#1

Start

in The dark part of us | Dodo & Alex 14.12.2014 16:54
von Alex • Senior Member | 5.811 Beiträge | 1036624 Punkte

Hier geht es los.



zuletzt bearbeitet 27.11.2018 10:48 | nach oben springen

#2

RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 14.12.2014 18:08
von Alex • Senior Member | 5.811 Beiträge | 1036624 Punkte

Mit den weißen Kopfhörern meines goldenen IPhone 5s, welches in einer schicken Hülle steckte, saß ich auf der Rückbank des schwarzen BMWs meines ältesten Bruders Alex, welcher ein angesehener Arzt in New York war. Außerdem saß auf dem Beifahrersitz der Zweitälteste aus der Familie Parrish. Sebastian war 24 und studierte in Deutschland Jura. Doch für mich war er vor wenigen Tagen nach New York gekommen. Ich rechnete ihm das hoch an, da es schließlich ein langer Flug war. Meine anderen beiden Brüder, welche ebenfalls älter als ich waren, hatten heute leider keine Zeit gefunden, mich in mein neues Zuhause zu begleiten. Ja, richtig gehört. Ich, Veronica Joyce Parrish, war die kleine Schwester von vier -nebenbei bemerkt ziemlich breiten- Kerlen. Manchmal war das wirklich witzig, da viele Männer sofort reiß aus nahmen, wenn ich ihnen davon erzählte. Ich war das einzige Mädchen in unserer Familie. Meine Mutter starb bei einem mysteriösen Unfall als ich gerade einmal zwei Jahre alt war. Also war ich schon immer die kleine Prinzessin gewesen. Im Moment war ich nur etwas traurig, da mein Freund mich nicht begleiten konnte. Doch als Hotelerbe hatte man nun mal viel zu tun und ich sah David eh sehr selten, seit er ständig unterwegs war, um die Hotels seiner Familie zu begutachten. Ich nahm ihm das jedoch nicht übel. Schließlich profitierte ich auch davon. Teure Geschenke, Luxusurlaube und und und. Ich konnte mich nicht beschweren. Auch wenn es mit David nicht mehr so gut lief wie am Anfang unserer Beziehung. Ich hatte das Gefühl, als würde er mir etwas verheimlichen. Jetzt wollte ich mir allerdings nicht weiter Gedanken über dieses Thema machen. Wir waren seit einigen Stunden unterwegs und würden bald unser Ziel erreichen. Oceanside, eine kleine Stadt direkt am Meer. Ich hatte mir im Internet Bilder angesehen und hatte mich sofort in diesen Ort verliebt. Ich hatte mich dort bei einer Familie als eine Art Kindermädchen beworben. Meinen Abschluss hatte ich schon seit einiger Zeit in der Tasche. War als home-schooled Mädchen aber auch nicht so schwer. Jetzt wo mein Papa aber beruflich in die eisige Kälte musste, hatte ich mich zum ersten Mal geweigert, ihn zu begleiten. Stattdessen hatte ich beschlossen, bis zu meinem 18. Lebensjahr in einer Familie zu arbeiten. Ich hatte bereits mit meinen Gasteltern telefoniert und sie klangen echt nett. Sie hatten zwei Kinder. Ich sollte mich künftig um das kleine Mädchen kümmern. Außerdem gab es noch einen größeren Sohn, welcher jedoch schon selbst für sich sorgen konnte. Allerdings war ich es ja gewöhnt, die kleine Schwester zu sein. Ich ging also nicht davon aus, dass der Typ ein Problem werden würde. Etwas nervös warf ich einen Blick aus dem Fenster, als am Straßenrand ein Schild auftauchte. Oceanside. Zwei Kilometer. Lächelnd stoppte ich die Musik, verstaute mein Handy samt Kopfhörern in die schwarze Michael Kors Tasche und starrte meine langen, rot lackierten Fingernägel an. Ich freute mich auf dieses Jahr. Es würden viele neue Erfahrungen auf mich zukommen und ich würde einmal einen festen Wohnsitz haben. Sogar mein zukünftiges Zimmer hatte ich bereits einrichten dürfen. Man hatte mir die Maße des Grundrisses wie auch Bilder davon geschickt und ich hatte dann im Internet die Möbel bestellt. Diese waren bereits vor zwei Wochen in das Haus der Familie geliefert und aufgebaut worden. Also würde ich in wenigen Minuten dort ankommen und ein fertiges Zimmer würde mich erwarten. Nur noch einräumen und etwas dekorieren musste ich es selbstständig. Als der BMW meines Bruders am Straßenrand parkte und mir Sebastian die Tür öffnete, stieg ich neugierig aus und sah mich um. Schicke Gegend. Genau mein Stil. Tatsächlich war ich ein kleines bisschen verwöhnt. Ich kaufte zwar auch in normalen Läden ein, aber häufig traf man mich eben auch bei Louis Vuitton, Michael Kors und Chanel an. Auf den ersten und auch auf den zweiten Blick vermittelte ich wahrscheinlich tatsächlich den Eindruck einer verwöhnten Zicke. Ich war auch nicht so ganz ohne. Typisch Löwe eben. Doch wer mich wirklich kannte, wusste, wie ich wirklich tickte. Und meine Freunde liebten mich für die Person, die ich war. Immer noch sehr interessiert beobachtete ich Alexander und Sebastian dabei, wie sie mein ganzes Gepäck aus dem Kofferraum auf den Gehweg schleppten. Ich lief währenddessen schon einmal zum Gartentor und betätigte die Klingel. Mal schauen, wer mich empfangen würde. Vielleicht hatte ich ja auch Glück und die ganze Familie war da.


nach oben springen

#3

RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 15.12.2014 20:17
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

"Ist das echt euer Ernst?", brummte ich unzufrieden in die gespannte Stille, die im Raum lag. Meine ganze Familie war versammelt unten im Wohnzimmer, weil wir ja unseren neuen Gast erwarteten. Ich hoffte immer noch darauf, dass irgendwo versteckte Kameras waren und sie gleich sagen würden, dass das alles nur ein Fake war. Nur leider schien mir die Chance ziemlich gering. Meine Eltern hatten sich scheinbar auf einer ganz offiziellen und seriösen Seite angemeldet um als Gastfamilie jemanden aufnehmen zu können. Gewusst hatte ich davon nichts, bis vor fast einem Monat, wo meine Eltern ziemlich aufgekratzt herumgeplant hatten und einfach nicht mehr verheimlichen konnten, dass irgendetwas anders war. Als ich sie angesprochen hatte auf ihr Verhalten hatten sie herumgedruckst, dass sie nichts gesagt hatten, weil sie nicht dachten, dass sie so schnell jemanden finden und waren sich ja bis da selbst nicht sicher und dann war das Mädchen ja so reizend und sie hatten einfach zugesagt. Toll nur, dass ich das erst so kurz vorher erfuhr. Ich hatte mich aufgeregt, klar, gefragt, ob sie das nicht einfach noch absagen konnten und was kam dann? Dass sie das ja für mich gemacht hätten. Meine Ausbildung nehme ja so viel Zeit in Anspruch und ich müsse ja dafür lernen und sollte ja aber auch noch Freizeit haben und regte mich doch sowieso immer auf, dass ich so viel zuhause erledigen sollte, weil ihre Arbeit sie auch so in Anspruch nahm. Tja, leider hasste ich es nur, wenn jemand meint, eine Lösung für meine Probleme zu haben, als wäre ich ein kleines Kind. Ich kam doch klar, sie hätten vorher mit mir reden sollen und das hatten sie nicht getan. Sie setzten mich vor vollendete Tatsachen und verstanden das Dilemma nicht einmal. Nicht dass es schon so schlimm genug wäre, einfach jemanden Fremden bei sich aufzunehmen, nein, es musste auch gleich für ein ganzes Jahr sein - sofern ich sie nicht vergrault bekam - und dazu kam dann eben noch, dass ich eindeutig niemanden in meinem Territorium haben wollte. Mein Revier. Und ja, dieses 'Reviergefühl' besaß ich durchaus, was aber auch einfach daran lag, dass ich fremde Leute nicht bei mir haben wollte, weil ich etwas zu verbergen hatte. Etwas so großes von beängstigender Präsenz. Es reichte mir, dass ich das vor meiner Familie und meinen Kollegen geheimhalten musste. Ich wollte nicht noch jemandem immer zu erklären, warum ich oft spätabends das Haus verließ. Wobei das ja eigentlich okay war, wenn es dunkel wurde, joggen zu gehen, oder? Und es war ja auch nicht jede Nacht. Wobei ich mich doch wirklich sehr oft mit meinem Rudel traf, auch öfter mal außerhalb des Walds in der Zivilisation, aber eben dann auch menschlich. Dadurch, dass aber Madam aufkreuzen würde, müsste ich das wohl dezimieren, damit es nicht irgendwie auffällig war. Wer konnte schon wissen, was sie alles für merkwürdig halten würde.
"Hör doch auf so grimmig zu sein und lächle mal", bemühte sich meine Mutter nur. Also war es wirklich ihr Ernst. Nun ja, warum sonst hätten wir letztens das halbe Gästezimmer auseinander genommen, nur damit es Madam gefallen würde. Ich hätte ihr einfach das vorgesetzt, was da gewesen war. Nur weil jemand ein Jahr hier half würde ich nicht so viel Geld und Mühe verprassen. Und wahrscheinlich würde sie sich später sowieso ins Zimmer stellen und sagen, dass sie sich das anders vorgestellt hätte und würde wieder alles ändern lassen wollen. Da würde ich aber garantiert nicht einen freien Tag dafür opfern einen riesigen Schrank zusammen zu zimmern und die Wände zu streichen. Seufzend widmete ich mich wieder meiner kleinen Schwester, die neben mir auf dem Sofa auf dem Bauch lag, die Beine in der Luft und irgendein Pferdebuch lag. Ich sah es als Aufgabe des großen, frechen Bruders mir einfach ihre Füße zu schnappen und durchzukitzeln. Mit einem lachenden Kreischen strampelte sie, setzte zur Gegenwehr, auch wenn ich nicht wirklich kitzelig war. Noch bevor sich einer ergeben hatte, klingelte es schließlich. Ich sah zu meiner Mutter, die nun ein wenig nervös schien und ließ meine Schwester frei, stand dann seufzend auf. "Willst du nicht die Tür öffnen? Wir empfangen sie dann hier, sonst wird das im Flur zu eng" war der Vorschlag meiner Mutter. Ein unterdrücktes Knurren lag in meiner Kehle. Wollte sie mich jetzt wirklich mit dem Mädchen vergesellschaften, damit ich mich doch auf die Zeit freue, die sie hier ist? "Klar"; brummte ich, versuchte meine Kiefer zu entspannen. Dann ging ich also aus dem Wohnzimmer zum Flur um den Summer zu betätigen, damit sich das Tor öffnen ließ. Ich schüttelte verärgert den Kopf. So klein war unser Flur nicht. Aber nein, man musste mich ja vorschicken als wäre ich der Butler. Ich atmete einmal durch, drängte meine Instinkte und Wut zurück, ehe ich die Tür schließlich aufzog. Drei Leute erblickte ich. Das Mädchen war die, die hier bleiben würde, das wusste ich. Die Kerle waren wohl irgendwie Verwandte oder Freunde, wer sollte das schon wissen. Aber ich mochte sie alle drei von Anfang an nicht. Ich fühlte mich schon nahezu bedroht, als sie mein Grundstück betraten. Aber wie gesagt, Fremde auf meinem Revier und so schmale Schlakse waren es dann auch nicht. Kein Wunder, dass es mir nicht passte. Als sie schließlich vor der Tür standen, ließ ich mich dazu herab zu lächeln. "Willkommen, wir haben dich schon erwartet. Kommt doch rein", sprach ich erst sie und dann ihre Begleiter mit an, auch wenn ich fast klang, als wolle ich sie eher töten als hier aufnehmen. "Das Gepäck könnt ihr erst einmal neben der Treppe abstellen", sagte ich dann zu den Kerlen, bedachte sie mir einem misstrauischen Blick.


nach oben springen

#4

RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 15.12.2014 21:15
von Alex • Senior Member | 5.811 Beiträge | 1036624 Punkte

Es waren einige Sekunden, wenn nicht sogar ein bis zwei Minuten vergangen, bis sich die Haustür endlich öffnete und uns ein junger Mann gegenüber stand. Misstrauisch wurden meine Brüder und ich von diesem beäugt. Interessiert zog ich beide Augenbrauen ein Stückchen nach oben. Anscheinend handelte es sich bei diesem etwas mies gelaunt wirkenden Mann um meinen zukünftigen ... Nun ja. Wie nannte man so etwas denn überhaupt? Ich konnte ihn ja nun wirklich nicht als neuen Bruder betiteln. Ich hatte schließlich schon vier ältere Jungs am Haken, welche mir vollkommen reichten. Manchmal war es echt nervtötend, wenn ständig ein älterer Kerl auf mich aufpasste und mich beschützte wie seinen Augapfel. Letztendlich meinten es meine Männer jedoch nur gut mit mir, weswegen ich ihnen nie lange böse sein konnte. Wie denn auch? Sowohl meine Brüder wie auch mein geliebter Vater waren in meinen Augen perfekt. Ich konnte mich jederzeit an sie wenden, ihnen bedingungslos vertrauen und egal was ich angestellt hatte - ich konnte immer zu ihnen kommen. Kurz musste ich leicht lächeln, als ich an meine Vergangenheit dachte. Klar war es etwas behindert, ohne Mutter aufzuwachsen. Ich konnte mich kaum an meine aus Spanien kommende Mutter erinnern. Leider. Ich hatte nur Bilder von ihr und auch von uns gemeinsam, als ich klein war. Doch ein Kind von Traurigkeit war ich nie gewesen. Wieso denn auch? Ich hatte mich nie beschweren können und jeder Wunsch war mir stets von den Augen abgelesen worden. Ich war die kleine Prinzessin innerhalb der Familie Parrish. Mütterlicherseits hatte ich keine lebenden Verwandten mehr. Die Eltern meiner Mutter waren gestorben, als sie gerade einmal 10 Jahre alt war. Ihr älterer Bruder war noch vor meiner Geburt spurlos verschwunden und die Suche war irgendwann eingestellt worden. Väterlicherseits sah es da schon ganz anders aus. Doch merkwürdigerweise bestand die Familie Parrish überwiegend aus männlichen Mitgliedern. Meine Oma war schon lange verstorben, mein Großvater machte seitdem eine Reise quer durch die Welt. Mein Vater war das älteste von insgesamt drei Kindern. Zwei Söhne und eine jüngere Tochter. Genau diese Tochter, also meine Tante, hatte eine Tochter, welche meine Cousine war. Und das war es dann auch schon wieder mit meinen weiblichen Verwandten. Schmunzelnd strich ich mir eine dunkle Haarsträhne aus dem Gesicht. Mir taten die Männer wirklich leid, welche sich mit mir umgaben. Ich hatte überwiegend männliche Verwandte, welche alle sehr groß und breit waren. Doch zurück in die Gegenwart. Meine Brüder ließen ihre wachsamen Augen einmal von oben nach unten wandern, ehe sie hinter dem Kerl das große Haus betraten und mein Gepäck vor der Treppe abstellten. Kurz darauf betraten wir zu viert das Wohnzimmer. Mit einem freundlichen Lächeln auf den Lippen stellte ich mich zuerst den Eltern persönlich vor und widmete mich dann der kleinen Tochter, welche wohl ein sehr fröhliches Kind war. Lächelnd sah ich auf ihr Pferdebuch und unterhielt mich mit ihr über diese Tiere. Währenddessen waren meine zwei Brüder in ein Gespräch mit meinen Gasteltern vertieft. "Aufpassen." "Nicht sehr begeistert." "Wir beschützen sie immer." "Nicht schlecht behandeln." "Prinzessin." Das waren nur einige der Wortfetzen, welche ich so mitbekam. Immerhin erwähnten sie nichts von meinem Freund David. Das musste ja jetzt nicht unbedingt sein. Zum einen lief es zwischen uns kaum noch gut und zum anderen wollte ich nicht sofort als vergeben angesehen werden. Schließlich hatte ich nicht vor, hier nicht mal zu flirten. Fremd gehen tat ich zwar generell nicht, aber flirten gehörte zu meinen größten Hobbys. Kurz darauf verabschiedete ich mich traurig von meinen Brüdern und sah ihnen durch das Fenster kurz nach, ehe ich ein wenig unentschlossen im Wohnzimmer rum stand und von einem Bein auf das andere Bein trat.


nach oben springen

#5

RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 15.12.2014 23:34
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Ihr interessierter Blick gefiel mir nicht. Gut. Sie alle gefielen mir überhaupt nicht. Mein Zuhause war mein engster Schutzraum, Privatsphäre. Ich war hier sicher, gefühlt zumindest. Ich würde sogar so weit gehen, dass, wenn es hart auf hart kam, sie mir auch helfen würden, wenn sie wüssten, dass ich ein Monster war. Okay, eigentlich war ich in dem Sinne doch kein Monster. Ich hatte noch nie einen Menschen angegriffen, Kämpfe entstanden bei mir nur unter Affekt mit meinen Rudelmitgliedern. Ich jagte niemandem Angst ein und hielt mich unauffällig. Nur weil ich etwas konnte, was vielleicht über komische Grenzen hinausging. Ich war nicht böse. Aber ich würde garantiert nicht anfangen Leute zu missionieren, dass es Werwölfe wirklich gab und nichts schlimmes waren. Ich würde in einer Psychiatrie landen und wenn ich mich öffentlich verwandelte... na Halleluja, das würde einer Apokalypse wahrscheinlich gleich kommen aufgrund einer Massenpanik. Jedenfalls war das hier mein Rückzugsort vor all der Gefahr, die draußen lauerte, vor allem, was mich aufregen könnte. Und jetzt kam der Ärger ins Haus und ich musste ihn auch noch herein bitten. Wobei ich ehrlich sagen musste, dass ich mit ihr für den Moment das kleinere Problem hatte. Sie war immerhin klein und sah recht harmlos aus. Ihre Begleiter hingegen waren einfach nur ungebetene Gäste. Ich hätte sie am liebsten einfach rausgeworfen, aber so führte ich sie ins Wohnzimmer. Innerlich war ich mehr als angespannt, weil ich die Fremden in meinem Rücken hatte und das war nun wirklich das letzte, wo ich Fremde haben wollte.
Als wir im Wohnzimmer angelangt waren und sich jeder jedem vorgestellt hatte, löste sich die Situation etwas. Ich hielt mich eher am Rande, lehnte an der Wand nahe der Tür. Ich hatte damit den kürzesten Weg weg, aber alles im Blick. Veronica ging zu meiner Schwester, unterhielt sich mit ihr über Pferde. Meine Schwester verfiel natürlich ins Schwärmen, weil sie eigentlich unbedingt reiten lernen wollte, bisher aber nicht durfte, weil niemand sie hätte hin oder zurück fahren und/oder beaufsichtigen hätte können und meine Eltern machten sich natürlich Sorgen, weil es ja gefährlich werden könnte. Und nachdem ich einmal mit auf einem Hof war und die Pferde durchgedreht waren, hatte ich mir gesagt, dass ich garantiert nicht mit ihr fahre, weil ich sie nicht auf ein Pferd setzen lassen würde, das wegen mir anfing abzugehen. In generell reagierten Tiere auf mich anders, seit ich ein Werwolf war. Die meisten nahmen einfach Reißaus. Hunde waren da anders. Sie kamen nicht unbedingt zu mir, aber sie sahen mich eher als Kumpanen an als andere Tiere, ich konnte mit ihnen noch ansatzweise normal umgehen. Aber ich hielt mich aus dem Gespräch raus, verschränkte nur meine Arme und lauschte dann dem anderen Gespräch meiner Eltern mit den Kerlen, während ich die fremden Gerüche in mir aufnahm. Eine bessere Nase war nicht immer von Vorteil, aber irgendwie war ich es inzwischen gewohnt. Solange die Kleine sich nicht mit Parfum duschen würde, würde ich klar kommen. Und toll war es auch, wenn man durch die Nachbarschaft lief, während der Essenszeit und man die Gerichte riechen konnte, je nach Intensität ging das ja auch schon als Mensch, aber jetzt eben besser. Das Gefasel der Brüder war ziemlich langweilig. Schon fast eine Gebrauchsanleitung für den Umgang mit der Kleinen, worauf man achten sollte und sowieso. Als sie sagten, dass sie immer auf sie Acht gaben, hatte ich das Gefühl, dass sie kurz zu mir sahen, aber ich ignorierte es gekonnt und hielt mich einfach still, misstrauisch und lauernd am Rande. Als sich die beiden schließlich verabschiedeten, war ich froh, dass sie gingen, worauf aber gleich der Dämpfer folgte, weil sie das Mädchen hier lassen würden. Trotzdem sah ich dem Auto wohlwollend nach, als sie sich entfernten und wollte mich gerade verdrücken, stand schon fast auf der Treppe, als meine Mutter mich zurück rief. "Chace? Wenn du schon auf dem Weg nach oben bist. Sei so lieb und nimm Veronicas Gepäck mit hoch und hilf ihr, sich einzurichten", rief sie aus der Küche. Sie wollte irgendwas tolles kochen. Ich grollte leise, antwortete nicht Ich hörte, wie sie Veronica sagte, dass sie mich ruhig um Hilfe bitten könnte. Weil ich ihr aber nicht geantwortet hatte, rief sie wieder, diesmal mahnender:"Chace!" Ich seufzte deprimiert, gab es auf mich leise die Treppe hochzuschleichen. "Ich mach ja schon!", gab ich also zurück, sammelte ihr ganzes Gepäck ein und stemmte es nach oben. Es war ganz schön schwer, wenn man zu faul war zweimal zu laufen, alles auf einmal zu tragen. Hatte sie eigentlich Ziegelsteine eingepackt? Kurz versuchte ich zurück zu schauen, um zu sehen, ob sie mir folgen würde, aber die Taschen blockierten meine Sicht und ich müsste stehen bleiben um genau zu horchen. Also ging ich einfach weiter, brachte ihre Sachen in ihr Zimmer, das neben meinem lag und stellte ihr Gepäck da ab.


nach oben springen

#6

RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 16.12.2014 14:52
von Alex • Senior Member | 5.811 Beiträge | 1036624 Punkte

Ich hatte die unausgesprochenen Worte meiner beiden Brüder wirklich hören können und auch ihre Gedanken waren mir nicht verborgen geblieben. Ich war mein Leben lang ständig mit meinen Jungs zusammen gewesen und wir verstanden uns blind. Daher wusste ich, dass sie noch immer nicht überzeugt waren. Beide hätten mich ohne zu zögern bei sich aufgenommen, damit ich in einer anderen Stadt für ein Jahr lang irgendeinen Nebenjob ausführen konnte. Doch meine Wahl war auf eine Art Austauschjahr gefallen. Wieso? Ich liebte Kinder, ich konnte gut mit ihnen umgehen und es war einfach leicht verdientes Geld. Weshalb hätte ich mir wo anders die Finger wund arbeiten sollen, wenn ich es hier so leicht hatte? Grummelnd lauschte ich der Konversation zwischen diesem wie auch immer der Kerl hieß und seiner Mutter. Ich hatte es ja wirklich gut getroffen, doch dieser junge Mann machte mich schon jetzt wahnsinnig. Die Eltern waren wahnsinnig lieb und die kleine Schwester war wirklich ein Engel. Nur er war so ein Kauz. Schon fast sauer folgte ich ihm also nach oben und stolperte dabei fast auf der Treppe. Treppenstufen waren tatsächlich nicht so meins. Stolpern tat ich sogar auf ebenem Boden. Dafür musste ich nicht einmal 15cm High Heels an den Füßen tragen. Tatsächlich war ich auf hohen Schuhen sicherer als auf flachen. Ich konnte es nicht nachvollziehen, allerdings war es auch logisch. Seit Jahren liebte ich hohe Schuhe und trug auch häufig welche. Wie eine typische junge Frau mit viel Geld hatte ich Schuhe in allen Farben. Aber nicht nur in blau, schwarz, gelb oder ähnlichen Tönen. Es gab doch diverse Unterkategorien. Zitronengelb, lilablassblau, magenta. Was auch immer. Dabei fiel mir gleich die Fernsehwerbung ein. Von welcher Seite war sie noch gleich? Zalando? JustFab? Was auch immer. Ich liebte shoppen und ging diesem Hobby so gut wie jede Woche nach. Außerdem war ich ziemlich einfach gestrickt. Ewig in einem Laden Klamotten anprobieren? Nein, ganz und gar nicht. Bei mir ging das richtig flott. Ich betrat einen Laden, lief einmal überall vorbei und sammelte ein, was mir gefiel. Dann lief ich zur Kasse und bezahlte. Fertig. Falls etwas nicht passte oder scheiße aussah, brachte ich es entweder zurück, verschenkte ich es oder verkaufte ich es eben. So einfach war das. Als ich die Treppe hinter mich gebracht hatte, sah ich mich neugierig um. War schön hier. Gut gelaunt folgte ich dem Kerl in einen der Räume, welchen ich sofort als meinen identifizieren konnte. Schließlich hatte ich ihn bereits eingerichtet. Sah wirklich gut aus. Einen guten Geschmack hatte ich gewiss. Zufrieden lächelte ich und stellte meine Michael Kors Tasche auf den Boden. "Danke. Auch wenn das eher von deiner Mutter ausgegangen ist.", stellte ich mit trockenem Humor fest und schrieb schnell meinem Freund und meinem Vater zwei kurze WhatsApp Nachrichten, um sie zu informieren, dass ich gesund angekommen war. "Ich bin übrigens Ronnie.", stellte ich mich dem jungen Mann schmunzelnd vor und grinste frech.


nach oben springen

#7

RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 21.12.2014 23:53
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Ich hatte den Kerlen auch anmerken können, dass sie sich nicht wohl dabei fühlten, ihr 'Prinzesschen' hier zu lassen. Schade nur, dass sie sie nicht einfach wieder mitnahmen. Sie würden dadurch alles erleichtern. Nicht dass ich es nicht begrüßte, dass mir jemand die Haushaltsarbeiten abnahm und meine Schwester vielleicht manchmal besser beschäftigen konnte, aber ich wollte sie wirklich partout nicht hier haben. Konnte sie nicht irgendwie eine kleine Wohnung in der Nähe beziehen? Das würde doch reichen und würde mir schon vieles ersparen wie: Ihre Neugierde warum ich ständig weg war, mit ihr auch noch das Bad zu teilen und mir sonst was anzuhören über abgebrochene Fingernägel oder die neuste Mode. Und ich hatte auch keine Lust, dass sie irgendwelche Idioten hier auch noch anschleppte. Naja, ich konnte es ihr da ja schwer machen und die einfach in der Eingangstür abfangen. Gott, das würde herrlich werden eine Show abzuziehen, als sei sie mit mir zusammen und ich früher nach Hause gekommen. Ich wollte vielleicht eigentlich keine Zeit mit ihr verbringen, nicht einmal so, aber das war wenigstens hilfreich um hier nicht noch mehr Leute rein zu lassen. Sowohl hasste ich es, als auch war es einfach ein nur schlecht vorbildlich für meine Schwester. Ich wollte nicht, dass sie sowas vorgelebt bekam, sie sollte noch an die wahre, große, ewige Liebe glauben. Ich selbst machte es mir ja einfach, weil ich immer nur auswärts bei Mädchen war. Sie konnten mich nicht nerven, sie kamen nicht in mein Revier und meine Familie machte mir keine Vorwürfe, weil ich sie schnell wieder in den Wind schoss.
Ihren leicht stolpernden Schritt auf der Treppe belächelte ich heimlich vor mich hin. Solange nichts passierte, war ja alles okay. Ich wollte ja nicht, dass sie sich verletzte, aber wenn sie sich selbst das Leben schwer machte und sich ein wenig lächerlich benahm und ich etwas zu lachen hatte, war das schon in Ordnung. Das steigerte mein Selbstwertgefühl und senkte ihres. Ich war nämlich nicht wirklich tollpatschig. Wäre aber auch fatal in meinem Beruf. Oder im Wald, ich würde mir ja ständig irgendwas brechen, so wich ich durchs Gehölz rannte als gäbe es kein Morgen mehr. Aber das war belanglos hier innerhalb des Hauses. Hier wusste niemand so viel von mir und sie würde mich auch nicht kennen lernen. Ein Jahr musste ich es aushalten. Ein Jahr. Und ich hoffte, dass ich dann ein besseres Ausbildungsgehalt bekam und mir eine eigene Wohnung leisten konnte. Dann würde ich es nicht mitbekommen, wenn wieder ein Au Pair Mädchen kam und es würde mich nicht mehr so sehr stören können, weil ich ganz weit weg war. Zumindest genügend weit weg.
"Dann bedank doch doch bei ihr", antwortete ich nur trocken, schenkte ihr ein sarkastisches Lächeln , schneller, als dass ich mich hätte stoppen können. Während sie ihr Handy zückte, wollte ich mich eigentlich schon wieder verdrücken, aber sie schrieb schneller als so manche Tippse. Als sie sich vorstellte, lächelte ich leicht, wenn auch irgendwie spöttisch. Ronnie Rotznase, schoss es mir durch den Kopf. "Chace", antwortete ich kurz angebunden, schob demonstrativ meine Finger in die Hosentaschen um zu zeigen, dass ich ihr garantiert nicht die Hand geben würde. "Naja. Viel Spaß beim Auspacken", meinte ich emotionslos. Dabei würde ich ihr nämlich nicht helfen. Also wandte ich mich ab und ging mit schnellen, angespannten Schritten aus dem Raum. Hatte ich schon mal erwähnt, dass ich es nicht mochte, Menschen hinter meinem Rücken zu haben?



zuletzt bearbeitet 21.12.2014 23:53 | nach oben springen

#8

RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 28.12.2014 17:00
von Alex • Senior Member | 5.811 Beiträge | 1036624 Punkte

Ay, ay, ay. Anscheinend schien der Kerl wirklich alles andere als begeistert von meinem Erscheinen zu sein. Schmunzelnd legte ich den Kopf schief und stieß einen kaum hörbaren Laut aus, welchen man wohl kaum identifizieren konnte. Jedenfalls nicht, wenn man mich kaum bis gar nicht kannte. Also würde sich Chace, wie er sich kurz vorgestellt hatte, wohl wenn überhaupt lange den Kopf über diesen Ton zerbrechen müssen. Ich hatte wirklich so viele verschiedene und teils auch sehr merkwürdige Laute in meinem Wortschatz, was für viele Menschen unverständlich war. Doch ich hatte eine ziemlich plausible Erklärung. In der Familie Parrish gab es seit Jahrhunderten eine eigene Sprache, welches jedes Kind von klein auf beigebracht bekam. Ich hatte den Sinn nie verstanden, vor allem weil in diesem Parrishsprachending Wörter vorkamen, die meiner Meinung nach mehr als nur unwichtig waren. Ich wurde einfach nicht schlau daraus, warum ich irgendwelche komischen Kampfwörter, Waffenbegriffe und sonst was kennen musste. Noch dazu auf einer Sprache, die niemand außerhalb der Familie kannte. Zum jetzigen Zeitpunkt wusste ich ja auch noch nichts von den dunklen Geheimnissen meiner Vorfahren väterlicherseits. Denn hätte ich es gewusst, dann wäre mir sofort aufgefallen, was beziehungsweise eher wer der Sohn meiner Gastfamilie war. Und ich hätte gewusst, wieso mein Vater und meine Brüder sich genau für diese eigentlich doch stinknormale Familie entschieden hatten. Ich hätte den Auftrag, von dem ich ja eigentlich nichts ahnen konnte, noch präziser aufgeführt. Doch so konnte ich von dem Plan meiner Familie und allen anderen Beteiligten nichts wissen und war einfach nur eine Schachbrettfigur. Ich würde einfach den Job erledigen, für den man mich eingestellt hatte. Auf die Kleine aufpassen. Bisschen Haushalt machen. Nicht mehr und nicht weniger. Nachdenklich schüttelte ich gedankenabwesend den Kopf und fuhr mir durch die langen Haare. Chace wünschte mir noch viel Spaß beim Auspacken und ging dann auch schon ziemlich angespannt aus dem Raum, welcher nun für ein Jahr mein Zimmer sein würde. Ohne ein Wort zu verlieren warf ich mit etwas zu viel Schwung die Tür zu, zuckte bei dem Krachen zusammen und wendete mich ab, um langsam den Inhalt meiner Koffer und Taschen im Zimmer zu verteilen und anschließend auch wegzuräumen. Schnell waren die edlen Möbelstücke gefüllt und meine Badsachen in die wohl extra frei geräumten Stauräume im Bad verfrachtet. Zufrieden schlüpfte ich anschließend aus meinen unbequemen Alltagsklamotten, warf diese in den Wäschekorb im Bad und hüllte mich in meinen kurzen lilanen Seidenbademantel von Hunkemöller, während ich mich vor dem Spiegelschrank abschminkte und mich dann in die Dusche stellte. Dusche und Badewanne. Perfekt. Genauso wie ich es wollte und auch gewöhnt war. Schließlich kam ich gewiss nicht aus schlechten und armen Verhältnissen. Wie hätte ich denn sonst auch David kennen lernen sollen? Er, der schon mit 14 Jahren Geldbeträge im sechsstelligen Bereich auf dem Konto hatte und bereits im Kleinkindalter in Privatjets von einem Urlaubsparadies ins nächste geflogen war. Wir hatten uns vor einigen Jahren kennen gelernt, als ich samt meinen Männern in einem der Hotels wohnte, welches seiner Familie gehörte. Man kann wirklich sagen, dass es bei Dave und mir Liebe auf den ersten Blick war. Auch wenn mittlerweile der Dampf raus war. Doch das hätten wir beide niemals zugegeben. Es waren unausgesprochene Worte, welche wir fest verschlossen in unseren Gedanken bewahrten. Niemals konnten wir es wagen, unsere so perfekte Beziehung zu beenden. Also spielten wir weiter unser Spiel. David tat es, um sich bei den Eltern einzuschleimen und bald die Hotelkette zu übernehmen, und ich...warum machte ich sowas? Es war einfach schön, einen Freund zu haben, der mir jeden Wunsch von den Augen und Lippen ablas. Wobei das auch mein Vater und meine Brüder taten. Und genügend andere Jungs. Ich hatte nie etwas anbrennen lassen. Wieso denn auch? Ich hatte einen geradezu perfekten Körper, ein hübsches Gesicht und sobald man mich erst einmal besser kannte, auch einen guten Charakter. Nur diesen zeigte ich viel zu selten. Ich wollte niemanden zu dicht an mich heranlassen, aus Angst, verletzt zu werden. Deswegen flirtete ich einfach nur wie ein Profi, machte hin und wieder mal mit jemanden rum und Sex hatte ich eigentlich selten mit jemand anderen als David. Natürlich gab es auch mal Ausnahmen. Wenn ich meinen Partner länger nicht sah, zum Beispiel. Doch er tat das selbe. Da war ich mir sicher. Ich kannte Dave leider viel zu gut. Er war wie fast jeder Mann leicht zu durchschauen. Und falls mir ein Kerl wirklich mal nicht geheuer war, begann ich immer von meinem makellosen Freund oder von meinen vier größeren Brüdern zu erzählen. Spätestens beim Bilder zeigen haute dann eh jeder Typ schleunigst ab. Was war an Alex, Basti, Zac, Jona, Daved, Derek und Max denn bitte so verängstigend? Bei meinem besten Freund Derek verstand ich es ja. Er war Bodybuilder und besaß ein eigenes Fitnessstudio. Und mein Ex Max war als weltberühmter Fußballer ein bekannter Hund. Aber meine Brüder waren doch alle sanft wie Lämmer. Jedenfalls zu mir, solange ich die brave kleine Schwester war. Und die war ich auch. Jedenfalls im Kreise meiner Familie. Was sie nicht weiß, macht sie nicht heiß. Wüsste meine Familie von meinen männlichen Bekanntschaften, meinen Abendteuern und den wilden Partys...dann wäre sicherlich der Teufel los. Schmunzelnd stellte ich mich unter die Dusche, drehte das Wasser lauwarm an und widmete mich erst einmal meinen Haaren. Ich hatte eine Vorliebe für Duschgels, was man sehr schnell sehen konnte. Im Bad hatte ich nur etwa zehn Stück untergebracht. Die restliche Sammlung stand ordentlich in meinem Zimmer im großen Sideboard. Bei Shampoo und Spülung war meine Liebe nicht ganz so groß, aber trotzdem noch beachtlich. Nachdem meine braunen Naturwellen gewaschen waren, widmete ich mich noch meinem restlichen Körper, was heute jedoch nur aus Duschgel bestand. Rasiert hatte ich mich gestern, ein Peeling benutzte ich nur einmal die Woche. Also befand ich mich nur fünf Minuten später wieder in dem viel zu aufreizenden Bademantel, welcher - wie sollte es auch anders sein - eines der vielen Geschenke von David gewesen war. Ich hatte auch noch eine lange Variante, welche mir bis zur Mitte der Unterschenkel reichte und deren kuscheliger Stoff einen wunderschönen dunklen Pinkton aufwies. Schnell klatschte ich mir noch etwas Feuchtigkeitscreme ins Gesicht, massierte Bodylotion in meine Haut ein und putze mir die Zähne. Selbst ungeschminkt sah ich noch zum anbeißen aus. Mutter Natur hatte es viel zu gut mit mir gemeint. Und ich sah meiner Mama so verdammt ähnlich. Kurz verschwand das strahlende Lächeln und das Funkeln in meinen Augen, als ich an meine viel zu früh verstorbene Mutter dachte. Ich vermisste sie. Sie hatte so viele wichtige Ereignisse in meinem Leben nicht erleben können. Ich schluckte, föhnte mir die Haare noch etwas trocken und tapste dann barfuß zurück in mein großes Zimmer. Schnell schlüpfte ich in einen einfachen schwarzen Baumwollstring und in ein Abercrombie T-Shirt von Dave, welches mir natürlich viel zu groß war und fast bis zu den Knien ging. Mit meinem Handy kuschelte ich mich kurz darauf in das weiche Bett, schrieb noch etwas mit meinen Freunden und checkte einige Netzwerke ab, ehe ich das Ladekabel einsteckte, das IPhone auf den Nachttisch legte und die Augen schloss.

Die warmen Sonnenstrahlen schienen am nächsten Morgen hell in das Zimmer, kitzelten mich an der Nase und rissen mich so aus einem relativ ruhigen Schlaf. Normalerweise waren meine Nächte von fiesen und vor allem merkwürdigen Träumen geprägt. Seit ich klein war tauchte fast jede Nacht der selbe Traum auf. Nach dem Aufwachen konnte ich mich jedoch kaum noch daran erinnern. Es hatte auf jeden Fall mit meiner Mutter zu tun. Doch mehr konnte ich beim besten Willen nicht sagen. Seufzend streckte ich mich, widmete mich zum richtig Wachwerden erst einmal meinem geliebten IPhone und streckte dann die Füße aus dem Bett. Hastig schlüpfte ich in frische Unterwäsche, in ein einfaches weißes T-Shirt und in die schwarze enge Sportleggings, an deren Außenseiten in weißer Schrift "Work hard" stand. Dann griff ich noch nach meinen pinken Nikes, welche ich überwiegend für meine Laufrunden benutzte. Meine langen Haare band ich zu einem strengen Pferdeschwanz. Mit den Kopfhören und lauter Musik in den Ohren dehnte ich mich zehn Minuten später gegen sieben Uhr morgens im Vorgarten des Hauses, ehe ich meine morgendliche Runde begann. Allerdings kannte ich mich hier noch nicht so gut aus. Ich erinnerte mich daran, einen Wald passiert zu haben. Den fand ich sicherlich wieder. Ich hatte die Ausdauer eines Tieres. Seit ich klein war, spielte der Sport eine große Rolle in meinem Leben. Joggen ging ich seit ich zwölf Jahre alt war täglich morgens und abends. Außer im Winter, da bevorzugte ich eine Runde am Tag bei Helligkeit. Außer ich wurde von einem meiner Brüder, einem Freund oder sonst einem Typen begleitet. Dann war auch Dunkelheit kein Problem für mich. Ich war bereits seit einer knappen halben Stunde unterwegs und hatte auch schon eine Runde durch einen Teil des riesigen Waldes gedreht, als ich einen schmalen Trampelpfad abseits der normalen Waldwege zurück joggte. Einen guten Orientierungssinn hatte ich glücklicherweise. Auch das war in meiner Familie sehr wichtig. Weshalb auch immer. Doch plötzlich kreuzten zwei Rehe meinen Weg und brachten mich so ins Stolpern. Mit einem dumpfen Schlag kam ich auf dem Moos auf und griff sofort nach meinem Knöchel. Nicht gebrochen oder verstaucht. Ich atmete aus, ehe meine Aufmerksamkeit einem großen Busch zustand. Mit großen Augen beobachtete ich den Schatten, welcher auf dem Waldboden zu sehen war. Ein Wolf? Ängstlich wich ich etwas zurück und versaute mir dabei meine ganze Hose. Doch meine Augen starrten die ganze Zeit über gebannt auf den raschelnden Busch.


nach oben springen

#9

RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 31.12.2014 00:25
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Scheinbar hatte ich die arme Kleine doch etwas sprachlos gemacht. Immerhin antwortete sie nichts mehr auf meine geblaffte Antwort oder meine namentliche Vorstellung. Besser so, dass sie sich gleich brav unterordnete. Sie gehörte hier sowieso nicht her und war deshalb nur als Gast angesehen. Als unwillkommenen. Sie glich einfach einem Parasit. Es war da und biss sich fest und konnte nicht mehr einfach abgeschüttelt werden. Es sei denn, man brachte sie um, aber das kam leider als Möglichkeit nicht infrage. Auch wenn sie noch so viel Mist bauen würde, ich sie bis zur Hölle hassen würde, ich würde niemanden töten. Ich glaubte nicht, dass ich es konnte. Vielleicht bei der Polizei. Im Affekt, wenn ich angegriffen wurde oder aber um andere zu retten. Es würde Überwindung kosten. Warum dachte ich überhaupt über die Dienstwaffe nach, während ich dieses schnippische Mädchen betrachtete. Wer weiß, vielleicht weil ich ihr am liebsten damit ein wenig Angst einjagen würde, damit sie mich einfach mied und achtete.
Ihr komischer Laut entlockte mir ein leichtes Stirnrunzeln, bei dem sich meine Augenbrauen zusammenzogen. Die Irritation kaschierte ich aber schnell durch einen ziemlich sarkastischen Blick, zog eine Augenbraue hoch. Ich fragte sie damit sehr klar, ob das ihr Ernst war. Vielleicht sollte ich ihr noch mal erklären, dass hier englisch gesprochen wurde. Und ich dachte schon, ich sprach seltsam, weil ich den ländlichen Akzent aus Nebraska mit der californischen "sunny" Aussprache mischte. Naja, schien ja nicht schlecht zu sein, zumindest wurde ich von allen verstanden und ein paar Mädels hatten mal gestanden, dass sie mir gerne lauschten. War aber auch egal. Weiß Gott, was sie da vor sich hin faselte, ich würde sicher nicht derjenige sein, der nachfragte und sich somit ihren Launen unterwarf. Also wandte ich mich lieber einfach ab und ging. Das war besser als hier noch weiter rum zu stehen und zu rätseln, was für bescheuertes Zeug sie da von sich gab.
Durch meine Anspannung zuckte ich doch wirklich kurz zusammen, als die Tür hinter mir ins Schloss krachte. Ich blieb kurz stehen um zu überlegen, ob ich sie belehren sollte, dass das hier nicht so gerne gehört wurde, aber ich sparte es mir. Sollte sie doch von meinen Eltern zu hören bekommen, dass das nicht ging. Wobei sie vielleicht erst mich beschuldigen würden, weil ich ja so hart und abweisend von Anfang an reagiert hatte. Aber das würde ich auch schön beibehalten. Und so verdrückte ich mich in mein Zimmer, warf mich auf mein Bett und angelte nach meinem Handy. Ich berichtete meinem Rudel was für ein scheinbares Prinzesschen hier eingezogen war. Wir waren alle nicht begeistert, weil ich jetzt noch mehr aufpassen musste. Und ich würde wetten, dass meine Eltern mir noch auftragen würden, irgendwo mit ihr hinzufahren und irgendwas mit ihr zu unternehmen, ihr meine Leute vorzustellen oder sonst was. Und das würde ja mal richtig spaßig werden. Nicht. So gar nicht. Ich verabredete mich mit ihnen für den frühen nächsten Morgen, ehe ich doch nochmal nach unten ging, um mir etwas zu essen abzugreifen. Madam ließ sich nicht blicken und auch nicht rufen, aber das sollte mich nicht stören. Ich brauchte sie nicht dabei haben und verbrachte deshalb gerne den Abend mit meiner Schwester, bis sie ins Bett musste. War vielleicht das letzte Mal, dass Ronny Rotznase nicht dazwischenfunkte oder Thema war. Auch ich verschwand dann relativ früh ins Bett, immerhin wollte ich auch früh wieder aufstehen.

Um vier Uhr morgens summte mein Handy neben mir und weckte mich. Eigentlich eine ziemlich unchristliche Zeit, weil es Wochenende war, aber weil wir mehrere Leute im Rudel hatten, die auch heute arbeiten mussten, und außerdem war in der morgendlichen Dämmerung nichts los im Wald. Für morgendliche Jogger war es noch zu früh, Jäger waren derzeit sowieso eher seltener unterwegs. Gähnend streckte ich mich, ehe ich aufstand und zu meinem Schrank tappte. Auf dem Weg zog ich mich komplett aus, griff dann aus dem Schrank die schlichte braune Shorts. Ich trug sie immer, wenn ich im Wald laufen und mich verwandeln ging. Sie bestand aus speziellen Naturfasern und war vielleicht auch verhext. Ich wusste es nicht um ehrlich zu sein. Man erfuhr sowas nie, keine richtigen Infos, gar nichts. War halt eine gefährliche Branche.
Sobald ich die angezogen hatte, schlich ich mich lautlos aus meinem Zimmer, ließ auf der Treppe die eine knatschende Stufe aus und verließ lautlos das Haus. Einen Schlüssel nahm ich nicht mit, aber ich schloss auch nicht ab. Über das abgeschlossene Gartentor schwang ich mich rüber, joggte dann entspannt los in Richtung Wald. Innerhalb der Ortschaft verwandelte ich mich nie. Man konnte ja nie wissen, wo doch mal jemand wach war, einem entgegenkam oder irgendwo Überwachungskameras waren, auch wenn unser Bezirk recht friedlich und frei von Kriminalität war. Ich lief ein paar Meter in den Wald hinein, hielt mich nicht an die Wege und wurde vom anfangenden Gezwitscher der Vögel begrüßt. Entspannt lief ich durchs Unterholz, duckte mich hier und da unter den Ästen hinweg oder sprang über einen umgekippten Baumstamm. Ich hätte mich schon verwandeln können, natürlich, aber da wir nicht wie in Filmen per Gedanken miteinander sprechen konnten und uns auch nicht so viel über Wolfslaute verständigten, war es einfacher uns mal so zu treffen. Besonders damit ich mich über meine Haushaltshilfe auslassen konnte. Nun ja, das war sie nicht in erster Linie, aber auch.
Als ich an unserem regulären Treffpunkt mitten irgendwo im Wald, weitab der Wege in einer kleinen abgesenkten Lichtung, ankam, blickten mir die meisten schon entgegen. Ein paar aus Wolfsgesichtern, ein paar hatten es sich im Schneidersitz auf dem Boden gemütlich gemacht. "Na Großer, bist nicht so happy mit der Schnecke, hm?", fragte Alison, als ich mich neben sie gesellte. Elegant erhob sie sich, schlang einen Arm freundschaftlich um mich und sah mich frech an. Ich schnaubte unzufrieden. "Nicht so wirklich. Sie ist ätzend. Nicht dass ich viel mit ihr geredet hätte, aber ihre Brüder haben umfassend umschrieben, dass sie der Mittelpunkt der Welt ist. Also wenn die so überzeugt von ihr sind, muss sie echt schlimm sein. Und das schlimmste, meine Schwester mag sie jetzt schon", jammerte ich förmlich, bekam von Ryan ein Lachen als Antwort. Nun ja, kein richtiges Lachen, er hatte sich als Wolf zu uns begeben, aber man hörte es doch deutlich heraus. Den Spott. Ich heftete meinen Blick auf den hochgewachsenen, aber etwas schlaksigeren grauen Wolf, knurrte ihn zwischen den Zähnen hindurch an. "Das ist nicht witzig, wenn sie der Mittelpunkt wird. Es ist gefährlich für uns alle, wenn sie zu viel mitbekommt, das weißt du auch", setzte ich hinzu. Nonverbal und nur mit Blicken forderte er mich heraus und ich erwiderte den Blick. Angst hatte ich nicht, auch wenn ich ihm nicht als Wolf gegenüber stand. Ich brauchte nicht lange, bis ich mich verwandeln würde und in der Zeit würden die anderen eingreifen. "Leute? Haltet mal euer Testosteron unter Kontrolle", beschwerte sich Alison, wedelte vor ihrer Nase herum, als würde sie es riechen und stellte sich zwischen uns. Sie hielt uns einen kleinen Vortrag, spöttisch wie immer und lockerte etwas die Situation. Marcus und Rebecca verabschiedeten sich dann recht zeitnah, während die Zeit vor sich hin lief und die Sonne langsam aufging. Irgendwann zerstreuten sich alle etwas. Ich lief gemeinsam mit Alison noch etwas durch den Wald - verwandelt aber - und als sie irgendwann abbog in Richtung ihres Zuhauses, lief ich entspannt weiter, langsam auch auf dem Rückweg. Meine Nase hielt ich dicht überm Boden, immer wieder fasziniert von den ganzen Gerüchen, die ein normaler Mensch gar nicht wahrnahm. Ich nahm die Spur von ein paar Rehen auf und schreckte sie auf, als ich sie fand. Rein aus Spaß jagte ich sie durch den Wald, trieb sie wie ich sie wollte. Hätte ich gewollt, hätte ich sie einholen können, aber ich wollte sie ja nicht reißen. Irgendwann mischte sich ein Geruch ein, den ich irgendwoher kannte und eindeutig menschlich war. Ich erkannte, dass wir kurz vor einem Trampelpfad waren und ließ sofort von den Rehen ab, kam schliddernd im Laub zum Stehen. Den dumpfen Schlag hatte ich gehört und war mir ziemlich sicher, dass da jemand war. Und bei genauerem Schnuppern und aus dem Busch heraus spähen erkannte ich Veronica. Ich verdrehte innerlich die Augen, dachte schnell nach, was ich nun tun sollte. Sie saß da mit ihrem Arsch da auf dem Boden und ich stand hier als Wolf. Sollte ich ihr Angst machen, weglaufen oder ihr helfen? Oder sie im Notfall verspotten? Ich seufzte innerlich, entschied mich dann dafür lieber die Form wieder zu wechseln. Ich unterdrückte jeden Laut während der Verwandlung, auch wenn es keine wirklich angenehme Prozedur war. Schließlich trat ich dann hinter dem Busch hervor, ein selbstgefälliges Grinsen auf den Lippen. "Na, hast du geschwächelt und wolltest Pause machen?", fragte ich als ich zu ihr trat, ignorierte einfach die Tatsache, dass es merkwürdig sein könnte, dass ich hinter Rehen aus dem Busch kam und nur in Shorts bekleidet war, nicht mal Schuhe anhatte. Ich erbarmte mich aber, streckte ihr eine Hand aus um ihr wieder hoch zu helfen, als ich neben ihr stand. Und das sogar ohne spöttisch zu sein. Solange sie keine Fragen stellte, stand ich ihr ziemlich gleichgültig gegenüber.


nach oben springen

#10

RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 01.01.2015 14:06
von Alex • Senior Member | 5.811 Beiträge | 1036624 Punkte

Gebannt starrte ich mit großen Augen, bei denen gerade das Weiße ziemlich stark sichtbar geworden war, auf die grünen Blätter und braunen Ästchen des Busches, welcher etwa zwei Meter von mir entfernt merkwürdige Geräusche von sich gab. Irgendetwas war dahinter. Ein Wolf. Jedenfalls war ich mir ziemlich sicher aufgrund des verschwommenen Schattens auf dem kalten Waldboden. Doch dann bewegte sich der angsteinflößende Schatten und ich konnte wahrhaftig meinen Augen nicht trauen, als sich die eindeutigen Tierumrisse in eine menschliche Gestalt umwandelten. Meine Augen vergrößerten sich ein weiteres Mal und wahrscheinlich sah ich ziemlich verwirrt aus. Sämtliche Farbe war aus meinem sonst gut gebräunten Gesicht gewichen und ich sah wohl aus wie eine Leiche. Während ich eingeschüchtert den Busch nicht aus den Augen ließ, biss ich mir lange und viel zu fest auf die Unterlippe. Doch auch als ich die Bluttropfen auf der Zunge spürte, konnte ich nicht davon ablassen. Dieses auf die Unterlippe beißen gehörte zu meinen schlechten Angewohnheiten. Immer, wenn ich Angst hatte oder nervös war, biss ich mir die ganze Lippe wund und blutig. Ich konnte es zwar auch auf die heißere Art und Weise, aber die nutzte ich nur dann, wenn ich einen Jungen damit anmachen wollte. Und gerade hatte ich alles andere als flirten im Kopf. War gewiss verständlich, nicht? Als sich die Gestalt in Bewegungen setzte, krabbelte ich noch einmal ein Stück zurück, bis ich mit dem Kopf an einem Baumstamm anstieß. Zitternd stemmte ich mich in die Höhe und presste mich gegen das feuchte Holz. Hatte es letzte Nacht geregnet oder hatte sich hier ein Hund zu schaffen gemacht? Wie konnte ich überhaupt jetzt an so etwas denken, wenn ich eventuell kurz davor stand, vergewaltigt und oder umgebracht zu werden? Ich wollte auch nicht als Snack für irgendeinen tollwütigen Wolf enden. Ich hatte für meine Zukunft durchaus anderes geplant. Doch als ich die Augen zusammen presste und die Gestalt tatsächlich identifizieren konnte, entglitten mir alle Gesichtszüge. Ich zog die dämlichsten Grimassen und war mir gar nicht mehr sicher, ob sich das hier gerade wirklich ereignete oder sich in meinem Kopf abspielte. Eine blühende Fantasie hatte ich ja. Oder lag ich vielleicht noch in meinem Bett und schlief tief und fest? Wohl kaum. Meine Beine gaben unter mir nach und ich landete mehr oder weniger sanft wieder auf dem Moos. Die Worte des näher kommenden jungen Mannes rissen mich aus meinen verwirrten Gedanken. Geschwächelt und eine Pause machen? Bitte? Was sollte das jetzt heißen? Wahrscheinlich hatte ich sogar noch mehr Kondition als er. Bisher war ich an jeder Schule, die ich während unseren Aufenthalten in den ganzen Städten besuchte, die schnellste und beste Läuferin gewesen. Und dann kam er an und behauptete eiskalt, ich hätte geschwächelt? Ich stieß einen verächtlichen Laut aus und schüttelte den Kopf. Ein empörtes Murmeln in Parrish klang aus meiner Kehle. Doch diese Worte konnte Chace natürlich nicht verstehen. Erst jetzt stellte ich entgeistert fest, dass der junge Mann nur mit einfachen Shorts bekleidet war. Von Oberteil, Socken und sogar Schuhen war Fehlanzeige. Misstrauisch legte ich die Stirn in Falten und tippte vorsichtig mit dem rechten Zeigefinger auf meiner blutigen Unterlippe herum, bis zumindest der Großteil des Blutes verschwunden war. Ich durfte mich nicht aus der Bahn bringen lassen, denn das würde so gar nicht meinem Charakter entsprechen. "Nein. Ich war ganz normal wie jeden Morgen seit Jahren joggen und habe dabei die Gegend direkt mit erkundet, als plötzlich mehrere Rehe aus dem Busch gesprungen sind und mich fast über den Haufen gerannt haben. Dabei bin ich ausgewichen, gestolpert und hingefallen.", erklärte ich selbstbewusst und setzte ein kühles Lächeln auf. "Und ich dachte, einen Wolf gesehen zu haben. Zumindest den Schatten von so einem Flohträger.", stellte ich noch immer etwas nervös fest und ließ meine eisblauen leicht gräulichen Augen hin und her wandern. Ich war geradezu darauf gefasst, dass in jedem Moment dieses Tier hinter einem Busch hervor kommen würde. Generell war ich ja wirklich sehr tierlieb und Hunde gehörten unter anderem zu meinen Lieblingstieren. Doch frei lebende Tiere waren da noch einmal etwas ganz anderes. Die waren dreckig, verlaust und hatten wahrscheinlich zig Krankheiten, die ich mir einfangen konnte. "Ich wusste gar nicht, dass es in Oceanside Wölfe gibt.", murmelte ich kopfschüttelnd und seufzte. "Gibt es hier auch noch anderes Ungeziefer? Bären, Füchse oder so?", erkundigte ich mich und ich konnte ja nicht ahnen, dass ich mich bei Chace aufgrund meiner abwertenden Ausdrucksweise der Wildtiere betreffen gerade wohl immer unbeliebter machte. Doch selbst wenn ich von seinem kleinen, beziehungsweise eher großen Geheimnis gewusst hätte...Ich war nun mal ziemlich vorlaut und konnte nie meinen Mund halten. Also hätte ich auch dann noch meine Gedanken laut ausgesprochen. Wobei Wölfe, die eigentlich Menschen und somit Werwölfe waren, noch einmal etwas ganz anderes waren. Doch daran glaubte ich gewiss nicht. Klar guckte ich gerne Fantasiefilme und sämtliche Bücher, Serien und Filme mit und über Vampire, Werwölfe und andere übernatürliche Wesen gehörten für mich dazu. Aber Werwölfe in der heutigen Welt? Neeeeein. Ich wollte mir nichts einbilden, mich selbst verrückt machen und andere Menschen denken lassen, ich sei es. Also würde ich einfach kein Wort über dieses komische Ereignis mehr verlieren. Als Chace mir seine Hand anbot, stieß ich kurz einen Seufzer aus. Als bräuchte ich Hilfe. Sah ich so hilflos aus? Ich konnte es mir eigentlich nicht vorstellen. Doch vielleicht war ich in diesem Moment doch nicht ganz so stark wie sonst, weswegen ich grummelnd seine Hand ergriff, mich mit einer eleganten Bewegung aufrichtete und Chace wieder ein kühles Lächeln schenkte. "Und du befindest dich auf einem Selbstfindungstrip oder wie?", scherzte ich in Anbetracht seiner lächerlichen Aufmachung trocken.


nach oben springen

#11

RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 02.01.2015 00:07
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Während der Verwandlung dachte ich mir irgendwie, dass es vielleicht besser gewesen wäre, sich davon zu schleichen. Diesen Stress einer schnellen, stummen Verwandlung über sich ergehen zu lassen, nur um die Kleine vielleicht ein wenig aufzuziehen, lohnte sich vielleicht doch nicht. Ich sollte ihr einfach nur aus dem Weg gehen, aber vielleicht, nur ganz vielleicht, lag es auch ein wenig an meiner Eitelkeit und ich wollte ihr präsentieren, wie toll ich aussah und ihr gleichzeitig noch einen reinwürgen. Naja. Weit hergeholt. Ich glaubte nicht, dass ich ihre Blicke bräuchte um mich bestätigt zu fühlen. Ich wusste so schon , dass ich gut aussah. Es war jetzt aber auch zu spät um nachzudenken, ob das richtig oder falsch war, denn die Verwandlung war vollzogen und ich atmete einmal tief durch, lockerte meine angespannten Muskeln, ehe ich hervortrat und zu der Kleinen sah.Sie sah ziemlich verschreckt aus, was mir nicht sonderlich gefiel. Ich folgte ihrer Blickrichtung, konnte aber nicht beurteilen, ob sie irgendwas gesehen hatte oder nicht. Eigentlich dachte ich, dass ich ziemlich verborgen gewesen war. Und trotzdem saß sie da, an den Baum gedrückt, bleich und zerbiss sich die Unterlippe und sah ein wenig irritiert aus, wenn man es freundlich ausdrücken wollte. Immerhin schien sie noch normal auf meine provokanten Worte reagieren zu können. Zumindest sah sie entrüstet aus und murmelte wieder irgendwas komplett unverständliches, als würde sie sich einen Knoten in die Zunge machen oder sowas.
Bei ihren Worten schrillten bei mir schon fast die Alarmglocken. Sie wollte die Gegend erkunden, schon am ersten Tag und drang auch schon am ersten Tag etwas weiter in den Wald vor anstatt sich erst einmal an die großen Wege zu halten. Es gefiel mir nicht. Noch weniger, als sie dann sagte, dass sie meinte einen Wolf gesehen zu haben. Und sie machte sich bei mir damit nicht nur zur potentiellen Gefahr, sondern machte sich auch noch unbeliebt. Meine Miene wurde etwas finster, als sie uns als Flohträger beschimpfte. Ich hätte ihr zu gerne erklärt, warum es eigentlich ziemlich unmöglich war, dass die Wölfe hier, Flöhe bekamen, aber ich hielt es für klug, lieber die Klappe zu halten. Mit der Rotznase zu diskutieren ohne mich dabei zu gefährden, das würde zu schwierig werden. Ich schwieg also einfach verbissen, auch wenn sie fleißig meine Wut schürte, als sie fragte, ob es noch weiteres Ungeziefer gab. Bezeichnete sie mich gerade als Ungeziefer? Nur weil es Raubtiere waren, waren es keine Ungeziefer. Normale Wölfe waren tolle Tiere, Werwölfe eben spezielle Menschen aber nun gut. Ich überlegte kurz, was ich sagen sollte, wahrscheinlich gab es keine perfekte Antwort. "Die Tiere sind kein Ungeziefer und halten sich für gewöhnlich nur im tieferem Wald auf. Geh einfach nur nicht zu weit, wenn du die Fluchtwege noch nicht kennst. Wobei die Tiere eher scheu sind, aber man sollte ja nicht provozieren"; gab ich ihr einfach einen leicht sarkastisch angehauchten Tipp. Ich hätte gerne gesagt, dass es hier keine Wölfe gab, aber wenn es sie abhalten würde, tiefer in den Wald zu laufen, meinetwegen.
Dennoch war ich immer noch der freundliche, der ihr die Hand anbot und ich konnte sehen, dass es ihr gegen den Strich ging, dass ich sie immer noch als die Schwächelnde ansah. Ihr Lächeln war kühl wie schon zuvor und ich sah es nicht für nötig es zu erwidern. Schon gar nicht bei ihrer Frage. Ich schenkte ihr einen langen, scharfen Blick. "Nein. T-Shirt ist unnötiger Ballast und Schuhe verhindern eigentlich den natürlichen Bewegungsablauf. Es ist gesünder barfuß zu laufen und gerade im Wald ist doch die perfekte Gelegenheit", meinte ich, setzte dann mit einen kleinen bissigen Kommentar hinzu:" Aber das Mädchen das nicht verstehen, war mir schon klar."


nach oben springen

#12

RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 02.01.2015 00:29
von Alex • Senior Member | 5.811 Beiträge | 1036624 Punkte

Ach herrje. Ich hatte den jungen Planeten wohl ein klein wenig aus seiner gewohnten Umlaufsbahn geworfen. Doch was machte er denn eigentlich zu dieser Zeit im Wald? Anscheinend war er sogar schon länger unterwegs, da er sich wie ich auch auf dem Rückweg befunden hatte. Nachdenklich legte ich die ungeschminkte Stirn in Falten, als er auf meine Beleidigungen leicht merkwürdig reagierte. Was juckten in denn diese Raubtiere? Hatte er eine Affäre mit einem Wolf oder wieso verteidigte Chace sie so? "Erstens darf ich doch meine eigene Meinung über diese Tiere haben. Zweitens halte ich mich da auf, wo ich es will. Drittens provoziere ich gerne. Egal ob es jetzt irgendwelche billigen Flittchen, selbstüberzeugte Kerle oder aber auch Tiere sind. Verstanden?", gab ich selbstbewusst von mir. Ich hatte nur so verängstigt reagiert, da ich nicht mit Wölfen gerechnet hatte. Und außerdem hatte sich aus einem Wolf ein Mensch entwickelt. Wof. Chace. Diese Gedanken gingen mir nicht mehr aus dem Kopf, so sehr ich auch versuchte, sie zu verdrängen und auszulöschen. "Ich bin 17 Jahre alt. Ich bin in Miami geboren. Aber nachdem zwei Jahre nach meiner Geburt meine Mom bei einem Unfall ihr Leben verloren hat, konnte mein Vater mich und meine vier älteren Brüder schlecht alleine lassen, da er als Unternehmer ständig unterwegs ist. Das heißt, dass ich innerhalb von 15 Jahren maximal drei Monate in ein und der selben Stadt war. Daraus folgt, dass ich schon in genügend Wäldern war und mich notfalls auch wehren kann.", erklärte ich Chace ungeduldig und setzte nun das provozierende Lächeln auf, welches ich schon viel zu lange beherrschte. Letztendlich ließ sich jeder innerlich noch so starke Mensch irgendwann durcheinander bringen. Und ich tat meine Sache sehr gut, weswegen ich mir in den letzten Jahren mehr als genug Feinde gemacht hatte. Doch mit mir sollte man sich nicht anlegen. Mein Vater hatte wahrscheinlich mehr Einfluss als irgendwelche deutschen Adlige, die keine Sau kannte. Ich hatte vier ältere Brüder, welche wahre Muskeplakete waren und deren Lebensmittelpunkt Prinzessin Ronnie war. Und außerdem konnte sich Prinzessin Ronnie auch gut selbst verteidigen. Sämtliche Kampfsportarten hatte ich drauf. Mit wenig Griffen konnte ich einen zwei Meter Schranktypen auf den Boden bringen. Natürlich nur in schlimmen Fällen. Ansonsten tat ich kaum einer Fliege etwas zuleide. Meistens zumindest. Nachdenklich lockerte ich mich etwas und zog mir etwas Laub aus den Haaren. Mein Arsch fühlte sich auch ziemlich dreckig an. Also drehte ich mich um, streckte dem jungen Mann meinen runden Knackpo entgegen und drehte den Kopf etwas zu ihm. "Könntest du bitte mal den Dreck wegmachen?", bat ich ihn mit einem zuckersüßen Lächeln, klimperte mit den Wimpern und biss mir dieses Mal sexy auf die Unterlippe. Berührungsängste hatte ich keine. Warum denn auch? Wie gesagt, ich konnte mich wehren. "Und falls wirklich mal ein böser Wolf das Rotkäppchen angreift...", murmelte ich leise und zerrte an dem Saum der schwarzen Jogginghose. Kurz darauf hielt ich Chace ein Messer unter die Nase. "Das habe ich beim Sport immer dabei und ansonsten trage ich immer so ein kleines schwarzes Ding mit mir rum."; erklärte ich grinsend. "Mein Dad hat sie mir vor drei Jahren gekauft, als ich abends von so Typen angemacht worden bin. Seitdem ist meine kleine Pistole mein treuester Begleiter. Ist zwar in manchen Ländern schwierig wegen dem Waffengesetz oder wie das heißt, aber was soll's. Bevor mir jemand zu nahe kommt, knall ich ihm lieber eine Kugel in den Kopf.", klärte ich den jungen Mann mit einem frechen Grinsen auf und verstaute das Messer wieder ordentlich und stets griffbereit. Abwartend sah ich ihn an. Er sollte einfach meinen Po sauber machen. Tat Chace sicher gerne. Er war ja auch nur ein Mann mit Instinkten. Als er mir erklärte, dass ein Shirt nur unnötiger Ballast war und Schuhe nur irgendetwas verhinderten, zog ich die Augenbrauen nach oben. Aja. War mir neu. "Ich verstehe das zwar so irgendwie, aber erstens werde ich wohl kaum oben ohne durch den Wald laufen -wobei es dir und deinen männlichen Mitmenschen sicher gefallen würde-, noch stehe ich auf Hornhaut an den Füßen.", beschloss ich lächelnd.


nach oben springen

#13

RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 02.01.2015 03:09
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Es wäre eindeutig klüger gewesen, hätte ich mich wieder verdrückt. Oder sie ein wenig erschreckt. Ich hätte ihr ja nichts getan. Nur weil ich ein Werwolf war, hieß das noch lange nicht, dass ich auf Blutgeschmack und zerfetzte Leichen stand. Ich war nicht die Bestie, zu der Werwölfe immer gemacht wurden. Man sollte vielleicht nur nicht irgendwelche Psychopathen verwandeln, das war wirklich eher die unkluge Idee. Und Mädchen wie Ronnie wohl auch nicht. Die würde schon die Verwandlung nicht verkraften und dann würde das Drama entstehen, dass sie danach wahrscheinlich keinen tollen Nagellack mehr drauf hatten und sowieso, konnten sie als Wolf nicht zur Maniküre, keine Designer-Sachen tragen oder sonst was für Mist machen. Sie müssten ja nackt im Fell rumlaufen - oh Gott. Ich war ganz froh, dass die Mädels meines Rudels ganz entspannt waren. Sowieso kamen wir ja gut über die Runden, auch wenn wir Jungs uns doch ein paar Mal in den Haaren hatten. Lag daran, dass sich keiner niemandem unterwerfen wollte und jeder jeden provozierte und versuchte zu dominieren. So war das nun mal, aber wir konnten ja auch ohne richtige Rangordnung auskommen, immerhin besaßen wir auch noch den menschlichen Verstand.
Bei ihrem schnippischen, selbstüberzogenem Gerede verdrehte ich die Augen und machte eine Handbewegung, die so viel zu bedeuten hatte, dass sie mal zum Punkt kommen sollte, weil es mich einfach nicht interessierte, was sie da von sich gab. Wobei ich mir natürlich merkte, was sie sagte. Ich würde sowas von Probleme bekommen mit meinen Leuten. Wenn sie echt nur um es mir zu beweisen bis tief in den Wald lief und deshalb unser Rudel fand, würde ich mehr als nur ein kleines Problem haben. Vielleicht sollte ich ihr einen Fuß brechen, damit sie nicht mehr laufen konnte. Dann wäre sie weitaus weniger eine Gefahr. Anfangs hatte ich gedacht, dass sich das nur auf meine Ausgehzeiten beschränkte und auf einmal dachte ich über sowas nach. Das gefiel mir eindeutig nicht. Ich sah schon mit meinem inneren Auge den Wolf mit gesträubten Fell rumlaufen. Es war komisch wenn man aus zwei Positionen heraus dachte oder eher auf zwei Arten - Reaktion und Wolfsverhalten. Naja, gut, dass sie wohl keine Gedanken lesen konnte, das würde wohl schneller zu meinem Tod führen als alles andere. Als sie anfing, mir ihre Geschichte runter zu rattern, blähte ich die Wangen auf, starrte irgendwo in den Wald und verlagerte mein Gewicht auf ein Bein, während ich die Arme verschränkte. Als sie fertig war, sah ich sie wieder an. "Sorry. Du hast irgendwas gesagt, nach dem ich nicht gefragt hab. War es wichtig?", fragte ich ein wenig zynisch, schenkte ihr ein bezauberndes sarkastisches Lächeln. Ich hatte ihr durchaus zugehört. Und das war scheinbar besser so, weil mir immer mulmiger wurde, desto mehr sie ihren Mund aufmachte. Ob sie sich bewusst war, wie viel sie einem eigentlich wildfremden hier gerade preis gab, nur weil sie meinte, sie war der Mittelpunkt des Universums. Und lieber kommentierte ich auch nicht, dass sie es wohl noch nicht mit Wölfen zu tun hatte, die dann doch ein gutes Stück größer waren als die normalen, die dazu auch noch menschliche Kampftaktiken verstanden. Das behielt ich lieber für den Notfall.
Als sie mir doch wirklich ihren wundervollen Arsch entgegenstreckte, wanderte mein Blick natürlich dorthin hinab und meine Augenbraue wanderte nach oben. Ihre Frage war ja schon fast freundlich, weshalb ich kurz den Blick hob nur um ihrem anzüglichen Blick zu begegnen. Ein amüsiertes Grinsen stahl sich auf meine Lippen. Sie war schon sehr egozentrisch, wie mir schien. Selbstbewusst, selbstverliebt, selbstverkaufend. Ich hielt mich ja glücklicher Weise im Zaum, konnte deshalb beobachten, wie sie ein Messer hervorzog und staunte zugegebener Maßen ein wenig über ihre Intelligenz, eines dabei zu haben. Auch wenn mich das und ach ihre Erzählung einer eigenen Waffe ein wenig beunruhigte. Und ich war doch ganz froh, dass ich ihr nicht als Wolf gegenüber getreten war. Naja, ich wäre ja auch nicht auf Kuschelkurs gekommen, aber ich wollte nicht wissen, wie gut sie im Messerwurf war. Langsam schlenderte ich zu ihr, während sie leider verneinte, halb nackt durch den Wald zu laufen. "Tja, wirklich schade... ", murmelte ich einfach, beklagte mich nicht über Hornhaut. Das Problem hatte ich auch nicht wirklich. Gute Durchblutung und Verwandlungen taten so ihren Dienst. Da sie sich selbst immer noch nicht die Moosfusseln, Blätterreste und Erde vom Arsch gewischt hatte, sah ich ihr Angebot als immer noch aktuell. Aber statt ihren Hintern sauber zu putzen, stand ich nur dicht hinter ihr, lehnte mich leicht vor um ihr liebevoll ironisch ins Ohr zu hauchen: "Ich kümmere mich nicht um den Dreck anderer Leute." Dabei griff ich beherzt mit einer Hand ihren wundervoll knackigen Arsch, ehe ich von ihr abließ. Nicht, dass sie noch mit dem Messer auf mich los ging. Das bisschen Spaß sollte sie aber verstehen.


nach oben springen

#14

RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 02.01.2015 12:53
von Alex • Senior Member | 5.811 Beiträge | 1036624 Punkte

Ich lernte ja wirklich gerne neue Leute kennen und kontaktscheu war ich wohl gar nicht. So eine Eigenschaft hätte auch in mein bisheriges Leben so gar nicht rein gepasst. Wenn man ständig den Wohnort wechselte und darauf angewiesen war, schnell neue Freunde kennen zu lernen, lernte man so etwas. Ich war zwar immer zuhause unterrichtet worden, doch meine Hobbys hatte ich natürlich in Vereinen ausgeübt und sonst hatte ich mir einfach in der Innenstadt potentielle Freunde heraus gepickt. Doch als Chace dann endlich seinen verdammten Mund wieder öffnete und etwas sagte, wurde sogar ich für einen Moment kaum sichtbar etwas blasser um die schmale Nase und ich zog zusätzlich scharf die Luft ein. Was fiel ihm eigentlich ein? Empört schüttelte ich nur den Kopf und war sofort wieder die kalte Ronnie, die ich sonst auch immer war. "Ich sagte, dass ich gerne hier und jetzt wilden Sex mit dir hätte.", meinte ich also nur noch trocken. Doch dann kam mir Chace auch schon näher auf mich zu, stellte sich dicht hinter mir und beugte sich etwas zu meinem Ohr nach vorne. Oh. Schade. Aber immerhin griff er kurz zu, was mir einen vergnügten Laut entlockte. Mit trauriger Miene trete ich mich um, sah zu dem groß gewachsenen Kerlchen hoch und lächelte für einen Moment anders als bisher. Mein klingelndes Handy unterbrach jedoch die ruhige Stille des Waldes. Ich verdrehte die Augen, zog es aus der rechten Seite meines BHs hervor und starrte für einige Sekunden wenig begeistert das leuchtende Display an. David. Ich hatte gerade wirklich keine Lust auf meinen Zwecksfreund, doch trotzdem musste ich wohl oder übel hingehen, damit er sich keine Sorgen machte. Also holte ich einmal tief Luft, hielt mir das IPhone ans Ohr und murmelte ein müdes "Guten Morgen, Schatz.". Doch noch bevor ich etwas anderes sagen konnte, fing Dave an herum zu schreien wie ein Irrer. Ich musste mir das Handy etwas weiter weg halten, um nicht taub zu werden. "Du blöde Schlampe. Was fällt dir eigentlich ein, einfach für ein Jahr in dieses Kaff zu ziehen?! Hast du da einen Macker oder was? Du hättest locker zu mir kommen können. Wir hätten eine schöne Suite bewohnen können. Uns ein schönes Leben machen. Aber nein. Du billiges Ding musst ja als Babysitterin sonst wohin ziehen. Was soll dass, Joy? Wie kannst du es mir antun, hier alleine zu bleiben? Ich muss mir jetzt wieder irgendwelche Mädchen suchen, die wenigstens etwas an dich herankommen was fummeln und ficken betrifft.", kam es viel zu laut aus dem Hörer und ich biss mir auf die Unterlippe. Diese Situation war mir jetzt echt unangenehm vor Chace. Ich trat hastig zumindest einige Schritte von dem jungen Mann weg und schluckte sogar schon etwas ängstlich. "Du hast wieder getrunken, Dave. Richtig? Beruhige dich bitte. Es ist doch nur ein Jahr und wir können uns oft besuchen.", flüsterte ich mit beruhigender Stimme, konnte meinen wütenden Freund aber nicht beruhigen. "Ich schwöre dir Joy, wenn du dir diese scheiß Idee nicht aus dem Kopf schlägst und innerhalb der nächsten Tage nicht hier aufkreuzt, werde ich höchstpersönlich mit meinen Jungs in dieses Kaff Oceanside kommen. Und das wird sicher nicht schön für dich, Schlampe. Wir werden dich erst richtig hart ran nehmen und dann umbringen. Verstanden?", schrie der junge Mann weiter und legte daraufhin auf. Ein wenig perplex blieb ich etwa eine Minute regungslos stehen, ehe ich das Handy wieder an seinen Platz verstaute und den Blick senkte. "Ich sollte langsam mal weiter. Ich muss mich schließlich um deine Schwester kümmern.", murmelte ich leise und joggte dann auch schon an Chace vorbei. Nicht gerade langsam. Ich wollte einfach schnell weg hier. Schon an meinem ersten Tag hier hatte der junge Mann ungewollt die Wut und Aggression meines Freundes mitbekommen und mitangehört. Und gesehen, wie David mich runter machte. Peinlich. Unangebracht. Durfte nie wieder passieren. Ich war ein starker, stolzer Löwe. Niemand durfte mich erleben, wenn ich am Boden war.


nach oben springen

#15

RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 02.01.2015 19:00
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Ja, es lohnte sich doch immer wieder einem Mädchen zu sagen, dass man nicht zuhörte. Sie schien sich wirklich für sehr wichtig zu nehmen, so empört wie sie schien, nur weil ich klar gemacht hatte, dass es mich nicht interessierte, was sie da von sich gab. Es war wirklich unfassbar, aber was glaubte sie denn auch? Dass ich sie jetzt in den Arm nahm und weiß Gott was zu ihr sagte, nur weil sie mir ihre halbe Lebensgeschichte erzählte um zu begründen, dass sie sich verteidigen konnte. Ging es mich etwas an? Eigentlich nicht und noch weniger juckte es mich. Ich wollte nichts hören von ihrem Leben und es war auch unnötig, dass sie mir ihre Waffen aufzählte. Was sollte ich mit dem Wissen jetzt anfangen ihrer Meinung nach? Dass ich das Wissen nutzen konnte um sie noch mehr als Gefahr und als nervig abzustempeln, konnte sie ja nicht wissen. Ein amüsiertes Lachen konnte ich nicht unterdrücken, als sie doch wirklich sagte, dass sie es hier wild treiben wollte mit mir. "Ich glaube das hätte ich noch irgendwie verstanden", kommentierte ich ebenso trocken wie sie, ehe ich an sie heran trat und frech nach ihrem Knackarsch griff. Tja, sie flachzulegen wäre wahrscheinlich schon schön und sie schien zumindest über den Griff ein wenig begeistert. Vielleicht sollte ich doch einfach weiter mein Glück versuchen. Vor allem wo sie doch schon fast traurig aussah. Okay, ich konnte nicht sagen warum, aber die Vorstellung, dass es war, weil ich von ihr abließ, war doch eine schöne Vorstellung.
Ihr Handyklingeln zerstörte aber jeden weiteren Gedanken daran und als sie doch wirklich ihren 'Schatz' begrüßte, schenkte ich ihr einen tadelnden Blick. Da bot sie mir Sex an, jauchzte bei meiner Berührung und telefonierte dann mit ihrem Freund? Kleines Luder. Naja, was hatte ich auch anderes erwartet. Dass sie eine heilige, keusche Jungfrau war? Ach bitte, so sah sie nicht aus und so benahm sie sich nicht. Sie ließ sich wahrscheinlich zu gerne bestätigen von ihren Liebhabern. Meine Augenbrauen wanderten leicht in die Höhe, als ihr Freund so herum brüllte. Ich konnte das doch sehr klar verstehen und irgendwie amüsierte es mich. Ich war kurz am Überlegen, ihr einfach das Telefon weg zu nehmen und zu bestätigen, dass sie hier einen Macker hatte, aber es war viel zu interessant zu lauschen, als dass ich es unterbrechen wollte. Ich war ein wenig erstaunt, wie er sich beklagte, dass er sich neue Weiber für 'fummeln und ficken' suchen musste. Klang nicht sehr romantisch, sowohl von der Tatsache her, dass er es so benannte, als auch weil er sich scheinbar neue suchen wollte. Ich ließ zu, dass sie sich etwas entfernte, verfolgte sie nur mit Blicken. Ich nahm ihre Angst wahr, auch wenn ich es mir nicht anmerken ließ. Und auch beobachtete ich sie mit einem leichten Stirnrunzeln, als würde ich mich fragen, was da gesprochen wurde, aber ich verstand es noch ziemlich gut. Und ich wusste nicht, ob ich mir vielleicht doch Sorgen machen sollte um die kleine 'Schlampe', wie ihr Freund - oder jetzt Ex? - sie liebevoll nannte. Ich konnte aber auch hoffen, dass sie naiv und dumm genug war, ihm nachzulaufen und wieder verschwand. Das wäre super. Falls die Kerle aber tatsächlich auftauchen sollten, dann würde ich mein Hab und Gut verteidigen. Wenn die auf unser Grundstück kamen, waren sie geliefert. Da war es mir egal, ob ich die Kleine nicht mochte oder gar hasste, ich würde keine fremden Männer auf meinen Grund lassen, damit sie Chaos veranstalteten und die Kleine vergewaltigten und töteten.
Ich beobachtete sie gut, bis sie schließlich los lief. Es war klar ersichtlich, dass sie das erst einmal schlucken musste, aber ich nahm es mir mal frei, sie nicht alleine zu lassen. Um sie zu nerven, nicht um ihr beizustehen. Ich setzte ihr also nach, holte sie auch schnell wieder ein, ich war immerhin schnell und ausdauernd. Ich war ein Werwolf, was erwartete man sonst. Relativ entspannt lief ich also neben ihr trotz des flotten Tempos und sah sie an. "Sag mal, wer war denn DER nette Herr? Dein Freund? Ein ganz toller Typ. Das Sex-Angebot steht dann nicht mehr, hm?", fragte ich sie munter aus, lächelte sie dabei unschuldig an, während ich mir trittsicher meinen Weg neben ihr über kleinere Wurzeln und den Weg bahnte.


nach oben springen

#16

RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 02.01.2015 22:46
von Alex • Senior Member | 5.811 Beiträge | 1036624 Punkte

Und es fiel Chace tatsächlich ein, mir in einem lockeren Tempo zu folgen und mich einzuholen. "Sag mal, was fällt dir eigentlich ein?", schnauzte ich ihn wütend an und meine blau-grauen Augen funkelten gefährlich. "Habe ich irgendetwas falsch rüber gebracht oder wer hat dir ins Hirn geschissen?", meckerte ich ohne Pause weiter und schnaubte wütend. "Habe ich irgendwie erwähnt, dass du mich auf dem Heimweg begleiten sollst? Nein! Hier gibt es doch genügend andere Wege, sodass du nicht den selben wie ich nehmen musst, oder? Und selbst wenn, dann halte einfach deine behinderte Klappe, überhole mich und fertig.", stieß ich noch immer aufgebracht hervor und blieb stehen. "Der nette Herr war mein Freund, richtig. Wobei ich nicht weiß, was dich das angeht. Und mit so einem Spasten wie dir würde nie im Leben Sex haben, kapiert? Siehst zwar nicht so schlecht aus, aber dich hat man als Baby dreimal hochgeworfen und nur zweimal wieder aufgefangen, hm?", zickte ich weiter und war mittlerweile gar nicht mehr zu stoppen. "Wie kann so etwas wie du nur so tolle Eltern und eine so süße kleine Schwester haben? Bist du vielleicht adoptiert?", fragte ich mich laut und setzte ein beinahe gehässiges Grinsen auf. "Kümmere dich einfach um deine eigene Scheiße und gehe mir so gut wie möglich aus dem Weg, ja? Damit sind wir wahrscheinlich beide glücklich.", murmelte ich und schüttelte abwertend mit dem Kopf. Wie konnte dieser Chace es wagen, so mit mir umzugehen? Er sollte mich vergöttern. So wie jeder andere Junge eben auch. Stattdessen war er ein sturer Bock und in seiner Erziehung war wohl irgendetwas schief gelaufen. Erneut riss mich mein Handy aus dem Gespräch. Wütend packte ich es aus. Daddy. Sofort breitete sich ein strahlendes Lächeln in meinem Gesicht aus. "Daaadddyyy. Wie schön, dass du anrufst. Ich vermisse dich jetzt schon so sehr." ... "Wie es mir hier geht? Die Eltern sind super lieb und das kleine Mädchen ist eine richtige kleine Prinzessin.", beantwortete ich die Fragen lächelnd. "Der ältere Sohn? Wie er so drauf ist? Nun ja. Mir sind meine vier Brüder lieber.", gab ich ehrlich zu und lächelte bitter. "Bitte, was?", stieß ich anschließend empört hervor und musste kichern. "Nein, nein, Daddy. Keine Angst. Du weißt doch, dass David und ich überglücklich sind und wir uns niemals betrügen würden. Jaaa...Nein. Wenn Chace mir zu nahe kommt, informiere ich euch natürlich sofort, Daddy. Wie ist es so in der Kälte?", änderte ich geschickt das Thema und seufzte leise. Meine Jungs durften nichts von den Problemen zwischen Dave und mir mitbekommen. "Ich bin immer noch froh, dich dieses Mal nicht begleitet zu haben. Aber ich schicke dir später die Adresse von hier. Schicke mir ganz viele Postkarten, ja?", bat ich meinen Vater mit einem glücklichen Lächeln auf den Lippen. "Ich hab dich auch ganz doll lieb, Daddy. Bis dann.", verabschiedete ich mich am Ende noch liebevoll, legte dann auf und steckte das Handy wieder in die Seite meines BHs. "Und jetzt wieder zu dir.", murrte ich an Chace gewandt und sofort wich wieder die Zärtlichkeit und Liebe aus meinem Gesicht. "Ich bin nur hier, um auf deine Schwester aufzupassen. Wieso auch immer du das nicht erledigen kannst. Heute suche ich mir gleich ein paar Freunde. Mit dir will ich nichts zu tun haben, kapiert?", zischte ich genervt und rollte mit den kalten Augen. "Und ich schwöre dir, wenn du mich einmal irgendwie blöd anmachst oder belästigt, kastriere entweder ich dich oder meine Brüder. Sonst noch Fragen?", informierte ich den jungen Mann emotionslos, trat einen Schritt auf ihn zu und knallte ihm ohne mit der Wimper zu zucken meine Hand gegen die rechte Wange. So fest, dass mein Händeabdruck rot zurück blieb. "Und die war für diese dumme Frage, ob das Sex-Angebot noch steht. Frage mich niemals wieder nach so etwas, verstanden? Ich lerne zwar gerne Männer kennen und flirte auch mal, aber ficken tue ich nicht mit ihnen. Denn würde ich das machen, würde mich David umbringen. Aber das geht dich auch nichts an.", meinte ich abschließend, sah Chace noch einmal mit gerunzelter Stirn und ziemlich böse an, ehe ich auf dem Absatz kehrt machte und dieses Mal nicht den Trampelpfad benutzte, sondern querfeldein hinter den Bäumen verschwand.


nach oben springen

#17

RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 03.01.2015 00:14
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Oha, die Kleine wurde ja richtig zickig. Okay, ich hatte es erwartet, ich wollte sie aufregen. Amüsiert grinste ich sie an, während sie mich so wütend anfunkelte und mich munter beleidigte. Ihre Wortwahl war nicht sehr appetitlich und auch nicht freundlich, aber das hatte ich auch nicht wirklich gedacht. Tja, es passte ihr scheinbar gar nicht, dass ich sie nicht in Ruhe ließ und ihr auf den Zahn fühlte. Ich konnte mir vorstellen, dass es sie nervte, ankotzte und was auch immer, aber ich hatte nicht gedacht, dass sie so ausflippte. Ein genervtes Augenverdrehen hätte es ja auch getan und ein paar Flüche. Ich schüttelte leicht ungläubig darüber den Kopf, als sie auf einmal stehen blieb. Ich kam auch zum Stehen, drehte mich zu ihr um. "Vielleicht wollte ich aber diesen Weg schon vorher nehmen", meinte ich locker, zuckte mit den Schultern. Als würde ich einen anderen Weg nehmen, nur weil Madam einen für sich beanspruchte. So weit würde es noch kommen. Bei ihren Worten darüber, dass sie keinen Sex mit mir haben würde, zog ich eine gespielt beleidigte Schnute und sah sie schon fast traurig an, auch wenn es vielleicht nicht unbedingt so klug war, denn sie schien sich gerade richtig in Rage zu reden. Terror-Rotznase. Erst als sie anfing wirklich dreist zu werden, dass sie sagte, ich wäre adoptiert, verengte ich wütend meine Augen, verschränkte meine Arme und starrte sie hasserfüllt an. "Na na, langsam übernimmst du dich, Rotznase", knurrte ich und benannte sie mit dem schönen Spitznamen. Ich hätte sie am liebsten wirklich angeknurrt. Richtig. Aber das hätte ihr zartes Herz vielleicht nicht verkraftet. Vielleicht hätte ich ihr vielleicht auch ein paar Takte erzählt, doch mal wieder klingelte ihr Handy und es war echt ekelhaft, wie sie anfing zu strahlen und zu reden wie eine 5-jährige, die wirklich noch ihren Vater vergötterte und am liebsten ihn auch heiraten würde, wenn sie 'groß werden würde'. Meine Miene wurde zusehends angeekelt und die Vorstellung ihr nahe zu kommen, rückte ganz weit weg. Wenn sie so mit mir sprechen würde, würde ich wahrscheinlich das Kotzen kriegen. Mit einer kleinen Geste deutete ich ihr das auch zu gerne und gut an. Warum unterbrach ich sie eigentlich nicht einfach oder ließ sie einfach in ihrer Wut auf mich und Schwärmerei für ihren "Daddy" alleine im Wald stehen?
"Kotz, würg. Ist ja eklig. Bist du Fünf Jahre alt?", fragte ich sie angewidert, als sie schließlich aufgelegt hatte. Das war doch echt nicht normal. Ich liebte meine Eltern doch auch, aber garantiert nicht so. "Also ich hab mir keine Putze gewünscht und deinen Einfluss würde ich meiner Schwester gerne ersparen. Und glaub mir. Ich habe Freunde, dir rennen sie nur nach, wenn du dich billig verhältst. das kannst du scheinbar gut", meinte ich süffisant und ihre kleine Drohung überhörte ich einfach. "Tja. Ich frage mich nur, wie deine Familie dich aushält", brummte ich auf ihre rhetorische Frage hin. Gott, was war das nur für ein Mädel. Ich hätte mich gedanklich wahrscheinlich nicht so über sie aufregen sollen und ich hatte auch gedacht, dass sie einfach gehen würde. Fehlanzeige. Und anstatt dass sie sich nur versuchte vor mir aufzubauen, nein. Ihr Schlag hinterließ einen brennenden Schmerz und ich musste mich arg zusammen reißen nicht zurück zu schlagen oder sie zu erwürgen. Ich konnte gut verstehen, warum ihr Freund sie Schlampe nannte. Ich starrte sie auch bei ihren Worten immer noch stumm an, meine Hände zu Fäusten geballt und mehr als wütend. Ich antwortete nur nichts, weil ich die Sorge hatte, dass ich nur noch grollen würde, dass ich die Kontrolle über den Wolf in mir verlor und ihr die Kehle zerfetzte. Als sie schließlich los lief, wartete ich noch ein paar Atemzüge, ehe ich mit einem wütenden lauten Knurren gegen einen Baum schlug, so doll, dass es mir fast selbst weh tat. Die Rinde riss ein, splitterte ab, aber das interessierte mich herzlichst wenig. Ich wirbelte herum, ich musste dringend Energie loswerden und ich sollte dabei keine Bäume fällen. Vor mich hin fluchend folgte ich also dem Weg in einem ziemlich schnellen Tempo. Ich wollte den Hass auf dieses Mädchen weglaufen, was nur aufgrund meiner hohen Ausdauer nicht so wirklich funktionierte.
Als ich zuhause ankam, war ich dann doch etwas außer Atem, aber immer noch stinkwütend. Ich putzte mir die Füße an der Matte so gut ab wie möglich und warf die Tür hinter mir ins Schloss. Meine Mutter sah mich ein wenig verwundert und tadelnd an, als sie den Kopf aus der Tür zur Küche streckte und schüttelte leicht den Kopf. "Morgen", knurrte ich nur ohne sie anzusehen. Ich befürchtete, dass meine Augen immer noch heller waren als normal, goldoliv-farben, wie wenn ich als Wolf durch die Gegend lief. Ich war einfach viel zu aufgebracht, es war schon fast bescheuert, dass mich der Streit so aus der Bahn geworfen hatte. Gott ich freute mich schon, wenn ich wieder bei der Arbeit war und da dann erst einmal Schießtraining machen durfte. Ich würde mir einfach vorstellen Ronnie Rotznase zu erschießen, dann würde ich mich vielleicht abregen. Oder wenn sie doch abhaute zu ihrem Freund. Ich würde ihn vielleicht doch einfach rein lassen, wenn er sie abholen wollte. Er ging mich nichts an, dann ging es mich auch nichts an, wenn er sie vergewaltigen und umbringen wollte. Nicht mein Problem. Wütend stampfte ich die Treppe hoch, ging schnurstracks ins Bad und warf auch die Tür hinter mir zu. Ich zog die Shorts aus, ließ sie einfach mitten im Weg liegen und legte mir frische Handtücher zurecht. Vielleicht half ja eine heiße Dusche um die Wut ein wenig los zu werden.


nach oben springen

#18

RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 03.01.2015 00:40
von Alex • Senior Member | 5.811 Beiträge | 1036624 Punkte

Es war noch richtig lustig gewesen mit Chace im Wald zu streiten. Er hatte den Weg schon vorher nehmen wollen? Er war doch der, der halb nackt urplötzlich hinter einem Busch hervor kroch. Ich übernahm mich und war eine Rotznase? Tzzz. Und auch zu der Sache mit meinem Vater schwieg ich lieber. Was hätte ich denn groß sagen sollen? Ich liebte ihn abgöttisch und verehrte ihn wie einen Gott. Mein Vater war immer für mich da gewesen. Ich hatte keine Mutter gehabt, die mich aufgeklärt hatte und mir die ersten Tampons gekauft hatte. Ich hatte keine Mutter gehabt, die mit mir BH's kaufen ging. All das hatte immer mein Vater erledigt und noch heute war es mir keineswegs unangenehm. Ich war seine kleine Prinzessin, der niemand Schaden zufügen durfte. Lebensmittelpunkt und was sonst noch. Echt lustig, wenn Chace sich so aufregte über etwas, was ihm doch scheiß egal sein konnte. Und ach, er hatte sich also keine Putze gewünscht? Was für ein Scherzkeks. Als würde ich ihm hinterher räumen. Er konnte mich mal. Und einen schlechten Einfluss hatte ich gewiss nicht, solange es um kleine Kinder ging. Wahrscheinlich war der junge Mann nur eifersüchtig, dass seine kleine Schwester so gut mit mir auskam. Da war das Brüderchen schnell abgeschrieben, wenn man eine Artgenossin gefunden hatte. Doch die anschließenden Worte hatten mir doch kurz den Atem geraubt. Ich und billig? Ein verächtlicher Schnauber von meiner Seite. Ich konnte sehr gut austeilen und hatte bisher auch immer gewonnen. Nur leider schien Chace anders zu sein. Er ließ sich weder von meiner bösen Seite einschüchtern noch von meiner verführenden Seite um den Finger wickeln. Dumm gelaufen, würde ich mal sagen. Also blieb mir letztendlich nur eins übrig. Ihm aus dem Weg gehen, so gut es eben ging, wenn man zusammen in einem Haus wohnte. Hatte der Typ eigentlich nicht einen Job oder so was? Alt genug sollte er ja schließlich sein und für was hätten die Eltern sonst mich für die Kleine gebraucht? Wahrscheinlich war Chace Gärtner oder Gangster. Irgendwas bizarres eben. Doch irgendwann hatte ich doch noch einmal das Wort ergriffen, allerdings mit gedämpfter Stimme. "Meine Familie hat nicht nach jemanden gesucht, der meine Rolle als großes Geschwisterchen übernimmt.", stellte ich kühl fest. War doch auch so. Es hatte sicher seine Gründe, warum die Eltern des jungen Mannes nach einem Au-Pair gesucht hatten. "Und wenn ich mir so ansehe, wie du dich benimmst, verstehe ich sie vollkommen.", rätselte ich nachdenklich. Der Schlag hatte Chace eindeutig weh getan und es sah für einen Moment so aus, als würde er ebenfalls die Hand gegen mich erheben. Sollte er nur machen. Wenn man ständig durch die Welt reiste, knüpfte man viele Kontakte. Meine Männer und ich hätten diesen Idioten schneller hinter schwedische Gardinen gebracht als er überhaupt die Hand gegen mich erheben hätte können. Den Schlag hatte ich nur noch dumpf gehört, aber weitgehend ignoriert. Weswegen denn auch?

Wenig später war ich am Haus angekommen und hatte mich erst einmal in mein Zimmer verkrochen. Schnell zog ich mich um und stylte mich etwas zurecht. Ich entschied mich für eine enge helle Skinnyjeans, ein locker fallendes graues Tanktop und schicke schwarze Boots mit goldenen Verzierungen. Die Haare öffnete ich und kämmte sie erst einmal durch, damit sie schön fielen. Auf Make-Up hatte ich zwar keine große Lust, entschied mich aber am Ende wenigstens noch für Wimperntusche und Lippenstift. Mehr brauchte es nun wirklich nicht. Ich lächelte mein Spiegelbild an und steuerte dann das Zimmer von Jessemine an, welches ebenfalls hier auf der Etage lag. Freundlich klopfte ich an und schob die Tür einen Spalt auf. "Bist du schon wach?", informierte ich mich und entdeckte das kleine Mädchen auf dem Boden spielend. Lächelnd gesellte ich mich zu der Süßen und tat, wozu ich eben hier war. Mich um sie kümmern.


nach oben springen

#19

RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 03.01.2015 03:41
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Ich stand wahrscheinlich eine halbe Ewigkeit unter der heißen Dusche, aber es half nicht. Ich hätte fast die Fliesen verprügelt. Das Duschen brachte mir also gar nicht. Wahrscheinlich hätte ich einfach vom Laufen direkt weiter zum Sportstudio laufen können um ein wenig Krafttraining zu machen. Ich musste mich auspowern und das ging nun mal nicht nur durch Laufen. Ich besaß zu viel Ausdauer um mal eben fertig zu werden. Ziemlich ätzend manchmal. Als irgendwann die Luft dick vor Wasserdampf war und das Atmen schon fast schwer fiel, erst da drehte ich das Wasser ab und griff nach den Handtüchern um mich abzutrocknen. Da ich keine neuen Sachen mitgenommen hatte, wickelte ich mit das Handtuch schlicht um die Hüfte, sammelte meine Shorts wieder auf und ging dann aus dem Bad zu meinem Zimmer. Ich schloss die Tür diesmal in normaler Lautstärke, begab mich zu meinem Kleiderschrank und sammelte mir neue Sachen und zog sie an. Um mich schon mal wenigstens diesen Abend zu retten, schrieb ich meiner Gruppe, ob sie heute Abend Zeit hätten, und während ich auf Antwort wartete, räumte ich noch flott auf, ehe ich nach unten trabte, dem Geruch nach frischen Kaffee und Brötchen folgte. Als ich in der Türschwelle zur Küche stand, wurde ich schon fast direkt wieder verscheucht. "Hol die Mädchen", flötete meine Mutter, als sie gerade die gekochten Eier abschreckte. Ich drehte mich also wieder um, lief die Treppe wieder hoch und zum Zimmer meiner Schwester. Leise klopfte ich an, steckte den Kopf durch die Tür. Kurz erschien ein sanftes Lächeln auf meinen Lippen, als mich die Kleine anstrahlte, ehe mein Blick zu Madam Zicke glitt. "Frühstück ist fertig, ihr sollt runter kommen", meinte ich, während ich ins Zimmer kam, meiner Schwester durchs Haar strubbelte. Sie griff sich leicht beschwerend nach meiner Hand und ich hob sie daran hoch, bis sie auf den Füßen stand. Munter zog sie mich dann aus ihrem Zimmer Richtung Treppe, berichtete vom Spielen und wie cool Ronnie doch war. Ich hörte ihr mit mäßiger Begeisterung zu. Ich mochte Veronica einfach nicht, würdigte sie nicht eines Blickes und meine Schwester verehrte sie so. Und das jetzt schon. Irgendwie ging es mir ziemlich gegen den Strich, ja.
Als ich am Frühstückstisch dann endlich irgendwann meine heißersehnte Rettungsnachricht bekam, seufzte ich zufrieden, klärte die Zeit ab und gerade, als ich mein Handy sowieso weglegen wollte, beschwerte sich meine Mutter. "Kannst du dein Handy nicht wenigstens am Frühstückstisch weglassen? Ist es so wichtig?" Ich enthielt ihr lieber vor, dass es mir ziemlich wichtig war, vor Ronnie zu flüchten. "Ich hab mich nur für heute Abend verabredet", erklärte ich also schlicht, steckte mein Handy weg und sah wieder auf. Und ich konnte sehen, wie der Schlag der Dummheit meine Welt zerbrechen würde. Meine Mutter strahlte mich an, dann Ronnie. "Willst du nicht mit gehen? Seine Freunde sind bezaubernd", sagte sie freudig. Ich seufzte leise, fuhr mir mit einer Hand durchs Gesicht und brummte hervor: "Werde ich oder meine Freunde auch mal gefragt, wen wir dabei haben wollen und wen nicht?" Meine Mutter nahm aber keine Notiz davon, wollte Rotznase weiter davon überzeugen mit zu gehen. Ich spülte meinen Ärger lieber in einem heißen Schluck Kaffee herunter und erstickte ihn auch in einem Bissen Brot. Meine Schwester fand die Idee natürlich auch toll und fragte, ob Ronnie dann mein Date war, wenn wir ausgingen. Ich hatte mich fast verschluckt, erklärte ihr ruhig, dass man auch einfach miteinander ausgehen konnte, ohne dass es ein Date war. Es lief nur trotzdem darauf hinaus, dass sie mitkommen würde. Na super. Ich berichtete also meinen Leuten, dass es kein Rettender Abend war, sondern der wieder zu retten galt. Ich würde mich wahrscheinlich zu Tode saufen, damit ich den Abend ertrug.
Den Tag schlug ich mir halb tot und ich verbrachte doch wirklich noch etwas Zeit im Fitnessstudio um Krafttraining zu machen. Ich hatte frei und zuhause wollte ich nicht sein, also trainierte ich und trainierte noch mehr, bis ich angenehm erschöpft war. So ein Sixpack wollte aber halt auch seine Zuwendung bekommen und durfte gerne bleiben. Und es ersparte mir eben eine ganze schöne Zeit, die ich Ronnie über den Weg laufen könnte. Im Fitnessstudio duschte ich halt nochmal, bevor ich wieder nach Hause kam. Jedes weitere Essen nahm ich nur auf meinem Zimmer zu mir, ging Ronnie wie geplant aus dem Weg. Am Abend dann musste ich ja leider auf sie warten. Ich selbst hielt meinen Kleidungsstil schlicht mit dunklen Jeans und hellen Hemd, dessen oberste Knöpfe ich offen ließ. Ich konnte es mir ja leisten. Ungeduldig wartete ich schließlich viel zu nett darauf, dass sich die Schlampe endlich mal die Treppe herunter bequemte. Ich wollte schon am liebsten vor ein paar Minuten losgegangen sein. "Hast du es bald?", rief ich die Treppe hoch, hörte aber bald das Klacken der Schuhe auf der Treppe. Kurz, aber nur für den Bruchteil einer Sekunde, vergaß ich meinen Hass um kurz ihre verdammt langen Beine zu bewundern, dann ihre schöne Figur, die durch das Kleid betont wurde. Natürlich passte alles zusammen von Schuhspitze bis Frisur und Accessoires. Sollte mich aber nicht weiter jucken, außer, dass ich nicht wusste, ob das vielleicht doch etwas too much war für die Bar. Aber naja, besser als ein hässliches Entlein mitzunehmen. Seufzend hielt ich sogar die Tür auf, damit sie ihren Arsch schnell raus bewegte und kontrollierte, ob ich alles dabei hatte, ehe ich die Haustür hinter uns zu zog und schweigend mich mit ihr auf den Weg zu unserer Stammbar machte. Ich hätte gehofft, dass wir unseren Treffort woanders hin verlegten, damit mir oder uns wenigstens die Bar noch blieb, aber nein. Und ich war wirklich stinkig auf sie, hatte keine Lust mit ihr den Abend zu verbringen. Sie hatte mir eine geklebt und gefragt, ob ich adoptiert wäre. Das war unter jeder Gürtellinie.
Dennoch war ich nett genug ihr zu sagen, wo die Bar war, dass es in der Stadt auch viele andere nette Orte und Geschäfte gab. Diente natürlich dem Zweck, dass sie sich selbst woanders beschäftigte. Schließlich kamen wir an an der Bar. Sie war modern, aber gemütlich eingerichtet, hatte Lounge-Ecken und eine Tanzfläche, einen langen Tresen und spielte gute Musik. Ich führte Ronnie zu unserem Stammplatz, einer Sitzecke, von der man super Sicht und Wege überall hin hatte. Ich stellte ihr dann der Reihe nach Sam und Ryan vor, die mehr als begeistert schienen und mich schon fast mit Blicken etwas verhöhnten. Jennifer und James, die in der Ecke saßen und freundlich, aber skeptisch Veronica begrüßten, ebenso wie Marcus und Rebecca. Und dann war da noch Alison. Sie sprang auf, als sie uns sah, umarmte mich stürmisch und flüsterte dabei nur für mich hörbar ins Ohr: "Heilige Scheiße, du hast gar nicht gesagt, das sie so scharf ist" Ich hörte ihr die Aufregung an. Ihren Kummer, dass sie Jennifer nicht haben konnte, schien vergessen. Gut, vielleicht könnte sie Jennifer sogar haben, aber sie sprach nicht über ihre Sexualität. Außer mit mir. Was ein wenig Kopfkino produzierte so ab und an, aber gut. Wenn auch ein wenig verlegen umarmte Alison auch Veronica und stellte sich vor, ehe wir uns setzten und recht bald was bestellten. Der Abend konnte losgehen. Ich musste dringend was trinken. Erstens um mir den Abend nett zu trinken und zum anderen um mir die Idee nett zu saufen, dass meine beste Freundin, die vorher noch so über Ronnie meckerte, jetzt, wo sie sie gesehen hatte, total verschossen war. Na Halleluja und hoch die Gläser.


nach oben springen

#20

RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 03.01.2015 18:04
von Alex • Senior Member | 5.811 Beiträge | 1036624 Punkte

Als es an der geschlossenen Zimmertür klopfte, hob ich interessiert den Blick und entdeckte dann auch schon Chace. Auch er schien nicht sehr begeistert über meine Anwesenheit zu sein. Trotzdem beobachtete ich den jungen Mann und seine Schwester lächelnd, ehe ich mich ebenfalls erhob und den Geschwistern folgte. Dabei hörte ich Jessemine geradezu von mir schwärmte. Ein amüsiertes Grinsen huschte über mein Gesicht, als ich von hinten sah, dass Chace sich anspannte. Armer Kerl. Jeder schien mich hier zu lieben. Und dabei war ich erst seit dem Vortag hier und hatte bisher kaum etwas getan. Wie er sich wohl dabei fühlte? Wahrscheinlich nicht sehr gut, aber interessierte es mich? Nein. Alles drehte sich um mich, so wie ich es kannte. Warum sollte ich also etwas daran ändern? Ein etwas fieseres Grinsen löste das amüsierte ab. Mir gefiel es. Es war wie Balsam für meine Seele nach der Auseinandersetzung mit David. Schweigend ließ ich mich am gedeckten Tisch auf einem freien Stuhl nieder und beobachtete eine Zeit lang die strahlenden Augen des kleinen Mädchens und dann die genervten Blicke der Mutter, welche sich jedoch an Chace richteten. "Heutzutage ist ein Leben ohne Smartphone für uns Teenies geradezu unmöglich.", stellte ich trocken fest und lächelte Chace hilfsbereit an. Oh, ich war so gut.Eben hatten wir uns noch fast geprügelt und jetzt tat ich so, als wären wir schon jetzt wie Bruder und Schwester. "Du musst ihn nicht verteidigen, Liebes. Chace weiß ganz genau, dass wir es nicht dulden, wenn jemand beim gemeinsamen Essen am Handy klebt.", erklärte Theresa mit mit einem sanftmütigen Lächeln. "Aber bedauerlicherweise hast du Recht."; fügte sie noch nachdenklich hinzu. Ich lächelte sie nur zuckersüß an und sah mich auf dem Tisch um. Ich hatte ehrlich gesagt kaum Hunger, weswegen ich nur nach einem Buttercroissant griff und dieses viel zu langsam aß. Aufmerksam wurde ich erst dann wieder, als ich plötzlich bemerkte, dass sich das Gespräch um mich drehte. Erschrocken hob ich den Blick meiner Augen und lächelte etwas verwirrt. "Bitte, was?", fragte ich nach und runzelte die Stirn, als Jesse, wie ich sie nannte, irgendetwas davon plapperte, ich wäre das Date von ihrem Bruder. "Bitte, was?", fragte ich erneut und dieses Mal deutlich empörter. Anscheinend wurde hier gerade beschlossen, dass ich am Abend mit Chace und seiner Clique ausgehen sollte. "Keine Angst, ich habe einen Freund.", stellte ich also sofort klar und zwinkerte Jesse verschwörerisch zu. Diese sah sofort begeistert zu mir und begann, mich mit Fragen über diesen Freund zu löchern. "Sein Name ist David, er ist 20 Jahre alt und seinen Eltern gehört eine luxuriöse Hotelkette. Ich habe ihn während einem Aufenthalt in einem dieser Hotels in London kennen und lieben gelernt. Wir sind jetzt so fast zwei Jahre zusammen.", beantwortete ich die Fragen amüsiert und zuckte zusammen, als Chace's Vater vorschlug, das David mich doch mal übers Wochenende besuchen kommen könnte. Platz genug gäbe es in dem Haus ja. Kurz warf ich einen Blick auf den jungen Mann, welcher heute bereits erlebt hatte, wie mein Freund drauf war. "Ich denke, dass ist keine gute Idee. David ist immer schwer beschäftigt.", redete ich mich geschickt heraus und setzte einen traurigen Gesichtsausdruck auf.

Den restlichen Tag verbrachte ich mit meiner neuen kleinen Freundin Jessemine, welche ein wahres Goldstück war. Zuerst verschwanden wir gemeinsam im Bad, wo ich ihr eine schöne Frisur machte und nachdem sie mich minutenlang genervt hatte auch etwas nudefarbigen Lippenstift auftrug. Auf meine Proteste sie wäre dafür noch zu jung, erzählte sie mir nur von dem süßen Nachbarsjungen, der zwei Jahre älter war als sie. Lachend hatte ich sie daraufhin aus dem Haus gezogen. Den Vormittag hatten wir im Garten verbracht, dann hatte ich ihr mittags eine Kleinigkeit gekocht und dann waren wir noch in die Stadt gefahren, da sie irgendeine Pferdezeitschrift gewollt hatte. Gegen 17 Uhr hatte ich die Kleine dann in ihrem Zimmer abgesetzt und war ins Bad verschwunden, um mich für den Abend fertig zu machen. Rasieren, Haare waschen, eincremen, Haare föhnen und mit dem Lockenstab noch etwas welliger machen und anschließend noch schön schminken. In meinem Zimmer entschied ich mich für sexy Dessous und ein schwarzes Spitzenkleid mit schwarzen High Heels dazu. Mit etwas Schmuck und Parfüm war mein Outfit dann perfekt. In die kleine Clutch steckte ich noch einige wichtige Dinge und steuerte dann auch schon auf die Treppe zu. Von unten ertönte die ungeduldige Stimme von Chace. Dieser starrte mich für nicht einmal eine Sekunde überrascht an, öffnete mir dann die Tür und schlenderte gemütlich neben mir den Bürgersteig entlang. Hin und wieder erzählte er mir von netten Orten und Geschäften, wobei ich nicht viel darauf antwortete. Nur, dass ich mit seiner Schwester bereits in der Innenstadt gewesen war. Dann war es aber auch schon so weit. Wir betraten die Bar und ich lief mit eleganten großen Schritten und wiegender Hüfte neben Chace her. Ein gutes Paar würden wir schon abgegeben. Stellte ich ziemlich schnell fest, als wir an einem Spiegel vorbeiliefen. Lächelnd begrüßte ich zuerst die beiden Kerle, welche mir Chace als Sam und Ryan vorstellte. Beide sahen mich ziemlich interessiert und begeistert von oben nach unten an. Ich zwinkerte ihnen noch kurz zu, ehe ich grüßend die Hand in Richtung Marcus und Rebecca hob. Als ein echt hübsches Mädchen auf Chace zustürmte, zog ich interessiert die Augenbrauen etwas in die Höhe und grinste in mich hinein, als diese Alison mich umarmte.

Die erste Stunde verbrachte ich noch relativ sittlich neben Alison auf der gemütlichen kleinen Sitzecke. Bestellt hatte ich mir vorerst nur ein alkoholfreies Ginger Ale. Ich wusste nicht, wie alt die anderen hier waren. Ich durfte mit meinen süßen 17 Jahren allerdings offiziell noch keinen Alkohol trinken. Irgendwann erreichte mich allerdings eine SMS, welche mich blass um die Nase werden ließ. "Entschuldigt mich bitte kurz.", murmelte ich etwas betroffen, drängte mich aus der Sitzecke hinaus und verschwand nach draußen. Zehn Minuten später tauchte ich durchaus aufgebracht wieder auf, ließ mich nun aber direkt an der Bar nieder. Ich brauchte Alkohol. Viel Alkohol. Also ging ich auf Flirtkurs mit dem nicht mal so hässlichen Barkeeper. Kurz darauf hatte ich den ersten Shot auch schon in meine Kehle gekippt. Knapp zwanzig Minuten lang trank ich am Stück wirklich alles, was der Kerl mir anbot. Angebissen hatte er wie gewohnt sehr schnell und nun ließ er mich gratis all seine Kreationen probieren. Ich konnte mir durchaus schlimmeres vorstellen. Als sich jemand auf den Hocker neben mich setzte, sah ich auf und erkannte zuerst nur verschwommene Umrisse. "Geht es dir gut?", ertönte die sanfte Stimme von Alison und ich spürte Streicheleinheiten an meiner linken Schulter. Ich seufzte leise und zuckte mit den Schultern. "Mein ältester Bruder hat sich ziemlich mit seiner Freundin gestritten und die ist jetzt aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen. Ich habe mich mit Lilly voll gut verstanden und die beiden waren immer so süß zusammen.", erklärte ich leise und Alison verstand schweigend. Zusammen setzten wir die Koststunde der Drinks fort, bis sie mich irgendwann auf die Tanzfläche zog. Dort tanzten wir zuerst gut gelaunt wie zwei beste Freundinnen, doch der Alkohol hatte vor allem bei mir tief eingeschlagen, da ich selten so viel trank. Als der nächste Song begann, erkannte ich die ersten Töne von Talk dirty to me. Alison und ich sahen uns kurz lachend an und tanzten kurz darauf Po an Po. Dabei kamen wir uns immer wieder ziemlich nahe. Als der Song aus war, kündigte der DJ einen ruhigeren Song an, damit alle Tänzer runterkommen konnten. Ali und ich schmiegten unsere perfekten, knapp bekleideten Körper aneinander und kuschelten auf der Tanzfläche miteinander wie ein frisch verliebtes Pärchen. Ihre Hände wanderten irgendwann meinen Rücken hinunter, bis sie auf meinem Arsch liegen blieben. Kurz runzelte ich die Stirn, entspannte mich aufgrund des Alkohols dann aber schnell. Und als ich plötzlich weiche Frauenlippen auf den meinen spürte, erwiderte ich den Kuss etwas überrascht. Von weiter weg ertönten die begeisterten Rufe von Sam und Ryan, welche ich anschließend jedoch ignorierte. Doch wie es letztendlich hatte kommen müssen, wurde mir urplötzlich schlecht. Ich riss mich hastig von der jungen Frau aus und taumelte auf den Eingang zu. Innerhalb der wenigen Meter rammte ich gefühlte 100 Leute, warf gefühlte 1000 Gläser klirrend zu Boden und fiel mehrfach beinahe auf die Fresse. Draußen zog ich scharf die kühle Abendluft ein und ließ mich schwer atmend an der Hauswand zu Boden gleiten. Scheiße, war mir schlecht. Nie wieder Alkohol. Okay, doch. Aber nie wieder so viel Alkohol. Hoffentlich tauchten jetzt nicht irgendwelche Drecksbullen auf. Die würden mich sofort mit aufs Revier nehmen. Stöhnend hielt ich mir die Hand auf die Stirn und schloss die Augen. Mir war verdammt heiß. Und schlecht. Immer wieder kam es mir schon hoch. Aber übergeben wollte ich mich nicht unbedingt. War wirklich eklig. Was hatte ich gerade getan? Ich stand doch eigentlich durch und durch auf kräftige Kerle und nicht auf Frauen. Oder?


nach oben springen

#21

RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 03.01.2015 23:46
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

.



zuletzt bearbeitet 03.01.2015 23:47 | nach oben springen

#22

RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 04.01.2015 03:15
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Ach wie gerne hätte ich Alison heute mal wieder als meine feste Freundin verkauft, nur damit Madam mal schauen konnte, ob sie damit klar kam, wo sie doch meinte, mich könnte man ja nicht mögen. Sowieso war mein Rudel ja ein Sinnbild des Gegenteils, auch wenn die Jungs und ich manchmal vielleicht doch ein paar Probleme hatten miteinander. Ich hoffte einfach, dass sie sich den Abend über zusammenreißen würden und nicht anfingen Mist zu praktizieren, nur um mir eins reinzuwürgen. Auf noch mehr Stress und Streit hatte ich bei bestem Willen keine Lust und keine Nerven. Es war schon schlimm genug, dass ich ihr gleich am zweiten Abend all meine Leute vorstellen musste, mein Rudel. Sie brauchte nur irgendjemandem Mist erzählen und wir hätten Monate damit zu kämpfen, dass sich alle Hypothesen um Werwölfe irgendwann wieder legten. Nun gut, ich durfte mich nur einfach nicht auffällig oft mit ihnen treffen, was fast unmöglich war, weil ich mich ständig mit ihnen traf. So war das nun mal und das zu ändern war irgendwie auch schwierig, weil wir irgendwie einfach viel zu sehr aneinander hingen. Wahrscheinlich eher aus Instinkt als aus anderen Gründen, aber das war ja auch egal. Man musste nicht jede Intuition und jeden Gedanken unterdrücken, nur weil man wusste, dass es den vor dem Wolf-...virus, oder wie man es immer nennen wollte, nicht gegeben hatte, immerhin hieß es nicht automatisch, dass es auch dumm war danach zu handeln. Aber nun gut, das waren so meine Gedanken, genauso wie, dass ich nicht Schuld war an meinem Werwolf-Dasein und auch kein Monster war. Aber das würde ich nicht versuchen irgendwelchen Jägern versuchen zu erklären um Frieden zu schlichten.
Ich schweifte immer wieder mit den Gedanken ab zu meinem, unserem großen Geheimnis. Egal wann. Den Tag über bei allem was ich tat und je näher ich dem Abend kam, desto schlimmer wurden meine Befürchtungen. Es war vielleicht schwachsinnig, dass ich mir so einen Kopf darum machte, aber ich traute der kleinen wirklich absolut nicht. Sie mochte harmlos aussehen, aber ich glaubte einfach nicht, dass sie es war. Und lass es Intuition sein, aber entschuldige, sie hatte eine Waffe und ein Messer und das am besten dabei. Große Brüder und Vater und alle sahen sie als ein Prinzesschen an. War es da ein Wunder, dass ich ein gesundes Misstrauen ihr gegenüber hegte? Mal ganz davon abgesehen, dass sie einfach scheiße war und sich genau so benahm. Aber wir wurden ja gezwungen Zeit miteinander zu verbringen. Das schlimmste war, dass ich wahrscheinlich auch noch Spaß haben würde, weil ich mich ordentlich zuschütten würde. Sonst wurde das nämlich unerträglich. Ich bereute schon fast, nicht heimlich an unsere kleine Alkoholsammlung zu gehen um mich für den Hinweg schon zu entspannen, aber ich ließ es ja leider doch. Und auch ihre Schönheit, ihr eleganter Gang und ihre heißen, langen Beine konnten nicht das unangenehme Schweigen verändern. Ich mochte angespannte Stimme nicht, fremde Leute bei mir. Ich hielt deshalb einen guten Abstand zu ihr, auch wenn es jetzt nicht so ein riesiger Abstand war, dass man meinen könnte, sie würde müffeln. Sie roch sogar ziemlich gut. Aber das tat nichts zur Sache. Sie war da und das war das Problem.
Ich war froh in der Bar angekommen zu sein, immerhin wartete hier der rettende Alkohol, die Freunde und eine tolle Atmosphäre. Im Gegensatz zu der Rotznase ignorierte ich den Spiegel und unser ach so schickes Bild, das wir abgaben. Sie war mir nicht mal einen Fick wert und das sollte schon was heißen, wenn ein heißes Scheckchen so unten durch war, dass ich sie nicht mehr anrühren wollte. Dass die nächsten Stunden das alles veränderten, war ja eigentlich nicht geplant. Und dann kam schon der erste Drink, der zweite und es wurde warm und nett, angeheitert. Als Ronnie auf einmal weglief, störte mich das irgendwie gar nicht. Ich regte mich über sie auf, über ihre fotzige, egozentrische Art. Mitleid bekam ich wenig. Und besonders Alison meinte, dass ich garantiert was falsch verstanden hatte. Ja. Ich verstand eine Ohrfeige garantiert falsch. Genau. Meinen Frust spülte ich mit meinem Getränk hinunter und da Alison mir sowieso nicht beistand, sah ich ihr nur kurz nach, als sie sich an die Bar setzte. Ich machte im Laufe des Abends irgendwann doch fast ein Wetttrinken mit Ryan und Sam. Ja. So waren wir, mussten uns beweisen und das auf dumme Art und Weise. Irgendwann hatte ich das Gefühl, den Kopf nicht mehr gerade halten zu können. Es war verdammt witzig weiter zu trinken, vor allem weil man das Glas kaum noch greifen konnte. Ich war so besoffen wie schon lange nicht mehr und schwankte wahrscheinlich schon im Sitzen wie eine Seealge. Aber immerhin hatte ich mich irgendwann mit meinen Kerlen, wir benahmen uns ganz 'cool'. So cool, dass wir schon keine Drinks mehr bekamen, weil wir das Geld nicht mehr zählen konnten. Amüsiert kichernd beobachtetem wir, wie die Mädels auf der Tanzfläche tanzten, pfiffen ihnen nach und warfen anzügliche Blicke auf... naja alles weibliche, was uns ansah. Als die beiden Mädels anfingen rum zu machen, gröhlten die Kerle mir die Ohren kaputt. Und ich... war eifersüchtig. Ich hatte vielleicht doch zu lang schon keinen Sex mehr gehabt und dann schnappte meine Beste mir die Schlampe weg? Ich erhob mich von der Sitzecke, stieß mir dabei das Bein an der Tischkante fast kaputt und warf die Schnapsgläser um, als ich mich auf der klebrigen Tischplatte abstützte um nicht umzukippen, weil meine Welt etwas brauchte, bis sie sich mit bewegte.
Munter, aber eifersüchtig schlenderte ich dann in einer Schlangenline auf das knutschende Pärchen zu, ehe die Kleine auch schon weg stürzte. Ich lachte Alison prompt erst einmal aus. "Was machst du aber auch ohne mich mit ihr rum?", warf ich ihr lallend vor. Sie stand immer noch ein wenig perplex da, warf mir einen leicht sarkastischen Blick zu und fuhr sich durch die Haare, während sie Richtung Toilette verschwand Wahrscheinlich zum Abregen. "Ey... Was's mit ihr?", fragte ich, fuchtelte Richtung Ausgang und als keine Antwort kam, stapfte ich selbst schließlich nach draußen um nach ihr zu schauen. Die kühle frische Luft, die mich empfing, war herrlich, aber sie klärte nicht sofort meinen Kopf. Frech grinste ich ich, als ich die Kleine sah, wie sie da auf dem Boden saß. "Hey Babe, alles klar? War das zu viel für dich?", fragte ich, lehnte mich neben ihr gegen die Wand, weil sie mich wie ein Magnet angezogen hatte und ich keine Lust hatte gerade stehen zu bleiben. "Ist das nicht kalt da unten?", fragte ich dann grinsend und bot ihr meine Hand an um ihr aufzuhelfen. Da ich dafür meine heißgeliebte Wand alleine stehen ließ, schwankte ich ziemlich, als ich die Kleine hochzog, hielt sie lachend an mich gedrückt fest, bis ich wieder einen halbwegs festen Stand fand. Und dieses Mal klopfte ich auch gerne den Straßendreck von ihrem knackigem Arsch und funkelte sie dabei schelmisch an. "Is' bess'r wenn wir gehn", lallte ich dann ein wenig herum, weil ich doch kurz normal denken konnte,. dass ich voll war und sie auch. Ich ließ einen Arm um sie gelegt und torkelte dann zielsicher Richtung Zuhause. Vielleicht stolperte ich dann doch mal einen Bordstein runter, aber ich wusste noch, wo lang wir mussten. So klar kam ich noch.
Die frische Luft half auch ein wenig. Es war immer noch alles ein wenig irrational und Probleme gab es nicht auf dieser Welt. Außer dass der Schlüssel an der Haustür nicht zu passen schien. Naja, eine ganze Weile bekam ich es zumindest nicht hin, die Tür aufzuschließen, als ich es schaffte, war ich echt stolz. Strahlend zog ich Veronica an der Hand ins Haus, stützte sie leicht, weil ich das Gefühl hatte, gerade stabiler zu stehen als sie. Nur meine Feinmotorik wollte nicht ganz mitspielen. Immerhin bekam ich den Schlüssel noch von der Tür und die sogar auch noch zu. Auf Ronnies Gemurmel hin, bei dem ich nicht wusste, ob ich sie verstanden hatte und sofort vergessen hatte, was sie sagte, oder ob ich sie nicht verstanden hatte, legte ich einen Arm hinter ihren Rücken, einen an ihre Kniekehlen und hob sie dann schwungvoll hoch. Ich lachte leise darüber, ging dann vorsichtig mit ihr die Treppe hoch und genoss den feinen Geruch, der sich noch zwischen Alkohol und allem anderen durchsetzte. Aber nach Alkohol stanken wir beide, da war das ja unerheblich. Vernünftig wie ich war, kicherte ich ein "Sh", als ich derjenige war, der ihre Zimmertür mit dem Ellenbogen öffnete und sie dann hindurch trug. Ich legte sie kurz auf dem Bett ab und schaltete die Nachttischlampe an. "Nicht schlafen Baby", brummte ich dann leise, zog ihr die Schuhe von den Füßen. Zufrieden über ihre hübschen Beine ließ ich meine Fingerspitzen an ihrem Bein hinaufwandern. "Sag mal, wie geht dein Kleid auf?", fragte ich grinsend, während ich mit meinen Händen schon mal fleißig suchte. Ich gab mit einem Grummeln irgendwann auf, bat sie darum sich wenigstens wieder hinzuknien und zog dann ihr Kleid hoch, als ich vor ihr stand, bis ich es ausziehen und auf dem Boden fallen lassen konnte. "Wow", bewunderte ich ihren Körper in Dessous und nahm es mir einfach mal frei, mich bis direkt an die Bettkante vor sie zu stellen. Ich konnte gar nichts dafür, dass meine Finger die feine Wäsche nachfuhr. Schneller als ich realisieren konnte, war ich bei ihr auf dem Bett, meine Hände an ihrem wundervollen Prachtarsch und drückte ihr Becken an mich. Wann ich angefangen hatte, sie zu küssen, aber es gefiel mir durchaus mehr als gut. Ich wollte sie, mein Gott, ich war besoffen, ich durfte doch wenigstens jetzt gerade versuchen Sex zu bekommen. Ich wartete auch nicht auf Erlaubnis, sie würde schon sagen, wenn sie es nicht wollte, oder? Mein eine Hand wanderte also einfach schamlos an ihrer Hüfte entlang, zog den feinen Stoff runter und ließ dann meine Finger zu ihren Schamlippen wandern. Keck biss ich ich zeitgleich leicht in die Unterlippe. fordernd, ein leises verlangendes Knurren in der Kehle. Ich bemerkte es nicht mal, ich war zu sehr damit beschäftigt, ihren Körper zu erkunden. Bedrohlich klang es aber nicht wirklich. Vielleicht für sie. Aber wie erwähnt, ich realisierte gar nichts mehr.


nach oben springen

#23

RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 04.01.2015 17:28
von Alex • Senior Member | 5.811 Beiträge | 1036624 Punkte

Ich bekam erst zuerst gar nicht mit, dass Chace ebenfalls die volle Bar verlassen hatte und sich zu mir gesellte. Von oben herab sah er mich an und ich starrte einfach erst einmal ausdruckslos zurück, da ich nicht realisierte, wer denn da genau nun aufgekreuzt war. Dafür war meine persönliche Toleranzgrenze an Promille viel zu weit überdehnt worden und ich hätte wahrscheinlich nicht einmal mehr meinen Vater erkannt. A propos Vater. Der hätte mich wohl umgebracht, wenn er mich in diesem Moment so gesehen hätte. Das Selbe galt natürlich auch für meine geliebten Brüder. Stöhnend zwang ich mich, die Augen offen zu halten und versuchte, dass Gebrabbel des meiner Meinung nach Fremden zu verstehen. Was wollte er von mir? Verwirrt runzelte ich die Stirn und rieb mir kurz vorsichtig über die Augen. Doch selbst total besoffen konnte ich noch so klar denken, dass ich ja ein ziemlich intensives Make Up trug und es weniger ratsam war, wild auf den Augen herum zu reiben. Also fuhr ich mit meiner rechten Fingerspitze vorsichtig unter meinem unteren Wimpernkranz entlang, um die schwarzen Spuren meiner Wimperntusche zu beseitigen. "Nichts zu viel für mich.", lallte ich lachend. "Nur normalerweise nicht gewöhnt.", fügte ich nicht weniger amüsiert hinzu und zuckte mit den Schultern. "Eigentlich schwitze ich wie ein Känguru in der Wüste.", stellte ich kichernd fest und ergriff mit beiden Händen die Hand, welche Chace zu mir streckte. Torkelnd kam ich auf die Beine und war froh, als mich der Kerl an sich drückte. Ansonsten wäre ich sofort wieder auf dem kühlen Pflasterboden gelandet. Nicht nur ich hatte zu tief ins Glas geschaut. Auch der junge Mann schien ziemlich zu schwanken. Als er mir den Dreck vom Arsch klopfte, fiel ich durch die plötzliche Krafteinwirkung beinahe um und grinste. "Ach, auf einmal machst du gerne den Dreck anderer Leute weg.", stellte ich trocken fest und strahlte Chace freudig an. Gefiel mir aber. "Was? Warum gehen? Ich will noch weiter machen. Ich kann doch Ali-...Was war noch mal ihr Name?", erkundigte ich mich empört und blieb abrupt stehen, versuchte mich gegen den jungen Mann zu stemmen und ihn dadurch zum Zurückgehen zu bewegen. Bedauerlicherweise war er natürlich stärker und ich noch dazu viel zu betrunken. Fröhlich vor mich hin lallend lief ich dann also brav neben Chace und es war wohl ein Wunder, dass ich trotz der 13cm Hacken an meinen Füßen nicht auf die Fresse flog. Konnte unter anderem daran liegen, dass ich mich so an den jungen Mann klammerte, dass er wahrscheinlich am nächsten Morgen deutliche Spuren meiner langen Fingernägel in seiner Haut haben würde. Oder aber auch daran, dass ich auf High Heels merkwürdigerweise sicherer war als in flachen Schuhen. Ich war ganz in meinem Element, wenn ich High Heels trug. Zwar lief ich jetzt nicht mehr genauso wie die Models auf dem Catwalk, aber immerhin funktionierte meine untere Körperhälfte noch soweit, dass ich nicht wegknickte oder stolperte. Doch mein Oberkörper taumelte als Ausgleich ganz schön nach links, nach rechts, nach vorne und nach hinten. Durch die frische Nachtluft verflog wenigstens diese schlimme Übelkeit, die ich die ganze Zeit zu unterdrücken versucht hatte. Übergeben wollte ich mich schlicht und ergreifend zumindest nicht im Beisein des jungen Mannes. Am Haus angekommen beobachtete ich laut lachend die verzweifelten Versuche Chaces, den Schlüssel in das Schlüsselloch zu bekommen. "Stellst du dich beim Einführen deines Schwanzes auch so bescheuert an?", fragte ich ganz direkt und ohne mich zu schämen. Doch dann wurde die Haustür auch schon aufgestoßen, was mir ein enttäuschtes Schnauben entlockte. Als ich plötzlich einen Arm hinter meinem Rücken und einen unter meinen Kniekehlen spürte, stieß ich einen kleinen überraschten Schrei aus. "Eyyyy.", murmelte ich beleidigt. "Ich kann doch Treppen steigen.", beschwerte ich mich enttäuscht und starrte Chace's Gesicht mit offenem Mund an, ehe ich ganz fasziniert über seine stoppelige Haut streichelte und ihm dann mit flinken Fingern eine schicke neue Frisur verpasste. "Hihi.", kicherte ich über mein Kunstwerk mit seinen Haaren. Dann wurde ich auch schon wie eine Prinzessin in mein kuscheliges Bett gelegt. Empört seufzte ich auf, als Chace die Nachttischlampe anknipste und mich dann auch noch vom Schlafen abhielt. Überrascht richtete ich meinen Oberkörper ein wenig auf, als ich Berührungen an meinen Füßen bemerkte. "Stehst du auf Füße?", fragte ich lachend und kicherte ein wenig, als seine Fingerspitzen die nackte Haut meines Beines nach oben wanderten. "Aufhören.", stieß ich hervor und lachte weiterhin. Ich war nun mal verdammt kitzlig. Meine Brüder hatten mich schon so oft halb tot gekitzelt, dass ich mittlerweile eigentlich abgehärtet sein sollte. Pustekuchen. Auf Chace's Frage hin zuckte ich nur ahnungslos mit den schmalen Schultern. Woher sollte ich das denn auch wissen? Auf seine Biete hin gelang es mir dann tatsächlich, mich im Bett hinzuknien, wobei ich immer wieder fast umkippte und mich jedes Mal beinahe verzweifelt an Chace festkrallte. Dann saß ich auch schon in meinen weiß-beigen Spitzendessous auf dem Bett und sah mit einem unschuldigen Blick nach oben zu Chace. Als ich seine Begeisterung bemerkte, quietsche ich vergnügt. "Wusste ich es doch. Zum Schluss sind alle Männer gleich. So sehr du mich auch hasst, bei meinem Körper wirst du wie jeder andere Kerl auch schwach.", stellte ich begeistert fest und grinste frech. "Mach mir ja nicht meine Unterwäsche kaputt, Schätzchen. Die war teuer. Ich steh nicht so auf Billigware.", warnte ich den jungen Mann vorsichtig, als er seine Finger über meine Dessous wandern ließ. Erneut verließ ein wohlwollender Laut meine Kehle, als er sich zu mir ins Bett warf und seine Hände meinen Arsch umfassten. Seine wirklich stark fordernder Küsse erwiderte ich nur all zu gerne. Was sprach den auch dagegen? David vergnügte sich selbst mit irgendwelchen Schlampen und ich würde mich am nächsten Morgen eh an nichts mehr erinnern können. Solange es Chace ebenso ging, störte mich rein gar nichts. Dennoch schenkte ich dem jungen Mann kurz einen empörten Gesichtsausdruck, als er einfach den dünnen Stoff meines Strings nach unten zog und seine Finger dann recht schnell dorthin wanderten, wo ich mich glücklicherweise immer bis auf das letzte Härchen rasierte. Sein Knurren nahm ich etwas verwirrt wahr, zerbrach mir allerdings nicht weiter den Kopf darüber. Stattdessen schloss ich einfach nur die fröhlich funkelnden Augen und entließ mit leicht geöffneten Lippen hin und wieder ein leises Stöhnen, als Chace meinen Körper erkundete. Ich selbst widmete mich in der Zwischenzeit seinem Hemd. Trotz des hohen Alkoholgehalts in meinem Blut gelang es mir, die Knöpfe geschickt mit nur zwei Fingern der rechten Hand zu öffnen und ihm den unnötigen Stoff dann auch schon über die Schulter nach hinten auszuziehen. Fasziniert fuhr ich mit meinen Händen seine muskulöse Brust nach unten, folgte mit den Fingerspitzen seinem trainierten Bauch bis nach unten zu dem bei uns Mädchen doch so beliebten V's. Chace war wirklich verdammt heiß! Wäre ich nicht so betrunken gewesen, hätte ich mich natürlich niemals daraus eingelassen. Ich hasste die Person, die er war. Doch jetzt gerade liebte ich einfach nur die fordernden Blicke seiner Augen, die raue Lippen, seinen muskulösen Oberkörper und die erforschenden Hände. Als ich mit meiner Hand an seinem Hosenbund angekommen war, erreichte mich die nächste freudige Überraschung. Unter dem Stoff der Hose konnte ich schon deutlich etwas sehr hartes fühlen. Ein kleines Lächeln glitt über mein Gesicht, während ich mit meiner Hand einen leichten Druck ausübte und mit der anderen Knopf und Reißverschluss binnen Sekunden öffnete. Ein wenig grob zerrte ich dann Jeans samt Boxershorts so weit nach unten, dass meine Hände freie Bahn hatten. Entzückt erkundete ich seinen Intimbereich und musste erstaunt feststellen, dass Chace über das längste und dickste Rohr verfügte von denen, die ich bisher gesehen hatte. Wobei das jetzt auch wieder nicht so viele waren. Genauer gesagt nur von meinem Ex-Freund, mit welchem ich mein erstes Mal gehabt hatte und mit dem die Beziehung an seiner früh begonnenen Karriere als Profifußballer zerbrochen war. Dann natürlich mit meinem jetzigen Freund und dann noch von einigen Kerlen, mit denen ich nach oder auf Partys rumgemacht hatte. Sex hatte ich bisher nur mit einem dritten Typen gehabt. Allerdings war ich zu diesem Zeitpunkt emotional angeschlagen und ebenfalls etwas betrunken gewesen. Zählte also nicht. Vorsichtig umschloss ich seinen Schwanz mit einer Hand und ließ diese erst einmal langsam auf und ab gleiten.


nach oben springen

#24

RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 05.01.2015 00:01
von Dodo • Junior Member | 468 Beiträge | 13334 Punkte

Es war schon witzig, wie besoffen wir beide waren. Aber nein, sie wollte es ja nicht zugeben. "Aaaaber deshalb zu viel", beharrte ich auf meiner Meinung und erhob unterstützend einen Zeigefinger, auch wenn er eine merkwürdige Kurve malte. Als sie mir berichtete, wie sie schwitzte, lachte ich herzhaft. Und das lachen machte das gerade stehen noch anstrengender. Vor allem als dann die Kleine an mir lehnte oder hielt ich sie nur so an mir fest? War ja auch egal. Ich rieb der Kleinen gerne den Dreck vom Arsch, auch als der garantiert schon weg war. Ihr Hintern war aber auch einfach nur toll. Bei ihrer empörten Frage grinste ich sie an. "Weil du betrunken bist"; meinte ich, tippte ihr gegen die Nase. Wow, verdammt treffsicher sogar, da war ich schon fast stolz drauf. "Und weil ich betrunken bin", meinte ich, während ich auf mich deutete. "Und weil ich dich gerade davor bewahre. Oder bist du doch lesbisch? Wenn nicht, dann lass deine Geilheit lieber an mir aus", grinste ich und kniff ihr leicht in den Arsch. Ich war betrunken, ich durfte das. Und sie rächte sich ja genug, indem sie den ganzen Weg über lallend rumplapperte und sich bei mir festkrallte. Wie gut, dass mich der Alkohol ein wenig milde stimmte. Im Normalzustand würde ich sie anschnauzen und wegstoßen. Aber nein, ich war betrunken und hatte hier eine heiße Schnecke am Start. Naja, konnte ich mir zumindest einreden. Dass ich sie eigentlich hassen wollte, der Gedanke existierte sogar noch, aber ich lachte mich einfach selbst aus innerlich für den Gedanken. Warum sollte ich sie von der Bettkante stoßen, wenn sie doch sogar mit Frauen rummachte. Ich sollte sie behalten und mal schauen ob irgendwann ein flotter Dreier dabei rumsprang.
Bei ihrer ziemlich direkten Frage, schnaubte ich beleidigt. "Garantiert nicht. Wenn es da mal dauert, dann liegt das nur daran, wenn sich's Mädel an die Größe gewöhnen muss", meinte ich, schenkte ihr einen anzügliches Grinsen. Vielleicht war schon seit der Bar für mich klar, dass ich sie noch flachlegen wollte. Ob ihr das bewusst war, wusste ich nicht, war mir aber auch egal. Ich war schon lange nicht mehr vernünftig, auch wenn ich vielleicht noch zum Teil so wirkte. Naja, dass ich hatte gehen wollen, lag auch vielleicht unter anderem daran, dass ich wusste, dass ich bei noch mehr Alkohol keinen mehr hoch bekam oder einfach wegpennte. Und ich war schon irgendwie geil, wie denn auch nicht bei der Vorlage. Ich lachte, als sie sich darüber empörte, dass sie die Treppen hätte laufen können. "Hab ich ja gestern gesehen. Außerdem... du willst es doch auch", raunte ich ihr rau zu, ehe ich mich bewies, dass ich sie tragen konnte ohne Probleme. Und dass sie es wollte, sah ich auch mal in der Tatsache, dass sie mein Gesicht berührte und mir dann in den Haaren rumwühlte. Ich fühlte mich echt gut, bekam sogar die Türklinke auf und die Tür zugekickt. Ich mein wer schaffte das schon bei meinem Alkoholpegel und mit Frau im Arm.
"Nein. Aber ich wollte deine Absätze nicht in meinen Beinen haben"; meinte ich grinsend und amüsierte mich köstlich darüber, dass sie so kitzlig war. Das konnte ja ein süßes Vergnügen werden. Auch auf ihre Aufforderung hörte ich nicht wirklich, sie lachte noch und sie würde sich schon wehren, wenn ich wirklich von ihr ablassen sollte. Und zur Not tarnte ich es immer noch in einem: Ich will dich nur zu Bett bringen. Wobei mir die Idee Sex zu haben natürlich deutlich mehr gefiel. Ich lachte über ihr begeistertes Quietschen, als sie meinen Blick bemerkte. "Schwach bin ich nicht. Aber das wirst du schon noch merken", sagte ich ihr voraus, während ich mich zu ihr ins Bett gesellte und mich begeistert mit ihren Dessous beschäftigte. "Ich versuch's", murmelte ich noch kurz bevor ich sie küsste, als sie verlangte, die Wäsche nicht kaputt zu machen. Zielstrebig wanderten meine Hände über ihren Körper, ihr String war schnell beseitigt. Ein zufriedener Laut entwich meiner Kehle, als sie ihre Hände von meiner Brust an abwärts wandern ließ. Die Hose war inzwischen schon etwas unnötig und auf jeden Fall mehr als überflüssig. Ihren BH öffnete ich schließlich auch endlich, warf ihn irgendwo weit weg, ehe ich mehr als angetan ihren Körper musterte. Ich küsste mich ihren Hals hinab bis zur Brust, spielte mit der Zunge an ihrer Brustwarze, knabberte leicht daran. Die andere Seite ließ ich natürlich nicht unbeachtet, stimulierte die Brust aber nur mit der Hand. Zwei Münder hatte ich aber nun mal auch nicht. Ein heiseres Stöhnen kam über meine Lippen, als sie anfing mein Glied zu reiben. Verlangend küsste ich sie wieder, ließ meine eine Hand wieder ihren Körper hinab laufen, schob meine Finger zwischen ihre Schamlippen, drang mit zwei Fingern in sie ein, rieb langsam auf und ab. Ungeduldig brummelte ich, wollte die Positionen wechseln um endlich zur Sache zu können und gab meinem schweren Gefühl nach, legte mich hin und wollte sie über mich ziehen. Die Idee aber kurz dafür die Finger von ihr zu lassen und mich auf den Rücken zu legen war ziemlich dumm, denn ich wurde sowas von schläfrig. Mehr als einen Arm um Ronnie schlingen schaffte ich nicht mehr, aber sie schien auch ziemlich müde, als ich meine Augen schloss und einfach wegpennte, das Mädchen, das ich hasste, in meinen Armen.


nach oben springen

#25

RE: The dark part of us | Dodo & Alex

in The dark part of us | Dodo & Alex 05.01.2015 12:09
von Alex • Senior Member | 5.811 Beiträge | 1036624 Punkte

Interessant. Er hatte also Angst vor meinen spitzen Absätzen. Das sollte ich mir wirklich unbedingt merken, damit ich es im Notfall gegen ihn verwenden konnte. Selbst im betrunkenen Zustand dachte ich noch daran, wie ich Chace das Leben zur Hölle machen konnte. Kurz grinste ich über diese Einsicht, da es ja doch relativ merkwürdig war. Wir kannten uns erst seit dem Vorabend und von Anfang an hatte es zwischen ihm und mir so große Spannungen gegeben, obwohl wir eigentlich keinen wirklichen Grund gehabt hatten. Klar, Chace war angepisst, dass eine Fremde in sein Leben eindrang und jeden in seinem Umfeld auf ihre Seite zog. Und ich war einfach von Natur aus ein wenig explosiv und wenn man mir so wie Chace nur Abneigung entgegen brachte, reagierte ich eben dementsprechend. Also war es nicht meine Schuld. Ätsch. Aber zurück in die Gegenwart. Schließlich sollte ich mir jetzt nicht den Kopf über dieses Thema zerbrechen, wenn ich doch gerade mit genau diesem schrecklichen Kerl im Bett lag. "Ich steh auf starke Männer.", grummelte ich mit einem verführerischen Lächeln auf den weichen Lippen und zwinkerte dem jungen Mann zu. "Nicht versuchen. Sonst darfst du mir neue Unterwäsche kaufen gehen.", warnte ich Chace mit großen Augen und erwiderte seine Küsse weiterhin fordernd. Ich wollte ihn unbedingt. Mir egal, was ich sonst für Vorsätze machte und wie sehr ich Chace doch schon jetzt hasste. Gerade sah ich in ihm einfach nur einen viel zu heißen jungen Mann mit einem mega großen Schwanz. Und das gefiel mir. Die Berührungen seiner Hände trieben mich in den Wahnsinn und Chace küsste so unglaublich gut. Gerade als wir dann ernsthaft zur Sache gehen wollten und sich der junge Mann auf den Rücken auf den Rücken legte, wurden wir gleichzeitig hundemüde. Alkohol lässt grüßen. Ich schaffte es gerade noch, mich an den jungen Mann zu kuscheln und die Decke über uns beide zu ziehen, ehe wir beide uns auch schon im Reich der Träume befanden.

Am nächsten Morgen weckten mich die Sonnenstrahlen, welche durch das Fenster schienen. Leider hatten wir in der Nacht natürlich nicht mehr die Jalousien nach unten gemacht, weswegen ich schon jetzt beim Sonnenaufgang erwachte. Etwas überrascht spürte ich die Wärme eines nackten Mannes und einen starken Arm um meinem Bauch, was mich stutzig werden ließ. Verwirrt befreite ich mich aus dem Griff, stellte überrascht fest, dass ich ebenfalls nackt war und stieß dann beinahe einen Schrei aus, als ich Chace identifizierte. Ich sprang wie ein junges Reh aus dem Bett, hüllte mich sofort in einen Bademantel und hielt mir die Hand an die Stirn. Ich hatte vielleicht Kopfschmerzen. Und einen Kater. Was war gestern passiert? Seine Eltern hatten Chace gezwungen, mich mit zu einem Treffen mit Freunden mitzunehmen. Wir waren dorthin gegangen. Mein Bruder hatte wegen Lilly angerufen. Ich hatte getrunken. Und getrunken. Und weiter getrunken. Ich hatte mit dieser Freundin von Chace getanzt und wir waren uns näher gekommen. Mir war schlecht geworden und ich hatte überstürzt die Bar verlassen. Dann war der junge Mann ebenfalls aufgetaucht, ebenfalls total besoffen. Wir waren gemeinsam nach Hause getorkelt, er hatte mich die Treppe nach oben getragen, mich ausgezogen. Oh Gott. Ich erinnerte mich an seine Küsse und Berührungen, an meine Hand an seinem Ding. Auch dieses hatte ich noch ganz genau vor Augen. Wieso musste dieser Vollidiot so ein geiler Kerl sein? Überfordert und sauer auf mich selbst löste ich eine Kopfschmerztablette in Wasser auf und trank dieses hastig aus. Hoffentlich erinnerte sich Chace nicht an die letzte Nacht. Verzweifelt ließ ich mich auf der Bettkante nieder und schlug mir die Hände vors Gesicht. Probieren geht über studieren. Ich hasste ihn und der Vorfall letzter Nacht hatte nichts daran geändert, außer das ich leider total scharf auf ihn war, was aber schnell verfliegen würde. Hoffte ich zumindest. Mal gucken, was Chace noch wusste oder auch nicht wusste.


nach oben springen



Besucher
0 Mitglieder und 2 Gäste sind Online

Besucherzähler
Heute waren 4 Gäste und 2 Mitglieder, gestern 43 Gäste und 18 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 454 Themen und 57058 Beiträge.

Heute war 1 Mitglied Online :




disconnected Foren-Chat Mitglieder Online 0
Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen