jahren wochenlang nicht beachtet, nachdem sie irgendetwas gemacht haben. Inzwischen weiß ich nichtmal mehr, was damals war. Streit gehört dazu und große Brüder wollen einfach nicht wahrnehmen, dass ihr kleines Mädchen größer und größer wird und auf einmal einen Jungen mit heim bringt und sich abends sonst wo rumtreibt. So ist das nunmal. Mein Brüder haben mich sogar verfolgt als ich angefangen habe, feiern zu gehen. Ich weiß noch, dass ich einmal mit 15 auf einer Hausparty war. Naja. Da habe ich natürlich getrunken und viel mit Jungs geredet. Auf einmal tauchten meine Brüder auf und ich fand das damals so peinlich. Also find dich damit ab. Letztendlich will Chace nur dein Bestes, meine Kleine.", erzählte ich leise und musste feststellen, dass sie mich noch immer nicht loslassen wollte. "Du sollst mit mir hinten sitzen, Ronnie.", bat sie mich mit großen Augen und ich sah nachdenklich zu ihrem Bruder. "Wie geht es deiner Schulter? Kannst du fahren?", erkundigte ich mich vorsichtig und lächelte zaghaft. Wenigstens bedanken könnte sich Chace doch. Schließlich war ich es gewissen, die seine Schwester gerettet hatte. Aber sollte er nur weiterhin sauer sein, war nicht mein Problem.


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#91

RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 18.03.2015 01:19
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Ja, vielleicht hatte ich etwas überreagiert, zumal ich mal wusste, dass ich selbst Schuld daran war. Nur weil ich mich mal wieder gegen die Idee, mit Ronnie klar zu kommen, entschieden hatte, verursachte ich gleich so etwas. Aber Veronica war genau so Schuld daran. Ich hatte versucht nett zu sein, ich hatte Verständnis gehabt für sie und ein wenig Mitgefühl. Hätten wir es dabei belassen, dass wir uns gegenseitig versuchten zu verstehen, hätten wir vielleicht gut zusammen auskommen können, aber wir waren ja so Spezialisten, die zu doof dafür waren, das auch nur einen Tag hinzubekommen. Wie schwer konnte es eigentlich sein, ein normales Gespräch zu führen ohne Vorwürfe, aber auch ohne sich gegenseitig aufzugeilen. Hatten wir nicht mal vorgehabt, das sein zu lassen? Hatte nicht besonders lang gehalten, nicht mal bis zum Kino, es hatte ja davor schon wieder angefangen und dass ich dann nach dem Kinobesuch, wo sie mich so angemacht hatte, mir was zu vögeln suchte und dabei nicht klar nachdachte, war doch fast klar gewesen. Und sie machte ein riesiges Drama daraus, mischte sich ein, wo ich das alleine mit Jesse hätte klären können. Ich brauchte sie nicht, damit sie mich bevormundete. Und schon gar nicht, damit sie mich schlug und mir vorhielt, dass sie alles in meinem Leben zerstörte, indem sie mir aus Rache alles wegnahm. Sie war doch nur eifersüchtig. Darauf, dass ich Sex gehabt hatte - nicht mit ihr - und das nachdem sie mich angemacht hatte. Sie war sicher neidisch darauf, dass ich eine kleine Schwester hatte, etwas, was sie nie haben konnte. Und dazu hatte ich auch immer noch meine Mutter, eine warmherzige, gütige Person, die alles bemutterte, was unter ihre Fittiche kam. Und da Ronnie mich ja sowieso nicht mochte, hatte sie perfekte Gründe, um mir all das weg zu nehmen, was sie nicht hatte und vielleicht vermisste. Das war von Grund auf einfach nur armselig. Und bemitleidenswert, wenn es nicht gerade mich betreffen würde. Ich hatte keine Nerven dazu, keine Geduld. Wäre ich normal, wäre das vielleicht was anderes. Aber als Werwolf rissen mir einfach zu schnell die Geduldsfäden und ich bekam schon fast eine Krise bei einem falschen Ort. Und sie drang ohne zu fragen auf mehreren Ebenen in mein Revier ein. Reell gesehen in mein Gebiet, dazu noch in meine Familie, in meinen Freundeskreis und beleidigte mich persönlich. Hätte sie mich am Morgen nicht zusammengefaltet, hätte es den Unfall nicht gegeben. Ich wäre nicht so schnell ausgetickt, hätte es nicht darauf angelegt, der Kleinen wehzutun und sei es nur indirekt indem ich mal manipulierte, wo sie das doch auch so gerne tat. Ja, ich hatte damit leider meine Schwester in Gefahr gebracht und ja, auch zuvor war das mit der Blonden nicht gerade das beste gewesen, sie mit nach Hause zu nehmen. Und jetzt saß der Schock zu tief und der Stolz zu hoch, als dass ich mich dafür entschuldigen würde, dass ich ihr jetzt das Reiten verbot. Ich wollte nicht, dass sie sich den Hals brach. Und ich wollte auch nicht, dass sie so viel Zeit mit Ronnie verbrachte.
Während ich am Auto wartete, legte sich meine Anspannung nur langsam. Ich war mehr als wütend. Auf mich selbst, auf Veronica und auch auf meine kleine Schwester, dass sie so ausflippte. Ich war wütend auf den Hofbesitzer, auf meine Eltern für ihre Entscheidung für Veronica als Au Pair und besonders auf diesen Werwolf, der mich vor drei Jahren gebissen hatte. Ich verfluchte es oft genug, auch wenn es mich stark gemacht hatte. Ich sah gut aus, war nicht mehr der Schlaks von damals, ich hatte geschärfte Sinne und sonstige körperliche Vorteile. Aber es bot eben auch jene Nachteile, die jetzt dafür sorgten, dass meine Familie sich von mir abwandte - oder war doch das Gegenteil der Fall? In einer Mischung aus Frust, Wut und Trübsal starrte ich in die Gegend, wartete bis ich endlich Jesses und Veronicas Stimmen vernahm. Hätten sie auch nur ein paar Momente noch gezögert, hätte ich meinen Frust am Auto abgebaut und mindestens diesen blöden Außenspiegel abgetreten. Ich zwang mich, ein paar Augenblicke noch zu warten, bevor ich meinen Blick ihnen zuwendete. Es wäre auffällig gewesen, hätte ich gezeigt, dass ich sie sofort bemerkt hatte. Ein wenig skeptisch musterte ich, wie Ronnie Jesse trug und sah sie spöttisch an, weil Jesse sie ja gar nicht mehr loslassen wollte. Auch wenn es mich gleichzeitig verletzte, dass Jesse mich nicht einmal ansah. Vielleicht war es aber auch besser so, ich wüsste nicht, wie ich reagierte. Mit zusammengepressten Kiefer wandte ich meinen Blick ab, als Jesse vor meiner Nase betonte, wie viel lieber sie doch Ronnie oder ihre Brüder hätte. Ich dachte wieder an das, was Ronnie am Morgen zu mir gesagt hatte. Vielleicht sollte ich mich einfach geschlagen geben und ihr wirklich das Feld überlassen. Ronnie schaffte es sogar mit Freundlichkeit noch mehr Salz in die Wunden zu streuen, versuchte mich doch fast zu verteidigen durch ihre Erfahrungen. Sollte ich mich jetzt auch noch bedanken. Verbittert schüttelte ich kaum merklich den Kopf, hielt einfach den Mund. Ich wollte keinen Streit mehr, es würde sonst wirklich noch eskalieren. Stumm und ausdruckslos musterte ich Ronnies Blick, als Jesse sie bat, zu ihr nach hinten zu kommen, statt zu fahren.
"Passt schon, kann ich machen", murmelte ich schließlich bei ihrer Frage und schenkte ihr nur einen kurzen Blick ohne Ausdruck, bei ihrem Lächeln hob ich nur kurz die Mundwinkel, auch wenn man sah, dass kein Gefühl darin lag, ehe ich mir die Schlüssel geben ließ und den Wagen aufschloss. Seufzend ließ ich mich hinter das Lenkrad sinken, wartete, bis die beiden Mädels eingestiegen und angeschnallt waren, ehe ich den Motor startete und uns von diesem mir verhassten Hof brachte. Ich hatte mir das Fahren schlimmer vorgestellt, aber eigentlich schränkte der Verband und der ziepende Faden mich mehr ein, als die Verletzung. Ich würde garantiert keine Woche warten, bis ich selbst den Faden zog. Als würde ich dafür nochmal ins Krankenhaus zurückkehren. Auch wenn ich gerne mal einen OP-Saal verunreinigen würde mit der kleinen Blondine. Durch meinen Frust war meine Fahrweise ein wenig rüpelhaft, aber mir war das ziemlich egal. Ich wollte nur nach Hause und meine Ruhe haben, vielleicht eine ordentliche Runde in den Wald gehen. Und erst einmal müsste ich nur wahrscheinlich an meinen Eltern vorbei. Nach drinnen. Und wenn ich raus wollte, wahrscheinlich wieder. Aber ich brauchte ja nicht einmal eine Ausrede. In den Shorts ging ich immer nur laufen und Blondchen wollte heute wahrscheinlich sowieso erst einmal Ruhe haben um sich ein wenig zu regenerieren. Ich war vielleicht ein wenig hart zu - und auch in - ihr gewesen. Und im Notfall würde ich eben aus meinem Fenster springen. Dass es in der oberen Etage war, konnte mir fast egal sein. Einfach ein bisschen vorsichtig sein, abrollen und selbst wenn ich mir etwas stauchte oder prellte, so war das schneller weg als die übliche nervige Dauer. Als ich den Wagen parkte, sah ich kurz ein wenig unruhig in den Rückspiegel um Jesse oder Ronnie anzusehen, wusste aber nichts zu sagen, weshalb ich einfach ausstieg. Ich beeilte mich, als erster das Haus zu betreten. Geruch vom frischen Kaffee kam uns entgegen, meine Eltern saßen in der Küche und unterbrachen ihr Gespräch, als sie unsere Schritte hörten. "Schon zurück?", fragte mein Vater überrascht, der sich normaler Weise auch darüber ausließ, wie viel Zeit man doch in einem Stall verbringen konnte. Seufzend kam ich in die Küche, lehnte mich gegen die Anrichte. "Jesses Pferd ist durchgedreht, sie ist fast runtergefallen. Es gab Streit mit dem Hofbesitzer und ich will nicht, dass sich Jesse je wieder auf so ein Biest setzt", meinte ich nachdrücklich. Rein ins Drama, der Tag war sowieso gelaufen und ich wappnete mich innerlich gegen das kommende Gespräch. Ich würde alles darauf verwetten, dass letzte Nacht auch Thema wurde, sobald Jesse ihren Frust irgendwie ablassen würde.


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#92

RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 07.04.2015 21:58
von Alex • Senior Member | 5.811 Beiträge | 1036624 Punkte

Chace schien wohl nun wirklich sehr sauer auf mich zu sein. Zumindest bedeuteten seine Blicke nichts gutes. Seufzend stieg ich einfach mit der Kleinen auf die Rückbank und setzte mich selbst auf den Sitz in der Mitte damit sich Jesse an mir anlehnen konnte. Auf der Heimfahrt wurde kein einziges Wort gesprochen und irgendwann war nur noch der gleichmäßige Atem der schlafenden Kleinen zu hören. Ich lächelte zaghaft und sah Chace überrascht nach als dieser einfach nach dem parken das Auto verließ und ins Haus hechtete. Ächzend schälte ich mich also an Jesse vorbei aus dem Wagen, schnallte die Kleine vorsichtig ab und hob sie schwer atmend hoch. Wenig wog das Mädchen nun wirklich nicht und eigentlich sollte auch der Bruder diese Aufgabe übernehmen. Doch ich ging stark davon aus, dass Jesse gerade rein gar nichts mit Chace zu tun haben wollte. Schweigend lief ich also ebenfalls im Haus, schlüpfte im Flur kurz aus den dreckigen Reitschuhen und stellte sie vorsorglich vor die Haustür damit der Stallgeruch nicht im ganzen Haus lag. Dadurch wurde ich noch kurz Zeugin des Gesprächs. Allerdings wollte ich mich zumindest jetzt nicht einmischen. Also trug ich einfach Jesse nach oben in ihr Zimmer, legte sie in ihr Bett und zog ihr dann zumindest die stinkenden Klamotten aus, welche ich in ihren Wäschekorb warf. Fürsorglich deckte ich die Kleine noch zu, drückte ihr einen Kuss auf die Wange und schlenderte dann selbst nervlich am Ende in mein Zimmer. Müde quälte ich mich ebenfalls aus den Reitklamotten, verließ den Raum wieder und verfrachtete die Wäsche direkt in die Waschmaschine. Daraufhin führte mein Weg mich ins Bad. Dort unterzog ich mich einer knappen fünfminütigen Dusche, föhnte meine Haare nur kurz trocken und band sie mir dann nach oben. Noch während ich im Handtuch gehüllt im Bad stand, klingelte mein Handy. Die Melodie hörte ich von meinem Zimmer bis ins Bad. Hastig räumte ich noch die Sachen weg und stürzte dann in mein Zimmer. In der letzten Sekunde konnte ich den Anruf noch annehmen. "Hallo?", fragte ich verwirrt, da die Nummer mir unbekannt war. "Hey Ronnie. Hier ist Chris. Du erinnerst dich?", ertönte eine tiefe männliche Stimme und ich lächelte erfreut. "Klar. Hey.", begrüßte ich den jungen Mann und lauschte seinen Worten. Zehn Minuten später war ich auch schon wieder geschminkt und angezogen. Eilig stürmte ich die Treppe nach unten und streckte meinen Kopf ins Wohnzimmer. Dort diskutierte Chace noch immer mit seinen Eltern, welche seine Wut nicht verstanden und Jesse weiterhin reiten lassen wollten. "Ehm..entschuldigt die Störung. Aber ich gehe aus. Ich weiß noch nicht wann ich zurückkomme. Falls ich woanders schlafe, werde ich trotzdem pünktlich zurück sein um Jesse für die Schule fertig zu machen.", versprach ich lächelnd und ignorierte den jungen Mann gekonnt. Wahrscheinlich konnte er sich denken mit wem ich ausging und bei wem ich eventuell die Nacht verbrachte. "Klar, kein Problem. Du kannst auch gerne morgen ausschlafen und Jesse erst mittags übernehmen, Liebes. Ich habe morgen frei.", antwortete Chace's Mutter glücklich und sah mich zufrieden an. Anscheinend mochte mich hier wirklich jeder außer Chace. Ich schenkte seinen Eltern ein herzliches Lächeln und schlüpfte dann auch schon in meine Stiefel. Im Türrahmen der Haustür konnte ich noch die Stimme von Chace's Vater hören. "Wir haben mit Ronnie echt Glück gehabt. Sie ist so ein tolles Mädel. Nicht wahr, Chace?", erkundigte er sich bei seinem Sohn und ich seufzte deprimiert. Man machte es Chace leider nicht einfach. Ich wollte seine Antwort eigentlich gar nicht hören, weswegen ich sehr schnell das Haus verließ und auch schon von einem parkenden Wagen erwartet wurde. Lächelnd stieg ich ein und begrüßte Chris mit zwei Küsschen auf die Wangen. "Auf was hast du Lust, Ronnie?", erkundigte sich der Polizist lächelnd und ich zuckte mit den Schultern. "Ich hatte nen scheiß Tag. Also kann mir wohl alles meine Laune versüßen.", stellte ich fest und erzählte nach seiner Nachfrage von dem Unglück. Auch Chris konnte seinen Kollegen nicht wirklich verstehen. Wir entschieden uns dann für ein italienisches Restaurant, in welchem wir auch gut gelaunt mit einem Gläschen Wein den Abend verbrachten. Chris übernahm natürlich gentlemanlike die Rechnung und als er mich bat noch mit zu ihm zu kommen, konnte ich nicht nein sagen. Trotzdem lief in dieser Nacht rein gar nichts zwischen uns beiden. Wir sahen uns nur eine DVD an, unterhielten uns danach und er überließ mir dann sein Bett. Irgendwie war ich ganz froh darüber, dass Chris noch nicht versuchte sich mir richtig anzunähern. Es war lediglich zu einem kleinen Kuss gekommen als ich mich ins Schlafzimmer verzogen hatte. Am nächsten Morgen musste Chris natürlich in die Arbeit und auf sein Angebot ihn zu begleiten ging ich nur gerne ein. So trafen wir also gemeinsam um kurz vor acht im Präsidium ein. Ich hoffte nur, Chace nicht zu begegnen. Lächelnd schlürfte ich meinen Coffee To Go und folgte Chris in ein kleines Büro. Dort ließ ich mich zufrieden gegenüber von seinem Platz fallen und sah mich ein wenig um. "Als Vorwarnung: Ich teile mir das Büro mit Chace und mit einer jungen Dame.", warnte mich Chris dann auch schon vor und ich seufzte. "Na super.", kommentierte ich es grummelnd. "Magst du mir helfen? Du meintest doch, dass du so ein kleines Superhirn bist. Du kannst gerne ein paar Tabellen überprüfen und neu berechnen.", schlug Chris vor und ich nickte. Grinsend winkte er mich also zu sich auf die Seite, holte mir einen Stuhl und erklärte mir kurz am Laptop die Arbeitsschritte. Schnell hatte ich es verstanden und arbeitete dann konzentriert vor mich hin, nicht ohne mit dem jungen Mann gut gelaunt zu reden.


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RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 08.04.2015 01:24
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Dass das Schniefen auf der Rücksitzbank irgendwann weniger wurde, entspannte mich doch ein wenig. Ich hasste es, der Schuldige zu sein und hätte sie sich durchgängig bei Ronnie beklagt oder hätte mich immerzu böse angestarrt, dann wäre ich durchgedreht. Kleine Schwestern waren anstrengend, viel zu sehr. In Verbindung mit einer Tusse, die alles tat, um mir eins reinzuwürgen, unerträglich. Aber wenigstens die Fahrt verlief ganz okay, wo doch alles andere total scheiße lief. Auch wenn Ronnie und ich unseren Waffenstillstand scheinbar wieder abgelegt hatten. Es war eigentlich mehr als ärgerlich und schade. Ich könnte sie verstehen, mit ihr umgehen, wenn sie sich nicht so benehmen würde. Sie war eine kleine Schlampe mit Aufmerksamkeitsstörung. Alles wollte sie haben. Meins, meins, meins. Immerzu. Alle lieben mich, mich, mich - ich konnte es nicht mehr hören. Wir könnten miteinander auskommen, wenn sie von dem Trip mal runter kommen würde und mir nicht alles nehmen wollte. Ich mein, was sollte das? Warum tat sie das? Nur weil ich nicht so ein Arschkriecher war und sie so vollgeschleimt hatte, dass sie im Haus im Schleim schwimmen konnte? Sorry. Nein. Irgendwann öffnete ich das Fenster einen Spalt, lief frische Luft herein, weil beide Mädchen nach Adrenalingetränktem Pferdeschweiß rochen und je mehr der Geruch sich in der Luft löste, desto mehr kam mein Jagdinstinkt wieder zum Vorschein. Der Fahrtwind beruhigte mich ein wenig und leider erfüllte ich total das Klischee. Wenn ich meinen Kopf zur Seite in den Wind hätte neigen können, hätte ich es getan. Nur nicht wie ein Hund mit heraushängender Zunge. Ich genoss den Wind aufgrund der Geschwindigkeit, dem Gefühl der Unendlichkeit und Schwerelosigkeit. Nicht, weil ich mich abkühlen und Gerüche aufnehmen wollte. Langsam entspannte ich meinen Griff ums Lenkrad, lockerte ein wenig meine verletzte Schulter. Dennoch war ich immer noch innerlich angespannt, gepackt von Schuldgefühlen, Wut auf mich selbst und Veronica. Ich wollte hier raus aus diesem verdammten Auto, wollte weg aus dieser verfluchten Stadt. Was sollte ich noch hier, dieses Mädchen machte doch alles kaputt.
Aus dem Grund verließ ich sofort das Auto, ging direkt zu meinen Eltern und wartete nicht damit, ihnen zu erklären, warum wir nicht lange weg waren und wieso ich nicht mehr wollte, dass Jesse ritt. Ich merkte, wie ich auf Granit stieß, weil sie Jesse doch selbst entscheiden lassen wollten, aber ich wollte das nicht. Vielleicht auch nur, damit sie nicht mehr so viel Zeit mit Veronica verbrachte. Diese doofe Kuh konnte auch gut alleine zum Pferd fahren und fallen. Wenn es aus Versehen in ein anderes Universum war, von dem sie nicht mehr hier her gelangte, würde mich das nicht gerade stören. Damit sie mir nicht wieder zuvorkommen und mich in die Pfanne hauen konnte, sprach ich selbst mit meinen Eltern. Wo sie doch ständig mit sowas drohte, diese Petze. Dass sie sich nicht einmal einmischte, überraschte mich, aber es war auch besser so. Ich hatte keine Lust noch mit ihr zu diskutieren. Doch sie tauchte einmal auf. Mein Blick schnellte mahnend zu ihr, kalt und undurchdringlich. Doch sie meldete sich nur ab und ich schüttelte darüber nur den Kopf. Kleine Schlampe. Ja, ich konnte mir denken, zu wem sie ging und es gefiel mir nicht. Wirklich nicht. Warum konnte ich nicht sagen. Vielleicht, weil es einfach ein weiterer Schritt war, mich zu verdrängen. Die Störung ließ aber wenigstens die Diskussion ein wenig unter den Tisch fallen. Dafür waren meine Eltern wieder so erfreut wegen Veronica. Bei der Frage, ob wir nicht so Glück mit ihr hätten, schüttelte ich einfach nur den Kopf und stand auf. "Ich geh eine Runde raus"; grummelte ich nur, ehe ich auch wirklich das Haus verließ. Ich wollte nicht mehr hier rum sitzen. Zu sehr regte es mich auf, wie alle Ronnie vergötterten. Den ganzen Nachmittag ließ ich mich nicht zuhause blicken, verbrachte den Tag im Wald mit Marcus, der frei hatte. Er hatte sich meine Schulter noch einmal angeschaut, immerhin kannte er sich auch aus und er war der Meinung, dass es schnell wieder heilen würde. Und dass die Fäden bald raus konnten, sollten sie anfangen zu jucken. Bevor ich daran herum kratzte, war das nämlich die bessere Möglichkeit. Jedenfalls war ich erst zum Abendessen wieder zuhause, gesellte mich dazu und musste mit der Ignoranz von Jesse leben. Sie war immer noch beleidigt und auch noch bockig, weil Ronnie nicht da war. Ganz toll. Nach dem Essen spielte ich noch ein wenig Gitarre, übte ein paar Akkorde, ehe ich irgendwann schlafen wollte, da ich am nächsten Tag zur Arbeit wollte. Ich konnte vielleicht nicht so viel praktisches machen, aber das Büro hatte auch immer neue Aufgaben parat.
Müde und zerschlagen machte ich mich am nächsten Morgen zur Arbeit auf. Ich hatte schlecht geschlafen, weil es langsam auf Vollmond zu ging. Meine Schulter musste unbedingt wieder halbwegs heil sein, auch innerlich, vor Vollmond. Die drei Nächte um Vollmond würde ich nämlich laufen, ich würde unterwegs sein und das auf vier Pfoten. Der Drang, sich zu verwandeln, war nämlich so unbeschreiblich und quälend, dass man sich lieber verwandelte. Aber jede Verletzung tat dabei noch mehr weh und da sie mich nicht daran hindern würde, konnte ich nur hoffen, dass es danach wenigstens erträglich war und nicht wie jetzt. Jetzt juckte der Verband und die Naht und ich konnte nicht schlafen. Meine Laune war deshalb auch nicht so toll. Ronnie war zwar nicht da, aber das machte es irgendwie auch nicht besser. War ich eifersüchtig? Eigentlich ja nicht. Nur weil ich sie mögen könnte, tat ich es ja nicht. Immerhin war sie scheiße zu mir ohne Grund. Und dazu kam doch, dass ich das Blondchen hatte. Außer letzte Nacht. Vielleicht würde ich sie aber diese wieder nehmen. Am Morgen konnte ich nur davon träumen, musste mich aber nur mit der Vorstellung begnügen und trank mindestens drei Kaffees bis ich endlich halbwegs wach war. Jesse wollte immer noch nicht mit mir reden, was schon wunderlich war, da sie sonst nie so lange nicht mit mir redete. Deprimiert und immer noch gereizt machte ich mich auf den Weg zur Arbeit, parkte meinen Wagen und ging erst zum Chef um ihm zu erklären, dass ich ein paar wenige Tage meine Schulter nicht so belasten konnte. Ich zog dafür als Ausrede heran, dass ich durch einen Sturz eine leichte Überdehnung in einem Band hatte und das ein wenig kurieren musste. Das wäre wenigstens etwas, was zeitlich hin kam. Eine tiefe Fleischwunde, die schon schnell wieder heil war, konnte ich wohl kaum als Beispiel heran ziehen. Schließlich ging ich dann ins Büro, erstarrte schon in der Tür. Veronica saß da, werkelte über Statistiken. "Guten Morgen", meinte ich mit einer leicht sarkastischen Note, ehe ich mich an meinen Platz begab und die Akten heran zog, die dort warteten. Ich hatte ein paar Berichterstattungen abzuliefern und einzutragen im System. Ich war also mindestens den halben Tag hier und ich betete, dass Ronnie nicht so lange hier blieb oder zumindest nicht so herum schleimte und turtelte, dass ich irgendwann einen Brechreiz bekommen würde. Und ich konnte nur beten, dass sie nicht jeden auf ihre Seite zog und gegen mich aufbrachte. Ich wollte wenigstens noch arbeiten können ohne Wut und Stress.


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RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 08.04.2015 02:01
von Alex • Senior Member | 5.811 Beiträge | 1036624 Punkte

Als die Tür geöffnet wurde, erhob ich meinen Blick nur langsam um einige Millimeter. Ich hätte diese männliche, viel zu erotische Stimme aus tausenden erkannt. Chri begrüßte seinen Arbeitskollegen mit einem einfachen Nicken. Irgendwie schien ich den jungen Mann verärgert zu haben mit meinen Erzählungen. Ein wenig unsicher schenkte ich Chace ein relatives warmes Lächeln. "Wie geht es deiner Schulter?", erkundigte ich mich vorsichtig und schielte in Chris' Richtung. Dieser schenkte mir nur überraschte Blicke und entschuldigte sich für wenige Minuten. Nachdem er das Büro verlassen hatte und die Tür ins Schloss gefallen war, erhob ich mich vorsichtig und dribbelte um den großen Schreibtisch herum. Ich trug eine einfache Leggings, ein hellblaues Top und darüber einen Pulli von Chris. Meine Haare waren zu einem unordentlichen Dutt geformt und Make-Up trug ich heute nicht einmal eine winzige Menge. Nachdenklich blieb ich vor dem Fenster stehen und öffnete es. Interessiert beobachtete ich das Treiben auf den Bürgersteigen und lächelte in mich hinein als ein Polizist sich mit einem kleinen Mädchen wegen einem Lolli stritt. Ich ging stark davon aus, dass es sich bei dem Kind um die Tochter oder eine andere Verwandte handelte. "Hat sich Jesse mittlerweile beruhigt?", fragte ich leise und drehte mich nun doch dem jungen Mann zu. Gestern war die Kleine ja wirklich sehr traurig und wütend gewesen. "Sie hat mir heute Früh eine SMS geschrieben. In ihrem Alter wusste ich noch nicht einmal was ein sogenanntes Mobiltelefon ist.", erzählte ich lachend. Ja, ich war gut gelaunt. Und auch Chace sollte mir das nicht zerstören. "Sie hat ganz stolz geschrieben, dass Mama und Papa ihr weiterhin das Reiten erlauben und das...", ich stoppte abrupt und seufzte. "Ich zitiere: Blöd-Chace sie mal am Arsch lecken kann.", beendete ich die Erzählung wenig begeistert. "Kinder werden immer früher reifer.", beschwerte ich mich und in dem Moment kam auch Chris zurück. Lächelnd schenkte er mir einen warmen Blick und deutete auf den Schreibtisch. "Los, arbeiten. Du bist hier nicht zum Spaß.", scherzte er und ich salutierte. "Jawohl, Sir.", meinte ich mit kräftiger Stimme und bewegte mich zurück an meinen Platz. "Sag mal, Ronnie..wieso machst du eigentlich diese Au-Pair-Sache?", erkundigte sich Chris nachdenklich und sah mich eindringlich an. Verwirrt zuckte ich mit den Schultern und tippte einige Zahlen am Computer ein. "Naja. Hauptsächlich weil meine Brüder inzwischen alle ihr eigenes Leben irgendwo auf der Welt führen, mein Dad in ein kaltes Land musste und ich als Minderjährige ja schlecht alleine wohnen konnte. Also habe ich mich für den Job beworben und kam hier her.", erzählte ich lächelnd. "Ach ja, von deinen Brüdern hast du erzählt. Sei froh, dass ich noch mit dir rede. Normalerweise sind große Brüder ein No-Go. Was ist mit deiner Mum? Kannst du nicht bei ihr leben?", erkundigte sich der Polizist verwirrt und ich schluckte nervös. "Sie...meine Mutter kam bei einem Unfall ums Leben als ich zwei Jahre alt war. Ich erinnere mich nicht daran. Mein Vater meint, ich sei dabei gewesen. Doch bis heute hat mir niemand erzählt was genau passiert ist...", erklärte ich dann mit gedämpfter Stimme und erntete von Chris mitleidige Blicke und eine gestotterte Entschuldigung. "Nicht schlimm. Ich rede gerne über sie, auch wenn es mir schwer fällt. Ohne Bilder würde ich mich nicht einmal an ihr Aussehen erinnern. Ich weiß nur noch, dass sie mir zum einschlafen immer irgendein Lied vorgesungen hat in unserer...Familiensprache.", erzählte ich weiter und wischte mir vorsichtig die aufkommenden Tränen aus den Augen. Zärtlich legte sich eine große Hand auf meinen Rücken und streichelte ihn vorsichtig. Ich lächelte ein wenig und zuckte mit den Schultern. "Ich bin es nicht anders gewöhnt, auch wenn ich manchmal gerne eine Mutter hätte. Mit Männern will Frau eben auch nicht über alles reden. Am schlimmsten sind einfach die Leute, die mich irgendwie mit meiner Mutter aufziehen oder es schlecht machen.", erklärte ich und es war ganz eindeutig ein Seitenhieb in Richtung Chace. Chris nickte verständnisvoll und widmete sich dann wieder widerwillig seiner Arbeit. Ich saß jedoch erst einmal mehr als zehn Minuten regungslos da und starrte abwesend aus dem Fenster.


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#95

RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 09.04.2015 02:33
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Dass sich Veronica irgendwelche Gedanken über mich und meine Stimme machte, bemerkte ich kaum. Es hätte mir vielleicht einen kurzen Kick für die gute Laune gegeben, die mir seit gestern fehlte. Wobei sie in letzter Zeit häufiger Weise mal eine Auszeit nahm und mich mit meiner Wut und meinem Blutdurst alleine ließ, den Ronnie zum Teil in mir auslöste. Es wäre so viel leichte ohne sie zu leben und ich wollte dieses Zusammenleben nur zu gerne beenden, auch wenn ich sie nie töten wollte. Ich wollte nicht am Tod von jemandem verantwortlich sein, aber sie sollte verschwinden, sonst würde ich bald gehen. Ich hielt es nicht aus, mit ihr so viel Zeit zu verbringen oder eher mit ihr so viel Raum zu teilen. Ich sah sie ja nicht mal so oft. Bisher zumindest. Und jetzt auf einmal tauchte sie auch hier auf, auf meiner Arbeit. Sie schien es Ernst zu meinen, nahm mir alles. Sogar die Freude an der Gerechtigkeit und meinen einzigen Kumpel außerhalb des Rudels wollte sie mir nehmen. Dass meine Begrüßung nicht so gut gelaunt ausfiel, war ja wohl klar, aber ich war schon fast ein wenig überrascht von der Reaktion meines Kollegen. Normaler Weise störte er sich nicht an meiner gereizten Laune, die ich immer einmal im Monat rund um Vollmond hatte. Er scherzte dann immer, ob ich mal wieder meine Tage hätte oder war sonst relativ umgänglich. Ein stummes, kurzes Nicken, das war ungewöhnlich. Mein Blick fiel auf Ronnie und ich musterte sie im Wechsel mit Chris. Sie war also schon weit in ihrem Plan gekommen, mich zu vergraulen. Ich presste nur meine Kiefer zusammen, steuerte meinen Sitzplatz an, nur kurz aufgehalten, als Ronnie mich anlächelte. Es sah wärmer aus, als normal, auch ein wenig echter. Aber ich konnte es mir nicht vorstellen, dass sie es wirklich so meinte. Warum sonst war Chris so abweisend und besah mich so misstrauisch, als hätte ich etwas verbrochen. Bei ihrer Frage stoppte ich nun völlig, musterte sie irritiert. Seit wann interessierte es sie denn? Ich ließ meinen Blick über sie wandern, wie sie da saß in einem Männerpulli und Leggings. "Besser. Danke der Nachfrage", erwiderte ich ehrlich, schenkte ihr ein kurzes Lächeln, ehe ich mich an meinem Platz fallen ließ. Ein wenig verwundert sah ich dann meinem Kollegen nach, der sich entschuldigte und das Büro verließ. Er benahm sich wirklich merkwürdig. Kopfschüttelnd verkniff ich mir die Frage, was sie mit ihm angestellt hatte und sortierte die Mappen nach Aufgaben, legte den einen Stapel beiseite und ließ den anderen bei mir liegen, während ich den Computer startete. Während ich wartete, bis das Betriebssystem langsam aufwachte, beobachtete ich Ronnie, die nun am Fenster stand und den Hof beobachtete. Bei ihrer Frage seufzte ich leise. Also bohrte sie doch lieber wieder in wunden Stellen herum. "Nein. Sie missachtet mich und hat rumgenörgelt, weil du nicht da warst", meinte ich leise, zog Mauspad und Tastatur näher zu mir und gab das Passwort ein, ehe ich sie wieder ansah, weil sie sich mir nun zuwandte. Ihre gute Laune entging mir nicht und ich konnte mir gut vorstellen, dass sie sich hatte flachlegen lassen. Ich würde es ihr zumindest gut zutrauen, so erkaufte sie sich sicherlich schneller Chris' Meinung auf ihrer Seite. Ich rieb mir kurz über die Augen, störte mich ungemein an dieser Vorstellung ohne jeden Grund und ihre Worte machten es nicht viel besser. "Wenn sie dir doch geschrieben hat, warum fragst du dann?", fragte ich müde, das Thema einfach leidig. Wollte sie mich einfach doch nur mürbe machen? Eigentlich klang sie dafür zu ruhig, nicht so spöttisch wie sonst. Und auch klang es nicht begeistert, dass Kinder ja etwas frühreifer waren. Als Chris wiederkam und sie zurück an die Arbeit schickte, wandte ich mich auch meiner Arbeit wieder zu um alles zu archivieren.
Kurz blickte ich auf, als Chris nachhakte wegen ihres Au-Pair-Jahres und klinkte mich aus. Ich hörte halbherzig zu, zeigte aber keine Reaktion. Ich hatte das Gefühl, er führte das Gespräch bewusst vor meiner Nase. Scheinbar waren sie gestern zu beschäftigt gewesen um sowas zu besprechen. Ich horchte erst auf, als er so doof war, nach ihrer Mutter zu fragen. Sie hatte sie doch nun bewusst nicht genannt, obwohl sie zu allen anderen noch was gesagt hatte. Dass da etwas nicht stimmte, war doch irgendwie klar. Aber nein, er fragte nach. Ich konnte sehen, wie sie sich ein wenig versteifte, hörte an ihrer Stimme, dass es sie noch immer bedrückte. Es war etwas, was mir leid tat. Im Wald hatte sie mir von ihrem Leben erzählt, von dem was ihr fehlte und was sie vermisste und ich hätte es ihr nicht gewünscht, auch wenn ich sie nicht mochte. Bei ihren weiteren Ausführungen verdrehte ich die Augen. Nicht wegen ihrer Worte, sondern weil er sie gleich betatschte. Gut, er wollte sie nur trösten, aber trotzdem störte es mich. Ihre letzte Aussage ging klar gegen mich, das wusste ich. Mein Gott, wenn sie mich so provozierte, dann konnte mir sowas auch mal rausrutschen. Es war ja nicht so, als würde es mir nicht leid tun, trotzdem glaubte ich zwischendurch immer noch, dass sie ein wenig zu verhätschelt durch Männerliebe war und zu wenig von fraulicher Seite mitbekommen hatte und mir das weg nehmen wollte, was sie nicht haben konnte. Das war ja nicht die Schuld ihrer Mutter. Geräuschvoll ließ ich die bearbeitete Akte in ihrer Ablage fallen. Die paar Minuten Stille waren der Himmel, auch wenn sie irgendwie unangenehm waren. Ich arbeitete einfach meine Akten ab, erfasste hier etwas und schrieb dort einen Bericht. Unsere Kollegin kam schließlich auch mal, bereits ausgerüstet mit Schutzweste. "Sorry Jungs, euer morgendlicher Kaffee fällt aus", meinte sie, als sie in den Raum trat und den Klett der Weste enger zog. Dann erst sah sie auf und erblickte Ronnie. Kurz sah sie sie überrascht an, ehe sie ihr die Hand reichte. "Mal weiblicher Besuch, wie schön. Dann ist ja doch gut, dass ich keinen Kaffee dabei habe, so gehst du nicht alleine leer aus", meinte sie grinsend. "Ich bin Evelyn und pass auf diese beiden Chaoten auf", meinte sie mit einem Zwinkern. Sie war eine sehr selbstbewusste Frau. Wir drei waren in etwa die jüngsten des Reviers im Büro. In der praktischen Ausbildung hatten wir mehrere Leute, aber sie kamen von anderen Revieren zu den Übungen und Lehrstunden her, die normale Ausbildung hatten sie jeweils woanders. Chris war gerade durch mit seiner, war fest angestellt. Evelyn war schon etwas länger hier, war aber auch 'erst' Ende zwanzig und wirklich etwas wie eine Aufpasserin. Sie war sehr selbstbewusst, energiegeladen und einfach sympathisch, trotz recht markanter Gesichtszüge, die mit dem strengen Zopf auch genügend Respekteinflößend sein konnten um mit Kleinverbrechern umzugehen, mit denen wir uns bisher nur befassten. Die harten Fälle wurden dann doch eher von den älteren übernommen. "So. Jedenfalls gibt es laut Insider ein Bandentreffen. Wir sollen als Verstärkung mit, falls es ausartet oder wir mehr fassen können, als wir Hände haben", meinte sie, ging zu ihrem Schreibtisch, wo sie ein weiteres Paar Handschellen bereit hielt. Teaser und Pistole waren bereits an ihrer Stelle. Auch ich schloss die vorliegende Akte, sperrte den Computer und schnappte mir die Handschellen aus meinem Schreibtisch, stand dann auf. "Na-ah Kleiner, du darfst nur mitkommen zum Beobachten und Protokollieren. Und du kannst auf Veronica aufpassen", meinte sie mit erhobenem Zeigefinger. Chris stand ebenfalls auf, ganz geschäftig und kündigte an, sich eben auszurüsten, strich Ronnie noch kurz über den Rücken. Meine Handschellen steckte ich in der Zeit trotzdem ein, man wusste ja nie. "Na dann kommt", wies sie uns beide an. Ich wusste nicht, ob es mir gefallen sollte, dass Ronnie mit zu einem Einsatz kam. Natürlich war es blöd, sie hier alleine zu lassen und ich musste nun mal mit um mich zu langweilen. Deprimiert schritt ich also hinter Evelyn her, passte auf, dass Ronnie uns folgte. Schließlich kamen wir zur Tiefgarage, wo sich die Leute sammelten. Unser Chef wies die Leute ein in Teams ein, kam dann noch eben zu Ronnie und mir. "Ihr beide werdet heute mal die Perspektive eines Gefangenen haben. Die Einsatzwagen sind hinten sicherer. Ich hoffe ihr versteht euch", meinte mein Chef, blickte zwischen uns hin und her. Immerhin hatte er das Drama mit uns beiden miterlebt. "Ich denke das bekommen wir hin", meinte ich schlicht, nahm dann ein Funkgerät und Notizblock entgegen. Ich durfte Gespräche verfolgen und protokollieren. Ganz tolle Aufgabe, am besten, wenn etwas schief lief und ich nicht helfen konnte. Ich stieg dann hinten in einen Einsatzwagen und schnallte mich an, wartete ab, bis Chris fertig war mit Held spielen oder was auch immer er mit Ronnie besprach und vorne endlich die Kollegen einstiegen und wir losfuhren. Wir näherten uns schnell dem früheren Industriegebiet, das langsam nur durch neue Wohnkomplexe ersetzt wurde. Schön war die Gegend nicht und zum Glück ein Stück weiter von unserem Viertel entfernt. Ich hätte nicht so gerne das Ghetto vor meiner Haustür. Die Türen des Wagens verriegelten sich von innen, waren eigentlich kugelsicher und auch die Scheiben waren zumindest etwas sicherer als normales Fensterglas. Seufzend trug ich schon mal zusammen, wie die Teams verteilt waren, Einsatzort, Datum und worum es ging. Als wir schließlich hielten und sich alle für den Einsatz bereit machten und sich besprachen und wir einfach eingeschlossen im Auto bleiben mussten, wandte ich mich Ronnie zu. "Wie kommt es, dass alle dich so lieben? Chris läuft dir ja nach, als wärst du sein Seelenheil. Bist du so eine Granate im Bett, hm? Schon erstaunlich wenn man beim eigentlich erstem Date gleich über Nacht bleibt und einen Mann so glücklich macht und dann noch den Tag danach mit ihm verbringt. So funktioniert weder ein One-Night-Stand, noch ist das ein guter Start für eine Beziehung", sprach ich schließlich meine Gedanken aus. Vielleicht war ich ein wenig bissiger als gedacht, aber eigentlich wollte ich doch meinen, dass ich recht neutral klang. Es interessierte mich nur und ich wollte Chris davor bewahren, sollte sie sein Herz brechen, weil sie ihm mehr oder weniger eine Beziehung vorgaukeln wollte und er nicht der Typ für so eine halbe Beziehung war. "Erstaunlich, dass er sich mit dir eingelassen hat. Er ist sonst sehr gesetzestreu und immerhin bist du noch nicht einmal 18 und er ist 21. Es grenzt schon an Kindesmissbrauch", überlegte ich, dabei sollte es mich gar nicht kümmern. Solange es einvernehmlich war, war es doch deren Sache. Da scherte sich kaum jemand drum, außer vielleicht ihr kranker Ex-Freund.


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#96

RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 09.04.2015 16:38
von Alex • Senior Member | 5.811 Beiträge | 1036624 Punkte

Nachdenklich warf ich Chace einen kurzen Blick zu. "Wieso ich frage? Es ist eine Sache, jemanden etwas zu schreiben. Und somit ist es auch eine andere Sache, persönlich über etwas zu reden. Daher kann es gut sein, dass sie mir nur geschrieben hat, dass sie immer noch wütend ist. Ich meine, Jesse ist auch nur ein Mädchen. Und wir wissen beide, wie Mädchen ticken.", erklärte ich mit einem sanften Lächeln im Gesicht und zuckte etwas mit den Schultern. "Ich wollte mich einfach nur selbst versichern, dass zwischen euch beiden immer noch eisige Kälte herrscht. Damit ich zuhause dementsprechend handeln kann.", erklärte ich ruhig und lächelte erneut. Ich hatte wirklich sehr gute Laune, woher auch immer diese kam. Dann kam aber Chris zurück und das Gespräch zwischen mir und Chace wurde schlagartig beendet. Brav machte ich mich also wieder an die unbezahlte Arbeit und unterhielt mich dabei ein wenig mit dem jungen Mann. Als eine weitere Frau das Büro betrat, erhob ich mich unsicher. Die Frau wirkte älter und ich wusste nicht wie sie auf meine Anwesenheit reagieren würde. Doch ihre Worte besänftigten die aufkommende Unsicherheit sofort. "Kein Problem. Ich hätte auch ohne Kaffee überlebt.", erklärte ich und nickte etwas. "Ronnie.", stellte ich mich ebenfalls vor und musste lachen. "Ja, Chaoten trifft es wohl am besten.", murmelte ich leise und lauschte den Worten von Evelyn. Sie klärte die beiden jungen Männer über einen Einsatz auf und als sie dann meinte, ich sollte ebenfalls mitkommen, betrachtete ich die Polizistin argwöhnisch. "Wirklich?", fragte ich misstrauisch und sah zu Chace, welcher uns auch begleiten würde. Kopfschüttelnd ließ ich mir von Chris über den Rücken streicheln und sah ihm nach. "Mhm.", murmelte ich etwas überfordert und verschränkte die Arme vor der Brust. Schweigend stolzierte ich also hinter Evelyn und Chace her. Vor der Tiefgarage traf ich wieder auf Chris, welcher in seiner Schutzausrüstung noch viel besser aussah. Ich musterte ihn interessiert und schenkte ihm ein warmes Lächeln. Dann tauchte auch der Chef der Wache auf. Ich kannte ihn ja bereits. "Perspektive eines Gefangenen reicht mir völlig aus. Mir liegt noch etwas an meinem Leben.", stellte ich schmunzelnd fest und nickte dann etwas. "Natürlich verstehen wir uns, da müssen Sie sich keine Sorgen machen.", versicherte ich dem Polizisten mit einem unschuldigen Lächeln. Bevor ich in den hinteren Teil des Wagens stieg, unterhielt ich mich noch einmal kurz mit meiner Eroberung. Chris drückte mir einen sanften Kuss auf die Stirn und schickte mich dann mit einem Klaps auf den Arsch zu dem Polizeiwagen. Lachend ließ ich mich auf die Rückbank fallen und warf Chace einen kurzen Blick zu. Als die Polizeikolonie in der Nähe des Einsatzorts anhielt und sämtliche Personen sich zu einer Besprechungen zusammenfanden, blieben Chace und ich alleine in dem verriegelten Auto zurück. Ziemlich flott begann der junge Mann dann auch mit einem Gespräch. Amüsiert drehte ich den Kopf in seine Richtung und strich mir eine braune Haarsträhne aus dem Gesicht. "Wie kommst du darauf? Du klingst so als würde die gesamte Menschheit auf mich abfahren. Das stimmt doch gar nicht. Ich lerne fremde Leute einfach leicht kennen. Auch wenn du es vielleicht nicht so siehst, bin ich halt ein freundlicher Mensch und eine gute Freundin. Außerdem gibt es eben wirklich auch Menschen, die mich nicht mögen. Du bist doch das beste Beispiel dafür, Chace. Ich bin seit dem Tod meiner Mutter viel durch die Welt gekommen. 15 Jahre lang haben wir maximal ein paar Monate an einem Ort gewohnt. Ich bin vielen Menschen begegnet. Habe Freunde und Feinde gefunden. So ist das. Vielleicht wirkt es auf dich nur so als würde jeder mich vergöttern, weil du mich so sehr hasst und alles andere als übertrieben abstempelst.", erzählte ich mit ruhiger Stimme und lächelte zaghaft. Als Chace auch noch seinen Kollegen ins Spiel brachte, schlug ich mir lachend die Hände vors Gesicht. "Bitte? Was denkst du denn bitte?", fragte ich entsetzt und sah den jungen Mann kopfschüttelnd an. "Chris und ich verstehen uns einfach nur super. Ich habe mir ja nicht gezielt deinen Kollegen ausgesucht. Wir haben uns in einer Bar kennengelernt und erst im Laufe des Gesprächs bemerkt, wer wir sind.", klärte ich den angehenden Polizisten beschwichtigend an. "Oder denkst du, ich habe mich absichtlich an Chris gehängt?", fragte ich etwas überrascht. "Und für wen hälst du mich? Ich steige nicht nach dem ersten Date mit nem Kerl ins Bett. Das bei uns war anders. Wir waren beide mehr als nur dicht. Und haben nur rumgemacht. Was übrigens sehr geil war. Schade, dass du dich nicht daran erinnerst.", murmelte ich grinsend und dachte an unsere erste 'gemeinsame' Nacht, welche nun schon einige Wochen zurücklag. "Ich bin zwar über Nacht geblieben, aber er hat auf seiner Couch und ich in seinem Bett geschlafen. Auch wenn ich nicht weiß, was dich das angeht.", meinte ich kopfschüttelnd. "Ein One-Night-Stand war es also schon mal wirklich nicht. Und darf ich nicht mal ein paar Dates haben? Ich saß jahrelang bei meinem Freund...", ich stoppte kurz nachdenklich. "Wahrscheinlich jetzt Exfreund...im goldenen Käfig. Jetzt bin ich single. Auch wenn er sicher noch einmal auftauchen wird. Ich weiß auch nicht wie sich die Sache mit Chris entwickelt. Ich mag ihn sehr und er ist von mir auch angetan. Aber vielleicht wird es auch nur eine gute Freundschaft.", meinte ich gelassen. "Ich spiele bei Chris mit offenen Karten. Er weiß, dass ich eben erst eine Trennung erlebt habe und vorerst auch keine Beziehung eingehen will. Wir haben es besprochen und er war einverstanden. Du musst dir also keine Sorgen machen, dass die böse Ronnie dem armen Chris das Herzlein bricht.", versicherte ich dem jungen Mann. "Mit mir eingelassen hat? Ist es für dich so erstaunlich, dass mich Leute mögen?", warf ich ihm nun doch etwas genervt vor und zuckte mit den Schultern. "Alter spielt doch keine Rolle. Ich habe viele Freunde, die schon näher an den 30 als an den 20 sind. Und Jungs sind in der Entwicklung eh immer zwei Jahre hinterher. Und Kindesmissbrauch? Ist das dein Ernst? Er macht doch nichts.", meinte ich empört. "Aber jetzt bin ich dran mit fragen.", stellte ich nüchtern fest und lächelte leicht. "Wieso interessiert dich das alles so sehr?", fragte ich vorsichtig und sah Chace schon fast verunsichert an. "Ich meine, du würdest mich am liebsten in ein anderes Universum schießen. Da kann es dir doch egal sein.", erklärte ich meine Zweifel und sah an Chace vorbei aus dem Fenster.


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RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 10.04.2015 04:14
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Zugegeben machten Ronnies Ausführungen doch tatsächlich Sinn und boten mir irgendwie somit keinen Grund sie dafür zu hassen. Natürlich könnte ich es als provozierend werten, dass sie meinte, dass ich wissen sollte, wie Mädchen doch tickten und dass sie ja passend reagieren wollte, wenn zuhause immer noch der Konflikt im Raum stand, aber ich sah es einfach mal als verständnisvoll und ernstgemeint an, auch wenn es vielleicht nicht nur zu meinem Vorteil war. Das sollte ich aber auch nicht erwarten, konnte froh sein, dass sie überhaupt mal halbwegs vernünftig mit mir sprach und mir nicht einfach nur gönnte, dass meine Schwester mich nun richtig hasste. Sofern man das als richtigen Hass werten wollte, denn es würde sich auch irgendwann klären. Mädchen wechselten doch öfter mal ihr Hobby und wurden auch langsam erwachsener. Sie würde mir schon irgendwann verzeihen und sei es nur, wenn ich ihr doch einen Reitgutschein zum Geburtstag schenkte. Meine Eltern hatten es mir geraten und ich verdiente genug Geld um ihr eine Mehrfachkarte zu kaufen. Ich musste dafür allerdings noch einmal zum Hof fahren und mich entschuldigen, da ich den Hofbesitzer ziemlich angeschnauzt hatte und einen eher schlechten Eindruck hinterlassen hatte. Aber ich konnte sicherlich einmal charmant sein und zum Arschkriecher mutieren und sie wären zufrieden, sobald ich mit dem Geld wedelte. Darauf kam es doch nur an, Geld. Kurz erwiderte ich ehrlich ihr Lächeln, bevor wir ja unterbrochen wurden und Schweigen über das Büro einbrach, ehe die beiden sich unterhielten und ich außen vor blieb und einfach meinen Aufgaben nachging. Zumindest bis Evelyn kam und scheinbar bei Ronnie für ein wenig Verwirrung sorgte mit ihrer lockeren Art und ihrer Entscheidung sie einfach mal mitzunehmen. Vielleicht kam es etwas komisch, aber wenn das ganze Revier unterwegs war, wer kümmerte sich sonst um sie. Es war eigentlich auch eher ein Angebot, das sie ausschlagen könnte, auch wenn ich dann auch hier bleiben würde. "Wenn dir das zu gefährlich erscheint, dann bleiben wir hier", bot ich ernst an. Ich wollte nicht mit einem hysterischem Weib zusammen im Auto sitzen, das konnte ich nicht wirklich gebrauchen, besonders wegen des baldigen Vollmondes und der verriegelten Fensterscheiben. Ich wollte nicht die geballte Ladung von Pheromonen abbekommen und das irgendwie überstehen müssen ohne durchzudrehen. Das unschuldige Lächeln, dass sie meinem Chef schenkte, während sie sagte, dass wir uns schon verstehen würde, machte mich fast ein wenig misstrauisch, auch wenn es eigentlich weniger aufgesetzt aussah als so manch anderes Lächeln von ihr. Ich wollte aber auch einfach mal hoffen, dass wir wenigstens halbwegs auskamen. Streit wäre gerade nicht gut und wir hatten schon so viel gestritten. Sie wirkte ein wenig entspannter als sonst und auch wenn mir der Gedanke nicht gefiel, dass sie mit Chris gevögelt haben könnte, dann freute es mich wenigstens, sollte ich deshalb weniger Probleme mit ihr haben. Auch wenn sie ja nun auch meine berufliche Ebene angriff. Überall war sie und ich, ein Revierverteidiger, musste darunter leiden, mich anpassen und zurückziehen. Ich konnte ihr ja kaum erklären, warum es so gefährlich war, was sie da fabrizierte. Angewidert betrachtete ich, wie Chris ihr auf den Arsch schlug und die Stirn küsste, als er sich von ihr verabschiedete und nahm mir fest vor, das Blondchen wieder aufzusuchen. Ich brauchte auch jemanden zum flachlegen und das Blondchen ließ sich auch gerne beherrschen und duldete meine Dominanz, so musste ich mir nicht immer eine neue suchen und hoffen, dass die Mädels damit locker klar kamen. Mit Blümchensex konnte ich nämlich nicht sehr viel anfangen. Langsamer, gefühlvoller Sex war zwar auch mal was schönes, aber nicht mit einem One-Night-Stand. Bevor ich dazu aber weitere Überlegungen anstellte, sprach ich doch lieber mit Ronnie, auch wenn es irgendwie auf das Thema hinaus lief. "Ich zähle ja wohl kaum, wenn ich der einzige bin", warf ich schmunzelnd ein, als sie meinte, es gäbe ja auch Menschen, die sie nicht mochten. Immerhin verkniff ich es mir, zu kommentieren, wie freundlich sie doch war. So freundlich war sie nicht. Hatte sie schon vergessen, was sie mir angetan hatte mit der verdammten Schwangerschaftssache. Das war nämlich nicht ein Stück freundlich gewesen. Als sie erklärte, dass es mir alles vielleicht nur so vorkam, weil ich sie so hasste, neigte ich mit einem Schmunzeln den Kopf leicht schräg. Hasste ich sie wirklich so sehr? Ich hatte meine Schwierigkeiten mit ihr, aber ich wusste doch, dass ich sie auch mögen könnte. Vielleicht war es einfach nur wegen meinem Dickkopf und als Selbstschutz. Ich wollte keine fremden Leute so dicht bei mir, ich war ein Werwolf, da war das nicht so leicht. "Eigentlich hasse ich dich gar nicht so sehr, wie es aussieht, glaube ich", gestand ich ihr mal zu, aber ich würde die ganzen Umstände nicht erklären. Einen gewaltigen Teil Hass hatte ich auch verloren, als sie mir im Wald von sich erzählt hatte. "Oh und eh... das mit deiner Mum tut mir leid. Auch der Spruch von letztens. Das war unangebracht", meinte ich ein wenig abwesend, kritzelte Notizen zur Teameinteilung was Türen und Orte anbelangte, was leise aus dem Funkgerät ertönte. Bei ihrem Lachen hob ich irritiert den Blick. Ich hatte ausgesprochen, was ich gedacht hatte. Dass sie mit ihm im Bett war. So entspannt wie sie war und wie er an ihr hing, es musste echt gut gewesen sein. Bei ihrer Erklärung, wie sie ihn kennengelernt hatte, grinste ich leicht, zuckte mit den Schultern. "Du hast es mir vorher angedroht, was sollte ich mir sonst denken", rechtfertigte ich mich, horchte immer mal wieder aufs Funkgerät und war froh, selbst bei Frequenzsstörungen mehr zu hören durch mein feines Gehör, auch wenn das Rauschen zwischendurch zum Teil sehr unangenehm war. Als sie auf unser Rumgemache zu sprechen kam, legte ich kurz den Stift beiseite und sah sie nachdenklich an. "Stimmt, ich weiß das leider nicht mehr so wirklich..", brummelte ich und suchte nach Erinnerungen, aber es waren so wenige Fetzen, dass es nicht sehr viel aussagte. Dabei wüsste ich zu gerne, wie es war, vor allem weil wir nackt aufgewacht waren. Ich hatte sie inzwischen zwar nochmal nackt gesehen, aber ich hatte sie sicher auch angefasst und verdammt nochmal das wusste ich nicht mehr. Während ich so grübelte, krakelte ich noch etwas herum, überhörte einfach die Aussage, dass es mich nichts anging. Das mochte stimmen, aber ich war nun mal interessiert in ihrem Weg, der ja irgendwie alles bereit hielt und mein Kollege war mir auch nicht unwichtig. Leise seufzte ich. "Natürlich darfst du Dates haben, aber verletz ihn nicht, ich will nicht den Kummerkasten danach spielen", meinte ich bei ihren beschwichtigenden Worten mit einem halben Schmunzeln. "Ich weiß nicht. Wahrscheinlich nicht, wenn man es richtig anfängt", wich ich aus, auf die Frage hin, ob es so merkwürdig wäre, dass Leute sie mochten. Ich könnte sie mögen, wenn wir uns unter anderen Umständen kennen gelernt hätten und sie nicht bei uns wohnen würde. Das war das größte Problem, auch wenn man meinen könnte, dass es sich gelegt hätte, das hatte es nie. Bei ihrer Empörung verdrehte ich die Augen. "Meine Güte, nimm es doch nicht so ernst. Ich meinte ja nur, wie es in der Theorie ist, an die er sich sonst immer hält. Dass das kaum Unterschied ist, weiß ich auch", versuchte ich die Schuld wieder von mir zu weisen, hatte keine Lust aufgrund dummer Worte wieder der böse Kerl zu sein, der nur nervte. Ich spielte ein wenig am Funkgerät herum, als würde ich es lauter brauchen um zu verstehen, was vor sich ging, als sie mir androhte, Fragen stellen zu wollen, schrieb auf, wie der Einsatz bisher still verlief, wie viel Bandenmitglieder sie sahen, was an Waffen im Spiel war. Bei ihrer Frage überlegte ich. Ja, warum interessierte es mich denn so sehr? Ich sah Ronnie nachdenklich an, suchte nach einer passenden Antwort, während sie ihre Zweifel erklärte. "Ich weiß nicht. Hab die letzte Beziehung von Chris mitbekommen und er ist ein Kumpel. Ich will nicht, dass er verletzt wird", meinte ich grübelnd, zuckte kurz zusammen, als auf einmal ins Funkgerät gebrüllt wurde. Das Drama um Polizei, Stehen Bleiben, Hände Hoch und Haftbefehle gingen los, ich versuchte alles so weit mitzuschreiben, wie dort Namen identifiziert wurden. "Außerdem..", setzte ich schließlich an, hob aber dann nur geschäftig den Blick, als von einem Flüchtigen geredet wurde. Ich hob das Funkgerät, drückte die Taste zum Senden. "Hier Chace von der Vorderstraße. Flüchtiger gesichtet, sucht scheinbar Fluchtwagen", sagte ich klar und deutlich, schnallte mich langsam ab um beweglicher zu sein, setzte mich angespannt anders hin um mich etwas hinterm Vordersitz zu verbergen, tippte Ronnie an, sich ebenfalls klein zu machen. Ich beobachtete unruhig den Kerl, hörte, dass jemand kommen wollte. "Scheiße. Hat uns gesehen! Bewaffnet", gab ich noch weiter ins Funkgerät, als der Mann auf den Wagen zutrat und eine Pistole hervorzog und auf uns richtete. Ich scherte mich nicht weiter um den Papirkram, zog Ronnies Kopf runter und versuchte sie so gut es ging zu decken, als auch schon der erste Schuss erklang. Lautstark prallte er an der Karosserie ab, der nächste brachte die Scheibe zum Klirren, blieb aber stecken und die Scheibe blieb ganz durch speziellen Splitterschutz. Ein weiterer schlug in die Tür ein. "Sei deinem Feind immer näher als deinem Freund", murmelte ich zur Vollendung meiner Rechtfertigung, wenn auch ganz unpassend, während weitere Schüsse abgefeuert wurden.


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RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 11.04.2015 22:42
von Alex • Senior Member | 5.811 Beiträge | 1036624 Punkte

Anscheinend hatte ich Chace ausnahmsweise mal überzeugen können. Ich verdrehte also nur die Augen und zuckte mit den Schultern. "Du bist aber wie gesagt nicht die einzige Person, die mich nicht mag. Nur hier bist du ganz alleine mit deiner Meinung.", stellte ich daher trocken fest und zwinkerte dem jungen Mann kurz amüsiert zu. Als Chace meinte, dass er mich eigentlich gar nicht so sehr hasste, wurde ich stutzig und starrte ihn perplex an. "Entschuldige? Bist du krank? Hast du vielleicht durch den Wolfangriff Tollwut bekommen?", fragte ich vorsichtig und beugte mich kurz zu Chace, damit ich ihm meine Hand gegen die Stirn drücken konnte. Keine erhöhte Temperatur. Nur ziemlich heiß, aber das war bei dem jungen Mann merkwürdigerweise immer der Fall. Doch ich dachte nicht weiter großartig darüber nach, da Chace plötzlich auf meine Mutter zu sprechen kam. Kurz verschwand mein Lächeln aus dem Gesicht, da ich fest damit rechnete, erneut irgendetwas reingewürft zu bekommen. Doch tatsächlich entschuldigte sich der angehende Polizist bei mir. "Okay, irgendetwas stimmt bei dir wirklich nicht.", murmelte ich zutiefst schockiert und sah Chace fassungslos an. Was sollte ich darauf antworten? Schweigend nahm ich die Entschuldigung also nur mit einem Nicken an und seufzte leise. Mit den Augen beobachtete ich Chace bei seiner Arbeit, auch wenn es mich nicht wirklich interessierte. "Du soltlest dich nicht von mir nicht so einschüchtern lassen, Schätzchen.", stellte ich amüsiert fest. "Und so viel hast du in der Nacht auch nicht gemacht. Eigentlich hast du mich nur gefingert und ich habe dir am Anfang einen runtergeholt. Und als wir dann nackt waren, bist du einfach eingeschlafen.", erzählte ich vorwurfsvoll. "Echt merkwürdig. Ich hätte nie gedacht, dass du einfach so einpennst. Kurz vor dem eigentlichen Sex. Wobei ich auch eingeschlafen bin.", murmelte ich zutiefst bedrückt. Doch dann kam Chace auch schon wieder auf Chris zu sprechen, was mich mit den Augen rollen ließ. "Wieso sollte ich Chris verletzen?", fragte ich empört und schüttelte abwehrend den Kopf. "Glaub mir, ich wurde oft genug verletzt. Ich mache sowas nicht, weil ich genau weiß, wie es sich anfühlt.", erklärte ich ruhig. Doch dann fing der Ärger richtig an. Chace sprach in das Gerät und erzählte irgendetwas von einem Flüchtling. Verwirrt hob ich den Blick und starrte aus dem Fenster. Dort erkannte ich recht schnell eine männliche Gestalt. Nachdem Chace sich abgeschnallt hatte und sich nach unten beugte, tat ich es ihm automatisch gleich. Doch dann rief der junge Mann schon die nächsten Wörter in das Gerät. Chace reagierte natürlich sehr professionell und drückte sofort meinen Kopf nach unten. Auch wenn dieses nach unten Drücken so endete, dass ich mit meinem Mund in direkter Nähe zu seinem Hosenstall war. Ein wenig irritiert versuchte ich mich zu befreien, doch sein Griff war eisern. Als dann der erste Schuss erklang, stieß ich einen erschrockenen Schrei aus. Nichts geschah. Doch nur wenige Sekunden später blieb die zweite Kugel in der Scheibe stecken. Panisch krallte ich meine Fingernägel in den Stoff von Chace's Hose und traf dabei wohl auch die behaarte Haut. Geschockt und starr vor Angst wagte ich es nicht auch nur eine kleine Bewegung zu tätigen. Auch Chace's Rechtfertigung ließ mich ausnahmsweise mal nicht lachen. "Ich bin zu jung und zu schön um zu sterben.", jammerte ich wehleidig und drehte den Kopf zumindest so, dass ich erstens Luft bekam und zweitens zu dem jungen Mann nach oben sehen konnte. Zitternd drückte ich den Rest meines Körpers gegen den Sitz und teilweise auch gegen Chace. "Mach doch was, verdammt.", zischte ich aufgewühlt und überlegte wie sicher so ein Polizeiwagen war. Diese Überlegung formulierte ich direkt in eine wörtliche Rede um. "Chace?", flüsterte ich und musste mich räuspern. "Sind wir hier drinnen sicher?", murmelte ich panisch und der ganze Hass und Streit mit dem jungen Mann war vergessen. Als ein Gesicht am Fenster auftauchte und eine Hand versuchte die Tür zu öffnen, schrie ich erneut los. "Chace! Mach doch was!", schrie ich aufgebracht und starrte die Fratze ängstlich an. Der Mann sah mich lüstern an und versuchte weiterhin die Tür zu öffnen. "Chace! Du bist doch ein scheiß Bulle. Ich habe die Lüge nicht umsonst aufgeklärt.", beschwerte ich mich total neben der Spur und schlug die Hände vors Gesicht. "Ich schwöre dir, wenn mir hier etwas passiert, werden meine Brüder und mein Vater dich solange foltern, bis du um den Tod bettelst.", zischte ich mit Tränen in den Augen. Zu diesem Zeitpunkt konnte ja noch niemand ahnen, dass die Folterung nicht einmal so unrealistisch war.Anscheinend hatte ich Chace ausnahmsweise mal überzeugen können. Ich verdrehte also nur die Augen und zuckte mit den Schultern. "Du bist aber wie gesagt nicht die einzige Person, die mich nicht mag. Nur hier bist du ganz alleine mit deiner Meinung.", stellte ich daher trocken fest und zwinkerte dem jungen Mann kurz amüsiert zu. Als Chace meinte, dass er mich eigentlich gar nicht so sehr hasste, wurde ich stutzig und starrte ihn perplex an. "Entschuldige? Bist du krank? Hast du vielleicht durch den Wolfangriff Tollwut bekommen?", fragte ich vorsichtig und beugte mich kurz zu Chace, damit ich ihm meine Hand gegen die Stirn drücken konnte. Keine erhöhte Temperatur. Nur ziemlich heiß, aber das war bei dem jungen Mann merkwürdigerweise immer der Fall. Doch ich dachte nicht weiter großartig darüber nach, da Chace plötzlich auf meine Mutter zu sprechen kam. Kurz verschwand mein Lächeln aus dem Gesicht, da ich fest damit rechnete, erneut irgendetwas reingewürft zu bekommen. Doch tatsächlich entschuldigte sich der angehende Polizist bei mir. "Okay, irgendetwas stimmt bei dir wirklich nicht.", murmelte ich zutiefst schockiert und sah Chace fassungslos an. Was sollte ich darauf antworten? Schweigend nahm ich die Entschuldigung also nur mit einem Nicken an und seufzte leise. Mit den Augen beobachtete ich Chace bei seiner Arbeit, auch wenn es mich nicht wirklich interessierte. "Du soltlest dich nicht von mir nicht so einschüchtern lassen, Schätzchen.", stellte ich amüsiert fest. "Und so viel hast du in der Nacht auch nicht gemacht. Eigentlich hast du mich nur gefingert und ich habe dir am Anfang einen runtergeholt. Und als wir dann nackt waren, bist du einfach eingeschlafen.", erzählte ich vorwurfsvoll. "Echt merkwürdig. Ich hätte nie gedacht, dass du einfach so einpennst. Kurz vor dem eigentlichen Sex. Wobei ich auch eingeschlafen bin.", murmelte ich zutiefst bedrückt. Doch dann kam Chace auch schon wieder auf Chris zu sprechen, was mich mit den Augen rollen ließ. "Wieso sollte ich Chris verletzen?", fragte ich empört und schüttelte abwehrend den Kopf. "Glaub mir, ich wurde oft genug verletzt. Ich mache sowas nicht, weil ich genau weiß, wie es sich anfühlt.", erklärte ich ruhig. Doch dann fing der Ärger richtig an. Chace sprach in das Gerät und erzählte irgendetwas von einem Flüchtling. Verwirrt hob ich den Blick und starrte aus dem Fenster. Dort erkannte ich recht schnell eine männliche Gestalt. Nachdem Chace sich abgeschnallt hatte und sich nach unten beugte, tat ich es ihm automatisch gleich. Doch dann rief der junge Mann schon die nächsten Wörter in das Gerät. Chace reagierte natürlich sehr professionell und drückte sofort meinen Kopf nach unten. Auch wenn dieses nach unten Drücken so endete, dass ich mit meinem Mund in direkter Nähe zu seinem Hosenstall war. Ein wenig irritiert versuchte ich mich zu befreien, doch sein Griff war eisern. Als dann der erste Schuss erklang, stieß ich einen erschrockenen Schrei aus. Nichts geschah. Doch nur wenige Sekunden später blieb die zweite Kugel in der Scheibe stecken. Panisch krallte ich meine Fingernägel in den Stoff von Chace's Hose und traf dabei wohl auch die behaarte Haut. Geschockt und starr vor Angst wagte ich es nicht auch nur eine kleine Bewegung zu tätigen. Auch Chace's Rechtfertigung ließ mich ausnahmsweise mal nicht lachen. "Ich bin zu jung und zu schön um zu sterben.", jammerte ich wehleidig und drehte den Kopf zumindest so, dass ich erstens Luft bekam und zweitens zu dem jungen Mann nach oben sehen konnte. Zitternd drückte ich den Rest meines Körpers gegen den Sitz und teilweise auch gegen Chace. "Mach doch was, verdammt.", zischte ich aufgewühlt und überlegte wie sicher so ein Polizeiwagen war. Diese Überlegung formulierte ich direkt in eine wörtliche Rede um. "Chace?", flüsterte ich und musste mich räuspern. "Sind wir hier drinnen sicher?", murmelte ich panisch und der ganze Hass und Streit mit dem jungen Mann war vergessen. Als ein Gesicht am Fenster auftauchte und eine Hand versuchte die Tür zu öffnen, schrie ich erneut los. "Chace! Mach doch was!", schrie ich aufgebracht und starrte die Fratze ängstlich an. Der Mann sah mich lüstern an und versuchte weiterhin die Tür zu öffnen. "Chace! Du bist doch ein scheiß Bulle. Ich habe die Lüge nicht umsonst aufgeklärt.", beschwerte ich mich total neben der Spur und schlug die Hände vors Gesicht. "Ich schwöre dir, wenn mir hier etwas passiert, werden meine Brüder und mein Vater dich solange foltern, bis du um den Tod bettelst.", zischte ich mit Tränen in den Augen. Zu diesem Zeitpunkt konnte ja noch niemand ahnen, dass die Folterung nicht einmal so unrealistisch war.


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RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 13.04.2015 01:30
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Vielleicht verstand sie nicht, dass es für mich merkwürdig war zu hören, dass andere Leute sie hassen konnten. Ich hatte aber eben noch niemanden getroffen, der sie hasste. Und wie schon erläutert, ich könnte sie mögen, wenn sie mir nicht so nahe wäre. Ich wollte sie einfach nur auf Abstand halten, aber das konnte ich ihr ja wohl schlecht erklären. Na gut, sie war echt ätzend, wenn man sie irgendwie verärgerte - was ich scheinbar gut konnte - und konnte ein richtiges Biest sein. Okay, wenn ich genauer darüber nachdachte, war es doch ganz gut möglich sie nicht zu mögen. Sie war ein hinterhältiges Aas. Zu ihren Feinden. Ich könnte ihr nie vertrauen, weil ich so einen schlechten Start mit ihr gehabt hatte. Sie konnte genau so gut auch immer schön scheinheilig bleiben und mir dann wieder in den Rücken fallen. Woher sollte ich sicher sein? Also blieb ich bei diesem dummen Dazwischen. Ich könnte sie mögen, tat es nicht wirklich und klug schien mir das ganze auch nicht zu sein. Als sie das ganze hinterfragte auf diese ironische Art und Weise schmunzelte ich, ließ zu, dass sie mir einfach eine Hand an die Stirn legte. "Wahrscheinlich", meinte ich dann mit einem frechen Blick. Dass ihre Mutter Thema wurde, drückte natürlich die Stimmung etwas und ich konnte ihr ansehen, dass ihre Miene gefror. Es war eigentlich ziemlich krass, wie sehr das Thema sie mitnahm, obwohl es doch so lange her war, aber irgendwie konnte man es sich auch vorstellen. Es war immerhin ihre Mom gewesen und sie hatte sie nie wirklich kennengelernt und war doch alt genug gewesen um zu bemerken, dass etwas nicht stimmte, trotzdem zu jung um sich zu erinnern und das schmerzte wahrscheinlich auch. Sie schien dabei gewesen zu sein und wusste nichts. Diese Last musste groß sein. Zumal es wirklich was anderes war, nur mit Kerlen aufzuwachsen. Besonders als Mädchen war das nicht so einfach, konnte ich mir denken. Gott, irgendwas stimmte echt nicht mit mit. Seit wann interessierte mich denn ihr Schicksal und seit wann war ich auch noch einsichtig. Sie hatte recht, irgendetwas musste ich haben. Es lag wohl kaum an der Atmosphäre, die nun wirklich nicht so dramatisch war, dass ich mein letztes Gebet sprechen und letzte Konflikte beseitigen wollte.
Bei ihren Worten zu unserem kleinen Rummachen in der Nacht, wo wir beide komplett dicht waren, versuchte ich mich irgendwie noch auf meine Arbeit zu konzentrieren und nicht in den Vorstellungen zu versinken, wie sie ihre Hand um meinen Penis schloss und mir einen runterholte oder ich mit meinen Fingern in ihre empfindlichste Zone vordrang. Dieses Kopfkino sollte ich schnell wieder ablegen, es würde sowieso nicht wieder dazu kommen. Ein wenig beschämt war ich schon fast darüber, dass ich wohl eingepennt war. Wobei es vielleicht auch irgendwie besser so war. Hatte nur leider nichts an ihrer scheiß Lügengeschichte geändert. Aber das war ja zum Glück vorbei. "Noch schlimmer wäre doch wohl dabei gewesen, oder?", meinte ich schmunzelnd und war erleichtert, dass nicht nur ich so stockbesoffen gewesen war, dass ich einfach eingepennt war. Es war nur noch halb so peinlich durch ihr Geständnis. Beschwichtigend hob ich kurz die Hände, als sie sich aufregte, weil ich sie auf Chris ansprach. Ich wusste nun eben nicht, was sie nun wirklich vorhatte oder nicht. Ich konnte sie nicht einschätzen und sie hatte mir angedroht, mir überall Feindschaft entgegen zu bringen. Woher sollte ich also wissen, dass sie alles ernst meinte und nicht einfach praktisch nutzte um mich fertig zu machen. Ich hätte mich gerne noch gerechtfertigt, aber der Flüchtige kam uns da leider in die Quere. Es gefiel mir gar nicht, so einen Kerl hier auf der Straße zu sehen. Ich fragte mich, wie viele Leute da drin gewesen sein mussten, das niemand die Tür sichern konnte. Und da man mich eingesperrt hatte mit Ronnie und ich keine Waffe bei mir tragen durfte, weil ich die Prüfung noch nicht beendet hatte, weil es ja durch diese Lügengeschichte verzögert worden war, hätte ich sowieso nichts tun können. Ich konnte nur Bescheid geben und hoffen, dass der Kerl irgendwann aufgab, weil es dauern würde, bis er uns tot hatte und bis dahin konnten ihn andere schon fassen. Wie sie es empfand, dass ich sie runter drückte, war mir in dem Moment ziemlich egal. Ich wollte sie nur aus der Schusslinie bringen, auch wenn die Scheibe halten könnte. Ich beugte mich so über sie, dass ich versuchte, so viel von ihr abzudecken, wie es möglich war. Es war meine Aufgabe mich im Notfall zu opfern und auch wenn es Ronnie war, ich könnte mir nicht verzeihen, sollte sie sterben, nur weil ich mich zierte. Beim ersten Schuss zuckte ich zusammen, vielleicht auch, wegen dem für mich viel zu lautem Schrei. Als sie dann zukrallte mit ihren Fingern, biss ich die Zähne zusammen, versuchte irgendwie ihre Hand zu fassen um sie da weg zu bekommen. "Du wirst nicht sterben. Die Kollegen kommen sofort und es hält", versuchte ich sie zu beruhigen, strich ihr mit einer Hand über den Rücken während ich den Fremden fixierte. Bei ihrem Zischen schnaufte ich nur frustriert. Was sollte ich denn schon tun? Die Scheibe versuchen einzutreten um dadurch rauszuklettern und dem Kerl die Kehle mit bloßer Hand zu zerquetschen? Ich wäre tot, sobald die Scheibe weg wäre. Ich behielt es mir also vor, sie weiterhin schützend festzuhalten, ihr über den Rücken zu streichen und hörte auf das unruhige Rufen aus dem Funkgerät, das wegen einer kleinen Frequenzsstörung kaum zu verstehen war. Bei ihrer panischen Frage nickte ich leicht. "Ja, sind wir", sagte ich dann leise. Was sollte ich auch sonst sagen. Sollte ich sagen, dass ich mir auch nicht sicher war. Mein Herz raste, als der Kerl versuchte die Tür zu öffnen und ich konnte nichts tun. Ich versuchte ruhig zu atmen, versuchte mich zu kontrollieren, denn vor Anspannung drehte meine wölfische Seite ein wenig durch. "Was soll ich denn tun? Ich bin hier genau so eingesperrt wie du", fluchte ich, als sie sich beschwerte, dass sie die Lüge nicht umsonst aufgeklärt haben wollte. Bei ihrer Drohung lief es mir kalt den Rücken hinunter. Der Kerl hob die Waffe, wollte sie scheinbar als Kolben nutzen um die gerissene Scheibe einzubrechen. Ich blickte kurz zu Ronnie, aber sie hatte die Hände vors Gesicht geschlagen. Ich sah eine Möglichkeit, eine unsichere. Ich konnte damit auch einen riesigen Fehler begehen und das Risiko eingehen. Ich sollte es nicht tun. Aber ich tat es, konnte froh sein, dass ich mir so eine wahnsinnige Kontrolle antrainiert hatte. Ich konzentrierte mich, ließ dann eine lokale Verwandlung zu, sodass mein Gesicht wohl ziemlich unschön aussah, eine Mischung zwischen Wolf und Mensch, so wie man es gerne in schlechten Werwolf-Horrorstreifen sah. Ich bleckte meine scharfen Zähne, zwang mich, nicht zu knurren. Es tat auf jeden Fall seine Wirkung. Der Kerl blickte mich bleich an, stolperte zurück und fiel auf den Hintern. Schnell entwickelte ich die Verwandlung zurück, atmete tief durch. Es war schwierig eine Verwandlung zu stoppen, zu kontrollieren und wieder umzudrehen. Eine Verwandlung war untrainiert immer nur wie ein Lichtschalter, entweder war das Licht an oder aus. Mit dem Training war es anders, ich konnte es nach Belieben balancieren, aber das war anstrengend. Erleichtert seufzte ich dann, als draußen Stimmen laut wurden und auch im Funkgerät erklang, dass man ihn im Visier hatte. Ein Kollege näherte sich dem Mann, zwang ihn sich auf den Bauch zu legen und die Hände zu heben. Dann rasteten die Handschellen ein und die Gefahr war behoben. Erleichtert setzte ich mich wieder auf, lehnte mich zurück und schrieb unsauber mit leicht zittriger Schrift, was passiert war. Nur knapp, ich hatte keine Nerven gerade alles fein säuberlich zu rekonstruieren.


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#100

RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 28.04.2015 20:53
von Alex • Senior Member | 5.811 Beiträge | 1036624 Punkte

Chace's Abneigung mir gegenüber stimmte mich inzwischen tatsächlich nachdenklich. Für ihn war es einfach so, dass jeder hier mich liebte und nur er mich einfach nicht leiden konnte. Andersherum hätte mich das wohl ebenfalls ziemlich fertig gemacht. Doch woran lag diese Tatsache eigentlich? Natürlich gab es nach wie vor Menschen, die mit mir nichts anfangen konnten. Doch normalerweise kam jeder mit mir klar. Noch dazu hatte der junge Mann mich jetzt wieder dazu gebracht über den viel zu frühen Tod meiner geliebten Mutter nachzudenken. Normaler dachte ich tagsüber in der Öffentlichkeit nur sehr selten an sie. Ich hatte mir angewöhnt den Gedanken nur nachts im Bett alleine nachzugehen. Niemand sollte erahnen können wie sehr mich der Verlust meiner Mama noch immer mitnahm. Chace stand auf meiner imaginären Liste ganz oben und sollte auf keinen Fall zu viel von meiner zerbrechlichen Seite kennenlernen. "Naja immerhin erinnere ich mich noch an jede einzelne Sekunde. Im Gegensatz zu dir.", stellte ich belustigt zu dem Thema unserer gemeinsamen Nacht fest und zwinkerte dem angehenden Polizisten kurz zu. Doch dann war unser schönes Gespräch leider auch schon von diesem Typen unterbrochen worden und ich tat das, was wohl jedes Mädchen dieser Welt in dieser Situation getan hätte. Ich schrie, kreischte und drückte mich an Chace als wäre er mein persönlicher Bodyguard. Das ich ihm dabei die Haut blutig kratzte, war mir einfach scheißegal. "Stimmt. Die geilen, schönen Weiber sterben nie in Filmen.", stieß ich dann doch einmal hervor und klammerte mich verzweifelt an diesen Gedanken fest. Plötzlich richtete sich Chace unerwartet auf und ich kippte noch weiter mit den Kopf zwischen seine Beine. Interessante Position. Ich hatte einmal meinem Freund, Ex-Freund, was auch immer er ja nun war, während der Fahrt einen geblasen. Ich wollte nicht weiter daran denken und hob vorsichtig den Blick an. Chace's Gesicht sah ich nicht mehr doch im Fenster spiegelte sich einige schaurige Fratze. Ich zuckte zusammen und konnte nur noch sehen wie der Verbrecher zurückstolperte und fiel. "Was zur Hölle?", murmelte ich entsetzt und wurde kurz darauf auch schon von einem ziemlich besorgten Chris aus dem Wagen gezerrt. "Ronnie? Hörst du mich? Veronica?" Die Worte des jungen Mannes kamen zwar bei mir an doch merkwürdigerweise konnte ich sie einfach nicht ordnen. Ich starrte Chris also nur ausdruckslos an und ließ zu, dass er mich wie eine Feder hochhob und zu einem anderen Wagen trug. Dann verschwand Chris kurz zu seinem Boss und ich konnte nicht hören was die beiden besprachen. Nur die Lippenbewegungen gaben mir hin und wieder kleine Tipps. "Chace? Bringen Sie bitte das arme Mädel nach Hause. Sie wohnt doch sowieso bei Ihrer Familie.", wies der ältere Herr meinen Mitbewohner scharf an und deutete auf den freien Polizeiwagen, an welchem ich noch immer leichenblass und mit zittrigen Knien lehnte. "Nehmen Sie den Wagen und kommen einfach morgen damit zur Arbeit.", rief der Chef noch kurz und widmete sich anschließend bereits wieder seiner Arbeit. Chris verabschiedete mich hastig von mir und versprach sich zu melden. Ich torkelte wie eine Besoffene um die Motorhaube herum auf die Beifahrerseite und benötigte gefühlte zehn Stunden um die Tür zu öffnen. Tatsächlich waren es zwar nur 30 Sekunden gewesen doch normalerweise dauerte dieses Unterfangen deutlich kürzer. Mir war kotzübel und meine Umgebung drehte sich vor meinen Augen. Ich schloss diese doch es wurde nur noch schlimmer. Hatte ich heute früh überhaupt gefrühstückt? Ich konnte mich nicht mehr erinnern. Verzweifelt klammerte ich mich an dem Sitz fest und atmete tief ein und aus. Zu viel für mich.


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